Achsenmächte

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Achsenmächte
Weltkarte mit den am Zweiten Weltkrieg beteiligten Staaten (Blau: Achsenm√§chte ‚ÄĘ Dunkelgr√ľn: Alliierte vor dem Angriff auf Pearl Harbor ‚ÄĘ Hell- und Dunkelgr√ľn: Alliierte nach dem Angriff auf Pearl Harbor)
Deutsche (Hakenkreuzflagge) und italienische Flagge auf einem Botschaftsgebäude wehend, Juni 1943

Als Achsenm√§chte bezeichnet man im Zusammenhang des Zweiten Weltkriegs das Deutsche Reich und seine wechselnden B√ľndnispartner, insbesondere Italien und Japan, und damit die Kriegsgegner der Alliierten.

Daneben gab es die ‚ÄěAchse Berlin‚ÄďTokio‚Äú, so dass auch von einer ‚ÄěAchse Berlin‚ÄďRom‚ÄďTokio‚Äú gesprochen wurde. Vom Ausw√§rtigen Amt in Berlin wurde zudem von 1939 bis 1944 eine propagandistische, aufwendig gestaltete und zweisprachig (deutsch/italienisch) erscheinende Zeitschrift Berlin‚ÄďRom‚ÄďTokio herausgegeben.[1] Auf ihrem H√∂hepunkt der Macht beherrschten die Achsenm√§chte gro√üe Teile Europas, Asiens und des Pazifischen Ozeans.

Inhaltsverzeichnis

Ursprung

Die Bezeichnung Achsenm√§chte geht auf eine Rede Benito Mussolinis am 1. November 1936 zur√ľck, in der er von einer ‚ÄěAchse Berlin‚ÄďRom‚Äú sprach, nachdem kurz zuvor am 25. Oktober 1936 ein geheimer Freundschaftsvertrag zwischen dem faschistischen Italien und dem Deutschen Reich geschlossen worden war. Mussolini erkl√§rte, dass die beiden L√§nder eine ‚ÄěAchse‚Äú bilden w√ľrden, um welche sich die anderen europ√§ischen Staaten drehen w√ľrden. Geschlossen wurde dieses Abkommen, als das faschistische Italien ‚Äď Deutschland urspr√ľnglich keineswegs freundlich gesinnt ‚Äď sich aufgrund des √Ąthiopienkriegs der Kritik des V√∂lkerbundes ausgesetzt sah, von Deutschland jedoch Beistand erhielt. Sp√§ter wandelte sich diese Freundschaft in ein B√ľndnis, von Mussolini Stahlpakt genannt. Ein entsprechender B√ľndnisvertrag wurde vom deutschen Au√üenminister Joachim von Ribbentrop und seinem italienischen Kollegen Galeazzo Ciano im Beisein Adolf Hitlers am 22. Mai 1939 in Berlin unterzeichnet.

Der Dreimächtepakt

Am 27. September 1940 schlossen die ‚ÄěHaupt-Achsenm√§chte‚Äú den Dreim√§chtepakt:

Kurzzeitig erhielt der italienische Name Roberto eine neue Bedeutung als Abk√ľrzung von Rom-Berlin-Tokio.

In der Folgezeit traten weitere Staaten diesem B√ľndnis bei:

Zugeh√∂rigkeit zur ‚ÄěAchse‚Äú

Ob bestimmte L√§nder tats√§chlich Teil der ‚ÄěAchse‚Äú gewesen sind, wird heute kontrovers diskutiert, besonders bei den L√§ndern, die der ‚ÄěAchse‚Äú erst unter Zwang und/oder vollst√§ndiger milit√§rischer Besetzung beitraten. L√§nder, die formal dem Dreim√§chtepakt von 1940 beitraten (Deutschland, Italien und Japan als Gr√ľndungsmitglieder) gelten als Teil der ‚ÄěAchse‚Äú, au√üer Jugoslawien, das durch die deutsche Wehrmacht besetzt wurde, nachdem seine Achsen-freundliche Regierung gest√ľrzt worden war, als man den Vertrag unterzeichnet hatte. Auch Kroatien, ein nominell unabh√§ngiges Land, das durch eine Teilung Jugoslawiens entstanden war, galt als Mitglied der ‚ÄěAchse‚Äú.

Thailand trat dem Dreim√§chtepakt zwar nicht bei, schloss aber 1942 ein milit√§risches B√ľndnis mit Japan und erkl√§rte den USA und Gro√übritannien den Krieg.

Die Finnen bezeichnen sich heute ungern als ehemalige Verb√ľndete des Deutschen Reichs. Vielmehr wollen sie als ‚Äěgleichzeitig kriegf√ľhrender Staat‚Äú gesehen werden. Finnland beteiligte sich am deutschen √úberfall auf die Sowjetunion. Finnisches Territorium durfte von der deutschen Wehrmacht als Aufmarschgebiet genutzt werden und die finnische Armee wurde gegen die Sowjets mobilgemacht. Der Name dieses sog. Fortsetzungskriegs spielt auf den finnisch-sowjetischen Winterkrieg an.

Die Finnen wollten im Winterkrieg verloren gegangene Gebiete zur√ľckgewinnen und auch Ost-Karelien erobern. Die Bombardierung finnischer St√§dte durch die Sowjets diente dann am 25. Juni als Begr√ľndung f√ľr die finnische Kriegserkl√§rung an die Sowjetunion und den Beginn der finnischen Offensive. Gro√übritannien erkl√§rte Finnland nach wiederholten Ersuchen, die feindlichen Aktivit√§ten gegen die Sowjetunion einzustellen, am 6. Dezember 1941 ebenfalls den Krieg.

Finnland trat nie dem Dreimächtepakt bei, unterzeichnete allerdings den Antikominternpakt von 1941. Finnland lehnte es ab, seine Streitkräfte unter ein gemeinsames deutsch-finnisches Hauptquartier zu stellen und bewahrte seine operative Unabhängigkeit. So wurde etwa die Teilnahme an der Leningrader Blockade und am Angriff auf die Murmanskbahn bei Louhi verweigert.

Mit dem insgesamt sechs Wochen w√§hrenden Ryti-Ribbentrop-Vertrag wandelte sich das Verh√§ltnis zu einem formalen Milit√§rb√ľndnis, welches als deutsche Bedingung f√ľr die Gew√§hrung dringend ben√∂tigter Waffen- und Luftunterst√ľtzung geschlossen wurde, als sich Finnland bei der Gro√üoffensive der Roten Armee mit der Gefahr einer vollst√§ndigen sowjetischen Besetzung konfrontiert sah. Nachdem die Offensive mit Hilfe der deutschen Waffenlieferungen abgewehrt war, wechselte Finnland 1944 zu den Alliierten und ging unter sowjetischem Druck im Lapplandkrieg zum Angriff auf deutsche Streitkr√§fte √ľber. Pr√§sident Risto Ryti hatte sein pers√∂nliches Ehrenwort f√ľr die Einhaltung des B√ľndnisses gegeben, und nachdem er von seinem Amt zur√ľckgetreten war, erkl√§rte sein Nachfolger, Pr√§sident Mannerheim, Rytis Abkommen mit den Deutschen f√ľr nichtig. Nach dem Kriegsende dr√§ngten die Sowjets auf ein Gerichtsverfahren gegen Ryti und einige seiner Kabinettsmitglieder. Ryti wurde schlie√ülich in einem umstrittenen Prozess ex post facto zu einer Gef√§ngnisstrafe von zehn Jahren verurteilt.

Von Deutschland abhängige und/oder kontrollierte Länder (Auswahl)

Königreich Belgien

Nach den Erfahrungen der deutschen Besatzung, die Belgien im Ersten Weltkrieg √ľber sich ergehen lassen musste, war die gesamte Nation beim Gedanken an eine zweite deutsche Besatzung entsetzt, insbesondere, da die belgische Delegation bei der Pariser Friedenskonferenz 1919 wenig Einfluss hatte ‚Äď auch wenn Belgien bei den Reparationen keineswegs zu kurz gekommen war. Mehr aus diesem Grund als aus politischen Erw√§gungen heraus war Belgien den Achsenm√§chten wenig freundlich gesinnt, obwohl sich sp√§ter Tausende Belgier (sowohl Flamen als auch Wallonen) der Waffen-SS unter dem ber√ľchtigten belgischen Faschisten L√©on Degrelle freiwillig anschlossen.

Nachdem die Deutschen Belgien 1940 tats√§chlich erneut besetzten, erlebten die niederl√§ndisch-sprachigen Flamen von den Deutschen eine gewisse Bevorzugung gegen√ľber den frankophonen Wallonen. Nach der deutschen Invasion der UdSSR erhielten fl√§mische Freiwillige die Erlaubnis zum Beitritt in die Waffen-SS, wohingegen die Wallonen zun√§chst nur bei der deutschen Wehrmacht aufgenommen wurden.

CdZ-Gebiet Luxemburg

Das Gro√üherzogtum Luxemburg wurde am 10. Mai 1940 angegriffen und besetzt. Der geplanten vollst√§ndigen Eingliederung des CdZ-Gebiets Luxemburg in das Gro√üdeutsche Reich und seiner Verklammerung mit der s√ľdlichen Rheinprovinz zu einem neuen Reichsgau Moselland kam die Befreiung durch die US-Armee am 10. September 1944 zuvor.

Königreich Dänemark

D√§nemark wurde von Deutschland am 9. April 1940 im Zuge der Operation Weser√ľbung √ľberfallen und blieb bis zum Kriegsende milit√§risch besetzt. Die D√§nen hegten gro√üe Sympathien f√ľr die Alliierten, jedoch gab es auch Unterst√ľtzung f√ľr die Achsenm√§chte: Die von der deutschen Besatzungsmacht bis 1943 im Amt belassene Regierung trat dem Antikominternpakt bei. √úber 6.000 d√§nische Staatsangeh√∂rige dienten bei der Waffen-SS an der Ostfront in verschiedenen Verb√§nden, davon 1.500 Angeh√∂rige der deutschen Minderheit in D√§nemark (Zahlen von 1941).[2]

Vichy-Regime

Nach der franz√∂sischen Kapitulation am 22. Juni 1940 wurde Marschall Henri Philippe P√©tain zum neuen Staatschef des sog. Vichy-Regimes ernannt. Die Waffenstillstandsbedingungen sahen die milit√§rische Besetzung von mehr als 50 Prozent des franz√∂sischen Gebietes vor, einschlie√ülich der Hauptstadt Paris. P√©tain verlegte den Regierungssitz in den Badeort Vichy in der unbesetzten ‚Äěfreien‚Äú Zone.

Gro√übritannien bef√ľrchtete, dass die franz√∂sische Marine in deutsche H√§nde fallen w√ľrde und beschlagnahmte s√§mtliche franz√∂sischen Schiffe in H√§fen unter britischer Kontrolle. Auch wurden bei einem britischen Angriff in Mers-el-K√©bir am 3. Juli 1940 mehrere franz√∂sische Kriegsschiffe versenkt. Nach diesem Angriff brach das Vichy-Regime s√§mtliche diplomatischen Beziehungen mit Gro√übritannien ab und zog eine Kriegserkl√§rung in Betracht.

Die Vichy-Regierung √ľbte die Kontrolle √ľber die franz√∂sischen Kolonialbesitzungen aus und wurde auch von den USA und der Sowjetunion diplomatisch anerkannt. Dem standen die Forces Fran√ßaises Libres entgegen, deren Exilregierung unter Charles de Gaulle sich in London befand.

Das Vichy-Regime zeichnete den Antikominternpakt von 1941 und entsendete franz√∂sische Freiwilligenkr√§fte an die Ostfront. Vichy-beherrschte Kolonien wurden h√§ufig als Aufmarschgebiete f√ľr Angriffe der Achsenm√§chte genutzt. Japan besetzte Franz√∂sisch-Indochina, das dann Ausgangspunkt der Invasion von Thailand, Malaya und Borneo war.

Streitkr√§fte der Briten und der Forces Fran√ßaises Libres bek√§mpften Vichy-treue Truppen in Syrien 1941 und Madagaskar 1942, US-amerikanische Einheiten beteiligten sich Ende 1942. Die deutsche Wehrmacht besetzte 1942 S√ľdfrankreich und die Vichy-Kolonie Tunesien, nachdem die Vichy-Verteidigungskr√§fte von den Amerikanern und Briten √ľberrannt worden waren.

Italienische Sozialrepublik

Die Italienische Sozialrepublik (Repubblica Sociale Italiana ‚Äď RSI) ersetzte 1943 das K√∂nigreich Italien als Mitglied der Achsenm√§chte. Am 25. Juli 1943 enthob K√∂nig Viktor Emanuel III. in √úbereinstimmung mit dem Faschistischen Gro√ürat Benito Mussolini seines Amtes und lie√ü ihn festnehmen. Italien schloss sich den Alliierten an und erkl√§rte Deutschland den Krieg. In einer spektakul√§ren Befreiungsaktion konnte Mussolini jedoch von einer Fallschirmj√§gereinheit befreit werden. Norditalien war von der Wehrmacht besetzt, und am 23. September 1943 rief Mussolini dort die Italienische Sozialrepublik aus. Dieser Staat, dessen Regierungssitz sich in Sal√≤ am Gardasee befand, schrumpfte fl√§chenm√§√üig in dem Ma√üe, in dem die westlichen Alliierten gen Norden vorr√ľckten. Die Italienische Sozialrepublik h√∂rte Ende 1944 auf zu existieren, als die letzten verbliebenen deutschen Streitkr√§fte auf italienischem Boden sich zur√ľckzogen oder kapitulierten und sich ergaben.

Von Japan abhängige und/oder kontrollierte Länder (Auswahl)

Königreich Thailand

Japanische Streitkr√§fte drangen am Morgen des 8. Dezembers 1941 auf thail√§ndisches Gebiet vor. Zun√§chst gelang es den thail√§ndischen Grenztruppen, der Invasion standzuhalten, jedoch befahl Feldmarschall und Premierminister Phibul Songkhram die Einstellung des Widerstandes. Am 21. Dezember 1941 wurde ein Milit√§rb√ľndnis mit Japan unterzeichnet, am 25. Januar 1942 folgte die thail√§ndische Kriegserkl√§rung an Gro√übritannien und die USA. Der siamesische Botschafter in den Vereinigten Staaten, Seni Pramoj, stellte seine Abschrift der Kriegserkl√§rung nicht zu. Auch wenn die Briten die Kriegserkl√§rung erwiderten, indem sie ihrerseits Thailand den Krieg erkl√§rten und es infolgedessen als feindliche Nation betrachteten, geschah dies bei den USA nicht. Die Seri-Thai-Bewegung entstand in dieser Zeit. Im Mai 1942 f√ľhrten thail√§ndische Streitkr√§fte ihre gr√∂√üte Offensive des Krieges durch und eroberten die Stadt Kengtung in Nordburma von der chinesischen 93. Division.

Weitere Seri-Thai-Strukturen wurden in Gro√übritannien und innerhalb Thailands aufgebaut. K√∂nigin Ramphaiphanee leitete die Sektion in Gro√übritannien, und der Regent Pridi Banomyong befehligte den weitaus gr√∂√üten Teil der Bewegung, den im Landesinneren. Unterst√ľtzt von Teilen des Milit√§rs, gelang die Errichtung geheimer Flugpl√§tze und Ausbildungslager und die Einschleusung alliierter Agenten.

Mit der fortschreitenden Dauer des Krieges regte sich in der thail√§ndischen Bev√∂lkerung Unmut √ľber die japanische Besetzung. Im Juni 1944 wurde Phibul Songkhram in einem von Seri Thai eingef√§delten Putsch gest√ľrzt. Die neue Zivilregierung versuchte, sowohl Seri Thai zu unterst√ľtzen als auch gleichzeitig ein gutes Verh√§ltnis mit den Japanern aufrechtzuerhalten.

Nach Kriegsende verhinderte der ma√ügebliche Einfluss der USA, dass Thailand als Achsenmacht angesehen wurde, Gro√übritannien verlangte aber drei Millionen Tonnen Reis als Reparationszahlung und die R√ľckgabe von Gebieten der britischen Kolonie von Malaya, die w√§hrend des Krieges und der Invasion annektiert worden waren. Ebenso musste Thailand annektierte Teile von Britisch-Burma, Franz√∂sisch-Indochina, Franz√∂sisch-Kambodscha und Franz√∂sisch-Laos zur√ľckgeben.

Kaiserreich ManshŇę (Mandschukuo)

Mandschukuo war ein von Japan am 1. M√§rz 1932 errichteter Marionettenstaat in der Mandschurei. Die Unabh√§ngigkeit Mandschukuos von China wurde vom V√∂lkerbund nicht anerkannt, was Japan veranlasste, aus dem V√∂lkerbund auszutreten. Das Deutsche Reich, Italien und die Neuorganisierte Regierung der Republik China unter Wang Jingwei waren die einzigen bedeutenden L√§nder, die den von Japan abh√§ngigen Staat diplomatisch anerkannten. Sp√§ter folgten diese L√§nder: Costa Rica, El Salvador, Burma unter Ba Maw, Thailand, die Provisorische Regierung des Freien Indien von Subhash Chandra Bose und der Vatikan. 1945 wurde Mandschukuo von sowjetischen Truppen in der Operation Auguststurm besetzt und 1946 an die Republik China zur√ľckgegeben.

Mengjiang

Mengjiang war ein weiterer japanischer Satellitenstaat in Nordchina. Er wurde am 18. Februar 1936 im Osten der Inneren Mongolei gegr√ľndet. Die Autonomie des Landes war rein theoretischer Natur, da die tats√§chliche politische Machtaus√ľbung in den H√§nden der japanischen Besatzer blieb. Das Staatsoberhaupt unter Japans Gnaden war der mongolische Prinz Demchugdongrub.

Die japanische Armee hatte augenscheinlich einen sp√§teren Angriff auf Russisch-Fernost im Sinn, dabei w√§ren die Grenzen von Mengjiang in das Gebiet der mit der Sowjetunion verb√ľndeten √Ąu√üeren Mongolei verschoben worden. Mit der Aussicht auf einen gro√üen vereinigten mongolischen Staat sollte eine pan-mongolische nationalistische Stimmung gesch√ľrt werden.

Nach Japans Niederlage 1945 und der Invasion der sowjetischen und roten mongolischen Armeen wurde Mengjiang aufgelöst.

Nanjing-China

W√§hrend des zweiten sino-japanischen Krieges 1937-45 wurde in Nanjing am 29. M√§rz 1940 ein kurzlebiger Staat von Wang Jingwei ausgerufen, der auch das Oberhaupt der von Japan kontrollierten Marionettenregierung wurde. Die Staatsembleme der Regierung der Republik China waren denen der Republik China und des heutigen Taiwan √§hnlich. Nach der japanischen Niederlage am 9. September 1945 wurde das Gebiet der Herrschaft des nationalistischen und Chiang Kai-shek-treuen Generals Ho Ying-ching √ľbergeben.

Zus√§tzlich wurden von den Japanern weitere kleine ‚Äěunabh√§ngige‚Äú Staaten oder politische Gebilde in besetzten Gebieten des chinesischen Festlands eingerichtet, von der inneren Mongolei bis nach Guangdong.

Provisorische Regierung des Freien Indien

Die Provisorische Regierung des Freien Indien (Arzi Hukumat-e-Azad Hind) war eine Schattenregierung unter Subhash Chandra Bose. Ihr Wirkungskreis beschränkte sich auf jene Teile Indiens, die unter japanischer Kontrolle standen. Bose war ein indischer Freiheitskämpfer, der Gandhis Konzept des gewaltfreien Widerstandes nichts abgewinnen konnte.

Boses Aufstieg lagen mehrere Faktoren zugrunde:

  • Indiens Armee war auch unter britischer Kolonialbesatzung gr√∂√ütenteils unabh√§ngig.
  • Da sich Gro√übritannien mit Deutschland im Krieg befand, w√§re die Unterdr√ľckung eines Aufstands problematisch gewesen.
  • Der wichtigste Faktor war der japanische Vormarsch in Asien. Das Japanische Kaiserreich hatte schon 1932 die Mandschurei und sp√§ter Indonesien und Vietnam in die ‚ÄěUnabh√§ngigkeit‚Äú entlassen, die Letzteren ohne jegliche Zustimmung derer europ√§ischen Kolonialm√§chte.

Bose initiierte eine Massenbewegung gegen die Benutzung indischer Ressourcen und Soldaten f√ľr den Krieg und schloss mit den in Ostindien vorr√ľckenden Japanern ein B√ľndnis. Bose und A. M. Sahay, ein weiterer politischer Anf√ľhrer, erhielten vom Chef der ultranationalistischen Geheimgesellschaft Gen‚ÄôyŇćsha TŇćyama Mitsuru und japanischen Milit√§rberatern ideologische Unterst√ľtzung. Weitere achsen-freundliche indische Politgr√∂√üen waren Asit Krishna Mukherji, ein Freund Boses, seine Ehefrau und Wahl-Inderin Savitri Devi, der Pandit Rajwade von Pune und Rash Behari Bose, der Gr√ľnder der ‚ÄěIndischen Unabh√§ngigkeits-Liga‚Äú. Bose erkl√§rte am 21. Oktober 1943 Indien f√ľr unabh√§ngig.

Nach der japanischen Besetzung der Andamanen und Nikobaren wurde Port Blair zur provisorischen Hauptstadt. Die ‚ÄěProvisorische Regierung des Freien Indien‚Äú hielt sich bis zum 18. August 1945, als sie dann offiziell aufgel√∂st wurde. W√§hrend ihres Bestehens wurde sie von neun verschiedenen Staaten anerkannt: Deutschland, Japan, Italien, Kroatien unter Ante Pavelińá, die Republik China unter Wang Jingwei, Thailand, Burma unter Ba Maw, Mandschukuo und die Philippinen unter dem de facto (und sp√§ter auch de jure) Pr√§sidenten Jos√© Laurel.

Von Italien abhängige und/oder kontrollierte Länder (Auswahl)

Königreich Albanien

Unter dem gl√ľcklosen K√∂nig Ahmet Zogu befand sich das K√∂nigreich Albanien seit den 1920er Jahren im Einflussbereich Italiens. Schon vor dem Ersten Weltkrieg wurde die italienische Sprache an albanischen Schulen gelehrt, und nach dem Krieg befand sich das Land unter dem ‚ÄěSchutz‚Äú einer Vielzahl italienischer Festungen.

Am 7. April 1939 marschierten italienische Truppen in Albanien ein, besetzten rasch das Land und zwangen K√∂nig Zogu ins Exil. F√ľnf Tage nach der Invasion beschloss das albanische Parlament den Anschluss an Italien in Personalunion, indem die albanische Krone Viktor Emanuel III. angeboten wurde, der somit K√∂nig von Italien, Kaiser von √Ąthiopien und auch K√∂nig von Albanien war. Am 10. Juni 1940 folgte Albanien Italien in den Krieg gegen Gro√übritannien und Frankreich. Albanien diente als Aufmarschgebiet f√ľr die italienische Invasion Griechenlands 1941. Albanische Truppen nahmen am √úberfall auf Griechenland teil, und albanische Freiwillige dienten sp√§ter in der 21. Waffen-Gebirgs-Division der SS ‚ÄěSkanderbeg‚Äú (albanische Nr. 1). 1941 erkl√§rte Albanien auch den USA den Krieg.

Kaiserreich √Ąthiopien

Nachdem der italienische Versuch, √Ąthiopien im ersten Italienisch-√Ąthiopischen Krieg 1895-96 zu erobern, gescheitert war, wurde das Land von den Italienern im zweiten Krieg 1935‚Äď1936 schlie√ülich erobert. Der Sieg wurde am 9. Mai 1936 verk√ľndet und der italienische K√∂nig Viktor Emanuel III. zum Kaiser von √Ąthiopien gekr√∂nt.

Zusammenfassung

Von den Achsenmächten hatten sich zum Kriegsende sechs Staaten aufgelöst: Vichy-Frankreich, der Unabhängige Staat Kroatien, die Slowakische Republik, Mandschukuo, die Italienische Sozialrepublik und die Provisorische Regierung des Freien Indien.

Indien wurde 1947 unabh√§ngig, und zwei Staaten haben sich neu gegr√ľndet: Kroatien 1991 und Slowakei 1993, beide mit eigenen demokratischen Regierungen.

Siehe auch

Quellen

  1. ‚ÜĎ Peter Longerich: Propagandisten im Krieg. Die Presseabteilung des Ausw√§rtigen Amtes unter Ribbentrop (= Studien zur Zeitgeschichte; Bd. 33), Oldenbourg, M√ľnchen 1987, S. 260‚Äď262.
  2. ‚ÜĎ Bo Lidegaard: Dansk Udenrigspolitiks Historie, Band IV: ‚ÄěOverleveren 1914‚Äď1945‚Äú. Gyldendal, 2. Ausgabe, Kopenhagen 2006, S. 461.

Literatur

  • Gerhard L. Weinberg: A World at Arms: A Global History of World War II. (NY: Cambridge University Press, 2nd edition, 2005)
  • I.C.B. Dear and M.R.D. Foot, eds.: The Oxford Companion to World War II. (2001)

Weblinks

 Commons: Achsenm√§chte ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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