DeLorean Motor Company

DeLorean Motor Company
Logo von DeLorean
Rechtsform Limited
Gründung 24. Oktober 1975
Auflösung 1982
Auflösungsgrund Insolvenz
Sitz Detroit, Michigan
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung John Z. DeLorean
Website www.delorean.com

Die DeLorean Motor Company (DMC) war das Projekt des ehemaligen General-Motors-Vizepräsidenten John DeLorean, einen Sportwagen herzustellen. DMC wurde 1975 gegründet und 1981 wurde im nordirischen Dunmurry damit begonnen, ein Serienmodell mit einer Karosserie aus rostfreiem Stahl zu fertigen.

Die von Giorgetto Giugiaro gezeichnete Keilform und der matte Glanz der gebürsteten unlackierten Edelstahlkarosserie des Flügeltürers verliehen dem ersten und einzigen Modell „DeLorean DMC-12“ eine moderne und einzigartige Erscheinung. Die Produktion musste allerdings bereits nach 21 Monaten und etwa 9200 hergestellten Fahrzeugen wieder eingestellt werden.[1]

Inhaltsverzeichnis

DeLorean Motor Company (DMC)

DeLorean DMC-12
DeLorean in einem Museum

Um die Produktionskosten etwas niedriger als innerhalb der USA möglich zu halten, entschloss sich DeLorean seine Fabrik in einem Land mit möglichst hoher Arbeitslosigkeit zu bauen, um von der jeweiligen Regierung Förderungen zu erhalten.[2] So fiel die Wahl auf das damalige Krisengebiet Dunmurry in Nordirland; dafür hatte ihm die Labour-Regierung Ende der 1970er Jahre nach Vertragsabschluss die Summe von mehr als 100 Millionen Pfund gezahlt und diverse steuerliche Vergünstigungen ermöglicht. Im Gebiet West-Belfast war die Arbeitslosenquote in dieser Zeit sehr hoch, und die britische Regierung versprach sich von der Schaffung von mehr als 2.000 neuen Arbeitsplätzen weniger Zuspruch der Bevölkerung für die IRA.

Das in Dunmurry gefertigte Modell DMC-12 verkaufte sich anfangs und wie erwartet gut. Bereits vor Produktionsstart lagen über 20.000 Bestellungen vor. Auch wenn der Verkaufspreis mehr als das Doppelte der zunächst geplanten 12.000 US-Dollar (daher der Name DMC-12 = 12.000 Dollar) betrug, war die Nachfrage hoch. In den USA, dem Hauptmarkt, wurde das Fahrzeug bei Verkaufsstart für annähernd 25.000 Dollar angeboten. Der Listenpreis eines Porsche 911 lag nur unwesentlich höher. Dabei rechtfertigten weder Fahrleistungen noch die Verarbeitungsqualität des Fahrzeugs diesen Preis. Dennoch hatte die DMC im ersten Halbjahr nach Produktionsbeginn im Frühjahr 1981 knapp 26,5 Millionen Dollar eingenommen und schien mit einem attraktiven Produkt auf einem guten Weg zu sein, die Verbindlichkeiten gegenüber Investoren, zu denen unter anderem Johnny Carson und Sammy Davis Jr. gehörten, sowie der britischen Regierung abzulösen.

Doch dann erlebte die Automobilindustrie 1980/1981 eine der größten internationalen Krisen seit über fünfzig Jahren. Die Absatzzahlen im Hauptmarkt von DeLorean, den USA, sanken rapide von zwölf auf unter sechs Millionen Pkw pro Jahr. Der Markt für Sportwagen und Luxusautos brach besonders stark ein, was auch viele etablierte Hersteller, die vom amerikanischen Markt und dem starken Dollar profitierten, etwa Porsche oder Ferrari, hart traf. DeLorean war schlichtweg noch nicht etabliert genug, um eine solche Krise meistern zu können. Darüber hinaus hatte die junge Firma vorhandenes Kapital investiert und noch keinerlei Rücklagen bilden können. Dazu kam, dass DeLorean aufgrund der anfänglichen hohen Resonanz nach Einführung des DMC-12 die Produktionszahlen fast verdoppelt hatte. Nun stand die Firma unvorbereitet stark rückläufigem Absatz gegenüber. Diese für John DeLorean unvorhersehbare Situation führte dazu, dass der DMC-12 erst einmal auf Halde produziert werden musste, in der Hoffnung, beim Anziehen der Nachfrage in den USA wieder besser ins Geschäft zu kommen.

Die Krise im Automobilmarkt, der unverhältnismäßig hohe Preis, teilweise eklatante Qualitätsmängel, die kostenintensive Nachbesserungen über die Händler notwendig machten, sowie die teure Flügeltürkonstruktion verschärften die finanzielle Situation der DMC. Gleichzeitig stand DeLorean einer neuen Regierung in Großbritannien gegenüber. 1979 war die Konservative Partei in England an die Macht gekommen. Die neue Premierministerin Margaret Thatcher hatte mit ansehen müssen, wie sich das Modellprojekt „DMC“ der Vorgänger-Regierung allmählich zu einem außer Kontrolle geratenen politischen und finanziellen Desaster entwickelte. Doch John DeLorean blieb nichts anderes übrig, als seinen größten Geldgeber, die britische Regierung, erneut um eine Kreditaufstockung zu bitten. Diese schoss bis 1982 noch einmal 30 Millionen Pfund nach. Am 20. Oktober 1982 setzte die Britische Regierung die DeLorean Motor Company jedoch unter Konkursverwaltung.

Insgesamt wurden etwa 9200 DMC-12 gefertigt; die Fahrzeuge die nach dem Ende der DeLorean Motor Company noch nicht abgesetzt waren, wurden als Paket an einen damaligen Vertragspartner verkauft.[3] Ein texanischer Investor hat den Firmenmantel mittlerweile übernommen und bietet nun in Humble, Texas, DeLorean-Fahrzeuge „remanufactured“ an, die einen tiefgehenden Revisions- und Restaurationsprozess durchlaufen haben. Dabei sollen alle wesentlichen Schwachstellen des DMC-12 ausgemerzt worden sein. Im Oktober 2011 verkündete die (neue) DeLorean Motor Company die Produktion von elektrischen DeLoreans ab 2013, der Verkaufspreis soll bei 90.000 Dollar liegen.[4]

Der Firmengründer John Zachary DeLorean verstarb im Jahr 2005.

DMC-12

DeLorean DMC-12 (1981)
Hersteller DeLorean Motor Company
Klasse Sportwagen
Stil 2-türiges Coupé
Produktion 1981–1982
Motor 2,8 l (2849 cm³) PRV V6
Länge 4216 mm
Radstand 2413 mm
Breite 1857 mm
Spur 1590 mm vorne
1595 mm hinten
Höhe 1140 mm geschlossene Türen
1961 mm offene Türen
Gewicht 1230 kg
Bohrung/Hub 91 mm x 73 mm
Leistung 97 kW (132 PS)
Kraftübertragung Fünfgang-Schaltgetriebe oder Dreigang-Automatik, Heckantrieb
Chassis Zentralrohrrahmen
Aufhängung Einzelrad, Dreiecklenker und Schraubenfedern vorn; Schraubenfedern hinten
Bremsen Scheibenbremsen
Höchstgeschwindigkeit 198 km/h

Das Konzept

John DeLorean wollte nach eigener Aussage ein „ethisches“ Auto bauen. Was er damit meinte, war für viele potentielle Partner und Kunden zu dieser Zeit aber nur wenig nachvollziehbar. Doch DeLorean vertrat schon als GM-Manager die Meinung, kompakten, qualitativ hochwertigen Fahrzeugen mit leistungsstarken, effizienten Motoren und einer deutlich verbesserten Sicherheit gehöre die Zukunft. Dass sich das übrige GM-Management dieser Meinung nicht anschloss, mag ein Grund für DeLorean gewesen sein, das Unternehmen trotz guter Karriereperspektiven vorzeitig zu verlassen und sich selbstständig zu machen. Die Entwicklung des technischen Konzepts lag in dieser frühen Phase bei Bill Collins, einem ehemaligen Ingenieur bei Pontiac.

Schon früh versuchten DeLorean und Collins ihre Vorstellungen von einem „ethischen Auto“ umzusetzen, indem er der „Allstar“-Versicherung ein Sicherheitskonzept abkaufte und auf dessen Basis den ersten Prototyp des DMC-12 schuf, der allerdings noch DSV (DeLorean-Safety-Vehicle) hieß.

Bereits 1975 entschied sich John DeLorean dafür, die Form seines Wagens von Giorgetto Giugiaro gestalten zu lassen. Das Design war schon nach wenigen Monaten fertig. Es war kein vollständig neuer Entwurf. Giugiaro griff vielmehr auf eine Vorlage zurück, die einst für den Porsche 928 gedacht war, von dem Zuffenhausener Sportwagenbauer aber abgelehnt worden war. Das Design selbst war unmittelbar von Giugiaros Studie Medici II abgeleitet worden, einer Aufsehen erregenden Arbeit, die später so unterschiedliche Fahrzeuge wie den Maserati Quattroporte III und den Lancia Delta Serie I beeinflussen sollte. Die leichte Heckpartie mit den dünnen Streben nahm dagegen Giugiaros Entwürfe des Maserati Merak und des Maserati Bora wieder auf.

Erste Zeichnungen aus dem Jahr 1975 sehen - jedenfalls als Alternativgestaltung - eine 2+2-sitzige Version des Coupés vor. Sie wurde letztlich nicht realisiert; DeLorean blieb bei der Konzeption des DMC-12 als reinem Zweitsitzer. Die Idee eines Viersitzers wurde einige Zeit später bei DeLoreans Medusa-Projekt wieder aufgegriffen.

Die Prototypen

Nachdem Giorgetto Giugiaro Ende 1975 ein 1:1-Modell aus Kunststoff hergestellt hatte, stellte das amerikanische Unternehmen Kar Kraft einen ersten Prototypen her, der Anfang 1977 fahrbereit war. Der Wagen unterschied sich noch im Detail - beispielsweise in der Positionierung der Rückspiegel und in den Seitenfenstern - vom späteren Produktionsmodell, entsprach abgesehen davon aber weitestgehend den Vorgaben von Bill Collins und John DeLorean. Er nahm viele Sicherheitsmerkmale des Allstar-Sicherheitskonzepts auf, war also unter anderem mit Airbags ausgestattet. Der erste Prototyp besaß Motor und Getriebe vom Citroën CX, der 102 PS leistete. Dieser favorisierte Citroën-Motor erwies sich aber als ungeeignet. Ford lehnte eine Geschäftsverbindung über den 3-Liter-V-6-Motor mit DeLorean ab, wahrscheinlich, um ein potentielles Konkurrenzprodukt nicht unnötig zu stärken.

1977 entstand ein zweiter Prototyp, der bei Creative Industries hergestellt wurde. Er trug einen 2,7-Liter-V-6-Motor von Peugeot/Renault/Volvo (den sogenannten „PRV-Motor“ oder Europa-Motor). Der Einbau dieses großen, schweren Motors führte dazu, dass die gesamte Heckpartie des Wagens umgestaltet werden musste; aus einem Heck-Mittelmotor-Wagen wurde ein Auto mit reinem Heckantrieb, das den Motor hinter der Hinterachse trug. DeLorean und Collins waren mit dem zweiten Prototypen ersichtlich unzufrieden und entschlossen sich dazu, die weitere Entwicklung des Wagens auszulagern.

Die Entwicklung bei Lotus

DeLorean setzte für die Entwicklung bis zur konkreten Marktreife und -einführung noch zwei weitere Jahre an. So trat er an Porsche heran und bat um die Entwicklung zur Serienreife. Porsche lehnte aber mit der Begründung ab, für Entwicklungsarbeiten an dem Fahrzeug mindestens fünf Jahre zu benötigen; das Projekt war im von DeLorean vorgegebenen Zeitrahmen nach Einschätzung der Schwaben nicht seriös durchführbar. DeLorean stand als vollhaftender Einzelunternehmer aber unter zunehmendem Druck. Er musste sein bis dato unausgereiftes Konzept zu einem markttauglichen, attraktiven Produkt weiterentwickeln. Der einzige Automobilhersteller, der sich schließlich in der vorgegebenen Zeit des DSV annehmen mochte, waren Colin Chapman und sein britisches Unternehmen Lotus.

Dort arbeiteten 1977 und 1978 zeitweise 200 Mitarbeiter daran, den DeLorean zur Serienreife zu entwickeln. Die bisherigen technischen Entwicklungen von Bill Collins wurden dabei weitestgehend aufgegeben. Lotus entwickelte ein völlig anderes Fahrgestell, das weitestgehend dem des Lotus Esprit nachempfunden war. Was von DeLoreans Idee übrig blieb, waren lediglich Giugiaros Design, die Flügeltüren und die Edelstahl beplankte Kunststoffkarosserie. Die Entscheidung, das technische Rückgrat des DeLorean dem des Esprit anzupassen, wird heute allgemein mit dem engen Zeitfenster begründet, das Lotus für die technische Entwicklung zur Verfügung stand: Eine eigenständige Konstruktion des De-Lorean-Fahrgestells wäre in weniger als zwei Jahren kaum möglich gewesen.

Lotus schaffte tatsächlich das fast Unmögliche und entwickelte den „neuen“ DeLorean in nur zwei Jahren. Dies ließ allerdings auch kaum Zeit, um Fehler und absehbare Kinderkrankheiten des Autos zu beheben. So wurde das Projekt noch enger am Lotus Esprit orientiert, und das hatte zur Folge, dass der V-6-Motor anstatt mittig nur hinten Platz fand: Konsequenz war ein hecklastiges Fahrverhalten anstatt der vorgesehenen Agilität eines Mittelmotor-Konzepts.

Das Fahrzeug, das Lotus letztlich präsentierte, war kaum noch als Sportwagen im eigentlichen Wortsinne anzusehen. Mit rund 1,3 Tonnen Gewicht und lediglich 97 kW (132 PS) in der Katalysator-Ausführung lag er weit hinter den Fahrleistungen und der Performance angepeilter Wettbewerber wie z.B. der Corvette oder den Ferrari zurück. Vielen Kunden war das bei einem solch teuren Fahrzeug schlichtweg zu wenig, und sie wandten sich enttäuscht ab.

Das zurückhaltende Temperament lag nicht zuletzt an der ökonomisch sinnvollen, letzten Endes aber unglücklichen Entscheidung für den 2,8 Liter großen PRV-Sechszylinder-(V-Motor) mit Renault-Getriebe, der seine lange Karriere für die großen Limousinen von Peugeot, Renault und Volvo begonnen hatte. Der DMC-12 erreichte immerhin eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h, was in Anbetracht der geringen Leistung überrascht und wohl von der aerodynamischen Keilform herrührt. Kurios war, dass der Tachometer des Wagens aufgrund damaliger amerikanischer Gesetze nur Geschwindigkeiten bis 85 mph (140 km/h) anzeigte.

Die Serienproduktion

Im März 1981 wurde die Serienproduktion des DMC-12 aufgenommen. Zuvor waren zwei Testwagen hergestellt worden, mit denen Testfahrten von insgesamt nur 60.000 Meilen durchgeführt wurden. Dieser Aufwand war zu gering, um alle denkbaren Mängel aufzuspüren und sogenannte Kinderkrankheiten zu beheben. Wenn DeLorean gleichwohl den Serienstart freigab, so lag das an zunehmendem Druck seiner Investoren und Händler, die bereits sechs Jahre gewartet hatten und nun endlich Geld verdienen wollten.

Die Serienfahrzeuge litten schon früh unter schwankender Produktqualität und unzähligen Kinderkrankheiten. Gleichbleibende Spaltmaße durften nicht erwartet werden, da die Glasfaserwannen, aus denen das Auto eigentlich besteht, relativ großen Toleranzen in der Produktion ausgesetzt waren. Das manuelle Anpassen und Ausrichten der Edelstahlplanken war somit notwendig und offensichtlich nicht ganz einfach.

Immer wieder gaben auch die Flügeltüren Anlass zur Klage. Zwar benötigten sie konkurrenzlos wenig Platz zum Öffnen, aber im Fall des DMC-12 gerieten sie vor allem zu schwer. Sie bestanden komplett aus Edelstahl, überfrachtet mit den Elektromotoren der Fensterheber, die nur einen winzigen Spalt der Fensterfläche öffneten, denn aus Stabilitätsgründen war die Scheibe mit der Tür verklebt. Mit den Magnetschaltern der Zentralverriegelung und dem komplizierten Gestänge der Türverriegelung war der Türmechanismus sehr aufwändig einzustellen, weshalb die Flügeltüren nach einiger Zeit oft klemmten oder Undichtigkeiten aufwiesen. Korrekt eingestellte Türen mit neuen Gasdruckfedern funktionieren jedoch in der Regel einwandfrei und sind sonstigen Konstruktionen weit überlegen. Herkömmliche Flügeltüren verlassen sich rein auf Gasdruckfedern. Dabei muss die Tür zum Öffnen angehoben werden, und beim Schließen können die Türen schmerzhafte Verletzungen zufügen, wenn sie dem Passagier entgleiten. Beim DeLorean wurde deshalb neben der Gasdruckfeder noch eine Torsionsfeder eingebaut, so dass die Tür beim Öffnen ohne externe Kraft aufschwingt.

Das per Temperaturfühler gesteuerte Motorlüfter-System war aufgrund der aus Kostengründen verbauten Lucas-Bordelektronik enorm anfällig, was nicht selten zu Motorüberhitzungen führte. Auf Anhieb funktionierende Klimaanlagen waren selten, wobei sich mittlerweile herausgestellt hat, dass die meisten Originalanlagen auch heute noch ihren Dienst tun, wenn sie korrekt gewartet und befüllt werden. Viele Autozeitschriften waren vom konkreten Ergebnis des gewagten und vielversprechenden Projekts enttäuscht. So folgten viele vernichtende Kritiken, was den Ruf des DMC-12 auch bei potentiellen Kunden nachhaltig schädigte.

Nach Schließung der Fabrik in Dunmurry wurden die Werkzeuge für die Herstellung des linken vorderen Kotflügels und des rechten hinteren Seitenteils vor der irischen Küste im Atlantik versenkt. Damit sollte verhindert werden, dass private Unternehmer mit einem Nachbau des Fahrzeuges Gewinne machen konnten, dessen gesamte Entwicklung und Produktionsstätten durch den britischen Steuerzahler finanziert wurde. Folglich sind diese beiden Karosserieteile heute extrem rar und entsprechend teuer. Ein Großteil der Konkursmasse wurde von ehemaligen Mitarbeitern ersteigert, die sich fortan mit der Erhaltung der Fahrzeuge und der Versorgung mit Ersatzteilen befassten.

Aus den bis dahin gefertigten Fahrzeugteilen wurden Ende 1982 noch einige Exemplare des DMC-12 montiert. Diese Fahrzeuge werden auch als 1983er Modelle bezeichnet. Ironischerweise erfuhr der DMC-12 kurz nach der Verhaftung des Firmengründers plötzlich enormen Zuspruch. Ein Ansturm auf die verbliebenen Fahrzeuge setzte ein, was die Verkaufspreise kurzfristig auf über 50.000 Dollar hochtrieb.

DeLorean DMC-12 in Gold

Pünktlich zu Weihnachten 1981 wurden zwei Fahrzeuge im Auftrag des Kreditkartenunternehmens American Express hergestellt, die mit 24-karätigem Gold galvanisch beschichtet wurden. An Heiligabend 1982 wurde aus den verbliebenen vergoldeten Teilen das letzte Fahrzeug montiert. Eine Tür davon musste jedoch nachträglich vergoldet werden und ist heute noch erkennbar an dem anderen Farbton. Alle drei Fahrzeuge befinden sich heute noch in den USA. Eins steht in einem Casino-Museum in Reno (VIN 4300, braune Innenausstattung, Fünfgang-Getriebe), das zweite im Peterson Automotive Museum in LA (VIN 4301 schwarze Ausstattung, Automatik-Getriebe, auch bekannt als der Wagen aus der Bank in Snyder, Texas) und das letzte gebaute ist im Privatbesitz in Maryland (VIN20105, braune Innenausstattung, Automatik-Getriebe). Es gibt Gerüchte über einen vierten goldenen DeLorean, der von einem Privatmann vergoldet worden sein soll.

Berühmte Besitzer eines DeLorean waren und sind:

Technische Daten und Messwerte

Die folgenden technischen Daten und Messwerte wurden von der Fachzeitschrift Auto, Motor und Sport[5] ermittelt:

Modell Zyl. Hubraum Leistung Leergewicht Beschl. 0–100 km/h Höchstgeschw. Verbrauch / 100 km Neupreis
DeLorean DMC-12 6 2849 cm³ 97 kW (132 PS) 1268 kg 11,0 s 198 km/h 14,3 l 74.797 DM (1982)

Weitere De-Lorean-Modelle

Parallel zur Entwicklung des DMC-12 machte sich John Z. DeLorean bereits Gedanken über eine Ausweitung seiner Produktpalette. Mehrere Ideen wurden durchgespielt, und drei von ihnen erreichten das Stadium ernsthafter Planungen. Mit der Schließung des Werks scheiterten aber auch sie.

DeLorean Medusa

Als DeLorean Medusa wird die Konzeption einer viersitzigen Limousine mit Flügeltüren bezeichnet. Grundlage hierfür war eine Studie von Italdesign, die Giugiaro auf dem Turiner Autosalon 1980 erstmals der Öffentlichkeit unter dem Namen Lancia Medusa präsentiert hatte. Mit der Studie hatte Ital Design zeigen wollen, dass optimale Aerodynamik und der Raumkomfort einer großen Limousine miteinander vereinbar waren. Der Medusa hatte einen Luftwiderstandsbeiwert von nur 0,263 und ging damit als das bislang aerodynamischste Fahrzeug in die Geschichte ein. Technisch basierte das Auto auf der Plattform des Lancia Beta Montecarlo, war also als Mittelmotor-Fahrzeug ausgelegt. Entgegen anderslautenden Berichten hatte der Lancia Medusa keine Flügeltüren, sondern vier reguläre, vorn angeschlagene Türen.

Das Mittelmotorkonzept dürfte der wesentliche Grund dafür gewesen sein, dass sich John Z. DeLorean für den Lancia Medusa von Giugiaro interessierte. Im Laufe des Jahres 1981 gab es wiederholt Gespräche zwischen DeLorean und Giugiaro über die Aufnahme einer Produktion des Medusa, und Giugiaro erstellte auf DeLoreans Wunsch hin mehrere Skizzen, auf denen ein Medusa zu sehen war, dessen Frontpartie der des DMC-12 angepasst war. Giugiaro stellte darüber hinaus auch Überlegungen an, den Medusa jedenfalls vorne mit Flügeltüren auszustatten. Auch hier blieb es allerdings bei Skizzen; entsprechende Umbaumaßnahmen am Medusa-Ausstellungsfahrzeug wurden nicht vorgenommen.

Im September 1981 waren die Gespräche so weit fortgeschritten, dass DeLorean in einem Gespräch mit Giugiaro eine Produktionsaufnahme im Jahr 1984 in Aussicht stellte und dabei von einer jährlichen Produktion von 10.000 Exemplaren ausging.

Angesichts der Krise des Unternehmens Anfang 1982 wurde die Konzeption des Medusa nicht weiterverfolgt.

DeLorean TR 8

Nach der Eröffnung des Konkursverfahrens 1982 wurden Überlegungen angestellt, das DeLorean-Werk in Dunmurry auszulasten. Es schien klar, dass dies allein mit dem DMC-12 nicht realisierbar war. Die Konkursverwalter kamen daher auf die Idee, ein kleineres, preiswerteres Modell neben dem DMC-12 herzustellen. Die Wahl fiel auf den Triumph TR7, dessen Produktion British Leyland ein Jahr zuvor eingestellt hatte. Die Konkursverwalter verhandelten im Frühjahr 1982 mit Leyland über eine Übernahme der Rechte und aller Produktionsanlagen des TR7; der Wagen sollte dann mit geringfügigen optischen Änderungen in Dunmurry als DeLorean hergestellt und verkauft werden. Nach britischen Presseberichten war das Leyland-Management mit dem Vorschlag einverstanden; letzten Endes scheiterten diese Überlegungen aber im Herbst 1982 angesichts der Verhaftung John Deloreans.

In Filmen und Serien

Die Zeitmaschine aus „Zurück in die Zukunft“

Dass der DMC-12 dennoch zur Legende wurde, verdankt er seinem Auftritt in der Kinofilm-Trilogie Zurück in die Zukunft, durch den er zu spätem Ruhm gelangte. In diesem Streifen werkelte im Heck des Wagens zusätzlich zum behäbigen V6 (für den Film mit einem 5 l V8-Chevrolet-Motor modifiziert) ein fiktiver Atom-Elektroantrieb, der Energie für den „Flux-Kompensator“ lieferte, der die Zeitreisen ermöglichte. Der im realen Leben gefloppte DMC-12 kam den Filmemachern Robert Zemeckis und Steven Spielberg gerade recht: Er war zu Beginn der Arbeiten an dem Film 1984 weltweit noch wenig bekannt, sah durch seine extrem flache Keilform und die Edelstahl-Oberfläche sehr futuristisch aus und war zudem günstig zu bekommen: Etliche Fahrzeuge standen noch auf Halde. In einem der ersten CGI-Filmeffekte wurde das Auto für die Leinwand durch die von George Lucas gegründete Firma „Industrial Light and Magic“ sogar zum Fliegen gebracht. Mit dem Erfolg der Trilogie erlangte der DeLorean Kultstatus.

Auch in der Miami-Vice-Folge „In den Sümpfen“ von 1984 (Originaltitel „Glades“) sind mehrere DeLorean DMC-12 zu sehen sowie im Film Beverly Hills Cop. In The Wedding Singer (Eine Hochzeit zum Verlieben) von 1998 mit Adam Sandler und Drew Barrymore fährt ihr Verlobter auch einen DeLorean, und man hört aus dem Autoradio das Miami-Vice-Thema. In der Serie Matlock gerät Ben Matlocks Nachbar unter Mordverdacht, weil sich dieser von dem ermordeten Autohändler einen schrottreifen DeLorean andrehen ließ. Im Film Rocky 3 posiert Sylvester Stallone im DeLorean; und auch in Filmen wie Police Academy und Ein ausgekochtes Schlitzohr sind DeLoreans zu entdecken.

In der Zeichentrickfilmserie Die Simpsons fährt der fiktive erfolglose Schauspieler Troy McClure in Staffel 7 E19 „Selma heiratet Hollywoodstar“ ebenfalls einen DeLorean.

In der AnimeSerie Hayate no Gotoku (engl. Titel: Hayate, the Combat Butler), kann man in der 52. Folge, die die erste Staffel beendet, die weibliche Protagonistin Nagi Sanzen'in beim Anschauen eines der Zurück-in-die-Zukunft-Filme sehen, wobei man auf dem Bildschirm den DeLorean erkennen kann.

Im Film Donnie Darko wird der DeLorean auch erwähnt, der Physik-Professor sagt: „Die elementaren Prinzipien des Zeitreisens sind vorhanden. Du hast ein Fahrzeug und ein Portal. Das Transportmittel kann fast alles sein, wahrscheinlich aber ein Raumfahrzeug.“ Und Donnie erwidert: „Wie ein DeLorean?“

Ferner erscheint er im Musikvideo Dreams (Will Come Alive) des Danceprojektes 2 Brothers On The 4th Floor aus dem Jahre 1994.

In dem Musikvideo zu We are all made of stars von Moby ist kurz ein DeLorean zu sehen oder auch in Dirty Nasty´s "1980".

In der Zeichentrickfilmserie American Dad sieht man in einem Rückblick die alte Highschool von Stan Smith, die nach John DeLorean benannt ist und als Eingang eine riesige DMC-12-Flügeltür besitzt. In einer Folge besitzt Stan Smith selbst einen DeLorean und begibt sich zusammen mit Sohn Steve auf die Suche nach einer Flügeltür. Ein Großteil des Humors dieser Folge ergibt sich aus kleinen Anspielungen auf die Zurück-in-die-Zukunft-Filme, die Stan aber nicht zu kennen scheint.

In Projekt Spymate: Geheimaffe im Einsatz fährt Agent Mike einen DeLorean.

2009 taucht ein DeLorean in der RTL-Serie Alarm für Cobra 11 Folge „Genies unter sich“ wieder auf.

In der Fernsehserie Gilmore Girls erwägt Lorelai Gilmore sich von ihrem Geländewagen zu trennen und einen DeLorean zu kaufen, wozu es allerdings nicht kam.

In der britischen Fernsehserie Ashes to Ashes wird im zweiten Teil der ersten Staffel die Polizeibeamtin Alex Drake von George Bonds mit einem DeLorean zur Wache gefahren. Die Episode spielt 1981 in London.

Ein weiteres Musikvideo, in dem der DeLorean vorkommt, ist der Clip zum Song Silly Boy von Eva Simons. Darin fährt die Sängerin den Wagen selbst und auch die Extravaganz der Flügeltüren wird wiederum betont.

Im Musikclip Dance von Music Instructor, erscheint ebenso ein DeLorean, mit dem der Sänger Holly Trance und der Music Instructor selbst eine Reise in die Vergangenheit unternehmen.

In der Sat.1-Serie Der Letzte Bulle (Folge „Fremdgehen für Anfänger“) taucht ein DeLorean wieder auf.

In einer Folge von Two and a Half Men erklärt Alan Jake (während „Zurück in die Zukunft“ im Fernsehen läuft) was ein DeLorean ist.

Im Musikvideo "Deer in the Headlights" der Gruppe Owl City fährt Sänger Adam Young einen DeLorean. Es handelt sich bei dem im Video gezeigten Wagen um eines der Originalfahrzeuge, welches beim Dreh der "Zurück in die Zukunft" Trilogie verwendet wurde.[6]

In Videospielen und Spielautomaten

  • Im Spiel Carmageddon II lässt sich unter anderem ein DeLorean als Fahrzeug auswählen und fahren.
  • Bei Autobahnraser II wird ein DeLorean freigeschaltet, sobald man alles erreicht hat, was es bei diesem Spiel zu erreichen gibt. Er ist dort allen anderen Autos weit überlegen.
  • In den Spielen Resident Evil 2 und 3 kommt ein DeLorean vor.
  • In den Spielen Gran Turismo 4 für die PlayStation 2, Gran Turismo für PSP und Gran Turismo 5 für die Playstation 3 kann das Fahrzeug freigespielt beziehungsweise erworben werden.
  • Im Spiel Scarface The World is Yours gibt es eine abgeänderte Version namens „Dolphne“
  • Im Spiel Projekt Gotham Racing 4 für die Xbox 360 steht in der Class G ein DeLorean zur Ausfuhr bereit.
  • Im Spiel Redline für Mac OS X kann man ebenfalls einen DeLorean sowie einen schwebenden DeLorean „Time Machine“ nach Beenden der jeweiligen Fahrmissionen freischalten.
  • Im Spiel Duke Nukem: Time To Kill für die Playstation 1 ist der DeLorean im Höhlen-Level anzutreffen.
  • Im Spiel Interstate 82 ist der DeLorean unter dem Namen „De Landau“ zu finden und auch fahrbar.
  • Im Spiel Burnout: Paradise ist der DeLorean als Zurück in die Zukunft-Version „P12 Jansen 88 Special“ fahrbar - inkl. brennender Spur und einfahrbaren Rädern.
  • Im Spiel FlatOut 2 ist der DeLorean unter dem Namen „Fortune“ in der Rennklasse fahrbar.
  • In den Grand Theft Auto Teilen Vice City und Vice City Stories ist eine leicht abgeänderte Version des DeLorean unter dem Namen Deluxo zu finden.
  • Im Spiel Avenue Flo, einem Diner-Dash-Ableger, kommt Flo in der "Spendalot Ave" bei dem Pet Spa an dem Geschäftsmann Derek mit einem grünen DeLorean vorbei.
  • Im Spiel Driver: San Francisco ist es möglich, einen DeLorean zu fahren.
  • Im Spiel Forza Motorsport 3 und Forza Motorsport 4 für die Xbox 360 ist der DMC-12 als DLC (Downloadable Content) erhältlich.
  • Im Spiel Enthusia Professional Racing für die PS2 kann man auch einen DeLorean erspielen.
  • Im Flipperautomaten Back to the Future ist auf der Backbox und auf den Seiten des Cabinets ein wie im Film modifizierter DeLorean abgebildet.

Schreibweise des Familien- und Markennamens

DeLorean wird meist ohne Leerzeichen geschrieben, auch John DeLorean selbst benutzte diese Schreibweise in seiner Autobiografie. Lediglich wenn keine Kleinbuchstaben verwendet wurden, zum Beispiel bei mit Schreibmaschine erstellten Firmendokumenten, wurde ein Leerzeichen benutzt. Auf alten gedruckten Dokumenten findet sich oft ein halbes Leerzeichen zwischen den beiden Namensteilen, wie dies beispielsweise auch bei dem Namenszug auf dem Wagen selbst ersichtlich ist.

Quellen

  1. DeLorean & Schwarz 1985
  2. DeLorean & Schwarz 1985
  3. The DeLorean Museum - The Man. Abgerufen am 2. November 2011.
  4. Electric DeLorean Coming in 2013. Abgerufen am 2. November 2011.
  5. Auto Motor Sport 23/1982
  6. Owl City: DeLorean News

Weblinks

 Commons: De Lorean – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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