DRS 3


DRS 3
DRS 3 (2007).svg
Allgemeine Informationen
Empfang analog terrestrisch, Kabel, Satellit, Internet und DAB
Sendegebiet Schweiz
Eigentümer SRG SSR
Intendant Pascal Scherrer
Sendestart 1983
Rechtsform Öffentlich-rechtlich
Liste der Hörfunksender
Logo vor 2007

DRS 3 ist ein Programm von Schweizer Radio DRS. Es ist das bedeutendste Pop/Rock-Radio der Deutschschweiz.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

DRS 3 entstand 1983 unter anderem als Reaktion auf die Zulassung privater Lokalradios in der Schweiz und den Bedarf nach einem Radiosender, der sich in seiner Musikauswahl vorwiegend an ein jüngeres Publikum richtete. Der damalige Radiodirektor Andreas Blum erklärte: «DRS 3 soll kein Radio Bumbum werden.»[1] DRS 3 und die neuen Privatsender sorgten zusammen für rund 20 Prozent mehr Radionutzung pro Tag, vorwiegend durch die jungen Hörer und Hörerinnen, die endlich auch «ihre» Musik an Radios hören konnten. Hingegen gingen vor allem den ausländischen Popsendern Hörer verloren.

DRS 3 ging am 1. November 1983 um 0.01 Uhr auf Sendung. Die ersten Töne waren das Geschrei eines neugeborenen Kindes. Am Abend folgte die erste Liveübertragung mit einem Konzert von Polo Hofer aus dem Atlantis Basel. Bereits damals im Programm: die Schweizer Hitparade am Sonntagnachmittag, die Musiksendung Sounds! , die Musik-„Specials“, die Hintergrundsendung Input oder das Spiel Bäsefrässer. DRS 3 startete im ersten Jahr mit 14 Prozent Marktanteil und erreichte 1986 einen ersten Hörer-Rekord mit 16 Prozent Marktanteil in der Deutschschweiz.

Der bekannteste Slogan von DRS 3 stammt vom Beginn der 90er-Jahre: als der Sender erfolglos als «amtlich bewilligter Störsender» sein Publikum zurückzuerobern versuchte. Andere Slogans des Senders waren: «Radio hören macht Lärm», «Radio, das bewegt», «Radio zum Glück» oder aktuell «DRS 3 – Dein Live-Radio».

1985 ging die erste DRS 3-Radiosoap über den Äther: Enrico Bello mit Walo Lüönd als Stimme und Texten von Beat Schlatter. 1989 begann die sehr populäre Krimi-Hörspielserie Die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney des Autors Roger Graf, von der bisher 341 Folgen (Stand: Juni 2011) ausgestrahlt wurden. Weitere neue Sendungen waren der World Music Special (ab 1986), der CH-Special (ab 1986), die Gesprächssendung Focus (ab 1989) oder das Wochenhoroskop von Madame Etoile (ab 1991).

Ab Ende der 1980er-Jahre begann der Marktanteil von DRS 3 zu sinken, was zu wiederholten Diskussionen über die Programmausrichtung und zu verschiedenen Programmreformen führte. 1999 erreichte der Marktanteil mit 8 Prozent einen Tiefpunkt. Nachdem die Programme anfänglich in Bern, Basel und Zürich produziert wurden, wurde 1999 Zürich zum einzigen Standort. Die stündlichen Nachrichten dagegen kommen weiterhin aus dem Studio Bern.

1999 startete Schweizer Radio DRS mit DRS Virus einen neuen Jugendsender, während der damalige Programmleiter Andreas Schefer DRS 3 als «Generalistenprogramm für junge Erwachsene» [2] positionierte. Das Musikprofil im Tagesprogramm wurde mehr auf «Durchhörbarkeit» und bekannte Musik ausgerichtet. Die Marktanteile begannen wieder zu steigen: 12 Prozent im Jahr 2000, 13 Prozent 2003, 15 Prozent 2008, 18 Prozent 2010 mit rund 1,4 Millionen Hörerinnen und Hörern in der Deutschschweiz. [3]

2003 wurde mit Info 3 erstmals eine neue tagesaktuelle Informationssendung ausgestrahlt. 2006 wurde die Wirtschaftsberichterstattung verstärkt und die Rubrik DRS 3 Wirtschaft eingeführt. Seit 2007 ist DRS 3 ausserdem der hauptsächliche Sportsender von Schweizer Radio DRS. Laut Konzept [4] bietet der Sender heute unter dem Leitmotiv «Musik ist Information» ein «vielfältiges Programm aus Pop- und Rockmusik, News und Unterhaltung» an und richtet sich an ein Zielpublikum von 25 bis 45 Jahren.

Programm

Das Programm von DRS 3 wird auf Schweizerdeutsch moderiert. Nachrichten und Verkehrsmeldungen werden in Schweizer Hochdeutsch oder Standarddeutsch vorgelesen.

Sendungen

Den Tag über hat DRS 3 den Charakter eines Begleitprogramms mit Nachrichten, Wetter, Verkehr, Veranstaltungs- und Kulturtipps und Servicebeiträgen aus Themenbereichen wie IT/neue Medien, Familie, Finanzen oder Lifestyle. Am Abend ab 20 Uhr laufen spezielle Sendungen wie die Music-„Specials“ (Blues Special, Reggae Special, Rock Special, World Music Special, Black Music Special und CH Special), die Musiksendung Sounds! (ab 22 Uhr) oder die Interviewsendung Focus und die Hintergrundsendung Input. DRS 3 präsentiert wöchentlich am Sonntagnachmittag die offizielle Schweizer Hitparade. Weitere fixe Programmpunkte sind die tägliche andere Presseschau des Psychoanalytikers und Schriftstellers Peter Schneider oder das Krimi-Hörspiel Die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney am Sonntagvormittag. Einmal wöchentlich sendet DRS 3 in Kooperation mit dem Schweizer Fernsehen die Call-in-Sendung nachtwach. Das fünfzehnminütige Magazin Info 3 berichtet werktags um 12 und 17 Uhr in Hochdeutsch über das Wichtigste vom Tag aus Politik, Wirtschaft, Sport und Wissenschaft. Am Samstagnachmittag läuft von 14 - 17 Uhr die Spielshow Uri, Schwyz und Untergang - Das Duell der Kantone, bei dem zwei Gäste aus unterschiedlichen Kantonen sich in verschiedenen Spielrunden beweisen müssen.

Spezialsendungen

DRS 3 ist der wichtigste Livemusik-Sender der Schweiz, der zahlreiche Konzerte aufzeichnet und sendet. Zudem veranstaltet er eigene Showcases. Er überträgt live von den grossen Schweizer Sommerfestivals wie Gurtenfestival, OpenAir St. Gallen oder Open Air Gampel.

Seit 2009 führt DRS 3 zusammen mit dem Schweizer Fernsehen und der Glückskette jeweils Ende Jahr die Spendenaktion Jeder Rappen zählt durch. Dafür ziehen sich drei Radiomoderatoren für sechs Tage in ein Glashaus auf einen öffentlichen Platz zurück. Aus dieser «Glasbox» senden sie rund um die Uhr und begrüssen Gäste aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur. Hörer und Passanten können währenddessen ihre Spenden für einen wohltätigen Zweck abgeben.

Schweizer Musik

DRS 3 fördert Schweizer Musiker, etwa mit der monatlichen Verleihung eines Preises für einen bisher unbekannten Künstler. Bis anfangs 2010 hiess die entsprechende Auszeichnung Swiss Top, seither DRS 3 Best Talent. Ausgesucht werden die monatlichen Kandidaten von DRS 3 und einer Jury, sie werden jeweils am letzten Samstag des Monats in der Sendung DRS 3 Best Talent vorgestellt. Die Fachjury bestimmt den Jahressieger, der Förderpreis wird im Rahmen der Swiss Music Awards verliehen.

Über die Webpage Mx3 wird Bands ausserdem die Möglichkeit eröffnet, vom Radio «entdeckt» und gesendet zu werden oder mit Fans in Kontakt zu treten. Seit der Einführung am 15. September 2005 haben dort 16’700 Schweizer Bands und Künstler über 57’000 Songs veröffentlicht (Stand: Juli 2011).

Moderation

aktuelle Moderatoren

[5]

Moderator Sendung
Barbara Bürer nachtwach
Dominic Diller Rock-Special; Sounds!
Sven Epiney Morgensendung
Matthias Erb Blues-Special; Sounds!
Philippe Gerber CH-Special
Tom Gisler Uri, Schwyz und Untergang
Franziska von Grünigen
Reeto von Gunten Sonntagmorgen
Nik Hartmann
Kathrin Hönegger
Christina Lang Morgensendung
Simon Lanzi Uri, Schwyz und Untergang
Anic Lautenschlager Morgensendung
Caroline Lüchinger
Anna Maier
Sascha Rossier Black Music Special
Nik Thomi Hitparade
Marietta Tomaschett
Mario Torriani Morgensendung
Mona Vetsch Morgensendung
Rebecca Villiger Sounds!; Reggae- und Rock-Special
Peter Walt World Music Special; Uf u dervo
Judith Wernli Morgensendung; Uri, Schwyz und Untergang
Michael Zezzi Hitparade; Uri, Schwyz und Untergang

ehemalige Moderatoren

Verbreitung

DRS 3 wird in der gesamten Deutschschweiz analog über UKW ausgestrahlt und ist im terrestrischen Sendebereich in alle Kabelnetze eingespeist. Weiter wird das Radio über DAB, Internet und Satellit verbreitet. Die Frequenzen und Satelliteneinstellung finden sich auf der DRS 3-Website. [6] DRS 3 bietet ausserdem zahlreiche Sendungen wie Input, Focus, sämtliche Musiksendungen oder die Digital-Themen der Woche als Podcasts an.

Einzelnachweise

  1. DRS 3 Meilensteine
  2. DRS 3 Meilensteine
  3. Hörerzahlen SRF 2010
  4. DRS 3 – Konzept
  5. Das DRS 3 Team: Moderation
  6. DRS 3 – Frequenzen

Weblinks


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