Süddeutsches Kunststoff-Zentrum

Süddeutsches Kunststoff-Zentrum
Süddeutsches Kunststoff-Zentrum
SKZ - Das Kunststoff-Zentrum
Träger: Fördergemeinschaft für das Süddeutsche Kunststoff-Zentrum e.V.
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Sitz des Trägers: Würzburg
Art der Forschung: Grundlagen- und Auftragsforschung
Fachgebiete: Kunststoff-Technologie
Leitung: Prof. Dr.-Ing. Martin Bastian
Mitarbeiter: 250 (2011)
Homepage: www.skz.de

Das Süddeutsche Kunststoff-Zentrum (SKZ) erbringt sowohl für die Kunststoff-Industrie als auch für öffentliche Auftraggeber unabhängige Dienstleistungen auf dem Gebiet der Kunststoff-Technologie. 1961 in München gegründet, gilt es heute europaweit als eines der größten branchenspezifischen Institute dieser Art.[1][2]

Das SKZ wird durch die Fördergemeinschaft für das Süddeutsche Kunststoff-Zentrum (FSKZ e. V.) getragen, in der Industrieunternehmen und Vereinigungen der Kunststoff-Industrie vertreten sind.

Das Institut hat seinen Hauptsitz in Würzburg und weitere Niederlassungen in Halle, Stuttgart und Peine sowie eine Repräsentanz in Peking (VR China) und Trainingscenter in Dubai und Teheran. Im Jahr 2011 sind ca. 250 Mitarbeiter an den unterschiedlichen Standorten beschäftigt.

Inhaltsverzeichnis

Organisation/Aktivitäten

Das SKZ ist in sechs Tochtergesellschaften gegliedert, die zu 100%-Tochtergesellschaften der FSKZ e.V. sind und die jeweils „SKZ“ in ihrem Namen führen. Diese Gesellschaften bieten folgende Leistungen auf privatwirtschaftlicher Basis an:

  • Prüf- und Zertifizierungsdienstleistungen zur Qualitätssicherung von Werkstoffen und Fertigprodukten
  • Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften aus der Industrie
  • Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten für öffentliche Auftraggeber
  • Zertifizierung von Managementsystemen
  • Industrieconsulting, z. B. für Gutachten bei Schadensfällen sowie Entwicklungsberatung für Bauteil- oder Prozessoptimierung

Geschichte

Die Gründung der Fördergemeinschaft für das Süddeutsche Kunststoff-Zentrum erfolgte am 20. Januar 1961 auf Initiative der Landesgewerbeanstalt Bayern mit Unterstützung des bayerischen Wirtschaftsministeriums in München. Die Werkstätten der Handwerkskammer Würzburg dienten anfangs als Unterrichtsräume erster Lehrgänge für das Handwerk. Drei Jahre später, 1964, entstand in Würzburg das erste Technikum mit Verarbeitungsmaschinen und Prüflabors. Ebenfalls 1964 wurde das SKZ amtlich anerkannte Prüfanstalt für Kunststoffe. Im Jahr 1972 wurde das SKZ Mitglied in der Vereinigung europäischer Kunststoff-Institute (ADICEP). Der erste Erweiterungsbau entstand 1974 und das SKZ-Prüfzeichen wurde zum ersten Mal vergeben. Die Ausbildung der ersten Kunststoff-Qualitätsprüfer begann im Jahr 1980 und seit 1987 ist das SKZ eine von vier weltweit anerkannten Prüfstellen des internationalen Hockeyverbandes (FIH). Weitere sieben Jahre später, 1994, eröffnete die Management-Zertifizierungsstelle am SKZ. Es folgten weitere Neubauten und die Ausweitung der Aktivitäten nach China und Dubai.

Arbeitsgebiete

Prüfung, Qualitätssicherung und Zertifizierung von Kunststoff-Produkten

Das SKZ verfügt über ein vom DAP (Deutsches Akkreditierungssystem Prüfwesen GmbH) nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiertes Prüflabor und eine nach DIN EN ISO/IEC 17020 akkreditierte Inspektionsstelle des Typs A [3]. Es testet Kunststoffe und Kunststoff-Produkte anhand ihrer mechanisch-technologischen, chemisch-analytischen, elektrischen, optischen, thermischen und klimatischen Eigenschaften. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Qualitätssicherung bei der Produktherstellung und Baustellenüberwachung. Das SKZ vergibt die CE-Kennzeichnung für Bauprodukte. Im Rahmen der Akkreditierung als Prüflabor beim Welttischtennisverband (ITTF) prüft das SKZ seit 2000 Tischtennisbälle, die für nationale und internationale Turniere und Wettkämpfe eingesetzt werden. Zu den Prüfkriterien gehören das äußere Erscheinungsbild (Farbe, Beschriftung und Kennzeichnung) sowie die mechanisch-technologische Eigenschaften (Gewicht, Durchmesser, Ovaltität, Rücksprunghöhe, Geradlauf und Eindruckhärte) der Bälle.[4]

Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten

Die anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung konzentriert sich auf die Technologieschwerpunkte Bauteileigenschaften, Compoundierung, Extrusion, Fügen, Materialentwicklung, Messtechnik, Nachhaltigkeit sowie Spritzgießen.

Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften

Im Seminar- und Tagungsbereich werden Themen aus dem Bereich der Werkstoffe, der Verfahrenstechnik, der Werkzeugtechnik sowie branchenspezifische Themen an Fach- und Führungskräfte vermittelt. In den praxisorientierten Lehrgängen liegen die Schwerpunkte in der Kunststoff-Verarbeitung, bzw. Kunststoff-Bearbeitung (Spritzgießen, Extrudieren, Schweißen, Kleben usw.). Bei den Lehrgängen können Prüfungen nach DVGW-, DVS- und AGFW-Richtlinien abgelegt werden.[5]

Zertifizierung von Managementsystemen

Das SKZ zertifiziert Managementsysteme nach internationalen Normen wie z. B. ISO 9001, ISO 14001, OHSAS 18001, HACCP, FW 605 und ISO/TS 16949 (über Kooperationspartner).[6]

Institutsleiter

  • Heinz Peukert (1961–1964)
  • Wilbrand Woebcken (1964–1982)
  • Hans-Hellmuth Schönborn (1982–1987)
  • Gottfried Wilhelm Ehrenstein (1987–1992)
  • Otto Schwarz (1992–1994)
  • Franz Haaf (1994–1999)
  • Burghard Schmitt (1999–2005)
  • Martin Bastian (seit 2005)

Kooperationen

Das SKZ kooperiert bei der Ausbildung von Nachwuchskräften im Bereich der Kunststoff-Technologie mit der Universität Würzburg[7] und der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt. In seiner Funktion als Forschungs- und Prüfinstitut besteht u.a. eine Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF), dem Zentrum für angewandte Energieforschung (ZAE Bayern), dem Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC), dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW), dem Verband der Materialprüfanstalten e. V. (VMPA) sowie mit verschiedenen Industrieunternehmen.[8]

Finanzierung

Neben Vergütungen für Auftragsforschung wird das SKZ auch in erheblichem Maß durch öffentliche Mittel unterstützt. So finanziert beispielsweise der Freistaat Bayern 50 Prozent des 2005 in Betrieb genommenen Technologie-Zentrums.[9] Auch das im Jahr 2009 eingeweihte neue Direktspritzgießtechnikum ist durch die Unterstützung des Freistaates Bayern mit mehr als 50 Prozent entstanden.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Rede von Martin Zeil (Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie)
  2. [Mainpost vom 31.Juli 2009]
  3. 3R International
  4. [K-Zeitung 16 vom 21. August 2008 Seite 28ff.]
  5. [K-Zeitung 14 vom 17. Juli 2008 Seite 9ff.]
  6. [K-Zeitung 17 vom 4. September 2009, Seite 41]
  7. Universität Würzburg
  8. [K-Zeitung 12 vom 19. Juni 2008, Seite 33 und K-Zeitung 13 vom 3. Juli 2008, Seite 35ff.]
  9. KGK

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