Deutscher Zollverein

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Deutscher Zollverein
Der Deutsche Zollverein 1834–1919
blau = zum Zeitpunkt der GrĂŒndung
grĂŒn = Erweiterungen bis 1866
gelb = Erweiterungen nach 1866
rot = Grenzen des Deutschen Bundes 1828
rosa = Relevante VerÀnderungen nach 1834

Der Deutsche Zollverein war ein Zusammenschluss deutscher Bundesstaaten fĂŒr den Bereich der Zoll- und Handelspolitik. Der Zollverein trat durch den am 22. MĂ€rz 1833 unterzeichneten Zollvereinigungsvertrag am 1. Januar 1834 in Kraft.

Der preußisch dominierte Zollverein löste den Zollvertrag zwischen Preußen und dem Großherzogtum Hessen (Preußisch-Hessischer Zollverein), den Mitteldeutschen Handelsverein und die SĂŒddeutsche Zollvereinigung ab. Neben Preußen umfasste der Zollverein zu Beginn das Großherzogtum Hessen, Kurhessen, Bayern, WĂŒrttemberg, Sachsen und die thĂŒringischen Einzelstaaten. Bis 1836 traten Baden, Nassau und Frankfurt dem Zollverein bei. 1842 erweiterte sich das Zollgebiet um Luxemburg, Braunschweig und Lippe, 1854 folgten Hannover und Oldenburg. Somit umfasste der Zollverein vor der GrĂŒndung des Norddeutschen Bundes circa 425.000 kmÂČ.

Ziel des Zollvereins war die Schaffung eines wirtschaftlichen Binnenmarkts und die Vereinheitlichung fiskalisch-ökonomischer Rahmenbedingungen. Politisch stĂ€rkte der Deutsche Zollverein die Vormachtstellung Preußens und förderte die Entstehung der kleindeutschen Lösung. Nach der GrĂŒndung des Deutschen Kaiserreichs gingen die Aufgaben des Vereins auf das Reich ĂŒber. Obwohl nicht Teil des Deutschen Reichs, gehörte Luxemburg ĂŒber die ZollvereinsvertrĂ€ge noch bis 1919 zum deutschen Zollgebiet.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung des Deutschen Zollvereins

Vorgeschichte und HintergrĂŒnde

Friedrich List. ÖlgemĂ€lde von Caroline Hövemeyer, 1839 (Heimatmuseum Reutlingen).

Die Zersplitterung in einzelne Territorien und LĂ€nder fĂŒhrte dazu, dass es in Deutschland um 1790 noch 1.800 Zollgrenzen gab. Allein innerhalb der preußischen Staaten gab es zu Beginn des 19. Jahrhunderts ĂŒber 67 lokale Zolltarife mit ebenso vielen Zollgrenzen. Bei einem Transport von Königsberg nach Köln beispielsweise wurde die Ware etwa achtzig mal kontrolliert.[1]

Im Zuge der Modernisierungsbewegung wĂ€hrend und nach der napoleonischen Ära schufen die deutschen Staaten, insbesondere die Rheinbundstaaten,[2] nach 1800 einheitliche zollfreie BinnenmĂ€rkte innerhalb ihres Staatsgebiets. In Bayern fĂŒhrte die Zollgesetzgebung zwischen 1799 und 1808 zur Schaffung eines einheitlichen Wirtschaftsraums, der zeitweise als der freieste in Europa galt.[3] Das Königreich WĂŒrttemberg folgte 1810, ein Jahr spĂ€ter entstand auch im Großherzogtum Baden ein einheitlicher Binnenmarkt. Im Vordergrund stand hierbei neben der sozialen und wirtschaftlichen Integration der durch die napoleonischen Reformen erheblich vergrĂ¶ĂŸerten Staatsgebiete weniger eine zukunftsgerichtete Wirtschaftspolitik als vor allem eine Steigerung der Staatseinnahmen. Da es noch keine Einkommensteuer gab, waren Verbrauchsteuern und Zölle die Haupteinnahmequellen der Staaten. Diese galt es zu sichern und nach Möglichkeit auszubauen.[4] Vereinzelt gab es bereits zu dieser Zeit Stimmen, die eine Abschaffung von Binnenzöllen und einen gemeinsamen deutschen Außenzoll forderten, so beispielsweise von Joseph Görres oder Freiherr vom Stein.[5]

Im Gegensatz zum Auftrag der Bundesakte gelang es dem 1815 gegrĂŒndeten Deutschen Bund nicht, die wirtschaftlichen VerhĂ€ltnisse in Deutschland zu vereinheitlichen. Der das Handelsgebiet betreffende Artikel 19 regelte lediglich, dass ĂŒber Handels- und Verkehrsfragen spĂ€ter zu beraten sei.[6] Zwar beschĂ€ftigte sich der Bundestag auf Initiative Badens 1819 und 1820 mit einer möglichen Zolleinigung, doch endeten die Beratungen ohne Ergebnis.

Die Überwindung der innerdeutschen Zölle vollzog sich daher außerhalb der Bundesorgane auf der Ebene der beteiligten Staaten selbst. Die zollpolitische Zersplitterung behinderte die industrielle Entwicklung und verteuerte den innerdeutschen Handel. Wichtige AnstĂ¶ĂŸe zu VerĂ€nderungen in diesem Bereich kamen von außen. Mit der Aufhebung der Kontinentalsperre standen deutsche Gewerbetreibende in direkter Konkurrenz mit der englischen Industrie. Ein Allgemeiner Deutscher Handels- und Gewerbeverein verlangte aus nachtrĂ€glich teilweise ĂŒbertrieben scheinender Furcht vor der entwickelten englischen Exportindustrie nach zollpolitischem Schutz. Ihr WortfĂŒhrer, der Nationalökonom Friedrich List, fĂŒrchtete, dass die deutsche Volkswirtschaft ansonsten als „WassertrĂ€ger und Holzhacker der Briten“[7] enden wĂŒrde. Vergleichbar zur Denkschrift von Karl Friedrich Nebenius aus dem Jahr 1819, die den badischen Initiativen beim Deutschen Bund zugrunde lag, forderte List im Namen des Allgemeinen Handelsvereins in einer weit verbreiteten Petition ĂŒber den Schutzzollgedanken hinaus einen Abbau der innerdeutschen Zollschranken:

„Achtunddreißig Zoll- und Mautlinien in Deutschland lĂ€hmen den Verkehr im Innern und bringen ungefĂ€hr dieselbe Wirkung hervor, wie wenn jedes Glied des menschlichen Körpers unterbunden wird, damit das Blut ja nicht in ein anderes ĂŒberfließe. Um von Hamburg nach Österreich, von Berlin in die Schweiz zu handeln, hat man zehn Staaten zu durchschneiden, zehn Zoll- und Mautordnungen zu studieren, zehnmal Durchgangszoll zu bezahlen. Wer aber das UnglĂŒck hat, auf einer Grenze zu wohnen, wo drei oder vier Staaten zusammenstoßen, der verlebt sein ganzes Leben mitten unter feindlich gesinnten Zöllnern und Mautnern, der hat kein Vaterland.“[8]

Dabei verfolgte List nicht nur ökonomische, sondern auch politische Ziele. FĂŒr List sollte ein ökonomisch geeinter Nationalstaat mit hohen Zollschranken nach außen und Freihandel nach innen den Deutschen Bund ersetzen. Der Erfolg der Initiative blieb zwar gering, förderte aber liberale Positionen, beeinflusste indirekt staatliche Maßnahmen und insbesondere in SĂŒddeutschland auch die spĂ€teren Verhandlungen zu einer Zollunion.[9]

Modernisierung der einzelstaatlichen Zollsysteme

Friedrich von Motz (preußischer Finanzminister bis 1830)

WirkungsmĂ€chtiger waren allerdings die zollpolitischen Maßnahmen Preußens. Auch in Preußen gab es AnknĂŒpfungspunkte an die Reformen der Rheinbundstaaten. So blieb etwa in den Preußen zugeschlagenen Gebieten des Königreichs Westphalen die Abschaffung der Binnenzölle bestehen. Das Zollgesetz dieses ehemaligen Staates wurde zum Vorbild der preußischen Zollgesetzgebung. DafĂŒr sorgte auch Hans Graf von BĂŒlow, der bis 1811 Finanzminister in Westfalen war und diese Position ab 1813 in Preußen einnahm. Hinzu kam wie auch in SĂŒddeutschland die Notwendigkeit, die neugewonnenen Territorien in das Staatsgebiet zu integrieren. Die sĂŒdwestdeutschen Staaten und Preußen wurden in der Folge fĂŒhrend bei der Modernisierung der Zollsysteme innerhalb der Staaten des Deutschen Bundes.[10]

Wie auch die territorial gewachsenen sĂŒddeutschen Mittelstaaten hatte die Regierung Preußens angesichts des zersplitterten Staatsgebiets ein Eigeninteresse an der Abschaffung von Zollgrenzen. Nach dem Wiener Kongress war der Kontrast zwischen den gewerblich entwickelten westlichen preußischen Provinzen Rheinland und Westfalen auf der einen Seite und den stark agrarisch geprĂ€gten ostelbischen Gebieten auf der anderen Seite besonders groß. Diese ungleichen Regionen galt es politisch und administrativ zusammenzufassen. Ein Aspekt dabei war die Zollpolitik. In Preußen selbst waren mit dem Zollgesetz von 1818 alle innerstaatlichen Handelsschranken gefallen. Nach außen hin wurde ein nur mĂ€ĂŸiger Schutzzoll erhoben. FĂŒr den Durchgangsverkehr wurden allerdings hohe Zölle fĂ€llig. Damit konnten sowohl die am Freihandel interessierten Großgrundbesitzer wie auch die von der auslĂ€ndischen Konkurrenz bedrohte gewerbliche Wirtschaft leben. Das preußische Zollgesetz war darĂŒber hinaus einfach, effizient und wurde anders als in frĂŒheren Zeiten von der Verwaltung konsequent angewandt. Es gab seit 1818 nur noch Einfuhr-, Ausfuhr- und Transitzölle, die, anders als bisher, ohne RĂŒcksicht auf Herkunfts- oder Bestimmungsland erhoben wurden. Von Zöllen ausgenommen waren Grundnahrungsmittel und Rohmaterialien. Gewerbliche GĂŒter wurden mĂ€ĂŸig besteuert. Eine Ausnahme bildeten recht hohe Abgaben auf Textilien. Am wichtigsten waren die Einnahmen fĂŒr gehobene Lebensmittel, Genussmittel und LuxusgĂŒter.

Das preußische Zollsystem wurde daher fĂŒr etwa ein halbes Jahrhundert mehr oder weniger zum Vorbild fĂŒr das Zollsystem in den deutschen LĂ€ndern. Trotz einiger VerĂ€nderungen und Aufweichungen im Detail blieben die Grundprinzipien bis in die Zeit des Kaiserreichs konstant. Noch 1871 stammten drei Viertel der Einnahmen aus Zoll auf GetrĂ€nke (Bier, Wein, Spirituosen usw.), Nahrungs- und Genussmittel (Kaffee und einige Kolonialwaren) sowie Tabakprodukte. Insgesamt lagen die Zölle in Preußen 1818 zwar höher als die der kleineren deutschen Staaten, aber deutlich niedriger als in Österreich, Frankreich oder Russland.[11]

Vor allem auf die kleineren Nachbarstaaten, die teilweise oder ganz vom preußischen Staatsgebiet umschlossen waren, fĂŒhrten insbesondere die Durchgangszölle zu einem Druck sich dem preußischen System anzuschließen. Als erstes schloss sich das Herzogtum Schwarzburg-Sondershausen dem preußischen Zollgebiet an. Andere Kleinstaaten folgten. Die ĂŒbrigen Staaten protestierten sofort gegen die Behinderung ihrer Wirtschaft. Sie kritisierten die Politik Preußens als partikularistische Aktion gegen die kleineren Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes. In den Mittelstaaten, insbesondere jenseits der Mainlinie und in Norddeutschland, fĂŒhrte die preußische Politik zunĂ€chst zu Bestrebungen, gegen die preußische Politik defensive regionale ZollbĂŒndnisse zu etablieren.[12]

GrĂŒndung und Vereinigung mehrerer ZollverbĂŒnde

Johann Friedrich Cotta spielte eine bedeutende Rolle bei der Entstehung zunĂ€chst der sĂŒddeutschen Zolleinigung und schließlich fĂŒr deren AnnĂ€herung an den preußisch-hessischen Zollverbund (Lithografie um 1830)

Bereits 1820 plante WĂŒrttemberg die GrĂŒndung eines Zollverbundes des Dritten Deutschland, also der mittelgroßen Staaten des Deutschen Bundes ohne Österreich und Preußen. Allerdings scheiterte das Vorhaben an den unterschiedlichen Interessen der angesprochenen LĂ€nder. WĂ€hrend das wirtschaftlich relativ hoch entwickelte Baden mit seinen langen Außengrenzen und guter Infrastruktur fĂŒr Freihandel eintrat, verlangte die bayerische Regierung einen Schutzzoll. Einziges Resultat der Verhandlungen war ein kurzlebiger Handelsvertrag zwischen Baden und Hessen-Darmstadt. Allerdings kam es in einer zweiten Verhandlungsrunde 1825 in Stuttgart zu einer Einigung zwischen WĂŒrttemberg und Bayern und der GrĂŒndung des SĂŒddeutschen Zollvereins. Als GegengrĂŒndung zu den preußischen AktivitĂ€ten entstand außerdem 1828 aus Hannover, Sachsen, Kurhessen und weiteren Staaten ein von Österreich, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden geförderter Mitteldeutscher Handelsverein. Die Staaten verpflichteten sich, nicht dem preußischen Verbund beizutreten, bildeten selbst aber keine Zollunion. Der Verein blieb letztlich erfolglos, weil es ihm nur um eine Wahrung des Status quo ging.[13]

Beeinflusst vor allem durch Finanzminister Friedrich von Motz sowie dessen Nachfolger Karl Georg Maaßen versuchte die preußische Regierung durch Druck oder durch finanziell lukrative Angebote bisher nicht gebundene Staaten, aber auch Mitglieder der konkurrierenden ZollverbĂŒnde zum Anschluss an das preußische System zu bewegen. Der erste grĂ¶ĂŸere Staat, der sich dem preußischen Zollgebiet anschloss, war 1828 das Großherzogtum Hessen. Bereits 1829 begann der Mitteldeutsche Zollverein auseinander zu brechen, als Kurhessen den Mitteldeutschen Zollverein verließ. Aus finanziellen GrĂŒnden ließ auch im SĂŒden und Westen Deutschlands der Widerstand gegen eine AnnĂ€herung an das preußische System nach. Der SĂŒddeutsche Zollverein hatte in finanzieller Hinsicht nicht die Erwartungen seiner GrĂŒnder erfĂŒllen können. Über 40% der Einnahmen wurden von Verwaltungskosten aufgezehrt.[14] WĂ€hrend im preußisch-hessischen Zollgebiet die Einnahmen pro Kopf der Bevölkerung bei 24 Groschen lagen, betrugen sie in Bayern und WĂŒrttemberg nur 9 1/2 Groschen.[15]

Daher kam es ebenfalls im Jahr 1829, nicht zuletzt vermittelt durch den Verleger Johann Friedrich Cotta, zu einem Vertrag zwischen dem preußischen und sĂŒddeutschen Zollverbund. Dieser sah die gegenseitige Zollfreiheit fĂŒr inlĂ€ndische Produkte vor. Der Druck auf die Regierungen wuchs zusĂ€tzlich, als im Gefolge der Revolutionsereignisse von 1830 zollpolitische Forderungen erhoben wurden. Das Königreich Hannover versuchte mit dem Ziel, eine zollpolitische preußische Vormachtstellung doch noch zu verhindern, den Deutschen Bund einzuschalten. Als dies misslang, begann Hannover mit der GrĂŒndung des Steuervereins einen eigenen Zollverbund aufzubauen.

Innerhalb dieser umfangreichen Verhandlungen zwischen den Staaten des Deutschen Bundes gelang es der preußischen Regierung, die meisten ĂŒbrigen deutschen Staaten fĂŒr das Projekt eines großen Zollvereins zu gewinnen. WĂ€hrend noch weit gediehene Verhandlungen mit anderen Staaten wie Baden liefen, schlossen sich mit Vertrag vom 22. MĂ€rz 1833 der preußische und sĂŒddeutsche Zollverbund offiziell zusammen.[16] Sachsen und die thĂŒringischen Staaten schlossen sich noch im selben Jahr an. Am 1. Januar 1834 trat dann der vorerst auf eine Dauer von acht Jahren angelegte Deutsche Zollverein in Kraft.

In den folgenden Jahren folgten Baden, Nassau, Oldenburg, die Freie Stadt Frankfurt und Luxemburg.[17] Hannover und Braunschweig als Mitglieder des Steuervereins folgten nach der Auflösung dieser Konkurrenzorganisation in den 1850er Jahren. Dadurch entstand eine mitteleuropÀische Freihandelszone von zunÀchst 25 (im Jahr 1842), spÀter 30 Millionen Einwohnern.[18]

Mitgliedsstaaten des Deutschen Zollvereins 1854[19]
Staat Beitritt Zugehörige Gebiete
Preußen 1834 Anhalt-Bernburg, Anhalt-Dessau, Anhalt-Köthen, Waldeck, Lippe-Detmold
Hessen-Darmstadt 1834 –
Hessen-Kassel 1834 –
Bayern 1834 –
WĂŒrttemberg 1834 Hohenzollern-Hechingen, Hohenzollern-Sigmaringen
Sachsen 1834 –
Zoll- und Handelsverein der ThĂŒringischen Staaten 1834 Sachsen-Weimar, Sachsen-Meiningen, Sachsen-Coburg und Gotha, Sachsen-Altenburg, Schwarzburg-Rudolstadt, Schwarzburg-Sondershausen, Reuß-Greiz, Reuß-Schleiz, Reuß-Lobenstein und Ebersdorf
Baden 1835 –
Nassau 1835 –
Frankfurt 1836 –
Braunschweig 1841 –
Luxemburg 1842 –
Hannover 1854 Schaumburg-Lippe
Oldenburg 1854 –

Von den Staaten des deutschen Bundes blieben außerhalb des Zollvereins Österreich, Liechtenstein, Holstein, Mecklenburg-Strelitz, Mecklenburg-Schwerin. Die beiden Mecklenburgs waren nach der ReichsgrĂŒndung als Deutsches Zollgebiet mittelbar am Zollverein beteiligt. Die HansestĂ€dte Hamburg, Bremen und LĂŒbeck traten 1888 dem Zollverein bei, blieben aber außerhalb des deutschen Zollgebiets. Zu diesen Staaten kamen nach dem Krieg von 1866 als unselbststĂ€ndige Gebiete Schleswig-Holstein als preußische Provinz und nach 1871 das Reichsland Elsaß-Lothringen hinzu.

Aufbau und Funktionsweise des Zollvereins

Preußisches Gesetzblatt mit Abdruck des Zollvereinigungsvertrags zwischen dem hessisch-preußischen und dem sĂŒddeutschen Zollverein vom 22. MĂ€rz 1833

Um den SouverĂ€nitĂ€tsanspruch der kleineren Staaten zu schonen, wurde bei den Verhandlungen ĂŒber die Strukturen des Vereins versucht, das Prinzip der Gleichberechtigung zu wahren. Oberstes Organ wurde die Zollvereinskonferenz, fĂŒr deren Entscheidungen Einstimmigkeit vorgeschrieben wurde und in der die einzelnen Staaten ein Vetorecht hatten. Die Konferenz tagte einmal jĂ€hrlich ĂŒber mehrere Monate bis hin zu einem halben Jahr. Der Tagungsort wechselte zwischen den Mitgliedsstaaten. Die von den Regierungen ernannten Delegierten waren dabei weisungsgebunden. Jeder Staat hatte im Prinzip eine Stimme. Einige kleinere Staaten wie etwa die freie Stadt Frankfurt oder die thĂŒringischen Staaten waren nicht selbst vertreten, sondern delegierten ihre Stimme. So war Frankfurt an Hessen-Nassau angebunden, die Kleinstaaten in ThĂŒringen grĂŒndeten zur Wahrnehmung ihrer Interessen den Zoll- und Handelsverein der ThĂŒringischen Staaten. Der Zollvereinsvertrag wurde zunĂ€chst auf acht Jahre abgeschlossen und verlĂ€ngerte sich automatisch, wenn er nicht von einem der Mitglieder gekĂŒndigt wurde. Eine einheitliche Zollverwaltung bestand nicht, die AusfĂŒhrung der BeschlĂŒsse blieb Sache der Behörden in den MitgliedslĂ€ndern. Als einzige zentrale Institution gab es das Zentral-RechnungsbĂŒro in Berlin, das fĂŒr die nach Kopfzahl der Bevölkerung anteilige Verteilung der Einnahmen sowie fĂŒr die Erstellung der Zollvereinsstatistik zustĂ€ndig war.

FĂŒr die gemeinsame Zollgesetzgebung waren die BeschlĂŒsse der Generalkonferenz bindend und benötigten keine weitere Ratifizierung durch die Einzelstaaten. WĂ€hrend es gelang, die Zollfragen im engeren Sinn einheitlich zu regeln, gelang dies in Fragen der Angleichung der Verbrauchssteuern, der staatlichen Monopole sowie der Standardisierung von Maßen, Gewichten und MĂŒnzen nur teilweise. Bei den Verbrauchssteuern schlossen sich nur einige Staaten dem preußischen System an, z. B. Sachsen und die thĂŒringischen LĂ€nder. Die Folge waren große Unterschiede, die auf der Ebene des Zollvereins zu Verwaltungsproblemen fĂŒhrten. Einen gewissen Ausgleich boten dabei Kompensationszahlungen, spĂ€ter wurde ein einheitlicher Transitzoll erhoben. Wo es noch Salz- und Spielkartenmonopole gab, kam es zu einem Importverbot. Die Folge war, dass etwa der Salzschmuggel zu einem dauernden Problem des Zollvereins wurde. Dies bedeutete, dass zumindest partiell der freie Binnenmarkt nicht vollstĂ€ndig ausgebildet war und es weiterhin noch Zollkontrollstellen innerhalb des Zollvereinsgebietes geben musste. In der Frage der Gewichte sah das Zollvereinsabkommen vor, dass die Mitgliedsstaaten sich fĂŒr die bayerischen oder preußischen Gewichte als Standard entscheiden sollten.

Von erheblicher Bedeutung waren Handelsabkommen mit auslĂ€ndischen Staaten. Zwar hatten sich Bayern und WĂŒrttemberg grundsĂ€tzlich das Recht vorbehalten, eigene Handelsabkommen zu schließen, nutzten dieses Recht aber nur selten. In der Regel wurden auf der jĂ€hrlichen Zollvereinskonferenz die Grundlinien eines Abkommens beschlossen, die konkreten Verhandlungen dann aber Preußen ĂŒberlassen, das teilweise weitere Regierungen beteiligte. Diese Regelung gab Preußen zwar ein starkes Gewicht, aber da die BeschlĂŒsse auch noch von den Einzelstaaten ratifiziert werden mussten, konnte dies zu erheblichen Konflikten fĂŒhren.[20]

Über die Rechtsnatur des Zollvereins gab es von Anfang an unterschiedliche Meinungen. So vertraten Georg Jellinek, Gerhard AnschĂŒtz und andere Staatsrechtler verschiedene Standpunkte, die von einem bloßen völkerrechtlichen Vertrag bis hin zu einer Staatenverbindung in Gestalt eines Staatenbundes reichten.[21] Einigkeit bestand lediglich darin, dass die Mitgliedstaaten des Zollvereins weiterhin souverĂ€ne Staaten waren und der Zollverein somit keine Staatenverbindung in Form eines Bundesstaates darstellte. Er war aber aufgrund seiner Organe und seiner im Völkerrechtsverkehr anerkannten VölkerrechtssubjektivitĂ€t mehr als ein bloßes VertragsverhĂ€ltnis der Einzelstaaten untereinander, andererseits aber angesichts seiner ausschließlich wirtschaftlichen Aufgaben ermangels ErfĂŒllung wesentlicher Aufgaben des Staatslebens auch kein Staatenbund.[22] Der Zollverein – mehr als ein schlichter Vertrag, weniger als ein Staatenbund – liegt damit in einem Bereich, der von den damaligen Kategorien nicht erfasst wurde und der heute von den Internationalen Organisationen abgedeckt wird. Zwar gehört der Zollverein neben der Zentralkommission fĂŒr die Rheinschifffahrt zu den ersten VorlĂ€ufern der Internationalen Organisationen, doch wĂ€re die Einordnung als Internationale Organisation anachronistisch, weshalb dem Zollverein die Bezeichnung als quasi-Staatenbund oder loser Staatenbund wohl am ehesten gerecht wird.

Konflikte und InteressengegensÀtze

Die VerĂ€nderungen der Zölle und anderer Regelungen im Gebiet des Zollvereins selbst verliefen angesichts unterschiedlicher Interessen keineswegs harmonisch. Erschwert wurde die Lösung nicht zuletzt durch das Vetorecht der Mitglieder. Die Konflikte hatten ĂŒber Sachfragen hinaus nicht selten auch eine machtpolitische Dimension. Bereits die erste vertraglich anstehende VerlĂ€ngerung 1842 wĂ€re beinahe gescheitert. Erst nach langwierigen Verhandlungen konnte der Vertrag auf weitere zwölf Jahre verlĂ€ngert werden.

Zehn Jahre spĂ€ter fĂŒhrte Preußen geheime Verhandlungen mit dem Königreich Hannover mit dem Ziel den norddeutschen Steuerverein in den Zollverein zu integrieren. Dies hĂ€tte allerdings VerĂ€nderungen des Zollvereinsabkommens nötig gemacht. BestĂ€rkt durch Österreich weigerten sich die sĂŒddeutschen Staaten dem zuzustimmen. Stattdessen versuchte die österreichische Regierung den Zollverein durch die Idee eines mitteleuropĂ€ischen Zollverbundes auseinanderzubrechen. Erst als Preußen seinerseits den Zollvertrag kĂŒndigte, konnte eine Einigung erzielt werden. Dasselbe wiederholte sich, als Preußen kurze Zeit spĂ€ter einen Handelsvertrag mit Österreich ausgehandelt hatte und die Mittelstaaten sich dem widersetzen. Erneut setzte die preußische Regierung VerĂ€nderungen im Zollvertrag mit Hilfe einer VertragskĂŒndigung durch. Eine Ă€hnliche Konstellation gab es zehn Jahre spĂ€ter, als Preußen mit Frankreich, angelehnt an den Cobden-Vertrag, 1862 ein neues Handelsabkommen aushandelte.[23] Dieses lief im Kern auf das Prinzip des Freihandels hinaus. Die Folge war aber, dass die Zolltarife in 161 Punkten gesenkt werden mussten. Obwohl die sĂŒddeutschen Staaten an den Verhandlungen beteiligt worden waren, weigerten sie sich, unterstĂŒtzt von Österreich, die VertrĂ€ge zu ratifizieren. Es dauerte drei Jahre, ehe diese Vereinbarungen[24] in Kraft treten konnten. Dies gelang auch nur, weil der gerade in Preußen an die Macht gekommene MinisterprĂ€sident Otto von Bismarck mit der NichtverlĂ€ngerung des Zollvereins drohte.

Bei allen Konflikten ist die grundsĂ€tzliche StabilitĂ€t bemerkenswert. Selbst als einige Mitgliedsstaaten im Deutschen Krieg 1866 auf gegnerischen Seiten standen, erhoben Bayern, WĂŒrttemberg und Hannover weiterhin die Zölle und sandten diese vertragsgemĂ€ĂŸ nach Berlin. Die preußische Regierung verteilte sie dann ebenso routinemĂ€ĂŸig anteilig an die Einzelstaaten. Ein Grund fĂŒr die StabilitĂ€t waren die fĂŒr alle Beteiligten bestehenden insbesondere finanziellen Vorteile.[25]

Bedeutung des Zollvereins

Wirtschaftliche Folgen

Zeitgenössische Darstellung gegen Zollgrenzen und Kleinstaaterei in Deutschland

Industrialisierung und Zollverein

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Zollvereinigung wurden sowohl von den Zeitgenossen, als auch in der Folge ĂŒberwiegend positiv wahrgenommen. Lange Zeit war daraufhin auch in der Forschung die These verbreitet, dass Industrieförderung der wesentliche Antrieb zur GrĂŒndung des Zollvereins gewesen sei. Zu dieser Meinung haben nicht zuletzt auch die Schriften von Friedrich List beigetragen. In Großbritannien sahen fĂŒhrende Politiker wie Palmerston durch die Zollvereinsmaßnahmen die gewerbliche Vormachtstellung ihres Landes in Gefahr.

FĂŒr diese These sprach scheinbar, dass sowohl die Landwirtschaft, wie auch die gewerbliche Wirtschaft und insbesondere die Industrie in den 1830er Jahren ein starkes Wachstum aufwiesen. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass der Zollverein nur eine Facette der VerĂ€nderungen in der deutschen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung im 19. Jahrhundert darstellte.

Zwar erleichterte der Zollverein die industrielle Entwicklung, es gingen aber kaum direkt wirksame Wachstumsimpulse in diesem Bereich von ihm aus. So konnte in neueren Forschungen gezeigt werden, dass von den neuen Zöllen keine unmittelbaren VerĂ€nderungen der Handelsströme oder der Import- und Exportpreise ausgingen. Im Bereich der Landwirtschaft war nicht der Zollverein der Grund fĂŒr den Aufschwung, sondern verschiedene seit langem eingeleitete StrukturverĂ€nderungen.[26]

Wirtschaftsstrukturelle Bedeutung des Zollvereins

Die Zollpolitik hat zum Eisenbahnbau und damit zum Durchbruch der Industrialisierung in Deutschland stark beigetragen (GemÀlde der Bonn-Cölner-Eisenbahn um 1844)
Titelseite von Lists Schrift „Über ein sĂ€chsisches Eisenbahn-System als Grundlage eines allgemeinen deutschen Eisenbahn-Systems und insbesondere ĂŒber die Anlegung einer Eisenbahn von Leipzig nach Dresden“, Leipzig 1833

Dennoch war der Zollverein auf mittlere Sicht von erheblicher Bedeutung fĂŒr die industrielle Entwicklung. Zum einen bildeten die Zollvereinseinnahmen in einigen Staaten ĂŒberhaupt erst die Basis, mit der Maßnahmen zur Modernisierung von Gesellschaft, Infrastruktur und Gewerbe bezahlt werden konnten. So finanzierte WĂŒrttemberg in den 1830er Jahren die Agrarreformen und Gewerbeförderungsmaßnahmen vor allem aus den nun reichlicher fließenden Zolleinnahmen.[27]

Die Zolleinigung beseitigte mit der Zersplitterung des deutschen Wirtschaftsraums eine Ursache fĂŒr den ökonomischen RĂŒckstand insbesondere gegenĂŒber England und schuf erstmals stabile handelspolitische VerhĂ€ltnisse. Dazu trug nicht zuletzt die allmĂ€hliche Übernahme des preußischen Handelsgesetzbuches durch die ĂŒbrigen Mitgliedsstaaten bei, nachdem die Frankfurter Nationalversammlung es nicht mehr geschafft hatte, ein gesamtdeutsches Gesetzbuch zu verabschieden.[28] 1861 wurde die Rechtsangleichung durch das Allgemeine Deutsche Handelsgesetzbuch abgeschlossen. Der Handelsvertrag von 1862 auf der Basis der MeistbegĂŒnstigungsklausel fĂŒhrte dazu, dass auch kleinere deutsche Staaten erstmals vertraglich garantierte Handelsbeziehungen mit den europĂ€ischen, aber auch außereuropĂ€ischen Staaten wie den USA oder Japan aufnehmen konnten. Allerdings war dieser Schritt nicht unumstritten. Vielmehr gab es von Anfang an Konflikte zwischen BefĂŒrwortern des Freihandels wie Preußen und den sĂŒddeutschen Staaten, die insbesondere fĂŒr ihre Textilprodukte Schutzzölle forderten. In der Praxis verfolgte der Zollverein eine differenzierte Politik. Neben Bereichen, in denen der freie Handel vorherrschte, gab es andere, in denen die Zölle eine protektionistische Rolle spielten. Dazu gehörte die Herstellung von RĂŒbenzucker, Baumwollprodukten und Eisenwaren.[29]

Wichtig war der Zollverein zudem durch die Schaffung neuer Erwartungshorizonte. Er verstĂ€rkte die Investitionsbereitschaft der Unternehmer und intensivierte die Verflechtung der Wirtschaftsregionen zu einem nationalen Markt. So stammten bereits 1837 ca. 87% der sĂŒddeutschen Importe an gewerblichen Fertig- und Halbfertigwaren aus Preußen und Sachsen.[30] Bereits vor der GrĂŒndung des Zollvereins fĂŒhrte die Konkurrenz der verschiedenen Zollvereinigungen und der Staaten untereinander zu höheren Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur. Dies gilt seit den 1830er Jahren vor allem fĂŒr den Eisenbahnbau, wo sich die Zollpolitik auf das Tempo des Ausbaus und die StreckenfĂŒhrung auswirkte. Neben der Bahn wurden auch Fernstraßen und das Binnenschifffahrtsnetz ausgebaut. Mit dem durch die Zollfreiheit auf mittlere Sicht ansteigenden Handelsvolumen wurde auch der weitere Ausbau der Eisenbahn nötig. Nach der Eröffnung der ersten deutschen Bahnstrecke 1835 mit einer Betriebsstrecke von 6 km wuchs das Streckennetz bis 1865 auf 14.690 km.[31] Dies wiederum hatte positive Folgen auf Bergbau, Eisenindustrie und Maschinenbau. Insgesamt sanken die Transportkosten erheblich. Der Verkehrsausbau vergrĂ¶ĂŸerte die Sicherheit insbesondere fĂŒr den Absatz von gewerblichen Massenprodukten und begrenzte wiederum das Investitionsrisiko gerade in den modernen Großbetrieben, verbesserte die Investitionsanreize und trug damit zum Ausbau der modernen Industrie bei. GrundsĂ€tzlich waren Zollverein und Eisenbahnbau zwei komplementĂ€re Prozesse, die Friedrich List bereits in den 1830er Jahren als „siamesische Zwillinge“ der Modernisierung in Deutschland gedeutet hatte. Der Anstieg des wirtschaftlichen Gesamtwachstums ĂŒberdeckte auch regionale Unterschiede, so dass trotz der insbesondere in den sĂŒddeutschen lĂ€ndlichen Regionen vereinzelt auftretenden Ängste einer „Innenkolonisierung“ alle Teilnehmer des Zollvereins, unabhĂ€ngig von ihrem ökonomischen Entwicklungsstand, an diesem Wachstum partizipierten.[32]

Auch die Zolltarifpolitik des Vereins hatte zumindest in den 1840er Jahren eine fördernde Wirkung auf die industrielle Entwicklung. Die moderaten Zölle auf Eisen und Garne schlossen einerseits notwendige Technologietransfers und den Import notwendiger Halb- und Fertigwaren aus Großbritannien nicht aus. Andererseits fĂŒhrten sie dazu, dass sich die Nachfrage zumindest in diesen wichtigen Gewerbebereichen auf Anbieter innerhalb des Vereinsgebiets richtete.[33]

Dies alles hatte erhebliche positive Wirkung auf den Außenhandel des Zollgebiets. Bereits in den 1820er Jahren war der Export der deutschen Volkswirtschaften angestiegen. Im Zollverein verstĂ€rkte sich dieser Trend nochmals. Auch die NettoĂŒberschĂŒsse des deutschen Außenhandels stiegen in den 1830er Jahren an, bevor in den 1840ern der Modernisierungsschub im Rahmen der industriellen Revolution in Deutschland die Einfuhr modernerer GĂŒter aus industrialisierteren LĂ€ndern und damit die Importwerte stark ansteigen ließ.[34]

Vereinheitlichung von Gewichten und WĂ€hrungen

Badischer Kronentaler von 1836, geprĂ€gt anlĂ€sslich des Beitritts zum Zollverein. Auf der RĂŒckseite sind die Wappen der Mitgliedsstaaten dargestellt - im Uhrzeigersinn von oben: Bayern, WĂŒrttemberg, Kurhessen, ThĂŒringische Staaten, Frankfurt, Nassau, Hessen-Darmstadt, Baden, Sachsen und Preußen.
Österreichischer Vereinstaler von 1866.
Preußischer Vereinstaler von 1866.

Da die Erhebung der Zölle im Zollverein auf gemeinschaftliche Rechnung erfolgte, wurde eine Angleichung der Gewichte zur Erhebung gleichmĂ€ĂŸiger Abgaben nötig. Noch vor Inkrafttreten des Zollvereins einigten sich einige Staaten 1833 auf ein einheitliches Zollgewicht. Als Einheit wurde das Zollpfund zu 500 Gramm eingefĂŒhrt. Eine AnnĂ€herung an das metrische System bedeutete die Definition des Zentners gemĂ€ĂŸ hessisch-badischem Maß als 50 Kilogramm. ZunĂ€chst galt das Zollgewicht nur im Verkehr der Staaten miteinander, erst ab 1858 begannen einige Staaten es auch als Handelsgewicht im Inneren einzufĂŒhren. Dem folgten im Laufe der Zeit die ĂŒbrigen Staaten. Nur Bayern hielt bis 1871 am Pfund zu 560 Gramm fest. Da die Maße fĂŒr die Zollberechnung kaum eine Rolle spielten, blieb deren Vielfalt bis zur GrĂŒndung des Norddeutschen Bundes groß.[35]

Die wesentlichen WĂ€hrungen des Deutschen Bundes basierten auf dem im sĂŒddeutschen Raum vorherrschenden Guldensystem oder auf dem nördlich des Mains vorherrschenden Talersystem. Die HansestĂ€dte rechneten zudem in MarkwĂ€hrungen. In den 1820er Jahren hatte Preußen bereits eine weitgehende Harmonisierung der TalerwĂ€hrungen erreicht. Der Zollverein verstĂ€rkte den Trend zur Harmonisierung der WĂ€hrungen und beförderte die Stellung des preußischen Talers.[36] Zwar gelang es dem Zollverein nicht, die zahlreichen umlaufenden WĂ€hrungen zu vereinheitlichen. Immerhin gelang jedoch durch eine Reihe von MĂŒnzvertrĂ€gen eine gewisse Angleichung der MĂŒnzsysteme.[37]

Im MĂŒnchener MĂŒnzvertrag von 25. August 1837 wurden ein einheitlicher 24Âœ-Guldenfuß fĂŒr die KurantmĂŒnzen sowie einheitliche ScheidemĂŒnzen bis herab zur Drei-Kreuzer-MĂŒnze in Bayern, WĂŒrttemberg, Baden, Nassau, Schwarzburg-Rudolstadt und anderen LĂ€ndern geschaffen. Vorausgegangen war die Außerkurssetzung der minderwertigen Halb- und ViertelkronentalerstĂŒcke. FĂŒr diese wurden die neuen einheitlichen Halb- (= 30 Kreuzer) und 1-Gulden-StĂŒcke (= 60 Kreuzer) geschaffen. Der Kronentaler (ca. 162 Kreuzer) wurde durch den Doppelgulden (= 120 Kreuzer) ersetzt.[38] Der Dresdner MĂŒnzvertrag vom 30. Juli 1838 fasste die sĂŒddeutsche GuldenwĂ€hrung im 24Âœ-Guldenfuß mit dem preußischen Taler (bzw. Reichstaler) im 14-Talerfuß zusammen. Es entstand eine in allen Staaten gĂŒltige „VereinsmĂŒnze“ zu 2 Talern = 3Âœ Gulden. Diese wurde bis 1. Januar 1841 in allen Vertragsstaaten eingefĂŒhrt.[39] Im Wiener MĂŒnzvertrag vom 24. Januar 1857 wurde der vormalige 14-Talerfuß auf Gewichtsmarkbasis in einen 30-Talerfuß auf Zollpfundbasis geĂ€ndert. Die einfachen (und doppelten) Taler wurden jetzt Vereinstaler genannt und waren bis 1907 in Deutschland als Drei-Mark-StĂŒcke kursfĂ€hig. Der Taler wurde HauptvereinsmĂŒnze und auch von den sĂŒddeutschen GuldenlĂ€ndern geprĂ€gt. Fast ganz Deutschland und Österreich prĂ€gten ab 1857 eine einheitliche, grobe KurantmĂŒnze: 2 Taler (norddeutsch) = 3Âœ Gulden (sĂŒddeutsch) = 3 Gulden (österreichisch) sowie die EinfachtalermĂŒnzen. Sogar Luxemburg (allerdings ohne eigene VereinsmĂŒnzen) und Liechtenstein (nur Einfachtaler von 1862) waren in dieser WĂ€hrungsunion mit Deutschland und Österreich zeitweilig vereinigt. Hinzu kam die EinfĂŒhrung einer goldenen Vereinshalb- und -kronenmĂŒnze, die allerdings nicht zum VorlĂ€ufer der Goldmark wurde.[40] Das WĂ€hrungsabkommen mit Österreich brach aber wieder zusammen, da es diesem Staat nicht gelang, die Inflation zu stoppen, diese vielmehr durch die Ausgabe von Papiergeld weiter verstĂ€rkte.[41]

Insgesamt entstand eine Art Taler-und-Gulden-WĂ€hrungsblock auf der Basis von Silber. Dagegen gelang es nicht, die Ausgabe von Banknoten zu zentralisieren. Diese blieb Sache der Einzelstaaten. In Preußen etwa war dafĂŒr die halbstaatliche Preußische Bank zustĂ€ndig. In der Praxis dominierten die preußischen Banknoten. Gegen die Herausgabe nichtkonvertibler Noten hatte der Verein zudem ein Verbot erlassen. Richard H. Tilly argumentiert, dass der Zollverein bei allen Grenzen die monetĂ€re Integration der deutschen Staaten deutlich beschleunigt habe.[42]

Fiskalische Folgen

Die fiskalischen Folgen des Zollvereins waren ebenfalls grundsĂ€tzlich positiv. Dabei entfiel ein Großteil der Einnahmen auf die Abgaben fĂŒr Kolonialwaren. Diese machten 1835 allein 55 % aller ZollgebĂŒhren aus.[43] Das Zolleinkommen stieg von 14,5 Mio. Talern im Jahr 1834 auf 27 Mio. Taler 1844 und ĂŒbertraf damit den Bevölkerungszuwachs in dieser Zeit erheblich.[44] Die Ergebnisse der einzelnen Mitgliedstaaten waren allerdings unterschiedlich. Preußen war zunĂ€chst ein Verlierer des Zollsystems. Mit Beginn des Zollvereins sanken die preußischen Steuereinnahmen um 25 %. Danach stiegen sie langsam wieder an und erreichten 1838 ihren alten Stand. Die meisten anderen LĂ€nder profitierten dagegen von Anfang an. So konnte Bayern seine Einnahmen bereits im ersten Jahr fast verdoppeln.[45] In den ersten zehn Jahren der Mitgliedschaft erhielt das Königreich insgesamt Zuweisungen nach Abzug der Kosten von 22 Mio. Gulden. Selbst die thĂŒringischen Kleinstaaten erzielten in diesem Zeitraum einen Überschuss von insgesamt 4 Mio. Gulden.[46] Auch spĂ€ter verzichtete Preußen zu Gunsten der ĂŒbrigen MitgliedslĂ€nder regelmĂ€ĂŸig auf Einnahmen, die ihm nach der Zahl seiner Bewohner eigentlich zugestanden hĂ€tten. Es waren in erster Linie diese finanziellen ZugestĂ€ndnisse, die dazu fĂŒhrten, dass auch die politische Macht Preußens anstieg.[47]

Politische Aspekte des Zollvereins

Die Modernisierung der Zollpolitik zunĂ€chst auf einzelstaatlicher Ebene, dann in den regionalen Zollvereinigungen und schließlich im Deutschen Zollverein hatte immer auch politische Motive.

WĂ€hrend der Heppenheimer Tagung diskutierten Liberale ĂŒber den Zollverein als Basis fĂŒr die deutsche Einheit (Der Tagungsort, der Gasthof „Zum halben Monde“ in einem Stahlstich von 1840).

Die nach der GrĂŒndung des Deutschen Reichs immer wieder, insbesondere von der borussischen Historiografie um Heinrich von Treitschke, betonte Funktion des Vereins als Motor der deutschen Einheit war kein hauptsĂ€chlicher Beweggrund der preußischen FĂŒhrung oder der Regierungen in den ĂŒbrigen Einzelstaaten. Die Chance, den Zollverein als Weg zu einem deutschen Nationalstaat zu nutzen, wurde stattdessen von der nationalliberalen Opposition in den Staaten des deutschen Bundes gesehen und propagiert. So stellte Hoffmann von Fallersleben bereits 1840 die ökonomischen Auswirkungen des Zollvereins in einen ironischen Kontrast zum Deutschen Bund. Nach einer AufzĂ€hlung von Waren endet das Lied „Der Deutsche Zollverein“[48] mit

„Und ihr andern deutschen Sachen,
Tausend Dank sei euch gebracht!
Was kein Geist je konnte machen,
Ei, das habet ihr gemacht:
Denn ihr habt ein Band gewunden
Um das deutsche Vaterland,
Und die Herzen hat verbunden
Mehr als unser Bund dies Band.“

– Hoffmann von Fallersleben: Unpolitische Lieder (1840).

David Hansemann stellte 1845 vor dem Provinziallandtag der Rheinprovinz den Antrag, bei den Kongressen des Zollvereins eine NationalreprĂ€sentation zu schaffen. Auch die Heppenheimer Tagung beschloss auf Anraten Hansemanns und Mathys 1847 ein politisches Programm, das den Zollverein zur Vereinheitlichung der wirtschaftlichen und politischen VerhĂ€ltnisse nutzen und durch die Schaffung eines Zollparlaments und einer Zollexekutive unter Umgehung des Deutschen Bundes eine einheitliche Regierung auf konstitutioneller Grundlage fĂŒr Deutschland schaffen wollte.[49] Eine Verfolgung dieser PlĂ€ne war allerdings durch die Revolution von 1848/49 und die Einberufung der Frankfurter Nationalversammlung nicht möglich.

Vielen Zeitgenossen, darunter insbesondere dem wesentlichen Förderer des Zollvereinsgedankens in der preußischen Regierung, Finanzminister Motz, war die politische Dimension der Zollunion allerdings von Anfang an bewusst. Motz sah den geplanten Zollverein bereits 1829 als Werkzeug zur Durchsetzung eines kleindeutschen Nationalstaats unter preußischer FĂŒhrung. Er schrieb „
wenn es staatswissenschaftliche Wahrheit ist, dass Zölle nur die Folge politischer Trennung verschiedener Staaten sind, so muss die Wahrheit auch sein, dass Einigung dieser Staaten zu einem Zoll- und Handelsverband zugleich auch Einigung zu ein und demselben politischen System mit sich fĂŒhrt.“[50] Auch der österreichische Außenminister Metternich erkannte frĂŒh die Gefahr fĂŒr die österreichische Monarchie und sah den Zollverein als „kleine[n] Nebenbund, [
] welcher nur zu bald sich daran gewöhnen wird, seine Zwecke mit seinen Mitteln in erster Linie zu verfolgen.“[51] Durch diese Bedrohung des Status Quo im Deutschen Bund und der Rolle Österreichs im deutschen MachtgefĂŒge hielt er ihn bereits 1833 fĂŒr eine „höchst nachteilige unheildrohende Erscheinung“[52] und versuchte, die Gefahr durch einen österreichischen Beitritt in den Zollverein abzuwenden.[53] Metternich war allerdings trotz der UnterstĂŒtzung des Handelsministers und österreichischer Industrieller nicht in der Lage, das im hochprotektionistischen Österreich vorhandene Misstrauen gegen Freihandel und liberale WirtschaftsansĂ€tze zu ĂŒberwinden, obwohl weitere Zeitgenossen einen politischen Machtzuwachs Preußens in Folge der ZollvereinsgrĂŒndung erwarteten.[54]

Insgesamt greift aber eine ausschließliche Interpretation des Zollvereins als preußisches Vehikel zur Erringung der Vormachtstellung in Deutschland zu kurz.[55] Vielmehr bildeten fĂŒr die meisten Staaten wirtschafts- und fiskalpolitische GrĂŒnde die Triebfeder fĂŒr den Beitritt. Den kleineren, meist hoch verschuldeten Staaten eröffneten die EinkĂŒnfte des Zollvereins politische SpielrĂ€ume. Dies galt umso mehr, als der Zollverein half, die Verwaltungskosten zu senken und gleichzeitig Einnahmen generierte, ĂŒber deren Verwendung die Exekutive keine Rechenschaft ablegen musste. Damit reduzierte der Zollverein den Einfluss der in einigen Staaten vorhandenen Kammerparlamente, die, wie beispielsweise die badische Zweite Kammer oder die bayerische Abgeordnetenkammer, Kontrollrechte fĂŒr den Bereich der Steuerpolitik, nicht aber bezĂŒglich der Zolleinnahmen besaßen.[56] In anderen Staaten war der Zollverein gar mit ein Grund, dass der Weg der Konstitutionalisierung von den FĂŒrsten nicht beschritten werden musste, so etwa in Preußen, wo aufgrund der finanziellen UnabhĂ€ngigkeit der Regierung das Verfassungsversprechen des Staatsschuldengesetzes von 1820 bis zur Einberufung des Vereinigten Landtages 1847 nicht erfĂŒllt werden musste.[57]

Auf mittlere Sicht kompensierte der Zollverein im Bewusstsein der Zeitgenossen in einem gewissen Umfang die fehlende nationale Einheit und wirkte gewollt oder ungewollt als Werkzeug der nationalen Integration. Dabei erschienen die liberalen Wirtschaftsinteressen weitgehend deckungsgleich mit denen des preußischen Obrigkeitsstaates. Allerdings gab es durchaus auch AnsĂ€tze, die wie Friedrich List eine Zollpolitik im großdeutschen Sinn vertraten oder wie Georg Waitz in der Frankfurter Nationalversammlung in einer auch Österreich umfassenden Zolleinigung die Grundlage fĂŒr eine dominierende Stellung in Europa sahen.[58] In der liberalen Öffentlichkeit wurde der Zollverein nach anfĂ€nglicher Skepsis vor allem in SĂŒdwestdeutschland, die insbesondere auf der Ablehnung der preußischen Vormachtstellung beruhte, ĂŒberwiegend positiv bewertet. WĂ€hrend der Deutsche Bund vielfach als Organisation der Restauration und Repression betrachtet wurde, galt der Zollverein als dynamisches und konstruktives Element im gesellschaftlichen Wandel. Die oben erwĂ€hnten Forderungen der Heppenheimer Tagung sind auch vor diesem Hintergrund zu sehen.

Als sich in den 1850er Jahren der Steuerverein an den Zollverein anschloss und es zum Abschluss eines Handelsvertrages mit der österreichischen Monarchie kam, schien zeitweise wirtschafts-, aber auch allgemeinpolitisch noch einmal die großdeutsche Lösung eine realistische Option zu sein. Diese Möglichkeit endete 1864, als Preußen durch seine KĂŒndigung des Vertrags auf einen freihĂ€ndlerischen Kurs drĂ€ngte. Die Neuverhandlung des Vertrages, bei der die preußische Regierung den Zollverein indirekt auch als Instrument in der Auseinandersetzung um die Hegemonie in Deutschland einsetzte, hatte zur Folge, dass Österreich 1865 zollpolitisch zum Ausland wurde.[59]

Der Zollverein in der Zeit der NationalstaatsgrĂŒndung

Palais Hardenberg in Berlin (Sitz des preußischen Abgeordnetenhauses, des Norddeutschen Reichstages und des Zollparlaments)

Die GrĂŒndung des Norddeutschen Bundes hatte erhebliche Folgen fĂŒr den Zollverein. Durch die Verfassung des Bundes hörten die bisherigen norddeutschen Staaten auf, Einzelmitglieder des Zollvereins zu sein. Dies machte eine völlige Neuordnung nötig. Die Grundlagen dafĂŒr wurden auf einer Zollvereinskonferenz im Juni 1867 gelegt. Abgeschlossen wurde der neue Vertrag am 8. Juli 1867 und trat am 1. Januar 1868 in Kraft.[60] Dieser nahm auf der Ebene der Zoll- und Handelspolitik einen einheitlichen Bundesstaat vorweg. Der neue Zollverein verfĂŒgte erstmals ĂŒber föderale Institutionen, die spĂ€ter auch das Kaiserreich besaß. Es gab einen Zoll-Bundesrat und ein Zollparlament als Legislative. Die von diesen Organen getroffenen MehrheitsbeschlĂŒsse waren fĂŒr alle Mitgliedsstaaten bindend, ein Veto gab es nicht mehr. AusfĂŒhrendes Organ war das ZollprĂ€sidium. Dieses lag beim preußischen König. Es bereitete HandelsvertrĂ€ge vor und ĂŒberwachte die Einhaltung der BeschlĂŒsse.

Wie eng der Zollverein dem Norddeutschen Bund verbunden war, zeigt die Struktur seiner Organe. Der Zollbundesrat als Vertretung der Mitgliedsstaaten war nichts anderes als der Bundesrat des norddeutschen Bundes, ergĂ€nzt um Vertreter der sĂŒddeutschen Staaten. Das Zollparlament wurde wie das des Norddeutschen Bundes durch allgemeine, gleiche und direkte Wahlen bestimmt. Das erste Parlament wurde gebildet, indem zu den Abgeordneten des Reichstages des Norddeutschen Bundes die Vertreter aus SĂŒddeutschland hinzugewĂ€hlt wurden.

Das Zollparlament trat zwischen 1868 und 1870 zu drei Sitzungsabschnitten zusammen. Dabei wurden Grundlagen fĂŒr eine wirtschaftliche Einheit geschaffen, an die das Deutsche Kaiserreich direkt anknĂŒpfen konnte. [61] Territorial kamen zu dieser auch als „Zweitem Zollverein“ bezeichneten Neuorganisation das Gebiet der Provinz Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Schwerins und Mecklenburg-Strelitz hinzu.[62] In dieser Zeit wurden auch einige der verbliebenen Sonderregelungen fĂŒr bestimmte GĂŒter aufgehoben. So verschwanden die einzelstaatlichen Salzmonopole 1867, und die letzten Rheinuferzölle wurden 1868 beseitigt.[63]

Vom Zollverein zum Zollgebiet

Durch die Reichsverfassung von 1871 wurde das deutsche Kaiserreich zu einem einheitlichen Zoll- und Handelsgebiet, wenngleich Hamburg und Bremen bis 1888 als FreihĂ€fen zunĂ€chst noch außerhalb des Zollgebietes blieben. Die ZollvereinsvertrĂ€ge blieben zwar bestehen, aber die Funktionen des Vereins gingen auf das Reich ĂŒber. Dem Reich standen die Zollgesetzgebung und die Zollerhebung an den Außengrenzen zu. Zu Beginn war das Reichskanzleramt fĂŒr die Wirtschaftspolitik zustĂ€ndig, spĂ€ter wurden eigene Ressorts geschaffen. Die legislativen Aufgaben ĂŒbernahm der Reichstag, der Zollverein wurde operativ ĂŒberflĂŒssig.[64] Ein Relikt war lediglich noch die durch die ZollvereinsvertrĂ€ge bedingte Zugehörigkeit Luxemburgs zum deutschen Zollgebiet, die erst 1919 durch den Versailler Vertrag beendet wurde.[65]

Der Zollverein in der Historiografie

Kartendarstellung von 1926, die den Zollverein als Bestandteil der deutschen Einigung interpretiert.[66]

Nach der Reichseinigung wurde der Zollverein von der preußischen Geschichtsschreibung als uneigennĂŒtzige Leistung Preußens zum Wohle Deutschlands beschrieben. Treitschke machte sich bei der Wertung des Zollvereins dabei teilweise die Wahrnehmungen der liberalen Opposition in den 1840ern zu eigen und deutete diese konservativ um. Mit dem Zollverein und dem Deutschen Bund hĂ€tten somit „zwei Gemeinwesen [bestanden]: ein Deutschland des Scheines, das in Frankfurt, ein Deutschland der ehrlichen Arbeit, das in Berlin seinen Mittelpunkt fand.“[67] Gustav Schmoller wĂŒrdigte ebenfalls die preußische Leistung, fokussierte hierbei jedoch den Aspekt der Industrieförderung statt der Nationalstaatspolitik.[68] Diese Sichtweise konnte sich teilweise bis in die 1970er Jahre halten. Wilhelm Treue sah die preußische Wirtschaftspolitik als entscheidenden Faktor der Industrialisierung an und bezeichnete vor diesem Hintergrund den Zollverein anknĂŒpfend an Schmoller und Wilhelm Roscher als „bedeutendstes Ereignis in der deutschen Geschichte“ zwischen 1815 und 1866.[69]

Da die deutsche Wirtschaftsgeschichtsschreibung noch lange von der historischen Schule der Nationalökonomie beeinflusst war, kamen erste NeuansĂ€tze der Forschung aus dem Ausland. Eine Pionierstudie war die Arbeit von William Otto Henderson aus dem Jahr 1939. Damit begann eine insgesamt differenziertere und nĂŒchternere Betrachtung des Gegenstands.[70] Radikal in Frage gestellt wurden die Ă€lteren Deutungen aus ideologischen GrĂŒnden in der DDR-Forschung. So sah beispielsweise Karl Obermann im Zollverein noch in den 1980ern lediglich ein ökonomisches ZugestĂ€ndnis der Reaktion an die Bourgeoisie zum eigenen Machterhalt.[71]

In der westdeutschen Forschung wurde das preußische Interpretationsmuster zwar vereinzelt in Frage gestellt, umfassende Untersuchungen zum Zollverein erschienen jedoch erst wieder zu Beginn der 1970er Jahre. Eine Ursache waren die politischen Debatten zwischen den BefĂŒrwortern der EWG auf der einen und der europĂ€ischen Freihandelsassoziation (EFTA) auf der anderen Seite. Beide Seiten versuchten dabei, ihre Positionen durch den Verweis auf den Deutschen Zollverein historisch zu legitimieren. WĂ€hrend die Verfechter der EWG auf die Vorreiterrolle des Zollvereins fĂŒr die politische Einigung hinwiesen, argumentierten die FĂŒrsprecher der Freihandelszone, dass der Zollverein auf liberale Weise die Einbindung in die Weltwirtschaft ermöglicht hĂ€tte.[72] An diese Diskussion knĂŒpfte Wolfram Fischer an, der den Zollverein als historisches Vorbild der EWG sah. Im Zuge seiner Untersuchungen wurde die fiskalpolitische Bedeutung des Zollvereins herausgearbeitet und abweichend von den Interpretationsmustern Treitschkes der Zollverein nicht als langfristig geplantes System, sondern als „System von Behelfen, das aufgebaut wurde, um dringenden BedĂŒrfnissen nachzukommen“[73] dargestellt.

Seither wurde in mehreren Arbeiten insbesondere die Vielschichtigkeit der ökonomischen VorgĂ€nge herausgearbeitet, in die der Zollverein eingewoben war und die sich gegenseitig beeinflussten. Zu den bedeutenderen jĂŒngeren Werken zĂ€hlen die Arbeiten von Hans-Werner Hahn. Die wirtschaftlichen Folgen neu beschrieben hat etwa Rolf H. Dumke.[74] Einig ist sich die neuere Forschung in der Vielschichtigkeit der Zielsetzungen, die mit dem Zollverein verbunden waren. Dabei herrscht die Tendenz vor, dass die GrĂŒndung kaum als Politik der Industrieförderung, sondern aus fiskalischen und machtpolitischen Interessen erfolgte. Dies schließt nicht den Befund aus, dass der Verein sehr wohl zur Förderung der gewerblichen Entwicklung beigetragen hat.[75] An diese Perspektive anknĂŒpfend wird der Zollverein von der Forschung heute als eine, aber eben nicht alleinige oder ausschlaggebende, wichtige Voraussetzung betrachtet, um den EntwicklungsrĂŒckstand der deutschen Staaten gegenĂŒber Großbritannien aufzuholen.[76]

Literatur

Quellen und zeitgenössische Literatur

SekundÀrliteratur

  • JĂŒrgen Angelow: Der Deutsche Bund. Wiss. Buchgesellschaft, Darmstadt 2003, ISBN 3-534-15152-6, S. 60–67.
  • Helmut Berding: Die Reform des Zollwesens in Deutschland unter dem Einfluss der napoleonischen Herrschaft. In: Geschichte und Gesellschaft. Heft 4 1980, S. 523–537.
  • Wolfram Fischer: Der deutsche Zollverein. Fallstudie einer Zollunion. In: Wolfram Fischer: Wirtschaft und Gesellschaft im Zeitalter der Industrialisierung. Göttingen, 1972, ISBN 3-525-35951-9, S. 110–128.
  • Wolfram Fischer: Der deutsche Zollverein, die europĂ€ische Wirtschaftsgemeinschaft und die Freihandelszone. In: Wolfram Fischer: Wirtschaft und Gesellschaft im Zeitalter der Industrialisierung. Göttingen, 1972, ISBN 3-525-35951-9, S. 129–138.
  • Hans-Werner Hahn: Geschichte des Deutschen Zollvereins. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1984, ISBN 3-525-33500-8.
  • Hans-Werner Hahn: Die industrielle Revolution in Deutschland. MĂŒnchen 2005, (=EDG, Band 49) ISBN 3-486-57669-0.
  • Thomas Nipperdey: Deutsche Geschichte 1800–1866. BĂŒrgerwelt und starker Staat. MĂŒnchen, 1998, ISBN 3-406-44038-X.
  • Richard H. Tilly: Vom Zollverein zum Industriestaat. Die wirtschaftlich-soziale Entwicklung Deutschlands 1834 bis 1914. DTV, MĂŒnchen 1990, (Deutsche Geschichte der neuesten Zeit) ISBN 3-423-04506-X.
  • Heinrich von Treitschke: Die GrĂŒndung des Deutschen Zollvereins. Leipzig 1913 (= AuszĂŒge aus Heinrich von Treitschke: Deutsche Geschichte im Neunzehnten Jahrhundert. BĂ€nde II–IV, Leipzig 1879–1894).
  • Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Band 2: Von der ReformĂ€ra bis zur industriellen und politischen Deutschen Doppelrevolution 1815–1845/49. C. H. Beck, MĂŒnchen 1989, ISBN 3-406-32262-X.
  • Wolfgang Zorn: Staatliche Wirtschafts- und Sozialpolitik und öffentliche Finanzen 1800–1970. In: Hermann Aubin und Wolfgang Zorn: Handbuch der deutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Band 2. Stuttgart 1976, ISBN 3-12-90014-9 (formal falsche ISBN), S. 148–197.

Einzelnachweise

  1. ↑ Friedrich Seidel: Das Armutsproblem im deutschen VormĂ€rz bei Friedrich List. In: Kölner VortrĂ€ge zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Heft 13, Köln 1971, S. 4.
  2. ↑ Helmut Berding: Die Reform des Zollwesens in Deutschland unter dem Einfluss der napoleonischen Herrschaft. In: Geschichte und Gesellschaft. Heft 4, 1980 S. 523–537.
  3. ↑ Hans Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Band 1: Vom Feudalismus des Alten Reiches bis zur defensiven Modernisierung der ReformĂ€ra 1700–1815. C. H. Beck, MĂŒnchen 1989, ISBN 3-406-32490-8, S. 380.
  4. ↑ Fischer: Fallstudie. S. 111f.; Wehler: Gesellschaftsgeschichte. Band 2, S. 126.
  5. ↑ Rudolf Renz: Deutscher Zollverein. In: Gerhard Taddey (Hrsg.): Lexikon der deutschen Geschichte. 2. Auflage, Kröner Verlag, Stuttgart 1983, S. 257.
  6. ↑ Siehe Bundesakte bei documentarchiv.de. Vgl. auch Hahn: Zollverein. S. 15.
  7. ↑ Friedrich List, zit. nach Wehler: Gesellschaftsgeschichte. Band 2, S. 133.
  8. ↑ Bittschrift des Allgemeinen Deutschen Handels- und Gewerbevereins an die Bundesversammlung vom 20. April 1819 gemĂ€ĂŸ Friedrich List: Schriften, Reden Briefe. Band 1, Berlin 1929. zit. nach Manfred Görtenmaker: Deutschland im 19. Jahrhundert. 4. Auflage. Leske+Budrich, Opladen 1994, S. 166, ISBN 3-8100-1336-6.
  9. ↑ Fischer: Fallstudie. S. 113; Nipperdey: BĂŒrgerwelt. S. 358.
  10. ↑ Berding, S. 535f.
  11. ↑ Fischer: Fallstudie. S. 119. Zur Zollpolitik Preußens bis zur GrĂŒndung des Zollvereins vergleiche: T. Ohnishi: Zolltarifpolitik Preußens bis zur GrĂŒndung des Zollvereins. Ein Beitrag zur Finanz- und Außenpolitik Preußens. Göttingen, 1973; Tilly, S. 39, zeitgenössisch: A. Villaume: Handbuch der Preußischen Steuer- und Zoll-Gesetzgebung mit besonderer BerĂŒcksichtigung auf den Gebrauch bei den Gerichten. (Mit Supplementband). Reimer, Berlin 1844.
  12. ↑ Tilly, S. 40.
  13. ↑ Angelow: Deutscher Bund. S. 63.
  14. ↑ Ferdinand Wallschmitt: Der Eintritt Badens in den deutschen Zollverein. Dissertation, Hanau 1904, S. 29.
  15. ↑ Fischer: Fallstudie. S. 120.
  16. ↑ Zollvereinigungsvertrag vom 22. MĂ€rz 1833 bei verfassungen.de.
  17. ↑ Vertrag ĂŒber den Anschluß des Großherzogthums Luxemburg an den deutschen Zoll- und Handelsverein vom 8. Februar 1842 im Verordnungs- und Verwaltungsblatt des Großherzogthums Luxemburg.
  18. ↑ Wehler: Gesellschaftsgeschichte. Band 2, S. 134 sowie Renz: Zollverein. S. 257; Fischer: Fallstudie. S. 113f., Angelow: Deutscher Bund. S. 64.
  19. ↑ im Wesentlichen nach Angelow: Deutscher Bund. S. 61
  20. ↑ Fischer: Fallstudie. S. 115–123.
  21. ↑ Ernst Rudolf Huber: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Band II: Der Kampf um Einheit und Freiheit 1830 bis 1850. 3. Auflage, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart [u.a.] 1988, § 26.
  22. ↑ Huber, der den Zollverein als Staatenbund qualifiziert, spricht bezĂŒglich dieses Punktes selbst relativierend von einem „quasi-Staatenbund“, siehe Huber, ebd.
  23. ↑ Ludwig Karl Aegidi und Alfred Klauhold: Die Krisis des Zollvereins urkundlich dargestellt. Beilage zu dem Staatsarchiv. Meissner, Hamburg 1862.
  24. ↑ Vertrag zwischen 
 die Fortdauer des Zoll- und Handelsvereins betreffend vom 16. Mai 1865 im Memorial des Großherzogthums Luxemburg.
  25. ↑ Fischer: Fallstudie. S. 114–118, S. 121–123.
  26. ↑ Tilly, S. 42–44.
  27. ↑ Willi A. Boelcke: Sozialgeschichte Baden-WĂŒrttembergs 1800–1989. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1989. (=Schriften zur politischen Landeskunde Baden-WĂŒrttembergs, Band 16), S. 38.
  28. ↑ Fischer: Fallstudie. S. 125.
  29. ↑ Fischer: Fallstudie. S. 124, Tilly, S. 45.
  30. ↑ Wehler: Gesellschaftsgeschichte. Band 2, S. 134.
  31. ↑ Gustav Stolper: Deutsche Wirtschaft seit 1870. 2. Auflage, TĂŒbingen 1966, S. 45, zit. nach Görtenmaker, S. 163.
  32. ↑ Wehler: Gesellschaftsgeschichte. Band 2, S. 135; Tilly, S. 48.
  33. ↑ Hahn: Die industrielle Revolution in Deutschland. S. 22f.; S. 80f. sowie Wehler: Gesellschaftsgeschichte. Band 2, S. 135.
  34. ↑ Wehler: Gesellschaftsgeschichte. Band 2, S. 139.
  35. ↑ Hermann Kellenbenz: Zahlungsmittel, Maße und Gewichte seit 1800. In: Handbuch der deutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Band 2, Klett, Stuttgart 1976, S. 954–958; dazu zeitgenössisch: Carl Ludwig Wilhelm Aldefeld: Die Maaße und Gewichte der deutschen Zoll-Vereins-Staaten und vieler anderer LĂ€nder und HandelsplĂ€tze in ihren gegenseitigen VerhĂ€ltnissen. Cotta, Stuttgart und TĂŒbingen 1838.
  36. ↑ Wehler: Gesellschaftsgeschichte. Band 2, S. 136.
  37. ↑ Fischer: Fallstudie. S. 118.
  38. ↑ MĂŒnchener MĂŒnzvertrag bei muenzen-lexikon.de.
  39. ↑ Dresdener MĂŒnzvertrag bei muenzen-lexikon.de.
  40. ↑ Wiener MĂŒnzvertrag bei muenzen-lexikon.de.
  41. ↑ Fischer: Fallstudie. S. 125.
  42. ↑ Zorn: Staatliche Wirtschafts- und Sozialpolitik. S. 150; Tilly, S. 47.
  43. ↑ Zorn, Wirtschafts- und Sozialpolitik. S. 150.
  44. ↑ Wehler: Gesellschaftsgeschichte. Band 2, S. 132.
  45. ↑ Fischer: Fallstudie. S. 123.
  46. ↑ Wehler: Gesellschaftsgeschichte. Band 2, S. 132.
  47. ↑ Fischer: Fallstudie. S. 123 sowie Wehler: Gesellschaftsgeschichte. Band 2, S. 132.
  48. ↑ August Heinrich Hoffmann von Fallersleben: Unpolitische Lieder. Hoffmann und Campe, Hamburg 1840, S. 46. Scan bei Google Books.
  49. ↑ Karl Mathy: Versammlung von Kammermitgliedern aus verschiedenen deutschen Staaten; [
]. In: Deutsche Zeitung. Heidelberg 1847, 17 (15. Oktober), S. 1. Vgl. auch Roland Hoede: Die Heppenheimer Versammlung vom 10. Oktober 1847. W. Kramer, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-7829-0471-0, S. 100ff., Wolfgang J. Mommsen: 1848. Die ungewollte Revolution. Die revolutionĂ€ren Bewegungen in Europa 1830–1849. Frankfurt 1998, ISBN 3-10-050606-5 S. 75.
  50. ↑ zit. nach Nipperdey: BĂŒrgerwelt. S. 359.
  51. ↑ zit. nach Wehler: Gesellschaftsgeschichte. Band 2, S. 131.
  52. ↑ zit. nach Wehler: Gesellschaftsgeschichte. Band 2, S. 131.
  53. ↑ Manfred Botzenhart: Reform, Restauration, Krise. Deutschland 1789–1847. Frankfurt, 1985. S. 95–104; Wolfram Siemann: Vom Staatenbund zum Nationalstaat. MĂŒnchen, 1995. S. 337–342; Wehler: Gesellschaftsgeschichte. Band 2, S. 131.
  54. ↑ Wehler: Gesellschaftsgeschichte. Band 2, S. 131.
  55. ↑ Wehler: Gesellschaftsgeschichte. Band 2, S. 125f.
  56. ↑ Wehler: Gesellschaftsgeschichte. Band 2, S. 372ff.
  57. ↑ Wehler: Gesellschaftsgeschichte. Band 2, S. 127, und Tilly, S. 40.
  58. ↑ Wolfgang J. Mommsen: Mitteleuropaidee und Mitteleuropaplanungen. In: Wolfgang J. Mommsen: Der Erste Weltkrieg. Anfang vom Ende des bĂŒrgerlichen Zeitalters. Bonn 2004, ISBN 3-89331-540-1 (formal falsche ISBN), S. 96f.
  59. ↑ Angelow: Deutscher Bund. S. 67.
  60. ↑ Vertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde, Bayern, WĂŒrttemberg, Baden und Hessen, die Fortdauer des Zoll- und Handelsvereins betreffend bei wikisource.
  61. ↑ Wolfram Siemann: Gesellschaft im Aufbruch. Deutschland 1848–1871. Frankfurt 1990. S. 289–291.
  62. ↑ Fischer: Fallstudie. S. 114.
  63. ↑ Zorn: Wirtschafts- und Sozialpolitik. S. 150.
  64. ↑ Zorn: Wirtschafts- und Sozialpolitik. S. 150.
  65. ↑ Artikel 40 des Versailler Vertrags (bei documentarchiv.de).
  66. ↑ Abbildung aus William R. Shepherd: The Historical Atlas. 1926, in der Online-Sammlung der University of Texas Libraries. Die Karte ist Teil einer Kartenserie mit der Überschrift „The Unification of Germany“ („Die deutsche Einigung“). Die territoriale Erweiterung des Zollvereins wird durch die Darstellung als wesentlicher Bestandteil der deutschen Einigung interpretiert. Durch die Wahl des Jahres der ReichsgrĂŒndung (1871) als Endpunkt wird die These noch verstĂ€rkt.
  67. ↑ Heinrich von Treitschke: Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert. Leipzig 1879–1894, zitiert nach Dieter Langewiesche: Europa zwischen Revolution und Restauration 1815–1849. 4. Auflage, Oldenbourg Verlag, MĂŒnchen 1994 (=Oldenbourg Grundriss der Geschichte (OGG), Band 13), S. 126.
  68. ↑ Langewiesche, OGG, S. 126.
  69. ↑ Wilhelm Treue: Gesellschaft, Wirtschaft und Technik Deutschlands im 19. Jahrhundert. In: Gebhardt: Handbuch der deutschen Geschichte. Band 3. 9. Auflage, Stuttgart 1970, S. 377–541, hier zit. nach Hahn: Industrielle Revolution. S. 76.
  70. ↑ William Otto Henderson: The Zollverein. London 1939 (2. Auflage 1959); vergl. Hahn: Industrielle Revolution. S. 80 und Langewiesche, OGG, S. 126.
  71. ↑ Karl Obermann: Deutschland von 1815 bis 1849. 5. Auflage, Berlin (Ost) 1983, zit. nach Langewiesche, OGG, S. 127.
  72. ↑ Wolfram Fischer: Der deutsche Zollverein, die europĂ€ische Wirtschaftsgemeinschaft und die Freihandelszone. In: Wolfram Fischer: Wirtschaft und Gesellschaft im Zeitalter der Industrialisierung. Göttingen 1972, ISBN 3-525-35951-9, S. 129.
  73. ↑ Fischer: Fallstudie. S. 128.
  74. ↑ Hans-Werner Hahn: Geschichte des deutschen Zollvereins. Göttingen, 1984; Rolf H. Dumke: Die wirtschaftlichen Folgen des Zollvereins. In: Werner Abelshauser und Dietmar Petzina (Hrsg.): Deutsche Wirtschaftsgeschichte im Industriezeitalter. Königsstein 1981. S. 241–273.
  75. ↑ vergl. etwa Richard H. Tilly: Vom Zollverein zum Industriestaat. Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Deutschlands 1834 bis 1914. MĂŒnchen 1990.
  76. ↑ Tilly, S. 189.

Weblinks

 Wikisource: Themenseite Zollverein â€“ Quellen und Volltexte
 Commons: Deutscher Zollverein â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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