Académie Royale

ÔĽŅ
Académie Royale

Als Acad√©mie Royale (k√∂nigliche Akademie) wurden die gr√∂√ütenteils auf Initiative des K√∂nigs Ludwigs XIV. im 17. Jahrhundert in Frankreich gegr√ľndeten Gelehrtengesellschaften genannt, welche die F√∂rderung der Wissenschaften und K√ľnste zum Ziel hatten. Nach Ausbruch der franz√∂sischen Revolution verbot am 8. August 1793 der Nationalkonvent s√§mtliche Akademien. Im Oktober 1795 wurde als Nachfolger das Institut national des sciences et des arts gegr√ľndet, eine Vorl√§uferorganisation des heutigen Institut de France, unter dessen Schirmherrschaft die Akademien als staatliche Institutionen wieder eingerichtet wurden.

Inhaltsverzeichnis

Die Akademien

Es wurden folgende Akademien gegr√ľndet:

Die Mitglieder der Akademien wurden kooptiert, ihre √∂ffentlichen Einf√ľhrungen wurden im Laufe der Zeit zu mond√§nen Ereignissen. Die Mitgliedschaften in den Akademien waren mit zahlreichen Privilegien, wie Pensionen und anderen k√∂niglichen Verg√ľtungen verbunden. Nicht zuletzt war dieser Anreiz einer der Erfolgsschl√ľssel des Systems.

Die Académie française (1635)

Erste Voraussetzungen f√ľr die Entstehung der Akademien hatte bereits im Jahr 1635 Kardinal Richelieu durch die Gr√ľndung der "Acad√©mie Fran√ßaise" geschaffen. Ihr oblag zuerst eine Normierung der Sprache, sowie die Erstellung eines f√ľr ganz Frankreich g√ľltigen Lexikons. Dieser Akademie geh√∂rten im Laufe der Zeit viele gro√üe Dichter und Schriftsteller an.

Die Académie royale de peinture et de sculpture (1648)

Die K√∂nigliche Akademie f√ľr Malerei und Skulptur war eine im Jahr 1648 durch Ludwig XIV. genehmigte K√ľnstlervereinigung. Sie nahm beratende Aufgaben wahr, stellte Regeln f√ľr die Produktion idealer Kunstwerke auf, widmete sich dem Kunstunterricht und organisierte dar√ľber hinaus Wettbewerbe, unter denen der Prix de Rome der bedeutendste war. Dieser war ab 1666 mit der Finanzierung eines mehrj√§hrigen Aufenthaltes der pr√§mierten Maler, Bildhauer, ab 1683 auch der Graphiker, in Rom verbunden - an der eigens f√ľr diesen Zweck errichteten Acad√©mie de France √† Rome. Die Nachfolgeorganisation der Acad√©mie royale, die Acad√©mie des Beaux-Arts existiert noch heute.

Die Académie royale de danse (1661)

Der ebenfalls auf Initiative von Ludwig XIV. geschaffenen K√∂niglichen Akademie des Tanzes wurde die im Jahr 1713 gegr√ľndete Tanzschule der Oper angegliedert. Im gleichen Jahr machte der K√∂nig die Oper mit seiner Ballettkompagnie von 20 T√§nzern zu einer festen staatlichen Einrichtung. Aus der Tanzakademie ging das heutige Ballet de l'Op√©ra de Paris hervor.

Die Académie royale des Inscriptions et Belles-Lettres (1663)

Die K√∂nigliche Akademie der Inschriften und sch√∂nen Schriften ging aus der im Jahr 1663 von Colbert gegr√ľndeten sogenannten ‚ÄěPetite Acad√©mie‚Äú (Kleine Akademie) hervor, deren Aufgabe es war, die franz√∂sische Epigraphik zu f√∂rdern und die Inschriften f√ľr k√∂nigliche Bauten und √∂ffentliche Baudenkm√§ler abzufassen. Daf√ľr stellte Colbert vier Mitglieder der Acad√©mie fran√ßaise ab, woraus sich der Name ‚ÄěPetite Acad√©mie‚Äú erkl√§rte. Sie erfuhr mehrere Umbenennungen. Im Jahr 1701 erhielt sie den Namen ‚ÄěAcad√©mie royale des Inscriptions et M√©dailles‚Äú (k√∂nigliche Akademie f√ľr Inschriften und Medaillen), im Jahr 1716 die Bezeichnung ‚ÄěAcad√©mie royale des Inscriptions et Belles-Lettres‚Äú. Heute lautet die offizielle Bezeichnung Acad√©mie des Inscriptions et Belles-Lettres.

Die Académie royale des sciences (1666)

Die Akademie der Wissenschaften wurde von Colbert als loser Zusammenschluss ins Leben gerufen. Sie erhielt erst dreißig Jahre später ein Reglement und den Status einer Königlichen Akademie. Heute ist sie dem Institut de France angegliedert.

Die Académie royale de musique (1669)

Die differenzierten Aufgaben der K√∂niglichen Akademie f√ľr Musik mit Sitz in der Pariser Oper waren: die Schaffung von k√ľnstlerischen Darbietungen inklusive der Libretti, Musik, Choreographie, Kost√ľme, B√ľhnenbilder, Inszenierungen; die Ausbildung von Sch√ľlern im Bereich des Gesangs sowie der instrumentalen und darstellenden K√ľnste; im weiteren Sinne sollte sie auch die √§sthetische ‚ÄěErziehung‚Äú des Publikums zum Ziel haben. Die Akademie vergab das Privileg (Monopol) der Auff√ľhrung von Opern an den Librettisten Pierre Perrin, der sich mit dem Komponisten Robert Cambert zusammenschloss. Mit k√∂niglicher Genehmigung konnte drei Jahre sp√§ter Jean-Baptiste Lully dieses Privileg erwerben.

Die Académie royale d'architecture (1671)

Die K√∂nigliche Akademie f√ľr Architektur ging auf Betreiben des Ministers Colbert aus dem von ihm bereits im Jahr 1665 geschaffenen ‚ÄěConseil des B√Ętiments‚Äú hervor. Ihre Gr√ľndung wurde am 30. Dezember 1671 von Ludwig XIV. best√§tigt, der den Hofarchitekten und Theoretiker Fran√ßois Blondel (1618-1686) als ersten Direktor ernannte. Die Akademie war die ma√ügebliche beratende Instanz f√ľr alle Fragen bez√ľglich des unter Ludwig XIV. hochentwickelten Bauwesens. Daneben war sie auch Ausbildungsst√§tte und vergab Architekturpreise, wie beispielsweise ab 1720 den Prix de Rome.

Hintergr√ľnde

Die Absicht von K√∂nig Ludwig XIV. war, die besten K√ľnstler, Architekten, Maler, Poeten, Musiker und Schriftsteller Europas f√ľr Frankreich arbeiten zu lassen. Er entfaltete ein noch nie da gewesenes M√§zenatentum mit der Absicht die gesamte Kunstlandschaft Frankreichs zu beeinflussen, zu pr√§gen und zu lenken, um sie im Interesse k√∂niglicher Politik zu instrumentalisieren. Die Kunst stand im Dienste der Verherrlichung des K√∂nigs und seiner Ziele, ganz nach barocker Manier. Das Ansehen des K√∂nigs und des Staates sollte gesteigert werden; dazu wurde Ludwigs Minister Colbert damit beauftragt, Literatur, Kunst und Wissenschaft zu f√∂rdern. Dem Minister wurde die Organisation der ‚ÄěGloire‚Äú des K√∂nigs √ľberlassen. Nach dem Beispiel der Pariser Akademien, wurden landesweit lokale Akademien gegr√ľndet.

Im Sinne der Selbstdarstellung des Monarchen sind auch die Feste in Versailles zu verstehen. Die Repr√§sentation des K√∂nigs, diente dem Ansehen des Staates in aller Welt. Einige K√ľnstler erklommen im Dienste des K√∂nigs ungeahnte H√∂hen; hier w√§ren besonders Lully auf dem Gebiet der Musik und des Tanzes zu nennen. Aber auch Moli√®re, der f√ľr Ludwig XIV. zahllose B√ľhnenst√ľcke verfasste. Beide K√ľnstler zeigten sich gemeinsam f√ľr die Organisation der k√∂niglichen Schauspiel und Opernereignisse verantwortlich. Daneben sind noch so ber√ľhmte Namen wie Boileau, La Fontaine und Racine zu nennen.

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen W√∂rterb√ľchern nach:

  • Acad√©mie Royale ‚ÄĒ Acad√©mie Pour les articles homonymes, voir Acad√©mie (homonymie). Une acad√©mie est une assembl√©e de gens de lettres, de savants et/ou d‚Äôartistes reconnus par leurs pairs, qui a pour mission de veiller aux usages dans leurs disciplines respectives… ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • Acad√©mie royale ‚ÄĒ Acad√©mie Pour les articles homonymes, voir Acad√©mie (homonymie). Une acad√©mie est une assembl√©e de gens de lettres, de savants et/ou d‚Äôartistes reconnus par leurs pairs, qui a pour mission de veiller aux usages dans leurs disciplines respectives… ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • Academie royale de peinture et de sculpture ‚ÄĒ Acad√©mie royale de peinture et de sculpture Charles Le Brun, l‚Äôorganisateur de l‚ÄôAcad√©mie royale. L‚ÄôAcad√©mie royale de peinture et de sculpture fut une institution d‚Äô√©tat charg√©e de r√©guler et d‚Äôenseigner la peinture et la sculpture en France… ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • Acad√©mie Royale De Peinture Et De Sculpture ‚ÄĒ Charles Le Brun, l‚Äôorganisateur de l‚ÄôAcad√©mie royale. L‚ÄôAcad√©mie royale de peinture et de sculpture fut une institution d‚Äô√©tat charg√©e de r√©guler et d‚Äôenseigner la peinture et la sculpture en France durant l‚ÄôAncien R√©gime ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • Acad√©mie Royale de Peinture et de Sculpture ‚ÄĒ Charles Le Brun, l‚Äôorganisateur de l‚ÄôAcad√©mie royale. L‚ÄôAcad√©mie royale de peinture et de sculpture fut une institution d‚Äô√©tat charg√©e de r√©guler et d‚Äôenseigner la peinture et la sculpture en France durant l‚ÄôAncien R√©gime ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • Acad√©mie Royale de Peinture et de sculpture ‚ÄĒ Charles Le Brun, l‚Äôorganisateur de l‚ÄôAcad√©mie royale. L‚ÄôAcad√©mie royale de peinture et de sculpture fut une institution d‚Äô√©tat charg√©e de r√©guler et d‚Äôenseigner la peinture et la sculpture en France durant l‚ÄôAncien R√©gime ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • Acad√©mie royale de peinture ‚ÄĒ et de sculpture Charles Le Brun, l‚Äôorganisateur de l‚ÄôAcad√©mie royale. L‚ÄôAcad√©mie royale de peinture et de sculpture fut une institution d‚Äô√©tat charg√©e de r√©guler et d‚Äôenseigner la peinture et la sculpture en France durant l‚ÄôAncien R√©gime ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • Academie royale de danse ‚ÄĒ Acad√©mie royale de danse Institution fond√©e √† l initiative de Louis XIV, l Acad√©mie royale de danse re√ßoit ses lettres patentes en mars 1661. Pr√©d√©cesseur de l Acad√©mie royale de Musique (fond√©e en 1669), elle ne fusionnera jamais avec celle ci… ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • Acad√©mie Royale De Danse ‚ÄĒ Institution fond√©e √† l initiative de Louis XIV, l Acad√©mie royale de danse re√ßoit ses lettres patentes en mars 1661. Pr√©d√©cesseur de l Acad√©mie royale de Musique (fond√©e en 1669), elle ne fusionnera jamais avec celle ci et dispara√ģtra au d√©but… ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • Acad√©mie royale de Danse ‚ÄĒ Institution fond√©e √† l initiative de Louis XIV, l Acad√©mie royale de danse re√ßoit ses lettres patentes en mars 1661. Pr√©d√©cesseur de l Acad√©mie royale de Musique (fond√©e en 1669), elle ne fusionnera jamais avec celle ci et dispara√ģtra au d√©but… ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais


Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select ‚ÄúCopy Link‚ÄĚ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.