Wilhelm Arnold Günther


Wilhelm Arnold Günther

Wilhelm Arnold Günther OPraem (* 31. Oktober 1763 in Koblenz; † 22. August 1843 in Trier) war Stadtarchivar von Koblenz und römisch-katholischer Weihbischof in Trier.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Wilhelm Arnold Günther war der Sprössling einer Bäckerfamilie, er war Schüler im Koblenzer Jesuitengymnasium und trat danach in die Prämonstratenserabtei Rommersdorf ein. 1783 legte er das Ordensgelübde ab und absolvierte an der alten Universität zu Köln und Universität Trier sein Studium in Theologie und Rechtswissenschaften. Seinen Schwerpunkt legte er auf das Fach der Rechtswissenschaften. Am 22. September 1787 erhielt er in Trier die Priesterweihe und kehrte 1788 nach Rommersdorf, einem heutigen Stadtteil von Neuwied, zurück. In der Abtei war er als Archivar und Bibliothekar tätig und arbeitete in der Seelsorge. In den Jahren von 1797 bis zur Säkularisation im Jahr 1803 war als Prior, Ökonom und Pastor im Prämonstratenserkloster Altenberg, welches der Abtei Rommersdorf unterstand, tätig.

Archivar in Koblenz

Als 1805 die Auflösung der Abtei in Rommersdorf erfolgte wechselte Günther als Privatperson nach Koblenz-Ehrenbreitstein. 1805 nahm er seine Arbeit im Archiv des Département de Rhin-et-Moselle in Koblenz auf und wurde 1814 Archivar bei der Bezirksregierung in Koblenz [1]. Seine erste Maßnahme war 1805−1809 die gründliche Neuordnung der Archivunterlagen und Verzeichnisse im Stadtarchiv Koblenz. Hierdurch entstand ein lückenloser Zustand des Archivs, welches auch unter der französischen Herrschaft nicht an Material verlor. In dieser Stellung blieb er bis 1826 und verfasste in dieser Zeit seine Hauptwerke.

Weihbischof in Trier

Am 18. Juni 1826 beorderte der Trierer Bischof Josef von Hommer den Stadtarchivar Günther nach Trier und ernannte ihn zum Generalvikar. Neben den ihm übertragenen Aufgaben eines Generalvikars übernahm er ebenfalls eine gründliche Schriftgutverwaltung der Diözese Trier. Sein weiterer Werdegang war am 23. August 1828 die Ernennung zum Domkapitular, darauf folgte am 23. Juni 1834 seine Ernennung zum Titularbischof von Arabia und Weihbischof in Trier. Die Universität Breslau verlieh ihm am 24. Mai 1834 den Titel eines Ehrendoktors der Theologie. Am 14. September 1834 erhielt Wilhelm Arnold Günther die Bischofsweihe durch Bischof Josef von Hommer. 1835 war er Mitkonsekrator bei Bischof Johann Wilhelm Bausch von Limburg. Josef von Hommer verstarb am 11. November 1836. Da die Bestätigung seines Nachfolgers Wilhelm Arnoldi, durch den preußischen Staat, zunächst nicht erfolgte, wurde der Weihbischof vom Domkapitel zum Kapitularvikar gewählt, dieses Amt hatte er bis 1842 inne. In seiner Amtszeit erfolgte eine Ansiedlung von Ordensgemeinschaften im Bistum Trier, die konfessionellen Streitigkeiten konnten beigelegt werden, der bischöfliche Konvikt in Trier wurde eingerichtet und der erste Elisabethverein, der 1842 von Maria Merkert gegründet worden war, nahm seine Arbeit auf. Nach dem erfolgten Amtsantritt des Bischofs Arnoldi wurde Günther am 8. August 1842 Dompropst. Seine letzte Ruhestätte erhielt er in der Pauluskapelle, der jetzigen Weihbischofskapelle, im Domkreuzgang des Trierer Doms, sein Nachfolger wurde Johann Georg Müller.

Werke

Nach umfangreichen Erforschungen legte der Archivar Günther 1794 eine grundlegende Geschichte der Abtei Rommerskirchen vor, in der Darstellungen und Urkundensammlungen verarbeitet worden waren. Von 1805-1826 war er als Archivar tätig und veröffentlichte 1813 seine „Topographische Geschichte der Stadt Coblenz von ihrem Entstehen bis zum Schluß des 18. Jahrhunderts“ [2]. Das von im zwischen 1822-1826 geschichtswissenschaftliche in sechs Bänden geschaffene Werk „Codex diplomaticus Rheno-Mosellanus“ [3] ist ein Quellenwerk mit über 2000 Urkunden aus dem 8. bis zum 18. Jahrhundert und dient noch heute als Nachforschungsquelle.

Literatur

  • Thomas Alois, Wilhelm Arnold Günther 1763-1843. Staatsarchivar in Koblenz, Generalvikar und Weihbischof in Trier, Verlag Paulinus, 1957 (Veröffentlichung des Bistumsarchivs Trier)
  • Leopold von Eltester: Günther, Wilhelm Arnold. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 10, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 177.

Einzelnachweise

  1. Zur Geschichte des Stadtarchivs Koblenz [1]
  2. Digitalisierte Ausgabe [2]
  3. Digitaliesierte Version, z.B. Band 2 [3]

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • günthergutscheine …  

  • Günther (Familienname) — Günther oder Guenther ist der Familienname folgender Personen: Bekannte Namensträger Inhaltsverzeichnis A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z …   Deutsch Wikipedia

  • Wilhelm Niggemeyer — Wilhelm Niggenmeyer Born 9 May 1918 Haan Died 14 February 2008 (2008 02 15) (aged 89) Erftstadt Allegiance …   Wikipedia

  • Günther Franz — (* 23. Mai 1902 in Hamburg; † 22. Juli 1992 in Stuttgart) war ein deutscher Historiker, der sich hauptsächlich mit Agrargeschichte und der Geschichte des Deutschen Bauernkrieges befasste. Daher rührte auch sein Beiname „Bauern Franz“.[1].… …   Deutsch Wikipedia

  • Arnold Zweig — (links) mit Otto Nagel, 1955 Arnold Zweig (* 10. November 1887 in Glogau, Provinz Schlesien; † 26. November 1968 in Ost Berlin) war ein deutscher S …   Deutsch Wikipedia

  • Arnold Glaswerke — Arnold Glas Rechtsform GmbH Co.KG Gründung 1959 Sitz Rem …   Deutsch Wikipedia

  • Günther Dehn — Günther Carl Dehn (* 18. April 1882 in Schwerin; † 17. März 1970 in Bonn) war ein evangelischer Pastor und praktischer Theologe. Er war Religiöser Sozialist, später illegaler Ausbilder in der Bekennenden Kirche und nach 1945 Professor für… …   Deutsch Wikipedia

  • Günther Dehn — Günther Carl Dehn (Schwerin, 1882 ― Bonn, 1970) est un pasteur évangélique allemand, spécialiste de théologie pratique. Se qualifiant de socialiste religieux sous la république de Weimar, il sera conduit plus tard, sous le régime nazi, à prendre… …   Wikipédia en Français

  • Gunther Ipsen — Gunther Karl Julius Ipsen (* 20. März 1899 in Innsbruck; † 29. Januar 1984 in Oberursel) war ein österreichischer Soziologe, Bevölkerungswissenschaftler und Professor für Philosophie. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Publikationen (Auswahl) …   Deutsch Wikipedia

  • Wilhelm Frick — als Angeklagter bei den Nürnberger Prozessen, 1946 Wilhelm Frick (* 12. März 1877 in Alsenz; † 16. Oktober 1946 in Nürnberg) war ein nationalsozialistischer Politiker und unter anderem von 1933 bis 1943 Reichsminister des Innern. Er spielte eine… …   Deutsch Wikipedia

  • Arnold von Brescia — Arnold von Brescia, Büste von G. Marini (1871) Arnold von Brescia (* um 1090 in Brescia; † 1155) war ein italienischer Regularkanoniker und Prediger. Im Hinblick auf eine Kirchenreform vertrat er die Auffassung, auch der Säkularklerus …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.