Deutscher Fußball-Bund

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Deutscher Fußball-Bund
Deutscher Fußball-Bund
DFB-Logo
GrĂŒndung 28. Januar 1900
FIFA-Beitritt 1904
UEFA-Beitritt 1954
PrÀsident Theo Zwanziger
GeneralsekretÀr Wolfgang Niersbach
Nationalmannschaften Herren
Nationalmannschaft, U-21,
U-20, U-19, U-18, U-17,
U-16, U-15,
Frauen
Nationalmannschaft, U-23,
U-20, U-19, U-17, U-15
Homepage www.dfb.de
Eingangsbereich des DFB, Otto-Fleck-Schneise 6, 60528 Frankfurt a.M.-Niederrad, unweit der Commerzbank-Arena gelegen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist ein Verband deutscher Fußballvereine. Er wurde am 28. Januar 1900 in Leipzig gegrĂŒndet. Aufgrund der Kriegsfolgen war der DFB nach 1945 zwischenzeitig aus der FIFA ausgeschlossen, formal war er bereits 1940 abgewickelt worden; eine NeugrĂŒndung erfolgte am 10. Juli 1949 in Stuttgart. Der DFB ist ein eingetragener, gemeinnĂŒtziger Verein mit Sitz in Frankfurt/Main. Seine ordentlichen Mitglieder sind der Ligaverband sowie die fĂŒnf RegionalverbĂ€nde und 21 LandesverbĂ€nde.

Im DFB sind heute (Stand: Januar 2011) mehr als 6,7 Millionen Mitglieder in 177.000 Mannschaften und gut 25.000 Vereinen organisiert.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Geschichte des deutschen Fußballs vor der DFB-GrĂŒndung

Erstes DFB-Logo
Logo von 1911
Logo von 1945
Logo von 1995
Logo von 2003-2008
Logo seit 2008

DFB-PrÀsidenten

Hauptartikel: Deutsche FußballverbĂ€nde 1890–1933

Im Deutschen Reich hatte Sport im 19. Jahrhundert nur eine untergeordnete Bedeutung. Unter den aus England ĂŒbernommenen Mannschaftssportarten dominierte zunĂ€chst Rugby Football von 1875 bis Mitte der 1880er Jahre. Ende der 1880er Jahre wurde neben Rugby auch Association Fußball gespielt.

Die AnfĂ€nge des Fußballspiels in Deutschland, wohl noch eine Mischung aus Fußball und Rugby, werden auf das Jahr 1874 datiert, Bezug nehmend entweder auf die GrĂŒndung des Dresden English Football Club oder auf die EinfĂŒhrung des Fußballs in den Schulsport durch Konrad Koch in Braunschweig.

Wie in ganz Deutschland vollzog sich auch in Berlin die Entwicklung erst sehr schleppend. Im Winter 1881/82 trugen, wie auch zum gleichen Zeitpunkt in Hamburg, in der Stadt anwesende EnglĂ€nder das erste Association Fußballspiel aus. Dennoch geschah bis 1888 wenig. 1883 spielten EnglĂ€nder und Deutsche gelegentlich auf dem Tempelhofer Feld in Berlin, im Hoppegarten, in Pankow (Schönholz) und in Nieder-Schöneweide. Erst zum Ende der 1880er Jahre setzte eine rasante Entwicklung durch die GrĂŒndung einer Vielzahl von Fußballklubs ein. Am 15. April 1888 wurde mit dem BFC Germania 1888 der Ă€lteste noch existierende, deutsche Fußballverein gegrĂŒndet.

Die neu gegrĂŒndeten Vereine organisierten sich in vielen verschiedenen VerbĂ€nden. Vor allem in Berlin gab es eine Vielzahl an parallel existierenden FußballverbĂ€nden. Nach Berlin folgte der SĂŒden (SĂŒdwesten) 1893 mit einem eigenen Verband, die SĂŒd-Westdeutsche Fußball-Union, die aber auf Grund interner Streitigkeiten und der geringen Anzahl von Klubs im SĂŒden nur zwei Jahre lang existierte. Danach folgte Hamburg/Altona mit dem Hamburg-Altonaer Fußball-Bund und Leipzig mit dem Verband Leipziger Ballspiel-Vereine und mit den Jahren weitere lokale und regionale VerbĂ€nde. Dazu gehörten 1897 der Verband SĂŒddeutscher Fußball-Vereine und ein Jahr spĂ€ter der Rheinische Spiel-Verband im Westen sowie der Deutsche Fußball-Bund im Jahre 1900 als Dachverband.

Von der GrĂŒndung 1900 bis 1933

Am 28. Januar 1900 trafen sich in der GaststĂ€tte „Zum Mariengarten“ in Leipzig 36 Vertreter von 86 Vereinen zur GrĂŒndungsversammlung des DFB. Ferdinand Hueppe wurde anschließend zum ersten PrĂ€sidenten des DFB gewĂ€hlt. Eine Plakette am GrĂŒndungsgebĂ€ude in der heutigen BĂŒttnerstraße unweit des Hauptbahnhofes erinnert Passanten an das historische Ereignis.

Bereits einige Jahre vorher waren VerbĂ€nde wie der Bund Deutscher Fußballspieler, der Deutsche Fußball- und Cricket-Bund und der Hamburg-Altonaer Fußball-Bund gegrĂŒndet worden, die jedoch auf Teilgebiete des Deutschen Reiches beschrĂ€nkt waren (im Fall des BDF auf Berlin). Die erste Meisterschaft ĂŒber Stadtgrenzen hinaus wurde 1898 vom Verband SĂŒddeutscher Fußball-Vereine ausgetragen, der sich 1903 dem DFB anschloss und dessen grĂ¶ĂŸter Verband wurde.

Mit GrĂŒndung des DFB durch die 86 GrĂŒndungsvereine gab es einen deutschlandweiten FĂŒhrungsverband, der ab 1903 Endrunden um die deutsche Meisterschaft ausspielte. Der erste deutsche Fußballmeister war der VfB Leipzig. Im Jahre 1904 trat der DFB per Fernschreiben als achtes Mitglied der FIFA bei.

Der DFB in der Zeit des Dritten Reichs

Der DFB wurde seiner Aufgabe der kritischen Vergangenheitsaufarbeitung lange Zeit nicht gerecht, erst im JubilĂ€umsband „100 Jahre DFB“, erschienen im Jahre 2000, wurde eine Auseinandersetzung mit dem damaligen PrĂ€sidenten Felix Linnemann und dem GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Westdeutschen Spiel-Verbandes Josef Klein und kritische Aufarbeitung durch den Co-Autor Karl-Adolf Scherer vorgenommen. FĂŒr weiterfĂŒhrende Recherchen und Aufbereitungen haben die Verantwortlichen des DFB auch eine Studie in Auftrag zu geben, deren Autor Nils Havemann das Buch Fußball unterm Hakenkreuz [2] unter Zuhilfenahme umfangreicher Archive und NachlĂ€sse verfasste; er erhielt auch Zugang zu bis dahin verschlossenen DFB-Archiven. Der DFB stellte sich damit zirka 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs direkter Weise dem Fehlverhalten seiner FunktionĂ€re wĂ€hrend des 3. Reichs, wie dies den Ergebnissen der Studie von Havemann zu entnehmen ist.

Der DFB war Anfang der 1930er Jahre stark dem bĂŒrgerlichen Lager verbunden und mit diesem in allen seinen Gremien verwurzelt. Auch auf den herannahenden Nationalsozialismus hatte er sich nur sehr ungenĂŒgend vorbereitet. Die sportpolitische Situation erlaubte es insbesondere Guido von Mengden, Josef Klein, Georg Xandry, Wilhelm Erbach sowie dem damaligen DFB-PrĂ€sidenten Felix Linnemann ihre nationalsozialistischen Gedanken und Überzeugungen in die VerbĂ€nde einzubringen. Vor allem mit Hilfe des Vorsitzenden des Deutschen Reichsausschusses fĂŒr LeibesĂŒbungen (damit dominierend in allen deutschen SportverbĂ€nden wie DFB und auch NOK) dem ReichssportfĂŒhrer Hans von Tschammer und Osten konnte das Idealbild der Nazis im gesamten deutschen Sport, und damit auch im DFB, implantiert werden. Der Historiker Hajo Bernett bezeichnete Mengden, welcher 1935 auch Pressereferent und 1936 schließlich Generalreferent von Tschammers wurde, in dessen Biographie 1976 als „Generalstabschef des deutschen Sport“. Eine weitere dominante Rolle im vollkommenen Gehorsam Hitler gegenĂŒber, spielte der 1931 ernannte Schatzmeister des DFB, der Bankier Arthur Strenzel. Insbesondere wĂ€hrend des Krieges fĂŒhrte dieser als 2. PrĂ€sident den DFB von Berlin aus, als Linnemann sich weitgehend zurĂŒckzog. Die nationalistische Riege innerhalb des DFB war allerdings auch viel grĂ¶ĂŸer als diese und wurde weitgehend von einem Triumvirat aus dem Deutschen Reichsausschuss und dem Reichsbund fĂŒr LeibesĂŒbungen, Lewald-Dominicus-Linnemann, insbesondere durch dessen GeneralsekretĂ€r Carl Diem dominiert.

Josef Klein fĂŒhrte am 6. Juni 1933 den Hitlergruß erst im WSV ein, und erklĂ€rte diesen am 7. August 1933 fĂŒr verbindlich im gesamten DFB. Was mit den Spielern passierte, die dies missachteten, verdeutlicht der Fall des Walter Pahl (VfB Dobberzin, Kreis Finowtal), der wegen Verweigerung des Grußes aus dem DFB ausgeschlossen und damit fĂŒr den deutschen Fußball gesperrt wurde. Weiterhin wurden durch den DFB, nach der Verabschiedung des ErmĂ€chtigungsgesetzes durch den Reichstag am 23. MĂ€rz 1933, sĂ€mtliche Juden und Marxisten aus fĂŒhrenden Positionen entfernt, und auch als Mitglieder ausgeschlossen.

Trotz aller TreueschwĂŒre der linientreuen FunktionĂ€re wurde dem DFB aufgrund eines Erlass des Reichssportkommissars vom Juni 1933 die Existenzgrundlage entzogen, als 15 neue FachverbĂ€nde den alten Deutschen Reichsausschuss fĂŒr LeibesĂŒbungen ersetzen und ein Fachverband Fußball (Fachamt Fußball) gegrĂŒndet wurde. Nur diese VerbĂ€nde hatten noch das Recht Meisterschaften durchzufĂŒhren. Die Regional- oder LandesverbĂ€nde (diese bildeten den DFB) verschwanden; an deren Stelle traten analog zu den NSDAP-Gauen 16 Gaue, mit je zehn Gauklassemannschaften.

Angesichts dieser Situation fand am 9. Juli 1933 in Berlin ein außerordentlicher Bundestag des DFB statt, der ganze 28 Minuten dauerte. Bei diesem wurde Linnemann einstimmig ermĂ€chtigt, alle personellen und sachlichen Maßnahmen einzuleiten, um den DFB in das Programm des Reichssportkommissars einzugliedern und damit eine entscheidende Umwandlung des DFB vorzunehmen. Da sich Linnemann an die Anweisungen Tschammers hielt und diese widerstandslos umsetzte, durften die gestandenen Vereine ihre Namen behalten (nur wenige zum Beispiel SS Straßburg benannten oder grĂŒndeten sich neu), und seine alten Mitstreiter blieben im Amt. Er schaffte es auch, dass im neuen Fachverband Fußball, bis auf den Chef des Gau 3 (Berlin) Prof. Otto Glöckler, kein Neuling aus der Partei in FĂŒhrungspositionen gelangte.

Auch wenn Linnemann und Nerz mit der Umgestaltung des DFB schnell fortschritten, war damit doch die eigentliche Grundlage der Existenz entscheidend entzogen. Selbst die erfolgreiche EinfĂŒhrung des Tschammer-Pokals als deutschen Vereinspokal, dieser kam beim Fußballvolk gut an, und im Hinblick auf den Höhepunkt Olympia 1936 konnte darĂŒber nicht hinwegtĂ€uschen. Als Debakel erschien dann auch die 0:2-Niederlage gegen Norwegen, bei den Olympischen Spiele in Berlin, bei dem Adolf Hitler sein erstes und letztes LĂ€nderspiel erlebte, und somit eine wichtige, bislang vorhandene, UnterstĂŒtzung fehlte und letztlich auch zur Auswechselung von Nerz gegen Herberger fĂŒhrte. SpĂ€testens 1938 hatten die Nationalsozialisten ihr Ziel der Zerschlagung des Arbeitersports, und damit eine der wichtigsten StĂŒtzen des deutschen Sports und folglich auch des DFB, erreicht.

Sepp Herberger fĂŒhrte bereits 1938 in Alleinverantwortung die deutsche Elf zur Weltmeisterschaft in Frankreich, da die gesamte FĂŒhrung des Fachverbandes Fußball, und damit auch die FĂŒhrung des DFB, keine klare Entscheidungen mehr treffen konnte oder wollte. Fachverbandschef und DFB-PrĂ€sident Linnemann war zu dieser Zeit bereits seit einiger Zeit nicht mehr in Berlin, sondern in Stettin stationiert. Dort erfuhr auch Herberger dann, dass aufgrund einer Entscheidung Tschammer von Ostens, die großdeutsche Mannschaft aus reichsdeutschen Amateur-Nationalspielern und professionellen Österreich-Internationalisten zu bilden ist. Somit wurde deutlich, dass die Entscheidungen weder im Fachverband, geschweige denn vom DFB getroffen werden. FĂŒr Herberger stellte dies die schlechteste denkbare Lösung dar, und verdeutlichte ihm, dass der Fußball insbesondere nach dem Olympia-Debakel keine guten Karten mehr beim NS-Regime hatte. Ein Hinweis auf die wirkliche Stellung des Fußball im Dritten Reich ist aber auch, dass Deutschland sich fĂŒr die Austragung der WM 1938 ursprĂŒnglich selbst beworben hatte, dann aber ohne BegrĂŒndung verzichtete, und auch im folgenden Fußballjahrbuch 1938, von den insgesamt 112 Seiten, die WM auf nur einer (!) Seite abgehandelt wurde.

Nach den Ereignissen der Olympiade 1936 und der WM 1938 in Frankreich, wandte sich die NS-FĂŒhrung vom Fußball weitgehend ab, und dies auch, obwohl die Stellung im Weltfußball durchaus weiterhin beachtlich war. Immerhin stellte der DFB mit Ivo Schricker den GeneralsekretĂ€r der FIFA und vier Deutsche Spieler (Jakob, Kitzinger, Goldbrunner und Lehner) spielten bei einem FIFA-Freundschaftsspiel in Amsterdam, und zwei Spieler (Albin Kitzinger und Anderl Kupfer) standen gegen eine Kontinentalauswahl in der FIFA-Auswahl.

Nach und nach wurde die Bedeutung und Stellung des DFB eingeschrĂ€nkt, weil der ReichsjugendfĂŒhrer Baldur von Schirach bereits am 1. Dezember 1936 Tschammer von Osten zum Beauftragten fĂŒr Leibeserziehung der gesamten deutschen Jugend ernannt hatte, und dieser auch sĂ€mtliche Entscheidung im deutschen Fußball allein traf. Damit war allerdings auch die neue Dominanz im gesamten deutschen Sport, und damit auch beim Fußball, der Hitlerjugend ĂŒbertragen, und der DFB entscheidungstechnisch neutralisiert. Nachdem der DFB spĂ€testens ab 1939 de facto keinerlei Existenzgrundlage mehr besaß, beschloss am 27. April 1940 eine Mitgliederversammlung die Auflösung des DFB zum 1. Juli 1940 und bestimmte drei Liquidatoren, darunter Linnemann.[3]. Zwei Wochen vor der Mitgliederversammlung im April war die DFB-Satzung dahingehend geĂ€ndert worden, dass „im Fall der Auflösung des Deutschen Fußball-Bundes das Vermögen an den National-Sozialistischen Reichsbund fĂŒr LeibesĂŒbungen (fĂ€llt)“.[4]

Nachkriegszeit und NeugrĂŒndung

Auf der ersten Sitzung des Exekutivkomitees nach Ende des Zweiten Weltkrieges am 10. bis 12. November 1945 in ZĂŒrich beschloss die FIFA die Sportbeziehungen im Sinne der FIFA-Statuten zu Deutschland (wie auch zu Japan) und damit zur Nationalmannschaft und allen VerbĂ€nden abzubrechen, und verfĂŒgte gleichzeitig ein Verbot an alle MitgliedsverbĂ€nde, Sportbeziehungen zu Deutschland zu unterhalten. Eine Teilnahme des (ohnehin aufgelösten) DFB und seiner VerbĂ€nde an internationalen Wettbewerben war daher in den Nachkriegsjahren nicht mehr möglich.

Dies Ă€nderte sich erst wieder, als der englische Fußballverband (The FA) 1949 bei der FIFA eine Wiederzulassung Deutschlands zum internationalen Spielverkehr beantragte. Die FIFA hob daraufhin das Spielverbot gegen alle deutschen Mannschaften auf, verlangte aber am 7. Mai 1949, dass vor jedem internationalen Spiel die jeweilige MilitĂ€rregierung, in deren Besatzungszone ein internationales Spiel ausgetragen werden soll, ihre Zustimmung erteilt.

Die offizielle und rechtsverbindliche WiedergrĂŒndung des DFB nach dem Krieg wurde am 21. Januar 1950 bei einer Arbeitstagung aller westdeutschen VerbĂ€nde (außer Saarland) in Stuttgart beschlossen. FĂŒr die ostdeutschen Gebiete wurde im Juli 1950 der Deutsche Fußball-Verband gegrĂŒndet. Die endgĂŒltige Wiederaufnahme des DFB in die FIFA wurde am 22. September 1950 durch das Exekutivkomitee bei dessen Sitzung in BrĂŒssel beschlossen, nachdem dieses bereits beim FIFA-Kongress am 22. Juni des Jahres durch den Schweizerischen Fussballverband (SFV) beantragt hatte. Der DFB und seine VerbĂ€nde waren ab diesem Zeitpunkt wieder ohne EinschrĂ€nkung international teilnahmeberechtigt.

Das DFB-Logo wurde gegen den Entwurf von Ernst Fuhry ausgetauscht[5]. Das neue Logo verwendete nur die sich ĂŒberlappenden, nun gradlinigen Buchstaben „DFB“. Seit dieser Zeit werden die Farben grĂŒn und weiß fĂŒr das Logo verwendet.

Mit der Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik 1957 trat der SaarlĂ€ndischer Fußballverband, der zuvor eigenstĂ€ndiges FIFA-Mitglied war, dem DFB bei.

BundesligagrĂŒndung

Bereits 1932 hatte der damalige DFB-PrĂ€sident Felix Linnemann die EinfĂŒhrung einer „Reichsliga“ gefordert, einer Profiliga, in der die besten Vereine den Deutschen Meister ausspielen sollten. Das Vorhaben wurde jedoch von den RegionalverbĂ€nden zurĂŒckgewiesen. Bis in die sechziger Jahre wurde der Deutsche Meister in der Bundesrepublik unter den Meistern der einzelnen Oberligen in Gruppenspielen und Finalspiel ermittelt, wĂ€hrend dieser in der DDR bereits seit der Spielzeit 1949/50 in einer landesweiten DDR-Oberliga ermittelt wurde. 1954 trat der DFB der UEFA bei.

1955 verbot der DFB, wie auch der englische Fußballverband, den Frauenfußball. Die Vereine im DFB konnten somit keine Frauenabteilungen grĂŒnden und auch keine SportplĂ€tze zur VerfĂŒgung stellen. Am 31. Oktober 1970 wurde das Verbot wieder aufgehoben.

1962 – wenige Wochen nachdem die bundesdeutsche Nationalmannschaft bei der WM in Chile im Viertelfinale ausgeschieden war – schlug der spĂ€tere DFB-PrĂ€sident Hermann Neuberger dann erneut die Schaffung einer einheitlichen höchsten Spielklasse vor. Am 28. Juli 1962 beschloss der DFB-Bundestag in Dortmund schließlich die EinfĂŒhrung der Bundesliga zur Saison 1963/64.

Seit diesem Zeitpunkt wird die bundesdeutsche Fußballmeisterschaft im Ligasystem ausgespielt (bis 1991 auf Westdeutschland beschrĂ€nkt). Der bundesdeutsche Meister wurde dann in den 30, spĂ€ter 34 Spieltagen der 1. Bundesliga ausgespielt. Die 1. Bundesliga besteht seit 1965 aus 18 Mannschaften, vorher waren es 16, 1991/92 gab es im Zuge der Wiedervereinigung vorĂŒbergehend eine Saison mit 20 Vereinen.

Entwicklung seit den 1970ern

Im Jahr 1974 veranstaltete der DFB in der Bundesrepublik zum ersten Mal die Fußball-Weltmeisterschaft der MĂ€nner und wurde im eigenen Land Fußball-Weltmeister. Als nĂ€chste große Veranstaltung folgte 1988 die Fußball-Europameisterschaft der MĂ€nner. Am 21. November 1990 trat der einen Tag vorher gebildete Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) auf einem außerordentlichen Bundestag des DFB in Leipzig diesem bei, und vereinigte damit erstmals seit 1945 wieder alle deutschen LandesverbĂ€nde in einem Bund.

1990 wird die Fa. Mercedes-Benz, die den DFB bereits seit 1972 unterstĂŒtzt, Generalsponsor des DFB. Die Auswahlmannschaften tragen seitdem den Mercedes-Stern auf den Trainingsjacken. Der Vertrag wurde zwischenzeitlich mehrmals verlĂ€ngert, zuletzt im Juni 2006 bis 2012.[6]

Im Jahr 1995 wurde das DFB-Logo modernisiert[5]. Die Buchstaben wurden bei gleicher Farbgestaltung vereinfacht. Dieser Schriftzug ist bis heute beibehalten worden.

Im Jahr 2000 wurde die Deutsche Fußball Liga GmbH (kurz DFL) gegrĂŒndet, ein hundertprozentiges Tochterunternehmen des Ligaverbandes „Die Liga – Fußballverband“. Von diesem wurde sie mit der operativen GeschĂ€ftsfĂŒhrung der 1. Bundesliga und der 2. Bundesliga betraut.

In den Jahren 1995 und 2001 veranstaltete der DFB in Deutschland jeweils die Fußball-Europameisterschaft der Frauen, in beiden Jahren wurden die Frauen auch Fußball-Europameisterinnen.

Sondermarke 2000
„100 Jahre Deutscher Fußball-Bund“

Zum 100. Geburtstag des DFB gab die Post auch eine Sondermarke fĂŒr 110 Pfennig (damals gĂŒltiges Briefporto) heraus. Es war die erste runde Briefmarke in Deutschland. Am 2. Mai 2002 folgte zur WM 2002 eine weitere runde Marke (Mi. Nr. 2258), die die Flaggen der Weltmeister des 20. Jahrhunderts zeigte.

Zum 100. Geburtstag gab der DFB auch eine eigene Chronik „100 Jahre DFB: Geschichte des Deutschen Fußball Bundes-Berlin“ im Sportverlag heraus. Da die Jahre 1933 bis 1945 nur in sehr bescheidener und beschönigender Weise dargestellt wurden, gab es reihenweise Kritik am DFB-Vorstand, so dass dieser die Historiker Nils Havemann und Klaus Hildebrand mit der Aufarbeitung der Verbandsgeschichte beauftragte.

Ab 2000

Das bis ca. Mitte 2008 eingesetzte DFB-Logo wurde im Jahr 2003 durch Invertierung der Farben und ergÀnzenden Kreis mit den Nationalfarben aus der Version von 1995 erstellt[5].

Im Jahr 2006 veranstaltete der DFB in Deutschland zum zweiten Mal nach 1974 die Fußball-Weltmeisterschaft der MĂ€nner. Die Spiele wurden in Berlin, Dortmund, Frankfurt am Main, Gelsenkirchen, Hamburg, Hannover, Kaiserslautern, Köln, Leipzig, MĂŒnchen, NĂŒrnberg sowie in Stuttgart ausgetragen. Zu diesem Anlass wurden von der Bundesrepublik sowie von den BundeslĂ€ndern erhebliche Investitionen in den Neubau oder Umbau der Stadien und den Ausbau der Verkehrswege vorgenommen.

Diese fußballerisch erfolgreiche Zeit wurde etwas ĂŒberschattet von internen Reibereien im DFB[7][8][9].

Der DFB hat außerdem die Frauen-Weltmeisterschaft im Jahre 2011 ausgerichtet.

Wettbewerbe

Nationale Wettbewerbe

Folgende nationalen Wettbewerbe werden unter dem Dach des DFB ausgetragen:

Weitere Frauen-, Jugend- und Amateurfußball-Wettbewerbe: LĂ€nderpokal, Oddset-Pokal, Oddset-Cup, DFB-Hallen-Pokal, DFB-Futsal-Cup, A-Junioren-Meisterschaft, B-Junioren-Meisterschaft, B-Juniorinnen-Meisterschaft, DFB-Junioren-Vereinspokal, DFB Ü-40-Cup.

FrĂŒhere nationale Wettbewerbe waren:

Deutsche Meisterschaft

Hauptartikel: Deutsche Fußballmeisterschaft

Die Deutsche Fußballmeisterschaft ist sowohl im MĂ€nner- als auch im Frauenfußball der wichtigste nationale Titel. Der Deutsche Fußballmeister der MĂ€nner wird seit 1903 ausgespielt. Erster TiteltrĂ€ger war der VfB Leipzig, Rekordmeister ist der FC Bayern MĂŒnchen. Bei den Frauen wird der Deutsche Meister seit 1974 ausgespielt. Erster Deutscher Meister war 1974 der TuS Wörrstadt. Mit neun Titeln ist die SSG 09 Bergisch Gladbach Rekordmeister. Aktueller Deutscher Meister ist Turbine Potsdam.

Der deutsche Fußballmeister der MĂ€nner wurde bis 1948 in einer Meisterschaftsendrunde ermittelt. Erst seit 1949 in der DDR mit der EinfĂŒhrung der DDR-Oberliga und noch spĂ€ter seit 1963 in der Bundesrepublik mit der EinfĂŒhrung der Fußball-Bundesliga wird der deutsche Fußballmeister in einer landesweiten Liga ausgespielt. Seit der Saison 2004/05 ist der DFB nicht mehr alleiniger Veranstalter der Fußball-Bundesliga der MĂ€nner. Er teilt sich diese Aufgabe mit der Deutschen Fußball Liga.

Der deutsche Fußballmeister der Frauen wurde bis 1990 in einer Meisterschaftsendrunde ermittelt. HierfĂŒr qualifizierten sich die Meister der LandesverbĂ€nde, die im K.-o.-System den deutschen Meister ausspielten. 1990 wurde eine zweigleisige Bundesliga gegrĂŒndet. Diese Liga wird seit 1997 eingleisig gefĂŒhrt.

DFB-Pokal

Hauptartikel: DFB-Pokal, DFB-Pokal (Frauen)

Der DFB-Pokal ist der seit 1935 ausgetragene Fußball-Pokalwettbewerb fĂŒr deutsche Vereinsmannschaften. Er wird jĂ€hrlich vom DFB veranstaltet und ist nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft der wichtigste Titel im nationalen Vereinsfußball.

Der Sieger des DFB-Pokal wird nach dem K.-o.-System ermittelt. Die Paarungen werden vor jeder Runde ausgelost. FĂŒr die erste Hauptrunde sind die 36 Vereine der 1. und 2. Bundesliga qualifiziert, dazu kommen 28 Mannschaften aus den unteren Ligen.

VorgĂ€nger des heutigen DFB-Pokals als nationaler Pokalwettbewerb im deutschen Fußball war der 1935 erstmals ausgetragene Tschammerpokal, benannt nach dem damaligen ReichssportfĂŒhrer Hans von Tschammer und Osten.

Der DFB-Pokal der Frauen wird seit 1980 ausgespielt. FĂŒr den Wettbewerb qualifizieren sich die Mannschaften der 1. und der 2. Bundesliga, die Aufsteiger in die 2. Bundesliga und die 21 Landespokalsieger. Im Gegensatz zum MĂ€nnerwettbewerb dĂŒrften zweite Mannschaften nicht teilnehmen. Rekordpokalsieger ist der 1. FFC Frankfurt mit sechs Erfolgen.

Ligapokal

Hauptartikel: DFL-Ligapokal

Der Ligapokal (bis 2004 DFB-Liga-Pokal, seit 2005 nach dem Namenssponsoren Premiere Ligapokal) ist – oder war – ein vom DFB erstmals 1973, aber erst seit 1997 jĂ€hrlich ausgetragener Fußball-Wettbewerb, der vor Beginn der Bundesliga-Saison ausgespielt wurde. Seit 2005 war Premiere Titelsponsor, deshalb hieß der Pokal seit der Saison 2005/06 Premiere Ligapokal. Nach Auslaufen des Drei-Jahres-Vertrages mit dem Namensgeber ist die Zukunft des Wettbewerbs ungewiss, 2008 fand er nicht statt.[10]

VorgÀnger des heutigen Ligapokals war der DFB-Supercup, der von 1987 bis 1996 zwischen dem Deutschen Meister und dem DFB-Pokalsieger ausgespielt wurde, zwischen 1997 bis 2009 nicht ausgetragen wurde und seit 2010 wieder ausgespielt wird.

Bundespokal/LĂ€nderpokal

Hauptartikel: Bundespokal, LĂ€nderpokal (DFB)

Der Bundespokal (bis 1918 Kronprinzenpokal) war ein deutscher Fußballwettbewerb, bei dem die regionalen deutschen Fußball-VerbĂ€nde gegeneinander antraten. Nach Auflösung der VerbĂ€nde im Jahr 1933 wurde 1935–1942 der Reichsbundpokal als Pokalwettbewerb der Fußballgaue Deutschlands ausgetragen. Als inoffizieller Nachfolger kann der LĂ€nderpokal gelten.

Im Rahmen des LĂ€nderpokals treten seit 1951 Herren-Auswahlmannschaften der FußballlandesverbĂ€nde innerhalb des DFBs gegeneinander an. Seit 1981 gibt es auch ein Turnier fĂŒr U21-Frauen-Auswahlmannschaften.

Deutsche Amateurmeisterschaft

Hauptartikel: Deutsche Amateurmeisterschaft (Fußball)

Mit EinfĂŒhrung des Vertragsspielerstatus 1950 fĂŒhrte der DFB den Wettbewerb um die Deutsche Amateurmeisterschaft ein. In den ersten Jahren fand das Finale unmittelbar vor dem Endspiel der Vertragsspieler statt, so dass sich die Amateurspieler vor großer Kulisse prĂ€sentieren konnten. Seit den 1980er Jahren verlor der Wettbewerb allerdings an Bedeutung und wurde schließlich 1998 eingestellt.

DFB-Hallen-Pokal

Hauptartikel: DFB-Hallen-Pokal, DFB-Hallenpokal der Frauen

Der DFB-Hallen-Pokal, zeitweise auch Hallen-Masters genannt, war ein Wettbewerb im Hallenfußball, der von 1988 bis 2001 unter der Regie des DFB ausgetragen wurde. Der DFB-Hallen-Pokal war das Endturnier mehrerer Qualifikationsturniere, an denen neben Clubs der 1. und 2. Bundesliga auch Amateurmannschaften und auslĂ€ndische Vereine teilnahmen.

Der DFB-Hallenpokal der Frauen ist die offizielle deutsche Hallenmeisterschaft im Frauenfußball. Der Wettbewerb wird seit 1994 ausgetragen. Austragungsort ist die Hartberghalle in Bonn. Ausgerichtet wird das Turnier vom DFB und dem SC 07 Bad Neuenahr.

Internationale Wettbewerbe

Die Deutsche Fußballnationalmannschaft - damals schlicht Bundesauswahl genannt - trat am 5. April 1908 erstmals auf der internationalen BĂŒhne auf und zwar in einem „freundschaftlichen LĂ€nderkampf“ gegen die Schweiz. Die Schweizer gewannen damals in Basel mit 5:3.

Seit 1954 hat das DFB-Team an allen WM- und seit 1972 an allen EM-Endrundenturnieren teilgenommen. Zu den grĂ¶ĂŸten Erfolgen zĂ€hlen drei Weltmeistertitel (1954, 1974, 1990) und drei Europameister-TrophĂ€en (1972, 1980, 1996). Bei den Weltmeisterschafts-Endrunden 1966, 1982, 1986 und 2002 belegte die Mannschaft den zweiten, und 1970, 2006 sowie 2010 den dritten Platz. Hinzu kommen drei Vizeeuropameisterschaften (1976, 1992 und 2008).

Die Frauen-Nationalmannschaft gewann die Weltmeisterschaft 2003 und 2007 sowie sieben Europameisterschaften (1989, 1991, 1995, 1997, 2001, 2005 und 2009).

Im Jahre 1988 richtet der DFB ein Vier-Nationen-Turnier fĂŒr die Herrennationalmannschaft aus (siehe hierzu: Vier-LĂ€nder-Turnier (1988)). Es blieb bislang bei diesem einen Turnier, eine Neuauflage hat es seither nicht gegeben.

Erfolge bei Fußball-Weltmeisterschaften

Der DFB ist der einzige Verband bei dem sowohl die Frauen als auch die MĂ€nner Weltmeister werden konnten. Das Frauenteam ist das erste, das den Titel verteidigen und (2007) ohne Gegentor gewinnen konnte. Die MĂ€nnermannschaft nahm an 17 von 19 WM-Turnieren teil, die Frauen an allen sechs Turnieren.

W.Cup.svg Weltmeisterschaft der MĂ€nner:

Weltmeisterschaft der Frauen:

Erfolge bei Fußball-Europameisterschaften

Der DFB ist der einzige Verband, bei dem sowohl die Frauen als auch die MĂ€nner Europameister werden konnten. Beide Teams gewannen zudem den Titel am hĂ€ufigsten. Die MĂ€nnermannschaft nahm seit 1972 an allen Endrunden teil. Nur 1968 konnte sie sich nicht qualifizieren, zuvor verzichtete der DFB zweimal auf die Teilnahme. Die Frauenmannschaft nahm seit 1989 an allen Europameisterschaften teil, konnte sich aber 1984 und 1987 bei den ersten beiden Europameisterschaften nicht fĂŒr die Finalrunde der letzten Vier qualifizieren. Seit 1993 ist die Frauenmannschaft bei Europameisterschaften ungeschlagen.

UEFA European Cup.svg Europameisterschaft der MĂ€nner:

Europameisterschaft der Frauen:

Erfolge bei Olympischen Spielen

Die Bundesrepublik und Brasilien sind die einzigen Weltmeister, die nie Olympiasieger wurden. Zur Zeit der deutschen Teilung wurde 1976 in Montreal mit der DDR-Nationalelf die einzige deutsche Nationalmannschaft Olympiasieger. Bis zum Zweiten Weltkrieg nahm die A-Nationalmannschaft Deutschlands an den Olympischen Spielen teil, spĂ€ter die Amateur-Auswahl und 1984 sowie 1988 die Olympia-Auswahl fĂŒr die Bundesrepublik bei den MĂ€nnern. (siehe Deutsche Fußballnationalmannschaft/Olympische Spiele). Bei dem seit 1996 stattfindenden olympischen Frauen-Fußballturnier nahm immer die A-Nationalmannschaft teil. Nur 1996 wurde die Vorrunde nicht ĂŒberstanden.

Erfolge beim Konföderationen-Pokal

Die Nationalmannschaft nahm bisher zweimal, 1999 als Europameister und 2005 als Gastgeber am Konföderationen-Pokal, zweimal (1997 und 2003) verzichtete man als qualifizierter Europa- bzw. Vizeweltmeister auf die Teilnahme. FĂŒr den Konföderationen-Pokal 2009 war Deutschland nicht qualifiziert.

Erfolge der Junioren und Juniorinnen

Wie bei den Senioren ist Deutschland das einzige Land, welches sowohl bei den U-20-Junioren als auch bei den U-20-Juniorinnen die jeweiligen Weltmeisterschaften gewinnen konnten. Die erfolgreichste Nachwuchsmannschaft ist die weibliche U-19, die fĂŒnfmal Europameister wurde. 2009 wurde Deutschland mit dem Gewinn der U-21-Europameisterschaft der MĂ€nner erstmals amtierender Europameister in allen mĂ€nnlichen Nachwuchsklassen.

Erfolge der Amateure

  • Europameister 1974 (gemeinsam mit Jugoslawien)

PrÀsidenten

* 2004–2006 als Doppelspitze mit Mayer-Vorfelder als PrĂ€sidenten und Zwanziger als geschĂ€ftsfĂŒhrenden PrĂ€sidenten. Seit September 2006 ist Theo Zwanziger alleiniger PrĂ€sident.

Mitglieder und Gliederung

Entwicklung der Mitgliedszahlen
RegionalverbÀnde des DFB

Dem DFB angeschlossen sind ungefĂ€hr 25.000 Vereine mit 6,7 Millionen Mitgliedern. Sie bilden 177.000 Mannschaften (Stand: Januar 2011, Quelle: DFB). Dem DFB angeschlossen ist auch der Ligaverband, der den Lizenzfußball organisiert.

Anzumerken ist, dass der FC BĂŒsingen, der FC der Exklave BĂŒsingen am Hochrhein, als einziger deutscher Verein nicht dem DFB, sondern dem schweizerischen Fussballverband angeschlossen ist und dadurch an der Schweizer Meisterschaft wie auch dem Schweizer Cup teilnimmt.

RegionalverbÀnde und ihre LandesverbÀnde

Gremien bzw. AusschĂŒsse des DFB

  • PrĂ€sidium und Vorstand
  • Bundesgericht
  • Sportgericht des DFB
  • Ligaausschuss
  • Spielausschuss
  • Schiedsrichterausschuss
  • Jugendausschuss
  • Schulfußballausschuss
  • MĂ€dchenfußballausschuss
  • Kontrollausschuss
  • Steuer- und Wirtschaftsausschuss
  • Ausschuss fĂŒr Frauen-Fußball
  • Zentralverwaltung

Trivia

Am 5. Oktober 1993 fand das erste Benefizspiel der DFB-Geschichte statt. Im Augsburger Rosenaustadion spielte die Nationalmannschaft gegen „Bundesliga international“, eine Auswahl auslĂ€ndischer Bundesligaprofis. Das Motto: „Friedlich miteinander – mein Freund ist AuslĂ€nder“.

Das Maskottchen des DFB ist seit Januar 2006 (offiziell vorgestellt am 23. MĂ€rz 2006) ein Adler mit schwarzem Federkleid und gelbem Schnabel mit dem Namen „Paule“.

Offizieller DFB-Song ist „Running With A Dream“. Die Idee fĂŒr den DFB-Song stammt von Berti Vogts, die Musik vom EnglĂ€nder Mike Batt. Die WelturauffĂŒhrung fand am 6. September 1997 in Berlin statt. Die Pressemitteilung des DFB lautete hierzu: „Mit diesem Song sollen sich alle unsere Fans identifizieren. Er ist gleichzeitig Ansporn fĂŒr unsere Jugend, weil er von einem Traum erzĂ€hlt, der Wahrheit wird – vom Traum einer großen Karriere im Sport, den man sich hart erarbeiten kann. Der Song soll zum stĂ€ndigen akustischen Markenzeichen der Nationalmannschaft werden.“[11] Allerdings erhielt der Song 1998 keine große Resonanz in der Bevölkerung und erreichte nur knapp die Top 100 der deutschen Musikcharts. [12]

Seit 2008 wird die Autorennationalmannschaft (Autonama) von der Kulturstiftung des DFB sowie vom damaligen deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier unterstĂŒtzt. Sponsoren sind die Sportartikelfirma von Ex-Nationaltorwart Dieter Burdenski und die Wochenzeitung Die Zeit. [13] [14]

Engagement gegen Rassismus und Neonazismus

Der DFB macht sich stark gegen Rassismus und wirbt fĂŒr bessere Integration von Migranten. Hierzu wurde eigens das Amt des Integrationsbeauftragten im Vorstand des DFB geschaffen (seit 2006 hat GĂŒl Keskinler diese Funktion inne). DFB-PrĂ€sident Theo Zwanziger erklĂ€rt zum Thema Integration: „Integration ist ein wichtiges gesellschaftspolitisches Thema. Deswegen sehe ich es als Pflicht fĂŒr den DFB an, in dieser Sache einen Beitrag zu leisten. Ich bin ĂŒberzeugt, dass der Fußball – und im Besonderen die Nationalmannschaft – dafĂŒr eine gute Plattform bietet.”[15]

Außerdem wirbt die Nationalmannschaft fĂŒr die Aktion „Netz gegen Nazis“, die von der Wochenzeitung „Die Zeit“ initiiert wurde und vom DFB, der DFL, dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Deutschen Feuerwehrverband unterstĂŒtzt wird. Diese Kampagne „will darĂŒber aufklĂ€ren, wie sich rechtsextremistische Tendenzen in unseren Alltag einschleichen“[16]. Die UnterstĂŒtzung dieser Aktion „Netz gegen Nazis“ wurde vom EhrenprĂ€sidenten des DFB Gerhard Mayer-Vorfelder allerdings als „wohl etwas voreilig“ bezeichnet, weil diese „konservative Institutionen wie die Junge Freiheit oder das Studienzentrum Weikersheim in einen Topf mit Neonazis“ werfe.[17] Trotzdem hĂ€lt der DFB laut Theo Zwanziger an seiner UnterstĂŒtzung fest.

Der DFB bekrĂ€ftigt mit seinen Aktionen „Gegen Rechts“ noch einmal das Engagement von UEFA und FIFA. Auf Anregung der Bundesregierung wurden bei der Fußball WM 2006 vor den Viertelfinalspielen ErklĂ€rungen gegen Rassismus verlesen.[18] Gleiches wiederholte sich bei den Halbfinalspielen bei der EM 2008.[19]

Im Juli 2008 wurde die Berufung von DFB-Intergrationsbotschaftern beschlossen. Bisherige DFB-Intergrationsbotschafter: Robert Enke, Cacau, Serder Tasci

Am 6. November 2009 wurde der DFB fĂŒr seine herausragende Nachwuchsarbeit, fĂŒr den mit 25 Millionen Euro finanzierten Bau von 1000 Mini-Spielfeldern in ganz Deutschland und seine zentralen BeitrĂ€ge zur Integration mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Siehe auch

Literatur

  • Deutscher Fußball Bund (Hrsg.): 100 Jahre DFB: Geschichte des Deutschen Fußball Bundes. SVB Sportverlag Berlin, Berlin 1999, ISBN 3-328-00850-0 und ISBN 3-328-00870-5 (Geschenkausg.) dazu als ErgĂ€nzung:
    • Nils Havemann: Fußball unterm Hakenkreuz – Der DFB zwischen Sport, Politik und Kommerz (mit Klaus Hildebrand) Campus-Verlag: Frankfurt/am Main-New York 2005[20]
    • Fußball unterm Hakenkreuz 2005: Schriftenreihe der Bundeszentrale fĂŒr Politische Bildung; Bd. 519
  • Arthur Heinrich: Der Deutsche Fußballbund. Eine politische Geschichte. Papyrossa Verlagsges., Köln 2000, ISBN 3-89438-194-9
  • Frederic Jouon: Deutsche Sportpolitik im internationalen Kontext, am Beispiel des Fußballs. Scientia Bonnensis, Bonn 2008, ISBN 978-3-940766-02-1

Weblinks

 Commons: Deutscher Fußball-Bund â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Der DFB: Mitglieder-Statistik auf dfb.de, Abruf: 27. Januar 2011.
  2. ↑ Nils Havemann Fußball unterm Hakenkreuz. Der DFB zwischen Sport, Politik und Kommerz Bonn: Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, 2006
  3. ↑ Auszug aus den Registerakten des Amtsgerichts Charlottenburg vom 29. MĂ€rz 1950, Faksimile in: Deutscher Fußball-Bund: 100 Jahre DFB (s. Literatur), S.306/307
  4. ↑ ebenda; vgl. auch Havemann, S. 211
  5. ↑ a b c Das DFB-Logo 1900, 1945, 1995, 2003
  6. ↑ Mercedes-Benz und der DFB.
  7. ↑ Ein ungleiches Paar, Die Zeit, 15.2.2006
  8. ↑ Sammer geht leer aus, Die Zeit, 21.7.2010
  9. ↑ Löw, Sammer und ein Konstruktionsfehler, Die Zeit, 24.8.2010
  10. ↑ „2008 kein Ligapokal“, in: kicker sportmagazin 95/2007
  11. ↑ http://www.dfb.de
  12. ↑ BR-Online
  13. ↑ [1]
  14. ↑ [2]
  15. ↑ http://www.dfb.de/index.php?id=500014&no_cache=1&tx_dfbnews_pi1%5BshowUid%5D=14935&cHash=a970a6cf1b
  16. ↑ http://www.dfb.de/index.php?id=500014&no_cache=1&tx_dfbnews_pi1%5bshowUid%5d=14452&cHash
  17. ↑ Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. Juni 2008: Mayer-Vorfelder stellt sich abseits
  18. ↑ http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,418983,00.html
  19. ↑ http://www.n-tv.de/Vereint_gegen_Rassismus_Ballack_verliest_Erklaerung/210620081414/983139.html
  20. ↑ AuszĂŒge

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