Crux (Betriebssystem)

Crux
Basisdaten
Entwickler Bis April 2006: Per Lidén

Seit April 2006 CLC: Jürgen Daubert, Simone Rota, Tilman Sauerbeck

Sprache(n) Englisch
Version 2.7
(2. Oktober 2010)
Abstammung \ GNU/Linux
  \ Crux
Architekturen i686, i586, x86_64, PowerPC, Sparc64, ARM
Größe 259 MB (i686 ISO)
Lizenz GPL und andere
Website crux.nu

Crux [krʌks] (Eigenschreibweise: CRUX) ist eine schlanke, hauptsächlich für i686 optimierte Linux-Distribution aus Schweden, die sich an sehr erfahrene Linux-Benutzer richtet. Crux verwendet Openbox als Standard-Fenstermanager (in den Versionen 2.3 und 2.4 wurde Blackbox eingesetzt). Der Distributor/Packager/Maintainer von Crux war Per Lidén, er gab das Projekt im April 2006 an die CLC (Crux Linux Community) ab. Trotz der i686-Optimierung existieren auch Portierungen für PowerPC[1], i586 und AMD64[2] und andere Architekturen.

Diese Distribution folgt dem KISS-Prinzip, was auch in einem eigenen, simplen .tar.gz-basierten Paket-System, sowie BSD-ähnlichen Initscripts und einer Kollektion von nur wenigen Paketen wiederzufinden ist. Das sekundäre Ziel ist es, neue Linux-Funktionen sowie aktuelle Bibliotheken und Programme zu integrieren. Crux hat auch ein Ports-System, welches das Installieren und Aktualisieren von Applikationen einfach macht.

Inhaltsverzeichnis

Systemverwaltung

Die Verbreitung von Crux ist gering. Ein Grund dafür ist, dass sich diese Distribution ausschließlich an den erfahrenen Linux-Anwender bzw. -Administrator wendet. Eine grafische Installationsroutine ist zum Beispiel nicht vorhanden. Weitestgehend wird alles von Hand erledigt, lediglich zur Anzeige des Fortschritts des Kopiervorgangs existiert eine textbasierte grafische Oberfläche. Auch nach dem Kopieren der Dateien lässt sich das System noch nicht booten. Vorher muss man sich in das System chrooten, den Kernel selbst konfigurieren und kompilieren und nach einem Neustart alle relevanten Systemdateien (für Boot-Loader, Netzwerk, etc.) anpassen.

Wegen des Verzichts auf eine automatisierte Installation, die Standardwerte verwendet, um den Aufwand bei der Installation für den Anwender möglichst gering zu halten, kann der dadurch verursachte Ballast eingespart werden. Durch seinen schlanken Aufbau bietet das installierte System dem Nutzer daher eine hohe Performance. Der zu Beginn vorhandene Textmodus lässt sich durch das Port-System leicht mit grafischen Benutzeroberflächen, wie zum Beispiel Xfce, erweitern. Ports für GNOME und KDE werden zwar zur Verfügung gestellt, verursachten aber in der Vergangenheit Probleme, zu deren Lösung Eingriffe des Systemadministrators erforderlich waren.

Die Releases können via HTTP, FTP oder BitTorrent runtergeladen werden.

Paketverwaltung

Port-System

Hauptartikel: Port (Paketverwaltung)

Ein Port besteht aus einem Verzeichnis, das alle Dateien zum Kompilieren des Paketes durch pkgmk enthält. Das bedeutet, dass mindestens die Dateien Pkgfile (welche alle Anweisungen zum Bauen enthält) und .footprint (eine Liste der in diesem Paket zu erwartenden Dateien) beinhaltet. Außerdem können in einem Portverzeichnis noch Patches und/oder andere Dateien, die zum Bauen wichtig sind, abgelegt werden. In dem Verzeichnis liegt allerdings nicht der Quellcode; dieser wird erst bei Gebrauch von der Quelle heruntergeladen, die im Pkgfile angegeben ist, und dann compiliert.

Hier zeigt sich ein großer Nachteil des Port-Systems bei der kleinen Distribution: Einige Quell-Angaben sind veraltet oder Änderungen noch nicht durch die Community eingepflegt und stehen daher unter der im Pkgfile enthaltenen Adresse nicht zur Verfügung. Für den versierten Crux-Benutzer kein Problem, ist dies für Neueinsteiger, die sich allein auf die Dokumentation verlassen müssen, eine enorme Hürde. Besonders deutlich wird dies bei der Installation einer der beiden großen Desktopumgebungen GNOME und KDE. Ohne fundierte Linux-Kenntnisse sind die meisten Nutzer durch die steile Lernkurve schnell überfordert.

pkgutils

Die pkgutils[3] sind eine Sammlung von Programmen, die zum Erstellen, Installieren und Verwalten von Paketen im Binärformat eigens für Crux entwickelt wurden:

  • pkgadd <paketname#version> installiert ein Paket;
  • pkgrm <paketname> entfernt ein Paket;
  • pkginfo liefert Informationen über installierte Pakete und Dateien;
  • pkgmk erstellt ein neues Paket.

Dabei ist anzumerken, dass Crux keine Abhängigkeiten überprüft. Das heißt, jedes Paket kann ohne Nachfrage gelöscht werden, auch wenn es von einem anderen benötigt wird. Umgekehrt gilt dies auch für die Installation. Dies kann natürlich zu Problemen führen, gibt dem Anwender dafür wiederum die volle Kontrolle über sein System, da dieser bewusst auf bestimmte Abhängigkeiten verzichten kann. Allerdings ist es mittels der quickdep-Funktion von prt-get möglich, die Abhängigkeiten eines Pakets zu bestimmen und diese automatisch zu installieren.

Prt-get

Prt-get ist ein Paketmanagementtool das für Crux geschrieben wurde und bereichert die Funktionalität und Effizienz des Systems. Es arbeitet mit dem lokal gespeichertem Portsbaum und ist voll kompatibel mit den vorhandenen Tools pkgmk/pkgadd. Es bietet folgende Features:

  • Installation/Update von (mehreren) Ports mit nur einem Befehl,
  • auflisten der Abhängigkeiten von (mehreren) Ports,
  • auflisten von Informationen über Ports,
  • Suche durch den Portsbaum sowie nach einzelnen Dateien,
  • erweitertes Logging beim Bau eines Ports.

Hauptsächlich installiert und aktualisiert prt-get Ports und macht dabei Gebrauch von pkgmk und pkgadd. Ein weiterer Vorteil ist, dass man mit prt-get nicht in dem Verzeichnis des Ports sein muss, denn es sucht sich automatisch den richtigen Ordner aus einer Liste, der in der Datei /etc/prt-get.conf definiert wird.

Die wichtigsten Funktionen von prt-get sind außerdem das Suchen eines bestimmten Ports nach Namen, Informationen über einen Port anzeigen, die Abhängigkeiten die in der Pkgfile angegeben sind auflisten sowie einen komplett Abhängigkeitsliste aufzeigen. Die Abhängigkeitsliste kann direkt an prt-get install zur Installation übergeben werden. Nützlich ist dies besonders bei großen Desktopumgebungen mit vielen Paketen. Der Befehl für Xfce könnte wie folgt aussehen:

# Xfce4 und seine Abhängigkeiten herunterladen, kompilieren und installieren
prt-get install $(prt-get quickdep xfce4)

Jedoch unterstützt prt-get einen Parameter, der im Hintergrund die Abhängigkeiten auflöst und automatisch installiert. Somit könnte der Befehl auch verkürzt werden zu:

prt-get depinst xfce4

Mit dem auf Curl basierten Werkzeug httpup können außerdem fremde binäre Repositories lokal verwaltet oder eigene erstellt werden.

Versionsgeschichte

Crux wurde mit Version 0.5 im Januar 2001 zum ersten Mal mit einem 2.4.1 Linuxkernel der Öffentlichkeit vorgestellt und ab März des gleichen Jahres konnte Version 0.6 als bootbares ISO-Image bezogen werden. Die Crux Linux Community gründete sich daraufhin im Dezember 2001 und ab dem folgenden Januar hielt das Portsystem in Version 0.9.2 Einzug in die Distribution. Version 1.0 erschien im Dezember 2002.[4]

Im Mai 2004 wurde Version 2.0 erstmals mit einem 2.6er Linuxkernel und der Entwicklerversion 4.0.3 der GNU Compiler Collection herausgegeben. Per Lidén, der bis dahin Projektleiter und Gründer von Crux war, verließ aus Zeitgründen am 8. April 2006, mit dem Release der Version 2.2, das Projekt. Bis zur Version 2.3 dauerte es danach ein ganzes Jahr.

Einzelnachweise

  1. Crux für PowerPC (englisch)
  2. Crux für x86_64 (deutsch / englisch)
  3. pkgutils Website (Archivversion vom 5. Januar 2008)
  4. Crux History Page

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