Cote d'Ivoire

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Cote d'Ivoire
RĂ©publique de CĂŽte d’Ivoire
Flagge der ElfenbeinkĂŒste
Wappen der ElfenbeinkĂŒste
Flagge Wappen
Wahlspruch: Unité, Discipline et Travail
(frz., „Einheit, Disziplin und Arbeit“)
Amtssprache Französisch
Hauptstadt Yamoussoukro
Regierungssitz Abidjan
Staatsform PrÀsidialrepublik
Staatsoberhaupt PrÀsident Laurent Gbagbo
Regierungschef Premierminister Guillaume Soro
FlĂ€che 322.461 kmÂČ
Einwohnerzahl 18,7 Mio.[1]
Bevölkerungsdichte 53,7 Einwohner pro kmÂČ
BIP nominal (2007)[2] 19.598 Mio. US$ (96.)
BIP/Einwohner 1.045 US$ (130.)
HDI 0,432 (166.)
WĂ€hrung 1 CFA-Franc BCEAO
1 € = 655,957 XOF
100 XOF = 0,152449 €
(Fixer Wechselkurs)
UnabhÀngigkeit von Frankreich am 7. August 1960
Nationalhymne L’Abidjanaise
Nationalfeiertag 7. August
Zeitzone UTC
Kfz-Kennzeichen CI
Internet-TLD .ci
Telefonvorwahl +225

Die ElfenbeinkĂŒste (offizieller Name RĂ©publique de CĂŽte d’Ivoire) ist ein Staat in Westafrika. Er grenzt an Liberia, Guinea, Mali, Burkina Faso und Ghana und im SĂŒden an den Atlantik.

Das Land, das am 7. August 1960 die UnabhĂ€ngigkeit von Frankreich erlangte, wurde lange durch die Einheitspartei PDCI des PrĂ€sidenten HouphouĂ«t-Boigny regiert. Exporterlöse aus Kakao und Kaffee garantierten jahrelang einen relativen Wohlstand. Das Ende der PDCI-Herrschaft und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach dem Verfall der Kakaopreise fĂŒhrten zu inneren Spannungen, die in einen bĂŒrgerkriegsĂ€hnlichen Zustand gipfelten, der das Land 2002 in zwei Teile zerriss. Seit dem Friedensvertrag von 2007 wird an der Versöhnung und Wiedervereinigung der ElfenbeinkĂŒste gearbeitet.

Seit 1983 ist Yamoussoukro die offizielle Hauptstadt, die frĂŒhere Hauptstadt Abidjan stellt aber weiterhin das wirtschaftliche und politische Zentrum des Landes dar.

Inhaltsverzeichnis

Name

CĂŽte d’Ivoire [kot diˈvwaʀ] ist französisch und bedeutet auf deutsch „ElfenbeinkĂŒste“.

Im deutschsprachigen Raum ist die Bezeichnung ElfenbeinkĂŒste im Sprachgebrauch und in den Medien stĂ€rker verbreitet als der französische Ausdruck.[3] Im offiziellen Verkehr, beispielsweise der deutschen Bundesregierung, wird jedoch der offizielle Name CĂŽte d’Ivoire verwendet. Im Lande selbst ist die Benutzung einer anderen als der offiziellen Bezeichnung unter Strafe verboten. Auch wörtliche Übersetzungen des Namens in andere Sprachen fallen unter dieses Verbot.

PrĂ€sident HouphouĂ«t-Boigny (1905–1993) verfĂŒgte Ende 1984, dass die ElfenbeinkĂŒste, so benannt nach ihrem einst wichtigsten Exportprodukt, nur noch mit dem französischen Kolonialnamen CĂŽte d’Ivoire gefĂŒhrt und nicht ĂŒbersetzt werden darf. Im Gegensatz zu anderen Staaten, die unter anderem durch NamensĂ€nderung ihr koloniales Erbe in den Hintergrund rĂŒcken und mit Bezeichnungen aus der vorkolonialen Zeit eine unabhĂ€ngige IdentitĂ€t schaffen wollten, hielt die ElfenbeinkĂŒste auch nach der Erlangung der UnabhĂ€ngigkeit im Jahr 1960 an den engen Verbindungen zu Frankreich fest.

Die Bezeichnung fĂŒr einen Einwohner der ElfenbeinkĂŒste ist – gemĂ€ĂŸ StAGN – Ivorer oder Ivorerin (eingedeutschte Version von franz. Ivoirien und Ivoirienne). Bezeichnungen wie „ElfenbeinkĂŒstler“ oder „Elfenbeiner“ sind nicht gebrĂ€uchlich.

Geographie

Das Territorium der ElfenbeinkĂŒste hat die Form eines Vierecks, wobei der SĂŒden eine 520 Kilometer lange KĂŒstenlinie am Atlantischen Ozean, am westlichen Ende des Golfes von Guinea hat. Das Relief ist eher flach, das OberflĂ€chenprofil ist von Ebenen und Hochebenen gekennzeichnet. Allein der Westen des Landes weist Höhen von ĂŒber 1000 Metern ĂŒber dem Meeresspiegel auf. Hier, genau auf der Grenze zu Guinea, befindet sich der Mont Nimba, der mit 1.752 mÂ ĂŒ. NN der höchste Berg beider Staaten ist.[4] Der Norden des Landes wird auch von einem Teil der Oberguineaschwelle durchzogen. Davon abgesehen sind die restlichen Ebenen zwischen 200 und 350 Metern hoch gelegen.

Die höheren Plateaus haben schroffe Formen und sind aus hartem Material. Die niedriger gelegenen Ebenen haben sanftere Formen und sind in der Regel aus lockererem Material. WeitrĂ€umige, platte Gegenden charakterisieren die Savannenlandschaften wie auch die kleinen SavanneneinschlĂŒsse in den Regenwaldgebieten. Das dominierende Element der Ebenen und Hochebenen ist eine eisenhaltige Kruste, die an der OberflĂ€che als rostfarbene Platten sichtbar ist, hĂ€ufig jedoch von Sand, Kies oder feinerem Material verdeckt wird.[5]

GewĂ€sser bedecken 4462 kmÂČ oder 1,38 % des Territoriums der ElfenbeinkĂŒste. Dies sind einerseits der Atlantische Ozean und die angrenzenden Lagunen im SĂŒden des Landes, wobei die bedeutendsten Lagunenkomplexe Aby-Tendo-Ehy, EbriĂ© und Grand-Lahou-Tadio-Makey-Tagba sind. Es gibt zahlreiche FließgewĂ€sser, die das ganze Land entwĂ€ssern. Vor allen sind hier die vier großen FlĂŒsse[6] Cavally (700 km), Sassandra (650 km), Bandama (1050 km) und ComoĂ© (1160 km) zu nennen. Andere wichtige FlĂŒsse sind entweder NebenflĂŒsse davon, oder sie sind KĂŒstenflĂŒsse, die ihre eigenen Einzugsgebiete haben. Nennenswert sind der Tabou, der NĂ©ro, der San Pedro, der Bolo, der Niouniourou, der Boubo, der AgnĂ©by, die MĂ© und die Bia. Die grĂ¶ĂŸten Seen des Landes sind allesamt Stauseen: Der Kossoustausee, der Buyostausee und der AyamĂ©stausee. Schließlich gibt es zahlreiche BĂ€che und mehrere Sumpfgebiete.[5]

Geologie

Der kristalline Unterbau besteht aus Migmatiten und Gneis (magmatischer sowie sedimentĂ€rer Herkunft), Charnockiten, Noriten sowie verschiedenen Arten von Graniten. Sie sind Teil des westafrikanischen Kratons, der vor mehr als zwei Milliarden Jahren entstanden ist. Das Phyllitgestein besteht grĂ¶ĂŸtenteils aus Tonschiefer und Quarziten. Dieser Sockel ist von einer dĂŒnnen Sedimentschicht bedeckt, die aus Tonsand kontinentalen Ursprungs sowie aus Ton, Sand und Schlamm maritimen Ursprungs besteht.[7][8]

Die Böden der ElfenbeinkĂŒste haben die gleichen Eigenschaften wie jene der benachbarten LĂ€nder Westafrikas und vieler anderer tropischer Regionen. Sie sind locker, seltener verhĂ€rtet, aus einem Material in roten ockerfarbenen und dunklen rostbraunen Farbtönen.[9] Es handelt sich um ferralitische Bodentypen, die grĂ¶ĂŸtenteils durch Verwitterung entstanden sind.

Klima

Die ElfenbeinkĂŒste liegt zwischen 4° und 10° nördlicher Breite, was bedeutet, dass der Äquator etwa 400 km von der sĂŒdlichen KĂŒste des Landes entfernt liegt, und dass der nördliche Wendekreis etwa 1400 km von seiner Nordgrenze ist. An den KĂŒsten der ElfenbeinkĂŒste herrscht deshalb ein tropisches Regenklima, das im Ă€ußersten Norden in Arides Klima ĂŒbergeht.[10] Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei 28 °C, jedoch kennen die Bewohner markante Temperaturunterschiede zwischen den nördlichen und sĂŒdlichen Regionen ihres Landes, sowie zwischen den einzelnen Jahreszeiten.

GeprĂ€gt wird das Klima durch die Windsysteme des Nordost- Passats und des SĂŒdwestmonsuns: Der Nordost-Passat (Harmattan) bringt im Winter heiße, trockene, staubbeladene Luft aus der Sahara und trocknet das Land aus. Die Herkunft des SĂŒdwestmonsuns ist im Golf von Guinea, dementsprechend bringt er feuchtwarme Luft. Er bestimmt das Klima des SĂŒdens der ElfenbeinkĂŒste ganzjĂ€hrig, im Norden bringt er Sommerregen.[8]

Demnach werden in der ElfenbeinkĂŒste drei Klimazonen unterschieden.

  • Das Ă€quatoriale Klima (auch AttiĂ©klima) im SĂŒden wird durch geringe Temperaturschwankungen (generell zwischen 25 °C und 30 °C), sehr hohen Luftfeuchtigkeitswerten (zwischen 80 % und 90 %) und reichlichen NiederschlĂ€gen, die in Abidjan jĂ€hrlich 1766 mm und in Tabou 2129 mm erreichen, charakterisiert. Es gibt hier zwei Trocken- und zwei Regenzeiten. Die große Trockenzeit dauert von Dezember bis April, zeichnet sich durch große Hitze aus und kennt nur vereinzelten Regen. Die kleine Trockenzeit fĂ€llt auf die Monate August und September. Die große Regenzeit dauert von Mai bis Juli, wĂ€hrend die kleine im Oktober und November ist.[11]
  • Das feuchte Savannenklima (auch BaoulĂ©-Klima) bestimmt den Norden der Regenwaldzone und den SĂŒden der Savannen und beginnt etwa 200 km nördlich der KĂŒstenlinie. Die Temperaturen zeigen stĂ€rkere Schwankungen zwischen 14 °C und 33 °C, die Luftfeuchte liegt in der Regel zwischen 60 % und 70 %. Die jĂ€hrlichen NiederschlĂ€ge liegen bei etwa 1200 mm in BouakĂ©. Auch hier gibt es vier Jahreszeiten: zwei Trockenzeiten von November bis MĂ€rz bzw. von Juli bis August sowie zwei Regenzeiten von Juni bis Oktober sowie von MĂ€rz bis Mai.[12]
  • Das trockene Savannenklima (auch sĂŒdsudanesisches Klima) herrscht in den nördlichen Savannenregionen vor. Es zeigt relativ starke tĂ€gliche Schwankungen von 20 °C. Die Luftfeuchte ist viel niedriger als im LandessĂŒden und liegt zwischen 40 % und 50 %. In diesen Regionen tritt auch der Harmattan auf, in Form eines kĂŒhlen und trockenen Windes, zwischen Dezember und Februar. Der Norden der ElfenbeinkĂŒste kennt nur zwei Jahreszeiten: die Trockenzeit zwischen November und Juni mit vereinzelten RegenfĂ€llen im April, und einer Regenzeit zwischen Juli und Oktober. Die jĂ€hrlichen NiederschlĂ€ge, die in dieser Gegend gemessen werden, betragen etwa in Korhogo 1203 mm.
Durchschnittliche Temperatur- und Niederschlagswerte von Abidjan (SĂŒdregion)
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 31 32 32 32 31 29 28 27 28 29 31 31 Ø 30,1
Min. Temperatur (°C) 23 24 21 25 25 24 24 23 22 24 24 24 Ø 23,6
Niederschlag (mm) 21 49 110 159 319 607 201 32 69 165 149 92 ÎŁ 1.973
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Quelle: ANAM[13] und GeographyIQ
Durchschnittliche Temperatur- und Niederschlagswerte von Bouaké (Zentrumsregion)
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 33 34 34 33 33 31 29 29 30 32 33 33 Ø 32
Min. Temperatur (°C) 20 20 21 21 22 21 20 20 20 20 21 20 Ø 20,5
Niederschlag (mm) 15 44 90 134 140 141 105 109 199 128 34 20 ÎŁ 1.159
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Quelle: ANAM[13] und Météo france
Durchschnittliche Temperatur- und Niederschlagswerte von Odienné (Nordwestregion)
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 34 35 36 35 34 31 30 29 30 31 32 33 Ø 32,5
Min. Temperatur (°C) 18 18 22 23 22 21 21 21 20 20 18 16 Ø 20
Niederschlag (mm) 8 15 38 82 121 168 293 356 274 155 47 16 ÎŁ 1.573
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Quelle: ANAM[13]

Das Klima von Odienné, eine Stadt im Nordwesten, ist von den nahen Bergen und hat deshalb höhere Niederschlagswerte (1491 mm) und niedrigere Temperaturen als Regionen östlich davon.[14] In Man (noch höher in den Bergen gelegen) erreichen die Niederschlagswerte sogar 1897 mm pro Jahr.

Flora

Die StoßzĂ€hne des Elefanten gaben dem Land seinen Namen.

Die natĂŒrliche Vegetation lĂ€sst sich in zwei Zonen einteilen: Eine sĂŒdliche, guineische Zone und eine nördlichen sudanesische Zone. Die Grenze zwischen diesen beiden Zonen liegt parallel zur KĂŒstenlinie etwa beim 8. Breitengrad. Die sĂŒdliche Zone ist von immergrĂŒnem Regenwald und Mangroven (Guineischen Mangroven, davon eine westlich von Abidjan, an der MĂŒndung des Flusses Bia, und eine noch weiter westlich davon an der MĂŒndung des Flusses Boubo) geprĂ€gt. In der nördlichen Zone herrschen TrockenwĂ€lder (mit periodischem Laubwechsel) und Savannen (die Sudan-Savanne, die ein Drittel des Territoriums bedeckt, und die Guinea-Savanne) vor, wobei der Trockenwald als Übergang vom Regenwald zur Savanne gesehen werden kann. Im zentralen Teil der ElfenbeinkĂŒste ist das Guineische Wald-Savannen-Mosaik, welches aus ineinandergreifenden Zonen aus Grasland, Savanne und dichtem Feuchtwald und Galeriewald an FlusslĂ€ufen besteht.[8]

Nennenswerte Vertreter der Flora in der ElfenbeinkĂŒste sind BĂ€ume wie der Affenbrotbaum, Iroko, Tali, Amazakoue, Tiama und Movingui, die teils hohe Bedeutung fĂŒr den Export von Holz haben. In den WĂ€ldern wachsen Epiphyten und Orchideen, wĂ€hrend Schlangenwurze, Manniophyton, Knoblauchbaum, Milne-Redhead und Belluci Bedeutung als traditionelle Heilpflanzen haben.

Die Vegetation der ElfenbeinkĂŒste hat sich in den vergangenen Jahrzehnten durch menschliches Zutun grundlegend geĂ€ndert. UrsprĂŒnglich war ein Drittel des Landes im SĂŒden und Westen vollstĂ€ndig von dichten WĂ€ldern bedeckt.[15] Dazu kamen Baumsavannen im Zentrum und Norden sowie kleine Mangroven an der KĂŒste. Seit der Kolonialzeit hat sich der Waldbestand stark verringert, teils durch die Anlage von Plantagen, teils durch Abholzung. FĂŒr das Jahr 2007 wurde der natĂŒrliche Waldbestand auf 6 Millionen Hektar geschĂ€tzt.[16][17]

Fauna

Die Fauna ist besonders artenreich, mit vielen Spezies an Wirbeltieren, Wirbellosen, Wasserbewohnern und Parasiten. Unter den SĂ€ugetieren ist der Elefant das Tier, dessen StoßzĂ€hne, als Elfenbein gehandelt, dem Land seinen Namen gaben. Sein in Wald und Savanne einst hoher Bestand ist mittlerweile durch Jagd und Wilderei stark reduziert, so dass er heute nur noch in Reservaten anzutreffen ist. Daneben gibt es Flusspferde, Riesenwaldschweine, Ducker, Primaten, Nagetiere, Schuppentiere, Raubkatzen wie Löwen und Leoparden sowie Mangusten; in den Steppen sind HyĂ€nen und Schakale anzutreffen. Auch leben hier hunderte Arten von Vögeln (Reiher, Störche wie Wollhalsstorch und Marabu, Enten und GĂ€nse sowie Greifvögel). In und an den FlusslĂ€ufen der Savanne lebt das Panzerkrokodil, in den FlĂŒssen der RegenwĂ€lder das Stumpfkrokodil. Giftschlangen wie Kobras, Mambas, Puffotter, Gabunviper und Nashornviper, Felsenpython und Königspython kommen ebenso vor wie Termiten, die die Landschaft mit zahlreichen TermitenhĂŒgeln verzieren, und KĂ€fer wie etwa der Pillendreher. In den FlĂŒssen leben zahlreiche Fischarten wie Buntbarsche oder der Afrikanische Vielstachler, wĂ€hrend in den KĂŒstengewĂ€ssern Garnelen, Sandtiger- und sonstige Haie, Seenadeln, Rochen, Froschfische, Plattfische oder auch die seltene Unechte Karettschildkröte vorkommen. Zahlreiche Arten, etwa die Schimpansen, sind bereits sehr selten oder vom Aussterben bedroht.[18]

Im Land befinden sich mehrere Nationalparks und andere Schutzgebiete, unter anderem TaĂŻ (im SĂŒdwesten des Landes), Nationalpark ComoĂ© (im Nordosten).

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung der ElfenbeinkĂŒste
Ethnien der ElfenbeinkĂŒste
Bevölkerungspyramide der ElfenbeinkĂŒste

Die Bevölkerung der ElfenbeinkĂŒste zeichnet sich, Ă€hnlich wie jene der meisten EntwicklungslĂ€nder, durch ein schnelles Wachstum aus. Zwischen 1975 und 2005, also in nur 30 Jahren, verdreifachte sich die Bevölkerung von 6,7 Millionen auf fast 20 Millionen.[19] Dieses Wachstum geht zu einem gewissen Teil auf Einwanderung zurĂŒck; die VolkszĂ€hlung 1998 hat ergeben, dass 26 % der Bevölkerung Nicht-Ivorer waren.[19] Diese Einwanderer stammen zum Großteil aus den NachbarlĂ€ndern und wurden vor dem BĂŒrgerkrieg von der relativ hohen wirtschaftlichen Entwicklung und der sozialen und politischen StabilitĂ€t angezogen. Insgesamt leben zwei Millionen Menschen aus Burkina Faso in der ElfenbeinkĂŒste, die den grĂ¶ĂŸten AuslĂ€nderanteil stellen. Daneben sind zahlreiche Personen aus Mali, Guinea, dem Senegal, Liberia und Ghana eingewandert. Ferner findet man Libanesen, die vor allem Handel betreiben, Asiaten und EuropĂ€er. AuslĂ€nder, die eingebĂŒrgert wurden, machen nur 0,6 % aus.

Die Bevölkerung des Landes besteht aus circa 60 Ethnien,[19] die lange Zeit friedlich zusammenlebten. Eheschließungen zwischen verschiedenen Ethnien sind vor allem in den StĂ€dten keine Seltenheit. Die bekanntesten Gruppen sind:

  • Kwa-Gruppe: Akan (BaoulĂ© 23 % der Bevölkerung, AbĂ©, Agni, AkiĂ©) 40 % der Bevölkerung; vor allem im Zentrum, insgesamt etwa 41 % der Gesamtbevölkerung
  • Kru-Gruppe: BĂ©tĂ©, Kru und WĂȘ; etwa 17 % der Gesamtbevölkerung hauptsĂ€chlich im SĂŒden
  • Voltaic: Senufo (etwa 15 % der Bevölkerung); im Norden, etwa 16 % der Gesamtbevölkerung
  • Mande-Gruppe: MalinkĂ©/Dioula (5,5 % der Bevölkerung), Southern Mande (Dan 5 % der Bevölkerung und Yacouba); im Westen, zusammen 15 % der Gesamtbevölkerung

Aufgrund der Landflucht und der zunehmenden VerstÀdterung findet man in den StÀdten praktisch alle Ethnien. Vor allem in den kleineren StÀdten gibt es eine gewisse Tendenz, in eigenen Vierteln zusammen zu leben.

Neben der Amtssprache Französisch werden in der ElfenbeinkĂŒste rund 70 Landessprachen gesprochen, darunter BaoulĂ©, Senufo-Sprachen, Yacouba, Anyi, AttiĂ©, GuĂ©rĂ©, BĂ©tĂ©, Dioula, AbĂ©, Kulango, Mahou, Tagwana, WobĂ© und Lobi.

Die zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer liegt bei 4,9 Kindern pro Frau. Dies liegt unter anderem daran, dass nur 8 % der verheirateten Frauen moderne VerhĂŒtungsmethoden zur VerfĂŒgung stehen (Stand 2008). Jugendliche machen einen sehr starken Bevölkerungsanteil aus: 2008 waren 40 % der Bevölkerung unter 15 Jahre alt und nur 2 % ĂŒber 65 Jahre alt.[20] Ebenso ist die Bevölkerung ungleich ĂŒber das Territorium des Landes verteilt. 57 % Landbevölkerung stehen 43 % Stadtbevölkerung gegenĂŒber, wobei die Stadtbevölkerung um 4,2 % jĂ€hrlich zunimmt.[19] Der Trend der Landflucht hat sich durch den BĂŒrgerkrieg noch verstĂ€rkt.

Als Stadt werden in der ElfenbeinkĂŒste urbane RĂ€ume mit mindestens 3000 Einwohnern, in denen mehr als 50 % der Bevölkerung einer nicht-landwirtschaftlichen ErwerbsbetĂ€tigung nachgeht, definiert. Der Zensus von 1998 hat 129 StĂ€dte ergeben, von denen die grĂ¶ĂŸte Abidjan mit 2 877 948 Einwohnern ist. Weitere GroßstĂ€dte sind Yamoussoukro (155 803 Einwohner), BouakĂ© (464 618 Einwohner), Daloa (173 103 Einwohner), Korhogo (142 039 Einwohner), Gagnoa (107 124 Einwohner), Man (116 657 Einwohner) und San-PĂ©dro (131 800 Einwohner).[19] Weitere StĂ€dte sind in der Liste der StĂ€dte in der ElfenbeinkĂŒste aufgelistet.

Religionen

Moschee von Kong (nördliche ElfenbeinkĂŒste)
Cathédrale Saint-Paul in Abidjan

In der ElfenbeinkĂŒste herrscht eine hohe religiöse DiversitĂ€t. Die am meisten verbreitete Religion ist der Islam (38 %), der besonders im Norden am hĂ€ufigsten praktiziert wird und zu dem sich die meisten Einwanderer aus den nördlichen NachbarlĂ€ndern bekennen. 22 % der Ivorer sind römische Katholiken, 5,5 % sind Protestanten. 17 % der Bevölkerung praktiziert traditionelle afrikanische Religionen, die bis zu einem gewissen Ausmaß auch die AusĂŒbung der anderen Religionen beeinflussen. Weitere 17 % der Ivorer lassen sich anderen Religionen zuordnen.[21]

Der Islam ist im Ă€ußersten Norden der ElfenbeinkĂŒste seit mehr als 700 Jahren verbreitet. Das Christentum hingegen wurde an den KĂŒsten im 17. Jahrhundert durch Missionare eingefĂŒhrt. Die religiösen Feiertage werden frei von den jeweiligen GlĂ€ubigen begangen und von allen akzeptiert. Generell herrscht in der ElfenbeinkĂŒste religiöse Toleranz und friedliches Miteinander. Die ElfenbeinkĂŒste ist offiziell ein laizistischer Staat, wenngleich ReprĂ€sentanten des Staates zu religiösen Zeremonien entsandt werden und spezielle konfessionelle Schulen finanzielle Zuwendungen von Seiten des Staates erhalten.[22]

Diaspora

Zahlreiche Ivorer leben im Ausland, wenngleich ihre genaue Zahl nicht feststellbar ist, da ein Teil von ihnen in ihren AufenthaltslĂ€ndern illegal eingewandert ist. SchĂ€tzungen gehen von etwa 1,5 Millionen Auslands-Ivorern aus. Begehrteste Ziele ivorischer Auswanderer sind Frankreich, Belgien, die Schweiz, Italien, Deutschland, die USA und Kanada. Diese Auswanderer haben eine große Bedeutung fĂŒr die ivorische Wirtschaft: Sie ĂŒberweisen einerseits hohe Summen, um die daheim gebliebenen Angehörigen zu unterstĂŒtzen, andererseits sind Heimkehrer aus dem Ausland bedeutende Teilnehmer am Immobilienmarkt.[23]

Soziale Lage

Bildung

WĂ€hrend einerseits auslĂ€ndische Investoren das hohe Bildungsniveau der Eliten schĂ€tzen,[24] so stellen andererseits mangelnde Bildung und Analphabetismus große Probleme dar. Unter der armen Bevölkerung können 61,1 % der Menschen nicht lesen und schreiben, sogar 73,6 % der Frauen unter den Armen sind Analphabeten.[25] Es wird geschĂ€tzt, dass mehr als vier Millionen Jugendliche keine Ausbildung und keinen Arbeitsplatz haben.[26]

Der Staat gab 2001 4,6 % des Bruttoinlandsprodukts bzw. 21,5 % seines Budgets fĂŒr Bildungszwecke aus. Davon entfielen 43 % auf den Grundschulbereich, 36 % auf den weiterfĂŒhrenden Bildungsbereich und 20 % auf den akademischen Bereich.[27]

KindergÀrten und Schulen

SchĂŒler im Klassenzimmer eines ivorischen Gymnasiums
Eingang zur Staatlichen Schule fĂŒr Statistik und angewandte Ökonomie in Abidjan

Das Bildungssystem der ElfenbeinkĂŒste ist stark an jenes von Frankreich angelehnt und wurde kurz vor der UnabhĂ€ngigkeit eingefĂŒhrt.[28] Es besteht Schulpflicht und die Schulbildung ist kostenfrei, um den Schulbesuch der Kinder im schulpflichtigen Alter zu fördern bzw. zu ermöglichen. Das Bildungssystem umfasst eine Grundschule und eine weiterfĂŒhrende Schule, an welche sich der tertiĂ€re Bildungsbereich anschließt.

Vor dem Grundschulbesuch gibt es optionale KindergĂ€rten, von denen 2001/2002 auf dem gesamten Gebiet des Landes 391 Einrichtungen registriert wurden.[29] 2005 existierten nur im von den Regierungstruppen kontrollierten LandessĂŒden 600 KindergĂ€rten mit 2109 Erziehern und 41.445 Kindern.[29]

Die Grundschulausbildung dauert sechs Jahre und endet mit dem Certificat d’études primaires, welches zum Aufstieg in die weiterfĂŒhrende Schule berechtigt. Im Jahre 2001 existierten nach der Statistik des Bildungsministeriums 8050 öffentliche Grundschulen mit 43.562 LehrkrĂ€ften und 1.872.856 SchĂŒlern. Daneben gab es 925 private Grundschulen mit 78.406 Lehrern und 2.408.980 SchĂŒlern.[29]

Der Anteil derjenigen Kinder, die eine Grundschule besuchen, lag 2001/02 bei 79,5 % (fĂŒr MĂ€dchen nur 67,3 %) und selbst dies erst nach großen Anstrengungen der Regierung in Zusammenarbeit mit der Afrikanischen Entwicklungsbank im Rahmen des Projekts Projet BAD Ă©ducation IV.[30] Die Schulbesuchsquote fiel wĂ€hrend des BĂŒrgerkriegs auf 54,4 % (fĂŒr MĂ€dchen 49,1 %) im Jahr 2005. Generell hat das Schulwesen im BĂŒrgerkrieg einen hohen Schaden erlitten, viele SchulgebĂ€ude wurden zerstört und Lehrer verließen unsichere Gegenden.[25]

Die weiterfĂŒhrende Bildung dauert sieben Jahre. Im weiterfĂŒhrenden Bildungsbereich dominieren die privaten Einrichtungen: 370 der 522 im Jahr 2005 gezĂ€hlten Gymnasien waren privat.[29] Nur etwa 20 % der Jugendlichen bekommen eine weiterfĂŒhrende Bildung.[27] Nach dem ersten, vier Jahre dauernden Abschnitt der weiterfĂŒhrenden Bildung bekommt man das DiplĂŽme national du brevet und nach drei weiteren Jahren das BaccalaurĂ©at.

Akademische Einrichtungen

Bereits in den 1960er Jahren wurden in der ElfenbeinkĂŒste akademische Bildungseinrichtungen gegrĂŒndet, um eigene Spezialisten ausbilden zu können. Bis 1992 waren alle diese Hochschulen und Institute staatlich, seitdem wurden zahlreiche Privathochschulen gegrĂŒndet.

Im Jahr 2004/05 wurden 149 akademische Bildungseinrichtungen gezĂ€hlt, die von 146.490 Studenten besucht wurden, davon 35 % MĂ€dchen. Darunter fielen drei staatliche UniversitĂ€ten, vier staatliche Hochschulen (grandes Ă©coles) und sieben PrivatuniversitĂ€ten.[31] Zu den bedeutenderen Einrichtungen gehören das Institut national polytechnique HouphouĂ«t-Boigny (INPHB), die École normale supĂ©rieure (ENS) und die Agence nationale de la formation professionnelle. Das Ansehen der ivorischen UniversitĂ€ten ist insbesondere seit dem BĂŒrgerkrieg, als alle UniversitĂ€ten zum Umzug nach Abidjan gezwungen waren und viele Akademiker das Land verließen, gering.[25]

Gesundheit

Das Gesundheitssystem der ElfenbeinkĂŒste hat durch den BĂŒrgerkrieg schwer gelitten. Viele Einrichtungen wurden geplĂŒndert oder zerstört, das Personal musste aus SicherheitsgrĂŒnden in den StĂ€dten konzentriert werden oder hat das Land gar ganz verlassen.

HĂ€ufigste Krankheiten sind, bedingt durch das tropische Klima, Malaria, Cholera, Typhus, Tuberkulose, Gelbfieber sowie Hepatitis A und Hepatitis B. Ein Großteil der Erkrankungen kann auf verschmutztes Trinkwasser zurĂŒckgefĂŒhrt werden; mehr als die HĂ€lfte der armen Haushalte hat keinen Zugang zu sauberem Wasser, wobei dieser Prozentsatz im lĂ€ndlichen Norden viel höher ist. Die Kindersterblichkeit ist zwischen 1994 und 2007 von 89 auf 117 pro Tausend Lebendgeburten gestiegen. Die SĂ€uglingssterblichkeit lag 2008 bei 100 pro 1.000 Geburten, die MĂŒttersterblichkeit bei 810 pro 100.000 Geburten.[32] Etwa 7 % der Bevölkerung sind mit HIV infiziert (siehe auch: AIDS in Afrika), auch andere sexuelle ĂŒbertragbare Krankheiten breiten sich, bedingt durch frĂŒhe sexuelle AktivitĂ€t und mangelnde AufklĂ€rung schnell aus; unfachmĂ€nnische Abtreibungen sind hĂ€ufig.[25]

Ein Verbesserungsplan fĂŒr das Gesundheitswesen wurde von der Regierung 1995 in Angriff genommen. Die politischen Wirren haben jedoch dazu gefĂŒhrt, dass dieses Programm nicht zu Ende gefĂŒhrt wurde. Die Regierung versucht nun, medizinisches Personal in die frĂŒheren Kriegsgebiete zurĂŒckzubringen.

Wer plant, die ElfenbeinkĂŒste zu besuchen, sollte prĂŒfen, ob die vorhandenen Impfungen gegen Diphtherie, KinderlĂ€hmung und Tetanus aufgefrischt werden mĂŒssen. Daneben sind Impfungen gegen Hepatitis A und B und Gelbfieber angeraten; wer sich weit abseits der GroßstĂ€dte bewegt, sollte auch Impfungen gegen Cholera, Tollwut und Typhus in Betracht ziehen. In jedem Fall ist Malariaprophylaxe oder das MitfĂŒhren von entsprechenden Medikamenten empfohlen.

Geschichte

→ Hauptartikel: Geschichte der ElfenbeinkĂŒste

Vorkoloniale Zeit

Bis zur Kolonialisierung wies der SĂŒdteil der ElfenbeinkĂŒste keine Staatenbildung auf. Der Nordteil hingegen kam ab dem 11. Jahrhundert in den Einfluss der Sahelreiche, etwa des Malireiches ab dem 13. Jahrhundert. Gleichzeitig kam der Islam durch Handel und kriegerische Auseinandersetzungen in diese Region. Im 17. Jahrhundert war der Stadtstaat Kong der mĂ€chtigste Staat der Region und ein Zentrum islamischer Gelehrsamkeit.

Kolonialperiode

Die Portugiesen trieben seit dem 15. Jahrhundert Handel mit den KĂŒstenstĂ€mmen, wurden aber seit dem 17. Jahrhundert von den Franzosen verdrĂ€ngt, die 1843 den MarinestĂŒtzpunkt Grand-Bassam errichteten und das Gebiet 1893 zur Kolonie CĂŽte d’Ivoire erklĂ€rten. Die Niederschlagung von AufstĂ€nden, besonders des islamischen FĂŒhrers Samory TourĂ©, nahm allerdings noch mehrere Jahre in Anspruch. 1895 wurde CĂŽte d’Ivoire ein Teil Französisch-Westafrikas, 1956 erhielt es innere Selbstverwaltung und wurde 1958 autonome Republik innerhalb der französischen Gemeinschaft.

Ära HouphouĂ«t-Boigny

Am 7. August 1960 erhielt CĂŽte d’Ivoire die volle UnabhĂ€ngigkeit unter FĂ©lix HouphouĂ«t-Boigny, der bis zu seinem Tode 1993 StaatsprĂ€sident (bis 1990 auch Regierungschef) war. HouphouĂ«t-Boigny, der GrĂŒnder der Einheitspartei „Parti Democratique de CĂŽte d’Ivoire“ (PDCI), verfolgte eine prowestliche Politik. Er verfĂŒgte auch, dass die „ElfenbeinkĂŒste“, so benannt nach ihrem einst wichtigsten Exportprodukt, seit Ende der 1980er Jahre nur noch mit dem französischen Kolonialnamen CĂŽte d’Ivoire bezeichnet werden darf. Unruhen unter der Bevölkerung fĂŒhrten dazu, dass 1990 ein Mehrparteiensystem sowie das Amt des MinisterprĂ€sidenten eingefĂŒhrt wurden. Die prowestliche und marktwirtschaftlich orientierte Politik des PrĂ€sidenten FĂ©lix HouphouĂ«t-Boigny machte aus CĂŽte d’Ivoire einen der reichsten Staaten Westafrikas und fĂŒhrte zu politischer StabilitĂ€t.

Nachfolger HouphouĂ«t-Boignys wurde 1993 Henri Konan BĂ©diĂ© (PDCI). Die von der Opposition boykottierten Wahlen im Oktober 1995 bestĂ€tigten BĂ©diĂ© im PrĂ€sidentenamt. Eine Änderung der prĂ€sidialen Verfassung von 1960 verlĂ€ngerte 1998 die Amtszeit des PrĂ€sidenten von fĂŒnf auf sieben Jahre und stĂ€rkte seine exekutiven Befugnisse.

MilitÀrregierung

Der Verfall der Kakaopreise fĂŒhrte 1999 zu wirtschaftlichen Krisenerscheinungen. Im Dezember 1999 wurde BĂ©diĂ©, der oppositionelle Kreise zunehmend unterdrĂŒckt hatte, in einem unblutigen Putsch vom MilitĂ€r unter FĂŒhrung von General Robert GuĂ©ĂŻ gestĂŒrzt. Das Land fiel damit in eine tiefe Krise. Unter dem Schlagwort IvoiritĂ© kam es zu xenophoben Tendenzen und zur Diskriminierung der im Norden des Landes ansĂ€ssigen Ethnien. Im Jahre 2000 gewann Laurent Gbagbo PrĂ€sidentschaftswahlen, von denen der Oppositionskandidat (Alassane Ouattara) ausgeschlossen worden war. Dies wurde damit begrĂŒndet, dass Ouattaras Eltern aus dem Nachbarland Burkina Faso stammen. Der andauernde Streit darum, wer ein wahrer „Ivorer“ sei und wer nicht, fĂŒhrte schließlich 2002 zu einem bewaffneten Aufstand gegen Gbagbo und zu der aktuellen Krise.

BĂŒrgerkrieg und Teilung

→ Siehe auch: Geschichte der ElfenbeinkĂŒste

Aufteilung der ElfenbeinkĂŒste in von Regierungstruppen kontrolliertem SĂŒden (hell) und von den Forces Nouvelles gehaltenem Norden (dunkel). Nicht eingezeichnet: die im sĂŒdlichen Teil dazwischenliegende Pufferzone unter Kontrolle der ONUCI und der französischen Armee. Stand: Mai 2005.
„Kindersoldat in der ElfenbeinkĂŒste, Afrika“, Gilbert G. Groud, 2007, Mischtechnik Tusche und Wachs

Im September 2002 erhob sich ein Teil der Armee gegen die Regierung und brachte die nördliche HĂ€lfte des Staates unter ihre Kontrolle. Diese Entwicklung hat ihren Hintergrund in ethnischen Spannungen; in der ElfenbeinkĂŒste leben viele aus den angrenzenden Staaten eingewanderte Menschen. Es ist aber auch ein Konflikt um Land und den Zugang zu Ressourcen.

Im Auftrag der UNO wurden zur Trennung der Rebellen im Norden und dem sĂŒdlichen Landesteil mehr als 6300 Blauhelme im Land stationiert. ZusĂ€tzlich sind etwa 4500 französische Soldaten im Land. Letztere agieren ebenfalls im Auftrag der UNO, waren aber schon vor der Krise in CĂŽte d’Ivoire stationiert. Die frĂŒhere Kolonialmacht Frankreich setzte einen Friedensplan durch, der eine Machtteilung zwischen Gbagbos FPI und den Forces Nouvelles der Rebellen vorsah. Der Krieg wurde somit fĂŒr beendet erklĂ€rt.

Anfang November 2004 eskalierte die Situation erneut, als am 4. November Regierungstruppen Ziele im Norden des Landes aus der Luft angriffen. Gleichzeitig wurden in Abidjan BĂŒros von Oppositionsparteien und unabhĂ€ngigen Zeitungen verwĂŒstet. Am dritten Tag der Luftangriffe kamen neun französische Soldaten ums Leben. Als Reaktion darauf wurde von den französischen StreitkrĂ€ften die gesamte Luftwaffe (zwei Kampfflugzeuge, fĂŒnf Kampfhubschrauber) CĂŽte d’Ivoires binnen eines Tages vernichtet. Letzteres wurde von der UNO nachtrĂ€glich fĂŒr gerechtfertigt erklĂ€rt.

Dem sĂŒdlichen Landesteil unter Gbagbo wiederum wird vorgeworfen, die Teilung der Macht eigentlich nicht gewollt zu haben. Gbagbo destabilisiere die Lage seit lĂ€ngerem unter anderem mit Aufrufen zu Hass und Gewalt ĂŒber TV und Radio. Bis 15. November wurden rund 6000 AuslĂ€nder via LuftbrĂŒcke evakuiert.

Unter sĂŒdafrikanischer Vermittlung einigten sich Armee und Rebellen am 9. Juli 2005 neuerlich auf ein Entwaffnungs- und Machtteilungsabkommen. Dieses sollte den Weg freimachen zu PrĂ€sidentschaftswahlen am 30. Oktober 2005. Der BĂŒrgerkrieg wurde zum zweiten Mal fĂŒr beendet erklĂ€rt.

Weder die Entwaffnung noch Wahlen wurden jedoch umgesetzt. GrĂŒnde dafĂŒr waren Unstimmigkeiten bei der Vorgehensweise zur Erfassung der WĂ€hler und ĂŒber das Ausstellen von IdentitĂ€tspapieren. Die UNO beschloss eine VerlĂ€ngerung der Amtszeit von PrĂ€sident Gbagbo um ein Jahr, und stellte ihm den parteilosen Charles Konan Banny als Premierminister an die Seite. Mitte Januar 2006 eskalierte die Situation erneut: Es kam in mehreren Orten zu gewalttĂ€tigen Demonstrationen mit Toten und Verletzten. Nach einem einschlĂ€gigen UN-Beschluss Anfang Februar 2006 wurden Konten von drei Gegnern des Friedensprozesses eingefroren. Die Sanktionen richten sich gegen Ble Goude und Eugene Djue, die als AnfĂŒhrer militanter Jugendgruppen und AnhĂ€nger von StaatsprĂ€sident Laurent Gbagbo gelten, sowie gegen RebellenfĂŒhrer Fofie Kouakou. Die Audiences foraines genannte Registrierung von bisher papierlosen BĂŒrgern im Hinblick auf die vereinbarten Wahlen kommt nur schleppend vorwĂ€rts. Die Opposition behauptet, sie wĂŒrden von Mitgliedern der Regierungspartei hintertrieben und teilweise verhindert.

Vertrag von Ouagadougou und Machtteilung

Am 4. MĂ€rz 2007 wurde, nach langwierigen Verhandlungen zwischen PrĂ€sident Gbagbo, RebellenfĂŒhrer Soro und dem burkinischen PrĂ€sidenten Blaise CompaorĂ©, ein neuer Friedensvertrag unterzeichnet. Dieser Vertrag sieht, im Unterschied zu den vorigen Abkommen, neben Machtteilung auch einen stĂ€ndigen Konzertationsrahmen vor, in welchem neben Gbagbo, Soro und CompaorĂ© auch BĂ©diĂ© und Ouattara vertreten sind. Soro wurde zum Premierminister der neu zu bildenden Regierung ernannt. Dieser Vertrag von Ouagadougou enthĂ€lt detaillierte Vereinbarungen zur Ausgabe von IdentitĂ€tspapieren, Aufstellen des WĂ€hlerverzeichnisses sowie die Schaffung einer nationalen Armee.

Wenige Wochen spĂ€ter wurde bereits mit dem Abbau der Pufferzone begonnen und es gab erste gemeinsame Patrouillen aus Soldaten und Rebellen.[33] Im Juli 2007 besuchte PrĂ€sident Gbagbo zum ersten Mal seit fĂŒnf Jahren den von den Rebellen gehaltenen Norden. Er nahm dort an einer offiziellen Friedenszeremonie teil, bei der in Anwesenheit zahlreicher afrikanischer Staatschefs Waffen verbrannt wurden.[34][35]

Wahlen sollen, nachdem das Mandat von PrÀsident Gbagbo bereits 2005 abgelaufen und durch die Vereinten Nationen mehrmals verlÀngert worden war, nun im ersten Halbjahr 2009 stattfinden.

Politik

Nach seiner UnabhĂ€ngigkeit hat die ElfenbeinkĂŒste ein prĂ€sidentielles Regierungssystem eingefĂŒhrt.[36] Es existiert formelle Gewaltentrennung in die Exekutive, die Legislative und die Judikative. Dazu kommen Institutionen wie der Conseil Ă©conomique et social und der MĂ©diateur de la RĂ©publique.[37]

Exekutive

Laurent Gbagbo, PrĂ€sident der ElfenbeinkĂŒste
Guillaume Soro (Mitte), Premierminister

Die Exekutive fiel bis 1990 allein dem StaatsprÀsidenten zu. Seitdem sind die Kompetenzen auf den PrÀsidenten als Staatsoberhaupt und auf den Premierminister als Regierungschef verteilt.[38]

Der StaatsprĂ€sidenten wird in direkter, allgemeiner Wahl gewĂ€hlt. Es werden zwei DurchgĂ€nge abgehalten, wobei ein Kandidat die einfache Mehrheit erreichen muss. Das Mandat dauert fĂŒnf Jahre und der PrĂ€sident kann einmal wiedergewĂ€hlt werden.[37] Er ist der alleinige Chef der Exekutive; zu seinen Aufgaben gehört es, die nationale UnabhĂ€ngigkeit zu bewahren, die IntegritĂ€t des Territoriums aufrechtzuerhalten und internationale Abkommen und VertrĂ€ge einzuhalten. Es ist Oberbefehlshaber der StreitkrĂ€fte, wacht ĂŒber die Einhaltung der Verfassung und ĂŒber die KontinuitĂ€t des Staates. Er ist Chef der Verwaltung und ernennt zivile wie militĂ€rische Beamte. In Krisenzeiten erhĂ€lt der PrĂ€sident Sondervollmachten. Im Fall des Todes, des ZurĂŒcktretens oder der Absetzung des PrĂ€sidenten ĂŒbernimmt der PrĂ€sident der Nationalversammlung dieses Amt fĂŒr eine Dauer bis zu 90 Tagen.[37]

Der Premierminister wird vom StaatsprĂ€sidenten ernannt und kann von ihm wieder entlassen werden.[37] VerfassungsgemĂ€ĂŸ hat der Premierminister keine eindeutig exekutive Funktion. Er vertritt jedoch den StaatsprĂ€sidenten, wenn er außerhalb des Landes ist. Der Premierminister muss nicht aus der parlamentarischen Mehrheit hervorgehen, und die Regierung, die dem Premierminister untersteht, wird vom StaatsprĂ€sidenten auf Vorschlag des Premierministers ernannt. Er leitet die Regierung und kann gewisse AutoritĂ€ten an die Minister delegieren.[37] Die aktuelle Regierung, die am 7. April 2007 angelobt wurde, besteht aus 32 Mitgliedern.[39] Der aktuelle Premierminister ist Guillaume Soro, der am 29. MĂ€rz 2007 ernannt wurde.[40]

Seit der letzten PrĂ€sidentschaftswahl vom 26. Oktober 2000, die von Laurent Gbagbo gewonnen wurde, hat es keine weiteren Wahlen gegeben. Die PrĂ€sidentschaft wird, gemĂ€ĂŸ verschiedener Abkommen und UN-Resolutionen, weiterhin von Gbagbo ausgeĂŒbt, wĂ€hrend der Premierminister die AktivitĂ€ten zur KrisenbewĂ€ltigung, wie Wiedervereinigung des Landes und der StreitkrĂ€fte, WĂ€hlererfassung und Wahlvorbereitungen innehat.[41]

Legislative

Das Parlament Maison des députés, Yamoussoukro
Sitzverteilung in der Nationalversammlung seit den Wahlen von 2000

Die ElfenbeinkĂŒste verfĂŒgt ĂŒber ein Einkammernparlament, die Nationalversammlung ( AssemblĂ©e nationale). Sie hat 225 Abgeordnete, ein BĂŒro, mehrere technische Kommissionen und parlamentarische Gruppen. Die Abgeordneten werden in allgemeinen Wahlen direkt fĂŒr eine Amtszeit von 5 Jahren gewĂ€hlt.[37] In der Nationalversammlung wird ĂŒber Gesetze und Steuern abgestimmt, weiteres hat sie verfassungsgemĂ€ĂŸ die Kontrolle ĂŒber die TĂ€tigkeiten der Exekutive.[37] Um die UnabhĂ€ngigkeit der Nationalversammlung zu sichern, sind die Abgeordneten immun vor Strafverfolgung aufgrund der AusĂŒbung ihrer AbgeordnetentĂ€tigkeit und auch fĂŒr Strafverfolgung wegen Vergehen außerhalb ihrer Abgeordnetenfunktion muss es die Zustimmung des Parlaments geben.[37]

Die letzten Parlamentswahlen haben am 10. Dezember 2000[42] bzw. 14. Januar 2001[43] stattgefunden. Der momentane Parlamentsvorsitzende ist Mamadou Koulibaly.[44]

Neuwahlen haben seitdem aufgrund des BĂŒrgerkrieges nie stattgefunden, was zum Auslaufen des Mandates des Parlaments und dessen faktische HandlungsunfĂ€higkeit gefĂŒhrt hat.

Judikative

Justizpalast in Abidjan

Die ElfenbeinkĂŒste hat aus der Kolonialzeit ein Justizsystem geerbt, welches zwei parallele Rechtsprechungen aufwies – einerseits das französische Recht, andererseits das lokale Gewohnheitsrecht. Dies resultierte aus zwei verschiedenen Gesetzgebungen, welche wiederum zwischen den verschiedenen Bevölkerungsschichten und deren Status unterschied. Frankreich behielt damals fĂŒr normale Ivorer einen anderen rechtlichen Status bei als fĂŒr Franzosen und Gleichgestellte.[45]

Nach der UnabhĂ€ngigkeit ging man daran, einen Justizapparat aufzubauen, der sowohl modern als auch an die Notwendigkeiten des Landes angepasst war. Es wurden neue Strukturen aufgebaut und das entsprechende Personal ausgebildet. Obwohl seit 1960 viele VerĂ€nderungen geschehen sind, bleiben die französischen EinflĂŒsse im ivorischen Justizsystem stark.[45][46]

Die Justizgewalt wird in zwei Instanzen unter der Kontrolle des obersten Gerichts (Cour suprĂȘme) ausgeĂŒbt. Der Verfassungsrat (Conseil constitutionnel) sowie der Hohe Gerichtshof (Haute cour de justice), sind Sondergerichtsbarkeiten.[37]

Konsultativ- und Vermittlungsorgane

Conseil Ă©conomique et social

Der Conseil Ă©conomique et social (Wirtschafts- und Gesellschaftsrat) ist ein Konsultativorgan, welches in der Verfassung der ElfenbeinkĂŒste vorgesehen ist.[37] Er ist dafĂŒr eingerichtet, die wichtigsten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen TĂ€tigkeiten zu reprĂ€sentieren, die Zusammenarbeit verschiedenen Wirtschaftszweige zu verbessern und die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Regierung zu verbessern. Gesetzesprojekte aus Wirtschafts- und Sozialpolitik werden ihm zur Kommentierung vorgelegt.[47] Der StaatsprĂ€sident kann diese Einrichtung zu allen wirtschaftlichen und Sozialfragen konsultieren.[37]

Die Mitglieder dieser Institution werden fĂŒr fĂŒnf Jahre ernannt. Das Auswahlkriterium ist, wie sehr die jeweiligen Personen zur Entwicklung des Landes beitragen haben. Momentan hat der Conseil Ă©conomique et social 125 Mitglieder. Sein Vorsitzender ist Laurent Dona Fologo.[47]

Der MĂ©diateur de la RĂ©publique (Vermittler der Republik) ist ebenfalls ein verfassungsmĂ€ĂŸig vorgesehenes Organ.[37] Er ist eine unabhĂ€ngige Verwaltungseinheit, der etwa die Funktion eines Ombudsmanns einnimmt.[48] Der Vorsitzende dieser Organisation wird vom StaatsprĂ€sidenten nach Vorschlag des PrĂ€sidenten der Nationalversammlung ernannt, seine Amtszeit dauert sechs Jahre und ist nicht verlĂ€ngerbar. Er kann auch nicht vor Ende seiner Amtszeit abgesetzt werden; er kann nur durch den Verfassungsrat (Conseil constitutionnel) seines Amtes enthoben werden. Er ist in der AusĂŒbung seines Amtes immun. Er kann nicht gleichzeitig zu dieser Funktion ein anderes politisches Amt oder öffentliche Funktion bekleiden, ebenso darf er keine andere berufliche Funktion ausĂŒben. Die Funktion des MĂ©diateur de la RĂ©publique wird momentan von Mathieu Ekra bekleidet, sein Stellvertreter ist Lamine Ouattara, der die gleiche Funktion in der Region Zanzan ausĂŒbt.[49]

Parteienlandschaft

Kurz vor der UnabhĂ€ngigkeit der ElfenbeinkĂŒste wurden im Jahr 1956/57 erste pluralistische Wahlen organisiert, um die Territorialversammlung und GemeinderĂ€te zu wĂ€hlen. Alle Sitze wurden von der Parti DĂ©mocratique de CĂŽte d'Ivoire, einer Teilbewegung des Rassemblement DĂ©mocratique Africain gewonnen. Kurz nach dieser Wahl entscheiden sich alle politischen Mitbewerber, sich der PDCI-RDA im Rahmen eines nationalen Konsensus unterzuordnen. Die PDCI-RDA wird somit zur einzigen Partei des Landes. Dieses Einparteiensystem bleibt praktisch bis 1990 bestehen, auch wenn zeitweise vorsichtige Schritte zur Bildung einer Opposition unternommen wurden oder einzelne Krisen das Land erschĂŒtterten (etwa die Sanwi-Affaire 1959–66, das angebliche Komplott gegen den PrĂ€sidenten 1963/64, GuĂ©biĂ©-Affaire 1970 oder der gescheiterte Putsch 1973).

Dieses System endet mit den Massendemonstrationen im Jahr 1990 und der RĂŒckkehr zum Mehrparteiensystem, wie es eigentlich seit 1960 in der Verfassung der Republik verankert gewesen wĂ€re. Im gleichen Jahr werden zahlreiche neue Parteien gegrĂŒndet.[50][51] Die Parteien, die momentan politischen Einfluss haben, sind der sozialistische Front Populaire Ivorien (FPI) unter Pascal Affi N'Guessan, die rechtsliberale Parti DĂ©mocratique de CĂŽte d’Ivoire – Rassemblement dĂ©mocratique africain (PDCI-RDA) unter Henri Konan BĂ©diĂ© und der liberale Rassemblement des RĂ©publicains (RDR) unter Alassane Ouattara. Nennenswert, jedoch mit weniger politischem Gewicht ausgestattet, sind die Union pour la DĂ©mocratie et la Paix en CĂŽte d’Ivoire (UDPCI) von Albert Mabri Toikeusse und die sozialistische Parti Ivoirien des Travailleurs (PIT) unter Francis WodiĂ©.[52] Andere Spieler auf der politischen BĂŒhne des Landes sind nicht als Partei organisiert, dazu gehören etwa die Forces Nouvelles, die eine politische und militĂ€rische GrĂ¶ĂŸe, aber keine Partei sind.

Verfassung

Die im Jahre 2000 verabschiedete Verfassung garantiert Grundrechte und Grundfreiheiten, wie es internationale Abkommen und VertrÀge verlangen. Ebenfalls ist seit 2000 die Todesstrafe abgeschafft.

Die RealitĂ€t sieht jedoch anders aus. Im BĂŒrgerkrieg kam und kommt es sowohl durch die Rebellen- als auch durch die Regierungstruppen zu massiven Übergriffen wie Mord, Folter, Verschwindenlassen unliebsamer Personen und sexueller Gewalt. Die Beschneidung weiblicher Genitalien ist offiziell verboten, dennoch wird sie hĂ€ufig praktiziert; das gleiche gilt fĂŒr Kinderarbeit.[53][54]

Verwaltungsgliederung

Die ElfenbeinkĂŒste ist seit 12. Juli 2000 in 19 Regionen aufgeteilt. Diese sind (in Klammern die Hauptstadt):

→ Siehe auch (vor allem auch fĂŒr die frĂŒhere Verwaltungsgliederung): Regionen der ElfenbeinkĂŒste, DĂ©partements der ElfenbeinkĂŒste

MilitÀr

Der ivorische Staat hat zeit seiner Existenz nie konsequent am Aufbau eigener StreitkrĂ€fte gearbeitet. Er verließ sich anstelle dessen auf die abschreckende Wirkung der französischen MilitĂ€rprĂ€senz in der Region. Mit Frankreich existieren Verteidigungs- und MilitĂ€rhilfeabkommen inklusive Geheimklauseln.[55] Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben fĂŒr Verteidigung bei etwa 4 % des BIP.

Im August 2002 erklĂ€rte PrĂ€sident Gbagbo grundsĂ€tzlich, dass Westafrika eine militĂ€rische Kooperationslogik statt gegenseitige Abschreckung benötige.[55] Aufgrund des BĂŒrgerkriegs blieb es in der Folge aber bei dieser ErklĂ€rung.

Im militĂ€rischen Bereich sind momentan fĂŒr die Regierung die wichtigsten Aufgaben, die Milizen abzurĂŒsten und deren Söldner wieder in die Gesellschaft einzubinden, um in der Folge eine regulĂ€re nationale Armee aufzubauen.

Wirtschaft

Die ElfenbeinkĂŒste verfĂŒgt ĂŒber die stĂ€rkste Wirtschaft der westafrikanischen Wirtschafts- und WĂ€hrungsunion, zu deren gesamten BIP sie 40 % beitrĂ€gt.[24] Das Pro-Kopf-BIP liegt ebenfalls ĂŒber dem westafrikanischen Durchschnitt, jedoch unter dem gesamtafrikanischen.[25] Die Wirtschaft hat sich mithin von den Wirren des BĂŒrgerkrieges, welcher 1,7 Millionen Menschen in die Flucht trieb, die offizielle Verwaltung zusammenbrechen ließ, die Produktion behinderte und die Arbeitslosigkeit in die Höhe schnellen ließ, erholt. Das zeigen nicht zuletzt die Investitionen, die sich 2007 gegenĂŒber 2006 vervierfachten und etwa 520 Millionen Euro betrugen.[24]

Die ElfenbeinkĂŒste ist auch ein von Armut gekennzeichnetes Land. Als arm gilt in der ElfenbeinkĂŒste jemand, der weniger als 162 800 XOF (250 Euro) pro Jahr zum Leben hat. Landesweit fallen 43,2 % der Menschen unter diese Armutsgrenze, in einigen lĂ€ndlichen Savannengebieten gelten weit mehr als die HĂ€lfte der Menschen als arm.

Probleme

Ein großes Problem des Staates ist der hohe Grad an Korruption. CĂŽte d’Ivoire belegt einen der untersten PlĂ€tze in der Statistik von Transparency International.

Exemplarisch dafĂŒr steht der GiftmĂŒllskandal aus dem Jahr 2006: Anfang September 2006 wurde bekannt, dass von einem auslĂ€ndischen Schiff aus auf mehreren Deponien, aber auch in der offenen Kanalisation und in StraßengrĂ€ben in Abidjan ĂŒber 500 Tonnen GiftmĂŒll abgeladen wurde.[56] Dieses fĂŒhrte zu ĂŒber 1500 Erkrankungen und mindestens acht TodesfĂ€llen.[57] Etwa 15.000 Bewohner klagen ĂŒber Vergiftungserscheinungen. Als Reaktion auf diesen GiftmĂŒllskandal erklĂ€rte die Übergangsregierung von MinisterprĂ€sident Banny am 6. September ihren RĂŒcktritt, um rund zehn Tage spĂ€ter mit minimalen Änderungen wieder ihr Amt anzutreten. WĂ€hrend PrĂ€sident Gbagbo auslĂ€ndische MĂ€chte fĂŒr diesen „Anschlag“ auf die ElfenbeinkĂŒste verantwortlich macht, sind Regimekritiker und die Opposition sich einig, dass die erst wenige Wochen zuvor gegrĂŒndete verantwortliche Firma dem Verkehrsminister und Gbagbos Frau Simone gehörten und Schmiergelder in Millionenhöhe geflossen seien.[58] Ob von den 247 Millionen Franken, die die Schweizer Firma Trafigura an EntschĂ€digungen zahlte, jemals etwas an die Opfer weitergegeben wurde, ist ebenfalls zweifelhaft.[59]

Land- und Forstwirtschaft

Kaffeebohnen

Die Landwirtschaft ist nach wie vor der dominierende Wirtschaftszweig der ElfenbeinkĂŒste. Sie beschĂ€ftigt zwei Drittel der ivorischen ArbeitskrĂ€fte und bestreitet die Exporterlöse zu 70 %,[25] auch wenn sie nur 23 % zum BIP beitrĂ€gt.[24]

Das Land ist weltgrĂ¶ĂŸter Kakaoproduzent und -exporteur, mit einer Ernte von 1,335 Millionen Tonnen 2003/2004. Damit hat es einen Anteil von 40 % der weltweiten Gesamtproduktion.[60] Die Kakaoernte erfolgt teils durch Kindersklaverei.[61] War der Kakao einst das wichtigste Exportprodukt, so hat es diesen Status mittlerweile an die Erdölprodukte verloren. Zudem ist die Kakaoernte in den vergangenen Jahren stark gesunken. Dies lag einerseits am niedrigen Erzeugerpreis fĂŒr Kakaobohnen, was viele Pflanzer auf andere Erzeugnisse umsteigen ließ und Reinvestitionen der Gewinne in die Plantagen unattraktiv machte. Daneben erheben der Staat und lokale Rebellen hohe Abgaben auf Agrarerzeugnisse, was den Schmuggel in die NachbarlĂ€nder fördert. Die schlechte Sicherheitslage vertrieb die Wanderarbeiter und ließ LagerkapazitĂ€ten verfallen.[24] Ein weiteres wichtiges Exportprodukt ist der Kaffee, dessen Ernte 2003/2004 etwa 250 000 Tonnen betrug, was die ElfenbeinkĂŒste zum siebtgrĂ¶ĂŸten Kaffeeproduzenten macht.[62] Angebaut wird vor allem die Sorte Robusta. Insgesamt leben vom Kaffee- und Kakaoanbau direkt oder indirekt sechs Millionen Menschen.[24]

Weitere wichtige Produkte sind Palmöl, KokosnĂŒsse, Baumwolle (Export von Rohbaumwolle: 105.423 Tonnen im Jahr 2004,[63] vor allem in die Volksrepublik China, nach Indonesien, Thailand und Taiwan), Kautschuk, KolanĂŒsse (weltgrĂ¶ĂŸter Produzent mit 65.216 Tonnen)[64] und Zuckerrohr. Tropische FrĂŒchte wie Ananas, Bananen, Mangos, Papaya, Avocado und ZitrusfrĂŒchte werden nach Europa exportiert. KaschubĂ€ume, die ursprĂŒnglich nur im Landesnorden wuchsen, werden jetzt auch sĂŒdlich davon angebaut; die Ernte an CashewnĂŒssen betrug 2006 235.000 Tonnen, davon gingen 210 in den Export.[64] Weiterhin nennenswert sind die Produktion von Zitronen, Bergamotten und von Bitterorangen.[65]

Lebensmittel auf einem traditionellen Markt

An AckerfrĂŒchten werden vor allem Mais (608.032 Tonnen auf 278.679 Hektar), Reis (673.006 Tonnen auf 340.856 Hektar), Yams (4.970.949 Tonnen auf 563.432 Hektar), Maniok (2.047.064 Tonnen auf 269.429 Hektar) und Kochbananen (1.519.716 Tonnen auf 433.513 Hektar) angebaut.[66]

Der Ausbau der Viehzucht ist ein Entwicklungsziel der Regierung,[67] weil der Bedarf der Bevölkerung an tierischen Produkten teils noch durch Importe gedeckt werden muss.[68] Obwohl die Jagd aus NaturschutzgrĂŒnden bereits im Jahr 1974 offiziell verboten wurde, ist Wild noch ein bedeutender Fleischlieferant.[69] Auch bei Fischprodukten ist die ElfenbeinkĂŒste auf Importe angewiesen (204.757 Tonnen im Jahr 2000), trotz ihrer 500 km langen KĂŒste. Aus diesem Grund fördert die Regierung das Anlegen von Fischteichen.[70]

Die wichtigste natĂŒrliche Ressource der ElfenbeinkĂŒste ist Holz, wovon das Land mehr exportiert als das viel grĂ¶ĂŸere Brasilien. Die schnell fortschreitende Abholzung wird kurzfristig jedoch, von dem ökologischen Problem abgesehen, zum Versiegen dieser Einnahmequelle und Ressource fĂŒhren. Im Jahr 2008 waren nur etwa 10 % landwirtschaftlich nutzbar, wobei dieser Wert seit der UnabhĂ€ngigkeit des Landes konstant leicht gestiegen ist und seit 2000 etwa gleich geblieben ist. 1970 lag dieser Wert bei etwa 5 %.[71]

Rohstoffe

Erdöl, das vor der KĂŒste vorkommt, ist seit 2005 das wichtigste Exportprodukt der ElfenbeinkĂŒste. Die Erdölreserven werden auf etwa 600 Millionen Barrel geschĂ€tzt, 2007 wurden jedoch nur 17,4 Millionen Barrel gefördert. Damit gehört die ElfenbeinkĂŒste nicht zu den großen afrikanischen Erdölproduzenten. Ob die relativ niedrige Fördermenge an technischen Problemen liegt oder ob die Regierung die Fördermengen fĂ€lscht, um die Einnahmen aus dem Erdölexport am Staatshaushalt vorbeischleusen zu können, ist nicht geklĂ€rt.[24]

Neben Erdöl wird auch Gas produziert, wobei sich hier die Reserven auf 23.690 Milliarden Kubikmeter belaufen dĂŒrften. 2006 wurden 53,8 Millionen MMBTU gefördert.[24]

2007 wurden 1059 kg Gold produziert.[25]

Im Jahr 2005 wurden 5,31 Milliarden kWh elektrische Energie erzeugt,[72] davon etwa 73 % aus WĂ€rmekraftwerken, welche mit Erdgas betrieben werden. 27 % stammen aus Wasserkraft. Die Erzeugung, Übertragung, Verteilung, Abrechnung und der internationale Handel mit elektrischer Energie liegt bei der 1990 gegrĂŒndeten Compagnie Ivoirienne d’électricitĂ©, welche die Konzession dazu bis zum Jahr 2020 erhalten hat.[73] Die ElfenbeinkĂŒste ist ein Exporteur von elektrischer Energie, Abnehmer sind vor allem die NachbarlĂ€nder Ghana, Mali, Burkina Faso und Togo.

Industrie

Die Industrie trug 2005 nur etwa 23,1 % zum Bruttoinlandsprodukt bei, 2000 waren es noch 24,5 %.[74] Sie wird von kleinen und mittleren Betrieben dominiert; trotz aller Probleme, deren sie sich gegenĂŒbersieht, ist sie die am meisten diversifizierte in Westafrika. Sie stellt 40 % des Potentials der WAEMU-LĂ€nder.[75] Die kleinen und mittleren Unternehmen waren auch von den Krisenjahren am schwersten betroffen, wĂ€hrend die großen internationalen Firmen den BĂŒrgerkrieg in der Regel gut ĂŒberstanden haben.

Ein wichtiger Zweig ist die Raffinierung des Rohöls. Die ElfenbeinkĂŒste kann momentan 70.000 Barrel Rohöl pro Tag verarbeiten, wobei neben eigenem Öl auch Öl der NachbarlĂ€nder raffiniert wird. KapazitĂ€ten fĂŒr die Verarbeitung von weiteren 60.000 Barrel sind im Bau.[76]

Aufgrund des Wiederaufbaubedarfes, aber auch wegen des Baubeginns an einigen Infrastrukturprojekten, kann die Bauindustrie der ElfenbeinkĂŒste starke ZuwĂ€chse verzeichnen. Ebenso wird erwartet, dass die Lebensmittelindustrie von den steigenden Nahrungsmittelpreisen und der steigenden Inlandsnachfrage profitieren wird. Insgesamt verlassen aber viele Produkte das Land in unverarbeitetem Zustand. Politische InstabilitĂ€t und Korruption haben inlĂ€ndische wie auslĂ€ndische Investoren von kapitalintensiven Projekten abgehalten.[25]

Tourismus

Der Tourismus hat ein hohes Potential in der ElfenbeinkĂŒste. Das Land hat 520 km AtlantikkĂŒste mit zahlreichen StrĂ€nden, zahlreiche Nationalparks mit seltener Flora und Fauna und zahlreiche Ethnien mit vielfĂ€ltiger Kultur, so dass Touristen genĂŒgend Attraktionen geboten werden können.

Die ivorische Regierung hat dies erkannt und auch einiges an gesetzlicher Grundlage und materieller Infrastruktur geschaffen. Die ElfenbeinkĂŒste blieb trotzdem bis in die 1980er Jahre zunĂ€chst primĂ€r ein Ziel fĂŒr GeschĂ€ftsreisende, wenngleich sich einige AuslĂ€nder dauerhaft in dem Land ansiedelten, um dort zu leben. Die antifranzösischen Ausschreitungen (die sich auch gegen Nicht-Franzosen richteten), die folgende Evakuierung und der BĂŒrgerkrieg haben jedoch den Fremdenverkehr vollstĂ€ndig zum Erliegen gebracht.

Finanzsystem

Die ElfenbeinkĂŒste ist Mitgliedsstaat der WAEMU. Es hat daher keine eigene WĂ€hrung, keine eigene Zentralbank und muss die Geldpolitik deshalb mit den anderen WAEMU-Staaten koordinieren.

Das Budget der Regierung fĂŒr 2008 betrug 2129 Milliarden XOF, wovon drei Viertel aus Steuereinnahmen stammen. Der Rest stammt aus anderen ivorischen Quellen, Schuldenaufnahme und StĂŒtzungszahlungen aus dem Ausland. Besonders hoch sind die Ausgaben fĂŒr AbrĂŒstung, soziale Reintegration, fĂŒr die Organisation einer Wahl, fĂŒr den Aufbau einer nationalen Armee und fĂŒr das Wiedererlangen der staatlichen Kontrolle ĂŒber das gesamte Territorium.

Angesichts dessen, dass der informelle Sektor etwa 40 % der Wirtschaftsleistung erbringt,[24] versucht der Staat, seine Steuereinnahmen zu erhöhen und die Eintreibung zu rationalisieren. Zu diesem Zweck laufen Programme, eine einheitliche Mehrwertsteuerrechnung einzufĂŒhren und um die Zollabwicklung zu verbessern. Alles in allem ist der Staatshaushalt in etwa ausgeglichen.

Das Bankensystem der ElfenbeinkĂŒste findet langsam zur NormalitĂ€t zurĂŒck. Nachdem wĂ€hrend des BĂŒrgerkrieges alle Banken im Norden der ElfenbeinkĂŒste schließen mussten, öffnen die Bankfilialen nach und nach wieder. Dies gilt auch fĂŒr den Mikrofinanz-Sektor. Die Banken werden durch etwa 20 % fauler Kredite in ihren BĂŒchern belastet; an vielen dieser faulen Kredite trĂ€gt der Staat Schuld, weil er seine Rechnungen nicht bezahlt.[25]

Außenwirtschaft

Die ElfenbeinkĂŒste ist Mitglied in mehreren regionalen Organisationen, die die wirtschaftliche Integration zum Ziel haben. Die wichtigsten sind die Westafrikanische Wirtschafts- und WĂ€hrungsunion UEMOA und die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS.

Die ElfenbeinkĂŒste hatte in der Vergangenheit dank der Kakao- und Erdölexporte immer eine positive Handelsbilanz. Im Jahre 2007 exportierte die ElfenbeinkĂŒste Waren im Wert von 6,2 Milliarden Euro und importierte Waren im Wert von 4 Milliarden Euro. Wichtigste ExportgĂŒter sind Erdölprodukte und Rohöl, Kakao, Holz, Kaffee, Baumwolle, Naturkautschuk, Palmöl, Fisch, Textilien, Zement und TropenfrĂŒchte. Importiert werden hingegen Rohöl und Erdölprodukte, industrielle Rohstoffe, Lebensmittel, GetrĂ€nke sowie InvestitionsgĂŒter. Wichtigste ZielmĂ€rkte fĂŒr die Exporte der ElfenbeinkĂŒste sind die EU (41,1 %) und hier vor allem Frankreich, die anderen LĂ€nder der UEMOA (12,6 %), die USA (7,1 %) und Asiatische Staaten (4,3 %). Importiert wird vor allem aus der EU (32,7 %), aus Asien (17,4 %), aus den USA (2,9 %) und den UEMOA-Staaten (0,9 %).

Die Exporte nach Deutschland bestehen fast nur aus Kakao und Erdöl. Der in Deutschland verarbeitete Kakao stammt zu etwa 60 % aus der ElfenbeinkĂŒste. Aus Deutschland importiert werden vor allem Fahrzeuge, Maschinen und Pharmazeutika. FĂŒr die deutschen Exporte spielt die ElfenbeinkĂŒste als Markt nur eine sehr untergeordnete Rolle, sie belegen in der Außenhandelsstatistik den 114. Platz.

AuslĂ€ndische Investitionen stammen in der ElfenbeinkĂŒste vor allem aus Frankreich, SĂŒdafrika, Großbritannien und den NachbarlĂ€ndern. Sie sind jedoch im Jahresvergleich sehr stark schwankend.[24]

Die Außenverschuldung betrug 2007 64 % des BIP und 124 % der Exporte eines Jahres. Es zĂ€hlt somit zu der Gruppe der Hochverschuldeten EntwicklungslĂ€nder. Im April 2002 waren bereits umfangreiche Schuldenstreichungen von Seiten der G8 zugesagt. Der BĂŒrgerkrieg hat diesen Prozess jedoch verzögert, weshalb die ElfenbeinkĂŒste zu jenen LĂ€ndern gehört, die den Decision Point noch nicht erreicht haben.[25]

Infrastruktur

Verkehr

Überlandbus
Ein Taxi-Brousse

Das Straßennetz der ElfenbeinkĂŒste war schon immer besser als jenes anderer westafrikanischer Staaten. Im Jahr 2000, hatte es eine LĂ€nge von 85.000 km, davon 75.500 km unbefestigt, 6500 km asphaltierte Straßen und 150 km Autobahn. Per Straße ist das Land mit seinen Nachbarn Ghana, Liberia, Mali und Burkina Faso verbunden.[77] Die Autoflotte der ElfenbeinkĂŒste wird auf 600.000 Fahrzeuge geschĂ€tzt, davon drei Viertel Gebrauchtwagen aus anderen LĂ€ndern. Jedes Jahr gibt es 20.000 Neuzulassungen. Der öffentliche Verkehr wird fast zur GĂ€nze auf der Straße abgewickelt, entweder in Linienbussen oder in Sammeltaxis, die in der ElfenbeinkĂŒste Taxi-Brousse heißen.

Das Eisenbahnnetz hat eine LĂ€nge von 1260 km. Davon entfallen 1156 km auf die Abidjan-Niger-Bahn (RAN), die das Land mit Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, verbindet. Diese wĂ€hrend der Kolonialzeit erbaute Strecke hat besonders fĂŒr die Binnenstaaten Burkina Faso, Niger und Mali eine hohe Bedeutung. Heute wird die Bahn von dem privaten Konsortium Sitarail betrieben und transportierte im Jahr 2006 etwa eine Million Tonnen Waren und 16.309 Reisende (2005), trotz des BĂŒrgerkrieges.

Es existieren drei internationale FlughĂ€fen in der ElfenbeinkĂŒste, in Abidjan, Yamoussoukro und BouakĂ©. Daneben gibt es regionale FlughĂ€fen in 14 weiteren StĂ€dten und 27 Flugfelder. Die meisten sind jedoch seit Ausbruch des BĂŒrgerkrieges außer Betrieb. Von Europa aus wird Abidjan durch die Air France und Brussels Airlines angeflogen, auch einige afrikanische Linien (South African Airways, Kenya Airways, Air SĂ©nĂ©gal International, Afriqiyah Airways) haben FlĂŒge nach Abidjan in ihrem Flugplan. Die einheimische Air Ivoire hat hingegen eine sehr bescheidene Flotte und konzentriert sich auf InlandsflĂŒge und Verbindungen in Westafrika.

In der ElfenbeinkĂŒste befinden sich zwei SeehĂ€fen, der Port autonome d'Abidjan und der Port autonome de San-PĂ©dro. Der Hafen von Abidjan ist der wichtigste und grĂ¶ĂŸte Westafrikas, und zweitgrĂ¶ĂŸter des ganzen Kontinents. Er ist nicht nur fĂŒr die Wirtschaft von Bedeutung, sondern auch fĂŒr die der nördlich angrenzenden Binnenstaaten. 2005 wurden im Hafen von Abidjan 18,7 Millionen Tonnen umgeschlagen, im Hafen von San-Pedro eine Million Tonnen. Ein Ausbauprojekt fĂŒr den Hafen von Abidjan konnte aufgrund des BĂŒrgerkriegs nicht begonnen werden.[78][79]

Medien

Das wichtigste Medium in der ElfenbeinkĂŒste ist das Radio. Die staatliche Radiodiffusion TĂ©lĂ©vision Ivoirienne betreibt zwei Stationen namens La Chaine Nationale und Frequence 2. Daneben gibt es speziell in den StĂ€dten zahlreiche Privatsender (etwa Radio Nostalgie in Abidjan) und die lĂ€ndlichen Gegenden werden von nicht-kommerziellen Sendern mit wenig Leistung abgedeckt, die teils auch von der römisch-katholischen Kirche betrieben werden. Die ONUCI betreiben den Sender Onuci FM. Neben den einheimischen Sendern werden auslĂ€ndische Stationen wie Radio Africa No. 1, Radio France Internationale oder BBC Afrique empfangen.

Radiodiffusion Television Ivoirienne betreibt auch zwei Fernsehsender, nĂ€mlich La PremiĂšre und TV2. Privatfernsehen gibt es in der ElfenbeinkĂŒste nicht.

Printmedien haben eine sehr geringe Verbreitung. Die wichtigsten Zeitungen sind die staatliche FraternitĂ© Matin, die privaten Soir Info, Le Nouveau Reveil, L’Inter, das Oppositionsblatt Le Patriote, Notre Voie der Regierungspartei und Nord-Sud. Erstere hat eine Auflage von 30.000, die letzteren kommen ĂŒber 10.000 nicht hinaus.

Die staatliche Nachrichtenagentur heißt Agence Ivoirienne de Presse.[80][81]

Kultur

Literatur

Die ElfenbeinkĂŒste hat, wie viele andere afrikanische KulturrĂ€ume auch, eine dichterische Tradition, die ausschließlich mĂŒndlich weitergegeben wurde. Schriftliteratur hingegen gibt es erst seit dem 20. Jahrhundert in französischer Sprache.

Die ElfenbeinkĂŒste hat eine fĂŒr Afrika solide Verlagslandschaft und zahlreiche Autoren verschiedenster Genres mit unterschiedlichsten Bekanntheitsgraden. Besonders lebhaft ist das Theater, wohl weil es im traditionellen Drama verwurzelt ist und auch wegen der hohen Analphabetenrate.[82] Die berĂŒhmtesten Dramatiker sind François-Joseph Amon d’Aby, Germain Coffi Gadeau und Bernard DadiĂ©, ein Journalist, ErzĂ€hler, Dramaturg, Romancier und Dichter, der die ivorische Literatur der 1930er Jahre dominierte. Wichtige Romanciers sind AkĂ© Loba (Ein schwarzer Student in Paris, 1960) und Ahmadou Kourouma (Der schwarze FĂŒrst), der PreistrĂ€ger des Prix du Livre Inter im Jahre 1998 fĂŒr sein Werk Die NĂ€chte des großen JĂ€gers, der ein Klassiker der afrikanischen Literatur ist. Zur neueren Generation ivorischer Autoren zĂ€hlen VĂ©ronique Tadjo, Tanella Boni, Isaie Biton Koulibaly und Camara Nangala.

Musik

Der ivorische Reggae-Star Tiken Jah Fakoly auf dem l’Huma festival in Frankreich (2005)

Die verschiedenen Ethnien der ElfenbeinkĂŒste haben teilweise unterschiedliche musikalische Traditionen, so dass die traditionelle Musik des Landes recht mannigfaltig ist. In vielen Musikstilen gibt es polyphonen Gesang oder zweistimmigen Call and Response, hĂ€ufig zusammen mit dem polyrhythmischen Einsatz von Rasseln, Glocken, einfachen Trommeln oder Talking drums. Bei den Senufo wird der Gesang zumeist von einem Balafon begleitet, bei den Dan eher von schnarrenden Trommeln. Zu den sehr alten Instrumenten gehören Flöten, Eintonhörner, einsaitige Harfen und der Musikbogen.

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurden Eintonhörner durch westliche Blasinstrumente ersetzt. Aus dem britischen MilitĂ€rmusikerbe, das im Nachbarland Ghana gepflegt wurde, der Zeremonialmusik lokaler Clanchefs und mit aus Frankreich eingefĂŒhrten Instrumenten entwickelte sich die lebhafte Musik großer ReprĂ€sentationskapellen, wie die Sankro Brass Band, die Asiakwa Brass Band oder Les Fanfares de Sankadiokro.

Als Vater der heutigen ivorischen Popmusik gilt Ernesto DjĂ©djĂ©, der Rhythmen der BĂ©tĂ© populĂ€r machte; seinen Musikstil nannte er Ziglibithy. Er ist fĂŒr seinen Hit Gnoantre-ZibotĂ© (1977) auch außerhalb des Landes bekannt geworden. Nach ihm kamen Luckson Padaud mit dem Laba laba-Stil, und Gnaore Djimi mit Polihet. In den 1990er Jahren entstand der Zoblazo, indem Meiway traditionelle Rhythmen aus der sĂŒdlichen ElfenbeinkĂŒste mit elektronischen Instrumenten und Unterhaltungslyrik versetzte. Weitere sehr junge Stilrichtungen sind Zouglou (Magic System) und CoupĂ© DecalĂ©. Es gibt keine nationale Musikkultur, die ElfenbeinkĂŒste ist aber Gastland fĂŒr viele Musiker der NachbarlĂ€nder, die in Abidjan die besseren Studiomöglichkeiten finden.

Die populĂ€rsten auslĂ€ndischen Musikstile, die in die ElfenbeinkĂŒste kamen, sind Reggae und Hip-Hop. Die beiden wichtigsten Reggae-KĂŒnstler des Landes sind Alpha Blondy, dessen Afro-Reggae seit seinem Auftreten in der Fernsehshow First chance (1983) in ganz Westafrika populĂ€r wurde, und Tiken Jah Fakoly, der wegen seiner politischen Texte ins Exil gehen musste. Bedeutende ivorische Hip-Hop-Musiker sind All Mighty, Rudy Rudiction, M. C. Claver und Angelo.

Architektur

In der ElfenbeinkĂŒste sind zahlreiche Bauwerke aus kolonialem Erbe erhalten. Dazu zĂ€hlen zunĂ€chst der Palais du Gouverneur in Grand-Bassam, welcher in Frankreich vorgefertigt und 1893 in der ElfenbeinkĂŒste aufgebaut und erweitert wurde. In Brand-Bassam stehen weitere viele pittoreske GebĂ€ude in kolonialem Stil, wie das maison Varlet oder das maison Ganamet, die von reichen HĂ€ndlern gebaut wurden und die einheimische Baumaterialien verwendeten.

Im Norden des Landes sind einige Moscheen im sudanesischen Stil erhalten geblieben, der wĂ€hrend der Herrschaft des Malireiches in dieser Region eingefĂŒhrt wurde. Die bedeutendsten dieser Bauwerke sind die Moschee von Kaouara (DĂ©partement Ouangolodougou), die Moschee von TengrĂ©la, die Moschee von Kouto, die Moschee von Nambira (UnterprĂ€fektur M'BenguĂ©), und speziell die beiden Moscheen von Kong.[83]

Moderne Religiöse Bauwerke sind die Cathédrale Saint-Paul in Abidjan und die Basilika Notre-Dame de la Paix in Yamoussoukro.

Kunst

Stele vor dem Eingang des HĂŽtel Ivoire in Abidjan

Die Völker der ElfenbeinkĂŒste haben eine lange Tradition, Gebrauchsutensilien, Statuen oder Masken aus verschiedenen Materialien kĂŒnstlerisch herzustellen. Aus Holz, Bronze, Raphia, Rattan oder auch Bambus werden Körbe, Skulpturen, Möbel, Masken oder Statuen hergestellt.

Die Masken der Dan, BaoulĂ©, Gouro, GuĂ©rĂ© oder BĂ©tĂ© sind die bekanntesten. Die BaoulĂ© verstehen sich sehr gut auf die Weberei und die SĂ©noufo sind, unter anderem, bekannt fĂŒr ihre Malereien auf Stoff. Kleine Figuren aus Kupfer, die frĂŒher zum Wiegen von Gold benutzt wurden, sind heute Verzierung, besonders bei den Akan. Die Katiola wiederum sind berĂŒhmt fĂŒr ihre Töpfereierzeugnisse, die von den Frauen in Handarbeit hergestellt werden.

Viele Kunstartikel kommen heute in den touristisch geprĂ€gten StĂ€dten an der KĂŒste (also Grand-Bassam oder Assinie) zum Verkauf.

WĂ€hrend die traditionelle Volkskunst eher anonym ist, stammen auch einige bekannte KĂŒnstler aus der ElfenbeinkĂŒste, etwa die Maler Gilbert G. Groud oder Michel Kodjo, die hĂ€ufig beachtete Werke hervorbringen, oder der Karikaturist ZohorĂ© Lassane, der das Humor- und Satireblatt Gbich! gegrĂŒndet hat.

KĂŒche

Die KĂŒche der ElfenbeinkĂŒste ist aufgrund der vielfĂ€ltigen ethnischen Zusammensetzung des Landes ebenfalls sehr facettenreich, hat aber viele Ähnlichkeiten mit der KĂŒche der anderen westafrikanischen Staaten. Als Grundnahrungsmittel finden Getreide und Wurzeln Verwendung, vor allem Reis, Mais, Hirse, Grieß, Maniok, Yams, Taro, SĂŒĂŸkartoffeln und auch Kochbananen. Wichtigster Fleischlieferant ist das GeflĂŒgel, seltener Rind oder Schwein, an der KĂŒste auch Fisch und MeeresfrĂŒchte. Als GemĂŒse werden Zwiebeln, Tomaten, Auberginen, Bohnen, Avocados, Karotten, Okra und Spinat bevorzugt. Das tropische Klima bietet zahlreiche FrĂŒchte wie Bananen, Papaya, Ananas, Granatapfel, Kokosnuss, Mangos, Apfelsinen, Mandarinen, Melonen, BrotfrĂŒchte, Guaven, Zitronen, Orangen und Grapefruits. Das Essen ist in der Regel scharf bis sehr scharf gewĂŒrzt und wird mit den Fingern gegessen. SpezialitĂ€ten sind z. B. AttiĂ©kĂ©, eine Art Kuskus aus Maniok, oder Alloco, frittierte Kochbananenchips.

In der ElfenbeinkĂŒste sind, wie in vielen anderen Westafrikanischen Staaten auch, Maquis sehr verbreitet, wo einfaches Essen in der Regel unter freiem Himmel serviert wird.

Sport

Der wichtigste und meist betriebene Sport in der Republik CĂŽte d’Ivoire ist der Fußball. Die ivorische Fußballnationalmannschaft ist derzeit eine der zehn erfolgreichsten Nationalmannschaften Afrikas. Die grĂ¶ĂŸten Erfolge bei internationalen Turnieren waren bisher der Gewinn des Afrika-Cups 1992, ein zweiter Platz 2006, ein vierter Platz beim Konföderationen-Pokal 1992, dritte PlĂ€tze bei den Afrika-Cups 1965, 1968, 1986 und 1994 und ein vierter Platz 1970. Am 8. Oktober 2005 qualifizierte sich die Mannschaft, neben den Mannschaften Tunesiens, Togos, Ghanas und Angolas, fĂŒr die Fußball-Weltmeisterschaft 2006, ein bedeutender Meilenstein in der ivorischen Fußballgeschichte. Dort errang die Mannschaft einen 3:2-Sieg gegen die Auswahl von Serbien-Montenegro.

Die wohl in der heutigen Zeit bekanntesten Fußballer der ElfenbeinbeinkĂŒste sind die beim englischen FC Chelsea spielenden Didier Drogba und Salomon Kalou sowie das BrĂŒderpaar Yaya(FC Barcelona) und Kolo TourĂ©, Emmanuel EbouĂ© (beide FC Arsenal) und Gervinho (UC Le Mans).

Literatur

  • Tietze, Wolf et al.: Westermann Lexikon der Geographie. Braunschweig: Georg Westermann, 1968. Band 1 A–E.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/CoteDIvoire.html
  2. ↑ International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, April 2008
  3. ↑ Im Wortschatz-Portal der UniversitĂ€t Leipzig hat ElfenbeinkĂŒste eine HĂ€ufigkeitsklasse von 11, Ivoire als Bestandteil des Namens CĂŽte d’Ivoire die wesentlich niedrigere Klasse 17.
  4. ↑ La CĂŽte d’Ivoire en chiffres, sous la dir. de Direction gĂ©nĂ©rale de l’Économie, ministĂšre de l’Économie et des finances de la RĂ©publique de CĂŽte d’Ivoire, dialogue production, Abidjan, 2007, S. 13
  5. ↑ a b Gabriel Rougerie: L’EncyclopĂ©die gĂ©nĂ©rale de la CĂŽte d’Ivoire: le milieu et l’histoire, Nouvelles Ă©ditions africaines, Abidjan, Paris, 1978 (ISBN 2-7236-0542-6), S. 76
  6. ↑ Hauhouot, Antoine Asseypo: DĂ©veloppement, amenagement, rĂ©gionalisation en CĂŽte d’Ivoire, Editions universitaires de CĂŽte d’Ivoire, Abidjan 2002, (ISBN 2-84515-020-2), S. 30.
  7. ↑ Gabriel Rougerie, L’EncyclopĂ©die gĂ©nĂ©rale de la CĂŽte d’Ivoire: le milieu et l’histoire, Nouvelles Ă©ditions africaines, Abidjan, Paris, 1978 (ISBN 2-7236-0542-6), S. 94 ff.
  8. ↑ a b c Stefan Wozazek: Die klastischen Sedimente von SĂŒd-ElfenbeinkĂŒste: Provenanz, Umlagerungsprozesse und Entstehung des Goldvorkommens ‚Belle Ville‘. Dissertation an der UniversitĂ€t Stuttgart, 2001. Download
  9. ↑ Gabriel Rougerie, L’EncyclopĂ©die gĂ©nĂ©rale de la CĂŽte d’Ivoire: le milieu et l’histoire, Nouvelles Ă©ditions africaines, Abidjan, Paris, 1978 (ISBN 2-7236-0542-6), S. 75 ff.
  10. ↑ Gabriel Rougerie: L’EncyclopĂ©die gĂ©nĂ©rale de la CĂŽte d’Ivoire: le milieu et l’histoire, Nouvelles Ă©ditions africaines, Abidjan, Paris 1978 (ISBN 2-7236-0542-6), S. 33
  11. ↑ La CĂŽte d’Ivoire en chiffres, sous la dir. de Direction gĂ©nĂ©rale de l’Économie, ministĂšre de l’Économie et des finances de la RĂ©publique de CĂŽte d’Ivoire, dialogue production, Abidjan 2007, S. 13
  12. ↑ La CĂŽte d’Ivoire en chiffres, sous la dir. de Direction gĂ©nĂ©rale de l’Économie, ministĂšre de l’Économie et des finances de la RĂ©publique de CĂŽte d’Ivoire, dialogue production, Abidjan 2007, S. 13
  13. ↑ a b c Antoine Asseypo Hauhouot: DĂ©veloppement, amenagement, rĂ©gionalisation en CĂŽte d’Ivoire, Editions universitaires de CĂŽte d’Ivoire, Abidjan 2002 (ISBN 2-84515-020-2), S. 27
  14. ↑ La CĂŽte d’Ivoire en chiffres, sous la dir. de Direction gĂ©nĂ©rale de l’Économie, ministĂšre de l’Économie et des finances de la RĂ©publique de CĂŽte d’Ivoire, dialogue production, Abidjan 2007, S. 13
  15. ↑ Gabriel Rougerie: L’EncyclopĂ©die gĂ©nĂ©rale de la CĂŽte d’Ivoire: le milieu et l’histoire, Nouvelles Ă©ditions africaines, Abidjan, Paris 1978 (ISBN 2-7236-0542-6), S. 171
  16. ↑ Gabriel Rougerie: L’EncyclopĂ©die gĂ©nĂ©rale de la CĂŽte d’Ivoire: le milieu et l’histoire, Nouvelles Ă©ditions africaines, Abidjan, Paris 1978 (ISBN 2-7236-0542-6), S. 173–192
  17. ↑ La CĂŽte d’Ivoire en chiffres, sous la dir. de Direction gĂ©nĂ©rale de l’Économie, ministĂšre de l’Économie et des finances de la RĂ©publique de CĂŽte d’Ivoire, dialogue production, Abidjan, 2007, S. 86
  18. ↑ Gabriel Rougerie: L’EncyclopĂ©die gĂ©nĂ©rale de la CĂŽte d’Ivoire: le milieu et l’histoire, Nouvelles Ă©ditions africaines, Abidjan, Paris, 1978 (ISBN 2-7236-0542-6), S. 207–214
  19. ↑ a b c d e La CĂŽte d’Ivoire en chiffres, sous la dir. de Direction gĂ©nĂ©rale de l’Économie, ministĂšre de l’Économie et des finances de la RĂ©publique de CĂŽte d’Ivoire, dialogue production, Abidjan, 2007, S. 14 f.
  20. ↑ LĂ€nderdatenbank der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung: "ElfenbeinkĂŒste" [1]
  21. ↑ Jacques Leclerc, L’amĂ©nagement linguistique dans le monde, online, besucht am 3. Oktober 2008
  22. ↑ Countries of the world: Cote d'Ivoire the role of religion Online besucht am 3. Oktober 2008
  23. ↑ Claude Koudou, Claude Koudou, Vincent Lohouri, Vincent Lohouri: Ivoiriens de l’étranger: Quelle politique de l’état & quelles contributions de la diaspora au processus de dĂ©veloppement de la CĂŽte d’Ivoire. 1Ăšre semaine des Ivoiriens de la diaspora, du 20 au 23 aoĂ»t 2007, Abidjan. Paris 2008, S. 19 ff.
  24. ↑ a b c d e f g h i j Bundesagentur fĂŒr Außenwirtschaft: Wirtschaftsentwicklung Cote d’Ivoire 2007, Köln 2008. Download
  25. ↑ a b c d e f g h i j African Development Bank Group: African Economic Outlook 2008, Abidjan 2008. S. 259–270. Download
  26. ↑ CissĂ© Cheick Ely: Formation et emploi – Tout sur les filiĂšres Ă  dĂ©bouchĂ©s. Nord-Sud (Abidjan), 2008 Online Besucht am 28. Juni 2008
  27. ↑ a b UNESCO: CĂŽte d’Ivoire, ISU Statistiques en bref, Education en CĂŽte d’Ivoire, Effectifs scolarisĂ©s au secondaire, besucht am 2. Oktober 2008. Online
  28. ↑ Paul DĂ©salmand, Histoire de l’éducation en CĂŽte d’Ivoire: de la ConfĂ©rence de Brazzaville Ă  1984, les Ă©ditions du Cerap, coll. «Histoire de la CĂŽte d’Ivoire» / Band 2, Abidjan, 2004, ISBN 2-915352-01-1 S. 508
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  32. ↑ LĂ€nderdatenbank der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung: "ElfenbeinkĂŒste" [2]</
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  34. ↑ NZZ, 30. Juli 2007: Friedensgeste in CĂŽte d’Ivoire: PrĂ€sident besucht ehemaliges Rebellengebiet online
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  36. ↑ Loi n° 60–356 du 3 novembre 1960, portant Constitution de la RĂ©publique de CĂŽte d’Ivoire, Journal Officiel de la RĂ©publique de CĂŽte d’Ivoire, n° 58, Abidjan, Sonderausgabe vom 4. November 1960
  37. ↑ a b c d e f g h i j k l Loi n° 2000–513 du 1er aoĂ»t 2000 portant Constitution de la RĂ©publique de CĂŽte d’Ivoire, Journal Officiel de la RĂ©publique de CĂŽte d’Ivoire, n° 30, Abidjan, 3. August 2000
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  39. ↑ DĂ©cret n° 2007–456 du 7 avril 2007 portant nomination des membres du Gouvernement, Journal Officiel de la RĂ©publique de CĂŽte d’Ivoire, n° 21, Abidjan, 24. Mai 2007, S. 322 f.
  40. ↑ DĂ©cret n° 2007–450 du 29 mars 2007 portant nomination du Premier ministre, Journal Officiel de la RĂ©publique de CĂŽte d’Ivoire, n° 21, Abidjan, 24. Mai 2007, S. 322
  41. ↑ Le processus de paix: Accords et rĂ©solutions Von der offiziellen WebprĂ€senz des StaatsprĂ€sidenten der ElfenbeinkĂŒste. Besucht am 25. Oktober 2008.
  42. ↑ La CĂŽte d’Ivoire en chiffres, sous la dir. de Direction gĂ©nĂ©rale de l’Économie, ministĂšre de l’Économie et des finances de la RĂ©publique de CĂŽte d’Ivoire, dialogue production, Abidjan, 2007, S. 18
  43. ↑ [ http://www.ipu.org/parline-f/reports/arc/1075_00.htm Elections tenues en 2000] auf der Webseite der Interparlamentarischen Union, besucht am 25. Oktober 2008
  44. ↑ PrĂ©sidents de l’Institution dĂ©puis 1947 auf der offiziellen Seite des ivorischen Parlaments; besucht am 25. Oktober 2008.
  45. ↑ a b Gabriel Rougerie, L’EncyclopĂ©die gĂ©nĂ©rale de la CĂŽte d’Ivoire: le milieu et l’histoire, Nouvelles Ă©ditions africaines, Abidjan, Paris, 1978 (ISBN 2-7236-0542-6), S. 426
  46. ↑ RenĂ© DĂ©gni-SĂ©gui: Droit administratif gĂ©nĂ©ral: l’organisation administrative, Éditions Ceda, Abidjan 2002 (rĂ©impr. 3e Ă©dition) (ISBN 2-86394-475-4). S. 41–42
  47. ↑ a b WebprĂ€senz des Conseil Ă©conomique et social de CĂŽte d’Ivoire
  48. ↑ RenĂ© DĂ©gni-SĂ©gui, Droit administratif gĂ©nĂ©ral: l’organisation administrative, Éditions Ceda, Abidjan, 2002 (ISBN 2-86394-475-4), S. 142
  49. ↑ Liste des membres de l’AOMF (Association des Ombudsmans et MĂ©diateurs de la Francophonie), besucht am 25. Oktober 2008
  50. ↑ Francis Vangah WodiĂ©, Institutions politiques et droit constitutionnel en CĂŽte d’Ivoire, Presses universitaires de CĂŽte d’Ivoire, Abidjan, 1996 (ISBN 2-7166-0389-8). S. 78
  51. ↑ La CĂŽte d’Ivoire en chiffres, sous la dir. de Direction gĂ©nĂ©rale de l’Économie, ministĂšre de l'Économie et des finances de la RĂ©publique de CĂŽte d’Ivoire, dialogue production, Abidjan, 2007, S. 19
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  53. ↑ Operation der Vereinten Nationen an der ElfenbeinkĂŒste: Rapport sur la situation des Droits de l’Homme en CĂŽte d’Ivoire. Februar 2005. Download
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