Cormac Murphy-O'Connor

Cormac Kardinal Murphy-O’Connor (* 24. August 1932 in Reading, Berkshire, Großbritannien) ist emeritierter Erzbischof von Westminster und früherer römisch-katholischer Primas von England und Wales.

Leben

Murphy O’Connor wurde im englischen Reading als eines von fünf Kindern geboren. Zwei seiner Brüder wurden auch Priester. Er wurde im Prior Park College in Bath ausgebildet und bereitete sich ab 1950 am Venerable English College in Rom auf das Priesteramt vor. Dort erhielt er einen Abschluss in Philosophie und Katholischer Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Am 28. Oktober 1956 empfing er in Rom durch Kardinal Valerio Valeri das Sakrament der Priesterweihe. Zunächst arbeitete er in Gemeinden in Portsmouth und Fareham.

1966 wurde Murphy O’Connor Sekretär und Kaplan des Bischofs von Portsmouth, Derek Worlock, dem späteren Erzbischof von Liverpool. Im September 1970 wurde er zum Gemeindepriester in Portswood (Southampton) ernannt. Kurz darauf, Ende des Jahres 1971 wurde er als Rektor an das Venerable English College in Rom berufen, verantwortlich für die Ausbildung der Priesteramtskandidaten.

Am 21. Dezember 1977 wurde Murphy-O’Connor durch den Erzbischof von Southwark, Michael George Bowen, zum Bischof der Diözese Arundel und Brighton geweiht. Er hatte wichtige Positionen im Netzwerk der europäischen Bischöfe inne und beeinflusste die Ökumene. Von 1982 bis 2000 war er Co-Vorsitzender der Internationalen Anglikanisch-Katholischen Kommission (ARCIC). 2000 wurde er vom Erzbischof von Canterbury, George Carey, mit der Ehrendoktorwürde der Theologie ausgezeichnet, als Anerkennung seiner Arbeit für die Einheit der Christen.

Murphy O’Connor wurde am 22. März 2000 Erzbischof von Westminster und im November 2000 wurde er zum Präsidenten der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales gewählt. Papst Johannes Paul II. nahm ihn im Februar 2001 als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santa Maria sopra Minerva in das Kardinalskollegium auf.

Im August 2001 wurde der Kardinal Ehrenbürger der Stadt London. 2002 war er der erste Angehörige der römisch-katholischen Kirche seit 1680, der vor der Königin bzw. dem König von England predigten durfte.

Murphy O’Connor beklagte die Abnahme von Frömmigkeitsformen wie Fasten, Abstinenz, Kreuzweg, Rosenkranzgebet und Anbetung des Allerheiligsten Sakramentes, weil sie gute Mittel seien, um den Glauben zu vertiefen. Auch das Sakrament der Beichte werde wenig genutzt. O’Connor ermutigte die Gläubigen, alle Mittel zu nutzen, die in der katholischen Tradition verwurzelt sind. Sie seien Nahrung für den Glauben und er möchte dazu ermutigen.[1]

Nach Presseberichten soll der Kardinal nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Erzbischofs von Westminster in den Adelsstand erhoben werden und ihm ein Sitz im House of Lords zuerkannt werden. Zu diesem Zweck hätte der britische Premierminister Gordon Brown Mitte Februar bei seinem Besuch in Rom mit Papst Benedikt XVI. gesprochen. Für diesen Schritt ist eine Dispens des Papstes nötig. Gleichzeitig wäre es ein historischer Schritt, da seit der Reformation lediglich anglikanische Bischöfe Mitglieder des Oberhauses gewesen sind.[2]

Am 3. April 2009 nahm Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt als Erzbischof von Westminster an und ernannte den bisherigen Erzbischof von Birmingham, Vincent Nichols, zu seinem Nachfolger.

Quellen

  1. Kath.net: Englischer Kardinal will traditionelle Frömmigkeitsformen neu beleben 12. Januar 2007.
  2. Ruth Gledhill/ Sam Coates: Cardinal Cormac Murphy-O’Connor set to be first Roman Catholic bishop in Lords since 16th century, in: The Times vom 27. Februar 2007.

Weblinks



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