Deutscher

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Das Ethnonym Deutsche wird in vielfĂ€ltiger Weise verwendet. Im Sinne einer ethnischen Definition wird unter den Deutschen die Gruppe von Menschen verstanden, deren Angehörige Deutsch als Muttersprache sprechen und spezifisch deutsche kulturelle Merkmale aufweisen, oft wird auch eine gemeinsame Herkunft postuliert. Im politischen Sinne bilden alle deutschen StaatsbĂŒrger das deutsche Staatsvolk. Es gibt enge Wechselbeziehungen zwischen den verschiedenen Konzeptionen, insbesondere zwischen dem Ethnienkonzept einerseits und den Bestimmungen ĂŒber die rechtliche Zugehörigkeit zu Deutschland und Konzeptionen einer deutschen Nation andererseits.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

→ Hauptartikel: Deutsch (Etymologie)

Der Begriff „deutsch“ geht auf das Althochdeutsche diutisc zurĂŒck, das sich ebenso wie das westfrĂ€nkische Adjektiv theodisk, das aus dem 8. Jahrhundert in der mittellateinischen Form theodiscus belegt ist, aus der althochdeutschen Wurzel diot fĂŒr „Volk“ oder „Stamm“ herleitet. Das Adjektiv diutisc oder theodisk bedeutete also ursprĂŒnglich soviel wie „zum Volk gehörig“ oder „die Sprache des Volkes sprechend“ und wurde seit spĂ€tkarolingischer Zeit zur Bezeichnung der nicht-romanischsprechenden Bevölkerung des Frankenreichs aber auch der Angelsachsen benutzt. Es entstand in Abgrenzung zu walhisk, der Bezeichnung fĂŒr die Romanen, aus der das Wort Welsche entstanden ist.

Erst seit dem 10. Jahrhundert bĂŒrgerte sich die Anwendung des Wortes diutisc auf die Bewohner des Ostfrankenreichs ein, von dem heute der flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte Anteil zu Deutschland gehört.

Deutsche als Ethnie

Die kulturelle Einheit der Deutschen ab etwa Beginn des 19. Jahrhunderts ist die wichtigste Grundlage deutscher Nationskonzepte. Heutige Konzeptualisierungen ethnischer Deutscher basieren im Wesentlichen auf der von Herder und Fichte maßgeblich beeinflussten Idee einer deutschen Kulturnation.[1] Danach ist die deutsche Nation neben der italienischen eine der ersten primĂ€r kulturell und ethnisch konzipierten Nationen.

Ethnogenese

Die Konzeption der ethnisch Deutschen bildete sich am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts heraus. Der Terminus „deutsch“ besteht dagegen schon wesentlich lĂ€nger.

UrsprĂŒnge

Die VorlĂ€ufer der Deutschen sind im Wesentlichen östlich des Rheins angesiedelte Westgermanen (also Sachsen, Friesen, ThĂŒringer, Franken, Alemannen und Baiern). Doch trugen auch die Römer (im Westen und SĂŒden), Kelten (vor allem im SĂŒden), Slawen (vor allem im Osten) und andere zur Herausbildung der deutschen StĂ€mme bei. Die westgermanischen StĂ€mme zerfielen um 500 n. Chr. in zwei Hauptgruppen, in die Anglofriesen (im wesentlichen Angeln, JĂŒten, Sachsen und Friesen) auf der einen und in die Deutschen auf der anderen Seite. Diese Einteilung kann aus sprachlichen GrĂŒnden erschlossen werden. Bewusst war sie den Westgermanen jedoch seinerzeit nicht. Erst nachdem um 600 die Übersiedlung der Angelsachsen nach Britannien abgeschlossen war, wurde durch die geographische Zusammengehörigkeit der festlĂ€ndischen Westgermanen ihr politisch nĂ€herer Zusammenschluss vorbereitet.

Die Friesen des norddeutschen Marschlands und die Sachsen standen den EnglĂ€ndern lange nĂ€her als den Oberdeutschen. Nach der Auswanderung der Angelsachsen bildeten die festlĂ€ndischen Sachsen mit den von ihnen unterworfenen frĂ€nkischen und thĂŒringischen GrenzstĂ€mmen ein besonderes Volk fĂŒr sich, mit eigenen staatlichen Einrichtungen. Erst ihre politische und religiöse Zwangseingliederung in das frĂ€nkische Reich Karls des Großen fĂŒhrte sie seit 797 dem spĂ€teren deutschen Staatsverband zu.

Die anderen deutschen StĂ€mme − Franken und Hessen einerseits, ThĂŒringer, Alemannen, Bayern und Langobarden andererseits − hatten sich von Hause aus nĂ€her gestanden, aber dennoch eigene staatliche VerbĂ€nde fĂŒr sich gebildet und fĂŒhlten sich als selbstĂ€ndige Völker. Die politische Entstehung Deutschlands beruht auf dem frĂ€nkischen Eroberungsdrang und den organisatorischen FĂ€higkeiten Karls des Großen. Die Hessen hatten sich schon seit alters her den Franken politisch angeschlossen. Die Alemannen wurden zum Teil 496, endgĂŒltig 536 unterworfen, die ThĂŒringer 531, die Bayern 536, die Langobarden 774 und 787. Die Friesen mussten sich zwar auch unterwerfen, bewahrten aber eine unabhĂ€ngigere Stellung als die deutschen StĂ€mme.

Zwar war es im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts ĂŒblich, auch fĂŒr die germanischen VorlĂ€ufer der Deutschen diesen Begriff zu verwenden (siehe z. B. Kennzeichnung des Cheruskers Arminius als „Deutschen“ oder auch die Bezeichnung „Ludwig der Deutsche“), tatsĂ€chlich handelt es sich dabei aber um einen Anachronismus. Die Franken, die ursprĂŒnglich aus Norddeutschland kamen, herrschten schon unter den Merowingern in Bayern, ThĂŒringen und im Rheinland.

Mittelalter und frĂŒhe Neuzeit

Im Zuge der hochmittelalterlichen Siedlungsbewegung nach Osten gingen große Teile der Westslawen, die ab dem spĂ€ten 6. und 7. Jahrhundert in die von den Germanen wĂ€hrend der Völkerwanderung weitgehend gerĂ€umten Gebiete eingewandert waren (in etwa identisch mit den neuen BundeslĂ€ndern, dem östlichen Holstein, dem niedersĂ€chsischen Wendland und Teilen Oberfrankens sowie dem östlichen Österreich – siehe Germania Slavica), in der deutschsprachigen Bevölkerung auf. Letzte nicht-assimilierte Gruppen dieser Slawen sind die heute sĂ€mtlich zweisprachigen Sorben (max. 60.000) und in gewisser Weise auch die KĂ€rntner Slowenen in Österreich, welche aber – anders als die Sorben – eine direkte Fortsetzung des slowenischen Siedlungsgebiets im heutigen Slowenien darstellen.

Im Heiligen Römischen Reich, das seit etwa 1550 den Zusatz „Deutscher Nation“ trug, bildeten sich unterhalb des Kaisertums zunehmend selbststĂ€ndige Territorien heraus, deren Untertanen dabei auch eine entsprechende, auf den Kleinstaat bezogene IdentitĂ€t entwickelten: So kĂ€mpfte man in Kriegen fĂŒr seinen FĂŒrsten gegen das Heer des NachbarfĂŒrsten, auch wurde die Art der ReligionsausĂŒbung im Zeitalter der Reformation nicht von einer gesamtdeutschen AutoritĂ€t bestimmt (anders als etwa in England oder Frankreich), sondern vom jeweiligen Territorialherren. Daher beschrĂ€nkte sich eine deutsche IdentitĂ€t naturgemĂ€ĂŸ mehr auf den sprachlichen und kulturellen Bereich. Dieser wurde allerdings mit der Zeit, vor allem aber auch durch die vermehrte Teilhabe der Bevölkerung an der Schriftkultur, immer wichtiger. Ulrich von Hutten und Martin Luther konnten daher mit ihrem Kampf gegen „welsche“ Kirchenherrschaft auf breite UnterstĂŒtzung bauen. So wandte sich Luther 1520 in einer seiner Hauptschriften an den christlichen Adel „deutscher Nation“.

Auch die Barockdichter setzten sich fĂŒr die deutsche Sprache und gegen EinflĂŒsse anderer Sprachen ein, auch wenn noch beispielsweise Friedrich der Große der französischen Kultur den Vorzug gab, die in der frĂŒhen Neuzeit der deutschen Kultur wichtige Impulse gab (Vorbild Ludwigs XIV., Hugenotten). Die deutsche Kultur erfuhr auch von Zuwanderern wichtige Anregungen, genannt seien hier neben den Hugenotten (unter deren Nachfahren sich auch Theodor Fontane findet) z. B. polnische Gelehrte wie Daniel Chodowiecki. Auch die jĂŒdische Minderheit hatte entscheidenden Anteil am deutschen Geistesleben (Moses Mendelssohn, Heinrich Heine, u.a.). Da Deutschland kein Zentralstaat wie England, die Niederlande oder Frankreich war, erfolgte auch die Ausbildung einer deutschen Nation mit Verzögerung und erfolgte im bedeutenden Maße erst durch die Auseinandersetzung mit dem französischen Kaiserreich unter NapolĂ©on Bonaparte.

Im Laufe der Zeiten wanderten weitere Bevölkerungsgruppen in den deutschen Sprachraum ein, so in der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts viele Polen und Masuren ins Ruhrgebiet, und assimilierten sich im Laufe der Zeit. Auf der anderen Seite wanderten auch deutsche Bevölkerungsgruppen (aus der Schweiz, Deutsches Reich, usw.) in fremdsprachige oder ĂŒberseeische Gebiete aus, grĂŒndeten dort eigene Kolonien oder wurden von der dortigen Bevölkerung assimiliert.

Die moderne deutsche Nation

Bis Ende des 18. Jahrhunderts glaubten nur wenige Personen an die Existenz einer deutschen Nation.[2] Einen Wechsel brachten erst die nationalen Bewegungen in der ersten HĂ€lfte und der Mitte des 19. Jahrhunderts, die im Kampf gegen die napoleonische Herrschaft großen Auftrieb erhielten. Sie stellten die LegitimitĂ€t der herrschenden Dynastien in Frage und verbanden die nationale Einheit mit der Forderung nach politischer Mitbestimmung des Volkes und wirtschaftlicher Liberalisierung. Die Volkszugehörigkeit, die anstelle der Dynastie die Grundlage des Staates sein sollte, wurde in Mittel- und Osteuropa hauptsĂ€chlich von der Muttersprache abgeleitet, da hier Nationalstaaten als Identifikationsobjekte fehlten. Die deutsche Nationalbewegung scheiterte jedoch nach der MĂ€rzrevolution von 1848. Erst 1871 wurde mit der ReichsgrĂŒndung der erste einheitliche deutsche Nationalstaat begrĂŒndet. Seine Einwohner wurden entsprechend als „Reichsdeutsche“ bezeichnet. Andere Deutsche hatten ihre Siedlungsgebiete meistens in Vielvölkerstaaten und bezeichneten sich beispielsweise als „Banater Schwaben“ oder als „Sudetendeutsche“ usw. FĂŒr sie wurde hauptsĂ€chlich im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus der Sammelbegriff „Volksdeutsche“ verwendet. Im Vollzuge der Gleichschaltung der LĂ€nder zum nationalsozialistischen Einheitsstaat erfolgte nach dem Gesetz ĂŒber den Neuaufbau des Reichs vom 30. Januar 1934 mit Verordnung vom 5. Februar 1934 die erstmalige und bis heute gĂŒltige Verankerung der deutschen Staatsangehörigkeit in den Standesregistern.

Das Reden von ethnischen Deutschen hatte seit den AnfĂ€ngen der Judenemanzipation oft eine antisemitische Tendenz. Obwohl viele deutsche Juden sich der deutschen Kulturnation zugehörig fĂŒhlten und deutsche StaatsbĂŒrger waren, wurde von Nationalisten behauptet, es gebe einen Gegensatz zwischen Deutschen und Juden; diese könnten also nicht Deutsche sein. Als Reaktion auf die Shoah wurde nach dem Zweiten Weltkrieg unter in Deutschland lebenden Juden die Frage erörtert, ob sie jĂŒdische Deutsche oder nicht eher Juden in Deutschland seien.

Völkisches Konzept

LĂŒckenhaft In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Entwicklung im Geflecht von Anthropologie, Rassentheorien, Politik und der Arier-Thematik

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Parallel und teilweise mit dem ethnischen Konzept verwoben bildete sich ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts ein völkisches VerstĂ€ndnis des Deutschtums heraus. Aufbauend auf den Schriften Novalis entwickelte Friedrich Schlegel um 1801 die Idee einer „wahren“ Nation, die ein familienĂ€hnliches Netzwerk bilden wĂŒrde und so auf gemeinsamen Blutlinien, also einer gemeinsamen Abstammung, aller Nationsmitglieder beruhen wĂŒrde.[3] Schlegel ging dabei entgegen jeglicher historischer Erkenntnis davon aus, dass eine gemeinsame Sprache von gemeinsamer Abstammung zeuge.[4]

Der politische Begriff

Innerstaatliches Recht

De jure sind alle Personen Deutsche,

Das deutsche Recht kennt verschiedene Begriffe des „Deutschen“. Im Sprachgebrauch des Grundgesetzes sind nach Art. 116 nicht nur die deutschen Staatsangehörigen „Deutsche“, sondern auch diejenigen, die ihre Abstammung unter bestimmten UmstĂ€nden von deutschen Vorfahren nachweisen können (Statusdeutsche). Das ist etwa von Bedeutung, wenn jemand in Deutschland ein BĂŒrgerrecht fĂŒr sich geltend macht, insbesondere das Recht auf einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland (FreizĂŒgigkeit im Sinne von Art. 11 GG), das Recht auf freie Berufswahl (Art. 12 GG) oder das Recht auf Rentenzahlungen nach dem Fremdrentengesetz. § 6 des Bundesvertriebenengesetzes definiert einen deutschen Volkszugehörigen als jemanden, der „sich in seiner Heimat zum deutschen Volkstum bekannt hat, sofern dieses Bekenntnis durch bestimmte Merkmale, wie Abstammung, Sprache, Erziehung, Kultur bestĂ€tigt wird”.

SonderfĂ€lle stellen Personen dar, die 1945 als deutsche StaatsbĂŒrger ihren Wohnsitz östlich der Oder-Neiße-Linie beibehalten haben, und Personen, die nach Art. 116 Abs. 2 GG einen Anspruch darauf haben, dass ihre illegale AusbĂŒrgerung aus politischen bzw. rassischen GrĂŒnden zwischen 1933 und 1945 rĂŒckgĂ€ngig gemacht wird. Die Nachkommen beider Gruppen haben einen Rechtsanspruch auf BestĂ€tigung der deutschen Staatsangehörigkeit, wenn sie einen entsprechenden Antrag stellen. Dabei handelt es sich vor allem um StaatsbĂŒrger Polens[5] und Israels[6].

Völkerrechtliche VertrÀge

Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus im Ostteil Europas und der Auflösung des Warschauer Pakts schloss die Bundesrepublik Deutschland VertrÀge, durch die sich die Vertragspartner zum Schutz der deutschen Minderheit in ihren Staatsgebieten verpflichten. Es handelt sich um die folgenden VertrÀge:

  • Vertrag mit Polen vom 17. Juni 1991
  • Vertrag mit der Tschechischen und Slowakischen Republik vom 27. Februar 1992
  • Vertrag mit Ungarn vom 6. Februar 1992
  • Vertrag mit RumĂ€nien vom 21. April 1992.[7]

Der Begriff „nationale Minderheit“ ist im Sinne des „RahmenĂŒbereinkommens des Europarates zum Schutz nationaler Minderheiten“ zu verstehen, das Deutschland am 11. Mai 1995 unterzeichnet hat.[8] In Artikel 3 dieses Übereinkommens heißt es: „Jede Person, die einer nationalen Minderheit angehört, hat das Recht, frei zu entscheiden, ob sie als solche behandelt werden möchte oder nicht; aus dieser Entscheidung oder der AusĂŒbung der mit dieser Entscheidung verbundenen Rechte dĂŒrfen ihr keine Nachteile erwachsen.“ Ein polnischer StaatsbĂŒrger deutscher Abstammung hat also beispielsweise das Recht, selbst zu entscheiden, ob er als „Deutscher“ eingestuft und behandelt werden möchte oder nicht, und „DeutschtumsprĂŒfungen“ finden bei Angehörigen der nationaler Minderheit der Deutschen dort, wo sie anerkannt sind, nicht statt. Die letztgenannte Regelung gilt allerdings nicht fĂŒr Personen, die als SpĂ€taussiedler anerkannt und deutsche StaatsbĂŒrger werden möchten.

Eine entsprechende Regelung wurde bereits im Deutsch-dĂ€nischen Abkommen vom 29. MĂ€rz 1955 vereinbart. Dort erklĂ€rt die dĂ€nische Regierung: „Das Bekenntnis zum deutschen Volkstum und zur deutschen Kultur ist frei und darf von Amts wegen nicht bestritten oder nachgeprĂŒft werden.“[9]

Die Bundesrepublik Deutschland fördert deutsche Minderheiten in den LĂ€ndern, mit denen sie in den 1990er-Jahren die o.g. VertrĂ€ge abgeschlossen hat. Allerdings werden ausschließlich Mittlerorganisationen begĂŒnstigt. Eine direkte Förderung von Individuen, die der deutschen Minderheit angehören, findet nicht statt. RechtsansprĂŒche gegen den deutschen Staat, die ĂŒber die Garantien des Art. 116 GG hinausgehen, haben Angehörige deutscher Minderheiten nicht[10] (→ Bleibehilfen).

Abgrenzungen

Menschen mit deutschen Vorfahren werden als deutschstĂ€mmig bezeichnet (z. B. US-Amerikaner deutscher Abstammung), auch wenn sie nicht nur deutsche Vorfahren haben. DeutschstĂ€mmige unterscheiden sich von Volksdeutschen dadurch, dass sie ihr deutsches Erbe, die deutsche Sprache und das deutsches Brauchtum nicht notwendigerweise bewahrt haben mĂŒssen und in der Regel nicht oder nur zum Teil bewahrt haben. Bei der Festlegung ĂŒber eine volkstĂŒmliche Abstammung aus Mitteleuropa liegt die Zahl der Deutschen deutlich höher als bei der Definition ĂŒber die Staatsangehörigkeit oder ĂŒber die Muttersprache und wird mit bis zu 150 Millionen Menschen angegeben (einschließlich der etwa 50 Millionen Menschen, die in den Vereinigten Staaten von Amerika leben und die ihre hauptsĂ€chliche Herkunft nach eigenen Angaben auf deutsche Zuwanderer zurĂŒckfĂŒhren).

Laut einer BBC-Umfrage genießen die Deutschen das weltweit höchste Image.[11]

Personen deutscher Staatsangehörigkeit, die ins Ausland gezogen sind, werden als Auslandsdeutsche bezeichnet.

Deutschtum ist eine heute eher seltene Bezeichnung fĂŒr ein deutsches Wesen, eine Kultur von Deutschen, auch außerhalb Deutschlands (vgl. Volkstum). So benannte sich 1908 der Allgemeine Deutsche Schulverein in Verein fĂŒr das Deutschtum im Ausland um (heute Verein fĂŒr Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland). In diesem Zusammenhang gilt DeutschtĂŒmelei als eine aufdringliche Betonung eines – wie auch immer gearteten – „typisch Deutschen“.[12]

Geographische Verteilung

Das Gros der Deutschen lebt heute in Deutschland, wo es die Titularnation bildet. DarĂŒber hinaus gibt es vor allem in Europa weitere Gruppen, die sich als ethnisch Deutsche betrachten.

Siehe auch: Geschichte Deutschlands

Deutsche und Nicht-Deutsche in Deutschland

Der grĂ¶ĂŸte Teil der Personen, die als Deutsche bezeichnet werden, lebt heute in Deutschland, dem deutschen Nationalstaat.

Nach GrĂŒndung der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik fĂŒhrten nur diese beiden Staaten noch das Wort „Deutsch“ beziehungsweise „Deutschland“ in ihrem Staatsnamen. Wenn heute nach der Deutschen Wiedervereinigung von Deutschen die Rede ist, sind in der Regel diejenigen Einwohner gemeint, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.

In Deutschland leben nicht nur ethnisch Deutsche. Die fremde Herkunft eines in der Bundesrepublik lebenden Menschen darf nur dann rechtlich in Form der Abwehr von AnsprĂŒchen geltend gemacht werden, wenn der Betreffende nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt und wenn er sich auf ein BĂŒrgerrecht beruft. Ansonsten verbietet es Art. 3 GG, bestimmte deutsche Staatsangehörige auf Grund ihrer Abstammung und Herkunft zu bevorzugen oder zu benachteiligen. Die Rechte anerkannter nationaler Minderheiten in Deutschland sind durch Gesetze geschĂŒtzt. Das bedeutet, dass sie selbst entscheiden, ob sie in einer bestimmten Situation als Deutsche (kraft Staatsangehörigkeit) oder als Angehörige einer ethnischen oder nationalen Minderheit (mit einem verbrieften Recht z. B. auf Brauchtumspflege oder eigene Schulen) behandelt werden wollen.

Im Übrigen halten viele Soziologen es nicht fĂŒr sinnvoll, die Herkunft von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland zu fixieren (wie es in einigen osteuropĂ€ischen LĂ€ndern mit Hilfe von NationalitĂ€tseintrĂ€gen geschieht): „Die Eigendynamik der modernen Gesellschaft [ist] erheblich inklusiver [
] als die politische Semantik in Deutschland in den letzten 40 Jahren. Aus der internationalen Migrationsforschung ist bekannt, dass sich Migranten mit permanentem Residenzstatus von der autochthonen Bevölkerung immer weniger unterscheiden, was nicht im Sinne einer kulturellen Assimilation zu verstehen ist, sondern in dem Sinne, dass die Institutionen des Rechts und des Marktes, der Bildung und vielleicht auch der Politik fĂŒr HerkĂŒnfte indifferenter werden.“[13]

Durch soziologische Konzeptionen der HybriditĂ€t und des Diversity Managements wird die Idee in Frage gestellt, Menschen mĂŒssten entweder Deutsche oder Nicht-Deutsche sein und sich zu einem von beidem „bekennen“. Vielmehr seien deutsche StaatsbĂŒrger und lange in Deutschland lebende Menschen nicht-deutscher Staatsangehörigkeit oftmals „andere Deutsche“. Dies treffe in besonderem Maß auf muslimische Dauerbewohner Deutschlands zu.[14]

Deutschsprachige im geschlossenen deutschen Sprachraum außerhalb der Bundesrepublik Deutschland

Die Staatsangehörigen Österreichs, der Schweiz, Liechtensteins und anderer deutschsprachiger Regionen sind, auch wenn sie die deutsche Sprache als Muttersprache sprechen, rechtlich keine Deutschen, sofern sie nicht auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.

Österreich

→ Hauptartikel: Österreichische Nation

Teile des 18. und 19. Jahrhunderts waren gekennzeichnet durch die Zuspitzung des Konflikts zwischen Preußen und Österreichern um die Vormachtstellung innerhalb des römisch-deutschen Kaiserreiches, was im Deutschen Dualismus mĂŒndete. 1806 legte der letzte römisch-deutsche Kaiser, Franz II., seine Krone nieder, da sich zahlreiche deutsche FĂŒrsten dem vom französischen Kaiser NapolĂ©on geschaffenen Rheinbund angeschlossen hatten. Bereits 1804 war das Kaisertum Österreich entstanden, indem sich Kaiser Franz II. als Franz I. zum Kaiser von Österreich krönen ließ. Nachdem Österreich im Sommer 1813 dem BĂŒndnis von Preußen und dem Russischen Reich gegen NapolĂ©on beitrat und in der Völkerschlacht bei Leipzig dem französischen Kaiser eine schwere militĂ€rische Niederlage beibrachten, war damit der Grundstein fĂŒr den 1815 gegrĂŒndeten Deutschen Bund gelegt, der Preußen und Österreich wiederum verband. Als in der Revolution von 1848 die Errichtung eines deutschen Nationalstaats möglich schien, stritt man sich heftig darum, ob Österreich in diesen Staat einbezogen werden könne, da das Habsburgerreich betrĂ€chtliche nichtdeutsche Gebiete (Böhmen und Ungarn) umfasste, die sich nicht in einen deutschen Nationalstaat eingliedern lassen hĂ€tten. Die Frage wurde 1866 bzw. 1870/71 dadurch geklĂ€rt, dass Preußen zunĂ€chst den militĂ€rischen Sieg ĂŒber Österreich erzielte, den Norddeutschen Bund grĂŒndete und daraufhin die Lösung eines weitgehend preußisch geprĂ€gten Deutschen Reiches ohne Österreich durchsetzte (→ Kleindeutsche Lösung). Dennoch bestanden bĂŒndnispolitische Verbindungen weiter fort, hinzu kamen die ĂŒblichen kulturellen Verbindungen, wie sie zwischen befreundeten Nachbarstaaten ĂŒblich sind.

Nach dem Zerfall der Österreichisch-Ungarischen Monarchie entstand 1918 die Republik Österreich (die kurzfristig als Deutschösterreich bezeichnet wurde). Es gab viel Skepsis, inwieweit dieser „Rest-“ oder „Rumpfstaat“ – beraubt der ungarischen Agrar- und der böhmischen Industriegebiete – alleine lebensfĂ€hig sei. Ein Zusammenschluss mit dem Deutschland der Weimarer Republik wurde aber durch den Vertrag von Saint-Germain unmöglich. Mit dessen Ratifizierung im Jahr 1919 wurde auch der Name „Deutschösterreich“ untersagt und in „Republik Österreich“ geĂ€ndert.

In der Zeit des austrofaschistischen StĂ€ndestaats (1933 bis 1938) – der mit der Ausschaltung des Parlaments und der Eliminierung demokratischer Strukturen durch den Bundeskanzler Engelbert Dollfuß begann – war es der offizielle Standpunkt der Regierenden, Österreich als „zweiten“ – und wegen des katholischen Fundaments – „besseren deutschen Staat“ anzusehen. Ein eigenes Nationalbewusstsein war nur in AnsĂ€tzen vorhanden, man empfand sich als Österreicher, grenzte sich jedoch gegenĂŒber den Deutschen nur unscharf ab. Als Bundeskanzler Kurt Schuschnigg immer stĂ€rker unter deutschen Druck geriet und eine Volksabstimmung ansetzte, ob Österreich Teil von Deutschland werden solle, und dafĂŒr sogar auf die UnterstĂŒtzung der bis dato verfolgten Sozialdemokraten zurĂŒckzugreifen gedachte, verlangte die deutsche FĂŒhrung ultimativ, die Abstimmung abzusetzen. Schließlich marschierte die deutsche Wehrmacht in Österreich ein. Der „Anschluss“ Österreichs am 13. MĂ€rz 1938 wurde von zahlreichen Menschen begrĂŒĂŸt, andere wiederum mussten fliehen oder wurden verhaftet. FĂŒhrende Vertreter der österreichischen Sozialdemokratie wie auch der VaterlĂ€ndischen Front, darunter auch Schuschnigg, wurden in Konzentrationslager verbracht. Die ursprĂŒnglich von Schuschnigg initiierte Volksabstimmung fand schließlich unter pseudo-demokratischen UmstĂ€nden statt – ohne Wahlgeheimnis – und fĂŒhrte zu der von der neuen AutoritĂ€ten angestrebten Zustimmung. Der Name Österreich wurde aus den Bezeichnungen der nun zu Reichsgauen umgeformten BundeslĂ€nder getilgt (so wurde Ober- und Niederösterreich zu Ober- und Niederdonau). Die darauffolgenden Ereignisse, der Zweite Weltkrieg und die nationalsozialistische Diktatur, fĂŒhrten dann zu einem verstĂ€rkten Wunsch nach der RĂŒckkehr zu einem österreichischen Nationalstaat. Viele Österreicher betĂ€tigten sich als WiderstandskĂ€mpfer gegen das nationalsozialistische Regime – z. B. Carl Szokoll – oder mussten wegen ihrer oppositionellen Haltung – wie etwa Franz JĂ€gerstĂ€tter, der bereits 1938 die Eingliederung Österreichs in das Nachbarland abgelehnt hatte – mit ihrem Leben bĂŒĂŸen.

Unmittelbar nach der Befreiung Österreichs und der Wiederrichtung der Republik Österreich wurden am 10. Juli 1945 durch das österreichische „StaatsbĂŒrgerschafts-Überleitungsgesetz“ (STBl. Nr. 59) die SammeleinbĂŒrgerungen österreichischer StaatsbĂŒrger im Zuge des „Anschlusses“ Österreichs an das Deutsche Reich rĂŒckgĂ€ngig gemacht. UnterstĂŒtzt durch die erfolgreiche Geschichte der Zweiten Republik ging auch eine eindeutige Abgrenzung gegenĂŒber den Deutschen einher. Dazu trug neben den Erfahrungen mit dem reichsdeutschen Nationalsozialismus auch die Tatsache bei, dass sich Österreich gegenĂŒber den BesatzungsmĂ€chten als „erstes Opfer des Nationalsozialismus“ bessere Friedensbedingungen erhoffte. Wesentliche österreichische Politiker hatten unter dem nationalsozialistischen Regime gelitten – wie Leopold Figl und Adolf SchĂ€rf – oder emigrieren mĂŒssen (etwa Bruno Kreisky). So bezeichnen sich die Österreicher heute nahezu einhellig (mit Ausnahme betont deutschnationaler BĂŒrger, die empirischen Untersuchungen zufolge weniger als fĂŒnf Prozent ausmachen) trotz der gemeinsamen Sprache – wo allerdings Unterschiede in Grammatik, Stil und besonders den Dialekten festzustellen sind – nicht als „Deutsche“; eine eigene österreichische nationale IdentitĂ€t ist mittlerweile lĂ€ngst unverkennbar. In der Republik Österreich wird unterschieden zwischen deutsch-, slowenisch-, romanes-, slowakisch-, ungarisch und kroatischsprachigen[15] Österreichern, entsprechend sind auch die offiziellen Minderheitensprachen geregelt.[16][17]

In Österreich existiert vor allem im „Dritten Lager“ ein deutschnationaler FlĂŒgel, dessen AnhĂ€nger sich als Volksdeutsche sehen.

Schweiz

Die (ober-)deutschsprachigen Schweizer sind faktisch seit dem Schwabenkrieg, formell seit dem WestfĂ€lischen Frieden, politisch vom Binnendeutschen beziehungsweise dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation getrennt. Sie nennen sich zwar Deutschschweizer (als Gegensatz zu den französisch- und italienischsprachigen Schweizern) und bezeichnen ihre Dialekte mit dem Sammelbegriff Schweizerdeutsch beziehungsweise „SchwyzerdĂŒtsch“, doch betrachten sie sich schon lange nicht mehr als zum deutschen Volk zugehörig. Diese Einstellung wurde durch die Wilhelminische Zeit und dann die Herrschaft des Nationalsozialismus in Deutschland gefestigt.

Liechtenstein

Das FĂŒrstentum Liechtenstein war im 19. Jahrhundert Mitglied des Deutschen Bundes und hat als einziges Land im deutschen Sprachraum ausschließlich Deutsch als Amts- und Schulsprache.

Belgien

Deutsch ist eine der drei Amtssprachen Belgiens und wird als Muttersprache im Osten des Landes, in den Kantonen Eupen und Sankt Vith gesprochen.

Siehe auch: Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, Flandern, Ostbelgien

Luxemburg

Das Deutsche ist neben dem Luxemburgischen und Französischen eine der drei offiziellen Amtssprachen Luxemburgs.

SĂŒdtirol

SĂŒdtirol wurde 1919 von Österreich an Italien abgetreten; die deutsche Sprache und Kultur wurde dort zunĂ€chst unterdrĂŒckt (→ Italianisierung). Auch nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland sollte SĂŒdtirol bei Italien verbleiben. Die deutschsprachigen Einwohner (damals 80 % der Bevölkerung) wurden bei der so genannten Option vor die Wahl gestellt zwischen einem zukĂŒnftigen Leben in ihrer zu Italien gehörenden Heimat, allerdings unter Aufgabe der deutschen Sprache und Kultur, und einer Umsiedlung in damals von Deutschland besetzte Gebiete in Polen (Galizien). Zwar stimmten 86 % der Wahlberechtigten fĂŒr die Umsiedlung, tatsĂ€chlich umgesiedelt wurde von diesen jedoch nur knapp die HĂ€lfte. 1946 wurde SĂŒdtirol formal eine Autonomie zugestanden, die jedoch erst mit dem 2. Autonomiestatut von 1972 vollstĂ€ndig umgesetzt wurde. Heute sind nach einem Tiefpunkt in den 1950er-Jahren wieder etwa 69 % der Bevölkerung deutschsprachig.

Deutsche Minderheiten außerhalb des geschlossenen deutschen Sprachraums

Personen, die sich zur deutschen Kultur zugehörig fĂŒhlen, aber aus deutschen Siedlungsgebieten außerhalb Deutschlands stammen, werden vereinzelt – etwa von den VertriebenenverbĂ€nden – als Volksdeutsche bezeichnet. Zu dieser Gruppe gehörige SpĂ€taussiedler (§ 4 BVFG), die nach dem 31. Dezember 1992 die ehemalige Sowjetunion verlassen haben, um sich innerhalb eines halben Jahres in Deutschland niederzulassen, besitzen einen gebundenen Anspruch auf Verleihung der deutschen StaatsbĂŒrgerschaft. Soweit sie diesen Anspruch nicht eingelöst haben, gelten sie trotz ihrer deutschen Volkszugehörigkeit rechtlich nicht als Deutsche.

Deutschsprachige Minderheiten leben unter anderem in DĂ€nemark (→ Deutsche Minderheit in DĂ€nemark), in Frankreich (Elsass, Lothringen, Französisch-Flandern), in Polen (→ Deutsche Minderheit in Polen; insbesondere noch in Oberschlesien), Tschechien, der Slowakei, Ungarn und RumĂ€nien, wie auch in Israel, Namibia, Brasilien (→ Deutschbrasilianer), Chile (→ Deutsche in Chile) und in den USA (→ Deutschamerikaner). Des Weiteren gibt es eine kleinere Bosporus-Deutsche genannte Gruppe deutscher Einwanderer in der TĂŒrkei.

In den Auswanderergruppen erfolgte die Assimilation in unterschiedlichem Maß: viele Einwanderer haben sich völlig an die Kultur des Gastlandes angepasst und zum Teil auch ihre Namen entsprechend geĂ€ndert (z. B. Schmidt in Smith), andere halten, in mehr oder weniger intensiver Form, kulturelle und folkloristische Traditionen aufrecht. Insbesondere der Zweite Weltkrieg trug dazu bei, dass viele Deutsche sich vom deutschen Mutterland eher distanzierten. Traditionsgebunden blieben dagegen vor allem die Hutterer, Alt-Mennoniten und Amische in den USA.

In die USA gab es unterschiedliche Auswanderungswellen. Im 18. Jahrhundert siedelten sich viele Deutsche in New York und Pennsylvania an, darunter insbesondere in Germantown sowie die Gegend um Lancaster (Pennsylvania). Mitte des 19. Jahrhunderts war der Mittlere Westen als Ziel besonders beliebt. Unter den StĂ€dten waren Cincinnati, St. Louis, Chicago und Milwaukee die bevorzugten Orte, aber auch viele lĂ€ndliche Gegenden von Ohio ĂŒber Illinois bis nach North Dakota wurden von den eher landwirtschaftlich interessierten Auswanderern bevorzugt.

Die teilweise bereits vor 800 Jahren (SiebenbĂŒrger Sachsen, Donauschwaben) nach Ostmittel- und Osteuropa sowie dem Balkan ausgewanderten Deutschen hatten sich ihre kulturelle IdentitĂ€t teils bewahrt, sich aber zum großen Teil auch mit der jeweiligen einheimischen Bevölkerung vermischt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden sie fast zur GĂ€nze vertrieben, flohen oder emigrierten in der folgenden Zeit. Nur noch in Polen, Ungarn, Russland, Kasachstan, Kirgisistan, in schnell abnehmender Zahl in RumĂ€nien und in geringer Zahl auch in der Tschechischen Republik sowie den Republiken des ehemaligen Jugoslawiens gibt es (nach eigenem SelbstverstĂ€ndnis) noch Minderheiten, die zum Teil von mittelalterlichen oder neuzeitlichen deutschen Auswanderern abstammen.

Die um den Zweiten Weltkrieg ausgewanderten deutschen Gemeinschaften haben sich ihre IdentitĂ€t vor allem in Brasilien (Gebiet um Blumenau sowie um Novo Hamburgo in Rio Grande do Sul), Argentinien (Misiones, Crespo, Coronel SuĂĄrez, Bariloche, Villa General Belgrano), Chile (beispielsweise Gebiete um Valdivia oder Puerto Montt), Paraguay (unter anderem Mennoniten im Gran Chaco und Schwaben in ItapĂșa) und in Namibia erhalten. Dort gibt es jeweils auch deutschsprachige Zeitungen (z. B. die Allgemeine Zeitung in Namibia), Schulen und ein mehr oder weniger reges Kulturleben.

Siehe auch: Russlanddeutsche, Jugoslawiendeutsche

Einzelnachweise

  1. ↑ Brubaker, Rogers: Citizenship and Nationhood in France and Germany, Harvard University Press, Cambridge (Massachusetts) 1992.
  2. ↑ Hans Kohn (1951): „The Eve of German Nationalism (1789–1812)“. Journal of the History of Ideas 12(2): 256-84, S. 257 (online).
  3. ↑ Hans Kohn (1950): „Romanticism and the Rise of German Nationalism.“ The Review of Politics 12(4): 443–472, S. 459f; http://www.jstor.org/stable/1404884.
  4. ↑ Hans Kohn (1950): „Romanticism and the Rise of German Nationalism.“ The Review of Politics 12(4): 443–472, S. 460; http://www.jstor.org/stable/1404884.
  5. ↑ Botschaft der Bundesrepublik Deutschland Warschau: Merkblatt zur Feststellung der deutschen Staatsangehörigkeit (PDF)
  6. ↑ Ofer Aderet: Deutsche StaatsbĂŒrgerschaft. Haaretz vom 25. Juli 2007
  7. ↑ Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke und der Fraktion der PDS – Drucksache 14/4006 – Förderung deutscher Minderheiten in Osteuropa seit 1991/1992 (PDF)
  8. ↑ Europarat: RahmenĂŒbereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten
  9. ↑ Deutsch-dĂ€nisches Abkommen vom 29. MĂ€rz 1955. Abschnitt II/1, S. 4 (PDF)
  10. ↑ Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke und der Fraktion der PDS, Drucksache 14/4006 – Förderung deutscher Minderheiten in Osteuropa seit 1991/1992 (PDF)
  11. ↑ BBC-Umfrage: Deutschland hat weltweit das beste Image
  12. ↑ DeutschtĂŒmelei nach Mackensen – Großes Deutsches Wörterbuch, 1977.
  13. ↑ Armin Nassehi: Die doppelte Sichtbarkeit von Immigranten. Eine Kritik des gegenwĂ€rtigen Einwanderungsdramas. In: Berliner Republik 1/2001.
  14. ↑ Naika Foroutan, Isabel SchĂ€fer: Hybride IdentitĂ€ten – muslimische Migrantinnen und Migranten in Deutschland und Europa. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Heft 5/2009 vom 26. Januar 2009 (online)
  15. ↑ Kroatisch.htm Branko Toơović: Burgenlandkroatisch
  16. ↑ Minderheiten in Österreich: Ethnische Minderheiten – Die österreichischen Volksgruppen, Initiative Minderheiten
  17. ↑ 2. Bericht Österreichs gemĂ€ĂŸ Artikel 25 Abs. 2 des RahmenĂŒbereinkommens zum Schutz nationaler Minderheiten, Wien, September 2006 (PDF)

Literatur

  • Heinrich Beck, Dieter Geuenich, Heiko Steuer, Dietrich Hakelberg (Hrsg.): Zur Geschichte der Gleichung „germanisch – deutsch“. Sprache und Namen, Geschichte und Institutionen. ErgĂ€nzungsbĂ€nde zum Reallexikon der germanischen Altertumskunde. Bd 34. Berlin 2004. ISBN 3-11-017536-3
    (Inhaltsverzeichnis des Bandes; Rezension von Gregor Hufenreuter in: Historische Literatur. Rezensionszeitschrift von H-Soz-u-Kult. Steiner, Stuttgart 22. Juli 2004. ISSN 1611-9509)
  • Dominik Nagl: GrenzfĂ€lle – Staatsangehörigkeit, Rassismus und nationale IdentitĂ€t unter deutscher Kolonialherrschaft. Peter Lang Verlag, Frankfurt/Main 2007. ISBN 978-3-631-56458-5 (Inhaltsverzeichnis).

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