Deutsche Langwelle

Der Deutsche Langwellensender war ein bundesweites Hörfunkprogramm der ARD, das von 1953 bis 1961 ausgestrahlt wurde und der Vorgänger des heutigen Deutschlandfunks war.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Anfang der 1950er-Jahre gaben die Mitglieder der ARD dem Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) den Auftrag, auf Langwelle ein bundesweites Hörfunkprogramm zu produzieren und auszustrahlen, nachdem der Rundfunk der DDR einen Langwellensender (Deutschlandsender) in Betrieb genommen hatte. Nach der Genehmigung durch die Alliierte Hohe Kommission strahlte der NWDR ab dem 18. Januar 1953 die ersten Versuchssendungen aus.

Es wurde nur Musik gespielt, welche pro Stunde für drei Minuten durch einen Messton unterbrochen wurde. Da seinerzeit Radioprogramme mit hohem Musikanteil rar waren, wurde das damals noch namenlose Langwellenprogramm gerne in Gaststätten zur Unterhaltung der Gäste eingestellt, was ihm den Spitznamen „Reichskneipensender“ einbrachte.[2]

Drei Jahre später, am 2. Mai 1956, konnte der inzwischen gegründete Norddeutsche Rundfunk (NDR) den Regelbetrieb des Programms aufnehmen. Außer Nachrichten zur vollen Stunden gab es jedoch keine Neuerungen, ansonsten wurde weiterhin nur Musik gespielt. Am 1. Mai 1958 erhielt das Programm den Namen Deutscher Langwellensender. Ab jetzt wurden von 16 bis 20 Uhr Wortsendungen und Programmhinweise aller ARD-Hörfunkprogramme ausgestrahlt, anschließend folgte bis 24 Uhr eine moderierte Musiksendung. Für das Programm des Deutschen Langwellensenders war der jeweilige Intendant des NDR verantwortlich.

Im Jahre 1960 wurde per Bundesgesetz die eigenständige Bundesanstalt des öffentlichen Rechts Deutschlandfunk (DLF) mit Sitz in Köln gegründet. Zum Jahresende 1961 erlosch damit der Auftrag der ARD an den NDR, den Deutschen Langwellensender zu betreiben. Die Langwellenfrequenz wurde dem neuen Sender Deutschlandfunk übergeben, der am 1. Januar 1962 mit der Ausstrahlung seines Hörfunkprogramms startete.

Sendebetrieb

Da im Kopenhagener Wellenplan für Deutschland keine Langwellenfrequenzen vorgesehen waren, entschloss man sich auf 151 kHz an unteren Ende des Langwellenbandes zu senden. Norwegen, das auf 155 kHz einen Sender in Tromsö betrieb, gab sein Einverständnis unter der Bedingung, dass eine Sendeleistung von 20 kW nicht überschritten wird. Ausgestrahlt wurde das Programm über den Sender Billwerder-Moorfleet des NDR in Hamburg. Dabei wurde das Verfahren der AM-kompatiblen Einseitenbandmodulation angewendet, da das in den damals von Seefunkdiensten genutzten Frequenzbereich hineinragende Seitenband unterdrückt werden musste.

Obwohl der Deutsche Langwellensender als bundesweites Programm konzipiert war, konnte er aufgrund der vergleichsweise geringen Sendeleistung von 20 kW und bedingt durch den dezentralen Senderstandort nur in der Nordhälfte Deutschlands empfangen werden.

Nach der Einstellung des Programms wurde noch bis zum 30. November 1962 der Deutschlandfunk über den Sender Billwerder-Moorfleet ausgestrahlt. Am 1. Dezember 1962 nahm die Deutsche Bundespost die Frequenz 151 kHz für den Deutschlandfunk zunächst am Standort Mainflingen bei Frankfurt in Betrieb. Seit 1967 wird der Deutschlandfunk auf der mittlerweile auf 153 kHz angepassten Frequenz vom Sender Donebach im Odenwald ausgestrahlt.

Einzelnachweise

  1. ARD intern – Deutschlandradio, abgerufen am 30. Januar 2008
  2. Kalter Krieg im Radio – Deutschlandfunk, abgerufen am 30. Januar 2008

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Rundfunksender Kronshagen — Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (Literatur, Webseiten oder Einzelnachweisen) versehen. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst gelöscht. Hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und… …   Deutsch Wikipedia

  • Thedieck — Franz Thedieck, 1960 Franz Thedieck (* 26. September 1900 in Hagen; † 20. November 1995 in Bonn) war ein deutscher Politiker der CDU. Inhaltsverzeichnis …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der höchsten Gebäude — Diese Seite listet die höchsten Bauwerke der Welt auf. Alle hier aufgelisteten Bauwerke sind mit ihrem höchsten Punkt eingetragen, meist der Antennenspitze. Danach folgt eine Liste mit den höchsten Bauwerken nach ihrer Funktionsweise und den… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste hoher Bauwerke — Diese Seite listet die höchsten Bauwerke der Welt auf. Alle hier aufgelisteten Bauwerke sind mit ihrem höchsten Punkt eingetragen, meist der Antennenspitze. Danach folgt eine Liste mit den höchsten Bauwerken nach ihrer Funktionsweise und den… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste hoher Bauwerke der Welt — Diese Seite listet die höchsten Bauwerke der Welt auf. Alle hier aufgelisteten Bauwerke sind mit ihrem höchsten Punkt eingetragen, meist der Antennenspitze. Danach folgt eine Liste mit den höchsten Bauwerken nach ihrer Funktionsweise und den… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste hoher Gebäude der Welt — Diese Seite listet die höchsten Bauwerke der Welt auf. Alle hier aufgelisteten Bauwerke sind mit ihrem höchsten Punkt eingetragen, meist der Antennenspitze. Danach folgt eine Liste mit den höchsten Bauwerken nach ihrer Funktionsweise und den… …   Deutsch Wikipedia

  • Deutschlandfunk — Allgemeine Informationen Empfang terrestrisch (UKW, DAB, MW, LW, KW …   Deutsch Wikipedia

  • DRM+ — Digital Radio Mondiale (DRM) (weltweiter Digitalrundfunk) ist digitaler Rundfunk auf der Lang , Mittel und Kurzwelle. Er umfasst vor allem Hörfunk, aber auch Datendienste und Amateurfunk. Eine Weiterentwicklung ist DRM+ als Übertragungsstandard… …   Deutsch Wikipedia

  • Digitale Mittelwelle — Digital Radio Mondiale (DRM) (weltweiter Digitalrundfunk) ist digitaler Rundfunk auf der Lang , Mittel und Kurzwelle. Er umfasst vor allem Hörfunk, aber auch Datendienste und Amateurfunk. Eine Weiterentwicklung ist DRM+ als Übertragungsstandard… …   Deutsch Wikipedia

  • DKultur — Senderlogo Allgemeine Informationen Empfang: terrestrisch (UKW, DAB, MW …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.