Continental AG


Continental AG
52.3859739.733415
Continental AG
Continental Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0005439004
Gründung 1871
Sitz Hannover

Leitung

Mitarbeiter ca. 148.000 (31. Dezember 2010)
Umsatz 26,05 Mrd. Euro (2010)[1]
Branche Automobilzulieferer
Produkte Reifen, Automobilelektronik und -mechatronik
Website www.conti-online.com
Länder mit Continental-AG-Werken weltweit

Die Continental AG (kurz Conti) ist ein börsennotierter Konzern der Automobilzulieferbranche mit Sitz in Hannover. Mehrheitsaktionär des Konzerns ist nach einem Übernahmeangebot 2008 die Schaeffler Gruppe.

Dem Unternehmen gehören ca. 148.000 Mitarbeiter an, die an über 200 Standorten in 46 Ländern beschäftigt sind.[2] In Deutschland ist Continental Marktführer in der Reifenproduktion; der Konzern hat sich über die Jahre allerdings vom reinen Reifenhersteller zu einem der größten Automobilzulieferer weltweit entwickelt (in Europa ist der Konzern die Nummer zwei)[3].

Elmar Degenhart wurde am 12. August 2009 zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Firma Continental AG bestimmt.[4]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ehemaliges Verwaltungsgebäude an der Vahrenwalder Straße in Hannover, heute „Technologie-Centrum Hannover“ (TCH)
Der frühere Firmenname an der Fassade
Rückseite des Continental-Werkes in Hannover-Vahrenwald, Ansicht von der nahegelegenen Bahnlinie aus
Contiwerk Limmer in Limmer am Zweigkanal Linden
Fassade des in Abriss befindlichen Contiwerkes Limmer 2009
Contiwerk, Uniroyal-Gebäude in Aachen

Das deutsche Traditionsunternehmen wurde 1871 in Hannover-Stöcken unter dem Namen Continental-Caoutchouc- & Gutta-Percha Compagnie gegründet. Die Firma war von Anfang an als Aktiengesellschaft an der Börse notiert. Langjähriger Generaldirektor war Siegmund Seligmann (1853–1925), der 1876 in die Firma eintrat und schon 1879 ihr kaufmännischer Direktor und Vorstandsmitglied wurde. Zusammen mit dem Chemiker Adolf Prinzhorn (1834–1913) gelang es ihm, das Unternehmen innerhalb weniger Jahrzehnte zu einem der führenden Gummi- und Reifenproduzenten in Deutschland zu machen. Zählte die Firma um 1875 nur etwa 250 Arbeiter, so konnte ihre Zahl in der Ära Seligmann bis auf 13.000 Beschäftigte (1914) gesteigert werden. 1892 begann man als erste Firma in Deutschland mit der Produktion von Fahrrad-Luftreifen (Pneumatics), 1898 von profillosen Automobilreifen und 1904 von Profilreifen. Das Hauptwerk entstand im Stadtteil Vahrenwald an der Vahrenwalder Straße in Hannover, daneben kam es im Stadtteil Stöcken vor dem Zweiten Weltkrieg zu einem weiteren Werksbau.

1912–1914 entstand das repräsentative Verwaltungsgebäude in der Vahrenwalder Straße, entworfen von dem Architekten Peter Behrens. Nach der Fertigstellung wurde es während des Ersten Weltkriegs als Lagerhaus vom Militär genutzt. Nach dem Krieg wurde es 1919–1920 nochmals ausgebaut. Der Bau ist weitgehend identisch mit dem in gleicher Zeit entstandenen Verwaltungsgebäude der Mannesmann AG in Düsseldorf. Das Verwaltungsgebäude in Hannover hat eine Fassade von 100 m Länge. Die Eckpilaster ähneln denen am Alten Museum in Berlin. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg bei den Luftangriffen auf Hannover stark beschädigt, aber wieder aufgebaut. Seit den 1980er Jahren befindet sich darin das „Technologie-Centrum Hannover“ (TCH), eine Einrichtung für Gründungsmanagement der Region Hannover.

1929 übernahm Continental die Excelsior Gummiwerke mitsamt der Fabrik in Hannover-Limmer.

Im Oktober 1982 schloss das Unternehmen einen Kooperationsvertrag mit dem US-amerikanischen Reifenkonzern General Tire ab, der 1981 einen Weltmarktanteil von 2,9 Prozent besaß und jährlich 500.000 Reifen in den USA produzierte. 1987 verkaufte GenCorp die Tochtergesellschaft General Tire zu 100 Prozent an die Continental AG.

Von 1990 bis 1993 versuchte der italienische Reifenhersteller Pirelli die Continental AG zu übernehmen. Dies wäre einer der ersten Fälle gewesen, in dem ein großes deutsches Unternehmen von einem ausländischen Mitbewerber übernommen worden wäre. Dementsprechend gab es ein großes Medienecho. Die Continental AG versuchte, die feindliche Übernahme zu verhindern. Dies gelang, da eine Abwehrfront unter Federführung der Deutschen Bank eine Sperrminorität erwarb und Pirelli nach langem Kampf die Liquidität ausging.[5]

Umstrukturierungen und Werkschließungen

Am 4. August 2004 bekräftigte der deutsche Reifenproduzent Continental im Zuge seines Umsatzberichts, dass er durch Umstrukturierungsmaßnahmen trotz im Übrigen günstiger Prognosen die Reifenfertigung im US-Werk Mayfield in Kentucky zum Jahresende einzustellen gedenkt. Im November 2004 ließ das Unternehmen verlauten, dass sie ihre führende Marktposition in den USA bei elektronischen Stabilitätskontrollsystemen (ESP) für Autos weiter ausbauen konnte.

Deutschland

2005 kam es in der Sparte Pkw-Reifenproduktion zu einem unerwartet geringen Wachstum. Daraufhin gab der Vorstandsvorsitzende Manfred Wennemer am 22. November 2005 bekannt, die Produktion von PKW-Reifen im Stammwerk Hannover-Stöcken zum Jahresende 2006 trotz Rentabilität einzustellen. Dadurch verloren 320 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Dies führte zu Protesten seitens der Belegschaft. Am 6. Dezember 2005 fand zum ersten Mal in der Geschichte der Continental AG eine Betriebsvollversammlung aller in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter an 26 Standorten statt. Hier forderten die Arbeitnehmervertreter die Zurücknahme der angekündigten Werksschließung. Am 23. Januar 2006 kam es zu einem erneuten Aktionstag der Beschäftigten mit einer Demonstration vor der Unternehmenszentrale in Hannover. Einen Tag später wurde bei einem Treffen von Geschäftsleitung, Betriebsrat und Gewerkschaft ein Kompromiss (Schließung erst Ende 2007) erzielt, der die Entlassung von rund 400 Mitarbeitern zur Folge hatte.

In seiner Amtszeit als Vorstandsvorsitzender des Continental-Konzerns hat Wennemer die Produktion konsequent an Kostengesichtspunkten orientiert und dabei neben Kostensenkungen in der Verwaltung auch die Verlagerung der Produktion in Niedriglohnstandorte vorangetrieben. Heftige Kritik wurde geübt aufgrund der vorzeitigen Aufkündigung einer mit Gewerkschaft und Betriebsrat geschlossenen Vereinbarung über den Erhalt von Arbeitsplätzen gegen unbezahlte Mehrarbeit Ende 2005 im Stammwerk Hannover.

Im März 2009 wurde bekanntgegeben, die noch in Hannover-Stöcken verbliebene LKW-Reifen-Fertigung einzustellen. Damit wurde die letzte verbliebene Reifenfertigung am Stammsitz in Hannover eingestellt. Knapp 800 Beschäftigte waren betroffen.

Andere Länder

Werksschließungen gab es in zurückliegenden Jahren bereits in Dublin (Irland), Newbridge (Schottland), Herstal (Belgien), Gislaved (Schweden) und Traiskirchen (Österreich). Der Mischsaal in Traiskirchen wurde zunächst weitergeführt. Zum 31. Dezember 2009 wurde auch dieser geschlossen. Ein seit 1998 schwelender Konflikt um eine Werksschließung im mexikanischen Guadalajara wurde erst Anfang 2005 beigelegt. Continental übernahm seinerzeit die mexikanische Reifenfirma Euzkadi und schloss das Unternehmen 2001 überraschend nach lang anhaltenden Kontroversen mit dem Euzkadi-Management und der Gewerkschaftsvertretung um Arbeitszeitverlängerungen und Lohnkürzungen. Dabei wurden etwa 1.100 Arbeiter entlassen. Sie verhinderten durch Streikposten eine Werks-Demontage. Obwohl die Schließung vorübergehend von einem mexikanischen Bundesarbeitsgericht für rechtswidrig bzw. der Streik für rechtens erklärt wurde, kam es erst Anfang 2005 zu einer Lösung des Konflikts. Mit Hilfe der mexikanischen Regierung übernahmen die Arbeiter das Werk zu 50 Prozent.

Auch in den USA kam es zu Werksschließungen: so wurde in Mayfield, Kentucky, am 31. Dezember 2004 die Reifenproduktion eingestellt. Der Mischsaal und einige Lageraktivitäten wurden in Mayfield zunächst weitergeführt, sind aber nun auch eingestellt worden. Der Standort Charlotte, North Carolina, wurde am 15. September 2006 geschlossen. Somit verbleibt nur das Werk in Mt. Vernon, Illinois, als Herstellungsort für PKW und LKW Bereifung in den USA.

Übernahmeangebot der Schaeffler-Gruppe

Am 15. Juli 2008 gab der Familienkonzern Schaeffler-Gruppe ein öffentliches Übernahmeangebot von 75,00 Euro je Aktie zum Erwerb von Continental ab, nachdem man sich bereits zuvor über Swap-Geschäfte den Zugriff auf größere Aktienpakete gesichert hatte. Am 21. August 2008 schloss Continental mit der Schaeffler-Gruppe eine weitreichende Investorenvereinbarung ab. Das Engagement der Schaeffler-Gruppe bei der Continental soll sich innerhalb der nächsten vier Jahre auf eine Minderheitsbeteiligung von bis zu 49,99 Prozent beschränken. Interessenvertreter aller Stakeholder von Continental ist Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder.[6] Durch die Übernahme sollte der drittgrößte Autozulieferer der Welt entstehen.[7] Nach dem internationalen Kursverfall als Folge des Zusammenbruchs der US-Investmentbank Lehman Brothers wurden der Schaeffler-Gruppe 90 % der Continental-AG-Aktien zum Übernahmepreis von 75,00 Euro angedient, während der Börsenkurs auf ca. 20,00 Euro für Continental gefallen war. Aufgrund der Verpflichtungen aus dem Übernahmeangebot musste Schaeffler zum hohen Kurs die angedienten Continental-Aktien abnehmen. Die Folge ist, dass die Schaeffler-Gruppe nun höhere Schulden hat als geplant und die Continental AG zu Beginn des Jahres 2009 nur noch ein Viertel so viel wert ist wie gedacht.[7]

Zum 31. August 2008 wurde Manfred Wennemer auf eigenen Wunsch von seinem Amt als Vorsitzender des Vorstands entbunden, das er seit dem 11. September 2001 innehatte. Sein Nachfolger wurde Karl-Thomas Neumann. Am 12. August 2009 wurde Elmar Degenhart zum neuen Vorstandsvorsitzenden bestimmt.

Zwischen Continental und Schaeffler eskalierte ein Streit, wie die ungeahnte Schuldenlast abgebaut und die Verschmelzung der beiden Konzerne gerettet werden könne. Zwei Strategien wurden kontrovers diskutiert:

  • Die Continental AG könnte ihr Reifengeschäft verkaufen.
  • Die Continental AG könnte das Automobilgeschäft von Schaeffler übernehmen. Statt einen Kaufpreis zu zahlen, würde Continental die Schulden des Schaeffler-Bereichs mit übernehmen.

Über diese beiden Strategien kam es zum heftigen Streit zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Continental AG Hubertus von Grünberg und dem Geschäftsführer der Schaeffler-Gruppe Jürgen Geißinger. Nachdem Schaeffler Anfang 2009 die faktische Aktienmehrheit an der Continental AG erworben hatte, trat Grünberg am 24. Januar 2009 von seinem Posten zurück und wurde der Schaeffler-Berater Rolf Koerfer, ein Rechtsanwalt und Spezialist für Fusionen, zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Seit September 2009 führt der Linde-Manager Wolfgang Reitzle der Aufsichtsrat. Die Schaeffler-Gruppe ist zukünftig mit vier Mitgliedern, darunter Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler vertreten.[7]

Continental und Schaeffler versuchten Ende Januar 2009, staatliche Hilfen zum Fortbestehen ihrer Firmengruppe zu erhalten und haben zusammen ca. 21,5 Mrd. Euro Schulden (Continental 9,5, Schaeffler 12; Dezember 2009).[8] Die Landesregierungen von Niedersachsen und Bayern diskutierten eine Hilfe in Höhe von jeweils ca. 500 Million Euro.[7]

Konzernstruktur

Unternehmensgliederung

Continental Verwaltungsgebäude Korbach
Schornstein von Continental Korbach

Die Continental AG wurde 1871 gegründet und ist heute an der Börse im Index MDAX vertreten. 2007 erzielte sie mit weltweit 151.654 Beschäftigten einen Umsatz von 16,619 Milliarden Euro bei einem EBITDA von 2,491 Milliarden Euro. Das Unternehmen gliedert sich in fünf „Divisionen“ mit insgesamt 16 Marken. Die Divisionen sind darüber hinaus in die übergeordneten Geschäftsfelder Rubber-Group (Gummiprodukte) und Automotive-Group unterteilt:

  • Rubber-Group
    • Tires (Reifen für Personenkraftwagen, Nutzfahrzeuge, Industrie, Zweirad)
    • ContiTech AG (Technische Elastomere)
  • Automotive-Group

Die ContiTech AG wurde mit der 2004 bekannt gegebenen Übernahme der Phoenix AG gestärkt. Durch den Zusammenschluss beider Unternehmen sind die verbliebenen Aktionäre der Phoenix AG Aktionäre der ContiTech AG geworden. ContiTech-Aktien werden an den Börsen in Hamburg und Hannover gehandelt.

Die ContiTemic befasst sich mit elektronischen Bremssystemen, Insassenschutz, Komfortelektronik und Antriebstechnik. Mit dem Zulieferer ZF Sachs (Antriebe) und weltweiten Partnern für Energiespeicher liefert die ContiTemic komplette Hybrid-Antriebe an Automobilfirmen wie General Motors, Daimler, uvm.

Im Juli 2006 erwarb Continental das Automobilelektronik-Geschäft von Motorola (Geschäftsbereiche Fahrwerksteuerung und Antrieb, Sensorik und Komfortelektronik sowie das Telematikgeschäft), um unter anderem die eigene Division „Continental Automotive Systems“ mit einem neuen Geschäftsbereich Telematik zu ergänzen.

Durch die Integration von Motorola in den Continental-Konzern werden die Bezeichnungen „Temic“, „Teves“ und „Motorola“ nicht mehr geführt, sondern es wird nur noch „Continental Automotive Systems“ für alle Elektronik-Töchter benutzt.

Im April 2007 wurde angekündigt, dass Continental 51 Prozent der Matador Rubber Group kauft. Somit engagiert sich der hannoversche Automobilzulieferer über ein bereits bestehendes Gemeinschaftsunternehmen im Bereich Lkw-Reifen hinaus bei dem slowakischen Reifen- und Maschinenhersteller. Die Continental AG ging damit einen weiteren strategischen Schritt, Fertigungskapazitäten in Niedriglohn-Ländern zu schaffen.

Am 25. Juli 2007 wurde bekanntgegeben, dass Continental den Automobilzulieferer Siemens VDO Automotive übernehmen werde. Der Kaufpreis betrug 11,4 Milliarden Euro. Am 29. November 2007 wurde der Kauf vom EU-Wettbewerbskommissar ohne Auflagen genehmigt und rechtskräftig.[9]

Aktionärsstruktur

(Stand: 5. April 2011)[10]

Unternehmen Anteile
Schaeffler GmbH & Co. KG 49,9 %
M.M. Warburg & CO KGaA 5,2 %
B. Metzler seel. Sohn & Co. 5,2 %
Streubesitz 39,7 %

Vorstand

  • Elmar Degenhart (seit 12. August 2009)
  • Jose A. Avila (seit 1. Januar 2010)
  • Ralf Cramer (seit 12. August 2009)
  • Helmut Matschi (seit 12. August 2009)
  • Wolfgang Schäfer (seit 1. Januar 2010)
  • Nikolai Setzer (seit 12. August 2009)
  • Heinz-Gerhard Wente

Aufsichtsrat

  • Wolfgang Reitzle (Vorsitz seit 28. September 2009)
  • Werner Bischoff (Stellvertretender Vorsitz)
  • Michael Deister
  • Gunter Dunkel (seit 23. April 2009)
  • Hans Fischl (seit 23. April 2009)
  • Jürgen Geißinger (seit 5. Februar 2009)
  • Hans-Olaf Henkel
  • Michael Iglhaut
  • Jörg Köhlinger (seit 23. April 2009)
  • Klaus Mangold (seit 23. April 2009)
  • Hartmut Meine
  • Dirk Nordmann
  • Artur Otto (seit 1. Mai 2010)
  • Klaus Rosenfeld (seit 23. April 2009)
  • Georg F. W. Schaeffler (seit 5. Februar 2009)
  • Maria-Elisabeth Schaeffler (seit 5. Februar 2009)
  • Jörg Schönfelder
  • Bernd W. Voss
  • Siegfried Wolf (seit 6. Dezember 2010)
  • Erwin Wörle

Ehemalige Persönlichkeiten

Produktion

Reifen

Straßenansicht der Continental-Hauptverwaltung und Werksgebäude in Hannover
Luftbild von Continental-Werksgebäuden in Hannover
Testgelände Contidrom bei Jeversen

Die Continental AG ist nach Bridgestone, Michelin und Goodyear der viertgrößte Reifenhersteller der Welt. Die Division Pkw-Reifen (Europa) umfasst die Marken Continental, Uniroyal, Semperit, Sportiva, Barum, General Tire, Euzkadi, Viking, Gislaved und Mabor. Weiterhin werden eine ganze Reihe von Hausmarken zum Beispiel für Reifengroßhändler gefertigt. Mit Wirkung zum 1. November 2004 hat sie den Geschäftsbereich Landwirtschaftsreifen an die tschechische CGS-Gruppe (Czech Rubber Group) verkauft.

Im Jahr 1985 übernahm Continental die Reifensparte der Semperit im niederösterreichischen Traiskirchen und damit deren Tochterfirmen in Slowenien Sava und in Tschechien Barum. 2002 wurde die Reifenproduktion aus Traiskirchen ganz nach Tschechien verlagert. Die noch verbliebene Produktion für Gummimischungen wurde Ende 2009 ebenfalls geschlossen.

Fahrzeugsysteme

Ab 1995 etablierte sich der Unternehmensbereich CAS (Continental Automotive Systems). Dabei handelt es sich um elektronisch gesteuerte Fahrwerk - und Fahrzeugsicherheitssysteme (z. B. bei Bremsen, Reifendruck, Fahrerassistenzsystem, ESP, Airbagsteuergeräte, Beschleunigungssensoren). Hier hat das Unternehmen als weltweit führender Technologiepartner der Automobilindustrie umfassende Kompetenz in den Bereichen Fahrsicherheit, Antrieb und Komfort. Mit dem Erwerb des Bremsenherstellers Alfred Teves GmbH 1998 mit Sitz in Frankfurt am Main, der zu der Zeit von der amerikanischen ITT Automotive abgestoßen wurde, und des Automobilelektronikherstellers Temic in Nürnberg (2001 von DaimlerChrysler übernommen) übertrifft dieser Unternehmensbereich die Reifenproduktion und wurde zum größten Standbein des Unternehmens. 2004 lag der Anteil am Gesamtkonzernumsatz bei rund 40 Prozent. In der Nähe von Brimley (Michigan) unterhält das Unternehmen ein Entwicklungszentrum mit Testgelände (46° 22′ 15″ N, 84° 34′ 17″ W46.370833333333-84.571388888889). Eine weitere Teststrecke, das Contidrom, zum Testen von Reifen befindet sich 35 km nord-östlich von Hannover in Wietze-Jeversen in der Südheide.

Marken des Geschäftsbereichs CAS (Continental Automotive Systems):

  • ATE (Abk. Alfred Teves) (Independent Aftermarket, Fahrzeugersatzteile)
  • Temic (ABS-/ESP-Elektronik, Fahrwerkelektronik, Motormanagement, Getriebesteuerung, Komfortelektronik, Elektromotoren, Insassenschutz)
  • Teves (Brems-, Stabilitäts- und Fahrwerkregelsysteme)
  • VDO (nach erfolgter Übernahme der Siemens VDO Automotive AG)

Bosch und Continental haben hohe Anteile am Weltmarkt für ESP-Systeme.

Literatur

  • Hans Theodor Schmidt: Continental. Ein Jahrhundert Fortschritt und Leistung 1871-1971. Hrsg. von der Continental-Gummi-Werke-Aktiengesellschaft, Hannover 1971.
  • Paul Erker: Wachsen im Wettbewerb. Eine Zeitgeschichte der Continental Aktiengesellschaft (1971- 1996). Anlässlich des 125jährigen Firmenjubiläums. ECON, Düsseldorf 1996, ISBN 3-430-12548-0.
  • Paul Erker: Vom nationalen zum globalen Wettbewerb. Die deutsche und die amerikanische Reifenindustrie im 19. und 20. Jahrhundert. Schöningh, Paderborn 2005, ISBN 3-506-71788-X. (Darin: S. 92–183: Nationale und transnationale Märkte : Continental und die Europäische Konkurrenz)
  • Reinald Schröder: Adolf Prinzhorn (1834-1913). Schröderscher Buchverlag, 2004, ISBN 3-89728-010-8.
  • Gregor Maaß, Lars Stubbe: Contra Continental. Der Widerstand der mexikanischen Euzkadi-Arbeiter gegen den deutschen Reifenkonzern. Neuer ISP-Verlag, Karlsruhe 2009, ISBN 978-3-89900-129-7.

Einzelnachweise

  1. Jahrespressekonferenz 2011
  2. http://www.pressebox.de/pressemeldungen/continental-ag/boxid/386395
  3. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  4. http://www.ftd.de/unternehmen/autoindustrie/:Machtkampf-Degenhart-ersetzt-Neumann-an-Conti-Spitze/552612.html
  5. Roland Czada, Reinhard Zintl: Politik und Markt. PVS- Politische Vierteljahresschrift. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2003, ISBN 3-531-14140-6, S. 309.
  6. tagesschau.de, Höheres Angebot beendet Übernahmestreit - Continental mit Schaeffler über Einstieg einig (nicht mehr online verfügbar) (21. August 2008)
  7. a b c d Berichte um Staatshilfen ziehen Conti-Aktie tief ins Minus. Spiegel Online, abgerufen am 26. Januar 2009
  8. Conti verschafft sich bei Banken Luft. Manager Magazin, 20. Dezember 2009
  9. ROUNDUP: Continental erhält grünes Licht aus Brüssel für VDO-Übernahme, 29. November 2007
  10. Shareholder Breakdown, Notification of Voting Rights. conti-online.com. Abgerufen am 19. Mai 2011.

Weblinks

 Commons: Continental AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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