Adolf Eichmann

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Adolf Eichmann
Adolf Eichmann (1961)
Unterschrift von Adolf Eichmann

Adolf Otto Eichmann (* 19. MĂ€rz 1906 in Solingen; † 31. Mai 1962 in Ramla bei Tel Aviv, Israel), SS-ObersturmbannfĂŒhrer (Oberstleutnant), war als Leiter des fĂŒr die Organisation der Vertreibung und Deportation der Juden zustĂ€ndigen Eichmannreferats des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) zentral mitverantwortlich fĂŒr die Ermordung von schĂ€tzungsweise sechs Millionen Menschen im weitgehend besetzten Europa. Im Mai 1960 wurde er von israelischen Agenten in Argentinien entfĂŒhrt und anschließend nach Israel gebracht, wo ihm der Prozess gemacht wurde (siehe Eichmann-Prozess). Zwei Jahre spĂ€ter wurde er zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend und Ausbildung

Eichmanns Vater Karl Adolf zog im Jahre 1914 mit seiner Frau und den sechs Kindern von Solingen, wo er als Buchhalter fĂŒr eine ElektrizitĂ€ts- und Straßenbahngesellschaft tĂ€tig war, ins österreichische Linz in die Bischofstraße Nummer 1. Dort starb seine Frau und er heiratete sehr bald wieder.[1] Nachdem Adolf Eichmann ohne Abschluss von der Realschule abgegangen war, begann er 1921 eine Ausbildung zum Mechaniker an der Höheren Bundeslehranstalt fĂŒr Elektrotechnik, Maschinenbau und Hochbau in Linz. WĂ€hrend seiner Schulzeit in Linz lernte er Ernst Kaltenbrunner kennen, welcher spĂ€ter als Chef des Hauptamt Sicherheitspolizei und des SD sein Vorgesetzter wurde.

Eichmann verließ die Bundeslehranstalt im Jahre 1921 wiederum ohne Abschluss und war ab 1923 zunĂ€chst Arbeiter in der Untersberger Bergbaugesellschaft, in der auch sein Vater arbeitete, dann 1925 bis 1927 VerkĂ€ufer fĂŒr die Oberösterreichische Elektrobau AG und schließlich bis zum FrĂŒhjahr 1933 Vertreter fĂŒr das Bundesland Oberösterreich bei der Vacuum Oil Company AG, einer Tochterfirma von Standard Oil.

Am 21. MÀrz 1935 heiratete er Vera Liebl, mit der er vier Söhne hatte (Klaus, * 1936 in Berlin, Horst Adolf, * 1940 in Wien, Dieter Helmut, * 1942 in Prag und Ricardo Francisco * 1955 in Buenos Aires).

Aufstieg in NSDAP und SS

Eichmann in SS-Uniform, ca. 1942

Eichmann trat im Jahre 1927 der FrontkĂ€mpfervereinigung Deutsch-Österreichs bei, im April 1932 wurde er Mitglied der österreichischen NSDAP (Parteinummer 889 895) und der SS (SS-Nummer 45 326). Als am 19. Juni 1933 die NSDAP und alle ihre Gliederungen in Österreich verboten wurden, ging er im Juli nach Bayern, wo er als Mitglied der Österreichischen Legion zunĂ€chst in Klosterlechfeld und spĂ€ter in Dachau eine vierzehnmonatige militĂ€rische Ausbildung bei der SS absolvierte. Hier meldete er sich im Oktober 1934 freiwillig zum Sicherheitsdienst (SD) der SS nach Berlin.

Dienstbrief der Zentralstelle fĂŒr jĂŒd. Auswanderung Prag

ZunĂ€chst arbeitete er dort als Hilfskraft im SD-Referat II 111, das u. a. fĂŒr den Aufbau einer sog. Freimaurerkartei zustĂ€ndig war. Im Juni 1935 wurde Eichmann in das neugeschaffene Referat II 112 (Referat Juden) versetzt und war nunmehr als Sachbearbeiter fĂŒr sogenannte Judenangelegenheiten zustĂ€ndig. In enger Zusammenarbeit mit der Gestapo war er hier zunĂ€chst vor allem darum bemĂŒht, die damals sogenannte Auswanderung – d. h. Vertreibung – der Juden aus Deutschland voranzutreiben.

Nach dem Anschluss Österreichs im Jahre 1938 wurde er als SD-FĂŒhrer zum SS-Oberabschnitt Donau versetzt. Er baute zusammen mit seinem Stellvertreter Alois Brunner die Zentralstelle fĂŒr jĂŒdische Auswanderung in Wien auf, welche die zwangsweise Ausreise der jĂŒdischen Bevölkerung aus Österreich betrieb. Im MĂ€rz 1939 wurde er mit der Errichtung einer Auswanderungsbehörde nach demselben Modell in Prag beauftragt. Ende 1939/Anfang 1940 ĂŒbernahm Eichmann die Leitung der zuvor von Reinhard Heydrich eingerichteten Reichszentrale fĂŒr jĂŒdische Auswanderung in Berlin und wurde Leiter des Referats IV D 4 (RĂ€umungsangelegenheiten und Reichszentrale fĂŒr jĂŒdische Auswanderung) beim Reichssicherheitshauptamt (RSHA) in Berlin. Die Wiener „Erfolge“ (in ca. 18 Monaten wurden 150.000 Juden vertrieben) ließen sich in der Form nicht mehr so leicht wiederholen: u. a. wegen des Kriegsbeginnes und weil immer weniger Staaten bereit waren, die FlĂŒchtlinge aufzunehmen.

Im Juli 1941 wurde Eichmanns Referat im Zuge einer Umstrukturierung des RSHA und in Folge des Auswanderungsverbots fĂŒr Juden (Herbst 41) in IV B 4 (Juden- und RĂ€umungsangelegenheiten) umbenannt. Als Leiter des Referats IV D 4 bzw. IV B 4 war Adolf Eichmann fĂŒr die gesamte Organisation der Deportation der Juden aus Deutschland und den besetzten europĂ€ischen LĂ€ndern zustĂ€ndig. Ihm unterstand die Koordination sĂ€mtlicher Transporte, er sorgte fĂŒr die Einhaltung der FahrplĂ€ne und die Zusammenstellung und „Auslastung“ der EisenbahnzĂŒge, die die Menschen in die Ghettos und Konzentrationslager transportierten. Er war somit direkt mitverantwortlich fĂŒr die Enteignung, Deportation und Ermordung von rund 6 Millionen Juden.

Die Reisen Eichmanns zur Information ĂŒber die Umsetzung von Deportationen und Morden rekonstruierte Götz Aly mit Zitaten aus Eichmanns Götzen betitelten Aufzeichnungen:

„Im Herbst 1941 besuchte er eine Massenerschießung in Minsk, spĂ€ter – vermutlich im November – das noch im Bau befindliche Vernichtungslager Belcez, die Gaswagenstation Chelmno (Kulm) nördlich von Lodz inspizierte er wĂ€hrend des Vernichtungsbetriebs im Januar und erst danach, ‚im FrĂŒhjahr 1942‘, das Vernichtungszentrum Auschwitz: ‚HĂ¶ĂŸ, der Kommandant, sagte mir, daß er mit BlausĂ€ure töte. Runde Pappfilze waren mit diesem Giftstoff getrĂ€nkt und wurden in die RĂ€ume geworfen, worin die Juden versammelt wurden. Dieses Gift wirkte sofort tödlich.‘“[2]

ProtokollfĂŒhrer der Wannseekonferenz

FĂŒr die Wannseekonferenz am 20. Januar 1942, auf der die bereits vorher beschlossene sogenannte Endlösung der Judenfrage koordiniert wurde, verfasste Eichmann die Redevorlagen fĂŒr Heydrichs Vortrag und war verantwortlich fĂŒr die ProtokollfĂŒhrung[3]. Schon im Sommer 1941 hatte er das Vernichtungslager in Auschwitz-Birkenau besucht. Eichmann leitete auch selbst Deportationen von Juden in dieses Lager. So war er dann auch nach der deutschen Besetzung Ungarns im FrĂŒhling und FrĂŒhsommer 1944 Hauptverantwortlicher fĂŒr die in Ungarn erst jetzt einsetzenden Massendeportationen in die Vernichtungslager. Gleichzeitig verhandelte er im Auftrag Heinrich Himmlers gemeinsam mit Kurt Becher mit dem jĂŒdischen Hilfskomitee in Budapest ĂŒber den Freikauf einzelner jĂŒdischer Gefangener. Eichmann hatte Überblick ĂŒber die industrielle Vernichtung von Menschen nach 1941 und soll alle grĂ¶ĂŸeren Vernichtungslager besucht und Ermordungen in Augenschein genommen haben, um die Vernichtungsmethodik vom Schreibtisch aus rationalisieren zu können. Trotz seiner besonderen Stellung innerhalb der SS begegnete Eichmann Adolf Hitler nie persönlich.

Kriegsgefangenschaft, Untertauchen in der LĂŒneburger Heide und Flucht nach SĂŒdamerika

Der Rotkreuz-Ausweis, mit dem Eichmann 1950 unter falschem Namen nach Argentinien einreiste

Im FrĂŒhjahr 1945 trennte sich Eichmann im österreichischen Altaussee von seiner Familie und den letzten verbliebenen Mitarbeitern. Unter dem Namen Adolf Barth und im Rang eines Obergefreiten der Luftwaffe geriet er in US-Kriegsgefangenschaft. Aufgrund seiner BlutgruppentĂ€towierung, die ihn eindeutig als SS-Mitglied auswies, bezeichnete er sich jedoch bald als SS-UntersturmfĂŒhrer Otto Eckmann. Man internierte ihn im Gefangenenlager Oberdachstetten. Nachdem er gegenĂŒber einigen Mitgefangenen seine wahre IdentitĂ€t preisgegeben hatte, erhielt er von einem ehemaligen SS-Offizier im Januar 1946 ein Empfehlungsschreiben, das ihm das Untertauchen in der kleinen Ortschaft Altensalzkoth in der LĂŒneburger Heide ermöglichte. Im Februar floh Eichmann schließlich aus dem Lager und gelangte mit der UnterstĂŒtzung alter Seilschaften ĂŒber Hamburg zu seinem neuen Zufluchtsort. Auf seinem Weg konnte er sich gefĂ€lschte Papiere beschaffen, die ihn als Otto Heninger auswiesen. Unter diesem Namen nahm er in der Revierförsterei Kolenbach nahe Altensalzkoth eine Arbeit als HolzfĂ€ller und Waldarbeiter an. Als 1948 die ihn beschĂ€ftigende Firma Burmann ihren GeschĂ€ftsbetrieb aufgeben musste, mietete er sich in eine nahegelegene leere Hofstelle ein, kaufte etwa hundert HĂŒhner und lebte in den folgenden Jahren vornehmlich von dem Verkauf von Eiern und GeflĂŒgel[4] sowie von Gelegenheitsarbeiten. Mit Hilfe des Pfarrers von Sterzing gelangte er ĂŒber die österreichische Grenze nach SĂŒdtirol, wo er im Franziskanerkloster Bozen untergebracht wurde.[5] Im Jahre 1950 hatte er genug Ersparnisse zusammen, um mit Hilfe deutsch-katholischer Kreise um den österreichischen Bischof Alois Hudal im Vatikan ĂŒber Italien entlang der sogenannten Rattenlinie nach Argentinien auszuwandern. Eichmann gab sich als Riccardo Klement aus. Dieser Name stand auch in seinem FlĂŒchtlingspass des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Genua.[6] Einige Zeit spĂ€ter holte er seine Familie nach. Sie lebten in relativ bescheidenen VerhĂ€ltnissen. 1955 wurde der Sohn Ricardo Eichmann geboren, der nach dem nun vom Vater verwendeten Namen benannt wurde. Eichmann fand schließlich eine Anstellung als Elektriker im Lkw-Werk von Daimler-Benz in GonzĂĄlez CatĂĄn.

Der AnklĂ€ger im Frankfurter Auschwitz-Prozess und hessische Generalstaatsanwalt, Fritz Bauer, erhielt 1957 einen Brief des mit ihm befreundeten und ĂŒberlebenden KZ-HĂ€ftlings Lothar Hermann aus Buenos Aires, dessen Tochter Sylvia Eichmanns Ă€ltesten Sohn kennen gelernt und die sich ĂŒber dessen antisemitische Äußerungen gewundert hatte. Fritz Bauer informierte die israelische Regierung.

Ein angereister Mossad-Agent soll nach Besichtigung von Eichmanns Wohnung in der Calle Chacabuco nur gemeint haben, ein so wichtiger Nationalsozialist könne nicht in so Ă€rmlichen VerhĂ€ltnissen leben. Dann reiste er wieder ab. Aber Lothar Hermann mobilisierte die deutsch-jĂŒdische Gemeinschaft in Buenos Aires und schrieb schließlich im MĂ€rz 1960 einen Brief an die israelischen Behörden: „Wie es scheint, haben Sie kein Interesse, Eichmann zu fassen.“

Festnahme

Aus im Juni 2006 freigegebenen CIA-Akten geht hervor, dass der Aufenthaltsort Eichmanns sowohl dem BND (und damit mutmaßlich auch der westdeutschen Regierung) als auch der CIA bereits 1958 bekannt war; aus zumindest teilweise[7] freigegebenen BND-Akten geht hervor, dass der Aufenthaltsort Eichmanns sogar schon 1952 der Organisation Gehlen, VorlĂ€uferorganisation des 1956 gegrĂŒndeten BND, bekannt gewesen sei.[8][9]DarĂŒber hinaus hatte er auch Kontakt zum russischen Geheimdienst KGB.[10] Soweit Eichmann je stillen Schutz aus den USA oder Westdeutschland hatte, verlor er ihn, als er versuchte, sich in Interviews mit dem Journalisten Willem Sassen durch Belastung Dritter reinzuwaschen und Sassen Teile der Interviews an das Magazin „Life“ verkaufen wollte.

Einer Zielfahndergruppe des Mossad (u. a. Peter Zvi Malkin und Rafi Eitan) gelang der Zugriff auf Eichmann am 11. Mai 1960 in San Fernando, einem Stadtteil von Buenos Aires. Argentinien hatte zu der Zeit kein Auslieferungsabkommen mit Israel; so wurde die Operation ohne Einbeziehung der örtlichen Behörden durchgefĂŒhrt und die Zielperson „Attila“ sodann mit einem Flugzeug der El Al am 22. Mai nach Israel verbracht. Der Distriktsrichter in Haifa erließ am 23. Mai 1960 den Haftbefehl gegen Eichmann.

Bei der EntfĂŒhrung sollen auch mehrere Freiwillige mitgewirkt haben, u. a. William Mosetti. Dieser war als Generaldirektor von Daimler-Benz Argentinien Eichmanns Chef und zudem als ehemaliger Manager der Standard Oil Company mit Eichmanns frĂŒherem Wiener Arbeitgeber verbunden. Die EntfĂŒhrungshelfer sollen Eichmann erst nach Punta del Este in Uruguay gebracht und dort am 21. Mai dem Mossad ĂŒbergeben haben, der ihn dann nach Israel ausflog.[11]

Prozess und Hinrichtung

Fernsehbericht ĂŒber Adolf Eichmanns Gerichtsverhandlung in Israel 1961 (englisch)
→ Hauptartikel: Eichmann-Prozess

Eichmann war neben John Demjanjuk der einzige Nationalsozialist, der jemals in Israel vor Gericht gebracht wurde. Der Prozess gegen Adolf Eichmann vor dem Jerusalemer Bezirksgericht (Aktenzeichen 40/61) begann am 11. April und endete am 15. Dezember 1961 mit dem Todesurteil.[12] Das Urteil wurde in zweiter Instanz am 29. Mai 1962 durch das Berufungsgericht bestÀtigt.

Eichmanns Zelle hatte eine GrĂ¶ĂŸe von drei mal vier Metern. Die Sicherungsmaßnahmen waren extrem, da die israelische Regierung fĂŒrchtete, Eichmann könne Selbstmord begehen. Ein Wachmann saß rund um die Uhr in seiner Zelle, hinter der ZellentĂŒr ein Zweiter, der durch ein Guckloch seinen Kollegen beobachtete. Ein weiterer Wachposten stand hinter der TĂŒr zum Ausgang. In der Zelle brannte Tag und Nacht Licht, und ein Polizeiarzt untersuchte Eichmann zweimal tĂ€glich.

Die von dem israelischen Generalstaatsanwalt Gideon Hausner ausgearbeitete Anklageschrift umfasste fĂŒnfzehn Punkte, u. a. „Verbrechen gegen das jĂŒdische Volk“, „Verbrechen gegen die Menschheit“, „Kriegsverbrechen“ und die „Mitgliedschaft in einer verbrecherischen Organisation“.[13]

Im Verlauf des Verfahrens wurden mehr als einhundert Zeugen aufgerufen und Tausende von Dokumenten als Beweismaterial vorgelegt. Insbesondere die Zeugenaussagen der Überlebenden der Konzentrationslager trugen mit dazu bei, dass die Schrecken der Verfolgung und Vernichtung der europĂ€ischen Juden einer breiten Öffentlichkeit ins GedĂ€chtnis gerufen wurden. Die internationalen Medien berichteten ausfĂŒhrlich ĂŒber diesen spektakulĂ€ren Prozess und Adolf Eichmann wurde rasch zum Stereotyp eines NS-SchreibtischtĂ€ters. Vor allem auch in der deutschen Öffentlichkeit stieß der „Fall Eichmann“ auf großes Interesse. Alle großen deutschen Tageszeitungen sowie das Fernsehen berichteten ausfĂŒhrlich und nahezu tĂ€glich ĂŒber den Jerusalemer Prozess. Sein Strafverteidiger war der Deutsche Robert Servatius.

Eichmann beharrte von Beginn des Prozesses bis zum Schluss darauf, dass er im juristischen Sinne unschuldig sei, und berief sich darauf, nur auf Befehl von Vorgesetzten gehandelt zu haben.[14] Menschlich habe er sich durch die Mitwirkung an der Deportation aber schuldig gemacht. Gleichzeitig bot er an, öffentlich Suizid zu begehen, da Reue nur etwas fĂŒr kleine Kinder sei, SĂŒhne aber so möglich wĂ€re. Das Todesurteil wurde am 31. Mai 1962 kurz vor Mitternacht im GefĂ€ngnis von Ramla vollstreckt.[15] Sein Leichnam wurde verbrannt und die Asche ins Meer gestreut. Er ist der bislang einzige Mensch, der von der israelischen Justiz hingerichtet wurde.

Mitarbeiter Eichmanns

Als Mitarbeiter Eichmanns wurden, besonders durch ihre TĂ€tigkeit als Judenreferent in verschiedenen SD-Dienststellen, bekannt:

Rezeption

Sassen-Interview

In Argentinien fand Eichmann Kontakt zu einer Gruppe um Eberhard Fritsch, der in seinem DĂŒrer-Verlag die rechtsextreme Zeitschrift Der Weg erscheinen ließ. Man traf sich von April bis November 1957 an den Wochenenden im Haus von Willem Sassen, einem ehemaligen SS-Kriegsberichterstatter und Autor des DĂŒrer-Verlags. Auch Ludolf-Hermann von Alvensleben nahm regelmĂ€ĂŸig teil. Die Treffen sollten Veröffentlichungen vorbereiten, mit denen man zur Rehabilitierung des Nationalsozialismus den millionenfachen Judenmord widerlegen oder relativieren wollte. Eichmann leugnete jedoch nichts, sondern bestĂ€tigte den Ausrottungsplan:

„Ich muß Ihnen ganz ehrlich sagen, hĂ€tten wir von den 10,3 Millionen Juden, die Korherr, wie wir jetzt nun wissen, ausgewiesen hat, 10,3 Millionen Juden getötet, dann wĂ€re ich befriedigt und wĂŒrde sagen, gut, wir haben einen Feind vernichtet.”[16]
„Ich war kein normaler BefehlsempfĂ€nger, dann wĂ€re ich ein Trottel gewesen, sondern ich habe mitgedacht, ich war ein Idealist gewesen.”[17]

Als „Sassen-Interviews” werden die entstandenen handschriftlichen Notizen, Kommentare und die Abschriften von ĂŒber 72 TonbĂ€ndern auf rund eintausend Seiten bezeichnet. Wie ein Vergleich mit den wenigen erhaltenen TonbĂ€ndern zeigt, sind die Transkriptionen teilweise gekĂŒrzt, nicht vollstĂ€ndig und nicht ohne Eingriffe, aber keinesfalls eine Redaktion, gewollte VerfĂ€lschung oder Verzerrung.[18] Als Eichmann in Israel inhaftiert war, bearbeitete Willem Sassen das Material, entfernte Interviews mit anderen Teilnehmern und den Inhalt der TonbĂ€nder 6 bis 10, in denen allzu deutliche Israel-Kritik stand, und ließ das Transkript mit einem Vortrag Eichmanns in Band 67 enden, der sich wie ein Schlusswort las. Dieses Material bot er unter anderen den Zeitschriften Life, SPIEGEL und dem Stern an, der am 25. Juni 1960 erste biografische Teile daraus veröffentlichte.

Der Generalstaatsanwalt Gideon Hausner verfĂŒgte lediglich ĂŒber Kopien von 713 getippten Seiten von 67 Tonmitschnitten und 83 handgeschriebenen Seiten bzw. Seitenteilen, ohne zu wissen, dass dieses Konvolut unvollstĂ€ndig war: Es fehlten fĂŒnf Tonband-Transkriptionen, handschriftliche Kommentare und rund einhundert Seiten mit Notizen. Eichmann gelang es, grundlegende Zweifel an der VerlĂ€sslichkeit der Quelle zu sĂ€en: es habe sich um „WirtshausgesprĂ€che” gehandelt und Sassen habe ihm bestimmte Aussagen in den Mund gelegt. Da man Eichmanns eigenhĂ€ndige Korrekturen bis zum letzten Band nicht kannte, war ihm diese Einlassung nicht zu widerlegen.

Im MÀrz 1961 trafen sich Hermann Langbein aus Wien, Thomas Harlan aus Warschau und Henry Ormond aus Frankfurt und machten Fritz Bauer ein umfangreicheres Exemplar der Argentinien-Papiere zugÀnglich. Eine Veröffentlichung und ein Abgleich mit dem Material in Jerusalem unterblieb: Das Konvolut war Robert Eichmann, einem Bruder Adolf Eichmanns, durch einen gezielten Einbruch entwendet worden.[19]

1979 verkaufte Eichmanns Verteidiger Robert Servatius seine Unterlagen an das Bundesarchiv. Willem Sassen ĂŒbergab die noch erhaltenen Original-Papiere und seine restlichen Tonbandaufnahmen von 29 Stunden Dauer an die Familie Eichmann, die diese an einen Schweizer Verlag verĂ€ußerte, bevor sie an das Bundesarchiv Koblenz gelangten.[20]

Hannah Arendt ĂŒber Adolf Eichmann

Die Politologin Hannah Arendt, die den Nationalsozialisten knapp ĂŒber Frankreich nach New York entkommen war, schrieb ĂŒber den Prozess ursprĂŒnglich im Auftrag der Zeitschrift The New Yorker Reportagen, dann das Buch „Eichmann in Jerusalem“. Von ihr stammt in diesem Zusammenhang der Begriff der „BanalitĂ€t des Bösen“, der eine große Kontroverse unter Intellektuellen auslöste. Arendt betonte, dass es sich um einen Bericht handele und die mögliche BanalitĂ€t des Bösen nur auf der Ebene des TatsĂ€chlichen liege. Eichmann sei einer der „grĂ¶ĂŸten Verbrecher“ seiner Zeit gewesen. Sie beschrieb Eichmann als „Hanswurst“,[21] „schier gedankenlos“, „realitĂ€tsfern“ und ohne Fantasie, dem man „beim besten Willen keine teuflisch-dĂ€monische Tiefe abgewinnen“ könne. Die Lektion des Prozesses sei, dass ein solcher Mensch derart viel Unheil angerichtet habe. Hinzu kam die Art des Verbrechens, die nicht einfach kategorisierbar sei. Was in Auschwitz geschah, sei ein beispielloser „industrieller Massenmord“ gewesen. Zwar ĂŒbte sie Kritik an der DurchfĂŒhrung des Prozesses in Israel − sie hĂ€tte ein internationales Gremium bevorzugt −, das Todesurteil jedoch befĂŒrwortete sie.

Insbesondere ihre Kritik an der DurchfĂŒhrung des Prozesses durch die israelische Justiz sowie ihre Kritik am Verhalten einzelner Vertreter jĂŒdischer Organisationen wĂ€hrend des „Dritten Reiches“ fĂŒhrten dazu, dass ihr Bericht ĂŒber den Eichmann-Prozess nicht nur in Israel und innerhalb eines großen Teils der jĂŒdischen Gemeinschaft auf starke Ablehnung traf.

Hannah Arendt lag bei der Verfassung ihrer Eichmann-Texte lediglich ein vom Gericht als BeweisstĂŒck angenommenes SchriftstĂŒck von Eichmann selbst vor. Es waren Notizen ĂŒber seine TĂ€tigkeit: „Betrifft: Meine Feststellungen zur Angelegenheit 'Judenfragen und Maßnahmen der nationalsozialistischen deutschen Reichsregierung zur Lösung dieses Komplexes in den Jahren 1933 bis 1945.“[22] Daher kannte sie das vollstĂ€ndige Sassen-Interview, in dem Eichmann seine Freude ĂŒber seine Verbrechen ausdrĂŒckt, nicht. Sie erwĂ€hnt lediglich die in dem Magazin Life abgedruckte Version, die aus GrĂŒnden der besseren Vermarktung gekĂŒrzt und vor allem (durch Sassen und die Familie Eichmann) bereinigt worden war.

Nach Bettina Stangneth tĂ€uschte sich Hannah Arendt in ihrem Urteil, da sie auf Grundlage weniger Aussagen im Verhör und Prozess urteilte und die frĂŒher getĂ€tigten Äußerungen nicht kannte. TatsĂ€chlich konnte Eichmann schlagkrĂ€ftig argumentieren, und er sei „mit philosophischen Ideen vertraut, die man keineswegs zur Allgemeinbildung rechnet.“[23] Das Urteil von Stangneth trifft sich mit vielen anderen Historikern, wie David Cesarani, Yaacov Lozowick oder Irmtraud Wojak. Aber sie alle ĂŒbersehen, dass Eichmann von Arendt viel radikaler kritisiert worden ist als es die Zuschreibung, Eichmann habe aus Antisemitismus gehandelt, sein kann. Arendts Analyse des neuen Verbrechertypus zeigt vielmehr, dass Eichmann durchdrungen war von einer "Ideologie der Sachlichkeit", [24] die die vollstĂ€ndige Zerstörung jeglichen Urteilsvermögens, jeglichen lebendigen Denkens meinte. Und diese Zerstörung des Denkens ist in ihrer politischen Theorie des Antisemitismus bereits angelegt. Damit ist in der BanalitĂ€t des Bösen der Antisemitismus in seiner radikalen Ausformulierung anzutreffen[25]. Die 'Ideologie der Sachlichkeit' ging mit einer Begeisterung fĂŒr 'den FĂŒhrer' einher. Den 'Willen des FĂŒhrers' internalisiert,[26] arbeitete er begeistert an dem Vernichtungsprojekt. Eichmanns Initiativkraft und diese Begeisterung fĂŒr die Arbeit hat Arendt ebenso wenig in Abrede gestellt, wie Eichmanns Bildung und SchlagkrĂ€ftigkeit der Arguemente. Auch ging es Arendt nicht darum, Eichmann als historische Figur zu beschreiben. Sondern dieses Buch ist vielmehr ein StĂŒck ihrer politischen Theorie.

In einer Vorlesungsreihe (Über das Böse) reflektiert sie 1965 nochmals das Verhalten von Eichmann.

Nationalsozialisten

„Eichmann hatte Minderwertigkeitskomplexe. Er wollte unbedingt zeigen, ich bin kein Akademiker, aber ich kann das auch, ich werd' euch das beweisen. Und das verfolgte ihn sein ganzes Leben (
) Er hatte nicht einmal einen Schulabschluß, und das hat ihn furchtbar getroffen. Hinzu kamen noch bösartige Bemerkungen seiner Kameraden wegen seines ‚jĂŒdischen Aussehens‘. Sie haben ihn Siggi Eichmann genannt, und das hat ihn mĂ€chtig gekrĂ€nkt.“

– Wilhelm Höttl, SS-SturmbannfĂŒhrer[27]

„Wenn wir 50 EichmĂ€nner gehabt hĂ€tten, hĂ€tten wir den Krieg gewonnen.“

– Heinrich MĂŒller, Chef Amt IV des RSHA (Gestapo)[27]

Eichmanns Apologie

Zu Beginn seiner Haftzeit verfasste Eichmann handschriftlich zwei Texte: Ein erstes Manuskript trug den Titel „Meine Memoiren“. Dieser apologetische Text fand wenig Interesse bei der Forschung und in den Medien, bis er 1999 von der konservativen Zeitung Die Welt als angebliche Neuentdeckung veröffentlicht wurde und die Freigabe des zweiten, wesentlich umfangreicheren Manuskripts „Götzen“ in Rede stand.[28]

Im MĂ€rz 2000 gab das israelische Staatsarchiv das zweite Eichmann-Manuskript frei. Die Fassung von 676 maschinenschriftlich transkribierten BlĂ€ttern trĂ€gt den Titel Götzen, mit dem Eichmann ausdrĂŒcken wollte, dass er die NS-FĂŒhrer lange vergöttert habe.[29]

Im ersten von drei Teilen berichtet Eichmann ĂŒber die Judenpolitik in Deutschland, Österreich, Böhmen und MĂ€hren, dem annektierten und besetzten Polen und seine Selbstsicht als BefehlsempfĂ€nger. Den zweiten Teil beschrieb Eichmann als „Deportationsangelegenheiten in 12 europĂ€ischen LĂ€ndern“,[30] den dritten als inneren Monolog nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Eichmann wiederholt und variiert dabei vielfach seine Verteidigung im Jerusalemer Prozess und beruft sich auf zahlreiche Dokumente, die auch darin verwendet wurden. Daher gehen seine Einlassungen im Wesentlichen nicht ĂŒber seine Aussagen im Prozess hinaus, „wirken wie verzweifelte NachtrĂ€ge des Angeklagten fĂŒr seine realen Richter, die die Beweisaufnahme zwar abgeschlossen, aber weder den Schuldspruch noch das Strafmaß verkĂŒndet hatten.“[31]

Den Stil des am 6. September 1961 fĂŒr im Wesentlichen abgeschlossen erklĂ€rten Manuskriptes nennt Götz Aly berichtend und schubweise kitschig-literarisierend.[31] Ihren Wert fĂŒr die Holocaust-Forschung schĂ€tzt Aly als eng begrenzt ein, da Eichmanns Aussagen nur da neue Informationen enthalten, wo er andere TĂ€ter belastet, die sich zuvor unter Verweis auf Eichmann reingewaschen haben. „Wo es um seine eigentliche TĂ€tigkeit geht, lĂŒgt Eichmann, verschweigt, schwindelt sich an der Wahrheit entlang, beruft sich auf Befehle oder weicht auf anekdotisches Spielmaterial aus“.[32]

Mahnmal

Mahn-Ort Bushaltestelle in der KurfĂŒrstenstraße

In Berlin erinnern eine zum Mahnmal umgestaltete Bushaltestelle an die TÀtigkeit von Adolf Eichmann sowie das Eichmannreferat an dem Ort, an dem sich seine DienstrÀume befanden.

Film und Ton

Dokumentarmaterial

Spielfilme und Serien

Literatur

  • Zvi Aharoni & Wilhelm Dietl: Der JĂ€ger. Operation Eichmann. Was wirklich geschah, DVA, Stuttgart 1996. ISBN 3-421-05031-7
  • GĂŒnther Anders: Wir Eichmannsöhne. Offener Brief an Klaus Eichmann, 2., durch einen weiteren Brief ergĂ€nzte Aufl., C. H. Beck, MĂŒnchen 1988. ISBN 3-406-33122-X (zuerst ohne den zweiten Brief 1964) (3. Aufl. 2002. ISBN 3-406-47548-5)
  • Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der BanalitĂ€t des Bösen, Piper, MĂŒnchen 1986. ISBN 3-492-20308-6
  • David Astor: The Meaning of Eichmann, 1961
  • David Cesarani: Adolf Eichmann. BĂŒrokrat und Massenmörder Übers. Klaus-Dieter Schmidt; PropylĂ€en, Berlin 2004 ISBN 3-549-07186-8 Neuaufl. Weltbild 2005 ISBN 3-8289-0573-0 (Engl. Original Eichmann. His Life and Crimes Heinemann, London 2004 ISBN 0-434-01056-1)
  • dsb.: Becoming Eichmann. Rethinking the Life, Crimes, and Trial of a „Desk Murderer“ Da Capo Press 2006 ISBN 0-306-81476-5 TB 2007 ISBN 0-306-81539-7
  • Tuviah Friedman Hg.: Die drei verantwortlichen SS-FĂŒhrer fĂŒr die DurchfĂŒhrung der Endlösung der Judenfrage in Europa: Heydrich – Eichmann – MĂŒller. Eine dokumentarische Sammlung von SS- und Gestapo-Dokumenten ĂŒber die Vernichtung der Juden Europas 1939–1945. Institute of Documentation in Israel for the Investigation of Nazi War Crimes, Haifa 1993
  • Christina Große: Der Eichmann-Prozeß zwischen Recht und Politik, Frankfurt a. M. 1995. ISBN 3-631-46673-0
  • Gaby Weber: „La conexiĂłn alemana“ (Buenos Aires Edhasa 2005)
  • Gideon Hausner: Gerechtigkeit in Jerusalem, MĂŒnchen 1967
  • Karl Jaspers zum Eichmann-Prozess. Ein GesprĂ€ch mit Luc Bondy. in: Der Monat, Jg. 13, 1961, Heft 152, S. 15–19
  • Rudolf Kastner: Der Kastner-Bericht ĂŒber Eichmanns Menschenhandel in Ungarn, MĂŒnchen 1961
  • Robert M. W. Kempner: Eichmann und Komplicen, ZĂŒrich u. a. 1961.
  • Guido Knopp, Jörg MĂŒllner: Hitlers Helfer. Goldmann, 1999. ISBN 3-442-15017-5
  • Heinar Kipphardt: Bruder Eichmann. Schauspiel und Materialien, GW in Einzelausgaben, Hg. Uwe Naumann unter Mitarbeit von Pia Kipphardt, Rowohlt, Reinbek 1991. ISBN 3-499-15716-0
  • Peter Krause: Der Eichmann-Prozess in der deutschen Presse. Campus, Frankfurt 2002, ISBN 3-593-37001-8 (Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Bd. 8).[36]
  • F.A. Krummacher (Red.): Die Kontroverse. Hannah Arendt, Eichmann und die Juden MĂŒnchen 1964
  • Hans Lamm: Der Eichmann-Prozeß in der deutschen öffentlichen Meinung. Eine Dokumentensammlung, Frankfurt a. M. 1961
  • Jochen v. Lang (Hrsg.): Das Eichmann-Protokoll. Tonbandaufzeichnungen der israelischen Verhöre, Wien 1991
  • Avner W. Less (Hrsg.): Schuldig. Das Urteil gegen Adolf Eichmann, AthenĂ€um, Frankfurt a. M. 1987. ISBN 3-610-08432-4
  • Yaakov Lozowick: Hitlers BĂŒrokraten. Eichmann, seine willigen Vollstrecker und die BanalitĂ€t des Bösen Aus dem Engl. v. Christoph MĂŒnz. Pendo, ZĂŒrich 2000 ISBN 3-85842-390-4.[37]
  • Harry Mulisch: Strafsache 40/61. Eine Reportage ĂŒber den Eichmann-Prozess, Tiamat, Berlin 1987. ISBN 3-7466-8016-6
  • Bernd Nellessen: Der Prozeß von Jerusalem. Ein Dokument, DĂŒsseldorf 1964
  • Moshe Pearlman: Die Festnahme des Adolf Eichmann Aus dem Engl. von Margaret Carroux und Lis Leonard, (The Capture of Adolf Eichmann), S. Fischer, Frankfurt 1961
  • Berndt Rieger: Der Fahrdienstleiter des Todes. Franz Novak, der Transportexperte Eichmanns. Eine Biographie. Books on Demand, 2001, ISBN 3-8311-2541-4.
  • Quentin James Reynolds, Ephraim Katz, Zwy Aldouby: Minister of death. The Adolf Eichmann story. Viking Press, 1960 (englisch).
  • Hans Safrian: Eichmann und seine Gehilfen, Fischer TB, Frankfurt a. M. 1995. ISBN 3-596-12076-4
  • Dov B. Schmorak (Hrsg.): Sieben sagen aus. Zeugen im Eichmann-Prozeß. Einleitung Peter Schier-Gribowoski, Berlin 1962
  • Dov B. Schmorak (Hrsg.): Der Eichmann-Prozeß. Dargestellt anhand der in NĂŒrnberg und in Jerusalem vorgelegten Dokumente und Gerichtsprotokolle, Wien u. a. 1964
  • Julia Schulze Wessel: Ideologie der Sachlichkeit. Hannah Arendts politische Theorie des Antisemitismus. Suhrkamp Wissenschaft, Frankfurt a. M. 2006. ISBN 3-518-29396-6
  • Bettina Stangneth: Eichmann vor Jerusalem: Das unbehelligte Leben eines Massenmörders. Arche Verlag, ZĂŒrich 2011, ISBN 978-3716026694
  • Christian Volk: Urteilen in dunklen Zeiten. Eine neue Lesart von H. Arendts „BanalitĂ€t des Bösen“. Lukas, Berlin 2005 ISBN 3-936872-54-6
  • Irmtrud Wojak: Eichmanns Memoiren. Ein kritischer Essay, Campus, Frankfurt 2001. ISBN 3-593-36381-X & Fischer TB, ebd. 2004. ISBN 3-596-15726-9 (bei einem Internet-BuchhĂ€ndler online les- und durchsuchbar)
  • Albert Wucher: Eichmanns gab es viele. Ein Dokumentarbericht ĂŒber die Endlösung der Judenfrage, MĂŒnchen 1961

Weblinks

 Commons: Adolf Eichmann â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Adolf Eichmann â€“ Zitate

Einzelnachweise

  1. ↑ Lebenslauf Eichmanns beim BBC, abgerufen am 13. Januar 2011
  2. ↑ Götz Aly: Adolf Eichmanns spĂ€te Rache. In: Österreichische Zeitschrift fĂŒr Geschichtswissenschaften 11, 2000, Heft 1, S. 186–191, hier S. 190 (Zitate im Zitat von Adolf Eichmann; online).
  3. ↑ Bettina Stangneth, Eichmann vor Jerusalem : das unbehelligte Leben eines Massenmörders, ZĂŒrich ; Hamburg : Arche 2011, Anmerkung 665 auf S. 589
  4. ↑ Eike Frenzel: „Mein Nachbar, der Massenmörder“, einestages - Zeitgeschichten auf Spiegel-Online, 6. August 2010
  5. ↑ Gerhard Mumelter: Nazi-Fluchtweg SĂŒdtirol. Rezension von Gerald Steinachers Buch Nazis auf der Flucht. Wie Kriegsverbrecher ĂŒber Italien nach Übersee entkamen. Der Standard, 3. JĂ€nner 2009, S. Album A 5
  6. ↑ „Eichmanns gefĂ€lschter Pass entdeckt“, Spiegel-Online, 30. Mai 2007
  7. ↑ Eichmann, der BND und die Expertenkommission Gaby Weber, 21. Januar 2011 in Telepolis, Heise-Verlag, Wie der Geheimdienst und das Bundeskanzleramt mit einem von der Autorin erwirkten Urteil zur Herausgabe von Akten umgehen
  8. ↑ Scott Shane: „C.I.A. Knew Where Eichmann Was Hiding, Documents Show. New York Times, 7. Juni 2006
  9. ↑ BILD liefert letzten Beweis: BND kannte Versteck von Nazi-Monster Eichmann
  10. ↑ dradio.de, Deutschlandfunk, Dossier, 2. September 2011, Gaby Weber: Die nukleare Pflugschar - US-Testversuche trotz des Moratoriums?, S.3 (3. September 2011)
  11. ↑ Radio-Feature von Gaby Weber:Gabriele Weber: Adolf Eichmann und William Mosetti – Wie und warum wurde Eichmann aus Argentinien entfĂŒhrt?. SWR2, Koproduktion des SĂŒdwestrundfunks mit dem Deutschlandfunk und dem Westdeutschen Rundfunk. 23. Januar 2007 (RTF-Datei; 36 S.; 117 KB)
  12. ↑ Urteil des Jerusalemer Bezirksgerichts in englischer Übersetzung
  13. ↑ Christian Hofmann: Der Eichmann-Prozess in Jerusalem
  14. ↑ Nach umfangreichen Recherchen und Quellenstudien gelangt die Zeithistorikerin Bettina Stangneth in ihrem Buch "Eichmann vor Jerusalem. Das unbehelligte Leben eines Massenmörders" (Arche, 2011) zu der Einsicht, dass Eichmann es gelang, sich selbst vor Gericht als pedantischen "SchreibtischtĂ€ter" und BefehlsempfĂ€nger, als "RĂ€dchen im Getriebe" darzustellen - eine konstruierte Legende. In Wahrheit war er, Stangneth zufolge, das vorausschauend-planende Gehirn des Massenmordes an den Juden. Vgl. "Eichmann hat eine perfide Show abgezogen", Interview mit Bettina Stangneth. Von Alan Posener, Die Welt, 3. April 2011
  15. ↑ Film ĂŒber den Henker Schalom Nagar von Netalie Braun (2010): Hatalyan in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
  16. ↑ Bettina Stangneth: Nein, das habe ich nicht gesagt. Eine kurze Geschichte der Argentinien-Papiere. In: Einsicht: Bulletin des Fritz Bauer-Instituts. Nr. 5, Wochenschau-Verlag, Schwalbach 2011, ISSN 1868-4211, S. 18 (Digitalisat, abgerufen am 21. April 2011).
  17. ↑ Irmtrud Wojak: Eichmanns Memoiren. Ein kritischer Essay,. Fischer TB, Frankfurt 2004, ISBN 3-596-15726-9, S. 195 mit Anm. 15 (Verweis auf Sassen-Interview im Bundesarchiv)
  18. ↑ Bettina Stangneth: Eichmann vor Jerusalem. Das unbehelligte Leben eines Massenmörders. ZĂŒrich/Hamburg 2011, ISBN 978-3-7160-2669-4, S. 322/323.
  19. ↑ Bettina Stangneth: »Nein, das habe ich nicht gesagt.« Eine kurze Geschichte der Argentinien-Papiere. In: Einsicht 05 (Bulletin des Fritz Bauer Instituts) 3 (2011), ISSN 1868-4211, S. 22.
  20. ↑ Bettina Stangneth: „Die Argentinien-Papiere” Verteilungsgeschichte und heutiger Bestand. Annotiertes Findbuch zu den BestĂ€nden des Bundesarchivs, unveröffentlichtes Manuskript, Hamburg 2011 / Kopie im Archiv des Fritz-Bauer-Instituts.
  21. ↑ GĂŒnter Gaus im GesprĂ€ch mit Hannah Arendt. Was bleibt? Es bleibt die Muttersprache. In: RBB (Sendung vom 28. Oktober 1964).
  22. ↑ Irmtrud Wojak, 2004, S. 68.
  23. ↑ Bettina Stangneth, Eichmann vor Jerusalem..., S. 288.
  24. ↑ Julia Schulze Wessel, Ideologie der Sachlichkeit.
  25. ↑ Julia Schulze Wessel, Ideologie der Sachlichkeit, S. 11
  26. ↑ Julia Schulze Wessel, Ideologie der Sachlichkeit, S. 207-220
  27. ↑ a b Guido Knopp, Jörg MĂŒllner: Hitlers Helfer. Goldmann, 1999. ISBN 3-442-15017-5. S. 26–27.
  28. ↑ Irmtrud Wojak: Eichmanns Memoiren. Ein kritischer Essay. Fischer TB, Frankfurt 2004, ISBN 3-596-15726-9, S. 44.
  29. ↑ Götz Aly: Adolf Eichmanns spĂ€te Rache. In: Österreichische Zeitschrift fĂŒr Geschichtswissenschaften 11, 2000, Heft 1, S. 186–191, hier S. 186 (online).
  30. ↑ Götz Aly: Adolf Eichmanns spĂ€te Rache. In: Österreichische Zeitschrift fĂŒr Geschichtswissenschaften 11, 2000, Heft 1, S. 186–191, hier S. 186f. (online).
  31. ↑ a b Götz Aly: Adolf Eichmanns spĂ€te Rache. In: Österreichische Zeitschrift fĂŒr Geschichtswissenschaften 11, 2000, Heft 1, S. 186–191, hier S. 188 (online).
  32. ↑ Götz Aly: Adolf Eichmanns spĂ€te Rache. In: Österreichische Zeitschrift fĂŒr Geschichtswissenschaften 11, 2000, Heft 1, S. 186–191, hier S. 187 (online).
  33. ↑ Ein Spezialist in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database.
  34. ↑ Operation Eichmann Videobeitrag auf YouTube, abgerufen am 25. Juli 2010
  35. ↑ Adolf Eichmann – Begegnungen mit einem Mörder in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database.
  36. ↑ Kurzfassung Online auf fritz-bauer-institut.de.
  37. ↑ Vgl. die Rezension zu Yaacov Lozowick: Hitler’s Bureaucrats: The Nazi Security Police and the Banality of Evil. Translated by Haim Watzman, Continuum, London/New York 2002: George C. Browder No Middle Ground for the Eichmann MĂ€nner? auf yadvashem.org.il (PDF, 26 KB).

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