Deutscher Wein

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Deutscher Wein
Weinbau im Moseltal bei Zell. Erkennbar ist die typische Kombination aus Steillage und der Nähe zum Wasser.

Die Bezeichnung Deutscher Wein steht f√ľr Wein, der in Deutschland erzeugt wird. F√ľr den Anbau von Wein in Deutschland gilt ‚Äď neben dem europ√§ischen ‚Äď deutsches Weinrecht.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung und Umfang

Etwa 80.000 Winzer bauen auf nahezu 102.000 Hektar Wein an und ernten dabei pro Jahrgang durchschnittlich 9 Mio. Hektoliter. Der Durchschnittsertrag liegt bei sehr hohen 90-100 Hektoliter/Hektar. Etwa ein Drittel der Ernte wird exportiert, besonders nach Großbritannien, in die Niederlande und die USA.

Das größte Anbaugebiet ist mit ca. 26.280 Hektar Rheinhessen, gefolgt von der Pfalz mit 23.353 Hektar. Beide gehören zu Rheinland-Pfalz, dem Bundesland mit den meisten Weinbaugebieten. Rheinland-Pfalz vereint 2/3 der deutschen Anbaufläche auf seinem Gebiet.

Ein Gro√üteil der deutschen Rebfl√§chen liegt nahe oder s√ľdlich des 50. Breitengrades. Dass Weinbau in einer entsprechenden Klimazone √ľberhaupt machbar ist, erstaunt. Die Weinberge liegen daher meist an besonders gesch√ľtzten Stellen in Flussn√§he und sind h√§ngig bis steil nach S√ľden oder Westen optimal zur Sonneneinstrahlung ausgerichtet. Die zur Sonne geneigten B√∂den speichern im Laufe des Tages W√§rmeenergie, die sie auch noch weit nach Sonnenuntergang abgeben, so dass fr√ľhzeitiger Nachtfrost vermieden wird. Die steilen Talh√§nge sorgen zudem f√ľr einen schnellen Kaltluftabfluss. Die n√∂rdliche Lage deutscher Weinbaugebiete f√ľhrt weiterhin zu erheblichen Anstrengungen beim Z√ľchten von fr√ľhreifenden und winterfrostharten Rebsorten.

Landau in der Pfalz und Neustadt an der Weinstraße wetteifern jährlich um den Titel der größten Weinbau treibenden Gemeinde Deutschlands.

Seit 1949 wird in Neustadt an der Weinstraße jährlich die Deutsche Weinkönigin gewählt.

Allgemein g√ľltige Informationen zum Weinbau ‚Äď √ľber Deutschland hinaus ‚Äď enth√§lt u.¬†a. der Artikel Weinbau. Das Deutsche Weinbaumuseum mit vielen weiterf√ľhrenden Informationen befindet sich in Oppenheim.

Geschichte des Weinanbaus in Deutschland

Keltische Silberm√ľnze vom D√ľnsberg, so genanntes Tanzendes M√§nnlein.

Bereits die Kelten tranken selbst erzogenen Wein. Die keltischen St√§mme auf dem Kontinent √ľbernahmen das Geldwesen von Griechen und R√∂mern. Grabfunde zeugen noch heute von dem ausgedehnten Handel der Kelten mit allen V√∂lkern des antiken Europas. Die V√∂lker n√∂rdlich der Alpen im Kreis der Hallstatt-Kultur standen in engen Handelsbeziehungen mit den Etruskern, und sp√§ter auch mit den griechischen Kolonialst√§dten im westlichen Mittelmeer, insbesondere dem fr√ľheren Massilia (Marseille). Exportiert wurden u.¬†a. Eisen, Zinn, Salz, Holz, Flachs, Wolle, Waffen, Werkzeuge, Prunkwagen, Textilien und Schuhe. Importiert wurden vor allem Glas, Wein und andere Luxusg√ľter aus dem Mittelmeerraum.

Caesars Feldz√ľge w√§hrend der Eroberung Galliens. Zur Versorgung der r√∂mischen Legionen mit Wein folgte der Weinbau.

In der Folge der Unterwerfung Galliens w√§hrend des gallischen Kriegs durch Gaius Iulius Caesar gelangte der Weinbau mit den r√∂mischen Legionen √ľber das Rh√īne-Tal bis an die Mosel und an den Rhein.

Trotz der kurzen Regierungszeit des r√∂mischen Kaisers Probus (232-282) geh√∂rt er in einigen Regionen heute zu den auch Laien bekannten r√∂mischen Kaisern. Dies r√ľhrt von einer Nachricht in der Probus-Biographie der Historia Augusta her, wo es in Kapitel 18,8 hei√üt:

‚ÄěGallis omnibus et Hispanis ac Brittannis hinc permisit, ut vites haberent vinumque conficerent.‚Äú
‚ÄěEr erlaubte allen Galliern, Spaniern und Briten, Reben zu besitzen und Wein herzustellen.‚Äú

Deshalb gilt Probus in zahlreichen Weinbaugebieten n√∂rdlich der Alpen (z.B. in √Ėsterreich und an der Mosel) als derjenige, der dort den Weinbau eingef√ľhrt hat. Sicher ist, dass die Weinproduktion in diesen Regionen nach der Mitte des 3. Jahrhunderts deutlich an Bedeutung gewonnen hat. [1]

Die Reisebeschreibung Mosella, eine Schilderung aus dem Jahre 371 der Mosellandschaft und der Stadt Trier, wurde von Ausonius, einem hohen gallo-römischen Staatsbeamten verfasst. In dieser Beschreibung wird der Weinbau im Moseltal schriftlich belegt.

In seinem Reisebericht De navigio suo aus dem Jahr 588 √ľber seine Moselfahrt von Metz nach Andernach mit dem Merowingerk√∂nig Childebert II. erw√§hnt der Dichter Venantius Fortunatus Rebh√§nge an Mosel und Rhein. Dazu schrieb er:

Ringsum bieten dem Blick mit drohenden Gipfeln sich Bergh√∂hn, Wo zu den Wolken hinan steiget das schroffe Geklipp, Hoch zu den Felsen empor senkrecht aufstrebend die Gipfel, und das rauhe Gestein, himmelan th√ľrmt es sich auf. Dennoch bezwingt man, Frucht zu erbringen den starrenden Schiefer, Selbst der Felsen gebiert und es entstr√∂met der Wein. Allw√§rts siehst du die H√∂h'n umkleidet mit gr√ľnenden Reben, und sanft l√§chelnde Luft spielet der Rank' im Gelock. Dicht in Zeilen gepflanzt in das Schiefergestein ist der Rebstock, und an die Brauen des Berg‚Äôs zieh‚Äôn sich begrenzte Gel√§nd'. Anbau lacht aus starrenden Fels schmuck Pflanzern entgegen, selbst in der Bl√§sse des Steins reifet die Traube sich hold....
Dort, wo steiles Gekl√ľft kostbarste S√ľ√üe der Beeren zeugt, und an Reben die Frucht lacht in dem puren Gestein. Wo Weinberge belaubt aufstreben zu kahlen Bergh√∂hen, und reichschattendes Gr√ľn decket das trockene Ger√∂ll: Hier sammelt die Ernte der gef√§rbten Trauben der Winzer, selbst am Felshang h√§nget er, lesend die Frucht.

(Zitat, Verse 25 ‚Äď36, 39- 42; in Anlehnung an Eduard B√∂cking: Bonner Jahrb√ľcher, 1845)

Im Jahr 628 stiftet der Frankenk√∂nig Dagobert I. die Stadt Ladenburg und den Lobdengau an das Bistum Worms. Der Beleg dieser Stiftung spricht auch von Weinbergen bei Ladenburg. Dieser Beleg gilt als erste Erw√§hnung eines rechtsrheinischen Weinbaus. Erste urkundliche Erw√§hnungen des Weinbaus in Altbayern an den S√ľdlagen der Donau gehen auf die Zeit der bajuwarischen Landnahme zur√ľck, d. h. auf das 6. und 7. Jahrhundert n. Chr. Bischof Aribo von Freising spricht 649 in der Vita des Heiligen Emmeram von Regensburg bereits von der "regio Baiovariorum viniferax", d. h. "das weintragende Land der Bajuwaren". Schon im 8. Jahrhundert werden die Orte Winzer, Kruckenberg und Bach an der Donau als Weinanbaust√§tten erw√§hnt.

Die ‚ÄěNiersteiner Gl√∂ck‚Äú wird als √§lteste Weinbergslage Deutschlands bezeichnet. Hierin kommt der direkte Bezug zwischen Weinberg und der St. Kilianskirche von Nierstein zum Ausdruck. Deren Vorg√§ngerin, die St. Marienkirche, wurde von Karlmann ‚Äď dem Sohn Karl Martells und Onkel Karl des Gro√üen ‚Äď im Jahr 742 dem Bistum W√ľrzburg geschenkt. Viele Jahrhunderte war an den Bischof von W√ľrzburg der Zehnte zu entrichten. Mit dem Bezug zur Urkunde von 742 hat dieser Weinberg eine Sonderstellung unter den historischen Rebfl√§chen Deutschlands.[2]

Die Landg√ľterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii, die Karl der Gro√üe als detaillierte Vorschrift √ľber die Verwaltung der Krong√ľter erlie√ü, ist eine ber√ľhmte Quelle f√ľr die Wirtschafts-, speziell die Agrar- und Gartenbaugeschichte [3]. Der Erlass ist in einer einzigen Handschrift √ľberliefert, die in der Herzog August Bibliothek in Wolfenb√ľttel aufbewahrt wird.

Die Vorschriften der insgesamt recht kurzen Verordnung sind recht detailliert, so wird vorgeschrieben, dass Wein in F√§ssern, nicht in Weinschl√§uchen aufzubewahren sei, dass die Trauben wegen der Reinlichkeit nicht mit den F√ľ√üen zu entsaften seien (Kap. 48), etc.

Eine immer weiterverbreitete Legende [4] ist es, dass das Capitulare den Winzern das Recht einr√§umt, den eigenen Wein auszuschenken (vgl. Strau√üwirtschaft in den Gebieten Pfalz und Rheingau, Besenwirtschaft in Baden und W√ľrttemberg oder Heckenwirtschaft in Franken). Eine solche Vorschrift findet sich dort jedoch nicht [5].

Am 17. Juni 766 machte Hairdin dem Kloster Lorsch mit einem Weinberg aus Wintersheim, der 4 Ohm (Ma√ü 160 Liter) Wein bringt, die erste Schenkung. Am 7. Januar 777 schenkte Karl der Gro√üe den ‚Äěfiscus Hammelburg‚Äú an das Kloster Fulda. Die Schenkung Karls des Gro√üen umfasste auch Weinberge. Wegen der fr√ľhen Erw√§hnung wird Hammelburg auch als √§lteste Weinstadt Frankens bezeichnet.

Insbesondere Karls Förderung des Christentums sollte eine nachhaltige Wirkung auf den deutschen Weinbau haben. Insbesondere die Kirche und die Klöster bereiteten damals guten Wein und verbrauchten ihn auch in Form des Messweins.

Die Bedeutung der Klöster im Mittelalter

Viele der heute noch bekannten Weinlagen gehen auf Klostergr√ľndungen dieser Zeit zur√ľck. Der Legende nach ist die Anlage des Johannisberg auf Karl zur√ľckzuf√ľhren, der von seiner Pfalz in Ingelheim aus beobachtet haben soll, dass der Schnee auf dem Johannisberg als erstes schmolz. In der Tat wurde im Jahr 772 eine Schenkung von Geisenheimer L√§ndereien an die Abtei Fulda beurkundet. 817 tauschten die M√∂nche sie mit Ludwig dem Frommen gegen L√§ndereien in der Wetterau. Der Vertrag erw√§hnt explizit die Lage der Parzelle am Elsterbach, der am Fu√ü des Johannisberges flie√üt. Kaiser Otto der Zweite verlieh in der ‚ÄěVeroneser Schenkung‚Äú 983 den Mainzer Bisch√∂fen die Hoheitsrechte √ľber den westlichen Teil des Rheingaus; f√ľr den Weinberg hatte sich aber bereits zuvor der Name ‚ÄěBischofsberg‚Äú etabliert. Um 1100 schenkte der Mainzer Erzbischof Ruthard ihn dem Mainzer Benediktinerkloster Sankt Alban, das dort eine neue M√∂nchsgemeinschaft einrichten sollte. Das neue Kloster wurde dem heiligen Johannes geweiht, und in der Mitte des 12. Jahrhunderts erschien erstmals die Bezeichnung ‚ÄěSankt Johannisberg‚Äú f√ľr den Besitz. Der Weinberg wird noch heute von Schloss Johannisberg bewirtschaftet.

Urkundlich verbrieft kann die Geschichte des Weinbaus im Ahrtal bis in die zweite H√§lfte des 8. Jahrhunderts zur√ľckverfolgt werden. Im Jahre 893 nennt der Pr√ľmer Urbar gr√∂√üere Weinberge in acht Ahrsiedlungen. In diesem G√ľterverzeichnis verzeichnete die Abtei Pr√ľm eine Reihe weinabgabepflichtiger G√ľter, darunter in Ahrweiler, Walporzheim, Dernau und Altenahr.

Das 1123 gegr√ľndete Kloster Kamp war das erste Zisterzienserkloster im deutschen Sprachraum. Laut Satzung des Zisterzienserordens musste jedes Kloster einen eigenen Weinberg besitzen, den Kamp als Weingut in Moselwei√ü bei Koblenz besa√ü. [6]

Im Jahr 1136 wurde von Bernhard von Clairvaux mit Kloster Eberbach das erste rechtsrheinische Zisterzienserkloster gegr√ľndet. Erzbischof Adalbert hatte den Zisterziensern bereits im Vorfeld die Lage Steinberg bei Hattenheim geschenkt. Abt Ruthard und 12 M√∂nche bezogen die schon bestehenden Klostergeb√§ude. 1186 erfolgte die Weihe der um 1145 begonnenen Klosterkirche durch Erzbischof Konrad von Mainz.

Die Eberbacher M√∂nche waren auch in wirtschaftlicher Hinsicht sehr erfolgreich, wobei schon bald die Haupteinnahmequelle die Erl√∂se aus dem Weinbau waren. Dabei waren gute Kontakte zu weltlichen F√ľrsten sehr hilfreich. Erste Beziehungen der Grafen von Katzenelnbogen zu Kloster Eberbach entstanden 1186 durch die Teilnahme von Hermann II. von Katzenelnbogen, des Bischofs von M√ľnster, an der Konsekration der Klosterkirche des Klosters. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts schenkte eine Gr√§fin von Katzenelnbogen dem Kloster einen bei Steinheim gelegenen Weinberg. Diether¬†V. von Katzenelnbogen erteilte im Jahre 1219 anl√§sslich seines Aufbruchs zu einem Kreuzzug dem Kloster erstmals eine Zollbefreiung f√ľr dessen eigene Erzeugnisse am Zoll von St. Goar. Wichtigstes Zollgut war der vom Kloster in gro√üer Menge erzeugte Wein, der haupts√§chlich auf dem Weinmarkt in K√∂ln abgesetzt wurde. 1245 baute Diether¬†V. die linksrheinische Burg Rheinfels bei St. Goar und konnte damit sowohl von den rheinaufw√§rts als auch von den rheinabw√§rts fahrenden Schiffen Zoll erheben (der sogenannte St.¬†Goarer Doppelzoll). Im Jahr 1252 befreiten Diether und sein Bruder Eberhard den Abt und Br√ľder des Klosters von allen Z√∂llen und sichern kostenloses Geleit durch allen katzenelnbogener Gebiete.

Die Zollbefreiung er√∂ffnete dem Kloster ein bl√ľhender Markt. K√∂ln hatte nach der √úberf√ľhrung der Reliquien der ‚ÄěHeiligen Drei K√∂nige‚Äú (der Weisen aus dem Morgenland) am 23. Juli 1164 schnell den Rang als eine der wichtigsten Pilgerst√§dte im Heiligen R√∂mischen Reich deutscher Nation inne. Die erste Reise der frisch gekr√∂nten Kaiser und K√∂nige f√ľhrte von Aachen an den Schrein der Heiligen Drei K√∂nige. Die Pilgermassen brachten viel Geld mit in die Stadt, was auch zu einer verst√§rkten Ansiedlung und einem sprunghaften Anstieg der Stadtbev√∂lkerung f√ľhrte. Im Mittelalter war K√∂ln die gr√∂√üte Stadt in Europa.

Aus dem G√ľterverzeichnis von Eberbach aus dem Jahr 1211 geht hervor, dass die meisten Hattenheimer Lagen zum Kloster geh√∂rten. Die Eberbacher Weinwirtschaft expandierte und betrieb zur Bl√ľtezeit 205 Au√üenstellen von K√∂ln bis Worms.

An der Mosel stattete der Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg die Kartause Marienparadies in Karthaus im Jahr 1335 mit Weinbergslagen bei Eitelsbach an der Ruwer aus. Diese Lagen sind bis heute unter dem Namen Karthäuserhofberg bekannt.

Die Bedeutung der weltlichen F√ľrsten im Mittelalter

Nicht √ľberall wurde der Weinbau von den Kl√∂stern beherrscht. Die historische Landschaft Leiningerland war ebenfalls Rebland. In Dirmstein beispielsweise wurde der Rebanbau im Jahr 1141 erstmals urkundlich erw√§hnt. Dominiert wurde der Weinbau in dieser Gegend von den Leiningern. Das Kloster Wei√üenburg konnte dort keine Akzente setzen.

Die Gemeinden Deidesheim, Forst und Ruppertsberg gehörten zum weltlichen Besitz der Bischöfe von Speyer. Oppenheim, Nierstein und Bacharach gehörten zur Kurpfalz, die von den Pfalzgrafen bei Rhein beherrscht wurden. Bingen hingegen gehörte zu Kurmainz.

Mit der Ersterw√§hnung der Burg Hornberg in Baden-W√ľrttemberg im Jahre 1184 wird auch von den zur Burg geh√∂renden Weinbergen berichtet. Es gibt viele Anhaltspunkte die bereits einen Weinbau seit der R√∂merzeit in Neckarzimmern nahelegen. Das Weingut Burg Hornberg gilt heute nach Urkundenlage als das zweit√§lteste noch existierende Weingut der Welt und das √§lteste Weingut in Baden-W√ľrttemberg. Durch einen immer gr√∂√üer werdenden Anspruch an Qualit√§t wurden Weinberge mit speziellen Rebsorten angelegt. Nach dem traditionellen Rotwein wurde immer st√§rker auch Wei√üwein angebaut. Im Verlauf des Jahres 1435 wurde in R√ľsselsheim von Graf Johann IV von Katzenelnbogen einem Mitglied des Hochadels des Heiligen R√∂mischen Reiches Deutscher Nation zum ersten Mal Riesling angebaut, w√§hrend Kloster Eberbach um 1470 weiterhin auf die Rebsorten Klebrot und Grobrot setzte und seinen Wein in einem Riesenfa√ü, dem gr√∂√üten seiner Zeit, sammelte. Der Graf besa√ü hunderte Weinberge. Der katzenelnbogener Handelshof Templerhof in Mainz verzeichnete alleine an nicht zu verzollenden Weinen eine Menge von 150 000 Litern, nach Quellen der Historischen Kommission f√ľr Nassau sogar von 1,5 Mio Litern.

Der Weinhandel im Mittelalter

Rekonstruierter Temperaturverlauf der letzten 1.000 Jahre nach verschiedenen Quellen.

Vom 9. bis in das 14. Jahrhundert herrschte ein vergleichsweise mildes Klima. Diese Periode wird auch Mittelalterliche Warmzeit oder Mittelalterliches Klimaoptimum genannt. Regional und zeitlich versetzt lag die Jahresdurchschnittstemperatur in dieser Zeit um wenige Zehntel- und bis zu 1,0 Grad Celsius h√∂her als gew√∂hnlich. Durch das warme Klima beg√ľnstigt, wuchs die Bev√∂lkerung generell stark an. In ganz Europa bl√ľhte der Weinbau. Bedeutende Rebfl√§chen entstanden in der N√§he der St√§dte, um den lokalen Markt beliefern zu k√∂nnen. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass der Wein wegen seines Alkoholgehaltes oft keim√§rmer und sauberer als Wasser war, stieg seine Beliebtheit noch weiter.

Vor dem Drei√üigj√§hrigen Krieg erlangte die Rebfl√§che das gr√∂√üte Ausma√ü der Geschichte. Umfangreiche Weing√§rten wurden auch in klimatisch ung√ľnstigen Gebieten angelegt, sie reichten in ihrer n√∂rdlichen Ausdehnung bis nach Kloster Doberan, an Aller und Weser in Niedersachsen, K√∂nigsberg in Ostpreu√üen, Thorn in Westpreu√üen oder Gr√ľnberg in Schlesien. √úber die Qualit√§t der Weine dieser Region ist wenig bekannt und die Existenz dieser Weinberge war eher der Notwendigkeit, den Wein als wichtiges liturgisches Mittel zur Verf√ľgung zu haben, geschuldet und weniger der Qualit√§t des Produkts.

Anfang des 16. Jahrhunderts wurden sogar das h√ľgelige Oberschwaben und die stark bewaldeten T√§ler im n√∂rdlichen Franken gerodet. Im Westen Deutschlands wurde der Weinbau am Niederrhein, im Lahntal bis Wetzlar und Gie√üen, am Rande des Taunus, im Sauerland, an der Ruhr sowie in Westfalen s√ľdlich von M√ľnster dokumentiert.

Die gesamte Rebfl√§che wurde auf mehr als 300.000 Hektar gesch√§tzt. Dieser Wert liegt ungef√§hr dreimal so hoch wie heute. Zu dieser Zeit wurde jedoch auch das Elsass zum Gebiet des deutschen Weinbaus hinzugez√§hlt. Die els√§ssischen Rebfl√§chen breiteten sich bis nach M√ľlhausen aus.

Die Produktion √ľberstieg stets den √∂rtlichen Bedarf. Da die Weinberge h√§ufig am Rhein und seinen gro√üen Nebenfl√ľssen lagen, konnten die Weine bequem nach Holland, Skandinavien und England gelangen. Die wichtigsten Handelszentren des deutschen Weinbaus waren im Mittelalter die St√§dte Speyer, Worms, Mainz, Frankfurt am Main, Colmar, Stra√üburg, Bacharach und allen voran K√∂ln. ( siehe auch den Artikel Historische Weing√§rten und Weinhandel in K√∂ln)[7]

Die Zersplitterung in einzelne Territorien und L√§nder f√ľhrte dazu, dass es in Deutschland eine erhebliche Zahl von Zollgrenzen gab. Es hei√üt, dass der Warenverkehr auf dem Rhein zwischen Strassburg und der holl√§ndischen Grenze 31 Zollstationen durchlaufen habe. Diese Situation hatte im √ľbrigen noch lange ihre G√ľltigkeit. Allein innerhalb der preu√üischen Staaten gab es zu Beginn des 19. Jahrhunderts √ľber 67 lokale Zolltarife mit ebenso vielen Zollgrenzen. Bei einem Transport von K√∂nigsberg nach K√∂ln beispielsweise wurde die Ware etwa achtzig Mal kontrolliert.[8]

Handelsbeziehungen zwischen K√∂ln und England waren seit dem 10. Jahrhundert belegt. Ein gro√üer Konkurrent im Weinhandel war dabei das Weinbaugebiet Bordeaux. Einen gro√üen Schub erhielt Bordeaux im Jahr 1152: Durch die Heirat von Henry Plantagenet, des sp√§teren K√∂nigs Heinrich II. von England, mit Eleonore, der Erbin von Aquitanien, geriet ein gro√üer Teil Westfrankreichs unter britische Herrschaft. Kaum 5 Jahre sp√§ter erwirkten K√∂lner Kaufleute von K√∂nig Heinrich II. das Recht gleicher Verkaufspreise wie sie f√ľr Weine aus Bordeaux galten. Ende des 14. Jahrhunderts exportierte K√∂ln Rhein- und Moselweine in ganz Nordeuropa.

Frankfurt am Main hingegen konzentrierte sich auf den Handel mit Els√§sser Wein. Schon im Jahre 1240 zeigte sich eine allm√§hlich wachsende √ľberregionale Bedeutung der Frankfurter Herbstmesse. Kaiser Friedrich II. am 11. Juli 1240 mit einem Messeprivileg allen zur Messe nach Frankfurt Reisenden sicheres Geleit. Damit war Frankfurt am Main die erste Messestadt der Welt. In den Jahrb√ľchern des Frankfurter Bartholom√§usstiftes finden sich bereits 1270 Herkunftsnamen von Kaufleuten aus Frankreich, Italien, Ungarn, B√∂hmen und Polen. Im Gegensatz zu K√∂ln bediente man nicht nur n√∂rdliche Gebiete sondern erschloss den s√ľddeutschen Raum, die Schweiz sowie das √∂stliche Mitteleuropa.

Die fortschreitende wirtschaftliche Erschlie√üung Osteuropas f√ľhrte zu einer erheblichen Ausweitung des europ√§ischen Fernhandels. Von den Messen dieser Zeit gewann die Frankfurter Messe, die zur Drehscheibe des Fernhandels wurde, die gr√∂√üte Bedeutung. Dies galt zum einen f√ľr die alte Herbstmesse, zum anderen aber auch f√ľr die 1330 beginnende neue Fasten- und Fr√ľhjahrsmesse. Diese hatte Kaiser Ludwig der Bayer der Stadt Frankfurt am 25. April 1330 gew√§hrt. Sie war haupts√§chlich f√ľr Wintererzeugnisse wie Wolle oder Wein gedacht. [9]

Ihren wirtschaftlichen wie kulturellen H√∂hepunkt erreichte die Stadtentwicklung der Stadt Ulm um 1500: Ulm besa√ü das nach N√ľrnberg zweitgr√∂√üte reichsst√§dtische Territorium auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland. Drei St√§dte sowie 55 D√∂rfer geh√∂rten zum Gebiet. Die Stadt war wichtiger Umschlagplatz f√ľr Eisen, Textilwaren, Salz, Holz und Wein. [10] Insbesondere Wein aus Stuttgart (‚Üí Weinbau in Stuttgart) wurde √ľber Ulm in den Osten exportiert.

Durch Fernhandel bis Paris, Venedig und Kiew erlebte die Stadt Regensburg ihre wirtschaftliche Bl√ľtezeit. Sie war damals eine der wohlhabendsten und einwohnerst√§rksten St√§dte Deutschlands, da sie aufgrund ihrer strategisch g√ľnstigen Lage zu einem wichtigen Umschlagsplatz wurde.

Die Rolle der wichtigen Handelsmetropole N√ľrnberg (zusammen mit K√∂ln und Prag geh√∂rte sie zu den gr√∂√üten St√§dten des Heiligen R√∂mischen Reiches) beschr√§nkte sich auf den Import s√ľdlicher Rotweine aus Italien und Spanien.

Im Jahre 1482 versammelten sich in Kitzingen die Abgesandten der fr√§nkischen F√ľrsten, der Bisch√∂fe von W√ľrzburg und Bamberg, des Kurf√ľrsten Albrecht Achilles von Brandenburg und die der Freien Reichsstadt N√ľrnberg. Das Ziel war, der weitverbreiteten Weinpanscherei Einhalt zu gebieten. Das am 29. September des gleichen Jahres beschlossene Gesetz, bekannt als das Kitzinger Weingesetz von 1482 oder auch als das 1. Fr√§nkische Weingesetz, galt seinerzeit vom Bodensee bis nach Sachsen.

Die Krise des 16. Jahrhunderts und die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs

Ab 1524 kam es zu den als Deutscher Bauernkrieg (auch Erhebung des gemeinen Mannes) bekannten lokalen Bauernaufst√§nden in weiten Teilen des s√ľddeutschen Sprachraumes. Die Bauern trugen die Hauptlast zur Aufrechterhaltung der Feudalgesellschaft: F√ľrsten, Adel, Beamte, Patrizier und der Klerus lebten von deren Arbeitskraft, und da die Zahl der Nutznie√üer immer weiter anstieg, stiegen auch die Abgaben, die die Bauern zu leisten hatten. Neben dem Gro√üzehnt und dem Kleinzehnt auf die meisten ihrer erwirtschafteten Eink√ľnfte und Ertr√§ge zahlten sie Steuern, Z√∂lle und Zinsen und waren h√§ufig ihren Grundherren zu Fron- und Spanndiensten verpflichtet. Dazu kam, dass lokal die Realteilung angewandt wurde, die bei gleich bleibender Gesamtproduktionsfl√§che zu immer kleineren H√∂fen f√ľhrte. Viele dieser Kleinstbauernh√∂fe waren angesichts der hohen Belastungen nicht mehr wirtschaftlich zu f√ľhren.

Die starke Expansion der Rebfl√§chen bis zu Anfang des 16. Jahrhunderts bei gleichzeitig steigender Konkurrenz gehaltvollerer Rotweine aus Frankreich und Italien f√ľhrte zu einem √úberangebot. Die resultierenden Absatzschwierigkeiten f√ľhrten zu sinkenden Preisen, die zuerst jene Weinbauern traf, die den Weinbau in wenig geeigneten Lagen betrieben.

Die Folgen f√ľr die Aufst√§ndischen der Erhebung des gemeinen Mannes waren hart. Sch√§tzungen zufolge hatten allein durch die Niederschlagung der Aufst√§nde etwa 100.000 - 130.000 Bauern ihr Leben verloren. Teilweise ging die Gerichtsbarkeit verloren, Feste wurden verboten und Stadtbefestigungen geschleift. Alle Waffen mussten abgeliefert werden, und abends durften keine Dorfschenken mehr besucht werden.

Die Nachfrage nach Getreide f√ľr Brot und Bier stieg an. Der steigende Preis des Getreides machte in vielen Gebieten Deutschlands den Ackerbau gegen√ľber dem Weinbau attraktiver.

Erholung nach dem Dreißigjährigen Krieg

Clemens Wenzeslaus von Sachsen, der letzte Erzbischof und Kurf√ľrst von Trier, erlie√ü am 30. Oktober 1787 eine landesherrliche Verordnung zur Qualit√§tsverbesserung des heimischen Weinbaues. Danach sollten innerhalb von sieben Jahren die unter dem Namen heunisch bekannte Gattung von Weinreben, die Trauben mit schlechten Eigenschaften und zu viel S√§ure lieferte, ausgerottet werden und durch ‚Äěgute‚Äú Reben, gemeint war damit vornehmlich Riesling, ersetzt werden.

Diese Anordnung wurde im gesamten Herrschaftsbereich des Trierer Kurf√ľrsten rigoros umgesetzt. Lediglich in den Randbereichen des Territoriums Trier wie z.¬†B. an der Obermosel bei den Orten Nittel, Wincheringen, Nennig, Besch und Perl, wo vielfach ein Kondominium mit Frankreich und den Herzogtum Luxemburg bestand, konnte diese Anordnung nicht unmittelbar von den kurtrierischen Beh√∂rden durchgesetzt werden.

Anbaugebiete

Die Begriffe Weinbaugebiet, Weinanbaugebiet oder Anbaugebiet werden im offiziellen Sprachgebrauch ‚Äď teilweise sogar innerhalb derselben Rechtsvorschriften ‚Äď weitgehend synonym verwendet.

Tafelwein

7 Anbaugebiete f√ľr Tafelwein nach ¬ß 1 der Weinverordnung:

  • Albrechtsburg
  • Bayern (Bereiche Donau, Lindau und Main)
  • Neckar
  • Niederlausitz
  • Oberrhein (Bereiche Burgengau und R√∂mertor)
  • Rhein-Mosel (Bereiche Mosel und Rhein)
  • Stargarder Land

Landwein

Anbaugebiete f√ľr Qualit√§tswein

21 Anbaugebiete f√ľr Landwein nach ¬ß 2 der Weinverordnung:

  • Ahrtaler Landwein
  • Badischer Landwein
  • Bayerischer Landwein oder Bayerischer Bodensee-Landwein
  • Landwein Main (fr√ľher Fr√§nkischer Landwein)
  • Landwein des Moseltals
  • Landwein der Ruwer
  • Landwein der Saar
  • Mitteldeutscher Landwein
  • Nahegauer Landwein
  • Pf√§lzer Landwein
  • Regensburger Landwein
  • Rheinburgen-Landwein
  • Rheingauer Landwein
  • Rheinischer Landwein
  • Saarl√§ndischer Landwein
  • S√§chsischer Landwein
  • Schw√§bischer Landwein
  • Starkenburger Landwein
  • Taubert√§ler Landwein
  • Landwein der Niederlausitz
  • Brandenburger Landwein

Qualitätswein

13 Anbaugebiete f√ľr Qualit√§tswein (zul√§ssig ist hier auch die Produktion von Tafelwein) nach ¬ß 3 des Weingesetzes:

Dernau an der Ahr
  • Das Weinbaugebiet Ahr (Nummer 1 auf der Karte mit den Anbaugebieten) hat seinen Namen von dem gleichnamigen Fluss Ahr. Es ist in Deutschland das gr√∂√üte geschlossene Weinbaugebiet f√ľr Rotwein. Auf insgesamt 548 Hektar Rebfl√§che (Stand 2006) werden zu 88¬†% Rotwein und zu 12¬†% Wei√üwein hergestellt. Der Anteil trockener Weine erreichte im Jahr 2005 einen Anteil von 50,9¬†%, w√§hrend der Anteil halbtrockener Weine bei 30,9¬†% lag. Der von Werner N√§kel angesto√üene Trend weg vom s√ľ√üen Wein h√§lt damit an.
Weiträumig angelegte Terrassen am Kaiserstuhl
  • Das Weinbaugebiet Baden (Nummer 2 auf der Karte mit den Anbaugebieten) ist das s√ľdlichste und mit rund 16.008 Hektar Rebfl√§che (Stand 2006) das drittgr√∂√üte Weinbaugebiet. Das prozentuale Verh√§ltnis der Anbaufl√§chen wei√üer und roter Rebsorten betr√§gt etwa 54:46. Als einziges deutsches Weinbaugebiet geh√∂rt es zur Weinbauzone¬†B der Europ√§ischen Union, wie auch das benachbarte Elsass, die Champagne und das Loire-Tal, die s√§mtlich in Frankreich liegen. Wichtigste Rebsorte Badens ist der Sp√§tburgunder.
Der Marienberg in W√ľrzburg
  • Das Weinbaugebiet Franken (Nummer 3 auf der Karte mit den Anbaugebieten) liegt im Nordwesten der Region Franken. Mit 6.123 Hektar Anbaufl√§che (Stand 2006) ist es eines der mittelgro√üen Anbaugebiete Deutschlands. Der weitaus gr√∂√üte Teil der Rebfl√§chen befindet sich im Bezirk Unterfranken, vor allem im Bereich der T√§ler von Main, Wern und Fr√§nkischer Saale. Nennenswerte Anteile am Weinbaugebiet hat auch Mittelfranken, und zwar an den H√§ngen des Steigerwaldes und der Frankenh√∂he sowie der Mittelauf der Tauber. Ein kleiner Teil liegt im Regierungsbezirk Oberfranken im Maintal nordwestlich von Bamberg.
  • Bergstra√üe ist der Name der sich am Westrand des Odenwaldes hinziehenden Stra√üe von Darmstadt nach Wiesloch sowie der Landschaft in ihrer n√§heren Umgebung. Nach der Bergstra√üe ist das selbstst√§ndige Weinbaugebiet Hessische Bergstra√üe (Nummer 4 auf der Karte mit den Anbaugebieten) und der unselbstst√§ndige Bereich Badische Bergstra√üe des Weinbaugebietes Baden benannt.
  • Das Gebiet der Weinregion Mittelrhein (Nummer 5 auf der Karte mit den Anbaugebieten) erstreckt sich √ľber ca. 110¬†km von der M√ľndung der Nahe bei Bingen bis zum Siebengebirge bei Bonn. W√§hrend am oberen Mittelrhein, von Bingen bis Koblenz, haupts√§chlich die linke Hangseite entlang des Rheins mit Rebst√∂cken bepflanzt wurde, ist am unteren Mittelrhein, der von Koblenz bis zum Siebengebirge reicht, vor allem die rechte Uferseite bestockt.
Weinberge der Mosel in der Nähe von Ürzig
  • Im Weinbaugebiet Pfalz (Nummer 8 auf der Karte mit den Anbaugebieten) werden Qualit√§tsweine hergestellt, die als Pfalzweine bezeichnet werden. Bis 1993 hie√ü das Gebiet noch Rheinpfalz. Nach Rheinhessen besitzt die Pfalz mit gut 230¬†km¬≤ Anbaufl√§che das zweitgr√∂√üte deutsche Weinbaugebiet. Etwa 6.800 Winzerbetriebe, weniger als die H√§lfte davon im Haupterwerb, pflegen hier mehr als 100¬†Mio. Rebst√∂cke und erzeugen j√§hrlich etwa 2,5 Mio. Hektoliter Wein. Das prozentuale Verh√§ltnis der Anbaufl√§chen wei√üer und roter Rebsorten betr√§gt etwa 60:40, wobei der Anbau von roten im Ansteigen begriffen ist. Pf√§lzischer Wein wird nahezu ausschlie√ülich am Westrand der Vorderpfalz angebaut, die einen Teil der Ebene zwischen dem Rhein und dem Pf√§lzerwald bildet. Dort, am √úbergang zwischen Flachland und Mittelgebirge, liegt auf 110 bis 150¬†m H√∂he eine schmale, etwa 85¬†km lange und maximal 15¬†km breite h√ľgelige H√∂henstufe, die das gr√∂√üte pf√§lzische Weinbaugebiet darstellt. Allerdings ist bei weitem nicht ihre Gesamtfl√§che mit Weinbergen bewirtschaftet; die geeigneten Teile erstrecken sich vor allem beidseitig der Deutschen Weinstra√üe, die sich mitten durch die Rebenh√ľgel von Nord nach S√ľd zieht.
  • Der Rheingau (Nummer 9 auf der Karte mit den Anbaugebieten) erstreckt sich haupts√§chlich westlich des Rheinknies bei Wiesbaden auf einem schmalen Streifen zwischen dem hier nach Westen flie√üenden Rhein und den n√∂rdlich davon gelegenen H√∂hen des Taunus. Westlichster Weinort ist Lorchhausen, √∂stlichster Fl√∂rsheim am Main. Au√üerdem z√§hlen u.a. der Lohrberger Hang im Stadtgebiet von Frankfurt am Main und der n√∂rdlichste Weinberg Hessens, der B√∂ddiger Berg in Felsberg dazu. Damit ist das als Rheingau bezeichnete Weinbaugebiet wesentlich gr√∂√üer als die eigentliche Region des Rheingaus, welche nur das rechtsrheinische Gebiet zwischen Wiesbaden und Lorchhausen bezeichnet. Die Zugeh√∂rigkeit von Weinlagen zum jeweiligen Anbaugebiet ist administrativ bedingt und wird nach Josef Staab, Dom√§nenrat und Kapitel√§ltester des Rheingauer Weinkonvents, bei ihrer Anmeldung festgelegt. Insgesamt hat das Weinbaugebiet eine Fl√§che von ca. 3.100 Hektar, auf der vorwiegend die Rebsorte Riesling angebaut wird.
Der ber√ľhmte Rote Hang
  • Ein F√ľnftel der rheinland-pf√§lzischen Region Rheinhessen (Nummer 10 auf der Karte mit den Anbaugebieten), die auch die wald√§rmste Deutschlands ist, ist mit Rebst√∂cken bepflanzt. √úber 6.000 Winzer produzieren pro Jahr mehr als 2,5 Mio. Hektoliter Wein aus ca. 120¬†Mio. Rebst√∂cken. Das prozentuale Verh√§ltnis der Anbaufl√§chen wei√üer und roter Rebsorten betr√§gt etwa 68:32. Von den 136 Gemeinden Rheinhessens betreiben lediglich Budenheim und Hamm am Rhein keinen Weinbau. Rheinhessen ist zudem eines der traditionsreichsten Anbaugebiete. In Nierstein befindet sich die √§lteste (742) urkundlich belegte Weinlage Deutschlands, der Niersteiner Gl√∂ck.
Steillagen des Radebeuler Goldener Wagens oberhalb der Hoflößnitz im Weinbaugebiet Sachsen
  • Das Weinbaugebiet Sachsen (Nummer 12 auf der Karte mit den Anbaugebieten) ist das kleinste und am weitesten n√∂rdlich gelegene in Deutschland. Es liegt fast ausschlie√ülich im Ballungsraum Dresden. Die Lagen befinden sich in Sachsen und in kleinen Teilen auch in Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Dass trotz der exponierten Lage (mehr als 51¬į n√∂rdlicher Breite) gute Weine erzeugt werden, ist dem g√ľnstigen Klima im Elbtal mit seinen L√∂ssb√∂den zu verdanken. Zeitweise vorherrschende kontinentale Wetterlagen im Sommer und Herbst bewirken lange sonnige Perioden. Das Verh√§ltnis Wei√ü- zu Rotwein betr√§gt 82:18. Nur in Sachsen wird der Goldriesling angebaut.
  • Im Weinbaugebiet W√ľrttemberg (Nummer 13 auf der Karte mit den Anbaugebieten) wird Wein angebaut, der als W√ľrttemberger Wein verkauft wird. Der Wein aus W√ľrttemberg ist ber√ľhmt f√ľr seine Rotweinlagen. Die h√§ufigsten Rebsorten sind Trollinger (rot) und Riesling (wei√ü). Durch das Weinbaugebiet f√ľhrt seit Oktober 2004 die W√ľrttemberger Weinstra√üe, die aus der fr√ľheren Schw√§bischen Weinstra√üe hervorgegangen ist. Das Weinbaugebiet W√ľrttemberg liegt im S√ľden Deutschlands. Es erstreckt sich zwischen dem n√∂rdlichen Bereich Kocher-Jagst-Tauber, der an Franken anschlie√üt und f√ľr seine spritzigen Wei√üweine bekannt ist, entlang dem Neckartal √ľber Heilbronn und Stuttgart bis T√ľbingen. Ein kleiner Bereich am w√ľrttembergischen Ufer des Bodensee bei Lindau geh√∂rt ebenfalls dazu, und auch die Weinlagen am bayerischen Bodenseeufer sind weingeografisch W√ľrttemberg angegliedert. Das g√ľnstige Kleinklima entlang des Neckars und die hitzigen Muschelkalk- und Keuperb√∂den lassen ausdruckstarke Rotweine gedeihen. Hei√üe Sommer und sonnige Herbsttage sorgen f√ľr hohe Qualit√§t und gute Ernteertr√§ge. Winterfr√∂ste im kontinental gepr√§gten Klima f√ľhren in manchen Jahren zu Ertragseinbu√üen. Im Stuttgarter Raum und der Esslinger Gegend wachsen an den Steilh√§ngen des Neckartals f√ľllige, charaktervolle Trollinger, rassige und fruchtige Rieslingweine und w√ľrzige Kerner. Der Boden und das warme Klima eignen sich ebenso f√ľr M√ľller-Thurgau, Blauer Portugieser und Dornfelder. Brauner Jura und vulkanischer Boden dr√ľcken den sortentypischen Weinen im Oberen Neckartal und in Metzingen ihren Stempel auf. Zartnervig und fein, so deklariert man generell die haupts√§chlich wei√üen Tropfen aus Silvaner, Kerner, M√ľller-Thurgau und Sp√§tburgunder.
Weinsberg mit dem Schemelsberg und dem Burgberg

Die Gesamtrebfl√§che dieser Anbaugebiete f√ľr Qualit√§tswein betrug 2006 101.999 Hektar.

Weinbaugebiet Rebfläche (Hektar) Ernte (Hektoliter) Ertrag (hl/ha)
f√ľr Qualit√§tswein 2006 2006 2006
Ahr 548 47.662 89,8
Baden 16.008 1.156.305 74,9
Franken 6.123 489.606 81,5
Hessische Bergstraße 435 28.651 92,9
Mittelrhein 460 29.369 65,0
Mosel 8.975 848.821 96,3
Nahe 4.124 328.255 81,6
Pfalz 23.353 2.102.620 92,5
Rheingau 3.088 216.524 71,9
Rheinhessen 26.281 2.560.527 100,8
Saale-Unstrut 663 46.732 70,5
Sachsen 416 21.237 53,6
W√ľrttemberg 11.522 1.186.691 105,1

Anbauformen

Weinbau in einer flurbereinigten Parzelle

Der Weinbau ist in Deutschland auf den kulturellen Einfluss der R√∂mer zur√ľckzuf√ľhren, die die Gunstlagen der nat√ľrlichen Flussterrassen aus dem Quart√§r erkannten und vor allem in S√ľddeutschland erstmals gro√üfl√§chig erschlossen. Die R√∂mer pflanzten die Reben im Kammertbau in einem Kammertrahmen aus Holz an. Der Weinbau wurde auch nach dem R√ľckzug der R√∂mer weiter praktiziert und pr√§gt bis heute die Kulturlandschaft in Deutschland. Sorgf√§ltig gepflegte Rebst√∂cke k√∂nnen ein Alter von mehr als 400 Jahren erreichen und zeichnen Weinorte mit langer Tradition und hoher G√ľte aus. Im Laufe der Zeit haben die Anbauformen auf kleinparzellierten Terrassen mit locker gesetzten Trockenmauern aus dem √∂rtlichen Ausgangsgestein eine Wandlung erfahren. Diese waren und sind Ursache der Einf√ľhrung neuer Rebsorten und angepasster Erziehungsformen sowie ge√§nderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Bis Ende der 1950er Jahre bauten die Winzer in Deutschland die Reben in Stockkultur, dem Stickelwingert an. Beim Stickelanbau erh√§lt jeder Rebstock einen Stickel aus Holz als St√ľtze. Die einzelnen Stickel bilden wiederum einen Holzrahmen. Anfang der 1960er Jahre wurde die Anbauweise auf Guyot-Erziehung umgestellt und die Reben im Spalier oder Hochkultur in talw√§rtsgerichteten Holzzeilen an den H√§ngen angepflanzt. Zahlreiche qualitativ hochwertige Alte Reben wurden der damit einhergehenden Flurbereinigung geopfert und der Bestand durch Neuz√ľchtungen unter Pr√§misse des Ertrags und der maschinellen Bewirtschaftung verj√ľngt. Die Flurbereinigung griff auch in die Geomorphologie der Weinbergh√§nge ein und es wurden u.a. am Kaiserstuhl k√ľnstliche Terrassen gro√üfl√§chig angelegt. Das nat√ľrliche Bodenprofil √ľber dem L√∂ss wurde damit unwiederbringlich zerst√∂rt, was eine erh√∂hte Erosionsanf√§lligkeit, eine verminderte Bodenfruchtbarkeit und letztlich eine geringere Ertragsmesszahl zur Folge hat. F√ľr den effizienten Einsatz von Vollerntern wird zwischenzeitlich vermehrt auf eine Drahtrahmenerziehung der Weinreben umgestellt, bei der statt Stickel verzinkte Metallpfosten gesetzt werden.

Rebsorten

Weißwein
Rotwein

Insgesamt werden in Deutschland fast 140 Rebsorten angebaut, wovon √ľber 100 zur Wei√üwein- und 35 zur Rotweinbereitung dienen. International gilt Deutschland zwar noch als klassisches Wei√üweinland; seit der Mitte der 1980er Jahre steigt jedoch die Nachfrage nach deutschen Rotweinen stetig. Dies hat zu einer Verdoppelung von deren Rebfl√§che auf nunmehr ca. 35 Prozent der Gesamtrebfl√§che gef√ľhrt. Ein Teil der roten Ernte wird auch zur Herstellung von Ros√©wein verwendet.

Von den angebauten Rebsorten besitzen nur etwa 30 eine Marktbedeutung.

F√ľhrende Rebsorten in Deutschland (Stand 2007). Vergleich mit der Situation von 2006, 2005 und 2001
Sorte Farbe Fläche 2007 (ha) Synonym Fläche (%) Fläche 2006 (ha) Fläche 2005 (ha) Fläche 2001 (ha)
1. Riesling weiß 21.722 21,3 21.197 20.794 21.514
2. M√ľller-Thurgau wei√ü 13.824 Rivaner 13,5 13.988 14.346 18.609
3. Spätburgunder rot 11.820 Pinot Noir 11,6 11.807 11.660 9.806
4. Dornfelder rot 8.185 8,0 8.231 8.259 5.530
5. Silvaner weiß 5.261 5,2 5.314 5.383 6.422
6. Blauer Portugieser rot 4.551 4,5 4.683 4.818 5.039
7. Grauburgunder weiß 4.413 Ruländer, Pinot Gris 4,3 4.382 4.211 2.905
8. Kerner weiß 3.848 3,8 4.004 4.253 6.054
9. Weißer Burgunder weiß 3.589 Klevner, Pinot Blanc 3,5 3.491 3.335 2.795
10. Trollinger rot 2.504 2,5 2.518 2.543 2.615
11. Schwarzriesling rot 2.397 Pinot Meunier 2,3 2.424 2.459 2.481
12. Regent rot 2.182 2,1 2.183 2.158 649
13. Bacchus weiß 2.061 2,0 2.113 2.205 2.967
14. Scheurebe weiß 1.702 1,7 1.781 1.864 2.693
15. Lemberger rot 1.702 1,7 1.664 1.612 1.267
16. Gutedel weiß 1.129 1,1 1.123 1.129 1.177
17. Chardonnay weiß 1.120 1,1 1.087 1.018 719
18. Gew√ľrztraminer wei√ü 831 0,8 832 826 845
19. St. Laurent rot 675 Laurenzitraube 0,7 673 669 350
20. Huxelrebe weiß 656 0,6 777 711 1.132
21. Ortega weiß 653 0,6 686 715 951
22. Faberrebe weiß 632 0,6 689 758 1.305
23. Elbling weiß 580 0,6 583 610 890
24. Morio-Muskat weiß 517 0,5 541 576 905
25. Acolon rot 473 0,5 460 428 76
26. Merlot rot 431 0,4 416 399 155
27. Domina rot 404 0,4 395 381 228
28. Dunkelfelder rot 362 0,4 372 379 317
29. Sauvignon Blanc weiß 336 0,3 260 186 217
30. Cabernet Mitos rot 320 0,3 317 307 102
31. Cabernet Sauvignon rot 278 0,3 274 267 136
32. Fr√ľhburgunder rot 251 0,2 243 233 123
33. Cabernet Dorsa rot 222 0,2 214 198 200
34. Auxerrois weiß 177 0,2 167 150 96
35. Gelber Muskateller weiß 156 0,2 139 126 94
36. Heroldrebe rot 163 0,2 170 176
37. Reichensteiner weiß 113 0,1 119 129 124
38. Siegerrebe weiß 108 0,1 110 115 145
37. Ehrenfelser weiß 100 0,1 112 123 207

Einen kompletteren √úberblick vermitteln die Listen der f√ľr den gewerblichen Anbau zugelassenen Sorten. Hierzu z√§hlen auch die nur zwecks Versuchsanbau selektionierten Sorten.

Zugelassene weiße Rebsorten
Zugelassene rote Rebsorten

Kursiv geschriebene Rebsorten sind (noch) nicht zur Erzeugung von Qualit√§tsweinen zugelassen. Quelle: Liste der Klassifizierungen von Rebsorten f√ľr die Weinherstellung nach Artikel 20 der Verordnung (EG) 1227/2000, Stand November 2007 [12] sowie die Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes 2008 [13]


Siehe auch: Rebsorte, Liste der Rebsorten

Neuz√ľchtungen

Die n√∂rdliche Lage der deutschen Weinbaugebiete machte besondere Anstrengungen beim Auffinden von fr√ľhreifenden und winterfrostharten Rebsorten notwendig. In den 1920er Jahren f√ľhrte Prof. Husfeld moderne Erkenntnisse der Genetik in die Rebz√ľchtung ein und erm√∂glichte eine Neuz√ľchtung durch Kreuzung auf wissenschaftlicher Basis. Die Arbeiten wurden und werden noch an zahlreichen Instituten durchgef√ľhrt.

Neben dem Aspekt der fr√ľhen Reife widmete man sich auch der Schaffung von Unterlagsreben zur L√∂sung des Reblausproblems sowie der Z√ľchtung pilzesistenter Sorten. Insbesondere letztere Problematik ist aktuell von gro√üer Bedeutung.

Die erste erfolgreiche Neuz√ľchtung war die Sorte M√ľller-Thurgau. Trotz stark r√ľckl√§ufiger Zahlen steht sie hinter dem klassischen Riesling unangefochten auf Rang 2 der wei√üen Sorten. Nach dem zweiten Weltkrieg kamen die aromatischen Sorten Scheurebe und Morio-Muskat auf den Markt und entsprachen dem damaligen Geschmack. Es folgten eine F√ľlle weiterer Sorten und w√§hrend der Jahre 1960 und 1980 schienen die Neuz√ľchtungen den alten Sorten den Rang abzulaufen.

Insbesondere eine strikte Klonenselektion der alten Sorten f√ľhrte zu einem deutlichen Anstieg von Qualit√§t, Ertrag und Gesundheit der Pflanzen und erm√∂glichte eine R√ľckkehr der klassischen Sorten. Seit mindestens 15 Jahren ist ein kontinuierlicher R√ľckgang der Rebfl√§chen von Neuz√ľchtungen zu verzeichnen. Ausnahmen bilden zurzeit noch die roten Sorten Dornfelder und Regent.

Qualitätsstufen

Siehe hierzu auch den Hauptartikel Qualitätsstufe

Das deutsche Weingesetz (WeinG 1994) teilt die Weine ausschlie√ülich nach dem Extraktgehalt des Mostes (in Grad Oechsle), verbunden mit einer Regionalbezeichnung, aber ohne Ursprungs- oder Lagenklassifizierung, in vier G√ľteklassen ein:

Stufen sind

  1. der Prädikatswein,
  2. gefolgt vom Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete,
  3. dem Landwein
  4. und dem Tafelwein.

Ein ¬ęQualit√§tswein mit Pr√§dikat¬Ľ hei√üt von nun an ¬ęPr√§dikatswein¬Ľ. Das deutsche Bundeskabinett beschloss am 9. August 2006 eine entsprechende √Ąnderung des Weingesetzes. Die Vereinfachung der Begriffe hatte sich bereits in der Vermarktung durchgesetzt und soll ab Beginn des Weinwirtschaftjahres 2007/2008 gelten. Hierbei wird den Betrieben eine √úbergangsfrist von zwei Jahren gew√§hrt.[14]

Die Erlangung der oberen zwei Stufen setzt das Bestehen einer Amtlichen Weinpr√ľfung, einer im Wesentlichen sensorischen Pr√ľfung voraus, die prim√§r anstrebt, nicht verkehrsf√§hige Weine, d.h. fehlerhafte Weine, auszusortieren. Das Bestehen der Amtlichen Pr√ľfung wird auf den Etiketten der Weine mit der Amtlichen Pr√ľfnummer (AP-Nr.) ausgewiesen.

‚ÄěDie Qualit√§t des Weines erweist sich im Glase‚Äú.

Mit dem deutschen Weingesetz von 1971 wurde eine Einteilung geschaffen, welche die Qualit√§tsstufe an das Mostgewicht zum Zeitpunkt der Lese kn√ľpft. Die Mindest-Mostgewichte variieren von Region zu Region. In den n√∂rdlichen Weinbaugebieten (Ahr, Mosel und Mittelrhein) gelten die niedrigsten Werte, die h√∂chsten Werte hat Baden.

  • Tafelwein ist die unterste Kategorie der Weine. Tafelwein der Weinbauzone A muss ausschlie√ülich von zugelassenen Rebsorten stammen und einen nat√ľrlichen Mindestalkoholgehalt von 5 Vol.-% oder 44 ¬įOechsle aufweisen (Weinbauzone B 6 Vol-% bzw. 50 ¬į Oechsle). Er muss nach Anreicherung einen vorhandenen Alkoholgehalt von mindestens 8,5 Vol.-% haben, da dies laut der Gesetzgebung der EU der Mindestalkoholgehalt eines Weines ist. Tafelwein darf in Deutschland in der Weinbauzone A um maximal 3,5 Vol-% angereichert werden, in der Weinbauzone B (nur Baden) um max. 2,5 Vol-%. Die Anreicherungsh√∂chstgrenzen liegen in Weinbauzone A bei Rotwein bei 12 Vol-% und bei Wei√üwein bei 11,5 Vol-%, in Weinbauzone B bei 12,5 Vol-% bzw. 12,0 Vol-%. Wird ein Tafelwein nicht angereichert, so gibt es keine Alkoholobergrenze, daher kann auch ein h√∂hergradiger Wein zum Tafelwein herabgestuft werden. Tafelwein ist qualitativ meist ein belangloser, einfacher Tischwein. Jedoch gibt es Winzer, die bewusst nur Tafelwein erzeugen, weil sie den Aufwand f√ľr die amtliche Qualit√§tsweinpr√ľfung scheuen oder diese ganz ablehnen. Diese Weine k√∂nnen qualitativ sehr hochwertig sein. Bis die Barriqueweinbereitung in Deutschland f√ľr Qualit√§tswein anerkannt war, wurden diese Weine als Tafelweine vermarktet. Deutsche Tafelweine d√ľrfen keine Lagennamen, keine Gemeinde- oder Ortsteilnamen und keine Namen von bestimmten Anbaugebieten tragen. Diese Bezeichnungen sind ausschlie√ülich den Qualit√§tsweinen vorbehalten. Auch d√ľrfen sie nicht an amtlich anerkannten Pr√§mierungen teilnehmen.
  • Landwein ist die zweite Qualit√§tsstufe des Weines. Die Bezeichnung Landwein als Qualit√§tsstufe existiert in Deutschland seit 1982. Er bezeichnet in Deutschland einen Tafelwein von gehobener Qualit√§t. Die Grenzen f√ľr Alkohol und √Ėchslegewicht liegen etwas h√∂her als beim Tafelwein, n√§mlich bei 5,5¬†% vor der Anreicherung und bei 47 Grad √Ėchsle. Landwein ist immer ein gebietstypischer Wein, das hei√üt er darf nur aus Trauben hergestellt werden, die in der Region angebaut werden.

Die n√§chste Kategorie ist bereits die der Qualit√§tsweine. Diese sind wiederum in zwei Unterkategorien eingeteilt: Qualit√§tsweine bestimmter Anbaugebiete und Qualit√§tswein mit Pr√§dikat (oder kurz Pr√§dikatweine). F√ľr alle Qualit√§tsweine gilt, das sie aus einem Weinbaugebiet f√ľr den Qualit√§tswein kommen m√ľssen. Au√üerdem muss der Wein eine amtliche Pr√ľfung bestehen.

  • Die Anforderungen beim Qualit√§tswein bestimmter Anbaugebiete an den Alkoholgehalt sowie das Mostgewicht liegen zwischen 7 und 9% nat√ľrlichem Alkoholgehalt, das Mostgewicht zwischen 57 und 72 Grad √Ėchsle. Vor der G√§rung darf Zucker zugesetzt werden.
  • Die Stufe des Pr√§dikatswein unterteilt sich nochmals in Pr√§dikate. Als Qualit√§tsmerkmal dient dabei einzig das Mostgewicht. Eine Aussage zur Qualit√§t des Weins leitet sich daraus noch nicht ab.
    • Kabinett: Die unterste Pr√§dikatsweinstufe folgt unmittelbar dem Qualit√§tswein bestimmter Anbaugebiete. Der Kabinettwein ist meist vergleichsweise leicht und alkoholarm, da er trotz des niedrigen Mostgewichts nicht verbessert werden darf. Das Mindestmostgewicht liegt je nach Anbaugebiet bei 67 bis 83 Grad √Ėchsle
    • Sp√§tlese: aus Trauben, die gem√§√ü einer alten Vorgabe nach der Hauptlese geerntet werden. Waren in Zeiten des k√ľhleren Klimas Sp√§tlesequalit√§ten nur mit einem gewissen Aufwand zu erhalten, sind heute in besonders geeigneten Einzellagen die geforderten Mostgewichte relativ einfach zu erhalten. Das Mindestmostgewicht liegt je nach Anbaugebiet bei 76 bis 90¬į √Ėchsle.
      Eine Traube mit edelfaulen Beeren. Man sieht deutlich, dass nicht alle Beeren den Konzentrationsprozess durch Verdunstung durchlaufen haben. Zur Erzielung höchster Mostgewichte ist daher eine Auslese einzelner Beeren notwendig
    • Auslese: aus absolut einwandfreien Trauben ‚Äď besch√§digte, kranke oder unreife Beeren werden ausgesondert. Das Mindestmostgewicht liegt je nach Anbaugebiet bei 83 bis 95¬į √Ėchsle (bei Rotwein bis 100¬į √Ėchsle).
    • Beerenauslese: aus √ľberreifen oder edelfaulen Trauben (Botrytis cinerea), deren Beeren h√§ufig einzeln verlesen werden m√ľssen. Das Mindestmostgewicht liegt je nach Anbaugebiet bei 110 bis 128¬į √Ėchsle.
    • Trockenbeerenauslese: besteht weitestgehend aus edelfaulen, von Botrytis befallene Beeren. Das Mindestmostgewicht liegt je nach Anbaugebiet bei 150 bis 154¬į √Ėchsle.

Als Spezialit√§t gilt der Eiswein. Er besteht aus Beeren, die bei der Lese gefroren waren. Die Lese findet bei -6 ¬įC oder k√§lter statt. Das Wasser in den Beeren erstarrt zu Eis und kommt daher beim Pressvorgang nicht in den Most. Man gewinnt daher ein Saftkonzentrat, bei dem sowohl die Zuckerwerte als auch die S√§urewerte stark ansteigen. Das Mindestmostgewicht liegt wie bei der Beerenauslese je nach Anbaugebiet bei 110 bis 128¬į √Ėchsle.

Weintypen

Hauptartikel: Geschmacksangabe (Wein)

Die Geschmacksangabe, auch S√ľ√üegrade genannt, sind in der EU einheitlich geregelt, werden in den L√§ndern aber unterschiedlich bezeichnet.

Das Geschmacksgleichgewicht eines Weins zum einen aus der S√ľ√üe (Rests√ľ√üe und Alkohol) auf der einen Seite und der S√§ure und den Tanninen auf der anderen Seite bestimmt. Bei Wei√üweinen vereinfacht sich dieses Gleichgewicht, da der Anteil der Bitterstoffe (der Tannine also) nur in geringem Ma√üe vorhanden ist. Weine mit niedrigem Zuckergehalt k√∂nnen bei niedrigen S√§ure- bzw. Tanningehalt also durchaus s√ľ√ülich schmecken.

Dem deutschen Wei√üwein ist ein vergleichsweise hoher S√§ureanteil zu eigen. Daher wird h√§ufig versucht, den s√§urehaltigen Wein durch einen Rests√ľ√üeanteil und/oder einen h√∂heren Alkoholanteil harmonisch zu gestalten. Um dem Verbraucher eine Aussage √ľber das vom Erzeuger angestrebte Geschmacksgleichgewicht zu liefern, wurden verschiedene Weinstile definiert. Bei Wein werden folgende Geschmacksgrade unterschieden:

  • Trocken. Wein mit einem Restzuckergehalt von maximal 9 g/l, wobei der S√§uregehalt h√∂chstens 2 g/l niedriger sein darf. Klassisch trocken erlaubt nur 4 g/l Restzucker. Weine mit einem Restzuckergehalt bis 2 g/l d√ľrfen auf dem Etikett den Schriftzug ‚ÄěF√ľr Diabetiker geeignet‚Äú mit dem Zusatz ‚Äěnur nach Befragen des Arztes‚Äú f√ľhren.
  • Halbtrocken. Halbtrockener Wein darf maximal 9 bis 18 g/l unvergorenen Zucker enthalten, wobei der Zucker nicht mehr als 10 g/l √ľber dem S√§uregehalt liegen darf. Diese Weine haben eine leichte Rests√ľ√üe. Bei hohem S√§uregehalt k√∂nnen sie durchaus noch trocken schmecken. Auf diesen Geschmacksgrad trifft daher am ehesten die Aussage der dienenden Rests√ľ√üe zu.
  • Lieblich, Halbs√ľ√ü. Wein mit deutlich s√ľ√üer Geschmacksausrichtung. Nach dem deutschen Weingesetz liegt der Restzuckergehalt √ľber dem der halbtrockenen Weine, das hei√üt ab 18 g/l bis zu 45 g/l Restzucker.
  • S√ľ√ü. Der Geschmack von s√ľ√üen Weinen wird von Zucker oder anderen s√ľ√üen Weininhaltsstoffen dominiert. Das europ√§ische Weingesetz definiert bei s√ľ√üen Weinen einen Restzuckergehalt von mehr als 45 g/l.

Vermarktung

Deutscher Wein darf nach deutschem Weinrecht nicht nur als ‚ÄěWein‚Äú vermarktet werden, d.¬†h. auf den Flaschenetiketten darf das Wort ‚ÄěWein‚Äú nicht isoliert aufgef√ľhrt sein. So musste eine Sektkellerei Deinhard auf gerichtliche Anweisung die Bezeichnung ‚ÄěWein‚Äú von ihren Weinflaschen wieder entfernen.

Das Weinetikett

Weinetikett auf einem Bocksbeutel

Das Weinetikett stellt f√ľr den Verbraucher eine Informationsgrundlage f√ľr den Kauf von Weinen dar. Jedes Weinbeh√§ltnis mit einem Volumen von unter 60 Litern muss etikettiert sein.

Das Bezeichnungsrecht f√ľr Wein regelt detailliert Inhalt und teilweise auch formale Kriterien (wie Schriftgr√∂√üe) der Angaben auf dem Etikett. Grunds√§tzlich gilt das Prinzip, dass Angaben auf dem Etikett verboten sind, wenn sie nicht ausdr√ľcklich erlaubt sind. Bestimmte der m√∂glichen Angaben sind verpflichtend vorgeschriebene Angaben, andere sind wahlweise zu gebrauchen.

Vorgeschriebene Angaben

Verpflichtend vorgeschriebene Angaben m√ľssen leicht lesbar im gleichen Sichtbereich auf dem Etikett angebracht sein.

  • Qualit√§tsstufe z.¬†B. Qualit√§tswein, Landwein
  • Geografische Herkunft. Die Angabe der geografischen Herkunft ist teilweise verpflichtend vorgeschrieben, teilweise wahlweise zu gebrauchen. Das h√§ngt ab von der Qualit√§tsstufe und davon, wie detailliert die geografische Angabe ist.
  • Abf√ľller .Die Angabe des Abf√ľllers muss auch den Ort umfassen, in dem der Abf√ľller seinen Sitz hat. Unter Umst√§nden kann die Abf√ľllerangabe mit einer Kennziffer codiert sein.
  • Alkoholgehalt . Der vorhandene Alkoholgehalt muss in der Einheit Volumenprozent angegeben werden.
  • das Nennvolumen bezeichnet das Volumen der Flasche.
  • Weinart z.B. Rotwein. Diese Angabe ist nur eingeschr√§nkt zwingend.
  • Loskennzeichnung zur Identifizierung des Weines; bei Qualit√§tswein wird die Loskennzeichnung ersetzt durch die amtliche Pr√ľfungsnummer.
  • enth√§lt Sulfite Seit 2006 ist diese Angabe verpflichtend vorgeschrieben, wenn der Wein bei der Herstellung geschwefelt wurde.
  • weitere Ausnahmen zur Kennzeichnungspflicht [15] laufen am 25. November 2007 aus. Potentielle Allergene m√ľssen dann als verpflichtende Angabe ausgewiesen werden. Dies betrifft Hausenblase (Kennzeichnung: Enth√§lt Fisch), Albumin (Kennzeichnung: Enth√§lt Ei) und Kasein (Kennzeichnung: Enth√§lt Milch). [16] Nach Aussagen allergologischer Experten gibt es jedoch keine eindeutige Risikoabsch√§tzung in diesem Punkt.[17]

Wahlweise Angaben

Die wichtigsten wahlweise zu gebrauchenden Angaben sind:

  • Jahrgang, d.¬†h. das Jahr, in dem die Trauben f√ľr den Wein gewachsen und in der Regel auch geerntet wurden.
  • Rebsorte z.¬†B. Riesling. Es kann die Rebsorte angegeben werden, aus der der Wein zu mindestens 85¬†% gekeltert wurde. Die Angabe zweier Rebsorten ist ebenfalls m√∂glich, dann muss der Wein aber zu 100¬†% aus diesen Rebsorten bestehen.
  • Geschmacksangabe Es sind die Bezeichnungen ‚ÄěTrocken‚Äú, ‚ÄěHalbtrocken‚Äú, ‚ÄěLieblich‚Äú oder ‚ÄěS√ľ√ü‚Äú zul√§ssig.
  • Weinort und Lage, dies beschreibt die genaue Herkunft des Weins z.¬†B. Asmannsh√§user H√∂llenberg. F√ľr den Verbraucher ist jedoch nicht ersichtlich, ob es sich um eine Gro√ülage oder eine Einzellage handelt.
  • Zus√§tzliche Angaben wie z.¬†B. Trinktemperaturen, Speiseempfehlungen sind seit 2007 zul√§ssig.

Classic, Selection und Hochgewächs

Da der deutsche Wein in seiner Komplexit√§t aus Geschmacksgraden, Rebsorten und einem un√ľbersichtlichen Lagensystem nur schwierig vermarkten l√§sst, gibt es immer wieder Bestrebungen einer Vereinfachung der Kennzeichnung bei wiedererkennbarem Geschmacksbild.

Hochgewächs

Die Bezeichnung ‚ÄěHochgew√§chs‚Äú wurde 1987 f√ľr einen ‚ÄěTypenwein besonderer Herkunft‚Äú im Weingesetz verankert. Diese Bezeichnung ist allein dem Riesling vorbehalten, der die Q.b.A.- Qualit√§tsstufe aufweisen muss. Das Hochgew√§chs ist damit potentiell leichter als ein Riesling Kabinett. Hochgew√§chse m√ľssen einen nat√ľrlichen Alkohol-Gehalt haben, der mindestens 1,5 Prozent oder aber 7 Grad Oechsle √ľber dem Richtwert liegt, der f√ľr das Anbaugebiet gilt. Bei der Pr√ľfung zur amtlichen Pr√ľfnummer m√ľssen die Weine zumindest 3,0 (statt 1,5) Punkte erzielen.

Weintyp Classic

Der Classic-Wein wird als trockener Wein vermarktet, ist aber in seiner Definition eine Mischung aus trocken beziehungsweise halbtrocken. Dabei lautet die Vorgabe, dass der Restzuckergehalt maximal doppelt so hoch wie der S√§uregehalt des Weines sein darf, jedoch nie mehr als 15 Gramm/Liter betragen darf. Der nat√ľrliche Alkoholgehalt muss bei mindestens 12¬†%vol liegen. Ausnahme bilden die Moselweine, bei denen das Minimum bei 11,5¬†%vol liegt. Die Weine sollen die Typizit√§t einer Anbauregion verk√∂rpern. Auf die Angabe von Weinlagen wird verzichtet. Die Weine d√ľrfen nur aus einer einzigen Rebsorte hergestellt werden. Ausnahme bildet hier der w√ľrttembergische Trollinger mit Lemberger. Die Wahl der Rebsorten beschr√§nkt sich dabei auf klassische Rebsorten, die je Anbaugebiet definiert wurden. Trotzdem wurden einige Neuz√ľchtungen in die Liste aufgenommen:

  • Ahr: Fr√ľhburgunder, Riesling, Sp√§tburgunder
  • Baden: Grauburgunder, Gutedel, Riesling, Rivaner, Silvaner, Sp√§tburgunder, Wei√üer Burgunder
  • Franken: Domina, M√ľller-Thurgau, Silvaner, Sp√§tburgunder, Wei√üer Burgunder
  • Hessische Bergstra√üe: Grauburgunder, Riesling, Sp√§tburgunder, Wei√üer Burgunder
  • Mittelrhein: Grauburgunder, Riesling, Sp√§tburgunder, Wei√üer Burgunder
  • Mosel: Elbling, Grauburgunder, Riesling, Rivaner, Wei√üer Burgunder
  • Nahe: Dornfelder, Grauburgunder, M√ľller-Thurgau, Portugieser, Riesling, Scheurebe, Silvaner, Sp√§tburgunder, Wei√üer Burgunder
  • Pfalz: Dornfelder, Grauburgunder, Riesling, Rivaner, Sp√§tburgunder, Wei√üer Burgunder
  • Rheingau: Riesling
  • Rheinhessen: Dornfelder, Grauburgunder, Portugieser, Riesling, Rivaner, Silvaner, Sp√§tburgunder, Wei√üer Burgunder
  • Saale-Unstrut: Gew√ľrztraminer, Kerner, M√ľller-Thurgau, Portugieser
  • Sachsen: Gew√ľrztraminer, Grauburgunder, Riesling, Sp√§tburgunder, Wei√üer Burgunder
  • W√ľrttemberg: Dornfelder, Grauburgunder, Kerner, Lemberger, Riesling, Schwarzriesling, Silvaner, Sp√§tburgunder, Trollinger

Weintyp Selection

Der Selection-Wein wird ebenfalls als trockener Wein vermarktet. Der Restzuckergehalt darf maximal 9 Gramm/Liter betragen (beim s√§urebetonten Riesling max. 12 Gramm/Liter). Der nat√ľrliche Alkoholgehalt muss bei mindestens 12,2¬†%vol liegen. Die Weine d√ľrfen nur aus einer einzigen Rebsorte hergestellt werden. Das Traubenmaterial stammt aus einer Einzellage, die vom Winzer als geeignete Lage angemeldet werden muss. Vorgeschrieben sind ferner die Handlese sowie eine Ertragsbeschr√§nkung auf 60 Hektoliter/Hektar. Die Wahl der Rebsorten beschr√§nkt sich dabei auf klassische Rebsorten, die je Anbaugebiet definiert wurden. Auch hier wurden trotzdem diverse Neuz√ľchtungen in die Liste aufgenommen:

  • Ahr: Fr√ľhburgunder, Riesling, Sp√§tburgunder
  • Baden: Auxerrois, Chardonnay, Grauburgunder, Gutedel, M√ľller-Thurgau, Riesling, Saint Laurent, Schwarzriesling, Silvaner, Sp√§tburgunder, Wei√üer Burgunder
  • Franken: Grauburgunder, Rieslaner, Riesling, Silvaner, Sp√§tburgunder, Wei√üer Burgunder
  • Hessische Bergstra√üe: Grauburgunder, M√ľller-Thurgau, Riesling, Rivaner, Silvaner, Sp√§tburgunder, Wei√üer Burgunder
  • Mittelrhein: Grauburgunder, Riesling, Sp√§tburgunder, Wei√üer Burgunder
  • Mosel: Riesling
  • Nahe: Grauburgunder, Riesling, Sp√§tburgunder, Wei√üer Burgunder
  • Pfalz: Chardonnay, Gew√ľrztraminer, Grauburgunder, Rieslaner, Riesling, Schwarzriesling, Saint Laurent, Sp√§tburgunder, Wei√üer Burgunder
  • Rheingau: Riesling, Sp√§tburgunder
  • Rheinhessen: Chardonnay, Fr√ľhburgunder, Gew√ľrztraminer, Grauburgunder, Portugieser, Riesling, Silvaner, Sp√§tburgunder, Wei√üer Burgunder
  • Saale-Unstrut: Riesling, Silvaner, Sp√§tburgunder, Wei√üer Burgunder
  • Sachsen: Gew√ľrztraminer, Grauburgunder, Riesling, Sp√§tburgunder, Wei√üer Burgunder
  • W√ľrttemberg: Dornfelder, Grauburgunder, Kerner, Lemberger, Riesling, Schwarzriesling, Silvaner, Sp√§tburgunder, Trollinger

Fachsprache

Die deutschsprachige Fachterminologie des Weinbaus erfassen das Wörterbuch der deutschen Winzersprache und der Wortatlas der kontinentalgermanischen Winzerterminologie.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Gerald Kreucher: Der Kaiser Marcus Aurelius Probus und seine Zeit. Steiner, Stuttgart 2003, ISBN 3-515-08382-0 (Historia Einzelschriften 174).
  2. ‚ÜĎ Fuch√ü, Peter: Zur Geschichte der Niersteiner Gl√∂ck, einer ber√ľhmten Weinlage am Rhein. Jubil√§umsschrift 1250 Jahre Niersteiner Gl√∂ck. Oppenheim/Rhein: Eigenverlag der Landes-Lehr- und Versuchsanstalt f√ľr Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau 1992; .
  3. ‚ÜĎ Alltagswortschatz im Althochdeutschen
  4. ‚ÜĎ Seminararbeit, welche diese Legende weiterverbreitet
  5. ‚ÜĎ www.aryabhata.de Nachweis der Legende
  6. ‚ÜĎ Nachdem Kloster Kamp das Weingut in Moselwei√ü 1355 wegen finanzieller Schwierigkeiten verkaufen mussten, legten die M√∂nche im S√ľden der Kirche einen Weinberg an. In einer Chronik von 1483 ist mehrfach √ľber diesen Wein zu lesen, dass er mit Reizen gegeizt haben soll: ‚ÄěDer Kamper Wein bereitet am Tisch nur Pein‚Äú (lat: Vinum Campens non facit gaudia mense).
  7. ‚ÜĎ Militzer, Klaus: Der K√∂lner Weinhandel im sp√§ten Mittelalter. In: Stadt und Handel. Sigmaringen 1995. (= Stadt in der Geschichte. Bd. 22.), S. 23-47.
  8. ‚ÜĎ Friedrich Seidel: Das Armutsproblem im deutschen Vorm√§rz bei Friedrich List. In: K√∂lner Vortr√§ge zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte ‚Äď Heft 13, K√∂ln 1971, S. 4.
  9. ‚ÜĎ Rothmann, Michael: Die Frankfurter Messe als Weinhandelsplatz im Mittelalter. In: Weinbau zwischen Maas und Rhein in der Antike und im Mittelalter. Mainz 1997. (= Trierer historische Forschungen. 23.), S. 365-419.
  10. ‚ÜĎ Dachs, Hans: Zur Geschichte des Weinhandels auf der Donau von Ulm bis Regensburg. In: Verhandlungen des Historischen Vereins von Oberpfalz und Regensburg. 83. Regensburg 1933, S. 36-96.
  11. ‚ÜĎ Projekt Stein und Wein
  12. ‚ÜĎ Liste der Klassifizierungen von Rebsorten f√ľr die Weinherstellung (PDF)
  13. ‚ÜĎ Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes 2008(PDF)
  14. ‚ÜĎ Pressemitteilung Nr. 125 des BMELV vom 9. August 2006
  15. ‚ÜĎ Mit dem Ziel des optimalen Verbraucherschutzes wurde im November 2003 eine √Ąnderung der EG-Lebensmittelkennzeichnungsrichtlinie (2000/13/EG) verabschiedet.
  16. ‚ÜĎ Weinetikett:enth√§lt Ei, Fisch oder Milch¬†? Artikel in Der Deutsche Weinbau 21|07
  17. ‚ÜĎ Ergebnisse der Pr√ľfung mit dem Enzymallergosorbent-Test (EAST)

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