DB Regio

DB Regio AG
Db-bahn.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1. Januar 1999
Sitz Frankfurt am Main, Deutschland

Leitung

  • Frank Sennhenn (Vorsitzender)
  • Dr. Manfred Rudhart
  • Marion Rövekamp
  • Kay Euler
  • Michael Hahn
Mitarbeiter 25.004 (2009)
Umsatz 6,856 Mrd. EUR (2009)
Branche Transport
Website dbregio.de

Die DB Regio AG mit Sitz in Frankfurt am Main ist Teil des Geschäftsfeldes DB Bahn Regio und 100-prozentige Tochtergesellschaft der DB Mobility Logistics AG. Neben der DB Regio AG gehören zu diesem Geschäftsfeld die DB Regio NRW GmbH, die RegioNetz Verkehrs GmbH, sowie weitere kleinere Tochtergesellschaften. Die DB Regio AG als schwerpunktmäßig bundesweit operierendes Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) ist für den regionalen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) zuständig.

Ausgewählte Kennzahlen[1] 2009 2008 2007 2006
Verkehrsleistung Schiene in Mio. Pkm 36.711 36.866 35.292 35.069
Reisende Schiene in Mio. 1.243 1.242 1.206 1.215
Reisende/Tag in Mio. 3,3 3,3
Außenumsatz in Mio. Euro 6.775 6.687 6.532 6.480
davon Bestellerentgelte in Mio. Euro 4.163 4.119 4.147 4.203
Mitarbeiter in VzP per 31.12 25.004 25.084 24.781 25.700

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die DB Regio AG ging im Zuge der zweiten Stufe der Bahnreform zum 1. Januar 1999 aus dem Geschäftsfeld Nahverkehr der Deutschen Bahn AG hervor.[2] Sie betreibt den InterRegioExpress und zum größten Teil RegionalExpress-, RegionalBahn- und S-Bahn-Linien in Deutschland.

Anfang 2001 kündigte das Unternehmen eine veränderte Managementstruktur an. An Stelle der bislang zentral gesteuerten Gesellschaft sollten neun eigenständige Landesgesellschaften treten, denen wiederum die regionalen Zug- und Busgesellschaften untergeordnet werden sollten. Durch die Neustrukturierung sollten 400 von 700 Stellen in der DB-Regio-Zentrale bzw. rund 2500 Arbeitsplätze im gesamten Unternehmen eingespart werden.[3] Dieser Prozess, mit dem auch die Wirtschaftlichkeit wesentlich verbessert werden sollte, stand Ende 2001 vor dem Abschluss. Der Schienen- und Straßenregionalverkehr wurde ab Januar 2002 neun Regionalleitungen (Nord, Nordost, Niedersachsen/Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Südwest, Südost, Bayern sowie Baden-Württemberg) übertragen. Der Marktanteil von DB Regio am Schienenpersonenregionalverkehr in Deutschland lag dabei bei 92 Prozent, im übrigen ÖPNV bei sieben.[4]

Im Gegensatz zur Konzernschwester DB Fernverkehr AG betreibt die DB Regio AG ihre Züge nicht eigenwirtschaftlich, sondern fährt auf Bestellung der Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr. Nach der ersten Stufe der Bahnreform 1994 fuhr die damalige DB AG zunächst bundesweit fast sämtliche SPNV-Leistungen. Aufgrund zunehmender Vergaben von SPNV-Leistungen über Wettbewerbsverfahren wurden inzwischen auch Wettbewerber der DB, wie beispielsweise Veolia Verkehr oder die metronom Eisenbahngesellschaft, mit der Durchführung des Schienenpersonennahverkehrs auf bundesdeutschen Strecken und Linien beauftragt. Die Entscheidung einiger Aufgabenträger, ohne öffentliche Ausschreibung langfristige Verkehrsverträge (über zehn Jahre und mehr) mit der DB Regio AG abzuschließen, wurde vielfach kritisiert.

Im Jahr 2006 gewann die DB Regio AG sechs von zwanzig Vergabeverfahren.[5] Nach eigenen Angaben gewann das Unternehmen im Jahr 2008 29 Prozent aller entsprechenden Ausschreibungen in Deutschland.[6] 2009 gewann das Unternehmen im Regionalverkehr nach eigenen Angaben drei Viertel aller Ausschreibungen.[7]

Am 23. Februar 2010 wurde bekannt gegeben, dass die beiden S-Bahn-Betriebe aus Berlin und Hamburg ab dem 1. März 2010 der DB Regio unterstellt werden.[8]

Zum 1. Januar 2011 wird DB Stadtverkehr in das Geschäftsfeld DB Regio integriert. Gleichzeitig wird ein neues Vorstandsressort Regio Bus geschaffen.[9]

Internationalisierung

Der erste Auslandsauftrag des Unternehmens war ein Zwei-Stunden-Takt zwischen dem Außerfern und dem Allgäu, der mit fünf Zugpaaren täglich ab 3. Februar 2001 angeboten wurde.[10]

Die DB AG übernahm im März 2008 von der englischen Investmentfirma John Laing deren Eisenbahnaktivitäten Laing Rail. Dazu zählen zu 100 Prozent die Verkehrsbetriebe Chiltern Railways und zu 50 Prozent Beteiligungen an den Joint Ventures Wrexham, Shropshire & Marylebone Railways Company Ltd (WSMR) und der London Overground Rail Operations Ltd (LOROL). Diese Unternehmensbeteiligungen sind der DB Regio AG zugeordnet und werden unter dem Namen DB Regio UK geführt.

Ende 2009 hat DB Regio erstmals eine SPNV-Ausschreibung im europäischen Ausland gewonnen. Ab Dezember 2010 wird das Tochterunternehmen DB Regio Sverige AB mit 18 Fahrzeugen, die von den Aufgabenträgern ÖstgötaTrafiken und Jönköpings Länstrafik gestellt werden, in der südschwedischen Provinz Östergötland den S-Bahn-Verkehr für zehn Jahre im Raum Linköping/Norrköping durchführen.[11] Von einer weiteren Ausschreibung von SPNV-Leistungen in der italienischen Region Piemont hat sich DB Regio dagegen aufgrund geänderter Rahmenbedingungen im April 2010 wieder zurückgezogen.[12]

Fahrzeugpark

Seit einigen Jahren beschafft die DB Regio für den SPNV Neufahrzeuge, die teilweise – vertraglich abgesichert – von den Aufgabenträgern (mit-)finanziert oder gefördert werden. Hierzu zählen Züge bestehend aus Doppelstockwagen und Elektrolokomotiven der DBAG-Baureihe 146 für den RegionalExpress sowie Elektrotriebwagen der DBAG-Baureihen 420, 423, 424, 425/426, 442 und Dieseltriebwagen der DBAG-Baureihen 641, 642, 643, 644, 646, 648, 650 für den S-Bahn- und RegionalBahn-Verkehr.

Weiterhin befinden sich noch immer Triebwagen und Lokomotiven aus den Beständen der ehemaligen Deutschen Bundesbahn und Deutschen Reichsbahn im Fahrzeugpark von DB Regio. Hierzu gehören die Dieselloks der Baureihe 218, ein Exemplar der DR-Baureihe 119, die Elektroloks der Baureihen 110, 111, 112, 114, 120.2 und 143, die S-Bahn Triebwagen der Baureihe 420 sowie Dieseltriebwagen der Baureihen 610, 611, 614 und 628/629.

Außerdem befinden sich sämtliche Fahrzeuge der Baureihe 612 im Besitz vom DB Regio.

Tarifverband

Die DB Regio AG vertritt den DB-Konzern als Mitglied im Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland (TBNE).

Unternehmensstruktur

Regionalleitungen der DB Regio AG

DB Regio verfügt über zahlreiche Unternehmensbereiche und Tochtergesellschaften, die in verschiedenen Organisations- und Rechtsformen den Verkehr in verschiedenen Regionen abwickeln.

Region Nord

Betriebsleistung Region Nord[14] 2007
Verkehrsgebiet 64.542 km2
Einwohner 13,2 Mio.
Streckennetz 3.622 km
Bahnhöfe/Haltestellen 474
Fahrzeugpark 865 Wagen
davon 209 Doppelstockwagen
222 Lokomotiven
166 Triebwagen
Verkehrsleistung/Jahr 53,0 Mio. Zkm
3.500 Mio. Pkm

Region Nordost

  • Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern
    • DB Regio AG – Regionalleitung Nordost
    • Regionalbereich Mecklenburg-Vorpommern
    • Regionalbereich Berlin/Brandenburg
    • Usedomer Bäderbahn GmbH
Betriebsleistung Region Nordost[14] 2007
Verkehrsgebiet 53.110 km2
Einwohner 7,8 Mio.
Streckennetz 2.976 km
Bahnhöfe/Haltestellen 402
Fahrzeugpark 500 Wagen
124 Lokomotiven
61 Triebwagen
Verkehrsleistung/Jahr 40,6 Mio. Zkm
669 Mio. Pkm

Region Nordrhein-Westfalen

Betriebsleistung DB Regio NRW GmbH[14] 2007
Verkehrsgebiet 34.084 km2
Einwohner 18,1 Mio.
Streckennetz 2.752 km
Bahnhöfe/Haltestellen 580
Fahrzeugpark 869 Wagen
228 Lokomotiven
436 Triebwagen
Verkehrsleistung/Jahr 77,6 Mio. Zkm
8.250 Mio. Pkm

Region Südost

DB-Regio-Zug in Breslau (Polen)
Betriebsleistung Region Südost[14] 2007
Verkehrsgebiet 54.944 km2
Einwohner 8,6 Mio.
Streckennetz 5.376 km
Bahnhöfe/Haltestellen 961
Verkehrsleistung/Jahr 40,6 Mio. Zkm
669 Mio. Pkm

Region Hessen

  • Hessen
    • DB Regio AG – Regionalleitung Hessen
    • S-Bahn Rhein-Main
    • Regionalverkehr Kur- und Mittelhessen
    • Regionalverkehr Rhein-Main
    • DB Regio Hessen GmbH
Betriebsleistung Region Hessen[14] 2007
Verkehrsgebiet 21.115 km2
Einwohner 6,0 Mio.
Streckennetz 1.686 km
Bahnhöfe/Haltestellen 254
Fahrzeugpark 549 Wagen
davon 218 Doppelstockwagen
123 Lokomotiven
55 Triebwagen
Verkehrsleistung/Jahr 21,1 Mio. Zkm

Region RheinNeckar

Betriebsleistung Region Rhein-Neckar[14] 2007
Verkehrsgebiet 841 km2
Einwohner 2,4 Mio.
Bahnhöfe/Haltestellen 286
Fahrzeugpark 40 Reisezugwagen
10 Lokomotiven
163 Triebwagen
Verkehrsleistung/Jahr 22,0 Mio. Zkm
1.300 Mio. Pkm

Region Südwest

  • Rheinland-Pfalz, Saarland
    • DB Regio AG – Regionalleitung Südwest
Betriebsleistung Region Südwest[14] 2007
Verkehrsgebiet 22.600 km2
Einwohner 5,1 Mio.
Streckennetz 1.865 km
Bahnhöfe/Haltestellen 412
Fahrzeugpark 142 Wagen
42 Lokomotiven
162 Triebwagen
Verkehrsleistung/Jahr 26,3 Mio. Zkm
1.200 Mio. Pkm

Region Baden-Württemberg

Betriebsleistung Region Baden-Württemberg[14] 2007
Verkehrsgebiet 29.058 km2
Einwohner 7,8 Mio.
Streckennetz 5.450 km
Bahnhöfe/Haltestellen 521
Fahrzeugpark 619 Wagen
davon 63 Doppelstockwagen
163 Lokomotiven
183 Triebwagen
Verkehrsleistung/Jahr 38,5 Mio. Zkm

Region Bayern

Betriebsleistung Region Bayern[14] 2007
Verkehrsgebiet 66.245 km2
Einwohner 11,7 Mio.
Streckennetz 4.853 km
Bahnhöfe/Haltestellen 746
Fahrzeugpark 1.181 Wagen
310 Lokomotiven
330 Triebwagen
Verkehrsleistung/Jahr 72,5 Mio. Zkm

RegioNetz

Betriebsleistung DB RegioNetz[14] 2007
Verkehrsgebiet 20.457 km2
Einwohner 3,5 Mio.
Streckennetz 1.372 km
Bahnhöfe/Haltestellen 268
Fahrzeugpark 86 Wagen
davon 48 Doppelstockwagen
30 Lokomotiven
112 Triebwagen
Verkehrsleistung/Jahr 12,6 Mio. Zkm
566 Mio. Pkm

Nahverkehrsprodukte

Das Angebot der DB Regio AG umfasst die Produkte Interregio-Express, Regional-Express und RegionalBahn, die sich untereinander insbesondere hinsichtlich Haltepunkten und Reisegeschwindigkeit unterscheiden. Zusätzlich betreibt die DB Regio AG in den großen Ballungszentren die S-Bahnen.

Interregio-Express (IRE)

Der Interregio-Express verbindet mittlere und größere Ballungsräume im Taktfahrplan. Er wird in Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt (seit Dezember 2010), Berlin (seit Dezember 2010) und der Schweiz eingesetzt. Der Interregio-Express ist das schnellste Produkt der DB Regio AG im Nahverkehr und verbindet diesen mit dem Fernverkehr.

Regional-Express (RE)

Der Regional-Express verkehrt im Taktfahrplan auf einer durchschnittlichen Streckenlänge von 250 km im gesamten Bundesgebiet. Er unterscheidet sich zur Regionalbahn durch größere Haltestellenabstände und eine höhere Reisegeschwindigkeit. Der Regional-Express bindet die Region an den Fernverkehr sowie die S-Bahn an.

Regionalbahn (RB)

Die Regionalbahn stellt das Grundangebot in der gesamten deutschen Fläche dar. Außer im Parallelverkehr zur S-Bahn hält sie an allen Stationen. Dies sichert innerhalb der jeweiligen Region ein vernetztes Angebot und fungiert als Zubringer zum Fernverkehr.

Nahverkehrsangebote

Zusätzlich zu den normalen Nahverkehrstarifen hat die DB Regio AG weitere Angebote. Als Länder-Ticket werden Pauschalangebote in den einzelnen Regionen bezeichnet. Die Länder-Tickets ermöglichen zu einem Pauschaltarif Fahrten in der gesamten Region. Diese Tickets sind in Single- und Mehrpersonenvarianten erhältlich. Das erste Länderticket wurde 1997 in Bayern eingeführt. Jährlich werden über zehn Millionen Länder-Tickets verkauft. Ein ebenfalls durch die DB Regio AG angebotenes Pauschalticket ist das Schönes-Wochenende-Ticket. Es ist ebenfalls ein dauerhaftes Sonderangebot der DB Regio AG und berechtigt bis zu fünf Personen zu Fahrten in allen Nahverkehrszügen der DB Regio AG im gesamten Bundesgebiet an Samstagen bzw. Sonntagen. Ebenfalls inbegriffen sind Fahrten im ÖPNV in fast allen Verkehrsverbünden. Das Schönes-Wochenende-Ticket wurde durch die Deutsche Bahn AG erstmals 1995 angeboten.

Einzelnachweise

  1. Deutsche Bahn AG - Geschäftsbericht 2009: http://www.db.de/site/shared/de/dateianhaenge/berichte/geschaeftsbericht__2009__konzern.pdf
  2. Meldung Zweite Stufe der Bahnreform. In: Eisenbahn-Revue International, Ausgabe 1/2, 1998, ISSN 1421-2811, S. 2
  3. Meldung Neue Struktur für DB Regio. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 3/2001, ISSN 1421-2811, S. 103.
  4. Meldung DB AG verlagert Verantwortung für Nahverkehr in die Regionen. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 12/2001, ISSN 1421-2811, S. 522.
  5. Deutsche Bahn AG: Wettbewerbsbericht 2007 (PDF, 6,6 MB), S. 19 f.
  6. Auf einen Blick. In: DB Welt, Ausgabe Februar 2009, S. 2
  7. So fährt Bahnchef Grube zur Arbeit. Berliner Zeitung, 6. Januar 2010
  8. Deutsche Bahn AG (Hrsg.): Fahrzeugmängel und Managementfehler bei S-Bahn Berlin Ursache für Krise - Konzern zieht umfangreiche Konsequenzen. Presseinformation vom 23. Februar 2010.
  9. Deutsche Bahn AG (Hrsg.): DB strukturiert Ressort Personenverkehr ab 2011 neu. Presseinformation vom 29. September 2010.
  10. Meldung DB Regio fährt in Tirol. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 3/2001, ISSN 1421-2811, S. 130.
  11. [http://www.deutschebahn.com/site/bahn/de/presse/presseinformationen/ubp/p20091120,variant=pdf.pdf Deutsche Bahn gewinnt erstmals Schienennahverkehrs-Ausschreibung im europäischen Ausland.] DB Mobility Logistics AG, 20. November 2009, abgerufen am 18. April 2010 (PDF).
  12. Italien: DB bietet nicht mehr um SPNV im Piemont mit. Netzwerk Convia, 8. April 2010, abgerufen am 20. April 2010.
  13. Bahnadressenbuch
  14. a b c d e f g h i j DB AG: Nahverkehr auf einen Blick - RegioKompakt 2008/2009
  15. Bahnadressenbuch

Siehe auch

Weblinks

 Commons: DB Regio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikimedia Foundation.

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