Damaskus

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Damaskus
arabisch ‚ÄŹōĮŔÖōīŔā‚Äé, DMG DimaŇ°q
Damaskus
Damaskus (Syrien)
Damaskus
Damaskus
Symbole
Wappen
Wappen
Basisdaten
Staat Syrien
Gouvernement Damaskus
H√∂he 690 m
Fl√§che 77 km¬≤
Metropolregion 105 km¬≤
Einwohner 1.834.741 (2010)
Metropolregion 2.831.738 (2010)
Dichte 23.827,8 Ew./km¬≤
Metropolregion 26.968,9 Ew./km¬≤
ISO 3166-2 SY-DI
Webauftritt www.damascus.gov.sy/ (Arabisch)
Politik
Gouverneur Bischr al-Sabban
Partei Baath
Damaszener Sehensw√ľrdigkeiten
Damaszener Sehensw√ľrdigkeiten
33.50972222222236.309166666667

Damaskus [daňąmask äs] (arabisch ‚ÄŹōĮŔÖōīŔā‚Äé Dimaschq, DMG DimaŇ°q; franz.: Damas [daňąmas]; in ph√∂nizischer Umschrift ohne Vokale: dmŇ°q) ist die Hauptstadt von Syrien und des Gouvernements Rif Dimaschq (Umgebung von Damaskus). Die Stadt hat offiziell 1.834.741 Einwohner, in der Agglomeration leben offiziell 2.831.738 Menschen (Stand jeweils 1. Januar 2010).[1] Inoffizielle Sch√§tzungen gehen oft von einer wesentlich h√∂heren Einwohnerzahl aus. Die Hauptstadt bildet ein eigenst√§ndiges Gouvernement. Es wird von einem Gouverneur regiert, der vom Innenminister ernannt wird.

Damaskus ist eine der √§ltesten kontinuierlich bewohnten St√§dte der Welt sowie ein kulturelles und religi√∂ses Zentrum des Orients. In Syrien selbst wird Damaskus h√§ufig ‚ÄŹōßŔĄōīōßŔÖ‚Äé / aŇ°-҆ńĀm genannt; in der restlichen arabischen Welt wird dieser Name oft f√ľr das Land Syrien verwendet. Historisch steht er sogar noch f√ľr ein gr√∂√üeres Gebiet, n√§mlich f√ľr die gesamte Levante.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Damaskus liegt etwa 31 Kilometer √∂stlich der Grenzen Syriens zum Libanon. S√ľdwestlich von Damaskus, in etwa 60 Kilometer Entfernung, liegen die seit dem Sechstagekrieg von 1967 von Israel besetzten syrischen Golanh√∂hen. Die Grenze zu Jordanien liegt ungef√§hr 90 Kilometer s√ľdlich von Damaskus.

Am Fu√üe des Berges Qasyun auf 690 Meter √ľber NN erstreckt sich Damaskus im Barada-Tal. Die Oase Ghuta, die von jeher Lebensader der Stadt war, wird durch den abflusslosen Barada bew√§ssert, der im westlichen Gebirge des Anti-Libanon entspringt und ganzj√§hrig flie√üt. √Ėstlich von Damaskus erstreckt sich bis zum S√ľden hin zur Arabischen Halbinsel die Syrische W√ľste.

Stadtgliederung

Die Hauptstadt gliedert sich in die Altstadt, die neueren Stadtbezirke und die Vororte Midan im S√ľdwesten, Sarouja im Norden und Imara im Nordwesten. Die Altstadt im Zentrum von Damaskus ist von engen Stra√üen, √ľberdachten M√§rkten und traditionellen Wohnh√§usern gepr√§gt. Der Bezirk al-Merjeh, mit seinen modernen Hochh√§usern, ist der administrative und wirtschaftliche Mittelpunkt der Stadt.

Zu den n√∂rdlich der Altstadt gelegenen neueren Stadtbezirken geh√∂rt Kasioun, ein schon vor der Staatsgr√ľndung √ľberwiegend von Kurden bewohnter Stadtteil. Im Stadtbezirk Yarmouk dagegen leben seit 1955 viele pal√§stinensische Fl√ľchtlinge.

In der zweiten H√§lfte des 20. Jahrhunderts dehnte sich die Stadt vor allem im westlich gelegenen Bezirk Mezze, entlang der Barada-Senke in Dumar im Nordwesten und auf den Steigungen der Berge bei Berze im Nordosten aus. Besonders am s√ľdlichen Stadtrand wurden in den letzten Jahrzehnten zahlreiche informelle Siedlungen, oft ohne offizielle Genehmigung, errichtet. Dort leben viele Binnenfl√ľchtlinge, die wegen der schlechteren Lebensbedingungen auf dem Land nach Damaskus zogen.

Klima

Damaskus befindet sich in der subtropischen Klimazone. Die Jahresdurchschnittstemperatur betr√§gt 16,7 ¬įC. Da √∂stlich, also im Regenschatten des Anti-Libanon, gelegen, f√§llt nur 194 Millimeter Niederschlag pro Jahr.

Die w√§rmsten Monate sind Juni bis August mit durchschnittlich 24,6 bis 26,6 ¬įC, die k√§ltesten Monate Dezember bis Februar mit 6,2 bis 7,9 ¬įC im Mittel. Der meiste Niederschlag f√§llt von Oktober bis April mit durchschnittlich 12 bis 46 Millimeter, der wenigste von Mai bis September mit 0 bis 5 Millimeter im Mittel.

Damascus
Klimadiagramm (Erklärung)
J F M A M J J A S O N D
 
 
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13
0
 
 
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1
 
 
17
 
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7.9
 
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7
 
 
3.3
 
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11
 
 
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14
 
 
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17
 
 
0
 
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17
 
 
0.2
 
33
13
 
 
7.1
 
28
9
 
 
21
 
20
4
 
 
26
 
14
1
Temperatur in ¬įC,  Niederschlag in mm
Quelle: WMO
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschl√§ge f√ľr Damascus
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (¬įC) 12,6 14,8 18,9 24,5 29,7 34,2 36,5 36,2 33,4 28,0 20,3 14,2 √ė 25,3
Min. Temperatur (¬įC) 0,4 1,3 3,7 7,0 10,5 14,2 16,9 16,5 13,0 8,9 4,0 1,3 √ė 8,1
Niederschlag (mm) 27,9 22,7 16,9 7,9 3,3 0,4 0,0 0,0 0,2 7,1 21,4 25,8 ő£ 133,6
Regentage (d) 7 7 5 3 1 0 0 0 0 2 4 6 ő£ 35
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
12,6
0,4
14,8
1,3
18,9
3,7
24,5
7,0
29,7
10,5
34,2
14,2
36,5
16,9
36,2
16,5
33,4
13,0
28,0
8,9
20,3
4,0
14,2
1,3
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
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s
c
h
l
a
g
27,9 22,7 16,9 7,9 3,3 0,4 0,0 0,0 0,2 7,1 21,4 25,8
  Jan Feb M√§r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Quelle: WMO

Geschichte

Vorgeschichte

Als gro√üfl√§chige Oase in einer regenarmen Landschaft war die Gegend von Damaskus schon fr√ľh ein anziehender Siedlungsraum. In Tall Ramad, einem Vorort des heutigen Damaskus, fand man Spuren einer steinzeitlichen Siedlung aus dem Pr√§keramischen Neolithikum B, in Tell eŠĻ£-ŠĻĘaliŠł•iyeh und in Deir Khabiye zwei Siedlungsh√ľgel aus der Bronzezeit.

√Ągyptische Herrschaft

Nach Eroberungsz√ľgen der √Ągypter im heutigen Syrien wird Damaskus als Stadtstaat erstmals unter den Pharaonen Thutmosis III. und Amenophis III. als Tamasqu (tmsq, siehe √Ągyptische Hieroglyphen), sp√§ter Duma_qu erw√§hnt. Es wurde von Thutmosis III. eingenommen. Zur Zeit Echnatons wird es mit seinem F√ľrsten Namiawaza in zwei Amarna-Briefen erw√§hnt (139, 63; 142, 21). Damaskus blieb bis zum Ende des 2. Jahrtausend v. Chr. in √§gyptischer Hand und Zentrum der Provinz Ube.

Das Königreich Aram-Damaskus

Hauptartikel siehe Aram (Damaskus)

Der aram√§ische Territorialstaat von Aram-Damaskus entstand vermutlich im 13. Jahrhundert v. Chr., als die √Ągypter die Kontrolle √ľber Pal√§stina und Syrien endg√ľltig verloren hatten.

Biblische √úberlieferung

Damaskus wird in der Bibel erstmals im 1. Buch Mose (Gen 14,15 EU) erw√§hnt. Die Stadt wurde unter K√∂nig David von Israel erobert (2. Samuel 8, 8). Reson, ein Fl√ľchtling aus dem aram√§ischen K√∂nigreich des Hadadeser von Zoba (1 K√∂n 11, 23) bei Hama, sch√ľttelte die Oberherrschaft Salomos ab und begr√ľndete eine neue Dynastie (1 K√∂n 11, 23). Reson blieb Feind des K√∂nigreichs Israel ‚Äěsolange Salomo lebte‚Äú (1 K√∂n 11, 25). K√∂nig Ben-Hadad II. von Damaskus wurde unter Ahab von Israel besiegt. Hasa'el und sein Sohn Ben-Hadad III. errangen zahlreiche Siege √ľber Israel (vgl. 2 K√∂nige, 13 zu einem vernichtenden Sieg √ľber Joahas), mussten aber immer mehr dem assyrischen Druck nachgeben. Damaskus gelangte danach zeitweilig sogar wieder unter israelitische Vorherrschaft. Jerobeam, K√∂nig von Israel, nahm Hama und Damaskus ein (2. K√∂nige 14, 28); dieser Erfolg war aber nicht von langer Dauer.

K√∂nig Rezin verb√ľndete sich mit K√∂nig Pekach von Israel. Jerusalem, das unter der Herrschaft von Ahas stand (2. K√∂nige 16), belagerten sie gemeinsam, aber erfolglos. Rezin konnte Eilat einnehmen und siedelte dort Edomiter an. Daraufhin richtete Ahas von Juda einen Hilferuf an Tiglat-pileser III. von Assyrien, den er mit reichlichen Sch√§tzen begleitete (2. K√∂nige 16, 8). Es h√§tte dieser Aufforderung aber wohl kaum bedurft, um die Assyrer dazu zu bewegen, das letzte eigenst√§ndige Aram√§erreich, das den Weg nach S√ľden sperrte, auszuschalten.

Historische Quellen

Siegesstele aus Tel Dan (um 842 v. Chr.), vermutlich von Hasa'el aufgestellt

Ben-Hadad II. k√§mpfte 853 v. Chr. in einem B√ľndnis von zw√∂lf L√§ndern gemeinsam mit Ahab und Irhuleni von Hama in der Schlacht bei Karkara am Orontes gegen die Assyrer unter Salmanassar III., konnte jedoch keinen dauerhaften Sieg erringen. Ben-Hadad II. starb zwischen 844 und 840 v. Chr. und Hasa'el wurde als neuer Dynastiegr√ľnder sein Nachfolger.

Das B√ľndnis mit Hamath l√∂ste sich bereits 845 v. Chr., vier Jahre sp√§ter wurden die G√§rten der Oase von Damaskus bei einem erneuten assyrischen Angriff verw√ľstet. Salmanasser III. unternahm in den Jahren 849‚Äď838 v. Chr. weitere Feldz√ľge gegen Aram, jedoch ohne dauerhaften Erfolg. 733 v. Chr. wurde Damaskus von Tiglat-pileser III. eingenommen, Rezin get√∂tet, die Bev√∂lkerung nach Kir deportiert und das Reich in drei assyrische Provinzen aufgeteilt (Damaskus, Karnini (Karnajim) und Haurini). Von der Zerst√∂rung durch die Assyrer erholte sich Damaskus relativ schnell, vor allem dank seiner Bedeutung als Zwischenstation f√ľr den Handel von den ph√∂nizischen K√ľstenst√§dten der Levante zu den St√§dten Mesopotamiens sowie von Arabien nach Kleinasien.

Antike

Griechisch-Katholische Kirche St. Paul

Nachdem es kurzzeitig dem neubabylonischen Reich unter Nebukadnezar II. (604 - 562 v. Chr.) angehörte, fiel Damaskus an das achämenidische Perserreich. Strabon (16,2,20) beschreibt es als bedeutendste und glänzendste Stadt des Perserreichs. Parmenion, ein General Alexanders des Großen, eroberte Damaskus 332 v. Chr. und erbeutete dabei den Staatsschatz des Dareios. Damaskus wurde dem Alexanderreich eingegliedert und dadurch eine makedonische Kolonie; im Norden und Osten der aramäischen Stadt entstand eine griechische Siedlung.

Unter der Herrschaft der Seleukiden wurde Damaskus ausgebaut und befestigt und 111 v. Chr. von Antiochos IX. zur Hauptstadt von Ph√∂nikien und Koilesyrien erhoben. 85 v. Chr. gelang den Nabat√§ern unter K√∂nig Aretas III. die Eroberung von Damaskus. Sie konnten sich bis 66 v. Chr. halten, als ganz Syrien unter Pompeius erobert und dem r√∂mischen Reich eingegliedert wurde. Von Marcus Antonius wurde Koilesyrien und damit auch Damaskus 38 v. Chr. (zusammen mit weiteren Reichsteilen) an Kleopatra VII. von √Ągypten verschenkt.

Den einst vertriebenen Nabat√§ern gelang 37 n. Chr. die erneute Eroberung der Stadt. Mit Duldung der R√∂mer konnten sie sich bis 54 halten. Anschlie√üend herrschten wieder die R√∂mer. Die Bedeutung der Stadt stieg, nachdem Nabat√§a 106 n. Chr. unter Trajan zur r√∂mischen Provinz wurde, und die R√∂mer eine Stra√üe von Damaskus, √ľber Bosra, bis zum Roten Meer bauten. Damaskus wurde kurzzeitig zum Bischofssitz, den es jedoch im 3. Jahrhundert an Emesa abgeben musste. Kaiser Theodosius I. gr√ľndete im 4. Jahrhundert eine Basilika in Damaskus √ľber den vermuteten Reliquien Johannes des T√§ufers.

Mittelalter

636 wurde Damaskus, nachdem es nur schwachen Widerstand gegen die islamische Expansion geleistet hatte, von den Arabern erobert. Der Kapitulationsvertrag der Stadt sollte Modellcharakter erhalten. Die christliche Bevölkerung hatte die Kopfsteuer (dschizya) zu entrichten, blieb aber ansonsten weitgehend ungestört. Unter Kalif Muawiya I. wurde Damaskus 661 Hauptstadt des umayyadischen Reiches. Kalif Al-Walid I. ließ 705 an der Stelle der Johannes-Basilika die Umayyaden-Moschee als erste monumentale Moschee des Islam errichten. Im Innern des Baus befindet sich der Schrein Johannes des Täufers.

Nach dem Ende der Umayyaden-Dynastie 750 verlegten die siegreichen Abbasiden den Sitz des Kalifats in das neu gegr√ľndete Bagdad, wohl auch, um den Bruch mit den Umayyaden zu betonen. Damaskus war damit nur noch eine Provinzhauptstadt, seine Bedeutung schwand im Laufe der Jahre stark. Dennoch blieb es unter den wechselnden islamischen Dynastien umk√§mpft (878 Tuluniden, 945 Ichschididen, 970-1076 Fatimiden). Das gesamte Mittelalter hindurch war Damaskus stets eng mit √Ągypten verbunden.

1104 wurde Damaskus Sitz der seldschukischen Buriden-Dynastie. Die sechst√§gige Belagerung von Damaskus durch Kreuzfahrer w√§hrend des zweiten Kreuzzugs im Juli 1148 blieb erfolglos. 1154 ergab sich die Stadt Nur ad-Din, der Damaskus zur neuen Hauptstadt seines Reiches machte. Unter Nur ad-Din und Saladin gewann die Stadt erneut an Bedeutung, vor allem im Kampf gegen die Kreuzfahrerstaaten. Die Bev√∂lkerungszahl wuchs und die Stadt dehnte sich √ľber die alten Stadtmauern hinaus aus. Unter den beiden Herrschern und Saladins Nachfahren, den Ayyubiden, entstanden zahlreiche Bauten, die noch heute das Stadtbild mitpr√§gen.

Die Mamluken, die seit 1250 von √Ągypten aus √ľber Damaskus herrschten, konnten die Stadt gegen die Mongolen Hulagu Ilchan (1260) und Timur Lenk (1401) halten.

Neuzeit

Ansicht von Damaskus, 1677

Nach dem Zusammenbruch der mamelukischen Herrschaft fiel Syrien 1516 an die Osmanen. Als ein Ausgangspunkt der j√§hrlichen Wallfahrten nach Mekka wurde Damaskus auch von den neuen Herrschern wirtschaftlich beg√ľnstigt und weiter ausgebaut.

Unter Muhammad Ali Pascha gelang den √Ągyptern 1831 die Eroberung Syriens und Kilikiens. Es folgte eine Phase intensiver Reformen: Die Verwaltung wurde zentralisiert, die Wirtschaft gef√∂rdert, neue Schulen gegr√ľndet etc. Allerdings wurden die √Ągypter nach einer Intervention europ√§ischer M√§chte 1840 gezwungen, Syrien wieder den Osmanen zu √ľberlassen.

Im Osmanischen Reich begann 1839 eine intensive Reformtätigkeit (Tanzimat), die auch Wirkungen auf Syrien hatte.

1860 kam es zu einem Massaker an den Christen der Stadt, wobei bis heute ungekl√§rt ist, wer den Tumult veranlasste. Es erscheint als verd√§chtig, dass die osmanischen Machthaber nicht gegen die Auseinandersetzung einschritten und sogar die Christen entwaffnet hatten. Am 9. Juli 1860 begannen Mob und Soldaten in das christliche Viertel einzudringen und die dortigen Bewohner mit Gewalttaten zu √ľberziehen. Dem Blutbad auch noch am Folgetag sollen insgesamt um die 6.000 Menschen zum Opfer gefallen sein.[2] Erw√§hnenswert ist jedoch, dass Abd el-Kader die Verfolgten in Schutz nahm, wof√ľr ihm von Napol√©on III. das Gro√ükreuz der Ehrenlegion verliehen wurde.

Damaskus entwickelte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Zentrum der ostarabischen Nationalbewegung. Mit der Niederlage der Osmanen im Ersten Weltkrieg endete ihre Herrschaft √ľber Syrien. Am 30. September 1918 marschierten arabisch-britische Truppen in Damaskus ein.

Faisal I. erklärte sich im März 1920 zum König von Syrien, wurde aber wenig später von den Franzosen vertrieben. Auf der Konferenz von San Remo (1920) wurde Syrien und Libanon vom Völkerbund unter französisches Mandat gestellt, mit Damaskus als Hauptstadt. In den Jahren 1925 und 1926 war Damaskus Zentrum antifranzösischer Unruhen in Syrien, die mit militärischer Gewalt niedergeschlagen wurden.

Britische und französische Truppen befreiten Damaskus 1941 von der Herrschaft des Vichy-Regimes. 1946 verließen die letzten alliierten Truppen Damaskus. Im selben Jahr wurde es die Hauptstadt des unabhängigen Staates Syrien.

Die Altstadt von Damaskus z√§hlt seit 1979 zum Weltkulturerbe im Sinne der UNESCO. Infolge des massiven Bev√∂lkerungszuwachses der letzten Jahrzehnte, der Zunahme des Individualverkehrs und der damit verbundenen Tendenz zur Verslumung des im Wesentlichen nur fu√ül√§ufig erschlossenen alten Zentrums droht die Einstufung auf der Roten Liste gef√§hrdeter Kulturg√ľter[3].

Im Jahe 2000 begann von hier aus der Damaszener Fr√ľhling, in dem der Ruf nach demokratischen Reformen erlaubt wurde und der sich schnell in andere Gro√üst√§dte ausbreitete. Im Jahr 2011 kam es im Rahmen der Revolte in Syrien auch in Damaskus zu Protesten der Bev√∂lkerung.

Einwohnerentwicklung

Auf Grund der hohen Geburtenrate und der starken Landflucht ist die Bevölkerung von Damaskus besonders in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sehr stark gewachsen. Lebten 1943 erst 286.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1960 bereits eine halbe Million. Bis 1980 verdoppelte sich diese Zahl. 2010 hatte die Stadt 1,8 Millionen Einwohner. In der Agglomeration leben 2,8 Millionen Menschen (Stand 1. Januar 2010).

Die Bev√∂lkerungsmehrheit in Damaskus bilden die Araber, die zweitgr√∂√üte Volksgruppe sind die Kurden, deren genaue Zahl unbekannt ist, da viele Kurden Fl√ľchtlinge aus der T√ľrkei und dem Irak, aber nicht syrische Staatsb√ľrger sind. Sie siedelten sich in der Hauptstadt an, weil sie dort auf Arbeit hoffen konnten. Zu den weiteren ethnischen Minderheiten geh√∂ren die Armenier, die immer noch aram√§isch sprechenden Aram√§er, Griechen sowie T√ľrken (Turkomanen). Auch zahlreiche Pal√§stinenser und chaldo-assyrische Fl√ľchtlinge aus dem Irak sowie Gastarbeiter aus benachbarten arabischen L√§ndern leben in Damaskus.

Die Einwohnerzahlen in der folgenden √úbersicht beziehen sich auf die eigentliche Stadt ohne Vorortg√ľrtel.

Einwohnerentwicklung 1900-2006
Das Telegrafendenkmal aus der osmanischen Zeit
Historische Gebäude
        Jahr         Einwohner
1900 140.500
1921 169.400
1935 193.900
1943 286.300
1959 475.400
1960 530.000
1964 563.000
        Jahr         Einwohner
1966 789.800
1970 836.668
1981 1.112.214
1994 1.394.322
1998 1.431.821
2003 1.553.201
2010 1.834.741

Politik

Stadtregierung

Damaskus bildet ein eigenes Gouvernement und ist Hauptstadt des Gouvernements Rif Dimaschq (Umland von Damaskus). An der Spitze des Gouvernements steht der vom Präsident des Landes persönlich ernannte Gouverneur. Er besitzt den Rang eines Ministers und ist formal der Repräsentant der syrischen Regierung im Gouvernorat.

Die Politik auf kommunaler und lokaler Ebene wird in Damaskus im Wesentlichen vom Volksrat, mit zahlreichen Eingriffs- und Entscheidungsm√∂glichkeiten, ausge√ľbt. Er stellt das bedeutendste administrative Organ zur Planung und Koordinierung sowie Durchsetzung zentralstaatlicher Politik auf der lokalen Ebene dar.

Städtepartnerschaften

Damaskus unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:

Kultur und Sehensw√ľrdigkeiten

Religion

Sayyida-Zainab-Moschee

Etwa 75 Prozent der Bevölkerung von Damaskus sind sunnitische Muslime. Sechs Prozent der Einwohner sind Nusairier (Alawiten). Weitere vier Prozent verteilen sich auf Drusen, Schiiten, Ismailiten, Jesiden und Juden.

15 Prozent sind Christen verschiedener Konfessionen. Die Melkitischen Orthodoxen bilden die größte christliche Gemeinschaft. Andere bekennen sich zur Armenischen Apostolischen Kirche und der mit Rom unierten Syrisch-Katholischen und Griechisch-Katholischen Kirche sowie die Maroniten.

Auch Gläubige der Chaldäischen Kirche und der Assyrischen Kirche des Ostens, auch Apostolische Kirche des Ostens genannt, leben in der Hauptstadt. Daneben existieren noch verschiedene protestantische sowie römisch-katholische und syrisch-orthodoxe Gemeinden.

Obwohl es in der Geschichte von Damaskus ein paar Mal zu interkonfessionellen Auseinandersetzungen kam, wie beispielsweise 1860, ist das Zusammenleben vorwiegend friedlich geprägt.

Staatspräsident Baschar al-Assad hatte 2006 dem griechisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien, Ignatios Hazim, einen Weihnachtsbesuch abgestattet. Der Patriarch residiert in Damaskus. Es war der erste Weihnachtsbesuch eines syrischen Präsidenten beim Patriarchen seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahre 1946.

Museen

Das 1936 er√∂ffnete Nationalmuseum beherbergt eine Ausstellung arch√§ologischer und historischer Funde. Zu sehen sind unter anderem Schriftst√ľcke aus Ugarit aus dem 14. Jahrhundert v. Chr., mehr als 4000 Jahre alte Skulpturen aus Mari, Marmor- und Terrakottastatuen aus Palmyra, die Wandmalereien der Synagoge von Dura Europos aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., Korane aus dem 13. Jahrhundert sowie Damaszener Waffen und alte chirurgische Instrumente.

Das unweit vom Nationalmuseum gelegene Armeemuseum beherbergt eine Sammlung Damaszener Waffen, Relikte und Ausr√ľstungsgegenst√§nde des ersten und bislang einzigen syrischen Kosmonauten Muhammed Achmed Faris, der 1987 mit Sojus TM-3 die Erde umkreiste, sowie eine Darstellung der Konflikte mit Israel aus syrischer Sicht.

Weitere Museen in der syrischen Hauptstadt sind das Museum f√ľr syrische Kunst und Volkstraditionen im Azem-Palast sowie das Museum ‚ÄěOktober-Krieg-Panorama‚Äú. Letzteres zeigt ein Modell der Stadt Qunaitra auf den Golanh√∂hen und einen Film, der die syrische Sicht des Konflikts √ľber die Stadt dokumentiert.

Bauwerke

Umayyaden-Moschee
Innenhof der Umayyaden-Moschee
Damaskus-Zitadelle mit Saladinsdenkmal

Die Altstadt von Damaskus ist seit 1979 UNESCO-Weltkulturerbe. Sie wird von Ost nach West von der Via recta geteilt, die allerdings nicht ganz schnurgerade ist, sondern einen leichten Knick aufweist. Im Nordwesten der Altstadt liegt die Umayyaden-Moschee, das wichtigste Gotteshaus der Stadt. Rund um die Moschee finden sich die ber√ľhmten Suqs der Stadt, vor allem der √ľberdachte Suq al-Hamidiya.

Au√üerdem findet man in der Altstadt viele Hamams. Hierbei ist vor allem das Hamam Nur-ed-Din zu nennen. Sehenswert ist auch der Chan Asad Pascha, eine Karawanserei, die vom osmanischen Gouverneur Asad Pascha al-Azim errichtet wurde, der auch den Azim-Palast, eine weitere Sehensw√ľrdigkeit, erbauen lie√ü.

Im Nordosten der Altstadt liegt das jahrhundertealte Christenviertel BńĀb TŇęmńĀ hinter dem gleichnamigen ‚ÄěThomas-Tor‚Äú mit vielen alten Kirchen. Die Ananias-Kirche wurde der √úberlieferung nach im Haus des biblischen Ananias errichtet, wo Paulus sein Augenlicht zur√ľckerhielt. Die Kirche liegt rund sechs Meter tief in der Erde und ist einer der √§ltesten christlichen Sakralbauten. Erw√§hnenswert ist auch die Kapelle des Heiligen Paulus im Stadttor Bab Kaisan. Nach der Bibel wurde der Apostel dort von seinen Anh√§ngern in einem Korb von der Stadtmauer herabgelassen, damit er vor seinen Verfolgern fliehen konnte.

Die Altstadt von Damaskus hat viele Gassen und ist eng und dicht bebaut. Typisch f√ľr die Damaszener Architektur der Altstadt sind H√§user mit einem Innenhof, zu dem sich alle Fenster und T√ľren hin √∂ffnen. Um den - in den meisten F√§llen vorhandenen - Springbrunnen stehen Zitronen- und Bitterorangenb√§ume. Zehn Kilometer s√ľdlich des Zentrums befindet sich die 1979 erbaute Sayyida-Zainab-Moschee; Sayyida Zainab war die Enkeltochter Mohammeds und ist hier beerdigt. F√ľr schiitische Muslime ist die in iranischer Tradition erbaute Grabst√§tte und Moschee ein wichtiges Pilgerziel.

Die Zitadelle von Damaskus ist eine fast komplett erhaltene ayyubidische Festung in der syrischen Hauptstadt. Eine Besonderheit der Verteidigungstechnik stellt das ayyubidische Nordtor dar. Es verf√ľgte √ľber zwei gegen√ľberliegende Au√üentore, die in die Torhalle f√ľhrten. Durch ein im rechten Winkel von den Au√üentoren gelegenes zweites Tor und das dritte, alte seldschukische Tor gelangte man in die Zitadelle. An die Torhalle schloss sich ein Saalbau an. Dieser diente als Aufmarschraum f√ľr milit√§rische Abteilungen zur Durchf√ľhrung von Ausf√§llen bei einer Belagerung. Die Einheit von Torhalle und Saalbau ist im Burgenbau der Region eine typologische Besonderheit. Das Osttor hat eine √§hnliche, wenn auch kleinere Einrichtung.

Saladin-Mausoleum

Parks

Der Tischrin (Tishreen) Park ist einer der größten öffentlichen Parks in Damaskus. Innerhalb des Parks gibt es Themengärten, die beispielsweise die Zitadelle von Aleppo zeigen, der islamischen Kulturhauptstadt 2006. Im Sommer werden im Park öffentliche Konzerte abgehalten. Jährlich zwischen dem 15. und 30. Juni wird das Internationale Blumenfestival veranstaltet.

Erw√§hnenswert ist auch die Parkanlage mit dem Saladin-Mausolem. Das Marmorgrab von Sultan Saladin stiftete der deutsche Kaiser Wilhelm II. im Jahre 1898. Den 1193 hergestellten Holzsarkophag im Mausoleum schm√ľcken eine kufische Inschrift und zahlreiche Schnitzereien. Das Grab mit der roten Kuppel und dem umgebenden Garten befindet sich au√üerhalb der n√∂rdlichen Mauer der Omayyaden-Moschee.

Dschabal Qasyun (1150 Meter) ist der Hausberg von Damaskus. Die dort liegenden Restaurants bieten eine gute Aussicht √ľber die Stadt.

Sport

Aus Damaskus spielen vier Fu√üballmannschaften in der ersten Liga des Landes. Al Jaish ist mit elf nationalen Titeln der erfolgreichste Verein. Heimst√§tte ist das 10.000 Zuschauer fassende Stadion Al-Fiha. Einmal Landesmeister wurde die im Abassidenstadion (Kapazit√§t f√ľr 45.000 Personen) spielende Mannschaft Al-Wahda. Erfolgreichste Sparte des Vereins ist die Frauen-Basketballmannschaft. Au√üerdem gibt es noch Mannschaften von M√§nnern sowie von Frauen im Kampfsport und Handball. Bisher ohne nationalen Titel ist der Fu√üballverein Al Majd. Er tr√§gt seine Heimspiele ebenfalls im Abassidenstadion aus. Neu in der ersten Fu√üball-Liga in der Saison 2006/2007 ist Al Shorta.

In Damaskus geboren ist der US-amerikanische Schachmeister Yasser Seirawan. Er gewann in den 1980er Jahren eine Vielzahl von Turnieren, darunter zwei Mal (1983 und 1987) das bedeutende Open-Turnier von Lugano und das New York-Open (1985 und 1987). 1990 siegte er in Haninge vor dem Ex-Weltmeister Anatoli Karpow. Auf der Schacholympiade in Dubai 1986 besiegte er den damals amtierenden Weltmeister Garri Kasparow.

Einkaufen

Stadtzentrum

Einer der bekanntesten M√§rkte der Hauptstadt ist Suq al-Bzourieh. Dort kann man seit dem 12. Jahrhundert Obst, Gem√ľse, Kr√§uter, Gew√ľrze und S√ľ√üwaren kaufen. Nahe der Umayyaden-Moschee befindet sich der Suq al-Hamidiyya. Das Angebot in den L√§den der √ľberdachten Stra√üen reicht von Lederwaren √ľber Silber bis zu Textilien.

Ebenfalls in der N√§he der Umayyaden-Moschee steht seit 1553 der Souq al-Harir. Auf dem unter der Regierung von Shamsi Ahmed Pasha (1552-1555) angelegten Markt kann man zahlreiche Waren, vom Parf√ľm bis hin zu Textilien, erwerben. Im Zentrum des Marktes steht auch das al-Qishani, eines der vielen √∂ffentlichen B√§der von Damaskus.

Nach dem osmanischen Gouverneur Ali Haydar Midhat Pasha (1878-1879) benannt ist der unter seiner Herrschaft 1878 fertiggestellte Suq nahe dem Stadttor Bab al-Jabiya. In einer Nebenstraße des Souq Midhat Pasha steht das Maktab-Anbar-Haus aus dem 19. Jahrhundert. Meist handgefertigten Schmuck aus Gold, Silber, Perlen und Diamanten haben die Händler auf dem Souq Al-Saghah im Angebot.

Nahe dem Flughafen wurde 2008 das Bawabe Dimashq eröffnet. Es ist mit 6012 Plätzen das größte Lokal der Welt. (Davor war in Thailand mit 5000 Plätzen das größte Lokal). Es serviert vorwiegend arabische Speisen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Hedschas-Bahnhof

Damaskus ist ein wichtiges Handelszentrum f√ľr Feigen, Mandeln und andere Fr√ľchte aus der Umgebung. In der Hauptstadt werden Textilien, Gold- und Silberwaren, Lederwaren sowie Einlegearbeiten in Holz-, Messing- und Kupferwaren hergestellt. Des Weiteren ist Damaskus ein Zentrum der Bekleidungs-, Nahrungsmittel- und Druckindustrie.

Die Wirtschaft der Stadt befindet sich in einem Strukturwandel und Umbau zu einer funktionierenden Marktwirtschaft. Diese soll mit j√§hrlichen Privatinvestitionen, Zusatzeinnahmen aus dem √Ėlexport und Investitionen aus dem Ausland finanziert werden.

Die Wirtschaftspolitiker sehen in den n√§chsten Jahren die beste Gelegenheit f√ľr Struktur√§nderungen. Zu den weitreichenden Ver√§nderungen geh√∂rt unter anderem die Privatisierung, der Abbau von Monopolen, Deregulierung wichtiger Sektoren und die Reduzierung des √∂ffentlichen Sektors.

Probleme bereiten die unzureichende Infrastruktur und die, bedingt durch die Landflucht, au√üerordentlich gro√üe Wohnungsnot. In der Industrie, die sich in der Agglomeration Damaskus konzentriert, bestehen nur unzureichende Entsorgungs- und Reinigungskapazit√§ten f√ľr Abwasser, Abgas und Abf√§lle. Zu den zahlreichen Infektionserkrankungen, die durch unzureichende hygienische Bedingungen verbreitet werden, kommen so Atemwegs- und Hauterkrankungen aufgrund der giftigen Emissionen der zahlreichen Industriebetriebe und des Autoverkehrs. Besonders im Winter verschmutzen die privaten Haushalte die Luft mit zahlreichen Diesel√∂fen. Durch das schlecht gereinigte Diesel√∂l wird die Luft mit Sulfaten belastet.

Verkehr

Omnibus

Die Hauptstadt besitzt mit dem Damascus International Airport einen Flughafen, der auch von internationalen Fluggesellschaften angeflogen wird. Die syrische Fluggesellschaft Syrian Arab Airlines mit Sitz in Damaskus fliegt nationale und internationale Ziele in Europa, Afrika und Asien an.

Durch eine Zweigstrecke wurde 1983 die Hauptstadt Damaskus an das Normalspurnetz der Eisenbahn angeschlossen. Die Eisenbahnlinie ist eingleisig und nicht elektrifiziert. Die Strecke zwischen Damaskus und Aleppo wurde k√ľrzlich v√∂llig √ľberholt und wird von modernen Z√ľgen etwa 4 Mal t√§glich je Richtung befahren (Fahrzeit min. 4 Stunden). F√ľr die Zukunft ist ein neuer unterirdischer Hauptbahnhof geplant. Im Vorgriff darauf wurde der Hedschas-Bahnhof (Kopfbahnhof) Damaskus-Kanawat geschlossen und die Gleise abgebaut. Derzeit einziger Bahnhof ist das Betriebswerk Kadem etwa f√ľnf Kilometer s√ľdlich. Zuk√ľnftig soll der im Norden der Stadt geplante Al Kaboun-Bahnhof als neuer Hauptstadtbahnhof agieren. Der neue Bahnhof wird direkt an den zentralen Omnibusfernbahnhof gebaut, wo heute schon alle Busse Richtung Nord,- West,- und Ostsyrien starten. Ebenso soll der neue Hauptbahnhof von Damaskus Umsteigem√∂glichkeiten zu der zukunftigen gr√ľnen U-Bahnlinie erm√∂glichen[4].

Am 7. Februar 1907 eröffnete die elektrische Straßenbahn ihren Betrieb. Das Netz hatte eine Länge von zehn Kilometern mit sechs Linien, einschließlich einer Überlandlinie nach Duma im Gouvernorat Rif Dimaschq. Die Spurweite betrug 1050 Millimeter. Im Jahre 1967 wurde der Verkehr eingestellt.

Die inneren Stra√üen der Hauptstadt sind in teilweise schlechtem Zustand und in der Stadt existiert kein leistungsf√§higes √∂ffentliches Verkehrssystem mit hoher Kapazit√§t, wie eine U-Bahn, Stadtbahn oder Stra√üenbahn, das die Stra√üe entlasten w√ľrde. Der √∂ffentliche Nahverkehr wird von dieselgetriebenen Omnibussen bew√§ltigt, die sich die Fahrspuren mit dem Individualverkehr teilen m√ľssen. Etwas besser stellt sich die Situation f√ľr den wachsenden Individualverkehr am westlichen Stadtrand und mit den in neuerer Zeit gebauten Schnellstra√üen in die modernen Satellitensiedlungen in den nordwestlichen Bergen dar. Aktuell gibt es Planungen f√ľr ein U-Bahn Netz mit vier Linien. Die erste Linie (Metro Green Line) soll bis zum Jahr 2016 mit insgesamt 16 Stationen erstellt werden (Bauzeit 2012 bis 2016). Im Jahr 2010/2011 soll die Ausschreibung erfolgen[5].

Bildung

Die Hauptstadt ist Sitz einer Universität, mehrerer Hochschulen, Forschungsinstitute und Bibliotheken.

Die Universit√§t Damaskus ist eine staatliche Universit√§t und mit √ľber 85.000 Studenten und 2.000 wissenschaftlichen Mitarbeitern die gr√∂√üte von vier Universit√§ten in Syrien. Sie ist 1923 durch den Zusammenschluss einer Medizin- (gegr√ľndet 1903) und einer Rechtsschule (gegr√ľndet 1913) entstanden und damit auch die √§lteste Universit√§t des Landes. Bis zur Gr√ľndung der Universit√§t Aleppo im Jahre 1958 wurde die Hochschule als Syrische Universit√§t bezeichnet und gliedert sich heute in 15 Fakult√§ten.

Sonstiges

Die Einwohner der Stadt werden Damaszener genannt. In arabischen L√§ndern (und in der T√ľrkei) wird das Wort ‚Äěasch-SchńĀm‚Äú (‚Äědie N√∂rdliche‚Äú) f√ľr Damaskus verwendet (Dimaschq liest man in der Zeitung und h√∂rt man in den Nachrichten, im Alltagsleben kommt das Wort Dimaschq so gut wie nie vor). Die vier L√§nder Syrien, Libanon, Jordanien und Pal√§stina werden ‚ÄěBilńĀd el SchńĀm‚Äú (‚ÄŹō®ŔĄōßōĮ ōßŔĄōīōßŔÖ‚Äé) genannt (L√§nder der SchńĀm/des Nordens). Die Stadt gab dem Damast (einer Stoffart), Damass√© und der Zwetschge (√ľber ital. damascino) den Namen.

Nach dem Damast ist wiederum eine spezielle Schmiedetechnik benannt, das Damaszenieren. Es entstand in Indien, die Technik wurde dann vor allem in Persien gepflegt. Durch abwechselnde Lagen kohlenstoffreichen und kohlenstoffarmen Stahls sind Damaszenerklingen besonders elastisch und scharf. Gleichzeitig ergibt sich ein B√§nder-Muster, das an den Stoff erinnert. Es gibt auch St√ľcke mit speziellen regelm√§√üigen Mustern (Wellendamast, B√§nderdamast etc.), die oft noch durch √Ątzen hervorgehoben werden.

Auf die biblische Geschichte von Paulus, dem vor Damaskus in einer Vision Jesus erschien, worauf er sich zum Christentum bekehrte, bezieht sich der Ausdruck "Damaskusstunde" und die heute kaum noch gebr√§uchliche Redensart ‚Äěsein Damaskus erleben‚Äú, was bedeutet, eine einschneidende Erfahrung zu machen, die zu einer radikalen Sinnes√§nderung f√ľhrt.

Söhne und Töchter der Stadt

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Syrien: Ballungsr√§ume. World Gazetteer (Berechnung)
  2. ‚ÜĎ kath-info.de: Das vergessene Massaker, abgefragt am 8. Juli 2010
  3. ‚ÜĎ Artikel zur m√∂glichen Aufnahme in die Liste des bedrohten Weltkulturerbes
  4. ‚ÜĎ Die Syrische Eisenbahngesellschaft. syrische-eisenbahn.de
  5. ‚ÜĎ A metro in Damascus. damascus-metro.com

Siehe auch

Die unterirdisch gelegene Kapelle St. Ananias in Damaskus

Literatur

  • Immanuel Benzinger: Damaskos 1. In: Paulys Realencyclop√§die der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band IV,2, Stuttgart 1901, Sp. 2042‚Äď2048.
  • Marie Fadel, Rafik Shami: Damaskus, Der Geschmack einer Stadt, M√ľnchen 2009. ISBN 978-3-8363-0037-7
  • Fischer Weltgeschichte 4, Die Altorientalischen Reiche, Band III (Frankfurt 1967).
  • Monika Haddad: Jasmin und Oliven, Frankfurt 2004, ISBN 3-88939-721-2
  • Lieve Joris: Die Tore von Damaskus, Piper 2000.
  • Brigid Keenan: Damaskus. Verborgene Sch√§tze im Orient, Stuttgart 2001. ISBN 3-7630-2384-4
  • Hugh Kennedy: The Prophet and the age of the Caliphates. The Islamic Near East from the sixth to the eleventh century, London 1986. ISBN 0-582-49312-9 (engl.)
  • Carmella Pfaffenbach: Damaskus: Von der traditionellen orientalischen Stadt zur kulturell globalisierten Metropole des S√ľdens. In: G√ľnter Meyer (Hg.): Die arabische Welt im Spiegel der Kulturgeographie. Ver√∂ffentlichungen des Zentrums f√ľr Forschung zur arabischen Welt (ZEFAW) Band 1, Mainz 2004, S. 62-69
  • Wayne T. Pitard: Ancient Damaskus. A historical study of the Syrian city-state from earliest times until its fall to the Assyrians in 732 BC, Winona Lake 1995. ISBN 0-931464-29-3 (engl.)
  • Louis Pouzet: Damas au VIIe/XIIIe s. Vie et structures religieuses dans une m√©tropole islamique, Beyrouth 1988.
  • Christian Reder, Simonetta Ferfoglia (Hg.): Transferprojekt Damaskus. urban orient-ation (Recherchen, Gespr√§che, Essays, deutsch/arabisch), Edition Transfer bei Springer Wien-New York 2003, ISBN 3-211-00460-2
  • Jean Sauvaget: Les monuments historiques de Damas, Beyrouth 1932.
  • Frank Rainer Scheck, Johannes Odenthal: Syrien. Hochkulturen zwischen Mittelmeer und Arabischer W√ľste, Ostfildern: DuMont, 5. Aufl. 2011, S. 124-171 ISBN 978-3-7701-3978-1
  • Michael Teupel: Damaskus - Syrien, International Travel Books, Hamburg 2008, ISBN 978-3-00-024099-7
  • Theodor Wiegand (Hrsg.), Damaskus, Die antike Stadt (Wissenschaftliche Ver√∂ffentlichungen des deutsch-t√ľrkischen Denkmalschutz-Kommandos, Heft 4), Berlin 1921
  • Theodor Wiegand (Hrsg.), Damaskus, Die islamische Stadt (Wissenschaftliche Ver√∂ffentlichungen des deutsch-t√ľrkischen Denkmalschutz-Kommandos, Heft 5), Berlin 1924
  • Nicola Ziadeh: Damascus under the Mamluks, Oklahoma 1964.

Weblinks

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