Diktatur des Proletariats

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Diktatur des Proletariats

Diktatur des Proletariats ist ein zur Mitte des 19. Jahrhunderts aufkommender Begriff, der die politische Herrschaft der bis dahin noch nicht im Staat reprĂ€sentierten Gesellschaftsgruppen, speziell der Arbeiterklasse, umschreibt. Der Begriff wurde durch die Rezeption des Werkes von Karl Marx und Friedrich Engels geprĂ€gt. Unumstritten ist, dass sie unter der Diktatur des Proletariats die Herrschaft der Arbeiterklasse als der Mehrheit ĂŒber die Minderheit der expropriierten Kapitalisten verstanden, mit der der Übergang von einer bĂŒrgerlichen Klassengesellschaft zur klassenlosen Gesellschaft vollzogen werden sollte. (Den Annahmen von Marx und Engels zufolge wĂŒrden die proletarischen Revolutionen zuerst in hochindustrialisierten LĂ€nden auftreten.) Die Frage, wie dies geschehen solle, war dagegen, auch angesichts des historischen Sprachgebrauchs, der noch nicht zwangslĂ€ufig die Bedeutung von „Gewaltherrschaft“ voraussetzte, Gegenstand andauernder Kontroversen. Der Begriff der „Diktatur des Proletariats“ wird in den Schriften von Marx nicht oft verwendet. In der Rezeption der Theorien von Marx und Engels hat der Begriff aber eine herausragende Stellung.

Georgi Plechanow nahm den Begriff der Diktatur des Proletariats gegen Ende des 19. Jahrhunderts in das Programm der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands auf. In der daraus entstehenden Kommunistischen Partei Russlands spielte der Begriff nach den Aprilthesen 1917 eine bedeutende Rolle. Im Zeitraum nach der Oktoberrevolution und wĂ€hrend der Bedingungen des BĂŒrgerkrieges in der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (siehe Kriegskommunismus) wurde Lenins Vorstellung einer Diktatur des Proletariats prinzipiell zu verwirklichen versucht. Nach 1925 in seiner Bedeutung immer mehr uminterpretiert, wurde der Begriff in den stalinistisch geprĂ€gten Ostblockstaaten nach dem Zweiten Weltkrieg neben der wohl ansprechenderen Bezeichnung „sozialistische Demokratie“ verwendet.

In den 1970er Jahren distanzierten sich eurokommunistische Parteien von der Parole der Diktatur des Proletariats, auch um sich von den realsozialistischen Staaten abzugrenzen. Die eurokommunistische Programmatik verwarf das von Karl Marx entworfene Revolutionsmodell und setzte in der politischen Praxis de facto auf Reformismus.

FĂ€lschlicherweise wurde der Begriff des Öfteren auch Louis-Auguste Blanqui zugerechnet, in seinen Schriften findet er jedoch keine ErwĂ€hnung.[1] Das Konzept einer Diktatur des Proletariats war jedoch fĂŒr blanquistische Strömungen von zentraler Bedeutung.

Inhaltsverzeichnis

Zum Begriff „Diktatur des Proletariats“

Barrikade zur Zeit der Pariser Kommune, 18. MĂ€rz 1871
Karl Marx: „Das Proletariat, die unterste Schicht der jetzigen Gesellschaft, kann sich nicht erheben, nicht aufrichten, ohne daß der ganze Überbau der Schichten, die die offizielle Gesellschaft bilden, in die Luft gesprengt wird.“[2] (Bild 1911)

WÀhrend der Begriff des Proletariats eine ziemlich einheitliche Nutzung erfuhr, muss der Begriff der Diktatur nÀher betrachtet werden um die unterschiedlichen VerstÀndnisse einer Diktatur des Proletariats nachvollziehen zu können.

Proletariat

Das Proletariat (ursprĂŒnglich im nicht-marxistisch vom lat. proletarius „der untersten Volksschicht angehörend“) bezeichnet die mit der Entwicklung des Kapitalismus und der Industrialisierung entstandene neue Klasse von abhĂ€ngig BeschĂ€ftigten in den aufkommenden Manufakturen und Fabriken. Marx definiert den Proleten als doppelt freien Lohnarbeiter: Frei von Leibeigenschaft, also im Besitz seiner selbst und „frei“ von Produktionsmitteln, die ihm ein Überleben durch Arbeit sichern könnten. Marx schildert die Entstehung dieses doppelt freien Lohnarbeiters in Das Kapital am Beispiel England, wo einerseits Bauern das Land weggenommen wurde, um Schafsweiden fĂŒr die neuen Woll-Manufakturen und Fabriken zu schaffen. Andererseits waren Handwerker und Weber durch die effektiveren Maschinen nicht mehr konkurrenzfĂ€hig und wurden durch eine Gesetzgebung gegen den Vagabundismus zur Arbeit in die Fabriken gezwungen. Nach Karl Marx ist somit das Proletariat diejenige gesellschaftliche Klasse, die innerhalb einer kapitalistischen Gesellschaft ihre Arbeitskraft in Form der Lohnarbeit verĂ€ußern muss, um zu ĂŒberleben. Im Gegensatz zur Epoche der Industrialisierung, als noch Industriearbeiter den grĂ¶ĂŸten Teil der Arbeiterklasse bildeten, setzt sie sich heute aus Arbeitern, Angestellten, bis hin zu Schein-SelbststĂ€ndigen (Ich-AG) und dem Prekariat zusammen.

Diktatur

Kurze Begriffsgeschichte

Der Begriff „Diktatur“ kam erstmals in Zusammenhang mit der Römischen Republik (500-27 v. Chr.) auf, in der die Möglichkeit bestand, dass Konsul und Senat zeitlich begrenzt einen Diktator ernannten, dem alle Ämter unterstanden. Dementsprechend wurde der Begriff lange Zeit genutzt, um einen Ausnahmezustand politischer Gewalt zu beschreiben. Eine Analogie zum Kriegsrecht besteht, da beide Formen einer Krisenregierung innerhalb des institutionellen Systems darstellen. Aus dieser Begriffsherkunft bildete sich auch das heutige VerstĂ€ndnis des Begriffes der Diktatur. Als im Juni 1848 in Paris der BĂŒrgerkrieg ausbrach, ĂŒbertrug die Nationalversammlung Louis-EugĂšne Cavaignac die Befugnisse fĂŒr eine MilitĂ€rdiktatur. In Anlehnung darauf wurde 1871 im Deutschen Reich ein Diktaturparagraph eingefĂŒhrt, dessen Entwicklung ĂŒber die Weimarer Republik (1919-33) bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten und deren Verordnung zum Schutz von Volk und Staat zu verfolgen ist. Heute bezeichnet der Begriff der Diktatur die Herrschaft durch einen einzelnen Diktator, eine politische Partei, eine Minderheit oder Gruppe von Menschen, die sich die Macht ĂŒber ein Volk aneignet, sie monopolisiert und ohne EinschrĂ€nkungen ausĂŒbt, im Gegensatz zur Demokratie, in der die Herrschaft vom Volk ausgeht.

Begriffsnutzung um das 19. Jahrhundert

„Die Freiheit fĂŒhrt das Volk“ (1830); Die bĂŒrgerlichen Revolutionen und demokratische Bestrebungen wurden von Gegnern oftmals mit dem Begriff der „Diktatur“ verbunden.

WĂ€hrend der Französischen Revolution 1789 bis 1799 wurde die konstitutionelle und legislative Versammlung â€“ der Nationalkonvent â€“ von Gegnern ebenso als Diktatur bezeichnet wie das Britische Parlament oder die Pariser Kommune von 1871. Im 19. Jahrhundert war in reaktionĂ€ren Kreisen der Begriff der Diktatur fĂŒr nach heutigem VerstĂ€ndnis eher demokratischen Regierungsformen durchaus ĂŒblich. Das Wort Diktatur hatte noch nicht seine heutige Bedeutung, und kann nicht mit Begriffen wie Despotismus, Tyrannis, Absolutismus oder Autokratie gleichgesetzt werden, es war ebenso noch kein Gegenbegriff zur Demokratie. Ideengeschlichtlich lĂ€sst sich eine negative Nutzung des Begriffs der Demokratie als Tyrannei der Vielen bis zu den Staatstheorien Platons oder Aristoteles zurĂŒckfĂŒhren, wobei hervorzuheben ist, dass diese den Begriff Demokratie anders nutzten als heute gebrĂ€uchlich ist. Die bĂŒrgerlichen Revolutionen 1848 waren in reaktionĂ€ren Kreisen eine „Tyrannei der Demokratie“ oder „Tyrannei der Massen“.[3] So stellte der spanische Diplomat, Politiker und Staatsphilosoph Juan Donoso CortĂ©s (1809–1853), der heute als politischer Vordenker moderner Diktaturen gilt, noch um diese Zeit bezĂŒglich des englischen Parlaments fest: „Wer, meine Herren, hat je eine monströsere Diktatur gesehen?“[4]

Verbindung zur frĂŒhen politischen Linken

Die Verbindung des Begriffs Diktatur mit der politisch linken Seite lĂ€sst sich erstmals auf François NoĂ«l Babeuf (1760–1797) und seine Gemeinschaft der Gleichen zurĂŒckfĂŒhren. Zu einer Zeit, wo auch erstmals der Begriff der politischen Linken aufkam. Die AnsĂ€tze der Gemeinschaft machte Babeufs WeggefĂ€hrte Filippo Buonarroti (1761–1837) etwa 30 Jahre nach dessen Tod wieder publik. Die revolutionĂ€re Regierung, in Form einer Diktatur einer kleinen revolutionĂ€ren Gruppe, sollte die Massen zur Demokratie erziehen (siehe Erziehungsdiktatur). Dieses Konzept wurde fĂŒr die Blanquisten der 1930er und 1940er Jahre bestimmend. So hielt Blanqui (1805–1881) beispielsweise fest: „Daß Frankreich vor bewaffneten Arbeitern strotzt, ist der Beginn des Sozialismus.“[5] Wilhelm Weitling (1808–1871) trat fĂŒr eine Personendiktatur ein, ein „Messias“ wĂŒrde die proletarische Revolution anfĂŒhren. Ganz anders hingegen ist die Verwendung der Begrifflichkeit der Diktatur auch bei dem Anarchisten Bakunin (1814–1876) mit seinem Konzept einer innerhalb der Anarchie von Geheimgesellschaften ausgeĂŒbten „geheimen“ oder „unsichtbaren Diktatur“[6] zu finden.

Begriff zur Zeit der bĂŒrgerlichen 1848er-Revolutionen

Ist jede Revolution mit einem diktatorischen Moment verbunden? – Die Februarrevolution 1848 in Frankreich.

Auch fĂŒr die revolutionĂ€ren bĂŒrgerlichen und gemĂ€ĂŸigten linken KrĂ€fte wie Louis Blanc (1811–1882) war die Durchsetzung der Demokratie mit einem diktatorischen Moment verbunden, muss doch jedes fundamental neue Herrschaftssystem die Gesetze des alten Herrschaftssystem außer Kraft setzen und neue erschaffen.[7] Friedrich Engels (1820–1895) hielt im selben Zusammenhang fest: „Das Recht auf Revolution ist ja ĂŒberhaupt das einzige wirklich ‚historische Recht‘, das einzige, worauf alle modernen Staaten ohne Ausnahme beruhen.“[8] So sprach auch Karl Marx (1818–1883) von einer Diktatur, als er in der Neuen Rheinische Zeitung fĂŒr einen hĂ€rteren Kurs der bĂŒrgerlichen KrĂ€fte Preußens gegen die alten absolutistisch-feudalistischen VerhĂ€ltnisse und fĂŒr Demokratie eintrat: „Jeder provisorische Staatszustand nach einer Revolution erfordert eine Diktatur, und zwar eine energische Diktatur. Wir haben es Camphausen [Anm. preußischer MinisterprĂ€sident in der Revolutionszeit von MĂ€rz bis Juli 1848] von Anfang an vorgeworfen, daß er nicht diktatorisch auftrat, daß er die Überbleibsel der alten Institutionen nicht sogleich zerschlug und entfernte.“[9] Lorenz von Stein (1815–1890), der eine eigenstĂ€ndigen, antirevolutionĂ€ren Standpunkt formulierte, entwickelte einen theoretischen Ansatz der sich mit dem Klassenkampf und dem Begriff der Diktatur auseinandersetzte.

Nutzung des Schlagwortes „Diktatur des Proletariats“

Die Nutzung des Begriffes der Diktatur und der Diktatur des Proletariats bei Marx und Engels, die unter zweiteren die Herrschaft der Arbeiterklasse verstanden, ist ausfĂŒhrlich dokumentiert. In den 1870er Jahren wurde der Begriff der Diktatur des Proletariats in der blanquistischen Strömung der Internationalen Arbeiterassoziation (IAA) als politisches Konzept aufgenommen, diese hatte jedoch keine einflussreiche Stellung innerhalb der Arbeiterbewegung. Nach Friedrich Engels Tod im Jahr 1895 wurde erstmals geschichtswirksam das Konzept einer proletarischen Diktatur in der marxistisch orientierten deutschen Sozialdemokratie diskutiert, beispielhaft von Kautsky (1854–1938), Bernstein (1850–1932) oder Luxemburg (1871–1919). Plechanow (1856–1918) und vor allem Lenin (1870–1924) prĂ€gten den Begriff Diktatur des Proletariats gemeinsam mit den gesellschaftlichen UmwĂ€lzungen im kaiserlichen Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er wurde in das Parteiprogramm der russischen Kommunisten aufgenommen und sollte beginnend mit den russischen Revolutionen 1905 und 1917 bis zum Zusammensturz der Sowjetunion 1991 ein bedeutender Begriff sein, sowohl auf Seiten der UnterstĂŒtzer wie Gegner des politischen Systems, wobei er demgemĂ€ĂŸ in ganz unterschiedlicher Weise genutzt wurde.

Bedeutung im Marxismus

Theorie bei Marx und Engels

Die Begriffe Basis und Überbau spiegeln die Wechselwirkung zwischen den wirtschaftlichen VerhĂ€ltnissen und allen anderen VerhĂ€ltnissen einer Gesellschaft wider.

Auch wenn es keine Theorie einer Diktatur des Proletariats im ursprĂŒnglichen Marxismus von Karl Marx und Friedrich Engels gibt, lĂ€sst sich der Begriff in einen theoretischen Kontext einbinden. Alle bisherigen Gesellschaftsformen seit der Auflösung der urkommunistischen Gemeinwesen gelten als Klassenherrschaft einer Minderheit, in deren VerfĂŒgungsgewalt sich die Produktionsmittel der Gesellschaft befinden, ĂŒber eine ökonomisch abhĂ€ngige und unterdrĂŒckte Mehrheit, also gewissermaßen als Diktatur. Der Staatsapparat wird als Machtinstrument der wirtschaftlich herrschenden Klasse verstanden, der das ausbeuterische HerrschaftsverhĂ€ltnis zwischen den Klassen durch seine staatlichen Einrichtungen erhĂ€lt (siehe Basis und Überbau). So wird im Kommunistischen Manifest von 1848 „die politische Gewalt im eigentlichen Sinn“ als die „organisierte Gewalt einer Klasse zur UnterdrĂŒckung einer anderen“ verstanden,[10] und der Staat, wie Friedrich Engels 1891 festhielt, als nichts anderes „als eine Maschine zur UnterdrĂŒckung einer Klasse durch eine andere“.[11] Die bĂŒrgerliche Gesellschaft mit ihrer kapitalistischen Produktion wird in diesem Sinne zum Beispiel in der Schrift Die KlassenkĂ€mpfe in Frankreich 1848-1850 als „Diktatur der Bourgeoisie“ mit â€“ abhĂ€ngig von ihren Organisationsformen â€“ variierenden Proportionen der politischen und ökonomischen Repression charakterisiert. Die „Diktatur des Proletariats“ oder „Herrschaft der Arbeiterklasse“ bildet nach Marx „nur den Übergang zur Aufhebung aller Klassen und zur klassenlosen Gesellschaft“ , in der HerrschaftsverhĂ€ltnisse ĂŒberflĂŒssig werden.

„Dieser Sozialismus ist die PermanenzerklĂ€rung der Revolution, die Klassendiktatur des Proletariats als notwendiger Durchgangspunkt zur Abschaffung der Klassenunterschiede ĂŒberhaupt, zur Abschaffung sĂ€mtlicher ProduktionsverhĂ€ltnisse, worauf sie beruhen, zur Abschaffung sĂ€mtlicher gesellschaftlicher Beziehungen, die diesen ProduktionsverhĂ€ltnissen entsprechen, zur UmwĂ€lzung sĂ€mtlicher Ideen, die aus diesen gesellschaftlichen Beziehungen hervorgehen.“

– Karl Marx[12]

Der Staat, nach Marx eine „abscheuliche Maschine der Klassenherrschaft“,[13] „wird nicht abgeschafft, er stirbt ab“.[14] Marx begrĂŒndet dies mit der konkreten gesellschaftlichen Entwicklung der LĂ€nder Westeuropas. Die Bourgeoisie hat nach Marx „in ihrer kaum hundertjĂ€hrigen Klassenherrschaft massenhaftere und kolossalere ProduktionskrĂ€fte geschaffen als alle vergangenen Generationen zusammen“.[15] „Der moderne Arbeiter dagegen, statt sich mit dem Fortschritt der Industrie zu heben, sinkt immer tiefer unter die Bedingungen seiner eigenen Klasse herab. Der Arbeiter wird zum Pauper, und der Pauperismus entwickelt sich noch schneller als Bevölkerung und Reichtum.“[16] Die nach Marx immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion fĂŒhren zu einer Expropriation der unmittelbaren Produzenten (Arbeiter) von den Produktionsmitteln und zu einer Zentralisation derselben in der Hand von vergleichsweise wenigen Kapitalisten. „Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit [Anm.: Arbeitsteilung] erreichen [jedoch] einen Punkt, wo sie unvertrĂ€glich werden mit ihrer kapitalistischen HĂŒlle.“[17] „Was jetzt zu expropriieren, ist nicht lĂ€nger der selbstwirtschaftende Arbeiter, sondern der viele Arbeiter exploitierende Kapitalist.“[18] WĂ€hrend „alle frĂŒheren Klassen, die sich die Herrschaft eroberten, ... ihre schon erworbene Lebensstellung zu sichern versuchten, indem sie die ganze Gesellschaft den Bedingungen ihres Erwerbs unterwarfen“,[19] können die Proletarier „sich die gesellschaftlichen ProduktivkrĂ€fte nur erobern, indem sie ihre eigene bisherige Aneignungsweise und damit die ganze bisherige Aneignungsweise abschaffen.“[19] Das Privateigentum wird aufgehoben, individuelles (Gemein-)Eigentum „auf Grundlage der Errungenschaft der kapitalistischen Ära“,[17] „der Kooperation und des Gemeinbesitzes der Erde und der durch die Arbeit selbst produzierten Produktionsmittel“,[17] entsteht. „Mit der Abschaffung der Klassenunterschiede [verschwindet] von selbst alle aus ihnen entspringende soziale und politische Ungleichheit,“[20] daher auch der Staat als Mittel der Klassenherrschaft.

„In einer höheren Phase der kommunistischen Gesellschaft, nachdem die knechtende Unterordnung der Individuen unter die Teilung der Arbeit, damit auch der Gegensatz geistiger und körperlicher Arbeit verschwunden ist; nachdem die Arbeit nicht nur Mittel zum Leben, sondern selbst das erste LebensbedĂŒrfnis geworden; nachdem mit der allseitigen Entwicklung der Individuen auch ihre ProduktivkrĂ€fte gewachsen und alle Springquellen des genossenschaftlichen Reichtums voller fließen - erst dann kann der enge bĂŒrgerliche Rechtshorizont ganz ĂŒberschritten werden und die Gesellschaft auf ihre Fahne schreiben: Jeder nach seinen FĂ€higkeiten, jedem nach seinen BedĂŒrfnissen!“

– Karl Marx: Kritik des Gothaer Programms, MEW Band 19, S. 21.

Begriffsentwicklung bei Marx und Engels

Februarrevolution 1848 in Frankreich, Barrikade in der Rue Soufflot am 24. Juni (Juniaufstand)
Die Reste der VendĂŽme-SĂ€ule, die als Symbol der Herrschaft Napoleons von den Kommunarden gestĂŒrzt wurde, Pariser Kommune 1871

Von den AnfÀngen bis zu den 1848er Revolutionen

Karl Marx und Friedrich Engels entwickelten wĂ€hrend ihrer Schaffenszeit ihre Vorstellung von der Emanzipation des Menschen durch die Aufhebung der herrschenden Klassengesellschaft in eine herrschaftsfreie klassenlose Gesellschaft weiter. Um 1844 kam Marx erstmals zur Überzeugung, dass fĂŒr eine Umwandlung der Gesellschaft in eine klassenlose das Proletariat die politische, beziehungsweise staatliche Macht ĂŒbernehmen mĂŒsse. So schrieb er noch 1875 in einem der bekanntesten marxschen Zitate um den Begriff der „Diktatur des Proletariats“: „Zwischen der kapitalistischen und der kommunistischen Gesellschaft liegt die Periode der revolutionĂ€ren Umwandlung der einen in die andre. Der entspricht auch eine politische Übergangsperiode, deren Staat nichts andres sein kann als die revolutionĂ€re Diktatur des Proletariats.“[21] Im Gegensatz zu allen bisherigen gesellschaftlichen Bewegungen, die „Bewegungen von MinoritĂ€ten“[22] waren oder im „Interesse von MinoritĂ€ten“[22] stattfanden, ist die „proletarische Bewegung [
] die selbstĂ€ndige Bewegung der ungeheuren Mehrzahl im Interesse der ungeheuren Mehrzahl.“[22] Die „Herrschaft des Proletariats“ war fĂŒr Marx und Engels das Ziel jeder echten Arbeiterbewegung, wie im Kommunistischen Manifest von 1848 festgehalten wird: „Der nĂ€chste Zweck der Kommunisten ist derselbe wie der aller ĂŒbrigen proletarischen Parteien: Bildung des Proletariats zur Klasse, Sturz der Bourgeoisherrschaft, Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat.“[23] Dieselbe Auffassung vertrat Engels noch 25 Jahre spĂ€ter: „Da jede politische Partei darauf ausgeht, die Herrschaft im Staat zu erobern, so strebt die deutsche Sozialdemokratische Arbeiterpartei notwendig ihre Herrschaft, die Herrschaft der Arbeiterklasse, also eine „Klassenherrschaft“ an. Übrigens hat jede wirkliche proletarische Partei, von den englischen Chartisten an, immer die Klassenpolitik, die Organisation des Proletariats als selbstĂ€ndige politische Partei, als erste Bedingung, und die Diktatur des Proletariats als nĂ€chstes Ziel des Kampfes hingestellt.“[24]

Die Pariser Kommune und die Spaltung der Internationalen Arbeiterassoziation

WĂ€hrend im Kommunistischen Manifest noch konkrete „revolutionĂ€re Maßregeln“[25] ausgerufen werden, Ă€ußern Marx und Engels 25 Jahre spĂ€ter in einem Vorwort zur deutschen Wiederveröffentlichung des Manifests, dass dieser Abschnitt „heute in vieler Beziehung anders lauten“ wĂŒrde,[25] auch aufgrund der verĂ€nderten gesellschaftlichen RealitĂ€t. Dabei formulieren sie, dass „die Arbeiterklasse nicht die fertige Staatsmaschine einfach in Besitz nehmen und sie fĂŒr ihre eigenen Zwecke in Bewegung setzen kann“.[26] FĂŒr die Neubewertung spielte neben den fehlgeschlagenen Revolutionen von 1848 vor allem die Pariser Kommune von 1871 eine entscheidende Rolle. Friedrich Engels erklĂ€rte diese zwanzig Jahre spĂ€ter, 1891, zur Diktatur des Proletariats: „Der deutsche Philister ist neuerdings wieder in heilsamen Schrecken geraten bei dem Wort: Diktatur des Proletariats. Nun gut, ihr Herren, wollt ihr wissen, wie diese Diktatur aussieht? Seht euch die Pariser Kommune an. Das war die Diktatur des Proletariats“[11]. Im Prozess der revolutionĂ€ren proletarischen Klassenherrschaft wird die Staatsmacht nicht auf die Klasse des Proletariats ĂŒbertragen, sondern der Staat als Instrument der Klassenherrschaft an sich aufgehoben, so war fĂŒr Marx die Pariser Kommune „eine Revolution gegen den Staat selbst“. „Sie war nicht eine Revolution, um die Staatsmacht von einer Fraktion der herrschenden Klassen an die andere zu ĂŒbertragen, sondern eine Revolution, um diese abscheuliche Maschine der Klassenherrschaft selbst zu zerbrechen.“[27] „Und was tat die Kommune, die der Mehrzahl nach aus eben diesen Blanquisten bestand? In allen ihren Proklamationen an die Franzosen der Provinz forderte sie diese auf zu einer freien Föderation aller französischen Kommunen mit Paris, zu einer nationalen Organisation, die zum erstenmal wirklich durch die Nation selbst geschaffen werden sollte. Gerade die unterdrĂŒckende Macht der bisherigen zentralisierten Regierung, Armee, politische Polizei, BĂŒrokratie, die Napoleon 1798 geschaffen und die seitdem jede neue Regierung als willkommnes Werkzeug ĂŒbernommen und gegen ihre Gegner ausgenutzt hatte, gerade diese Macht sollte ĂŒberall fallen, wie sie in Paris bereits gefallen war.“[11]

Im Zeitraum nach der gescheiterten Pariser Kommune 1871, analysierten Marx und Engels die Situation und zogen ihre SchlĂŒsse daraus. Marx und Engels traten, wie vorher, fĂŒr die Erringung der politischen Macht durch die Arbeiterklasse ein, welche sich eben dazu in Arbeiterparteien organisieren mĂŒsse. Nun traten sie eben noch entschiedener dafĂŒr ein, so wurde innerhalb der Internationalen Arbeiterassoziation (IAA oder spĂ€ter „erste Internationale“, Londoner Konferenz vom 17. bis 23. September 1871 und Haager Kongress 2.–7. September 1872 ) auf ihr Betreiben hin eine von ihnen formulierte Resolution verabschiedet, die die SolidaritĂ€t mit der Pariser Kommune bekundete und herausstellte, dass die „Konstituierung der Arbeiterklasse als politische Partei unerlĂ€sslich ist fĂŒr den Triumph der sozialen Revolution und ihres Endzieles – der Abschaffung der Klassen“ sei. Daneben wurden spĂ€ter die Statuten um diesen Punkt, Konstituierung von Arbeiterparteien und die Eroberung der politischen Macht, ergĂ€nzt.[28] Zu der vom Generalrat einberufenen Tagung in London waren nur ausgewĂ€hlte Sektionen vom Generalrat eingeladen worden. Die Anarchisten, etwa Bakunin, waren auf der Londoner Konferenz nicht anwesend, sie hĂ€tten gegen Marx abgestimmt. Dieser grundsĂ€tzliche Konflikt zwischen Marx und den Anarchisten fĂŒhrte schließlich auch zur Spaltung der IAA auf dem Haager Kongress 1872.

Die Rolle der Gewalt

Marx und Engels thematisierten auch die Rolle der Gewalt in Revolutionen, obwohl Revolutionen fĂŒr sie nicht zwingenderweise mit Gewalt verbunden sein mĂŒssen, wie sie ebenfalls feststellten.[29] Im Kapital benennt Marx die Gewalt als den „Geburtshelfer jeder alten Gesellschaft, die mit einer neuen schwanger geht“, die Gewalt selbst ist ein Ausdruck einer ökonomischen Potenz,[30] in Anlehnung an das Konzept des Historischen Materialismus, nach dem die Entwicklung der ökonomischen VerhĂ€ltnisse einer Gesellschaft entscheidend fĂŒr ihre Entwicklung als Ganzes ist. Friedrich Engels formulierte in dem Artikel „Von der AutoritĂ€t“ seine Vorstellung gesellschaftlicher Revolutionen in Abgrenzung zu den sogenannten antiautoritĂ€ren Strömungen innerhalb der Arbeiterbewegung: „Haben diese Herren nie eine Revolution gesehen? Eine Revolution ist gewiß das autoritĂ€rste Ding, das es gibt; sie ist der Akt, durch den ein Teil der Bevölkerung dem anderen Teil seinen Willen vermittels Gewehren, Bajonetten und Kanonen, also mit denkbar autoritĂ€rsten Mitteln aufzwingt; und die siegreiche Partei muß, wenn sie nicht umsonst gekĂ€mpft haben will, dieser Herrschaft Dauer verleihen durch den Schrecken, den ihre Waffen den ReaktionĂ€ren einflĂ¶ĂŸen. HĂ€tte die Pariser Kommune nur einen einzigen Tag Bestand gehabt, wenn sie sich gegenĂŒber den Bourgeois nicht dieser AutoritĂ€t des bewaffneten Volks bedient hĂ€tte? Kann man sie nicht, im Gegenteil, dafĂŒr tadeln, daß sie sich ihrer nicht umfassend genug bedient hat?“[31]

Regierungsform der Diktatur des Proletariats

Marx und Engels hoben die politische Beteiligung des Volkes hervor, um die KlassengegensĂ€tze aufzuheben, so verschaffte nach Marx die Pariser Kommune „der Republik die Grundlage wirklich demokratischer Einrichtungen. Aber weder „wohlfeile Regierung“ noch die „wahre Republik“ [waren] ihr Endziel; beide ergaben sich nebenbei und von selbst.“[21] „Die große soziale Maßregel der Kommune war ihr eignes arbeitendes Dasein. Ihre besondern Maßregeln konnten nur die Richtung andeuten, in der eine Regierung des Volks durch das Volk sich bewegt.“[21] „Statt einmal in drei oder sechs Jahren zu entscheiden, welches Mitglied der herrschenden Klasse das Volk im Parlament ver- und zertreten soll, sollte das allgemeine Stimmrecht dem [
] Volk dienen, wie das individuelle Stimmrecht jedem andern Arbeitgeber dazu dient, Arbeiter, Aufseher und Buchhalter in seinem GeschĂ€ft auszusuchen.“[32] Die gleiche Auffassung vertritt Engels in der historisch letzten belegbaren Nutzung des Begriffes von Marx und Engels. Dabei erwĂ€hnt er ebenfalls, unter welchen Bedingungen seiner Ansicht nach die Herrschaft der Arbeiterklasse in den kapitalistischen Gesellschaftsformationen Europas gegen Ende des 19. Jahrhunderts durchsetzbar ist: „Wenn etwas feststeht, so ist es dies, daß unsre Partei und die Arbeiterklasse nur zur Herrschaft kommen kann unter der Form der demokratischen Republik. Diese ist sogar die spezifische Form fĂŒr die Diktatur des Proletariats, wie schon die große französische Revolution [Anm. die Pariser Kommune] gezeigt hat.“[33]

Zum Begriff „Diktatur“

Marx und Engels nutzten den Begriff in vielfĂ€ltiger Weise, besonders in metaphorischem Sinn. In Bezug auf die mittelalterliche Kirche[34] oder die Reihe von PĂ€psten[35] sprachen sie von einer „geistigen Diktatur”. Die Kleinstaaten Deutschlands standen unter der „Diktatur“ Preußens oder der Habsburger Monarchie.[36] Die Berliner Regierung stimmte einer „Franko-Russischen Diktatur” zu. Ganz Europa war unter „Moskauer Diktatur” oder es wurde Marx Redaktionsleitung in der Neuen Rheinischen Zeitung von Engels als diktatorisch bezeichnet.[37] Der Begriff „MilitĂ€rdiktatur“ wurde hingegen höchstwahrscheinlich ausschließlich negativ verwendet. Ebenfalls negativ verwendete wurde der Begriff „Diktator“ in journalistischer Arbeit gegen politische Gegner, auch wenn diese tatsĂ€chlich keine diktatorischen Vollmachten besaßen, zum Beispiel gegen Parnell, Bismarck, Lord Palmerston und andere.

Innerhalb der Arbeiterbewegung setzten sich Marx und Engels in diesem Sinne besonders mit Ferdinand Lassalle und Bakunin auseinander, die ihrer Meinung nach geheime Diktaturbestrebungen hegten.[38] Mit Lassalle kam es zum Bruch, nachdem bekannt wurde, dass dieser mit Bismarck geheime Verhandlungen fĂŒhrte und fĂŒr eine „soziale Diktatur“ unter FĂŒhrung der Krone eintrat.[39] Mit dem Anarchisten Bakunin kam es innerhalb der Internationalen Arbeiterassoziation aufgrund grundsĂ€tzlicher politischer Differenzen zur Spaltung. WĂ€hrend Marx die Eroberung der politischen Macht fĂŒr das Proletariat zur Pflicht erklĂ€rte und fĂŒr eine straffere organisatorische FĂŒhrung der Revolution („Partei der Arbeiterklasse“) unter zentralistischer FĂŒhrung der Internationale eintrat, war Bakunin gemĂ€ĂŸ den Vorstellungen des Anarchismus fĂŒr strikte Herrschaftslosigkeit: Die Abschaffung jeder staatlichen Institution und jeglicher Form von FĂŒhrung durch eine Partei oder Klasse.

Zum Begriff „Diktatur des Proletariats“

Erstmals schriftliche ErwĂ€hnung findet eine „Klassendiktatur des Proletariats“[40] 1850 in Marx Schrift „Die KlassenkĂ€mpfe in Frankreich 1848-1850“. Dezidiert ausformuliert findet sich der Begriff Diktatur des Proletariats erstmals in dem Statut einer Organisation, der Marx und Engels um 1850 kurzzeitig angehörten. 1852 erwĂ€hnte Marx in einem privaten Brief an Joseph Weydemeyer nochmals den Begriff der Diktatur des Proletariats. Dort hielt er ausschließlich fest, „dass diese Diktatur selbst nur den Übergang zur Aufhebung aller Klassen und zur klassenlosen Gesellschaft bildet“; dieser Brief wurde erstmals 1930 veröffentlicht[41]. WĂ€hrend der Jahre 1871-75 sind weitere Nutzungen des Begriffes dokumentiert. Dort orientierte sich der Begriff der Diktatur des Proletariats dann stark an der Pariser Kommune. In veröffentlichten Schriften trat der Begriff danach wieder um 1890 auf, wirkungsmĂ€chtig in der posthum von Engels herausgegebenen Schrift Marxens, der „Kritik des Gothaer Programms“ von 1875, sowie der Einleitung Engels zu „Der BĂŒrgerkrieg in Frankreich“. Hal Draper unterscheidet die Nutzung und Entwicklung des Begriffs demgemĂ€ĂŸ in drei Perioden[42], Ă€hnlich verfĂ€hrt auch Lenin in seiner Schrift „Staat und Revolution“:

Dokumentierte Nutzungen des Begriffes „Diktatur des Proletariats“ bei Marx und Engels:

1. Die post-revolutionÀre Zeit 1850-52 nach den 48er Revolutionen
1. Marx, „Die KlassenkĂ€mpfe in Frankreich 1848-1850“, drei ErwĂ€hnungen, veröffentlicht Januar - MĂ€rz 1850 (lesen)
2. Marx, Auseinandersetzung mit LĂŒning, „Neue Deutsche Zeitung“ vom 4. Juli 1850, verfasst Juni 1850 (lesen)
3. Marx, „Brief an Joseph Weydemeyer“, datiert mit 15. MĂ€rz 1852 (lesen)
4. Marx & Engels, Statut der „SociĂ©tĂ© Universelle des Communistes RĂ©volutionnaires“, April 1850 (lesen)
2. Die post-revolutionÀre Zeit 1871-75 nach der Pariser Kommune
  1. Marx, Rede zum 7. Jahrestag der IAA, erstes Treffen nach der Pariser Kommune, 25. September 1871 (Korrespondentenzitat) (lesen)
  2. Marx, „Der politische Indifferentismus“ datiert mit Januar 1873 (lesen)
  3. Engels, „Zur Wohnungsfrage“, 3.Abschnitt, zwei ErwĂ€hnungen, 1872/73 (lesen)
  4. Engels, „The Program of the Blanquist Fugitives from the Paris Commune“, 26. Juni 1874 (lesen)
  5. Marx, „Kritik des Gothaer Programms“, verfasst von April bis Anfang Mai 1875, in kleinem Kreis veröffentlicht (lesen)
3. Die WiedereinfĂŒhrung des Begriffes ab 1890 durch Engels nach Marx' Tod
  1. Engels, „Brief an Konrad Schmidt“, datiert mit 27. Oktober 1890 (lesen)
  2. „Kritik des Gothaer Programms“ veröffentlicht in „Die Neue Zeit“, Nr. 18, 1. Band, 1890-91 (lesen)
  3. Engels, Einleitung zu Der BĂŒrgerkrieg in Frankreich von Karl Marx , zwei ErwĂ€hnungen, datiert mit 18. MĂ€rz 1891 (lesen)
  4. Engels, „Zur Kritik des sozialdemokratischen Programmentwurfs 1891“ verfasst von 18-29. Juni 1891 (lesen)
  5. Engels, GesprÀch mit A. M. Voden (unsicher)[43]
  • Insgesamt: 13 | Marx: 7 | Engels: 7 | Mehrfachnennungen in Schriften einzeln gerechnet: 17 | Wortwörtliche Nutzungen des Begriffs insgesamt: 9
  • Quellen: Zeitschriften: 7 ; private Briefe: 2 ; Von dritten Wiedergegeben: 2 ; Statuten: 1 ; Vorworte: 1

  1. Als Zitate: Marx, Herr Vogt, zwei ErwÀhnungen (jedoch Zitate Vogts), Dezember 1860 (lesen)

Begriffsauslegungen und Umsetzungen

Neben dem Werk von Marx und Engels bilden die theoretischen AnsÀtze Lenins und/oder die Entwicklung der russischen Revolution bis zum Ende der Sowjetunion Angelpunkte in der Rezeption und der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Begriff und dem dahinterliegenden theoretischen Konzept.

Lenin charakterisierte die Diktatur des Proletariats als direkte MachtausĂŒbung der Massen „millionenfach demokratischer als die demokratischste bĂŒrgerliche Demokratie“. Sie wĂŒrde in einer proletarischen Revolution errungen werden und als StĂŒtzpfeiler fĂŒr die Errichtung einer sozialistischen Gesellschaft dienen. Noch unmittelbar vor der Revolution von 1917 definierte Lenin in „Staat und Revolution“ die Diktatur des Proletariats als eine kurze Übergangsphase bis zum „Absterben des Staates“ nach der Weltrevolution. In der russischen Revolution waren die RĂ€te (Sowjets) der Arbeiter, Bauern und Soldaten auch fĂŒr kurze Zeit in einer solchen Situation. Allerdings wurde durch den BĂŒrgerkrieg und Missernten eine zunehmende Zentralisierung vorgenommen, die schließlich ab 1923 als Sprungbrett fĂŒr die erstarkende bĂŒrokratische Kaste unter Josef Stalin diente.

Rosa Luxemburg kritisierte das leninsche VerstĂ€ndnis der Diktatur des Proletariats ebenso wie das Karl Kautskys. WĂ€hrend Lenin eine Diktatur nach bĂŒrgerlichem Muster propagiere, will Kautsky die Diktatur in der bĂŒrgerlichen Demokratie verwirklichen. Beide Sichtweisen bilden fĂŒr sie gleichweit entfernte Pole von der Diktatur des Proletariats, nach Luxemburg bedarf es einer „sozialistischen Demokratie“[44] (Demokratischer Sozialismus). „Jawohl: Diktatur! Aber diese Diktatur besteht in der ART DER VERWENDUNG DER DEMOKRATIE, nicht in ihrer ABSCHAFFUNG, in energischen, entschlossenen Eingriffen in die wohlerworbenen Rechte und wirtschaftlichen VerhĂ€ltnisse der bĂŒrgerlichen Gesellschaft, ohne welche sich die sozialistische UmwĂ€lzung nicht verwirklichen lĂ€ĂŸt.“[44] Sie verstand die Diktatur des Proletariats, ihrem Wortursprung entsprechend, als „Diktatur der KLASSE, nicht einer Partei oder Clique, (...) d.h. in breitester Öffentlichkeit, unter tĂ€tigster ungehemmter Teilnahme der Volksmassen, in unbeschrĂ€nkter Demokratie.“[44]

Kritik

Nach seinem von Marx betriebenen Ausschluss aus der Internationale (1872) formulierte Mikhail Bakunin in seiner Schrift „Staatlichkeit und Anarchie“ unter anderem seine grundlegende Kritik am Konzept der „Diktatur des Proletariats“ wie ihren marxistischen Vertretern und stellte diesem sein Konzept einer nachrevolutionĂ€ren Gesellschaft gegenĂŒber. FĂŒr ihn ist die „Diktatur des Proletariats“ genauso eine Diktatur privilegierter Intellektueller, Herrschaft und somit Unfreiheit[45]:

„Sie versichern, daß allein die Diktatur, natĂŒrlich die ihre, die Freiheit des Volks schaffen kann; wir dagegen behaupten, daß eine Diktatur kein anderes Ziel haben kann, als nur das eine, sich zu verewigen, und daß sie in dem Volk, das sie ertrĂ€gt, nur Sklaverei zeugen und nĂ€hren kann.“

– Michail Alexandrowitsch Bakunin: Staatlichkeit und Anarchie, 1873

Die Revolution sollte nach Bakunin in keinem Fall das Werk einer FĂŒhrerclique sein, dieser Idee setzte er ein spontanes und föderatives Konzept der Revolution entgegen. Bakunin trat fĂŒr die GrĂŒndung von revolutionĂ€ren, antistaatlichen Geheimgesellschaften ein („gemeinschaftliche Diktatur der geheimen Organisation“), die alle staatlichen Institutionen und sozialen ZwangsverhĂ€ltnissen abschaffen und das entstehen jeder neuen Macht verhindern sollten. Danach wĂŒrden sich die Kommunen von sich aus selbstorganisieren[46] (siehe auch Anarchismus). Marx und Engels kritisierten Bakunins idealistische Sichtweise wie sein mangelndes VerstĂ€ndnis fĂŒr die Notwendigkeit bĂŒrokratischer Belange in Industriegesellschaften.[47]

Bedeutung im Sowjetmarxismus

→ Hauptartikel: Volksrepublik, Arbeiter-und-Bauern-Staat

In der Sowjetunion (1922-91), den Ostblockstaaten und vergleichbaren politischen Systemen wurde der Begriff der Diktatur des Proletariats dahingehend verwendet, um zu beschreiben, dass das Proletariat, gefĂŒhrt durch die Kommunistische Partei, durch den Staatsapparat die VerhĂ€ltnisse beseitigt, die die Herrschaft der Minderheit ĂŒber die Mehrheit bedingt. Also zum Beispiel die VerhĂ€ltnisse zur Produktion von GĂŒtern (Vgl. ProduktionsverhĂ€ltnisse). In diesem Sinne wurde dieses HerrschaftsverhĂ€ltnis als ein demokratisches, und als ein Übergangsstadium verstanden. Einzig die Sowjetunion zu Zeiten Breschnews[48] beanspruchte fĂŒr sich, die Diktatur des Proletariats ĂŒberwunden und den Sozialismus erreicht zu haben. Folgend eine beispielhafte Formulierung der „Diktatur des Proletariats“ bei Josef Stalin (1878-1953):

„Die Partei ist die grundlegende fĂŒhrende Kraft im System der Diktatur des Proletariats.
...
1. die AutoritĂ€t der Partei und die fĂŒr die Diktatur des Proletariats notwendige eiserne Disziplin in der Arbeiterklasse beruhen nicht auf der Furcht oder den „unbeschrĂ€nkten“ Rechten der Partei, sondern auf dem Vertrauen der Arbeiterklasse zur Partei, auf der UnterstĂŒtzung der Partei durch die Arbeiterklasse;
2. das Vertrauen der Arbeiterklasse zur Partei wird nicht auf einmal und nicht durch Gewaltanwendung gegenĂŒber der Arbeiterklasse erworben, sondern durch langwierige Arbeit der Partei in den Massen, durch die richtige Politik der Partei, durch die FĂ€higkeit der Partei, die Massen von der Richtigkeit ihrer Politik anhand der eigenen Erfahrung der Massen zu ĂŒberzeugen, durch die FĂ€higkeit der Partei, sich die UnterstĂŒtzung der Arbeiterklasse zu sichern, die Massen der Arbeiterklasse zu fĂŒhren;
3. ohne die richtige Politik der Partei, die durch die Erfahrung des Kampfes der Massen bekrĂ€ftigt wird, und ohne das Vertrauen der Arbeiterklasse gibt es keine wirkliche FĂŒhrung durch die Partei und kann es sie auch nicht geben;
4. die Partei und ihre FĂŒhrung können - wenn die Partei das Vertrauen der Klasse genießt und wenn ihre FĂŒhrung eine wirkliche FĂŒhrung ist - nicht der Diktatur des Proletariats gegenĂŒbergestellt werden, denn ohne FĂŒhrung durch die das Vertrauen der Arbeiterklasse genießende Partei („Diktatur“ der Partei) ist eine einigermaßen feste Diktatur des Proletariats unmöglich.“

– Josef Stalin: Zu den Fragen des Leninismus, Partei und Arbeiterklasse im System der Diktatur des Proletariats, 1926.

Bedeutung im Eurokommunismus

In den 1970er Jahren entfernten die eurokommunistischen Parteien Italiens, Spaniens und Frankreichs[49] den Begriff der Diktatur des Proletariats aus ihren Parteiprogrammen. Die Eurokommunisten verneinten den internationalen FĂŒhrungsanspruch der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) ĂŒber die anderen kommunistischen Parteien und proklamierten unter Verzicht auf die Parole der „Diktatur des Proletariats“ einen demokratischen Weg zum Sozialismus innerhalb der pluralistischen parlamentarischen Systeme Westeuropas. Etienne Balibar (* 1942) kritisierte den Verzicht auf den Begriff der Diktatur des Proletariats: Er sei zu bedeutend innerhalb der marxistischen Theorie. Grahame Lock umreisst den Ansatz in einem Vorwort zu Balibars Schrift wie folgt:

„No-one and nothing, not even the Congress of a Communist Party, can abolish the dictatorship of the proletariat. That is the most important conclusion of Etienne Balibar's book. The reason is that the dictatorship of the proletariat is not a policy or a strategy involving the establishment of a particular form of government or institutions but, on the contrary, an historical reality. More exactly, it is a reality which has its roots in capitalism itself, and which covers the whole of the transition period to communism, 'the reality of a historical tendency', a tendency which begins to develop within capitalism itself, in struggle against it. It is not 'one possible path of transition to socialism', a path which can or must be 'chosen' under certain historical conditions ... but can be rejected for another, different 'choice', for the 'democratic' path, in politically and industrially 'advanced' Western Europe. It is not a matter of choice, a matter of policy: and it therefore cannot be 'abandoned', any more than the class struggle can be 'abandoned', except in words and at the cost of enormous confusion.“

– Grahame Lock: Vorwort zur englischen Ausgabe von Etienne Balibars: Über die Diktatur des Proletariats, 1977.

Bedeutung im KPD-Verbot/Deutscher Verfassungsschutz

KPD-Verbot 1956

→ Hauptartikel: KPD-Verbot

Das einzige Verbot einer Kommunistischen Partei in einer bĂŒrgerlichen Demokratie Europas fand in der BRD (Westdeutschland) statt. Nach Bestreben der Bundesregierung unter Konrad Adenauer wurde 1951 ein Antrag auf Feststellung der Verfassungswidrigkeit der KPD durch das Bundesverfassungsgericht gestellt, der nach ĂŒber fĂŒnf Jahren mit einer Feststellung der Verfassungswidrigkeit endete. Nach einer ausfĂŒhrlichen Analyse der fĂŒr das Verfahren als Einheit verstandenen bzw. interpretierten Theorien von Marx, Engels, Lenin, Stalin[50] wurde geschlossen, ob diese als politische Handlungsbasis in Konflikt mit der verfassungsmĂ€ĂŸigen Ordnung geraten. Dabei spielte die Diktatur des Proletariats in der BegrĂŒndung des Urteils eine entscheidende Rolle, so hielt das Gericht fest: „In eine Formel zusammengefaßt wĂŒrde ... die aus der Lehre des Marxismus-Leninismus zu erschließende gesellschaftliche Entwicklung sein: Errichtung einer sozialistisch-kommunistischen Gesellschaftsordnung auf dem Wege ĂŒber die proletarische Revolution und die Diktatur des Proletariats.“[51] „Wenn nun ... das Gesamtziel ‚Sozialismus-Kommunismus auf dem Wege ĂŒber proletarische Revolution und Diktatur des Proletariats‘ als politische Richtlinie klar und eindeutig ist, so lĂ€sst sich doch aus der grundsĂ€tzlichen Theorie nicht erkennen, welche Vorstellungen sich die KPD im Einzelnen darĂŒber macht, wie das auf diesem Wege zunĂ€chst zu erreichende Teilziel, die Erringung der politischen Herrschaft der Arbeiterklasse, im gegebenen Staat erreicht werden soll, und wie der dann zunĂ€chst eintretende Zustand, die Diktatur des Proletariats, im Einzelnen aussieht. Es kommt also darauf an, Feststellungen darĂŒber zu treffen, welche Mittel nach der marxistisch-leninistischen Theorie als unerlĂ€sslich fĂŒr die Errichtung der Diktatur des Proletariats angesehen werden, welche Merkmale die ihr entsprechende Staatsordnung notwendig aufweist und welche Funktionen sie notwendig zu erfĂŒllen hat. Erst diese Vorstellungen werden zureichende SchlĂŒsse auf die grundsĂ€tzliche Einstellung der KPD zu der freiheitlichen demokratischen Grundordnung ermöglichen.“[52] Auf Basis der Werke Marx, Engels, Lenins und spĂ€ter Stalins[53], die sich die KPD als weltanschauliche Grundlage verlieh, wurde geschlossen: „Die Diktatur des Proletariats ist mit der freiheitlichen demokratischen Ordnung des Grundgesetzes unvereinbar. Beide Staatsordnungen schließen einander aus; es wĂ€re nicht denkbar, den Wesenskern des Grundgesetzes aufrechtzuerhalten, wenn eine Staatsordnung errichtet wĂŒrde, die die kennzeichnenden Merkmale der Diktatur des Proletariats trĂŒge.“[54] Obwohl das Verbot noch Rechtswirksamkeit besitzt, findet es in der Rechtsprechung keine Anwendung mehr, was bedeutet, dass Parteien und Gruppen, die als Nachfolgeorganisation unter das Verbot fallen wĂŒrden, geduldet werden.[55]

DKP

Die Deutsche Kommunistische Partei verzichtet seit ihrer GrĂŒndung, obwohl sich in der Tradition der KPD verstehend, auf das (Zwischen-)Ziel „Diktatur des Proletariats“. Stattdessen hat sie eine Strategie zum Erreichen einer Antimonopolistischen Demokratie entwickelt, in der, im Rahmen bestehender Gesetze, eine ÜberfĂŒhrung der Großkonzerne in öffentliches Eigentum möglich werden soll. Die Antimonopolistische Demokratie sei eine „Periode grundlegender Umgestaltungen“, in der die Arbeiterklasse und andere „demokratischen KrĂ€fte“ gemeinsam ĂŒber ausreichende parlamentarische Macht verfĂŒgen, um ihre Interessen durchzusetzen, auch als Ausgangspunkt fĂŒr eine weitere sozialistische Entwicklung. WĂ€hrend dieses Konzept innerhalb der linken Sozialdemokratie (Stamokap-FlĂŒgel) Zustimmung fand, wurde und wird es von der Neuen Linken ĂŒberwiegend als „reformistisch“ abgelehnt. Nicht-sozialistische politische Gruppen und der Verfassungsschutz halten diesen Ansatz dagegen fĂŒr eine rein strategische Positionierung, um die Gefahr eines Parteienverbotes zu verringern.

Begriffsnutzung im deutschen Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz

Der Begriff der „Diktatur des Proletariats“ wird gegenwĂ€rtig (2007) vom Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz wie den Landesbehörden fĂŒr Verfassungsschutz weiterhin verwendet, um bestimmte verfassungsfeindliche Bestrebungen zu bezeichnen. So definiert der Verfassungsschutz das „Bekenntnis zur Diktatur des Proletariats“ als linksextremistisch, ebenso das „Bekenntnis zum Marxismus-Leninismus als ‚wissenschaftlicher‘ Anleitung zum Handeln[56]“, das „Bekenntnis zur sozialistischen oder kommunistischen Transformation der Gesellschaft mittels eines revolutionĂ€ren Umsturzes oder langfristiger revolutionĂ€rer VerĂ€nderungen“ und das „Bekenntnis zur revolutionĂ€ren Gewalt als bevorzugter oder, je nach den konkreten Bedingungen, taktisch einzusetzender Kampfform“.[57] Linksextremistische Bestrebungen sind nach Definition des Verfassungsschutzes gegen die „Staats- und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland“ gerichtet[58], an anderer Stelle werden „extremistische Bestrebungen“ als „AktivitĂ€ten mit der Zielrichtung, die Grundwerte der freiheitlichen Demokratie zu beseitigen,“ bezeichnet.[59]

Zitate

„Was ich neu tat, war 1. nachzuweisen, dass die Existenz der Klassen bloß an bestimmte historische Entwicklungsphasen der Produktion gebunden ist; 2. dass der Klassenkampf notwendig zur Diktatur des Proletariats fĂŒhrt; 3. dass diese Diktatur selbst nur den Übergang zur Aufhebung aller Klassen und zur klassenlosen Gesellschaft bildet.“

– Karl Marx: Brief an Joseph Weydemeyer, 15. MĂ€rz 1852[41]

„Die Diktatur des Proletariats aber, d.h. die Organisierung der Avantgarde der UnterdrĂŒckten zur herrschenden Klasse, um die UnterdrĂŒcker niederzuhalten, kann nicht einfach nur eine Erweiterung der Demokratie ergeben. Zugleich mit der gewaltigen Erweiterung des Demokratismus, der zum erstenmal ein Demokratismus fĂŒr die Armen, fĂŒr das Volk wird und nicht ein Demokratismus fĂŒr die Reichen, bringt die Diktatur des Proletariats eine Reihe von FreiheitsbeschrĂ€nkungen fĂŒr die UnterdrĂŒcker, die Ausbeuter, die Kapitalisten. Diese mĂŒssen wir niederhalten, um die Menschheit von der Lohnsklaverei zu befreien, ihr Widerstand muß mit Gewalt gebrochen werden, und es ist klar, daß es dort, wo es UnterdrĂŒckung, wo es Gewalt gibt, keine Freiheit, keine Demokratie gibt.“

– Wladimir Iljitsch Lenin: Staat und Revolution, 5. Kapitel, 2. Abschnitt „Der Übergang vom Kapitalismus zum Kommunismus“, 1917.

„Es ist die historische Aufgabe des Proletariats, wenn es zur Macht gelangt, an Stelle der bĂŒrgerlichen Demokratie sozialistische Demokratie zu schaffen, nicht jegliche Demokratie abzuschaffen. Sozialistische Demokratie beginnt aber nicht erst im gelobten Lande, wenn der Unterbau der sozialistischen Wirtschaft geschaffen ist, als fertiges Weihnachtsgeschenk fĂŒr das brave Volk, das inzwischen treu die Handvoll sozialistischer Diktatoren unterstĂŒtzt hat. Sozialistische Demokratie beginnt zugleich mit dem Abbau der Klassenherrschaft und dem Aufbau des Sozialismus. Sie beginnt mit dem Moment der Machteroberung durch die sozialistische Partei. Sie ist nichts anderes als die Diktatur des Proletariats. (...) [Diese] Diktatur muß das Werk der KLASSE, und nicht einer kleinen, fĂŒhrenden Minderheit im Namen der Klasse sein, d. h. sie muß auf Schritt und Tritt aus der aktiven Teilnahme der Massen hervorgehen, unter ihrer unmittelbaren Beeinflussung stehen, der Kontrolle der gesamten Öffentlichkeit unterstehen, aus der wachsenden politischen Schulung der Volksmassen hervorgehen.“

– Rosa Luxemburg: Zur russischen Revolution, 4. Kapitel, 1918.

„Die Diktatur des Proletariats ist noch ein Nationalstaat und ein Klassenstaat. Die Begriffe Konkurrenz und Klassenkampf haben sich verschoben, aber die Konkurrenz und die Klassen bestehen weiter. Die Diktatur des Proletariats muß dieselben Probleme wie der bĂŒrgerliche Staat lösen: Ă€ußere und innere Verteidigung. (...) Zu denken und zu handeln, (...) als ob die Zeit des Kampfes zwischen sozialistischen und bĂŒrgerlichen Staaten, die Zeit der erbarmungslosen Konkurrenz zwischen den kommunistischen und kapitalistischen Nationalwirtschaften schon ĂŒberwunden sei, wĂ€re ein verhĂ€ngnisvoller Fehler fĂŒr die proletarische Revolution. (...) Die objektiven realen Bedingungen, unter denen die proletarische Diktatur ausgeĂŒbt werden wird, werden die Bedingungen einer fĂŒrchterlichen Unordnung, einer erschreckenden Disziplinlosigkeit sein. Deshalb wird die Organisierung eines sehr fest gefĂŒgten sozialistischen Staates notwendig sein, der so schnell wie möglich der Zersetzung und der Disziplinlosigkeit Einhalt gebietet, der dem sozialen GefĂŒge eine konkrete Form gibt und der die Revolution gegen die Ă€ußeren Angriffe und die inneren Rebellionen verteidigt. Im Interesse ihrer Existenz und ihrer Entwicklung muß die Proletarische Diktatur einen betont militĂ€rischen Charakter annehmen. Das ist der Grund, weshalb man das Problem des sozialistischen Heeres als eines der wesentlichsten Probleme lösen muß.“

– Antonio Gramsci: Der Staat und der Sozialismus, 1919.

Siehe auch

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Diktatur des Proletariats â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. ↑ „Incidentally, the ascription of the term ‘dictatorship of the proletariat’ to Blanqui is a myth industriously copied from book to book by marxologists eager to prove that Marx was a putschist ‘Blanquist,’ but in fact all authorities on Blanqui’s life and works have (sometimes regretfully) announced that the term is not to be found there.“
    H. Draper, The ‘Dictatorship of the Proletariat’ from Marx to Lenin, 1. Kapitel, 1. Abschnitt, 1987. (Lesen)
  2. ↑ Marx, Engels, Das kommunistische Manifest, Februar 1848, MEW4:S.472f.
  3. ↑ FĂŒr eine ausfĂŒhrliche Darstellung siehe H. Draper, The ‘Dictatorship of the Proletariat’ from Marx to Lenin, 1. Kapitel, 3. Abschnitt, 1987. (Lesen)
  4. ↑ Juan Donoso CortĂ©s, Rede ĂŒber die Diktatur, 4. Januar 1849
  5. ↑ Louis Auguste Blanqui, 25. April 1851
  6. ↑ Invisible dictatorship
  7. ↑ FĂŒr eine genauere Darstellung siehe H. Draper, The ‘Dictatorship of the Proletariat’ from Marx to Lenin, 1. Kapitel, 2. Abschnitt, 1987. (Lesen)
  8. ↑ Friedrich Engels,Einleitung zu Karl Marx' „KlassenkĂ€mpfe in Frankreich 1848 bis 1850“, 1895
  9. ↑ Karl Marx, „Neue Rheinische Zeitung“ Nr. 100 vom 12. September 1848
  10. ↑ Marx, Engels, Das kommunistische Manifest, Februar 1848
  11. ↑ a b c Friedrich Engels, Einleitung zu Der BĂŒrgerkrieg in Frankreich von Karl Marx, 18. MĂ€rz 1891
  12. ↑ KlassenkĂ€mpfe in Frankreich
  13. ↑ Karl Marx, BĂŒrgerkrieg in Frankreich
  14. ↑ Friedrich Engels, Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft, 1880, MEW 19: 224
  15. ↑ Karl Marx; Friedrich Engels, Das kommunistische Manifest, MEW 4: 467
  16. ↑ Karl Marx; Friedrich Engels, Das kommunistische Manifest, MEW 4: 473
  17. ↑ a b c Karl Marx: Das Kapital, Bd. I, Siebenter Abschnitt, MEW 23: 791
  18. ↑ Karl Marx: Das Kapital, Bd. I, Siebenter Abschnitt, MEW 23: 790
  19. ↑ a b Karl Marx; Friedrich Engels, Das kommunistische Manifest, MEW 4: 473
  20. ↑ Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms, MEW 19: 26
  21. ↑ a b c Karl Marx, Randglossen zum Programm der deutschen Arbeiterpartei in der Kritik des Gothaer Programms 1875 (erstmals publiziert 1891)
  22. ↑ a b c Marx, Engels, Das kommunistische Manifest, Februar 1848, MEW4:S.472
  23. ↑ Marx, Engels, Das kommunistische Manifest, Februar 1848
  24. ↑ Friedrich Engels, Zur Wohnungsfrage, 1872/73
  25. ↑ a b K. Marx, F. Engels, Vorwort zum Manifest der Kommunistischen Partei, deutsche Ausgabe 1872. MEW 18, 95f. (Lesen)
  26. ↑ K. Marx, BĂŒrgerkrieg in Frankreich, MEW 17, 336 (Lesen) ; Im Vorwort wird diese Schrift zitiert.
  27. ↑ Karl Marx, BĂŒrgerkrieg in Frankreich, Mai 1871
  28. ↑ KARL MARX , Allgemeine Statuten der Internationalen Arbeiter-Assoziation, Wie vom Londoner Kongress 1871 beschlossen (Resolution IX); Art. 7a beschlossen vom Haager Kongress 1872: „In seinem Kampf gegen die kollektive Macht der besitzenden Klassen kann das Proletariat nur dann als Klasse handeln, wenn es sich selbst als besondere politische Partei im Gegensatz zu den allen alten, von den besitzenden Klassen gebildeten Parteien konstituiert. Diese Konstituierung des Proletariats als politische Partei ist unerlĂ€ĂŸlich, um den Triumph der sozialen Revolution und ihres höchsten Zieles, die Aufhebung der Klassen, zu sichern. Die durch den ökonomischen Kampf bereits erreichte Vereinigung der KrĂ€fte der Arbeiterklasse muß in den HĂ€nden dieser Klasse auch als Hebel in ihrem Kampf gegen die politische Macht ihrer Ausbeuter dienen. Da die Herren des Bodens und des Kapitals sich ihrer politischen Privilegien stets bedienen, um ihre ökonomischen Monopole zu verteidigen und zu verewigen und die Arbeit zu unterjochen, wird die Eroberung der politischen Macht zur großen Pflicht des Proletariats.“ ("Londoner Konferenz der Internationalen Arbeiterassoziation", MEW 17, S.422)
  29. ↑ „Wir wissen, daß man die Institutionen, die Sitten und die Traditionen der verschiedenen LĂ€nder berĂŒcksichtigen muß, und wir leugnen nicht, daß es LĂ€nder gibt, wie Amerika, England, und wenn mir eure Institutionen besser bekannt wĂ€ren, wĂŒrde ich vielleicht noch Holland hinzufĂŒgen, wo die Arbeiter auf friedlichem Wege zu ihrem Ziel gelangen können. Wenn das wahr ist, mĂŒssen wir auch anerkennen, daß in den meisten LĂ€ndern des Kontinents der Hebel unserer Revolutionen die Gewalt sein muß; die Gewalt ist es, an die man eines Tages appellieren muß, um die Herrschaft der Arbeit zu errichten.“ Marx, Rede ĂŒber den Haager Kongress, 15. September 1872 (Lesen)
  30. ↑ Karl Marx, Das Kapital, 1867
  31. ↑ Friedrich Engels, Von der AutoritĂ€t, 1872/73
  32. ↑ Karl Marx, Der BĂŒrgerkrieg in Frankreich 1871
  33. ↑ Friedrich Engels, Zur Kritik des sozialdemokratischen Programmentwurfs 1891, Juni 1891
  34. ↑ Engels, „Dialektik der Natur“, MEW 20:311
  35. ↑ Engels, „Dialektik der Natur“, MEW 20:465
  36. ↑ Engels, „Revolution und Konterrevolution in Deutschland“, MEW 8:24
  37. ↑ „Die Verfassung der Redaktion war die einfache Diktatur von Marx. Ein großes Tageblatt, das zur bestimmten Stunde fertig sein muß, kann bei keiner anderen Verfassung eine folgerechte Haltung bewahren. Hier aber war noch dazu Marx’ Diktatur selbstverstĂ€ndlich, unbestritten, von uns allen gern anerkannt. Es war in erster Linie sein klarer Blick und seine sichere Haltung, die das Blatt zur berĂŒhmtesten deutschen Zeitung der Revolutionsjahre gemacht haben.“ F. Engels, „Marx und die ‚Neue Rheinische Zeitung‘ 1848-49“, 1884, (Lesen)
  38. ↑ „WĂ€hrend die Internationale der Arbeiterklasse der verschiedenen LĂ€nder die vollste Freiheit in ihren Bewegungen und Bestrebungen ließ, brachte sie es gleichzeitig fertig, die Gesamtarbeiterklasse zu einem Bunde zu vereinigen und zum ersten Male den herrschenden Klassen und ihren Regierungen die kosmopolitische Macht des Proletariats fĂŒhlbar zu machen. [
] Autonomie der Sektionen, freie Föderation autonomer Gruppen, Antiautoritarismus, Anarchie â€“ das sind Phrasen, welche gar wohl anstehen einer „Gesellschaft von ‚Deklassierten‘ ohne Beruf und ohne Ausweg“ (sans carriĂšre, sans issue), einer Gesellschaft, die im Schoße der Internationalen konspiriert, um diese einer geheim gehaltenen Diktatur zu unterwerfen und ihr das Programm des Herrn Bakunin aufzudrĂ€ngen!“ K. Marx, F. Engels, Ein Komplott gegen die Internationale Arbeiterassoziation, 1873 (Lesen)
    „Dieselben MĂ€nner, die den Generalrat des Autoritarismus beschuldigen, ohne jemals imstande gewesen zu sein, auch nur eine einzige autoritĂ€re Handlung von seiner Seite aufzuzeigen, die bei jeder Gelegenheit von der Autonomie der Sektionen, von der freien Föderation der Gruppen reden, die den Generalrat der Absicht bezichtigen, der Internationale seine offizielle und orthodoxe Doktrin aufzuzwingen und unsere Assoziation in eine hierarchisch konstituierte Organisation zu verwandeln â€“ dieselben MĂ€nner konstituieren sich in der Praxis als eine Geheimgesellschaft mit einer hierarchischen Organisation und unter einem nicht nur autoritĂ€ren, sondern absolut diktatorischen Regime; sie treten jede Spur von Autonomie der Sektionen und Föderationen mit FĂŒĂŸen; sie streben danach, der Internationale vermittels dieser geheimen Organisation die persönlichen und orthodoxen Doktrinen M. Bakunins aufzuzwingen. WĂ€hrend sie verlangen, daß die Internationale von unten nach oben organisiert werden solle, unterwerfen sie sich selber als Mitglieder der Allianz unterwĂŒrfig dem Befehl, der ihnen von oben nach unten erteilt wird. [
] Unsere Statuten kennen nur eine Art von Mitgliedern der Internationale, mit gleichen Rechten und Pflichten fĂŒr alle; die Allianz trennt sie in zwei Klassen, die Eingeweihten und die Laien, wobei die letzteren dafĂŒr bestimmt sind, von den ersteren gefĂŒhrt zu werden vermittels einer Organisation, deren Existenz ihnen nicht einmal bekannt ist. Die Internationale fordert von ihren AnhĂ€ngern, daß sie Wahrheit, Gerechtigkeit und Moral als die Grundlage ihres Verhaltens anerkennen; die Allianz auferlegt ihren Adepten als ihre erste Pflicht Verlogenheit, Heuchelei und Betrug, indem sie ihnen befiehlt, die Laien unter den Internationalen ĂŒber die Existenz der geheimen Organisation und ĂŒber die BeweggrĂŒnde und den Zweck ihrer eigenen Worte und Handlungen zu tĂ€uschen.“ F.Engels, Der Generalrat an alle Mitglieder der Internationalen Arbeiterassoziation, 1872 (lesen)
  39. ↑ „Aber es wird Ihnen aus diesem MiniaturgemĂ€lde deutlich die Überzeugung hervorgehen, wie wahr es ist, daß sich der Arbeiterstand instinktmĂ€ĂŸig zur Diktatur geneigt fĂŒhlt, wenn er erst mit Recht ĂŒberzeugt sein kann, daß dieselbe in seinem Interesse ausgeĂŒbt wird, und wie sehr er daher, wie ich Ihnen schon neulich sagte, geneigt sein wĂŒrde, trotz aller republikanischen Gesinnungen â€“ oder vielmehr gerade auf Grund derselben â€“ in der Krone den natĂŒrlichen TrĂ€ger der sozialen Diktatur, im Gegensatz zu dem Egoismus der bĂŒrgerlichen Gesellschaft, zu sehen, wenn die Krone ihrerseits sich jemals zu dem â€“ freilich sehr unwahrscheinlichen â€“ Schritt entschließen könnte, eine wahrhaft revolutionĂ€re und nationale Richtung einzuschlagen und sich aus einem Königtum der bevorrechteten Stande in ein soziales und revolutionĂ€res Volkskönigtum umzuwandeln!“, F. Lassalle, Brief von Lassalle an Bismarck, 8. Juni 1863 (Lesen)
  40. ↑ K. Marx, Die KlassenkĂ€mpfe in Frankreich 1848-1850. 1850, MEW7, 89. (Lesen)
  41. ↑ a b K. Marx, Brief an Weydemeyer (1852), erstmals publiziert 1930 in Jungsozialistische BlĂ€tter. MEW 28, 507f. Quelle (Lesen (englisch))
  42. ↑ FĂŒr eine genaue Beschreibung der Entwicklung des Begriffes bei Marx und Engels siehe H. Draper, The ‘Dictatorship of the Proletariat’ from Marx to Lenin, 1. Kapitel, 1987. (Lesen)
  43. ↑ H. Draper, The ‘Dictatorship of the Proletariat’ from Marx to Lenin, 1. Kapitel, 8.Abschnitt, 1987. (Lesen)
  44. ↑ a b c R. Luxemburg, Zur russischen Revolution, 1918, posthum veröffentlicht 1922, Kapitel 4. (Lesen)
  45. ↑ Stammen, Theo; Riescher, Gisela; Hofmann, Wilhelm: Hauptwerke der politischen Theorie. 1997, S. 47.
  46. ↑ trend-onlinezeitung, Wolfgang Eckhardt: Michail Aleksandroviù Bakunin - Ein biographischer Überblick, Ausg.7/8 2000
  47. ↑ Stammen, Theo; Riescher, Gisela; Hofmann, Wilhelm: Hauptwerke der politischen Theorie. 1997, S. 48.
    siehe z.B. Marx, Konspekt von Bakunins Buch „Staatlichkeit und Anarchie“, 1875. (Lesen)
  48. ↑ Implizit in der Verfassung festgehalten
  49. ↑ Die KP Frankreichs war nur kurze Zeit eurokommunistisch orientiert.
  50. ↑ „Von besonderer Bedeutung ist im Programm der Satz, daß die KPD sich in ihrer gesamten TĂ€tigkeit von der Theorie von Marx, Engels, Lenin und Stalin leiten‘ lĂ€ĂŸt. Die KPD bringt damit zum Ausdruck, daß sie die Schriften und sonstigen Zeugnisse dieser Denker und Politiker als Bestandteile einer einheitlichen, in sich geschlossenen Lehre ansieht und sie als solche zur Grundlage ihres politischen Denkens und Handelns macht.“ UrteilsbegrĂŒndung
  51. ↑ UrteilsbegrĂŒndung, BVerfGE 5, 85 <285>
  52. ↑ UrteilsbegrĂŒndung, BVerfGE 5, 85 <324>
  53. ↑ Mit der Entstalinisierung erfolgte eine Distanzierung von Stalin
  54. ↑ UrteilsbegrĂŒndung, BVerfGE 5, 85 <507>
  55. ↑ Entgegen dem Urteil des Verbotes: „Es ist verboten, Ersatzorganisationen fĂŒr die Kommunistische Partei Deutschlands zu schaffen oder bestehende Organisationen als Ersatzorganisationen fortzusetzen.“
  56. ↑ der Text geht wie folgt weiter: daneben, je nach AusprĂ€gung der Partei oder Gruppierung, RĂŒckgriff auch auf Theorien weiterer Ideologen wie Stalin, Trotzki, Mao Zedong und andere
  57. ↑ Internetauftritt des Bundesamtes fĂŒr Verfassungsschutz: Glossar, Begriff Linksextremismus (2007)
  58. ↑ Internetauftritt des Bundesamtes fĂŒr Verfassungsschutz: Arbeitsfeld Linksextremismus (2007)
  59. ↑ Internetauftritt des Bundesamtes fĂŒr Verfassungsschutz: FAQ (Frequently Asked Questions) (2007)

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  • Diktatur des Proletariats — Diktatur des Proletariats,   marxistischer Begriff; die Herrschaft des Proletariats, errichtet durch die proletarische Revolution, begrĂŒndet eine sozialrevolutionĂ€re Ordnung in der Übergangszeit vom Zusammenbruch der bĂŒrgerlich kapitalistischen… 
   Universal-Lexikon

  • Diktatur des Proletariats — im ⇡ Marxismus die HerrschaftsausĂŒbung der Arbeiterklasse ĂŒber die ⇡ Bourgeoisie nach der revolutionĂ€ren Beseitigung des Kapitalismus im ⇡ Sozialismus (⇡ Klassentheorie, ⇡ Marxismus Leninismus) 
   Lexikon der Economics

  • Revolution des Proletariats — Karl Marx Unterschrift Karl Heinrich Marx (* 5. Mai 1818 in Trier; † 14. MĂ€rz 1883 in London) war 
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  • Herrschaft des Proletariats — Kritische Zeichnung zur Verdeutlichung der Klassengesellschaft Das Proletariat (von lat. proles = die Nachkommenschaft) bezeichnet die gesellschaftliche Schicht der Landlosen und LohnabhĂ€ngigen (Besitzlosen), die aber nicht versklavt waren. Zur… 
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  • Avantgarde des Proletariats — Was tun? (russ. Đ§Ń‚ĐŸ ĐŽĐ”Đ»Đ°Ń‚ŃŒ?/ Transkription Schto delat?, wissenschaftliche Transliteration Čto dělaĆ„?) ist der Titel des Hauptwerks von Lenin, das 1902 erschien. Der als Lenin bekannte RevolutionĂ€r Wladimir Iljitsch Uljanow stellte in Was tun?… 
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  • Diktatur — WillkĂŒrherrschaft; Tyrannis; Absolutismus; Despotie; Terror; Tyrannei; Zwangsherrschaft; Despotismus; Schreckensherrschaft; Gewaltherrschaft * * * Dik|ta|tur [dÉȘkta tu:ÉÌŻ] 
   Universal-Lexikon

  • Diktatur — Die Diktatur (von lateinisch dictatura) ist eine Regierungsform, die sich durch eine einzelne regierende Person, den Diktator (→ FĂŒhrer), oder eine regierende Gruppe von Personen (z. B. Partei, MilitĂ€rjunta, Familie) mit… 
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  • Diktatur — Dik|ta|tur 〈f.; Gen.: , Pl.: enâŒȘ Herrschaft eines Diktators, unbeschrĂ€nkte Gewalt; Diktatur des Proletariats; unter einer Diktatur leben, stehen [Etym.: <lat. dictatura »Diktatur, WĂŒrde eines Diktators«] 
   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Diktatur — Dik|ta|tur die; , en <aus gleichbed. lat. dictatura>: 1. (ohne Plur.) a) auf unbeschrĂ€nkte Vollmacht einer Person od. Gruppe gegrĂŒndete Herrschaft in einem Staat, z. B. des MilitĂ€rs; Diktatur des Proletariats: politische Herrschaft der… 
   Das große Fremdwörterbuch

  • Diktatur — Dik|ta|tur , die; , en; die Diktatur des Proletariats (marxistisch) 
   Die deutsche Rechtschreibung


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