Deutschösterreich

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Deutschösterreich
Deutschösterreich
(bis 21. Oktober 1919)
Republik √Ėsterreich
Amtssprache Deutsch
Hauptstadt Wien
Staatsform Republik ab 12. November 1918
Regierungsform Parlamentarische Demokratie
Staatsoberhaupt Vorsitzender des Staatsrates Karl Seitz
Regierungschef Staatskanzler Karl Renner, ab 7. Juli 1920 Michael Mayr
Fläche 118.311 (beansprucht) km²
Einwohnerzahl 10,37 Mio. (beansprucht)
W√§hrung √Ėsterreichische Krone
Unabhängigkeit 30. Oktober 1918
Zeitzone UTC+1 MEZ
Briefmarke mit Stempel 1922

Deutsch√∂sterreich (auch Deutsch-√Ėsterreich) war in der √Ėsterreichisch-Ungarischen Monarchie eine inoffizielle Bezeichnung der mehrheitlich deutsch besiedelten Gebiete der √∂sterreichischen L√§nder (Cisleithanien).

Mit der Wahl des Staatsrates und der ersten Staatsregierung am 30. Oktober 1918 sowie der Ausrufung der √∂sterreichischen Republik am 12. November 1918 zu Ende des Ersten Weltkrieges nannten die deutschsprachigen Abgeordneten des letzten Reichsrats, die zuvor am 21. Oktober 1918 als Nationalversammlung der deutschen Abgeordneten in Wien zusammengetreten waren, das von ihnen vertretene Gebiet offiziell Deutsch√∂sterreich. Am 12. November 1918 erkl√§rten sie den neuen Staat zur Republik und als Teil der deutschen Republik.

Der neue Staat musste aber am 10. September 1919 im Vertrag von Saint-Germain dem von den Siegern gew√ľnschten Staatsnamen Republik √Ėsterreich zustimmen und f√ľhrte diesen am Tag der Ratifizierung des Vertrages, dem 21. Oktober 1919, offiziell ein.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Mit der Aufl√∂sung der Doppelmonarchie (28.‚Äď31. Oktober 1918), dem milit√§rischen Zusammenbruch und der endg√ľltigen Niederlage der k. u. k. Armee im Ersten Weltkrieg (Waffenstillstand von Villa Giusti, 3. November 1918) war die Habsburgermonarchie am Ende. Als Kaiser von √Ėsterreich verzichtete Karl I. am 11. November 1918 ‚Äěauf jeden Anteil an den Staatsgesch√§ften‚Äú[1], zwei Tage sp√§ter erkl√§rte er als K√∂nig Karl IV. von Ungarn den gleichen Verzicht f√ľr das K√∂nigreich Ungarn.

Weder die √∂sterreichische noch die ungarische Reichsh√§lfte (Transleithanien) ‚Äď ab 31. Oktober voneinander unabh√§ngig ‚Äď wurde als Staat formell aufgel√∂st, aber auf ihren Territorien gr√ľndeten sich die neuen souver√§nen Staaten Tschechoslowakei (28. Oktober; von den Tschechen seit 1916 vorbereitet) und Deutsch√∂sterreich (30. Oktober 1918). Ungarn blieb nach einem Zwischenspiel als R√§terepublik ein verkleinertes K√∂nigreich ohne K√∂nig. Weite Gebiete wechselten zu Italien, dem neuen Staat der Slowenen, Kroaten und Serben, Rum√§nien und zu Polen, das als Staat aus Teilen Alt√∂sterreichs, Deutschlands und Russlands wiedererschaffen wurde.

Gr√ľndungsphase

Am 21. Oktober 1918 traten die zuletzt 1911 gew√§hlten Reichsratsabgeordneten des deutschen √Ėsterreich[2] im nieder√∂sterreichischen Landhaus in Wien als Nationalversammlung der deutschen Abgeordneten[3] zusammen. Zu dieser konstituierenden Sitzung kamen von den insgesamt 516 Reichsratsabgeordneten die 208 Vertreter jener Gebiete der ehemaligen Monarchie zusammen, die √ľberwiegend deutsch (heute meist als deutschsprachig bezeichnet) besiedelt waren.[4] Es handelte sich um 65 christlichsoziale und 37 sozialdemokratische Abgeordnete sowie 106 Vertreter deutschnationaler und liberaler Gruppierungen.[5]

Zu Pr√§sidenten der Versammlung wurden Franz Dinghofer (Deutschnationale Bewegung), Jodok Fink (Christlichsoziale Partei) und Karl Seitz (Sozialdemokratische Arbeiterpartei) gew√§hlt.[6] F√ľr sich selbst beschloss die Versammlung den Namen Provisorische Nationalversammlung f√ľr Deutsch√∂sterreich,[7] womit die amtliche Staatsbezeichnung festgelegt war.

Karl Seitz, in den Gr√ľndungsjahren der Republik Staatsoberhaupt, erkl√§rte nach seiner Wahl: ‚ÄěWir legen heute den Grundstein f√ľr ein neues Deutsch√∂sterreich. Dieses neue Deutsch√∂sterreich wird errichtet werden nach dem Willen des deutschen Volkes.‚Äú[8] Speziell die Sozialdemokraten und die Gro√üdeutschen verbanden damals mit dem Begriff ‚Äě√Ėsterreich‚Äú die vergangene Habsburgermonarchie. Karl Renner hatte daher in seinem im Oktober 1918 entstandenen, vor der Beschlussfassung mehrfach ge√§nderten Entwurf zur provisorischen Verfassung den neuen Staat als ‚ÄěS√ľdostdeutschland‚Äú bezeichnet.[9] Auch Vorschl√§ge wie ‚ÄěHochdeutschland‚Äú, ‚ÄěDeutsches Bergreich‚Äú, ‚ÄěDonau-Germanien‚Äú, ‚ÄěOstsass‚Äú, ‚ÄěOstdeutscher Bund‚Äú, ‚ÄěDeutschmark‚Äú, ‚ÄěTeutheim‚Äú, ‚ÄěTreuland‚Äú, ‚ÄěFriedeland‚Äú oder ‚ÄěDeutsches Friedland‚Äú waren als Vorschl√§ge in Umlauf.[10] Schlie√ülich setzten sich die christlichsozialen Politiker durch, die den √Ėsterreich-Begriff nicht v√∂llig aufgeben wollten.

Von der Provisorischen Nationalversammlung wurden:

  • die Gebietsgewalt √ľber alle deutschsprachigen Gebiete der ehemaligen Monarchie beansprucht,
  • die Wahl der konstituierenden Nationalversammlung angek√ľndigt (sie fand am 16. Februar 1919 statt),
  • aus der Mitte der Abgeordneten am 30. Oktober 1918 ein Vollzugsausschuss, der Staatsrat, mit den drei Pr√§sidenten der Nationalversammlung und 20 weiteren Mitgliedern (darunter der Staatskanzler und der Staatsnotar), gew√§hlt und
  • weitere f√ľnf Aussch√ľsse der Provisorischen Nationalversammlung konstituiert.[11]

Parallel dazu organisierten sich die anderen Nachfolgestaaten der ehemaligen Doppelmonarchie. Am 24. Oktober erkl√§rten galizische Politiker, ein gemeinsames Parlament in Wien sei ab sofort sinnlos. Tschechische Politiker gr√ľndeten am 28. Oktober 1918 die Tschechoslowakische Republik, Kroatien, Serbien und Slowenien bildeten am 29. Oktober das K√∂nigreich der Serben, Kroaten und Slowenen (ab 1929 K√∂nigreich Jugoslawien). Am 31. Oktober erkl√§rte das K√∂nigreich Ungarn die Realunion mit √Ėsterreich f√ľr beendet.

Der neue Staat

Erste Regierung

Am 30. Oktober 1918 w√§hlte die Provisorische Nationalversammlung unter Vorsitz von Karl Seitz die erste Staatsregierung, womit die Staatswerdung abgeschlossen war. Staatskanzler der Konzentrationsregierung aus Sozialdemokraten, Christlichsozialen und Gro√üdeutschen wurde der Sozialdemokrat Karl Renner. Gleichzeitig amtierte in den ersten Novembertagen 1918 noch die kaiserlich-k√∂nigliche Regierung Heinrich Lammasch, deren Zust√§ndigkeitsbereich sich innerhalb einer Woche von ganz Cisleithanien auf das verkleinerte neue √Ėsterreich reduziert hatte. Sie administrierte die Aufl√∂sung des fr√ľheren Staatsgebietes, soweit sie von Wien aus zu beeinflussen war, und √ľbergab ihre Agenden sukzessive der neuen Regierung.

Klärung der Staatsform

Die Verzichtserkl√§rung Kaiser Karls I. von √Ėsterreich, 11. November 1918; zwei Tage sp√§ter gab der Monarch als K√∂nig Karl IV. von Ungarn eine √§hnliche Erkl√§rung ab.
(Kopie ausgestellt im Heeresgeschichtlichen Museum Wien, das Original wurde beim Brand des Wiener Justizpalastes 1927 vernichtet)

Der neue Staat hatte seine Staatsform vorerst offen gelassen. Sozialdemokraten pl√§dierten f√ľr die Republik, die Christlichsozialen konnten sich den Kaiser vorerst noch als ‚Äělebensl√§nglichen Volksanwalt‚Äú, wie Ignaz Seipel die Funktion in einem Zeitungsbeitrag beschrieb, vorstellen. Letztlich nahmen auch die Christlichsozialen von monarchischen Staatsformen Abstand. Ihre Spitzenpolitiker arbeiteten gemeinsam mit Renner und Vertretern der wenige Stunden sp√§ter entlassenen k. k. Regierung an der Erkl√§rung, die der zur vollst√§ndigen Abdankung nicht bereite Kaiser abgeben sollte, um einen Konflikt des Monarchen mit den Repr√§sentanten des republikanischen Staates zu vermeiden.

Am 11. November 1918 unterzeichnete Kaiser Karl I. in Schloss Sch√∂nbrunn die so genannte Verzichtserkl√§rung. Die Schl√ľssels√§tze dieser Erkl√§rung lauteten:

‚ÄěIm voraus erkenne ich die Entscheidung an, die Deutsch√∂sterreich √ľber seine k√ľnftige Staatsform trifft. Das Volk hat durch seine Vertreter die Regierung √ľbernommen. Ich verzichte auf jeden Anteil an den Staatsgesch√§ften.‚Äú

‚Äď Wiener Zeitung, Nr. 261, Extra-Ausgabe, 11. November 1918

In der Erkl√§rung enthob der Kaiser von √Ėsterreich weiters seine Regierung ihres Amtes; noch am gleichen Abend √ľbersiedelte er nach Eckartsau in den Donauauen, in ein Schloss im Privateigentum der Habsburgischen Familienstiftung.

Proklamation der Republik

Zu diesem Zeitpunkt war f√ľr den 12. November von den neuen Politikern l√§ngst die Ausrufung der Republik vereinbart worden: Die Provisorische Nationalversammlung trat im bis dahin dem ‚Äď sich am gleichen Tag de facto selbst aufl√∂senden ‚Äď Reichsrat unterstehenden Parlamentsgeb√§ude zusammen und beschloss mit nur zwei Gegenstimmen das Gesetz √ľber die Staats- und Regierungsform von Deutsch√∂sterreich.[12] Das Gesetz z√§hlt zu den wesentlichen Bausteinen der Bundesverfassung des neuen Staates.

Die ersten beiden Artikel lauteten:

Artikel 1
Deutschösterreich ist eine demokratische Republik. Alle öffentlichen Gewalten werden vom Volke eingesetzt.
Artikel 2
Deutschösterreich ist ein Bestandteil der Deutschen Republik. Besondere Gesetze regeln die Teilnahme Deutschösterreichs an der Gesetzgebung und Verwaltung der Deutschen Republik sowie die Ausdehnung des Geltungsbereiches von Gesetzen und Einrichtungen der Deutschen Republik auf Deutschösterreich.

Die öffentliche Proklamation der Republik war von Tumulten begleitet, bei denen aus den vor dem Parlament gehissten rot-weiß-roten Fahnen der weiße Streifen herausgerissen wurde.

Gebietsanspr√ľche

Von der Nationalversammlung beanspruchtes Staatsgebiet der Republik Deutsch√∂sterreich (1918‚Äď1919)

Die Provisorische Nationalversammlung erhob Anspruch auf ‚Äědie Gebietshoheit √ľber das geschlossene Siedlungsgebiet der Deutschen innerhalb der im Reichsrat vertretenen K√∂nigreiche und L√§nder‚Äú. Die proklamierte Republik umfasste 118.311 km¬≤ und 10,37 Mio. Einwohner, bestehend aus:

Auf Deutsch-Westungarn (sp√§ter Burgenland) wurde im Sinne des Selbstbestimmungsrechtes der V√∂lker politisch, nicht aber rechtlich Anspruch erhoben. Der rechtliche Anspruch √Ėsterreichs entstand erst im Oktober 1919 mit dem Staatsvertrag von Saint-Germain-en-Laye und wurde 1921 weitgehend eingel√∂st.

Das Ende des Staatskonzepts Deutschösterreichs

Zeitungsmarken 1920

Es stellte sich bereits im Fr√ľhjahr 1919 heraus, dass das Staatskonzept Deutsch√∂sterreichs nicht realisierbar war. Es gelang dem Kriegsverlierer √Ėsterreich nicht, all jene Gebiete des fr√ľheren kaiserlichen √Ėsterreich in einem Staat zusammenzufassen, auf die er Anspruch erhob. S√ľdtirol, seit dem 3. November 1918 bereits italienisch besetzt, wurde schlie√ülich von Italien formal annektiert; die mehrheitlich deutsch besiedelten Gebiete B√∂hmens und M√§hrens waren von der Tschechoslowakei besetzt worden und fielen letztendlich ihr zu. Auch der Zusammenschluss mit der Weimarer Republik, der unter anderem unter Berufung auf das von US-Pr√§sident Woodrow Wilson formulierte Selbstbestimmungsrecht der V√∂lker angestrebt wurde, konnte nicht realisiert werden.

Schon 1911 waren in der Provisorischen Nationalversammlung 85 der 208 teilnehmenden (Reichsrats-)Abgeordneten in Gebieten gew√§hlt worden, in denen jedoch die Konstituierende Nationalversammlung am 16. Februar 1919 nicht mitgew√§hlt werden konnte. Das neu gew√§hlte Parlament ‚Äď 72 Sozialdemokraten, 69 Christlichsoziale, 26 Vertreter deutschnationaler Gruppierungen, ein Tscheche, ein b√ľrgerlicher Demokrat, ein Zionist ‚Äď nahm sodann von der urspr√ľnglichen Absicht der provisorischen Verfassung Abstand, f√ľr die von Deutschen besiedelten Gebiete Tschechiens, deren Bewohner nicht mitw√§hlen konnten, ernannte Volksvertreter einzusetzen. Dies h√§tte zu enormen au√üenpolitischen Problemen gef√ľhrt.[13]

Der erste Zusammentritt der Nationalversammlung ohne sie bewirkte die Demonstration der Sudetendeutschen am 4. M√§rz 1919. Renner rechnete am 5. M√§rz 1919 in der zweiten Sitzung vor, dass rund vier Millionen ‚Äěunzweifelhaft deutsche Einwohner‚Äú, das seien ‚Äěmehr als die ganze Schweiz Einwohner hat‚Äú, daran gehindert worden seien, das neue Parlament Deutsch√∂sterreichs mitzuw√§hlen; damit habe man ‚Äěeine Teilung Deutschlands‚Äú bewirkt. Im Einzelnen nannte der Staatskanzler:[14]

  • Deutschb√∂hmen mit 14.496 km¬≤ und 2,23 Mio. Einwohnern
  • B√∂hmerwaldgau (an Ober√∂sterreich anzuschlie√üen) mit 3.280 km¬≤ und 183.000 Einwohnern
  • Provinz Sudetenland mit 6.533 km¬≤ und 678.800 Einwohnern
  • Kreis Deutsch-S√ľdm√§hren mit 1.840 km¬≤ und 173.000 Einwohnern
  • Sprachinsel Br√ľnn mit 140.000 Einwohnern
  • Sprachinsel Olm√ľtz mit 48.000 Einwohnern
  • Sprachinsel Iglau mit 37.000 Einwohnern
  • An Nieder√∂sterreich anzuschlie√üende s√ľdm√§hrische Gemeinden mit 385 km¬≤ und 22.900 Einwohnern
  • Im Norden somit 27.022 km¬≤ und 3.515.509 Einwohner
  • Deutsch-S√ľdtirol mit 6.496 km¬≤ und 250.861 Einwohnern

Am 10. September 1919 unterzeichnete Staatskanzler Renner den Vertrag von Saint-Germain, der als ‚ÄěDiktat der Siegerm√§chte‚Äú bezeichnet wurde (vgl. Pariser Vorortvertr√§ge) und die gr√∂√ütenteils bereits erfolgte Aufl√∂sung der √∂sterreichischen Reichsh√§lfte juristisch regelte. Mit der Ratifizierung des Vertrages durch die Nationalversammlung am 21. Oktober wurde der Name des Landes gem√§√ü den Vertragsbestimmungen von Staat Deutsch√∂sterreich auf Republik √Ėsterreich ge√§ndert.

Den Bestrebungen zum Zusammenschluss mit dem republikanischen Deutschen Reich stand das ‚ÄěAnschlussverbot‚Äú entgegen, das sowohl im Vertrag von Saint-Germain f√ľr √Ėsterreich (Artikel 88: ‚ÄěDie Unabh√§ngigkeit √Ėsterreichs ist unab√§nderlich, es sei denn, da√ü der Rat des V√∂lkerbundes einer Ab√§nderung zustimmt. [‚Ķ]‚Äú) als auch im Versailler Vertrag f√ľr das Deutsche Reich (Artikel 80: ‚ÄěDeutschland erkennt die Unabh√§ngigkeit √Ėsterreichs innerhalb der durch Vertrag zwischen diesem Staate und den alliierten und assoziierten Hauptm√§chten festzusetzenden Grenzen an und verpflichtet sich, sie unbedingt zu achten [‚Ķ]‚Äú) festgehalten wurde. Die Siegerm√§chte des ‚ÄěGro√üen Krieges‚ÄĚ wollten damit ein neues √ľberm√§chtiges Deutschland verhindern.

Abgesehen von den nicht erreichten Zielen wurden im Friedensvertrag die K√§rntner Gebiete Mie√ütal und Unterdrauburg Slowenien und das seit November 1918 von Italien besetzte Kanaltal mit Tarvis Italien zugesprochen, Feldsberg und Gm√ľnd-B√∂hmzeil in Nieder√∂sterreich der Tschechoslowakei. Die Untersteiermark, der s√ľdlichste Teil der historischen Steiermark, schloss sich ‚Äď vom steirischen Landtag mit Bedauern zur Kenntnis genommen[15] ‚Äď Ende Oktober 1918 dem neu entstandenen Staat der Slowenen, Kroaten und Serben an. Andererseits wurde im Vertrag Deutsch-Westungarn √Ėsterreich zugesprochen und im Herbst 1921 angeschlossen; das Gebiet von √Ėdenburg, nat√ľrliche Hauptstadt des Gebiets, blieb auf Grund der Volksabstimmung 1921 im Burgenland bei Ungarn.

Karl Renner verfasste 1920 eine Hymne, Deutschösterreich, du herrliches Land, die den nicht mehr staatsoffiziellen Landesnamen enthielt. Die Komposition wurde allerdings nie offiziell zur Nationalhymne erklärt. Die Sozialdemokratische Arbeiter-Partei Deutschösterreichs änderte hingegen ihren Namen nicht.

Siehe auch

Literatur

  • Karl Glaubauf: Die Volkswehr 1918‚Äď20 und die Gr√ľndung der Republik. St√∂hr-Verlag, Wien 1993, ISBN 3-901208-08-9.
  • Zbynek A. Zeman: Der Zusammenbruch des Habsburgerreiches 1914‚Äď1918. Verlag f√ľr Geschichte und Politik/Oldenbourg, Wien/M√ľnchen 1963 (Original: The Break-Up of the Habsburg Empire. Oxford University Press, 1961).
  • Norbert Leser: Eine Revolution, die keine war, Wiener Zeitung, 8. November 2008.
  • Rudolf Neck (Hrsg.): √Ėsterreich im Jahre 1918. Berichte und Dokumente. Verlag Oldenbourg, M√ľnchen 1968.
  • Bundesministerium f√ľr Unterricht (Hrsg.): √Ėsterreich, freies Land ‚Äď freies Volk. Dokumente. √Ėsterr. Bundesverlag, Wien 1957.
  • Friedrich Funder: Vom Gestern ins Heute. Aus dem Kaiserreich in die Republik. Verlag Herold, Wien 1971¬≥.
  • Wilhelm Brauneder: Deutsch-√Ėsterreich 1918. Die Republik entsteht. Amalthea Verlag, Wien/M√ľnchen 2000, ISBN 3-85002-433-4.

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Verzichtserkl√§rung des Kaisers von √Ėsterreich Karl I. vom 11. November 1918
  2. ‚ÜĎ Stenographische Protokolle (ALEX ‚Äď Historische Rechts- und Gesetzestexte Online)
  3. ‚ÜĎ Titel des Stenographischen Protokolls der 1. (konstituierenden) Sitzung, a.a.O.
  4. ‚ÜĎ Bundesministerium f√ľr Unterricht (Hrsg.): a.a.O., S. 139.
  5. ‚ÜĎ Walter Goldinger, Dieter A. Binder: Geschichte der Republik √Ėsterreich 1918‚Äď1938. Verlag f√ľr Geschichte und Politik / Oldenbourg, Wien 1992, ISBN 3-7028-0315-7, S. 14.
  6. ‚ÜĎ Provisorische Nationalversammlung im √Ėsterreich-Lexikon aeiou.at
  7. ‚ÜĎ Stenographisches Protokoll, a.a.O., S. 6.
  8. ‚ÜĎ Neck: a.a.O., S. 75.
  9. ‚ÜĎ Goldinger, Binder: a.a.O., S. 19.
  10. ‚ÜĎ Ernst Bruckm√ľller in: √Ėsterreichische Galerie Belvedere: Das neue √Ėsterreich, Wien 2005, S. 242.
  11. ‚ÜĎ Neck: a.a.O., S. 77.
  12. ‚ÜĎ Gesetz vom 12. November 1918 √ľber die Staats- und Regierungsform von Deutsch√∂sterreich (ALEX ‚Äď Historische Rechts- und Gesetzestexte Online)
  13. ‚ÜĎ Goldinger, Binder: a.a.O., S. 28 f.
  14. ‚ÜĎ Stenographische Protokolle der Konstituierenden Nationalversammlung f√ľr Deutsch√∂sterreich, 2. Sitzung, 5. M√§rz 1919, S. 26.
  15. ‚ÜĎ Protokoll √ľber die konstituierende Landesversammlung in Steiermark, LGBl. Nr. 78 / 1918 (= S. 232)

Weblinks


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