Claudius

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Claudius
Claudius (Bronzeb√ľste, heute im Museo Arqueol√≥gico Nacional de Espa√Īa Madrid)

Tiberius Claudius Caesar Augustus Germanicus (vor seinem Herrschaftsantritt Tiberius Claudius Nero Germanicus; * 1. August 10 v. Chr. in Lugdunum, heute Lyon; † 13. Oktober 54 n. Chr.) war der vierte römische Kaiser der julisch-claudischen Dynastie. Er regierte vom 24. Januar 41 n. Chr. bis zu seinem Tod im Jahr 54. Geboren wurde er in Lugdunum als Sohn des Nero Claudius Drusus und der Antonia Minor. Er war der erste römische Kaiser, der außerhalb Italiens geboren wurde.

Claudius galt als aussichtsloser Kandidat auf die Nachfolge im Kaiseramt. Der Überlieferung zufolge litt er an physischen Gebrechen. Bevor ihn sein Neffe Caligula im Jahr 37 zum Konsul machte, wurde er von seiner Familie praktisch von allen öffentlichen Tätigkeiten ausgeschlossen. Sein schlechter Gesundheitszustand ersparte ihm wohl das Schicksal, das zahlreiche andere vornehme Römer ereilte, die den politischen Säuberungsaktionen während der Herrschaft des Tiberius und des Caligula zum Opfer fielen. So konnte er sich historischen Studien zuwenden.

Als letzter männlicher Erwachsener seiner Familie wurde Claudius nach Caligulas Ermordung zu dessen potenziellem Nachfolger. Er war der erste römische Kaiser, an dessen Erhebung das Militär wesentlichen Anteil hatte. Trotz seines Mangels an politischer Erfahrung erwies sich Claudius als fähiger Verwalter und entfaltete eine rege Bautätigkeit. In seine Herrschaftszeit fällt mit der Eroberung Britanniens die erste Erweiterung des Römischen Reiches seit der Zeit des Augustus.

Kaiser Claudius interessierte sich besonders f√ľr die r√∂mische Rechtsprechung, beispielsweise f√ľhrte er den Vorsitz in √∂ffentlichen Prozessen und gab bis zu 20 Verordnungen am Tag heraus. W√§hrend seiner gesamten Regierungszeit zeigte er sich besonders durch die Aristokratie verwundbar. Zahlreiche Senatoren wurden aus unterschiedlichen Gr√ľnden hingerichtet, teils im Zusammenhang mit Verschw√∂rungen, teils aufgrund von Parteibildungen und Intrigen in der Umgebung des Kaisers. Die antiken Geschichtsschreiber beschreiben Claudius vor seiner Zeit als Kaiser als einen verwahrlosten, kr√§nklichen und l√§cherlichen Mann; als Kaiser charakterisierte man ihn als ignorant und b√∂swillig. Die moderne Forschung kommt zu einem differenzierteren Urteil und w√ľrdigt Claudius auch als umsichtigen und f√§higen Herrscher.

Inhaltsverzeichnis

Anfänge

Persönlichkeit und Leiden

Portrait des Claudius in der Ny Carlsberg Glyptotek, Copenhagen

Claudius litt an einer L√§hmung, m√∂glicherweise Folge eines Geburtstraumas, und einem auff√§lligen Ma√ü an Unkontrolliertheit der Bewegungen sowie Stottern.[1] Der Biograf Sueton beschreibt dabei sehr ausf√ľhrlich die k√∂rperlichen Leiden des Claudius. Seine Knie waren schwach, gaben unter ihm nach, und sein Kopf zitterte. Er stammelte und seine Reden waren konfus. Wenn er aufgeregt war, lief seine Nase und sabberte er. Allerdings bemerkte Sueton wiederum, dass er k√∂rperlich nicht missgebildet sei und es ihm nicht an W√ľrde fehle, wenn er still stehe oder sitze.[2] Der Stoiker Seneca √§u√üerte in seiner Apocolocyntosis, dass Gestalt und Gang des Claudius nicht an ein Lebewesen erinnerten.[3] Bei Ver√§rgerung oder Stress verschlimmerten sich seine Symptome; sie verbesserten sich jedoch nach seiner Thronbesteigung.[4] Claudius selbst behauptete, dass er seine Leiden √ľbertrieben habe, um sich selbst zu sch√ľtzen.[5] Die antiken Historiker beschreiben Claudius au√üerdem charakterlich als einen gro√üz√ľgigen Mann, der spr√∂de Witze machte, unkontrolliert lachte und mit dem einfachen Volk zu Mittag speiste.[6] Andererseits wird er aber auch als blutr√ľnstig und grausam dargestellt, da er sowohl von Gladiatorenk√§mpfen als auch von Hinrichtungen √§u√üerst angetan war. So lie√ü er beispielsweise in seiner Gegenwart foltern und schaute gern Hinrichtungen zu, die nach gr√§sslichen archaischen Methoden vorgenommen wurden. F√ľr seine Zornanf√§lle, die ihm durchaus bewusst waren, entschuldigte er sich √∂ffentlich.[7] Au√üerdem war er √ľberaus vertrauensselig und damit von seinen Frauen und Freigelassenen leicht manipulierbar.[8] Andererseits wird er als paranoid, apathisch, dumm und leicht verwirrt beschrieben.[9] Die noch vorhandenen Werke des Claudius zeigen jedoch, dass er einerseits ein intelligenter und belesener Gelehrter war und andererseits ein gewissenhafter Verwalter, der Wert auf Sorgfalt und Gerechtigkeit legte. Sein Charakter ist demnach widerspr√ľchlich und r√§tselhaft.

Herkunft und Jugend

Statue des Claudius in den Vatikanischen Museen

Claudius wurde am 1. August 10 v. Chr., angeblich am Jahrestag der Weihung des √∂rtlichen Augustus-Altars, als Tiberius Claudius Drusus in Lugdunum geboren. Seine Eltern waren Drusus und Antonia Minor. Claudius hatte mit Germanicus und Livilla zwei √§ltere Geschwister. Au√üerdem hatte Antonia noch zwei weitere Kinder, diese starben jedoch fr√ľh. Seine Gro√üeltern m√ľtterlicherseits waren Marcus Antonius und Octavia Minor, die Schwester des Kaisers Augustus. Seine Gro√üeltern v√§terlicherseits waren Augustus‚Äô dritte Ehefrau Livia Drusilla, und Tiberius Claudius Nero. W√§hrend seiner Herrschaft lie√ü Claudius wiederholt das Ger√ľcht streuen, dass sein Vater Drusus der uneheliche Sohn des Augustus war. Im Jahr 9 v. Chr. starb Drusus unerwartet an den Folgen eines Sturzes vom Pferd. Claudius wurde von seiner Mutter aufgezogen, die nie wieder heiratete. Das Verh√§ltnis zu seiner Familie verschlechterte sich, je offensichtlicher Claudius‚Äô Leiden wurden. Antonia schilderte ihn als ein Ungeheuer, das die Natur begonnen, aber nicht vollendet habe. Sie scheint ihren Sohn f√ľr einige Jahre seiner Gro√ümutter Livia √ľbergeben zu haben.[10] Livia war kaum freundlicher, denn sie sprach mit ihm wenig und √ľbte Kritik nur in schriftlicher Form.[11] Da man glaubte, dass sein Zustand an Faulheit und einem Mangel an Willensst√§rke liege, kam er schlie√ülich unter die Obhut eines ehemaligen Aufsehers f√ľr Lasttierknechte, [12] um diszipliniert zu werden.

Nachdem er in dieser Weise seine Jugend verbracht hatte, nahmen die Symptome anscheinend ab, und seine Familie erkannte sein Interesse f√ľr Geschichte. Im Jahr 7 wurde Titus Livius zusammen mit Sulpicius Flavus an den Hof berufen, um Claudius in Geschichte zu unterrichten. Er verbrachte fortan viel Zeit mit Flavus und dem Philosophen Athenodoros Kananites. Nach einem Brief des Augustus war jener von der rhetorischen Gewandtheit des Claudius √ľberrascht.[13] Die Erwartungen an Claudius bez√ľglich seiner Zukunft stiegen. Nach einer Vermutung von Vincent Scramuzza war es jedoch ausgerechnet seine Arbeit als Nachwuchshistoriker, die seine fr√ľhe politische Karriere zerst√∂rt habe. Seine Arbeit an einem Geschichtswerk √ľber die R√∂mischen B√ľrgerkriege nach dem Tod Caesars brach er nach zwei B√ľchern ab, weil es politisch zu brisant war.[14] Der Zeitpunkt f√ľr ein solches Geschichtswerk war wohl zu fr√ľh, denn es d√ľrfte Augustus daran erinnert haben, dass Claudius der Nachkomme des Marcus Antonius war. Seine Mutter und seine Gro√ümutter beendeten recht bald seine schriftstellerischen Ambitionen. Die Kaiserfamilie traute ihm nicht zu, an der Spitze der Gesellschaft zu stehen. Als Claudius sich sp√§ter wieder seiner Historikert√§tigkeit widmete, √ľberging er die B√ľrgerkriege und das zweite Triumvirat.

Trotzdem blieb das Ansehen des Claudius besch√§digt, und die Familie hielt ihn im Hintergrund. Als im Jahr 8 der Triumphbogen von Pavia errichtet wurde, um das Kaiserhaus zu ehren, wurde Claudius‚Äô Name (jetzt Tiberius Claudius Nero Germanicus) nur am Rand eingeschrieben ‚Äď hinter den verstorbenen Gaius und Lucius Caesar sowie den Kindern des Germanicus. In der Forschung wurde dar√ľber spekuliert, dass die Inschrift Jahrzehnte sp√§ter von Claudius selbst angebracht worden sein k√∂nnte.[15]

Als Augustus im Jahre 14 n. Chr. starb, appellierte Claudius als 23-j√§hriger an seinen Onkel Tiberius, ihm Eintritt in den cursus honorum, die politische Laufbahn, zu gew√§hren. Der neue Kaiser Tiberius verlieh Claudius zwar die ornamenta consularia (konsularische Ehrungen),[16] vereitelte jedoch einen Senatsbeschluss, der Claudius das Recht gew√§hren sollte, sein Votum unter den Consularen abzugeben. Da Tiberius ihm ebenso wie Augustus kein √∂ffentliches Amt zugestand, gab Claudius die Hoffnung auf eine √∂ffentliche T√§tigkeit auf und verbrachte Tiberius' √ľbrige Regierungszeit auf seinen Landg√ľtern bei Rom und in Campanien.

Trotz der Verachtung der kaiserlichen Familie scheint Claudius sehr fr√ľh in der √Ėffentlichkeit respektiert worden zu sein. Nach dem Tod des Augustus w√§hlten die Equites Claudius mehrmals zu ihrem Repr√§sentanten. Als sein Haus niederbrannte, forderte der Senat, es aus √∂ffentlichen Ausgaben wieder aufbauen zu lassen. Es gab sogar die Forderung, Claudius zu erlauben, im Senat zu debattieren. Obwohl Tiberius dies ablehnte, √§nderte sich die √∂ffentliche Einstellung zu Claudius nicht. Unmittelbar nach dem Tod von Tiberius‚Äô Sohn Drusus wurde Claudius von bestimmten Senatsfraktionen als m√∂glicher Erbe benannt, was verdeutlicht, dass Claudius politische Ambitionen hatte, obwohl er vom √∂ffentlichen Leben ausgeschlossen war. Tats√§chlich wurde Claudius jedoch in seinen politischen Einflussm√∂glichkeiten weiter zur√ľckgestellt.

Nach dem Tod des Tiberius bemerkte der neue Kaiser Caligula, dass sein Onkel Claudius politisch n√ľtzlich sein k√∂nnte. Er bestimmte ihn im Jahr 37 zu seinem Mitkonsul, um dabei an seinen verstorbenen Vater Germanicus zu erinnern. Trotzdem wurde Claudius auch von Caligula gedem√ľtigt,[17] der ihn verspottete, enorme finanzielle Summen von ihm forderte oder ihn vor dem Senat l√§cherlich machte.[18]

Der Prinzipat des Claudius

Regierungsantritt

Am 24. Januar 41 wurde Caligula im Rahmen einer umfassenden Verschw√∂rung, in die der Pr√§torianer Cassius Chaerea und zahlreiche Senatoren verwickelt waren, umgebracht. Es ist nicht erwiesen, ob Claudius am Attentat beteiligt war, obwohl er vom Komplott gewusst haben musste, vor allem weil er kurz zuvor den Ort des Verbrechens verlassen hatte.[19] Nach dem Tod der Caesonia, der Frau Caligulas, und ihrer Tochter war es offensichtlich n√∂tig, √ľber die Verschw√∂rung hinaus die ganze kaiserliche Familie auszul√∂schen. In dem Chaos im Anschluss an den Mord an Caligula floh Claudius zum Palast, um sein Leben zu retten. Nach der √úberlieferung wurde Claudius vom Pr√§torianer Gratus versteckt hinter einem Vorhang gefunden und schlie√ülich zum Kaiser ausgerufen.[20] Ein Teil der Wache k√∂nnte vorher geplant haben, Claudius als k√ľnftigen Kaiser zu erw√§hlen, m√∂glicherweise sogar mit seiner Zustimmung. Diese Pr√§torianer versicherten ihm, dass sie nicht eines der Bataillone seien, die nach Rache suchten. Claudius wurde in das Lager der Pr√§torianer gebracht und unter ihren Schutz gestellt. Er ma√ü der Schutzhaft im Pr√§torianerlager gro√üe Bedeutung bei und zeigte dies auch einige Zeit sp√§ter in einer M√ľnzpr√§gung, die an jenen Vorgang erinnerte.

B√ľste des Claudius als Jupiter

Der Senat trat zusammen und begann √ľber die neue Regierung zu beraten, was schlie√ülich zu einem Streit f√ľhrte, wer der neue Princeps sein solle. Im Senat gab es gar den Vorschlag, die restlichen Mitglieder des Kaiserhauses zu beseitigen und die Republik wieder herzustellen. Als die Senatoren erfuhren, dass Claudius in Frage komme, forderten sie ihn auf, ihnen seine Zustimmung mitzuteilen, aber Claudius lehnte dies ab, da er um die Gefahren wusste, die eine Einwilligung mit sich bringen w√ľrde. Der j√ľdische Historiker Flavius Josephus[21] berichtet, dass Claudius in seinen T√§tigkeiten durch den j√ľdischen K√∂nig Herodes Agrippa beeinflusst wurde. Obwohl eine fr√ľhere Darstellung des Josephus den Einfluss des Herodes Agrippa bei der Thronbesteigung des Claudius herunterspielt,[22] ist es letztlich ungewiss, in welcher Weise Claudius bei der Thronbesteigung von Agrippa unterst√ľtzt wurde. Claudius wurde von den Pr√§torianern als Imperator akklamiert. Schlie√ülich stimmte der Senat am 25. Januar seiner Macht√ľbernahme zu.

Eine darauffolgende Amnestie des Claudius, von der nur die unmittelbaren M√∂rder ausgenommen waren, schuf Voraussetzungen zum Abbau der Spannungen. Obwohl er nicht zulie√ü, dass der Senat die damnatio memoriae √ľber Caligula verh√§ngte, lie√ü er dennoch alle Statuen Caligulas beseitigen. Claudius erhielt mit der tribunicia potestas und dem imperium proconsulare unmittelbar nach Herrschaftsantritt die √ľblichen Rechte des Princeps.

Claudius unternahm zahlreiche Schritte, um seine Herrschaft gegen√ľber potenziellen Usurpatoren zu legitimieren, indem er den meisten einen Platz in der julisch-claudischen Familie zuwies. Er √ľbernahm den Namen ‚ÄěCaesar‚Äú als Cognomen, der immer noch gro√üe Bedeutung in der Bev√∂lkerung hatte. Ebenso wie seine beiden Vorg√§nger nahm er den Namen ‚ÄěAugustus‚Äú an. Den Ehrenbeinamen ‚ÄěGermanicus‚Äú behielt er, um seine Verbindungen zum beliebten Bruder zu verdeutlichen. In seiner Politik versuchte er seine Legitimit√§t durch demonstrative Ankn√ľpfung an Augustus zu untermauern. So divinisierte er gleich nach seinem Regierungsantritt die im Jahre 29 verstorbene Livia, um ihre Position als Frau des verg√∂ttlichten Augustus hervorzuheben. Oft verwendete er die Bezeichnung filius Drusi (‚ÄěSohn des Drusus‚Äú) in seinen Titeln, um das Volk an seinen legend√§ren Vater zu erinnern.

Claudius war der erste Princeps, der nicht vom Senat, sondern von der Pr√§torianergarde als Kaiser proklamiert wurde. Indem er jedem Mann der Garde ein Donativ von 15.000 Sesterzen versprach, war er auch der erste Kaiser, der sich durch Bestechung die Loyalit√§t des Heeres sicherte. Da Tiberius und Augustus dem Heer in ihren Testamenten Geldgeschenke zugesagt hatten, wurden diese wohl auch nach dem Tod des Caligula erwartet, wenngleich die testamentarische Verf√ľgung des Caligula dazu nicht bekannt ist. Claudius zeigte sich au√üerdem dankbar gegen√ľber den Pr√§torianern, indem er ihre Rolle bei der Kaisererhebung auf M√ľnzen herausstellte.

Verhältnis zum Senat

Obwohl der Senat Claudius nach seiner Akklamation durch die Pr√§torianer zun√§chst zum Staatsfeind erkl√§rt hatte, bem√ľhte sich Claudius, durch Entgegenkommen eine Zusammenarbeit zu erm√∂glichen. So beteiligte er den Senat demonstrativ an Entscheidungen, schaffte die verhassten Majest√§tsprozesse ab und behandelte die Senatoren bewusst wie Standesgenossen. Ebenso versuchte er durch h√∂fliche Umgangsformen mit dem Senat dieses Ziel zu erreichen; so sa√ü er w√§hrend der regul√§ren Sitzungsperioden unter den Senatoren und sprach nur, wenn er an der Reihe war. Viele Senatoren wurden von Claudius mit den ornamenta triumphalia ausgezeichnet. Die zahlreichen Suffektkonsulate sollten das Verh√§ltnis zwischen ihm und den Senat entspannen, hierzu geh√∂rt auch ein zweites Konsulat an besonders wichtige Senatoren. So wurde Lucius Vitellius, der mit Claudius im Jahr 47/48 die Zensur √ľbernahm, sogar dreimal Konsul. Die r√∂mischen Provinzen Macedonia und Achaea wurden dem Senat zur√ľckgegeben. Der Senat durfte au√üerdem das erste Mal seit Augustus wieder M√ľnzen mit Bronzepr√§gungen emittieren lassen.

Beim Ausschluss von Senatoren aus dem Senat war Claudius ebenso r√ľcksichtsvoll wie Augustus,[23] da er versuchte, die entlassenen Senatoren gleichzeitig durch geeignete M√§nner aus den Provinzen zu ersetzen. Eine 1528 in Lyon gefundene Bronzetafel enth√§lt eine Rede des Claudius, in der er den Wunsch vortr√§gt, gallische Aristokraten in den Senat aufzunehmen.[24] In dieser Rede - von Tacitus in einer bearbeiteten Version √ľberliefert[25] - √§u√üert sich Claudius ehrfurchtsvoll, aber kritisch dar√ľber, dass der Senat diese Provinzialen verachtete. Claudius erh√∂hte au√üerdem die Zahl der Patrizier, indem er als Reaktion auf ihre schwindende Anzahl in der adligen Gesellschaft weitere Familien hinzuf√ľgte. Hierin folgte er dem Vorbild von Lucius Iunius Brutus und Gaius Iulius Caesar.

Trotz dieser Ma√ünahmen blieben viele Senatoren Claudius gegen√ľber feindlich eingestellt.[26] Diese Feindschaft war derart nachhaltig, dass Claudius den Senat nie ohne Schutztruppe betrat und sich gezwungen sah, den Senat zu reduzieren, um ein effektives Arbeiten zu erm√∂glichen. Der Hass vieler Senatoren fand ihren Ausdruck in Senecas Apocolocyntosis. Indem Claudius die Macht zunehmend zentralisierte, dr√§ngte der Kaiser den Senat aus seiner Machtposition und f√∂rderte stattdessen seine gut organisierte Reichsverwaltung. Dementsprechend wurde die Verwaltung Ostias einem Prokurator √ľbergeben, nachdem der Hafen von Ostia vollendet worden war. Die Finanzpolitik wurde √ľberwiegend ritterlichen Prokuratoren oder Freigelassenen √ľbertragen, die er daf√ľr ehrte. So erhielt sein Freigelassener Pallas die ornamenta praetoria, eine exklusive W√ľrdigung, die Senatoren vorbehalten war.[27] Diese Politik f√ľhrte zu weiteren Verstimmungen in der Oberschicht, die argw√∂hnte, dass die Freigelassenen den Kaiser beherrschten.

W√§hrend der Herrschaft des Claudius gab es daher mehrere Putschversuche, in deren Folge zahlreiche Senatoren hingerichtet wurden. So wurde der Senator Gaius Appius Iunius Silanus unter unklaren Umst√§nden zu Anfang der Herrschaft des Claudius hingerichtet. Kurz darauf kam es zu einer gro√üen Rebellion der Senatoren unter der Leitung von Scribonianus, dem Statthalter von Dalmatien, der mit seinen zwei Legionen von Claudius abfiel. Der Aufstand brach allerdings nach wenigen Tagen zusammen, weil Scribonianus von seinen Truppen verlassen und auf der Flucht get√∂tet wurde. Zahlreiche andere Senatoren wurden aus unterschiedlichen Gr√ľnden hingerichtet, manchmal in Zusammenhang mit Verschw√∂rungen, manchmal wegen Intrigen und K√§mpfen in der engeren Umgebung.

Silber-Denar des Claudius

Der Schwiegersohn des Claudius, Pompeius Magnus, wurde f√ľr seine Teilnahme an einer Verschw√∂rung zusammen mit seinem Vater Crassus Frugi exekutiert. In ein anderes Komplott waren die Konsularen Lusius Saturninus, Cornelius Lupus und Pompeius Pedo verwickelt. Im Jahr 46 wurden Asinius Gallus, der Enkel des Gaius Asinius Pollio, und Statilius Corvinus wegen Verrats in die Verbannung geschickt, wobei zahlreiche Freigelassene des Claudius an der Intrige beteiligt waren.

Der Konsul Valerius Asiaticus wurde 47 beschuldigt, Verbindungen zu gallischen Potentaten aufgenommen zu haben, um gegen Claudius zu putschen. Im Schnellverfahren wurde er durch Publius Suillius Rufus vor Claudius angeklagt und verurteilt. Claudius gestand ihm die Wahl der Todesart zu, worauf Asiaticus sich die Pulsadern aufschneiden lie√ü. Die Anschuldigungen wurden von Claudius' Ehefrau Messalina gestreut, da er ihr Liebhaber nicht werden wollte. Asiaticus war wohl an Caligulas Ermordung beteiligt und hegte vielleicht selbst Ambitionen auf den Kaiserthron. Claudius selbst k√∂nnte sich von ihm daher in seiner Macht bedroht gef√ľhlt haben, so dass er ihn bei einer g√ľnstigen Gelegenheit beseitigen lassen wollte. In seiner Rede √ľber die Gallier spricht Claudius ein Jahr sp√§ter mit gr√∂√üter Verachtung √ľber Asiaticus.

Die meisten dieser Verschw√∂rungen erhoben sich, bevor Claudius Zensor wurde. Da er durch das Zensorenamt Senatoren aus dem Senat ausschlie√üen konnte, d√ľrfte er somit veranlasst gewesen sein, sich nun die senatorischen Parteinahmen genauer anzusehen. Suetonius berichtet, dass insgesamt 35 Senatoren und 300 Ritter f√ľr ihr Handeln w√§hrend der Regierung des Claudius hingerichtet worden seien.[28] Die vielen Verschw√∂rungen belasteten das Verh√§ltnis zwischen Senat und Kaiser zus√§tzlich.

Rechtspolitik

In seiner Regierungszeit machte Claudius die Gerichtsbarkeit zu einer der Hauptaufgaben des Prinzipats.[29] Viele Rechtsangelegenheiten beurteilte er in seiner Amtszeit selbst. Als Richter soll Claudius unvorhersehbare und willk√ľrliche, manchmal auch l√§cherliche Urteile gef√§llt haben.[30] Zudem war er leicht beeinflussbar. Die Gerichtsferien verlegte er in den Winter. Claudius verabschiedete auch ein Gesetz, das die Kl√§ger aufforderte, sich in der Stadt Rom aufzuhalten, w√§hrend ihre F√§lle in Bearbeitung waren, wozu vorher nur die Angeklagten verpflichtet waren. Diese Ma√ünahmen sollten dazu beitragen, die Prozessdetails besser kl√§ren zu k√∂nnen. Das Mindestalter f√ľr Geschworene wurde auf 25 angehoben, um zu gew√§hrleisten, dass die Geschworenen m√∂glichst erfahren waren. Im Jahr 53 wurde in den senatorischen Provinzen die Zivilgerichtsbarkeit in Steuerangelegenheiten von den Prokonsuln auf die kaiserlichen Prokuratoren √ľbertragen.

Claudius gab zahlreiche Verordnungen heraus, die von medizinischen Ratschl√§gen bis zu moralischen Urteilen reichten. Bekannt sind die beiden Beispiele: ‚ÄěEibensaft ist ein h√∂chst wirksames Mittel gegen Schlangenbisse‚Äú und ‚ÄěIn diesem Jahr ist die Weinernte besonders reichlich, deshalb muss jedermann seine Weinkr√ľge gut auspichen.‚Äú Ber√ľhmt ist sein Erlass √ľber den Umgang mit erkrankten Sklaven. Die Sklavenhalter setzten kr√§nkelnde Sklaven am Tempel des Aesculapius zum Sterben aus, allerdings wollten sie die Sklaven zur√ľckhaben, wenn diese √ľberlebten. Claudius verf√ľgte, dass Sklaven, die sich wieder erholten, frei seien. Au√üerdem wurden Sklavenhalter, die Sklaven lieber t√∂teten, als die F√ľrsorge f√ľr sie zu √ľbernehmen, als M√∂rder verurteilt.

B√ľrgerrechtspolitik

Ein Untersuchungsbeamter des Claudius entdeckte, dass viele angeblich alteingesessene r√∂mische B√ľrger mit Wohnsitz in der heutigen Stadt Trento in Wirklichkeit das B√ľrgerrecht gar nicht besa√üen. Der Kaiser lie√ü daraufhin verlauten, dass sie k√ľnftig als Inhaber des B√ľrgerrechts gelten sollten, da eine Annullierung ihres B√ľrgerrechtsstatus gr√∂√üere Probleme verursacht h√§tte. Allerdings bestrafte Claudius in Einzelf√§llen die widerrechtliche Anma√üung des B√ľrgerrechts schwer und sprach darauf die Todesstrafe aus. Auch wurde jeder Freigelassene, der √ľberf√ľhrt wurde, Angeh√∂rige des Ritterstandes in Leibeigenschaft zu halten, zur Bestrafung wieder in die Sklaverei verkauft.

Im Jahr 48 f√ľhrte Claudius einen Zensus durch, bei dem 5.984.072 r√∂mische B√ľrger gez√§hlt wurden,[31] was einen Anstieg um eine Million gegen√ľber dem letzten von Augustus durchgef√ľhrten Zensus bedeutete. Diese erh√∂hte B√ľrgerzahl l√§sst sich daraus erkl√§ren, dass mehrere r√∂mischer Kolonien mit Neub√ľrgern gegr√ľndet wurden und die Verleihung des r√∂mischen B√ľrgerrechts an Provinziale intensiv gef√∂rdert wurde. Besonders die Gallier, Spanier, Griechen und auch die Britannier wurden mit dem r√∂mischen B√ľrgerrecht bedacht. Die zeitgen√∂ssische Kritik √§u√üerte, dass Claudius wahllos und in gewaltigem Ausma√ü Provinzialen das B√ľrgerrecht verliehen habe.[32] Claudius berief sich bei Verleihungen zwar auf Augustus und Tiberius, nahm sie aber weit h√§ufiger als seine Vorg√§nger vor. Im Westen wie im Osten trugen zahlreiche Personen den Namen Ti. Claudius. Ebenso scheint sich mit Claudius die Vergabe des B√ľrgerrechts an Auxiliarsoldaten nach 25 Jahren Dienst endg√ľltig durchgesetzt zu haben, da die ersten Milit√§rdiplome aus dem Jahr 52 stammen, in denen die Verleihung der civitas Romana dokumentiert wurde.[33]

Bautätigkeiten

Die Porta Maggiore in Rom

Claudius begann zahlreiche √∂ffentliche Baut√§tigkeiten, sowohl in der Hauptstadt als auch in den Provinzen. Er baute zwei Aqu√§dukte: die von Caligula begonnene Aqua Claudia und den Anio Novus. Diese wurden 52 in Rom vollendet, und sie trafen sich an der ber√ľhmten Porta Maggiore. Au√üerdem stellte er mit der Aqua Virgo einen dritten Aqu√§dukt wieder her.

Besondere Aufmerksamkeit widmete Claudius den Verkehrswegen. In ganz Italien und den Provinzen lie√ü er Stra√üen und Kan√§le bauen. So lie√ü er einen gro√üen Kanal vom Rhein bis zum Meer graben. In Italien wurde die Verbindung nach R√§tien ausgebaut, w√§hrend zur Adria hin die via Claudia angelegt wurde. In Rom baute er einen schiffbaren Kanal, der den Tiber mit seinen neuen Hafen Portus Romae verbinden sollte. Diese Hafenstadt wurde in einem Halbkreis mit zwei Molen und einem Leuchtturm an seiner √Ėffnung konstruiert. Die k√ľnstliche Hafenanlage sollte die √úberschwemmungen in Rom eind√§mmen, aber auch der besseren Getreideversorgung dienen. Zus√§tzlich war die k√ľnstliche Hafenanlage dazu gedacht, den Getreideh√§ndlern zu erm√∂glichen, auch au√üerhalb der Schifffahrtssaison nach √Ągypten zu reisen. Den Seeleuten garantierte Claudius besondere Privilegien, wie das B√ľrgerrecht und die Befreiung von der Lex Papia Poppaea, ein Gesetz, das die Heirat regulierte. Au√üerdem schaffte Claudius die Nahrungsmittelsteuer ab, die Caligula eingef√ľhrt hatte, und verringerte die Steuern f√ľr Gemeinden, die von D√ľrre oder Hunger betroffen waren.

In Italien versuchte er die Gesamtfl√§che des anbauf√§higen Landes zu erh√∂hen. Durch die Trockenlegung des Fuciner Sees wollte er die Landwirtschaft in Italien f√∂rdern, indem er den naheliegenden Fluss das ganze Jahr √ľber schiffbar machte. Dazu sollte ein Tunnel durch das Seebett gegraben werden, doch der Plan schlug fehl. Der Tunnel war nicht gro√ü genug, um so viel Wasser zu tragen. Die Trockenlegung eines Flusses wurde von vielen Herrschern, unter anderem von Trajan und Hadrian und im Mittelalter von Kaiser Friedrich II., in Erw√§gung gezogen. Erst im 19. Jahrhundert gelang es Alessandro Torlonia, einen ersten Tunnel erfolgreich auszubauen, allerdings dreimal so gro√ü wie von Claudius geplant.

Die Bauten von Staatsdenkm√§lern unter Claudius weisen in Vergleich zu seinen Vorg√§ngern zwei √Ąnderungen auf. Zum einem finden sich an verschiedenen Orten sehr viel aufw√§ndigere Denkm√§ler mit reichem Reliefschmuck als fr√ľher und zum anderen erscheint der Kaiser besonders h√§ufig mit Augustus verbunden. Da es f√ľr Claudius wichtig war, sich dynastisch zu legitimieren, stellte er sich bewusst in die Nachfolge des Augustus.[34]

Religionspolitik

Sesterz des Claudius

In seiner Religionspolitik orientierte Claudius sich an Augustus. Im Gegensatz zur Selbstverg√∂tterung seines Vorg√§ngers Caligula war Claudius ma√üvoll und umg√§nglich in seinem Auftreten und lehnte alle √ľbertriebenen Huldigungen ab. F√ľr sich selbst beanspruchte Claudius lediglich die √ľblichen Amtstitel. Auch bei der F√∂rderung von Kulten sah er Augustus als sein Vorbild an und teilte mit ihm dementsprechend die Vorliebe f√ľr Altr√∂misches. √Ąhnlich wie Augustus lehnte Claudius es zwar grunds√§tzlich ab, als Gott verehrt zu werden, erlaubte aber genauso viele Ausnahmen, wie Augustus und Tiberius dies getan hatten. In seinem Brief an die Alexandriner kurz nach seiner Thronbesteigung vom 10. November 41[35] verweigerte er eine Anfrage der alexandrinischen Griechen, seiner G√∂ttlichkeit einen Tempel zu widmen, da er der Auffassung war, dass nur G√∂tter neue G√∂tter ausw√§hlen k√∂nnten. Damit r√ľckte er von der Selbstverg√∂tterung Caligulas ab, die zu massiven Konflikten zwischen Juden und Griechen gef√ľhrt hatte.

Auch einige alte Feste wurden von Claudius wieder eingef√ľhrt, w√§hrend diejenigen religi√∂sen Feiern, die Caligula hinzugef√ľgt hatte, aufgehoben und stattdessen alte Br√§uche und Sprachen wieder reaktiviert wurden. Claudius lie√ü die S√§kularspiele im Jahre 47 zum 800. Geburtstag des Bestehens der Stadt Rom abhalten ‚Äď nur 64 Jahre, nachdem sie zum letzten Mal stattgefunden hatten und zwar mit der Begr√ľndung, dass Augustus seine S√§kularfeier vorzeitig veranstaltet habe und ohne den sakralrechtlich festgelegten Zeitpunkt abzuwarten.[36] Im Jahr 52 lie√ü Claudius auf dem Fuciner See eine Naumachie veranstalten, die als die gr√∂√üte Inszenierung einer Seeschlacht in der Geschichte gilt.

Claudius war wegen der Ausbreitung orientalischer Mysterienreligionen innerhalb der Stadt Rom beunruhigt und versuchte sie durch r√∂mische Kulte zu ersetzen. So f√∂rderte er die Mysterien von Eleusis, die w√§hrend der r√∂mischen Republik abgehalten worden waren. Seine konservative Religionspolitik zeigte sich auch an der Vertreibung fremder Astrologen, wobei er als Ersatz in Gestalt der Haruspices alte r√∂mische Wahrsager rehabilitierte. Besonders energisch ging er mit einem Verbot gegen das Druidentum vor. √úber die Gr√ľnde f√ľr dessen Unterdr√ľckung kann bis heute nur spekuliert werden.[37] Proselytismus bek√§mpfte Claudius bei jeder Religion, auch in Gegenden, wo er den Urbewohnern erlaubte, frei zu beten.

Die Quellen bieten unterschiedliche Aussagen hinsichtlich der Ma√ünahmen des Claudius gegen√ľber den in Rom lebenden Juden. Cassius Dio berichtet, dass aufgrund ihrer gro√üen Anzahl die Juden nicht ausgewiesen werden konnten und Claudius deshalb nur ihre Versammlung verboten habe.[38] Hingegen berichtet Sueton, dass Claudius die Juden aus Rom vertrieben habe, weil sie durch einen gewissen Chrestos zur Unruhe angestiftet worden seien.[39] Die Aufst√§nde in Alexandrien zwischen Juden und Griechen in seiner fr√ľhen Regierungszeit versuchte er durch einen Befriedungsversuch zu beschwichtigen, indem er einerseits der j√ľdischen Bev√∂lkerung das alexandrinische B√ľrgerrecht verweigerte, sie andererseits jedoch vor den √úbergriffen der Alexandriner sch√ľtzte und beide Seiten zum Gewaltverzicht aufrief. Ferner best√§tigte er Privilegien f√ľr alle j√ľdischen Gemeinden.[40] Nach Josephus versicherte er den Juden in Rom Rechte und Freiheit wie allen anderen Juden im Reich.[41]

Expansion und Provinzialpolitik

Das Römische Imperium zur Zeit des Claudius

Schon zu Beginn der Herrschaft des Claudius wurde das römische Reich erstmals seit der Regentschaft des Augustus wieder ausgedehnt. Thrakien, Mauretanien, Noricum, Pamphylien, Lykien wurden in das römische Reich eingegliedert und gelangten unter kaiserliche Verwaltung. Claudius gab Judäa mit Herodes Agrippa I. wieder einen König; nach dessen Tod wurde das Land aber im Jahr 44 zur Provinz gemacht und unter einen Prokurator gestellt. Obwohl der römische Einfluss an der Ostgrenze geschwächt wurde, kam es in Armenien und Parthien zu keinerlei militärischen Aktivitäten. Die Absetzung des Königs des Bosporanischen Reiches, Mithridates, brachte die ganze Region in Unruhe, bis Mithridates selbst im Jahre 49 entscheidend geschlagen wurde. Die Einsetzung des parthischen Prinzen Meherdates, der als Geisel in Rom gelebt hatte, erwies sich als Fehlschlag. Auch in Germanien blieben militärische Aktivitäten aus. So erlaubte Claudius dem Befehlshaber des niedergermanischen Heeres, Domitius Corbulo, weder auf der rechten Rheinseite gegen Germanenstämme militärisch vorzugehen noch dort Truppen zu stationieren. Auch bei den Kämpfen um die Herrschaft im Suebenreich sah Claudius von einer Intervention ab.

F√ľr die milit√§rischen Erfolge w√§hrend seiner Regierungszeit nahm der unsoldatische Claudius insgesamt 27 Imperatorenakklamationen an, wobei diese Zahl nur noch von dem r√∂mischen Kaiser Constantin II. √ľberschritten wurde.

Eroberung Britanniens

Fundorte von M√ľnzen des Kaisers Claudius

Die bedeutendste Expansion des r√∂mischen Reiches zu dieser Zeit war jedoch die Eroberung Britanniens. Schon unter Caligula wurde eine Invasion erwartet, sie bedurfte jedoch l√§ngerer Vorbereitung, weil daf√ľr zahlreiche Einheiten, wie Legionen und etwa 20.000 Mann starke Hilfstruppen, zusammengezogen werden mussten, ohne dadurch andere Regionen zu schw√§chen. Der aktuelle Anlass waren Unruhen im S√ľden der Insel, wo die Catuvellauni mehrere Nachbarst√§mme attackierten und den Atrebaten-F√ľrsten Verica veranlassten, bei den R√∂mern Schutz zu suchen. Als andere Ursache gilt das Verlangen des Claudius, durch eine au√üergew√∂hnliche milit√§rische Aktion sein Ansehen beim r√∂mischen Heer zu steigern. Neben diesen Gr√ľnden k√∂nnten auch irrige Vorstellungen von Topographie, Bodensch√§tzen und wirtschaftliche M√∂glichkeiten der Insel eine Rolle gespielt haben.[42] Au√üerdem war Britannien ein sicheres R√ľckzugsgebiet f√ľr gallische Rebellen. Im Jahr 43 wurde Aulus Plautius von Claudius mit vier r√∂mischen Legionen nach Britannien (‚ÄěBritannia‚Äú) geschickt. Claudius selbst brachte nach der Beendigung der Anfangsoffensive Verst√§rkung und Elefanten mit. Nach 16 Tagen auf der Insel und der Eroberung von Camulodunum verlie√ü Claudius die neue Provinz. Der Senat bewilligte ihm daf√ľr einen Triumphzug ‚Äď eine Ehrung, die nur der kaiserlichen Familie zustand. Den Siegertitel ‚ÄěBritannicus‚Äú lehnte Claudius f√ľr sich ab und gab ihn seinem Sohn. Als der britische Heerf√ľhrer Caractacus im Jahre 51 gefangen genommen wurde, lie√ü Claudius Milde walten: Caractacus lebte die letzten Tage seines Lebens auf einem Landgut, das vom R√∂mischen Reich bereitgestellt wurde ‚Äď ein ungew√∂hnliches Ende f√ľr einen feindlichen Heerf√ľhrer, aber n√∂tig, um die Briten ruhig zu halten. Unter Claudius erlebte Gallien eine bl√ľhende Entwicklung der Wirtschaft; der Stra√üen- und St√§dtebau spielte eine wichtige Rolle f√ľr den Handel. Ausschlaggebend hierf√ľr war der britannische Feldzug, da Gallien Ausgangspunkt f√ľr den Feldzug war und Hilfstruppen bereitstellte.

Der Kaiserhof

Freigelassene

Eine Kamee von Claudius

Claudius war der erste Kaiser, der eine eigene Verwaltung organisierte.[43] Obwohl er keine gesetzlichen oder formalen Innovationen einf√ľhrte, wurde der Kaiserhof erstmals in der Praxis das exekutive Zentrum der Verwaltung. Die pers√∂nlichen Angelegenheiten vertraute der Kaiser weder den Senatoren noch den Rittern an, sondern den Freigelassenen, die Staatsbeamte geworden waren. Dadurch konnte der Kaiser seine Unabh√§ngigkeit von beiden Gruppierungen, dem Senat und der Ritterschaft, absichern und seine Macht in den Provinzen ausweiten. Das Sekretariat wurde in B√ľros eingeteilt, die unter der F√ľhrung eines Freigelassenen standen. Narcissus war als Sekret√§r zust√§ndig f√ľr den Briefverkehr. Callistus wurde Sekret√§r f√ľr die Justiz. Es gab ein viertes B√ľro f√ľr verschiedene Angelegenheiten, das Polybius f√ľhrte, bis er wegen Verrats hingerichtet wurde. Dass Narcissus anstelle des Claudius sich vor der Eroberung von Britannien an die Truppen wendete, zeigt, dass die Freigelassenen f√ľr den Kaiser wichtige Aufgaben √ľbernehmen konnten. Die Senatoren waren entsetzt, dass solch wichtige Positionen, die sie fr√ľher innehatten, sich nun in den H√§nden von Freigelassenen befanden. Durch ihren Einfluss auf die Finanzen, die Briefe und die Gesetze war es anscheinend nicht sehr schwierig, den Kaiser zu beeinflussen. Daher erhoben die antiken Historiker den Vorwurf, Claudius sei zu stark von seinen Freigelassenen abh√§ngig. Andererseits sollen sie sich loyal gegen√ľber Claudius verhalten haben.[44] Er war in gleicher Weise verst√§ndnisvoll zu den Freigelassenen und gab ihnen das Vertrauen in der Politik, wo er ihren Rat brauchte. Wenn sie jedoch verr√§terische Neigungen zeigten, wurden sie von Claudius bestraft, wie es das Beispiel von Polybius zeigt. Unabh√§ngig vom Umfang ihrer politischen St√§rke konnten die Freigelassen gro√üen Reichtum anh√§ufen. Plinius der √Ąltere bemerkt, dass einige von ihnen reicher waren als Crassus, der zur Zeit der R√∂mischen Republik der reichste Mann war.[45]

Frauen

Messalina mit ihrem Sohn Britannicus

Claudius‚Äô Liebesleben war ungew√∂hnlich f√ľr einen h√∂herklassigen R√∂mer. Zum Liebesleben der ersten f√ľnfzehn Kaiser bemerkte Edward Gibbon, dass ‚ÄěClaudius der einzige war, dessen Geschmack in der Liebe v√∂llig korrekt war‚Äú und somit weder der P√§derastie noch der Homosexualit√§t verfallen. Gibbons Ansicht basierte auf der Aussage von Sueton, nach der Claudius eine gro√üe Leidenschaft f√ľr Frauen hatte, aber kein Interesse f√ľr M√§nner hegte.[46] Sueton und die anderen Historiker nutzten sein Liebesleben gegen ihn. Sie beschuldigten ihn, dass seine Frauen wesentlichen Einfluss auf ihn aus√ľbten.

Claudius war als junger Mann zweimal verlobt, in beiden Fällen kam eine Ehe nicht zustande. Die erste Verlobung mit seiner 12-jährigen Cousine Aemilia Lepida wurde aufgelöst, als ihre Mutter 8 n. Chr. in Ungnade fiel. Die zweite Verlobung mit Livia Medullina endete mit dem plötzlichen Tod der Braut am Hochzeitstag.

Verheiratet war Claudius viermal. Seine erste Ehe schloss er mit Plautia Urgulanilla, einer Enkelin von Livias Vertrauter Urgulania. Während ihrer Verbindung wurde Claudius Drusus geboren. Kurz nach seiner Verlobung mit der Tochter des Seianus starb Drusus schon im Kindesalter an Erstickung. Später trennte sich Claudius von Urgulanilla wegen Ehebruchs und Verdachts der Ermordung ihrer Schwägerin Apronia. Als Urgulanilla nach der Scheidung eine Tochter namens Claudia gebar, lehnte Claudius das Kind ab, da der Vater einer der Freigelassenen war.

Wahrscheinlich im Jahr 28 heiratete Claudius mit Aelia Paetina eine Verwandte des Seianus. Mit ihr hatte er die Tochter Claudia Antonia. Im Jahr 31 trennte er sich von ihr, vermutlich im Zusammenhang mit dem Sturz des Seianus. Noch vor seinem Herrschaftsantritt (etwa 39/40 n. Chr.) heiratete er die 14-j√§hrige Valeria Messalina. Sie gebar Claudius zwei Kinder: im Jahre 40 die Tochter Claudia Octavia und kurz nach Claudius‚Äô Herrschaftsantritt im Jahre 41 den Sohn Tiberius Claudius Germanicus, der als Britannicus bekannt wurde. Die Tochter Octavia wurde sp√§ter die erste Ehefrau des Kaisers Nero. Diese Ehe endete in einer Trag√∂die. Die antiken Quellen beschreiben Messalina als Nymphomanin, die Claudius st√§ndig untreu war. Angeblich versuchte Messalina sogar mit einer Prostituierten zu konkurrieren[47] und wollte seine Politik f√ľr ihre Zwecke auszunutzen, um Reichtum anzuh√§ufen. Im Jahr 48 heiratete sie in einer √∂ffentlichen Zeremonie ihren Liebhaber Gaius Silius, w√§hrend Claudius in Ostia war. Die Quellen sind in sich widerspr√ľchlich dar√ľber, ob sie vom Kaiser geschieden worden war oder nicht und ob sie die Absicht hatte, sich des Thrones zu bem√§chtigen. Der Claudius-Biograph Vincent Scramuzza meint, Silius habe Messalina √ľberzeugt, dass Claudius zum Scheitern verurteilt sei und dass die Verbindung ihre einzige Hoffnung sei, ihre Position zu halten und ihre Kinder zu sch√ľtzen,[48] denn Agrippinas Bestrebungen, ihren Sohn Lucius Domitius Ahenobarbus (den sp√§teren Nero), den einzigen Enkel des Germanicus, auf den Thron zu haben, seien schon zu diesem Zeitpunkt zu erkennen gewesen.[49] Nach Tacitus k√∂nnte Claudius durch seine fortw√§hrende T√§tigkeit als Zensor (‚ÄěSittenw√§chter‚Äú) davon abgehalten worden sein, die Aff√§re √∂ffentlich zu r√ľgen.[50] Silius und Messalina und die meisten Personen aus ihrem Bekanntenkreis wurden hingerichtet. Claudius gab den Pr√§torianern das Versprechen, dass sie ihn umbringen d√ľrften, wenn er jemals wieder heiraten w√ľrde.

Agrippina und Claudius auf einem Aureus

Trotz dieser Erkl√§rung heiratete Claudius erneut. Nachdem er kurz √ľberlegt hatte, seine zweite Frau noch einmal zu ehelichen, oder die kinderlose Lollia Paulina, die Witwe seines Vorg√§ngers zu heiraten, fiel die Wahl auf Agrippina die J√ľngere, die aufgrund ihrer weiblichen Reize Claudius f√ľr sich gewann.[51] Wahrscheinlich war es aber auch eine Heirat aus politischen Gr√ľnden. Der Putsch des Silius machte durchaus die schwache Position des Claudius deutlich. Seine Position wurde auch dadurch labiler, dass Claudius keinen erwachsenen Erben hatte, denn Britannicus war noch ein Knabe. Agrippina war die Urenkelin des Augustus und brachte mit ihrem elfj√§hrigen Sohn einen weiteren Kaisernachfolger mit in die Ehe. Dieser war einer der letzten m√§nnlichen Nachkommen der kaiserlichen Familie. Da Agrippina Claudius‚Äô Nichte war, wurden durch Senatsbeschluss generell Verbindungen zwischen Onkel und Nichte nicht mehr als Inzest angesehen.[52] In der modernen Forschung wurde argumentiert, dass der Senat die Ehe durchsetzte, um den Streit zwischen Juliern und Claudiern zu beenden.[53] Der Streit ging auf die Aktionen Agrippina der √Ąlteren gegen Tiberius zur√ľck, die letztgenannten f√ľr den Tod des Germanicus verantwortlich machte. Agrippina bekam Ehrenrechte und faktische Macht zuerkannt, wie keine Frau eines Princeps zuvor. So erhielt sie den Namen Augusta, und ihr Portrait erschien auf r√∂mischen Reichsm√ľnzen. Von Anfang an bereitete Agrippina zielstrebig die Thronfolge ihres Sohnes vor. Der Philosoph Seneca wurde aus diesem Anlass aus seinem Exil auf Korsika zur√ľckgerufen.

Am 25. Februar 50 wurde Domitius von Claudius adoptiert und hie√ü fortan Nero. Durch die Zuerkennung politischer Rechte wurde er deutlich als Nachfolger hervorgehoben. Dieses Verhalten hatte Tradition in der r√∂mischen Monarchie. So hatte Tiberius seinen Gro√üneffen Caligula und seinen Enkel Tiberius Gemellus als Nachfolger herausgestellt. Damit wurde die aus der Zeit der Republik stammende Tradition fortgef√ľhrt, einen Erwachsenen oder Heranwachsenden zu adoptieren, wenn kein nat√ľrlicher Erbe vorhanden war. Es wurde vermutet, dass Claudius au√üerdem einen seiner Schwiegers√∂hne adoptierte, um seine eigene Herrschaft zu sch√ľtzen,[54] denn andernfalls h√§tten m√∂gliche Usurpatoren versuchen k√∂nnen, die Herrschaft an sich zu rei√üen. Die von Agrippina angestrebte Verlobung Neros mit der Claudius-Tochter Octavia sollte zus√§tzlich seiner Integration in die Kaiserfamilie dienen.

Gelehrtentätigkeit

Die Buchstaben des Claudius

Claudius war die meiste Zeit seines Lebens schriftstellerisch t√§tig. Arnaldo Momigliano[55] erl√§utert, dass es w√§hrend der Regentschaft des Tiberius, die den H√∂hepunkt der literarischen T√§tigkeit des Claudius darstellte, politisch unklug war, √ľber das republikanische Rom zu sprechen. J√ľngere Autoren neigten eher dazu, die neue Ordnung zu beschreiben oder √ľber unklare altert√ľmliche Themen zu schreiben. Claudius war einer der wenigen Gelehrten, die beides abdeckten. Neben der Geschichte √ľber die Herrschaft des Augustus, die ihm viel √Ąrger einbrachte, waren seine Hauptarbeiten die Geschichte der Etrusker und acht B√ľcher √ľber die Geschichte Karthagos sowie ein etruskisches W√∂rterbuch und eine Abhandlung √ľber das W√ľrfelspielen, das er sehr liebte. Obwohl er die Behandlung der Kaiserzeit generell mied, verfasste er eine Verteidigungsschrift f√ľr Cicero bez√ľglich der Strafen gegen Asinius Gallus.

In der modernen Forschung gibt es zahlreiche Vermutungen, warum Claudius sich gerade diese Themen ausgesucht hat. Momigliano meint, dass das Interesse an Karthago gekoppelt sei an die Erinnerung der gro√üen Zeit Roms.[56] Barbara Levick sieht in Claudius einen Au√üenseiter, der deshalb gerne Au√üenseiter-Themen w√§hlte, als Form des Eskapismus durch die Besch√§ftigung mit fernen und √ľberdies romfeindlichen V√∂lkern.[57] Allerdings gilt Claudius als der erste, der eine speziell karthagische Landesgeschichte verfasst hat.[58]

Neben seinen schriftstellerischen T√§tigkeiten plante er eine Reform des Lateinischen Alphabets durch Hinzuf√ľgung dreier neuer Buchstaben. Der erste ‚Äď ‚ÜÉ ‚Äď entsprach einem gespiegelten lunaren Sigma und stand sehr wahrscheinlich f√ľr den Lautwert des griechischen Psi.[59] Der zweite ‚Äď ‚Ą≤ ‚Äď war dem archaischen griechischen Digamma nachempfunden, jedoch gedreht; er sollte zur Kennzeichnung des Lautes [v] im Gegensatz zu [u] und [w] (durch den Buchstaben V) dienen.[60] Der dritte ‚Äď ‚ĪĶ ‚Äď √§hnelte einem halben H und diente f√ľr den Laut zwischen [u] und [i], analog zum griechischen Ypsilon.[61] Die Reform f√ľhrte er w√§hrend seiner Zensorschaft ein, doch sie konnte sich nicht durchsetzen. Da das klassische Latein ohne Wortabstand geschrieben wurde, versuchte er die alte Sitte des Setzens von Punkten zwischen verschiedenen W√∂rtern wieder einzuf√ľhren.

Schlie√ülich verfasste er noch eine achtb√§ndige Autobiographie, die von Sueton als ‚Äěunpassend, aber stilvoll‚Äú bezeichnet wurde.[62] Keines dieser Werke ist erhalten geblieben. Der Verlust der Erkenntnisse, die die Werke des Claudius enthalten haben m√ľssen, wird zu den schwersten Verlusten in der antiken Geschichtsschreibung gez√§hlt.[63] Die Autobiographie des Claudius wird von Sueton einmal zitiert und er d√ľrfte sie oftmals als Quelle herangezogen haben. Plinius der √Ąltere, der ihn √∂fters zitiert, reihte ihn unter die bedeutendsten gelehrten Schriftsteller seiner Zeit ein.[64]

Tod

Mit Ausnahme von Josephus, der zeitlich n√§chsten Quelle, der von einem blo√üen Ger√ľcht spricht,[65] stellen alle Schriftsteller die Ermordung des Claudius durch ein vergiftetes Pilzgericht als gewiss hin, wobei Tacitus allerdings auff√§lligerweise nicht selbst die Verantwortung f√ľr diese Version √ľbernimmt, sondern sich auf ungenannte ‚ÄěGeschichtsschreiber jener Zeit‚Äú beruft.[66] Fest steht: Claudius starb in den fr√ľhen Stunden des 13. Oktober 54. Allerdings unterscheiden sich die Darstellungen √ľber den konkreten Vorgang sehr stark. Einerseits wird √ľberliefert, dass Claudius‚Äô Vorkoster, der Eunuch Halotus, ihm das Gift unter das Essen habe mischen lassen, oder dass die Schuld bei Gaius Stertinius Xenophon, seinem Leibarzt, zu suchen sei. Dieser soll bestochen worden sein und den Kaiser daraufhin mit einer Pfauenfeder, an deren Spitze sich Gift befand, get√∂tet haben. M√∂glicherweise war, so Tacitus, die ber√ľchtigte Giftmischerin Lucusta an der Vergiftung des Claudius beteiligt.[67] Einige behaupten, dass er an einer Vergiftung durch eine einzige Dosis starb, w√§hrend andere wiederum erl√§utern, Claudius habe die vergiftete Speise erbrochen, und man habe ihm nochmals Gift zugef√ľhrt.[68] Der √úberlieferung zufolge soll Claudius aufgrund der Vergiftung auch Durchfallsymptome gehabt haben. Seneca verfasste mit der Apocolocyntosis eine Satire auf den Tod des Kaiseres Claudius, worin er ihm als Letzte Worte den Ausspruch: vae me, puto, concacavi me! (‚ÄěOh weh, ich glaube, ich habe mich beschissen!‚Äú).[69] in den Mund legt, was als Anspielung auf die erw√§hnten Durchfallsymptome zu verstehen ist.

Ungekl√§rte Todesf√§lle von Herrschern zogen fast immer unbest√§tigte Mordger√ľchte nach sich. Im Fall von Claudius weisen die meisten Traditionen die Gemeinsamkeit auf, dass die letzte Ehefrau Agrippina beschuldigt wird, die Vergiftung im Namen Neros angestiftet zu haben. Agrippina und Claudius bek√§mpften sich laut diesen Quellen heimlich in den letzten Monaten vor dessen Tod. Claudius begann angeblich schon, die Ehe mit Agrippina sogar √∂ffentlich zu bereuen und somit den heranwachsenden Britannicus, welcher noch der Ehe mit Messalina entstammte, hinsichtlich der Nachfolgefrage verst√§rkt zu ber√ľcksichtigen. Claudius‚Äô letzter Wille soll sich kurz vor seinem Tod noch einmal ge√§ndert haben: Entweder sah er sowohl Nero als auch Britannicus oder nur Britannicus als seinen Nachfolger an.[70] Agrippina beabsichtigte, die Nachfolge f√ľr ihren Sohn aus fr√ľherer Ehe, den √§lteren Nero, zu sichern, bevor Britannicus selbst alt genug war, um als einzig m√∂glicher Nachfolger gelten zu k√∂nnen.

Viele Althistoriker sind heute insgesamt deutlich skeptischer, was die antike √úberlieferung zu Claudius‚Äô Tod betrifft. Sie bezweifeln die Existenz von Mordmotiv und Komplott und gehen von einem nat√ľrlichen Tod oder einem Unfall aus (ein giftiger Pilz sei versehentlich ins Essen geraten). Claudius habe Neros Nachfolge in Wahrheit bis zum Schluss nie in Frage gestellt. Er habe Britannicus im Unterschied zu Nero nie jene W√ľrden verliehen, die ihn als Nachfolger gekennzeichnet h√§tten, obwohl er alt genug daf√ľr gewesen w√§re. Die Mordger√ľchte seien daher erst im Nachhinein entstanden, als Nero l√§ngst als schlechter Kaiser galt, dem man die Beseitigung seines Vorg√§ngers andichtete.[71] Nach einer anderen Sichtweise k√∂nnte Claudius aber auch infolge eines Herzinfarkts verstorben sein, als er mit Agrippina um die Thronnachfolge stritt.[72]

Claudius’ vollständige Titulatur zum Zeitpunkt seines Todes war Tiberius Claudius Caesar Augustus Germanicus, Pontifex maximus, Tribuniciae potestatis XIV, Consul V, Imperator XXVII, Pater patriae. Nero wurde sein Nachfolger. Claudius’ Asche wurde am 24. Oktober im Augustusmausoleum beigesetzt.

Von Nero und auf Senatsbeschluss hin wurde Claudius als Divus (‚ÄěVerg√∂ttlichter‚Äú) konsekriert.[73] Die von Seneca verfasste Leichenrede hielt Nero. Kurze Zeit nach Claudius‚Äô Verg√∂ttlichung erschien die ebenfalls von Seneca verfasste Verk√ľrbissung des Divus Claudius, eine der boshaftesten Satiren, die je auf einen Herrscher geschrieben worden sind. Von den weniger treuen Anh√§ngern des Claudius gingen viele schnell in das Lager Neros √ľber.

Nachwirkung

Beurteilungen in der Antike

Nero kritisierte h√§ufig den verstorbenen Kaiser und missachtete viele Beschl√ľsse und Verf√ľgungen des Claudius mit der Begr√ľndung, Claudius sei irre gewesen.[74] Die Meinung, dass Claudius geistesgest√∂rt gewesen sei, blieb w√§hrend der gesamten Herrschaft Kaiser Neros vorherrschend. Schlie√ülich gab Nero die Bezugnahme auf seinen verg√∂ttlichten Adoptivvater auf und orientierte sich wieder an seiner leiblichen Familie. Ein f√ľr den verg√∂ttlichten Claudius vorgesehener Tempel wurde von Nero nicht vollendet und nach dem Tod seiner Mutter praktisch zerst√∂rt. Die Baustelle wurde als Verteilerstation f√ľr das von Claudius initiierte Aqu√§duktsystem weiter genutzt.[75] Die negative Haltung Neros gegen√ľber Claudius beeintr√§chtigte auch den Claudius-Kult in den Provinzen. Vespasian, der unter Claudius bedeutende Schritte in seiner Karriere gemacht hatte, belebte den Claudius-Kult neu und lie√ü seinen Tempel am Caelius wieder aufbauen,[76] da es f√ľr die aufstrebende Dynastie der Flavier wichtig war, die Kontinuit√§t durch die Beibehaltung der Staatsreligion auszudr√ľcken. Als die Flavier jedoch ihre Herrschaft gefestigt hatten, hoben sie ihre eigenen Verdienste hervor, ohne sich mehr an Claudius anzulehnen. Sp√§ter haben noch Titus, Domitian und Trajan das Andenken wohl weniger des Claudius selbst als seiner Regierung durch M√ľnzen aufgefrischt.

Die antiken Schriftsteller Tacitus, Cassius Dio und Sueton verfassten ihre Werke erst nach dem Tod des letzten Flaviers. Alle drei waren Senatoren oder Ritter. Die antiken Historiker √ľbernahmen in den Konflikten zwischen dem Senat und dem Princeps oftmals die Position des Senats. Sueton beschreibt Claudius als eine l√§cherliche Person, setzte viele seiner Taten herab und wies die guten Taten des Kaisers seinem Gefolge zu.[77] Tacitus schrieb sein Geschichtswerk f√ľr seine Mitsenatoren und f√ľgte dabei die einzelnen Kaiser in ein bestimmtes Darstellungsschema.[78] Er beschrieb Claudius als einen Idioten, was sich sogar dadurch bemerkbar macht, dass er selbst dort, wo er die Schriften des Claudius offenkundig als Quelle benutzte, die Urheberschaft des Claudius nicht nannte, sondern vielmehr den Schreibstil des Claudius verf√§lschte.[79]

Cassius Dio war als sp√§terer Historiker weniger voreingenommen, scheint aber Sueton und Tacitus als Quellen benutzt zu haben. So blieb lange Zeit die Meinung √ľber Claudius als eines Vollidioten bestehen, der von denen gesteuert wurde, die er angeblich beherrschte. Im Laufe der Zeit verlor Claudius au√üerhalb der historischen Darstellungen zunehmend an Bedeutung. Seine B√ľcher gingen verloren, sobald ihre altert√ľmlichen Themen an Beliebtheit verloren. Am Ende des 2. Jahrhunderts √ľberschattete der Geburtstag von Kaiser Pertinax, der seinen Geburtstag mit Claudius teilte, jede Erinnerungsfeier an Claudius. Im 3. Jahrhundert gab es dann einen weiteren Kaiser seines Namens, Claudius Gothicus (268 bis 270). Nach dem Tod des Claudius Gothicus wurde dieser vom Senat divinisiert und ersetzte Claudius im r√∂mischen Pantheon. So geriet Claudius am Ende des dritten Jahrhunderts weitgehend in Vergessenheit.

Das Bild im Mittelalter und in der Neuzeit

Bereits im 12. Jahrhundert gibt der britische Gelehrte Geoffrey von Monmouth in seinem Werk ‚ÄěDie Geschichte der K√∂nige von Britannien‚Äú mit eher patriotischer Tendenz ein sehr negatives Bild von den milit√§rischen Eigenleistungen des Claudius w√§hrend seiner Britannieninvasion.[80] Der franz√∂sische Kanzelredner Jacques B√©nigne Bossuet (1627‚Äď1704) urteilte in seiner ‚ÄěUniversalgeschichte‚Äú √ľber den Kaiser: ‚ÄěClaudius regiert trotz seiner Dummheit‚Äú.[81] John Adams, zweiter Pr√§sident der Vereinigten Staaten von Amerika, gelangte in seiner ‚ÄěSicht auf die Universalgeschichte‚Äú von 1795 zu einem √§hnlichen Urteil, wobei er Claudius au√üerdem als g√§nzlich dem Willen seiner Frauen und Freigelassenen ergeben beschrieb:[82]

‚ÄěM√§nner mit begrenzter F√§higkeit und kl√§glichem Verstand sind nur deshalb gut oder b√∂se, weil sie zuf√§llig in die H√§nde von tugendhaften oder teuflischen Beratern gelangen; und zu seinem Ungl√ľck waren die ihn leitenden Personen bis zum √§u√üersten Grade verworfen und ruchlos. Ihre Anf√ľhrerin war seine Gattin, Messalina, deren Name fast schon ein Gemeinplatz f√ľr verdorbene Charaktere geworden ist.‚Äú

‚Äď John Adams (1795)

Dieses relativ einhellige Urteil der √§lteren Geschichtsschreibung spiegelt sich auch in den Claudius-Dramen der Renaissance-Zeit wider. Bereits der elisabethanische Dramatiker William Shakespeare (1564‚Äď1616), der die antiken Kaiserbiographien im lateinischen Original las, gestaltet den Charakter des Polonius im Hamlet frei nach Charakterz√ľgen von Kaiser Claudius. Dies wird besonders deutlich in jener Szene im Schlafgemach der K√∂nigin, wo Polonius sich hinter einem Vorhang verbirgt und von Hamlet erdolcht wird, der ihn mit dem K√∂nig Claudius verwechselt (Is it the king?).[83] Aus dem 17. Jahrhundert stammen die Trag√∂dien des Thomas May, The Tragedy of Julia Agrippina (1639), sowie des Nathanial Richards, The Tragedy of Messalina, Empress of Rome (1640), die jeweils Claudius als treuliebenden Dummkopf darstellen, der durch die Intrigen seiner Frauen um den Verstand gebracht wird, wie etwa an der Abreise des Claudius nach Ostia bei Richards deutlich wird:[84]

Claudius:
The strong persuasion of thar love I bear
To thee, thou star on earth, my only bliss:
Bear record, heaven, bless thou this parting kiss!
[Exit Claudius…]
Messalina:
Farewell, my life, my love, my royal fool
Shallow-brain fop, dull ignorance, adieu,
The kindest cuckold woman ever knew. […]
Rome shall take notice, our incensńďd blood,
Like to Medusa’s, shall to serpents turn.
Claudius:
‚ÄěDer starke Glaube an die Liebe, die ich f√ľhle
F√ľr dich, du Stern auf Erden, mein einziger Schatz:
Seid Zeuge, ihr Himmel, segnet diesen Abschiedskuss!
[Claudius tritt ab]
Messalina:
Lebe wohl, mein Leben, meine Liebe, mein königlicher Dummkopf,
Fatzke mit Schalenhirn, dumpfe Beschränktheit, adieu,
Nettester unter den Männern, den eine Frau je betrog […]
Rom wird Zeuge sein, wie mein erregtes Blut
Schlangen Zuwendung gibt, gleich denen der Medusa.“

Belletristik und Film im 20. Jahrhundert

Die Romane des Robert von Ranke-Graves aus dem Jahr 1934, I, Claudius und Claudius the God (deutsche Ausgabe in einem Band: Ich, Claudius, Kaiser und Gott) gelten als die bedeutendste fiktive Darstellung √ľber den r√∂mischen Kaiser Claudius. Beide B√ľcher sind in der ersten Person verfasst, um dem Leser den Eindruck zu vermitteln, es handele sich um eine Autobiografie. Graves setzte fiktionale Elemente ein, indem er angibt, dass k√ľrzlich √úbersetzungen der Schriften des Claudius entdeckt worden seien. Zu diesem Zweck erw√§hnt das Buch I, Claudius auch den Besuch eines Orakels. Das Orakel prophezeit, dass das Schriftst√ľck fast 1900 Jahre sp√§ter wiederentdeckt werden wird. Die erhaltenen Briefe, Reden und Spr√ľche des Claudius wurden besonders im zweiten Buch Claudius the God eingearbeitet, um Authentizit√§t zu vermitteln.

Im Jahr 1937 unternahm der Regisseur Josef von Sternberg mit dem Film I, Claudius einen erfolglosen Versuch, die Romane von Graves zu verfilmen. F√ľr die Rolle des r√∂mischen Kaisers war Charles Laughton vorgesehen. Wegen eines schweren Unfalls der Hauptdarstellerin Merle Oberon wurde der Film allerdings nie abgeschlossen. Die noch vorhandenen Filmrollen wurden schlie√ülich in der Dokumentation The Epic That Never Was von 1965 verwendet.

Die beiden B√ľcher von Graves waren die Basis f√ľr eine dreizehnteilige, von der BBC produzierte Fernsehverfilmung. Die Miniserie, in der Derek Jacobi Claudius spielte, wurde 1976 √ľbertragen und gewann mehrere BAFTA-Auszeichnungen. Neben den Verfilmungen der B√ľcher von Graves gab es noch zahlreiche andere filmische Bearbeitungen. Der italienische Regisseur Tinto Brass setzte 1979 den Skandalfilm Caligula (dt. Untertitel Aufstieg und Fall eines Tyrannen) in Szene. Gore Vidal schrieb das Drehbuch. Die Rolle des Claudius spielte hier Giancarlo Badessi. Im Gegensatz zu den B√ľchern von Graves wird Claudius den nicht wohlwollenden antiken Quellen folgend deutlich als minderbemittelt dargestellt.

Romane √ľber Claudius und seine Zeitgenossen sind etwa der historische Roman Minutus der R√∂mer von Mika Waltari, au√üerdem die beiden Science-Fiction-Romane Empire of the Atom und The Wizard of Linn des kanadischst√§mmigen Autors A. E. van Vogt, die auf der Darstellung von Graves basieren. Eine Buchreihe von Simon Scarrow spielt zur Zeit des Claudius und stellt gelegentlich Bez√ľge zum Kaiser her. Daneben ist Claudius eine Nebenfigur in den zahlreichen Romanen, die von seinen Ehefrauen Messalina und Agrippina handeln.

Claudius in der historischen Forschung

Das Urteil in der Forschung √ľber den spezifischen Charakter der Regierungszeit des Claudius ist keineswegs einheitlich. Bei aller Divergenz der Forschung ist man sich dennoch dar√ľber einig, dass mit Claudius ein Neubeginn oder zumindest eine doch ganz wesentliche Weiterentwicklung in der Administration des r√∂mischen Reiches festzustellen sei. Unschl√ľssig ist man sich allerdings dar√ľber, ob diese Ver√§nderungen Claudius selbst oder eher der Initiative seiner Freigelassenen zuzuschreiben sind. Hans-Georg Pflaum sieht in Claudius einen ‚Äěhalben Narren‚Äú und zeichnet damit eher die ‚ÄěRegierung der Favoriten des Claudius‚Äú f√ľr die politischen Ma√ünahmen dieser Zeit verantwortlich, womit die Freigelassenen gemeint sind.[85] F√ľr Barbara Levick gilt Claudius als der erste richtige Kaiser, da mit ihm das institutionalisierte Kaisertum beginne.[86] Arnaldo Momigliano betont die Leistungen des Gelehrten Claudius und erkl√§rt das Scheitern des Kaisers aus dem Widerspruch zwischen seinem Willen zur Regierung und dem Wunsch nach Beliebtheit.[87] F√ľr Vincent Scramuzza stellte Claudius eines der verwirrendsten Probleme in der gesamten Geschichte dar.[88]

Literatur

Quellen

Über Claudius und seine Zeit geben Suetons Kaiserbiographien, die Römische Geschichte des Cassius Dio und Tacitus’ Annalen Auskunft. Knapp wird er auch in den diversen spätantiken Breviarien behandelt.

In seinem Werk Apocolocyntosis (dt: die Verk√ľrbissung), das als Menippeische Satire angelegt ist, greift Seneca den k√ľrzlich Verstorbenen an, wahrscheinlich um sich f√ľr das unter seiner Regierung erlittene Unrecht zu r√§chen. Inhaltlich geht es darum, dass Claudius aus dem Leben scheidet, zum Gott erkl√§rt wird und schlie√ülich in den Himmel gelangt. Dort wei√ü man jedoch nichts mit ihm anzufangen, so dass er sich schlie√ülich in der Unterwelt wiederfindet, wo ihm dann der Prozess wegen seiner Vergehen gemacht wird.

Sekundärliteratur

  • David Alvarez Cineira: Die Religionspolitik des Kaisers Claudius und die paulinische Mission. Herder, Freiburg 1999, ISBN 3-451-26894-9.
  • Helga Botermann: Das Judenedikt des Kaisers Claudius: r√∂mischer Staat und ‚ÄěChristiani‚Äú im 1. Jahrhundert. Steiner, Stuttgart 1996, ISBN 3-515-06863-5 (Hermes Einzelschriften 71).
  • Alexander Gaheis: Claudius 256. In: Paulys Realencyclop√§die der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band III,2, Stuttgart 1899, Sp. 2778‚Äď2839.
  • Michael Grant: Roms Caesaren. Von Julius Caesar bis Domitian. Beck, M√ľnchen 1978, ISBN 3-406-04501-4.
  • Hans-Markus von Kaenel: M√ľnzpr√§gung und M√ľnzbildnis des Claudius. de Gruyter, Berlin 1986, ISBN 3-11-009810-5.
  • Wilhelm Kierdorf: Claudius. In: Manfred Clauss (Hrsg.): Die r√∂mischen Kaiser. 2. Auflage, Beck, M√ľnchen 2001, ISBN 3-406-47288-5, S. 67‚Äď76.
  • Barbara Levick: Claudius. Batsford, London 1993, ISBN 0-7134-5210-2.
  • Andreas Mehl: Tacitus √ľber Kaiser Claudius. Die Ereignisse am Hof. Fink, M√ľnchen 1974.
  • Arnaldo Momigliano: Claudius. The Emperor and his achievement. 2. Auflage, Cambridge 1961.
  • Josiah Osgood: Claudius Caesar: Image and power in the early Roman Empire. Cambridge University Press, Cambridge u.a. 2011, ISBN 978-0-521-70825-8.
  • Vincent Scramuzza: The Emperor Claudius. Harvard University Press, Cambridge 1940.
  • Volker Michael Strocka (Hrsg.): Die Regierungszeit des Kaisers Claudius (41‚Äď54 n. Chr.): Umbruch oder Episode? Internationales interdisziplin√§res Symposion aus Anlass des hundertj√§hrigen Jubil√§ums des Arch√§ologischen Instituts der Universit√§t Freiburg i. Br., 16.‚Äď18. Februar 1991. Zabern, Mainz 1994, ISBN 3-8053-1503-1.
  • Graham Webster: Rome against Caratacus: the Roman campaigns in Britain AD 48‚Äď58. Routledge, London 2003, ISBN 0-415-23987-7.

Erzählende Literatur

Weblinks

 Commons: Claudius ‚Äď Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Claudius ‚Äď Zitate

Anmerkungen

  1. ‚ÜĎ Zum Krankheitsbild vgl. Barbara Levick: Claudius, London 1990, S. 13ff. Die moderne Diagnose hat sich im letzten Jahrhundert mehrere Male ge√§ndert. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde oft als Ursache Kinderl√§hmung angenommen. Diese Diagnose verwendet Robert Graves auch in seinen Romanen √ľber Claudius. Polio erkl√§rt aber nicht die beschriebenen Symptome, w√§hrend eine andere Theorie Infantile Zerebralparese als Ursache f√ľr das Leiden des Claudius annimmt. Vgl.: Ernestine F. Leon: The Imbecillitas of the Emperor Claudius. In: Transactions and Proceedings of the American Philological Association, 79 (1948), S. 79‚Äď86, hier: S. 83.
  2. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 30.
  3. ‚ÜĎ Seneca: Apocolocyntosis 5,3.
  4. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 31.
  5. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 38.
  6. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 5, 21, 40; Cassius Dio 60, 2.
  7. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 34, 38.
  8. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 29. Cassius Dio 60, 2, 4.
  9. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 35, 36, 37, 39, 40; Cassius Dio 60, 2, 6.
  10. ‚ÜĎ Cassius Dio 60, 2, 5.
  11. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 3.
  12. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 2.
  13. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 4.
  14. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 41. Vgl. Vincent Scramuzza: The Emperor Claudius. Cambridge/Massachusetts 1940, S. 39.
  15. ‚ÜĎ M. Stuart: The Date of the Inscription of Claudius on the Arch of Ticinum. In: American Journal of Archaeology 40 (1936), S. 314‚Äď322.
  16. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 5.
  17. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 9,2.
  18. ‚ÜĎ Cassius Dio 56, 28, 5; Sueton: Nero 6.
  19. ‚ÜĎ A. Major: Was He Pushed or Did He Leap? Claudius‚Äô Ascent to Power. In: Ancient History: Resources for Teachers 22 (1992), S. 25‚Äď31.
  20. ‚ÜĎ Flavius Josephus: J√ľdische Altert√ľmer 19,102; Cassius Dio 60, 1.
  21. ‚ÜĎ Josephus: J√ľdische Altert√ľmer 19,162ff.
  22. ‚ÜĎ Josephus: J√ľdischer Krieg 2, 204‚Äď233.
  23. ‚ÜĎ Tacitus: Annalen 11, 25,.
  24. ‚ÜĎ Lateinischer Text der Tafel aus Lyon (auf Wikisource).
  25. ‚ÜĎ Tacitus: Annalen 11, 24. Tacitus hat die Rede des Claudius wahrscheinlich in den acta Senatus gefunden, weil er von dort auch ansonsten S√§tze √ľbernahm. Einen knappen Vergleich der authentischen Rede mit der Text-Wiedergabe des Tacitus bietet E. Huzar: The Erudite Emperor, in: ANRW 2.32.1 (1984), S. 611‚Äď650, hier: S. 627‚Äď632.
  26. ‚ÜĎ Die Spannungen zwischen Claudius und dem Senat untersucht D. McAlindon: Senatorial opposition to Claudius and Nero. In: American Journal of Philology 77 (1956), S. 113‚Äď132; D. McAlindon: Senatorial advancement in the age of Claudius. In: Latomus 16 (1957), S. 252‚Äď262; D. McAlindon Claudius and the senator. In: American Journal of Philology 78 (1957), S. 279‚Äď286.
  27. ‚ÜĎ Tacitus: Annalen 12, 53.
  28. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 29.
  29. ‚ÜĎ Cassius Dio 72,6,1.
  30. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 15.
  31. ‚ÜĎ Tacitus: Annalen 11, 25.
  32. ‚ÜĎ Seneca: Apocolocyntosis 3,3.
  33. ‚ÜĎ Corpus Inscriptionum Latinarum (CIL) XVI 1‚Äď3.
  34. ‚ÜĎ Tonio H√∂lscher: Claudische Staatsdenkm√§ler in Rom und Italien. Neue Schritte zur Festigung des Prinzipats. In: Volker Michael Strocka (Hrsg.): Die Regierungszeit des Kaisers Claudius (41‚Äď54 n. Chr.): Umbruch oder Episode? Internationales interdisziplin√§res Symposion aus Anlass des hundertj√§hrigen Jubil√§ums des Arch√§ologischen Instituts der Universit√§t Freiburg i. Br., 16.‚Äď18. Februar 1991. Zabern, Mainz 1994, S. 93.
  35. ‚ÜĎ P. Lond. 6, 1912 (englische √úbersetzung).
  36. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 21,2.
  37. ‚ÜĎ Vgl. dar√ľber die ausf√ľhrliche Forschungsdiskussion bei David Alvarez Cineira: Die Religionspolitik des Kaisers Claudius und die paulinische Mission. Herder, Freiburg 1999, S. 107‚Äď115.
  38. ‚ÜĎ Cassius Dio 60, 6, 6.
  39. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 25,4.
  40. ‚ÜĎ Josephus: J√ľdische Altert√ľmer 19, 279ff.
  41. ‚ÜĎ Josephus: J√ľdische Altert√ľmer 19, 287.
  42. ‚ÜĎ Karl Christ: Geschichte der r√∂mischen Kaiserzeit. Von Augustus bis zu Konstantin. S. 217f.
  43. ‚ÜĎ Nach P.C.R. Weaver: Misplaced offical to Claudius and Nero. In: Antichthon 13 (1979), S. 70‚Äď102, geh√∂rt dieser Prozess der zunehmenden B√ľrokratisierung erst in die Regierungszeit Vespasians.
  44. ‚ÜĎ Tacitus: Annalen 12, 65.
  45. ‚ÜĎ Plinius: Naturgeschichte 23, 134.
  46. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 33.
  47. ‚ÜĎ Cassius Dio 61, 31; Plinius, Naturgeschichte 10, 172.
  48. ‚ÜĎ Vincent Scramuzza: The Emperor Claudius. Cambridge/Massachusetts 1940, S. 90.
  49. ‚ÜĎ Gerhard Waldherr: Nero. Eine Biografie. Friedrich Pustet, Regensburg 2005, S. 33.
  50. ‚ÜĎ Tacitus: Annalen 11, 25.
  51. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 26; Tacitus: Annalen 12, 1.
  52. ‚ÜĎ Das galt jedoch nur f√ľr die Ehe mit der Tochter des Bruder, nicht jedoch der Schwester, wie der Jurist Gaius hundert Jahre sp√§ter in seinen Institutiones (I, 62) mitteilte.
  53. ‚ÜĎ Vincent Scramuzza: The Emperor Claudius. Cambridge/Massachusetts 1940, S. 91f. Dazu auch Tacitus: Annalen 12, 6, 7; Sueton: Claudius 26.
  54. ‚ÜĎ S. V. Oost: The Career of M. Antonius Pallas. In: American Journal of Philology 79 (1958), S. 113‚Äď139.
  55. ‚ÜĎ Arnaldo Momigliano: Claudius. The Emperor and his achievement. Cambridge 1961, S. 4f.
  56. ‚ÜĎ Arnaldo Momigliano: Claudius. The Emperor and his achievement. Cambridge 1961, S. 9.
  57. ‚ÜĎ Barbara Levick: Claudius. Batsford, London 1990, S. 25.
  58. ‚ÜĎ J√ľrgen Malitz: Claudius (FGrHist 276) ‚Äď der Prinzeps als Gelehrter In: Volker Michael Strocka (Hrsg.): Die Regierungszeit des Kaisers Claudius (41‚Äď54 n. Chr.): Umbruch oder Episode? Internationales interdisziplin√§res Symposion aus Anlass des hundertj√§hrigen Jubil√§ums des Arch√§ologischen Instituts der Universit√§t Freiburg i. Br., 16.‚Äď18. Februar 1991. Zabern, Mainz 1994, S. 139 (online).
  59. ‚ÜĎ Priscian: Institutio de arte grammatica 1, 7, 42.
  60. ‚ÜĎ Priscian: Institutio de arte grammatica 1, 4, 20; Quintilian: Institutio oratoria 1, 7, 26.
  61. ‚ÜĎ Marius Victorinus: Ars Grammatica 1, 4; Dazu auch Revilo P. Oliver: The Claudian Letter ‚ĪĶ. In: American Journal of Archaeology 53, 1949, S. 249‚Äď257. doi:10.2307/500662
  62. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 41.
  63. ‚ÜĎ Michael Grant: Roms Caesaren. Von Julius Caesar bis Domitian. M√ľnchen 1978, S. 163.
  64. ‚ÜĎ Michael Grant: Roms Caesaren. Von Julius Caesar bis Domitian. M√ľnchen 1978, S. 162.
  65. ‚ÜĎ Josephus: J√ľdische Altert√ľmer 20,148.
  66. ‚ÜĎ Tacitus: Annalen 12, 67.
  67. ‚ÜĎ Tacitus: Annalen 12, 66-67.
  68. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 44.
  69. ‚ÜĎ Seneca: Apocolocyntosis 4, 3.
  70. ‚ÜĎ Sueton: Claudius 43.
  71. ‚ÜĎ Ausf√ľhrlich dargelegt wird diese Position etwa bei John Aveline: The Death of Claudius, in: Historia 53, 2004, S. 453ff.
  72. ‚ÜĎ Barbara Levick: Claudius. Batsford, London 1990, S. 76f.
  73. ‚ÜĎ Sueton Nero 9
  74. ‚ÜĎ Sueton: Nero 33.
  75. ‚ÜĎ Barbara Levick: Claudius. Batsford, London 1990, S. 187.
  76. ‚ÜĎ Sueton: Vespasian 9.
  77. ‚ÜĎ Vincent Scramuzza: The Emperor Claudius. Cambridge/Massachusetts 1940, S. 29.
  78. ‚ÜĎ D.W.T.C. Vessey: Thoughts on Tacitus‚Äô Portrayal of Claudius. In: American Journal of Philology, 92 (1971), S. 385‚Äď409.
  79. ‚ÜĎ M. Griffin: Claudius in Tacitus. In: Classical Quarterly, 40 (1990), S. 482‚Äď501. Ein Abschnitt der Annalen 11, 14 ist hierf√ľr ein gutes Beispiel. Tacitus gibt hier einen Exkurs zur Geschichte der Schriftentwicklung. Griffin geht aber davon aus, dass Tacitus die von Claudius publizierte Begr√ľndung seiner Buchstabenreform als Quelle benutzt, da seine Darstellung √Ąhnlichkeiten zu dem hat, was man aus der Pers√∂nlichkeit und den √ľberlieferten Schriften des Claudius kennt. Tacitus nennt jedoch Claudius nicht als Quelle.
  80. ‚ÜĎ Geoffrey of Monmouth: The History of the Kings of Britain. (in das Neuenglische √ľbersetzt von Lewis Thorpe) New York 1966.
  81. ‚ÜĎ Jacques B√©nigne Bossuet: Discours sur l‚Äôhistoire universelle √† Monseigneur le Dauphin pour expliquer la suite de la religion et les changemens des empires. Mabre-Cramoisy, Paris 1681, S. 97 (online): ‚ÄěClaudius reigne malgr√© sa stupidit√©.‚Äú
  82. ‚ÜĎ John Adams: A View of Universal History. Bd. 1, London 1795, S. 228 (online): ‚ÄěMen of narrow capacities and feeble minds, are only good or evil, as they happen to fall into the hands of virtuous or vicious guides; and, unhappily for him, his directors were, to the last degree, abandoned and infamous. The chief of these was his wife, Messalina, whose name is almost become a common appellation of abandoned characters‚Äú.
  83. ‚ÜĎ 3. Akt, 4. Szene. Der K√∂nig von D√§nemark im Hamlet hei√üt Claudius.
  84. ‚ÜĎ 1. Akt, 3. Szene Volltext von Richards; Volltext von May.
  85. ‚ÜĎ Hans-Georg Pflaum, in: Propyl√§en Weltgeschichte, Bd. 4, Frankfurt 1963, S. 336.
  86. ‚ÜĎ Barbara Levick: Claudius. Batsford, London 1990, S. 41.
  87. ‚ÜĎ Arnaldo Momigliano: Claudius. The Emperor and his achievement. Cambridge 1961, S. 26.
  88. ‚ÜĎ Vincent Scramuzza: The emperor Claudius. Cambridge/Massachusetts 1940.


Vorgänger Amt Nachfolger
Caligula Römischer Kaiser
41‚Äď54
Nero
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