(NH4)2S


(NH4)2S
Strukturformel
2S2-
Allgemeines
Name Ammoniumsulfid
Andere Namen

Ammonsulfid

Summenformel (NH4)2S
CAS-Nummer 12135-76-1
Kurzbeschreibung farblose Kristalle[1]
Eigenschaften
Molare Masse 68,15 g·mol−1[1]
Aggregatzustand

fest

Dichte

1 g·cm−3 (20 °C)[2]

Schmelzpunkt

thermische Zersetzung: -18 °C[1]

Dampfdruck

439,5 hPa[2]

Löslichkeit

1280 g·l in Wasser[2] (20 °C)

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [2]
Leichtentzündlich Ätzend
Leicht-
entzündlich
Ätzend
(F) (C)
R- und S-Sätze R: 11-31-34
S: 16-23-26-36/37/39-45
WGK 2 – wassergefährdend[2]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Ammoniumsulfid ist ein Ammoniumsalz des Schwefelwasserstoffs. Es besitzt die Formel (NH4)2S und gehört zur Stoffklasse der Sulfide.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen

In der Natur entsteht es als Produkt von Fäulnisprozessen. Als Rauch kommt es in Form von Wolken sogar in der Atmosphäre des Riesenplaneten Jupiter vor.

Gewinnung und Darstellung

Ammoniumsulfid kann durch die Reaktion von Ammoniak (als Gas oder in Lösung) mit Schwefelwasserstoff gewonnen werden.

Die Stoffgleichung lautet:

\mathrm{2\;NH_3\;+\;H_2S\;\rightarrow(NH_4)_2S}

Ionenschreibweise:

\mathrm{2\;NH_4^{+}\;+\;S^{2-}\;\rightarrow(NH_4)_2S}

Verwendung

Ammoniumsulfid wird häufig in der anorganischen Chemie für eine Qualitative Analyse verwendet, um im Kationentrenngang in der Ammoniumsulfidgruppe aus einer unbekannten Probe die Schwermetallkationen der Elemente Nickel, Cobalt, Eisen, Mangan, Chrom, Aluminium und Zink als eine Gruppe auszufällen, aufzutrennen und mithilfe von Nachweisreaktionen zu identifizieren.

Häufig ist Ammoniumsulfid (auch Ammoniumhydrogensulfid und Ammoniumpolysulfiden) Bestandteil von sog. Stinkbomben, welche in Glasampullen in den Handel gebracht werden. Der Besitz ist in Deutschland verboten.

Das Salz reagiert mit Wasser zu Hydrogensulfid- (HS-)und Hydroxidionen. Eine wässrige Lösung von Ammoniumsulfid ist daher nur im neutralen und schwach basischen Milieu beständig - in Säuren entweicht Schwefelwasserstoffgas, in konzentrierten Laugen Ammoniakgas.

Quellen

  1. a b c CD Römpp Chemie Lexikon – Version 1.0, Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 1995
  2. a b c d e Eintrag zu Ammoniumsulfid in der GESTIS-Stoffdatenbank des BGIA, abgerufen am 3.9.2007 (JavaScript erforderlich)

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