Zentralverband Gartenbau

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Der Zentralverband Gartenbau e. V. mit Hauptsitz in Bonn sowie jeweils einem Sitz am Standort Berlin und Brüssel ist als Zusammenschluss der gartenbaulichen Berufsorganisationen und Verbände die offizielle Interessenvertretung gartenbaulicher Unternehmen Deutschlands.

Offizielles Zeichen des ZVG ist das grüne G.

Inhaltsverzeichnis

Verbandsorganisation

Aufgaben/Ziele

Zu den wichtigsten Aufgaben des Zentralverbandes Gartenbau zählen:

  • Sicherung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessen aller Berufsangehörigen und Unternehmen des Gartenbaues, insbesondere bei der Gesetzgebung von Bund und EU.
  • Zusammenarbeit mit allen maßgeblichen Stellen von Staat und Wirtschaft sowie mit allen für den Gartenbau wichtigen Organisationen und Zusammenschlüssen.
  • Förderung von Aus- und Weiterbildung des gärtnerischen Berufsstandes: Der ZVG nimmt Einfluss auf die inhaltliche und organisatorische Gestaltung der Aus- und Fortbildung und unterstützt Lehre und Forschung. Koordination der bundesweiten Berufsnachwuchswerbung (www.beruf-gaertner.de).
  • Information der Mitglieder über alle für den Gartenbau wichtigen Entwicklungen. Dazu werden die Verbandszeitschrift „ZVG Gartenbau Report“, der ZVG-Pressedienst sowie die Website des Verbandes genutzt.
  • Förderung der technischen, kulturtechnischen und umweltbezogenen Entwicklungen im Gartenbau.
  • Auseinandersetzung mit den aktuellen rechtlichen, steuerlichen, sozialen, betriebswirtschaftlichen und umweltbezogenen Fragen im Gartenbau.
  • Ideelle Trägerschaft für die Bundesgartenschauen, die Beispiel für die fachgerechte Gestaltung einer lebenswerten Umwelt sind. Bundesgartenschauen stellen die Leistungsfähigkeit des gärtnerischen Berufsstandes dar und dienen als Leistungswettbewerb für die Gärtner.
  • Informationen an Medien und Öffentlichkeit über Beruf und Leistungen des Gärtners sowie über die Arbeit des Verbandes mittels ZVG-Pressedienst.
  • Beratung und Unterstützung der Mitgliedsbetriebe bei Marketing und Public Relations.
  • Ideelle Trägerschaft für die Internationale Pflanzenmesse in Essen (IPM).

Struktur

Verband der Verbände, so könnte man den Zentralverband Gartenbau beschreiben. Er ist Berufs- und Wirtschaftsverband zugleich. Als Zusammenschluss der gartenbaulichen Berufsorganisationen und Verbände in Deutschland ist er der Vertreter des Berufsstandes gegenüber der Bundesregierung, den Parteien, anderen Berufsgruppen und den Verbrauchern.

Landesverbände

  • Badischer Gartenbaubetriebe e.V.
  • Bayerischer Gärtnerei-Verband e.V.
  • Landesverband Gartenbau und Landwirtschaft Berlin e.V.
  • Landesverband Gartenbau Brandenburg e.V.
  • Hessischer Gärtnereiverband e.V.
  • Gartenbauverband Nord e.V.
  • Landesverband Gartenbau Rheinland e.V.
  • Landesverband Gartenbau Rheinland-Pfalz e.V.
  • Landesverband Gartenbau im Saarland e.V.
  • Landesverband Gartenbau Sachsen e.V.
  • Landesverband Gartenbau Sachsen-Anhalt e.V.
  • Landesverband Gartenbau Thüringen e.V.
  • Landesverband Gartenbau "Westfalen-Lippe" e.V.
  • Wirtschaftsverband Gartenbau e.V.
  • Württembergischer Gärtnereiverband e.V.
  • Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer e.V.

Bundesverbände, im ZVG-Vorstand repräsentiert

  • Bundesfachgruppe Obstbau
  • Bundesverband Zierpflanzen (BVZ)
  • Bund deutscher Baumschulen (BdB)
  • Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF)
  • Bundesfachgruppe Gemüse
  • Bundesverband Einzelhandelsgärtner (BVE)

weitere Fachverbände und Sondergruppen sind u.a.

  • Arbeitsgemeinschaft deutscher Junggärtner (AdJ)
  • Arbeitsgemeinschaft Friedhofsgärtner Genossenschaften und Treuhandstellen (ARGE)
  • Bund Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer e.V. (BDC)
  • Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla)
  • Bund deutscher Staudengärtner (BdS)
  • Bundesverband Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur e.V. (BHGL)
  • Deutsche Rasengesellschaft e.V. (DRG)
  • Fachgruppe Jungpflanzen
  • Fachverband Deutscher Floristen e.V. (FDF – Bundesverband)
  • Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur (FvRH)
  • Sondergruppe Azerca (Azaleen – Eriken – Callunen)
  • Verband Deutscher Garten-Center e.V.
  • Verband Deutscher Orchideenbetriebe e.V. (VDOB)

sonstige Mitglieder sind u.a.

  • Dauergrabpflege-Gesellschaft Deutscher Friedhofsgärtner mbH
  • Förderungsgesellschaft Gartenbau mbH (FGG)
  • INDEGA – Deutsche Produkte für den Gartenbau
  • Industrieverband Garten e.V. (IVG)
  • Verband Botanischer Gärten e.V.

Gremien

Die Mitgliederversammlung
Sie ist das höchste Gremium des Zentralverbandes Gartenbau und findet einmal jährlich im Rahmen des Deutschen Gartenbautages statt. Die Mitgliederversammlung legt die Richtlinien für die Politik des ZVG fest. Sie wählt den Präsidenten und die beiden Vizepräsidenten, nimmt die Rechnungsprüfungsberichte entgegen, erteilt Entlastung und genehmigt den Beitragshaushalt.

Die Mitgliederversammlung setzt ständige Arbeitsausschüsse ein und befindet über ihre Besetzung und Auflösung. In der Mitgliederversammlung sind die Mitglieder des Präsidiums, die Delegierten der Mitgliedsorganisationen, die Vorsitzenden der ständigen Arbeitsausschüsse und die Vertreter der fördernden Mitglieder (mit beratender Stimme) vertreten.

Das Präsidium

Im Bild von links: ZVG-Generalsekretär Dr. Scholz, ZVG Vizepräsident Jürgen Mertz, ZVG-Präsident Heinz Herker und ZVG-Vizepräsident Andreas Lohff. Foto: ZVG

Im Präsidium beraten die Präsidenten der Gartenbau-Landesverbände sowie die Vorsitzenden der Bundesfachverbände die Richtlinien für die berufspolitischen Anliegen im Gartenbau und legen diese fest.

Der Präsident und die beiden Vizepräsidenten werden von der Mitgliederversammlung für jeweils drei Jahre gewählt. Um die Kontinuität der Arbeit zu gewährleisten, steht jedes Jahr einer der drei Spitzenvertreter zur Wahl.

Vorstand/Geschäftsführender Vorstand
Der Vorstand ist das kleinste offizielle Gremium des ZVG. In ihm sind vertreten der Präsident, die beiden Vizepräsidenten sowie die Vorsitzenden der Fachsparten. Der Vorstand entscheidet über spartenübergreifende Fragen und koordiniert satzungsgemäß die Arbeit aller Organisationen und Gremien des ZVG.

Der Geschäftsführende Vorstand (GV) berät sich monatlich. Er besteht als Arbeitsgremium aus dem Präsident, den beiden Vizepräsidenten und dem Generalsekretär des ZVG. Der GV beschließt alle anstehenden tagespolitischen Anliegen.

Präsident: Heinz Herker
Vizepräsident: Andreas Lohff
Vizepräsident: Jürgen Mertz
Generalsekretär: Dr. Siegfried Scholz
Vorsitzende der Fachsparten:
Jürgen Herrmannsdörfer, Vorsitzender BVE
Heinrich Hiep, Vorsitzender BVZ
Lüder Nobbmann, Vorsitzender BdF
Karl-Heinz Plum, Präsident BdB
Gerhard Schulz, Vorsitzender Bundesfachgruppe Gemüsebau
Jens Stechmann, Vorsitzender Fachgruppe Obstbau

Heinz Herker, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), wurde am Deutschen Gatenbautag, 4./5. September 2009, auf der BUGA Schwerin von den Delegierten der ZVG-Mitgliederversammlung für die kommenden 3 Jahre in seinem Amt bestätigt.

Die Deutsche Blumenfee

Eine Amtszeit der Deutschen Blumenfee reicht über ein Jahr bis zum nächsten Deutschen Gartenbautag des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG). Die Deutsche Blumenfee fungiert für den gärtnerischen Berufsstand als Sympathieträgerin für Blumen und Grün in der breiten Öffentlichkeit. Nach der Liquidation der CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH 2009 stand das Amt in Frage und der Berufsstand entschied sich, es zu erhalten. Mitte 2010 rief daher erstmals der Zentralverband Gartenbau (ZVG) gemeinsam mit dem Werbeausschuss des Bundesverbandes Zierpflanzen (BVZ) und Bundesverband Einzelhandelsgärtner (BVE) kreative junge Frauen auf, sich für das Amt „Deutsche Blumenfee“ zu bewerben.

Arbeitsgebiete

Baumschule

Bäume und Sträucher prägen unsere Umgebung. Sie sind es, die Straßen, Plätzen, Gärten und Parks Atmosphäre verleihen und optische Akzente setzen. Gehölze zaubern „Grün“ in das triste „Grau“ der Städte. Auch dienen sie bei Rekultivierungsmaßnahmen von Abbauflächen, Deponien und Kiesgruben zur Wiederherstellung eines harmonischen Landschaftsbildes.

Um den Bedarf zu decken, müssen jährlich viele Millionen Laub- und Nadelgehölze in deutschen Baumschulen herangezogen werden. Zum Sortiment der Baumschulen gehören neben den Bäumen auch Zier-, Blüten- und Obstgehölze, sowie Bodendecker, Rosen, Hecken- und Kletterpflanzen. Hochqualifizierte Unternehmen produzieren und vermarkten die Pflanzen vom einjährigen Sämling bis zum mehrere Jahrzehnte alten Baum. Abnehmer für die herangezogenen Gehölze sind andere Baumschulen, Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus, Städte und Gemeinden sowie Gartencenter.

Eine bedeutende Abnehmergruppe sind außerdem die vielen Privatkunden mit ihren Haus- und Kleingärten. Garten-Baumschulen sind mit ihrem sehr breit angelegten Pflanzensortiment auf die Vermarktung an Privatkunden ausgerichtet. Betriebe mit einem sehr hohen Spezialisierungsgrad sind dagegen Forst- und Obstbaumschulen.

Der Baumschulgärtner ist Spezialist für die art- und fachgerechte Vermehrung und Kultur von Gehölzen. Trotz weitgehender Technisierung kommt es neben guten Fachkenntnissen dabei immer noch auf geschickte Handarbeit an (z.B. beim Veredeln). Regionale Ballungsräume mit einer sehr hohen Dichte an Baumschulen liegen im Kreis Pinneberg (Schleswig-Holstein), im Oldenburger Raum (Niedersachsen) und im Großraum Bonn (Nordrhein-Westfalen).

Berufliche Aufgabengebiete:

  • Baumschulquartiere und Containerflächen vermessen, anlegen und pflegen
  • Gehölze vermehren, veredeln und schneiden
  • Gehölze aufpflanzen und kultivieren
  • Boden mit Maschinen bearbeiten und pflegen
  • Gehölze ballieren, sortieren und kennzeichnen
  • Baumschulware präsentieren und verkaufen
  • Kunden beraten und informieren

Einzelhandelsgärtnerei

Eine Vielzahl von Produkten und Leistungen für seine Kunden hält der gärtnerische Fachhandel in seinen Gärtnereien und Baumschulen, Blumenfachgeschäften, Friedhofsgärtnereien und Gartencentern bereit. Mit fachkundiger Beratung lassen sich hier Lösungen für jeden Garten- oder Pflanzenwunsch finden. Von der standortgerechten Pflanzenauswahl, über Düngung und Pflanzenschutz bis hin zur Überwinterung und Kompostierung: Zu allen Fragen rund um Pflanze, Garten und Umwelt-erhalten Kunden vom Einzelhandelsgärtner wertvolle Informationen und nützliche Tipps.

Berufliche Aufgabengebiete:

  • Kunden beraten und informieren
  • Pflanzen und Zubehör verkaufen
  • Gefäßbepflanzung vornehmen
  • Pflanzen saisonal präsentieren
  • Dienst- und Serviceleistungen durchführen
  • Pflanzen einkaufen, aufbereiten und pflegen

Interessante Pflanzentipps und einen Gärtnereifinder unter dem folgenen Link:

Friedhofsgärtnerei

Friedhöfe stellen häufig die größte zusammenhängende Grünfläche in Städten dar. Sie sind Orte ohne Autos und Verkehrslärm. Denn neben ihrer Aufgabe, letzte Ruhestätte und Ort der Besinnung zu sein, sind Friedhöfe eine grüne Lunge für unsere Städte. Ohne sie wäre unsere Umwelt um viel grünes Leben ärmer und unsere Städte und Gemeinden damit um vieles grauer. Der Friedhofsgärtner findet hier ein vielseitiges Aufgabengebiet. Er übernimmt Planung, Anlage und Pflege von unterschiedlichen Grabstätten. Zunehmend wird auch die allgemeine Rahmengrünpflege auf den Friedhöfen übernommen.

Die Friedhofsgärtnereien sind spezialisiert auf das Anlegen und Bepflanzen von Grabstätten, die Grabpflege sowie das Erstellen von Grabschmuck und Dekorationen. Bei der Grabanlage und den jahreszeitlichen Wechselbepflanzungen kommt es auf die standortgerechte Pflanzenauswahl an. Viele Betriebe kultivieren einen Teil der Blumen und Pflanzen für die Grabgestaltung und die jahreszeitliche Wechselbepflanzung selbst. Spezielle Maschinen und Geräte erleichtern die Arbeiten im Betrieb und auf dem Friedhof.

Ein besonderes Angebot der Friedhofsgärtner ist die Dauergrabpflege: Wenn die Hinterbliebenen aus zeitlichen, örtlichen oder gesundheitlichen Gründen die Grabpflege nicht selbst bewältigen können, übergeben sie diese in einem mehrjährigen Vertrag an den Friedhofsgärtner. Zum Teil sorgen Kunden auch schon zu Lebzeiten vor und beauftragen einen Friedhofsgärtner ihres Vertrauens mit der späteren Grabpflege. Für Qualität und Sicherheit sorgen die Friedhofsgärtner-Genossenschaften und Treuhandstellen.

Friedhofsgärtner stehen den Bürgern im Trauerfall und darüber hinaus mit Rat und Tat zur Seite. Dies erfordert neben viel grünem Sachverstand auch ein besonderes Verständnis für andere Menschen.

Berufliche Aufgabengebiete:

  • Kunden beraten und betreuen
  • Pflanzen vermehren und heranziehen
  • Gräber gestalten, bepflanzen und pflegen
  • Kränze und Sträuße binden, Schalen bepflanzen, dekorieren
  • Pflanzen und Dienstleistungen verkaufen

Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau

Gärtner gestalten Umwelt, das wird beim Garten- und Landschaftsbau besonders deutlich. Garten- und Landschaftsgärtner sind das Bindeglied zwischen Natur und Technik. Sie nutzen die Möglichkeiten von beidem zur Verbesserung unserer unmittelbaren Lebensräume.

Die Betriebe des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus übernehmen den Bau und die Pflege von Außenanlagen aller Art. Hierzu gehören Hausgärten, Parks und andere Grünanlagen genauso wie Spiel- und Sportplätze, innerstädtisches Grün und Anlagen an den Verkehrswegen. Selbstverständlich werden auch die Begrünung von Dächern, Fassaden und Innenräumen, ein naturnaher Wasserbau sowie Maßnahmen zur Landschaftspflege, Rekultivierung und Baumsanierung vom Landschaftsgärtner durchgeführt. Zu den Auftraggebern gehören Kommunen, Wohnungs- und Siedlungsbaugesellschaften und die Industrie. Viele Privatpersonen beauftragen Landschaftsgärtner mit schwierigen und umfangreichen Gartenarbeiten. Dazu zählen die Baumpflege und –Sanierung, Das Verpflanzen großer Bäume, der Bau von Mauern, Treppen und Plätzen sowie die Anlage von Teichen. Und bei größeren Erdarbeiten kommt es schon einmal vor, dass auch ein Gärtner „Berge versetzt“.

Landschaftsgärtner haben sich besonders im Umwelt- und Naturschutz hervorgetan. Sie begrünen Dächer und Fassaden, betätigen sich in der Anlage und Pflege von Biotopen, führen wasserbauliche Maßnahmen durch und sind bei der Rekultivierung von Abbaugebieten, Deponien oder Kiesgruben aktiv.

Der Bedarf im Umweltbereich und damit an einer fachgerechten ökologischen Begrünung ist in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen. Landschaftsgärtner bauen das Grün.

Berufliche Aufgabengebiete:

  • Baustellen vorbereiten, einrichten und vermessen
  • Boden sanieren und pflegen
  • Be- und Entwässerungsarbeiten durchführen
  • Pflastern und befestigte Flächen herstellen
  • Stein-, Holz- und Metallarbeiten vornehmen
  • Gehölze, Stauden und Sommerblumen pflanzen
  • Rasen einsäen; Rollrasen fachgerecht verlegen
  • Pflanzbestände anlegen und pflegen
  • Naturschutz und Landschaftspflege

Gemüsebau

Vielfalt und Frische, das sind die beiden wichtigsten Ansprüche an Gemüse aus heimischer Ernte. Die Betriebe des deutschen Gemüsebaus versorgen die Verbraucher ganzjährig mit einem vielfältigen Angebot. Die Auswahl reicht von verschiedenen Kohlarten, Wurzel- und Knollengemüse bis hin zur reichhaltigen Palette verschiedener Kräuter und Salate sowie anderer schmackhafter Blatt- und Fruchtgemüse wie Grüne Bohnen, Tomaten oder Zucchini. Wachsender Beliebtheit erfreuen sich auch Spargel, Frischpilze sowie Heil- und Gewürzpflanzen.

Im Freiland und in Gewächshäusern sorgen die Gemüsegärtner für die richtige Anbauplanung, termingerechte Pflanzenvermehrung und die erforderlichen Kultur- und Pflegearbeiten. Das Gemüse wird marktgerecht aufbereitet, sortiert, verpackt, gekennzeichnet und gelagert. Der Frischabsatz im Gemüsebau erfolgt über Großmärkte, Genossenschaften und den Direktverkauf. Einige Betriebe arbeiten auch mit der Konservenindustrie oder Tiefkühl-Unternehmen zusammen.

Der kontrollierte Integrierte Anbau als umweltschonendes Kulturverfahren stellt hohe Anforderungen an das Wissen und Können der Gärtner im Gemüsebau. So wird z.B. im Pflanzenschutz verstärkt mit Nützlingen gearbeitet. Gemüsegärtner setzen für Aussaat und Pflanzung Unterglas und im Freiland moderne Geräte und Maschinen ein. Später bestimmen sie den idealen Erntezeitpunkt und bieten den Verbrauchern gesundes, frisches Gemüse auf kurzem Wege. Das Qualitätssicherungssystem garantiert Sicherheit von der Erzeugung bis zum Verbraucher.

Gemüseanbau findet in ganz Deutschland statt. Besonders umfangreiche Gemüseanbauflächen sind an der gesamten Rheinschiene zu finden. In der Vorderpfalz ist aufgrund der günstigen Klimabedingungen und guter Beregnungsmöglichkeiten besonders der Anbau von Frühgemüse verbreitet. Die Region Dithmarschen in Schleswig-Holstein ist für ihren großflächigen Kohlanbau bekannt.

Berufliche Aufgabengebiete:

  • Anbau von Gemüse planen
  • Boden mit Maschinen bearbeiten und pflegen
  • Gemüse aussäen und pflanzen
  • Jungpflanzen heranziehen
  • Gemüse unter Glas und im Freiland produzieren
  • Kultur- und Pflegemaßnahmen umweltschonend und bedarfsgerecht vornehmen
  • Ernten, sortieren und kennzeichnen
  • Gemüse verpacken, vermarkten und verkaufen

Obstbau

Vitamine braucht der Mensch. Und wer ist einer der Hauptlieferanten? Der Obstbau. In modernen Betrieben werden Kern-, Stein- und Beerenobst erzeugt wie z.B. Äpfel, Kirschen, Erdbeeren, Johannisbeeren und Pflaumen.

Gärtner im Obstbau setzen all ihr Wissen und Können ein, um das Obst umweltschonend zu erzeugen. Grundlage dafür ist der Integrierte Anbau, bei dem alle Kulturmaßnahmen optimal aufeinander abgestimmt sind. Zu einem qualitätsorientierten Anbau braucht der Obstbauer Kenntnisse über Anbausysteme, Sorteneigenschaften und Standortansprüche, Bodenpflege, bedarfsgerechte und umweltschonende Pflanzenschutz- und Düngemaßnahmen sowie gezielte Schnittmaßnahmen.

Moderne Technik sorgt für Erleichterung der im Obstbau anfallenden Arbeiten. Die Bodenvorbereitung und -Pflege wird mit spezielle Maschinen durchgeführt. Teilweise übernehmen Schüttelmaschinen die Ernte, z.B. zur Ernte von Pflaumen und Zwetschen. Der Apfel – die weitaus bedeutendste Obstart – kann aufgrund kleiner Baumformen ohne Leiter vom Boden aus geerntet werden. Anschließend geht es weiter in Sortier- und Abpackanlagen. Moderne Lagerverfahren ermöglichen „knackige Frische“ über Monate.

Über Genossenschaften und Erzeugerorganisationen gelangt der größte Anteil des in Deutschland geernteten Obstes in den Handel. Nur etwa ein Viertel der Haupterwerbsbetriebe verkaufen direkt an den Verbraucher.

Wichtige Anbaugebiete für Kernobst befinden sich an der NiedereIbe und am Bodensee. Beerenobst wird vor allem in Baden angebaut. Neben dem Marktobstanbau trägt auch der Streu- und Gartenobstanbau bisweilen mit erheblichen Mengen zur deutschen Obsterzeugung bei. Diese traditionelle Wirtschaftsform ist besonders in Baden-Württemberg weit verbreitet.

Berufliche Aufgabengebiete:

  • Pflanzflächen auswählen und vorbereiten
  • Boden maschinell bearbeiten und pflegen
  • Pflanzgut beurteilen und auswählen
  • Obstgehölze formieren, schneiden und veredeln
  • Obstanlagen pflegen
  • Obst ernten, aufbereiten und sortieren
  • Obst transportgerecht verpacken, vermarkten oder lagern
  • Kunden informieren und beraten

Staudengärtnerei

Mit Stauden holen wir ein Stück Natur in unsere Gärten. Sie sind heute überall zu finden: in Gärten und Parks, in Grünanlagen und auf Friedhöfen, im privaten wie im öffentlichen Bereich. Das breite Spektrum dieser ausdauernden, nicht verholzenden Pflanzen umfasst neben bekannten Prachtstauden wie Rittersporn und Iris auch das Reich der Gräser, Farne sowie der Sumpf- und Wasserpflanzen. In der Natur stellen sie den größten Anteil des Pflanzenreiches. Wen wundert es da, dass auch die Erzeugung heimischer Wildstauden für naturnahe Pflanzungen an Bedeutung gewinnt.

In den vergangenen Jahren spezialisierten sich immer mehr Gärtnereien auf die Kultur von Stauden. Staudengärtner verfügen über spezielle Fachkenntnisse über die Vermehrung und standortgerechte Verwendung von mehrjährig ausdauernden, überwiegend krautartigen Pflanzen. Sie beschäftigen sich mit den unterschiedlichen Bedürfnissen der Pflanzen an Licht, Wasser und Boden und kennen ihre vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten. Die Vermehrung der Stauden erfolgt durch Teilung, Stecklinge oder aus Saatgut.

Bei der Kultur der Pflanzen werden Staudengärtner durch moderne Technik unterstützt: Bewässern, Lüften und Heizen erfolgen meist schon per Knopfdruck. Auch bei der Bodenbearbeitung und Pflanzenpflege erleichtern zahlreiche technische Hilfsmittel die Arbeit. Doch im Mittelpunkt stehen gute Pflanzenkenntnisse, die die Staudengärtner auch zur Beratung ihrer Kunden einsetzen.

Neben den Privatkunden sind hauptsächlich Landschaftsgärtner, Kommunen und Gartencenter Abnehmer für Stauden.

Berufliche Aufgabengebiete:

  • Mutterpflanzen auswählen, aufpflanzen und pflegen
  • Stauden vermehren und bis zur Verkaufsreife kultivieren
  • Umweltgerechte und artspezifische Pflegemaßnahmen durchführen
  • Stauden für unterschiedliche Verwendungsbereiche auswählen, kennzeichnen und verpacken
  • Stauden präsentieren und verkaufen
  • Kunden informieren und beraten

Zierpflanzenbau

Es gibt sie nahezu in jedem Ort in Deutschland: Zierpflanzengärtnereien. Sie gehören sicherlich zu den bekanntesten Bereichen des Gartenbaus. Das ganze Jahr über werden hier blühende und grüne Topfpflanzen, Schnittblumen oder Beet- und Balkonpflanzen kultiviert. Die einzelnen Gärtnereien haben sich im Laufe der letzten Jahrzehnte immer stärker auf die Kultur bestimmter Pflanzengruppen spezialisiert. Zum Beispiel gibt es reine Jungpflanzen- und Hydrokultur-Betriebe.

Ein Zierpflanzengärtner hat genaue Kenntnisse über Zierpflanzen und ihre spezifischen Ansprüche. Er ist kreativ, hat Geschick im Umgang mit Pflanzen und ein gutes Gespür für den Kontakt zu anderen Menschen. Um die Verkaufsreife der Pflanzen termingerecht zu erreichen, nutzen die Gärtner moderne Technik. Klimaführung, Bewässerung, Düngung, Belichtung, Schattierung und Verdunkelung werden oft vollautomatisch gesteuert.

Nach Ernte und Aufbereitung sowie Sortierung und Kennzeichnung werden die verkaufsfertigen Zierpflanzen über Versteigerungen, Blumengroßmärkte und den Großhandel an die Blumenfachgeschäfte und andere Anbieter verkauft. Zahlreiche Zierpflanzenbaubetriebe vertreiben ihre Produkte zusätzlich in eigenen Verkaufseinrichtungen direkt an Privatkunden. Hier hat der Verbraucher die Möglichkeit, vom Fachmann selbst in allen Fragen rund um Deutschlands Hobby Nr. 1: „Lebendes Grün“ beraten zu werden. Schwerpunkte des Zierpflanzenbaus befinden sich in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen.

Berufliche Aufgabengebiete:

  • Zierpflanzen säen, pikieren, topfen und heranziehen
  • Erden und Substrate beurteilen und einsetzen
  • Zierpflanzen termingerecht und umweltschonend kultivieren
  • Moderne Technik einsetzen (z.B. Klimasteuerung)
  • Pflanzen auswählen, bewerten und sortieren
  • Zierpflanzen marktgerecht aufbereiten und verkaufen
  • Kunden informieren und beraten

Beruf Gärtner/In

Ausbildungs- und Karrierechancen

Gärtner – ein Beruf voller Leben!

Gärtner ein Beruf voller Leben ist ein zukunftsorientierter Wirtschaftszweig. Steigendes Ernährungs- und Umweltbewusstsein sind Herausforderungen an das Know-how der Gärtner in allen sieben Fachrichtungen.

Wer Gärtner werden möchte, sollte mindestens die Hauptschule erfolgreich abgeschlossen haben. Interesse an Natur und Umwelt, Spaß am Umgang mit Pflanzen und Menschen, Kreativität, handwerkliches Geschick sowie kaufmännisches und technisches Verständnis sind gute Voraussetzungen für diesen vielseitigen Beruf.

Die gärtnerische Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsbetrieben dauert drei Jahre. Eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung in einem anderen Beruf oder besondere Leistungen können sie verkürzen. Adressen der anerkannten Ausbildungsbetriebe sind bei den zuständigen Stellen oder den Verbänden (siehe Adressen) zu erfahren.

Fortbildungen zum Meister, Techniker oder ein Studium zum Diplomingenieur, Bachelor oder Master in Gartenbau und Landschaftsarchitektur eröffnen gute Karrierechancen.

In vielen Bereichen des Gartenbaus hat die Bedeutung von Handel und Dienstleistungen weiter zugenommen. Diesen Veränderungen will der Berufsstand auch in der gärtnerischen Berufsausbildung noch stärker Rechnung tragen und neue Ausbildungsplätze schaffen. Hierfür legen der Zentralverband Gartenbau (ZVG), die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) eine aktualisierte Empfehlung zur Ausschöpfung der gärtnerischen Ausbildungsordnung im Bereich „Verkaufen und Beraten“ vor.

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