Diskothek

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Diskothek

Eine Diskothek (auch kurz Disko oder Disco, umgangssprachlich auch Disse genannt) ist ein Gastronomiebetrieb, in dem regelm√§√üig, vor allem an den Wochenenden, Tanzveranstaltungen stattfinden. Die Tanzmusik wird in der Regel nicht live aufgef√ľhrt. Stattdessen wird sie von Disc-Jockeys (kurz: ‚ÄěDJs‚Äú) √ľber gro√üe Lautsprecheranlagen mit Hilfe verschiedener Tontr√§ger eingespielt. Viele Diskotheken bezeichnen sich nach englischsprachigem Vorbild als ‚ÄěClub‚Äú oder ‚ÄěKlub‚Äú. In Discos treffen sich vor allem junge Leute zum Tanzen, aber auch zur Anbahnung und Pflege sozialer Kontakte sowie zum Konsum legaler und illegaler Drogen.[1] [2]

Diskothek

Inhaltsverzeichnis

Bezeichnung

Der Ausdruck ‚ÄěDiskothek‚Äú (von griech. Discos ‚ÄěScheibe‚Äú und ‚ÄěTheke‚Äú ‚ÄěBeh√§ltnis, Kasten, Kiste‚Äú, franz. discoth√®que Analogbildung zu Bibliothek) bezeichnete urspr√ľnglich eine Sammlung von Tontr√§gern wie Schallplatten, Tonb√§nder, Kassetten, CDs. In der H√∂rfunk-Studiotechnik wurde der Begriff auch auf Studiopulte mit Plattenspielern √ľbertragen, an denen der Moderator w√§hrend der Sendung die Schallplatten selbst auflegen konnte.

Heute bezeichnet der Begriff Diskothek in der Regel eine feste gastronomische Einrichtung, in deren Mittelpunkt zwei Elemente stehen: das Spielen von Musik von der Platte oder anderen Tontr√§gern und das Tanzen. Die Musik wird √ľblicherweise von einem DJ aufgelegt oder gemischt. Dar√ľber hinaus besteht meist ein Barbetrieb.

Neben festen Disco-Lokalen wird auch eine einzelne, von Privatpersonen oder Vereinen organisierte Tanzveranstaltung, etwa in einem Mehrzweckraum oder Festzelt, gelegentlich als ‚ÄěDisco‚Äú bezeichnet (‚ÄěZeltdisco‚Äú, ‚ÄěFeuerwehrdisco‚Äú). Solche Veranstaltungen werden √ľblicherweise nur an einem Wochenende, einem Abend oder doch zumindest in gro√üen zeitlichen Abst√§nden durchgef√ľhrt.

Die Bezeichnung ‚ÄěDisco‚Äú bezieht sich auch auf R√§ume, die f√ľr eine regelm√§√üige oder auch nur gelegentliche Durchf√ľhrung von Tanzpartys hergerichtet worden sind, aber auch f√ľr andere Zwecke verwendet werden k√∂nnen. Solche Discor√§ume findet man beispielsweise in Jugendzentren, Jugendherbergen oder in kirchlichen Gemeinder√§umen.

In den meisten Sprachen tr√§gt die Diskothek einen √§hnlichen Namen wie im Deutschen, im Franz√∂sischen hei√üt sie discoth√®que, im Japanischen „Éá„ā£„āĻ„ā≥, disuko. Im Englischen spricht man jedoch vom Club oder Nightclub; dieser Begriff umfasst sowohl Diskotheken im deutschen Sinn, also Einrichtungen, in denen DJs Platten auflegen, als auch Orte mit Live-Auftritten von Bands und S√§ngern. Das Wort ‚Äědisco‚Äú bezeichnet im Englischen vor allem den Musikstil Disco.

Geschichte

Vorläufer

Vorl√§ufer der Discos entstanden in den 1930ern. Besonders in den USA entstanden Bars, in denen die Jukebox eine wichtige Attraktion war und die G√§ste regelm√§√üig ganze Abende zu der Musik aus dieser durchtanzten.[3] In Marseille entstanden zu jener Zeit Bars, die tats√§chlich √§hnlich wie Bibliotheken funktionierten. In der Hafenstadt am Mittelmeer lie√üen Seeleute ihre Lieblingsplatten in R√§umlichkeiten ihrer Lieblingsbars zur√ľck; wenn sie Landurlaub hatten, konnten sie so dann in der n√§mlichen Bar ihre Lieblingsmusik h√∂ren.[4] Der erste dokumentierte Auftritt eines DJs soll 1943 in Otley, West Yorkshire, stattgefunden haben und involvierte Jimmy Saville, den sp√§teren Moderator von Top of the Pops.[5]

Erste Discos in Frankreich

Eingang einer Diskothek in Calais

Der erste Club, der sich in Analogie zu einer Bibliothek einfach La Discoth√®que nannte, entstand als Bar im besetzten Paris des Zweiten Weltkriegs. Da Live-Musik unter den damaligen Umst√§nden kaum m√∂glich war, spielte man Jazz-Platten.[6] Er√∂ffnet hat die erste Disco der ehemalige Jazz-Pianist √Čduard Ruault, der sp√§ter als Eddie Barcley erfolgreich eine Band und eine Plattenfirma gr√ľndete.[7] La Discoth√®que inspirierte andere Veranstalter, in Kellern und unterirdischen Bars improvisierte Soundsysteme zusammenzubasteln, √ľber die dann die von den Besatzern ungeliebte Jazz-Musik abgespielt werden konnte.[4]

Nach dem Krieg er√∂ffneten in Paris weitere Clubs, die sich darauf spezialisierten, Schallplatten aufzulegen, um ihre Kunden zum Tanzen zu bringen.[6] Die erste dieser Art Bar war das 1947 er√∂ffnete Whisky a Go-Go von Paul Pacine. Die weitere Spezialit√§t, damals sehr ungew√∂hnlich f√ľr das Weinland Frankreich, war Whisky - und die Musik, die er abspielte, war ausschlie√ülich Jazz. Danach √∂ffnete das Chez Castel, von au√üen nur durch ein Miniatur-T√ľrschild zu erkennen; dort wurden aber ohnehin ausschlie√ülich geladene G√§ste eingelassen. Im Chez Castel begann der Abend meist mit einer Filmvorf√ľhrung, bevor man sich dann in die discoth√®que zur√ľckzog und auf dem Kupfer-Stahl-Fu√üboden zu "Engtanzmusik" tanzte. Der Club bediente besonders die Pariser Szene, so waren z.B. Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir h√§ufige G√§ste.[4] Andere Pariser Discos wie Chez R√©gine oder New Jimmy setzten Standards, an denen sich andere europ√§ische Metropolen rasch orientierten.[3]

Die Idee internationalisiert sich

Nach Paris war London die zweite Stadt, in der sich direkt nach dem Krieg Clubs entwickelten, in denen Menschen zur Musik von Schallplatten tanzten.[3] London hatte nach dem Krieg eine wilde, gr√∂√ütenteils illegale Jazz-Szene, die sich spontan in Kellern, Abbruchgeb√§uden und √§hnlichem traf. Die ersten britischen Allnighter fanden zu dieser Zeit in Jazzclubs statt, die erste britische Drogenrazzia 1950 im Club Eleven. Nach Pariser Vorbild gingen auch diese Clubs dazu √ľber, zumindest an einigen Abenden Musik von Schallplatten zu spielen und entsprechende Musikanlagen zu installieren. Zus√§tzlicher Input kam aus der Karibik und der dortigen Partykultur. Der erste englische Star-DJ war Count Suckle, ein jamaikanischer Einwanderer.[4] In den USA entstanden in den 1950ern platter parties oder sock hoppers, bei denen DJs in der √Ėffentlichkeit Musik auflegten. Diese waren allerdings vor allem gedacht zur Promotion f√ľr Radiosendungen und orientierten sich daher in Stil und Ablauf sehr an diesen Sendungen.[5]

Die Disco erreicht nach 1959 Deutschland

Am 15. Mai 1959 er√∂ffnete eine der ersten Diskotheken Deutschlands unter dem Namen Ocambo Club im nieders√§chsischen Osnabr√ľck. Dieser Club, in dem die Musik von Plattenspielern gespielt wurde, um die Illusion zu erzeugen, als seien Tanzkapellen live auf der B√ľhne, war nach Aussagen seines damaligen Betreibers, nach einem Vorbild in Hannover namens Okambo Club konzipiert. Die Existenz des Clubs ist durch eine Anzeige und einen redaktionellen Beitrag in einem Osnabr√ľcker Veranstaltungskalender vom Mai 1959 belegt."[8]

Eine weitere Diskothek Deutschlands entwickelte sich, direkt an der Grenze zu Belgien und den Niederlanden gelegen, aus dem Aachener Speiselokal ‚ÄěScotch-Club‚Äú. Nachdem dieses nicht mehr richtig "gelaufen" war, versuchte es der Besitzer 1959 mit einer sogenannten ‚ÄěJockey-Tanz-Bar‚Äú, in der Klaus Quirini ("DJ Heinrich") als nach eigenen Angaben erster deutscher Discjockey Schallplatten nach dem Muster von Sendungen bei Radio Luxemburg lebendig machen sollte.[9] In die USA gelangte die Disco dank einem franz√∂sischen Einwanderer, der 1960 Le Club in New York City er√∂ffnete.[6] Als in den 1970ern die Discowelle um die Welt ging, gab es in Aachen bereits 42 Diskotheken.[10] Der Begriff Diskothek setzte sich im deutschsprachigen Raum als Bezeichnung f√ľr eine Musik- und Tanzeinrichtung mit moderierendem Disc-Jockey nur langsam durch. Mitte der 1960er-Jahre hatte der Duden das Wort ‚ÄěDiskothek‚Äú in sein Vokabular aufgenommen.

Der DJ wird mehr als der Plattenansager

Mitte der 1960er begannen die ersten DJs, sich von der Funktion des reinen Plattenauflegers zu emanzipieren. Hatten sie bis dahin ein St√ľck nach dem anderen aufgelegt und zwischendurch moderiert, war es insbesondere Terry Noel, der 1965 im Arthur in New York City auflegte, der begann das musikalische Repertoire des DJs zu erweitern und selbst neue Musik zu schaffen. Noel begann, pers√∂nlich die Kontrolle √ľber die Lichtanlage zu √ľbernehmen, baute ein Soundsystem auf, das ihm erlaubte, einen Sound quer durch den Raum wandern zu lassen und begann sich bis dato unbekannte Freiheiten im Mixen von St√ľcken zu erlauben. Er legte mehrere St√ľcke √ľbereinander, um neue Sounds zu kreieren und aus Schallplatten eine Musik zu erzeugen, die so nicht auf einer Schallplatte aufzufinden war. Grunds√§tzlich aber waren diese fr√ľhen amerikanischen Discos wie auch Studio 54 und Xenon vor allem In-Pl√§tze, in denen es weniger um Musik, sondern mehr um die anwesenden Leute ging. Disco als Musikstil und teilweise als Kunstform entwickelte sich in Underground-Clubs. Noel wechselte 1969 ins neuer√∂ffnete Salvation (sp√§ter Sanctuary) an der West 43rd Street in Manhattan. Das Salvation legte mehr Wert auf Musik, war als erste Disco deutlich auf sein schwules Publikum ausgelegt und von diesem gepr√§gt und hatte mit dem in Brooklyn geborenen Italo-Amerikaner Francis Grosso den ersten echten Star-DJ an den Mischpults.[6]

Disco wird zum Musikstil

Anfang der 1970er-Jahre entwickelte sich die Disco-Music. Zu Beginn der 1970er dominierten Soul und Funk die Tanzfl√§chen in den US-amerikanischen St√§dten.[5] Um 1973/1974 gingen die frei improvisierenden Beat-T√§nzer in den Discos wieder zur Tanzhaltung √ľber, woraus der Discofox entstand. Um dieselbe Zeit begannen gro√üe Plattenfirmen die Szene zu entdecken und "Disco-Musik" zu pushen, um ihre zur√ľckgehenden Rock-Verk√§ufe zu kompensieren. Die Disco-Szene erhielt deutlich mehr Geld und verbreitete sich auch in die Provinz. Gro√üe Diskotheken wiesen eine immer aufw√§ndigere Technik auf. Licht- und Lasershows wurden in gro√üen Diskotheken zu Standardelementen.[5] Ber√ľhmt waren in den 1970er-Jahren Discos wie Studio 54 in New York oder Ende der 1980er-Jahre der Club Fac 51 Hacienda in Manchester. In den 1980er Jahren hatten die deutschen Diskotheken Spitzenwerte von insgesamt 100 Millionen Besuchern j√§hrlich. Derzeit sind es rund 80 bis 90 Millionen.[10]

Alternative Diskotheken

Anfang der 1970er-Jahren entstanden in Deutschland Diskotheken zum Teil nach englischem Vorbild, die sich als Alternative zu vorwiegend kommerziellen Diskotheken verstanden. Ihr musikalisches Programm widmete sich vor allem der Blues-, Rock-, Soul- und Progressivrockmusik und manchen Diskotheken verwendeten so genannte psychedelische Lightshows, um eine besondere Stimmung bei Ihren Gästen zu erzeugen. Der Eintritt war bewusst niedrig gehalten. Der Konsumzwang war wenig ausgeprägt. Vor allem hatte aber jeder ab dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestalter Zugang. Es gab keine Kleidungs- oder Gesichtskontrolle. 2007 widmete das Schlossmuseum Jever den alternativen Diskotheken und Tanzschuppen aus dem Weser-Ems-Gebiet eine Ausstellung unter dem Titel "Break on through to the other side".[11]

Raves, Techno und Clubkultur

In den sp√§ten 1980ern entwickelten sich in Nordengland Raves, ein- oder mehrt√§gige Veranstaltungen an speziellen Orten, die dem ekstatischen Tanz zu elektronischer Musik dienten. Urspr√ľnglich als antikommerzielle Gegenbewegung zum Thatcherismus der 1980er in Gro√übritannien entstanden, entwickelten sich auch in dieser Szene bald kommerzielle und marktf√∂rmige Strukturen. Entstanden aus der Acid House-Szene setzten sich Verhaltensweisen und Gebr√§uche, die sich auf den Raves entwickelt hatten, auch bald in vielen station√§ren und dauerhaften Diskos durch. Dazu geh√∂rten die starke und ausschlie√üliche Fokussierung auf elektronische Musik mit keinem oder minimalem Gesang und mehrt√§gige durchgehende Veranstaltungen. Alkohol wurde im Vergleich zu etablierten Nachtclubs und Kneipen wenig konsumiert, daf√ľr etablierten sich bestimmte Drogen wie Ecstasy.[12]

Geschehen und Programm

DJ und Musik

‚Üí siehe auch Hauptartikel: DJ

In den letzten Jahren wurde in vielen Diskotheken die Verantwortung f√ľr den Tontr√§gerbestand den oft auf Honorarbasis arbeitenden selbstst√§ndigen DJs √ľbertragen. H√§ufig sind sie die Eigent√ľmer der Tontr√§ger und nehmen sie nach Betriebsschluss mit nach Hause.

Im Rahmen der Musikrichtungen House / Techno und Hip-Hop hat sich das Setting von Diskotheken bzw. Clubs ver√§ndert. Hier legt der DJ nicht mehr nur einfach die Platten auf, sondern mischt sie miteinander, schafft also durch √úberlagerung von St√ľcken und durch Manipulation der Geschwindigkeit (Pitchbending) sowie durch Scratching neue Klang-Collagen. Im Hip-Hop-Bereich wird diese Musik vom Sprechgesang (Rap) der MCs √ľberlagert, im Technobereich mutiert der DJ nicht selten zum Star, der die St√ľcke so ineinander mischt, dass keine Pause bleibt, sondern die verschiedenen St√ľcke die ganze Nacht hindurch zu einem St√ľck verschmelzen. Moderationen zwischendrin sind hierbei tabu.

In ‚Äěangesagten‚Äú Diskotheken ist die Erf√ľllung von Musikw√ľnschen oftmals nicht m√∂glich. Teilweise ist es aber m√∂glich, einen Musikwunsch auf der Homepage des Clubs im Internet abzugeben. Zumeist ist jedoch die Gr√∂√üe der Disco ausschlaggebend: Besonders in kleinen Discos, in denen der DJ viele G√§ste pers√∂nlich kennt, l√§sst er sich dazu hinrei√üen, einzelne W√ľnsche zu erf√ľllen, sofern er den Titel vorr√§tig hat. In gr√∂√üeren Discos wird oft auch eine bauliche Abtrennung zwischen DJ und Tanzvolk vorgenommen, etwa durch hohe B√ľhnen.

Tanzen

Tanzen ist die wichtigste Form, um Musik in einer Disco zu erfahren und f√ľr die meisten Discog√§nger ihre Hauptbesch√§ftigung dort.[13] War Tanzen zu Beginn der Diskozeit noch auf den Paartanz beschr√§nkt, entwickelten sich in der Disko schnell Tanzstile, die allein oder in Gruppen getanzt wurden. Erster dieser T√§nze war der Twist, dieser und folgende erlaubten den Anwesenden sich aus der Paarbindung zu l√∂sen und werden so auch als emanzipativ f√ľr Frauen und sp√§ter Homosexuelle interpretiert.[5]

Die heute meist allein in der Menge tanzenden Discog√§nger k√∂nnen dabei aus einem breiten Repertoire an Aktionen in und mit dem Raum w√§hlen: Sie k√∂nnen sich zentral und auffallend bewegen oder eher zur√ľckgezogen am Rande der Menge oder im Schatten. Sie k√∂nnen sich expressiv und weitr√§umig verhalten oder sich sparsam bewegen, so dass das Tanzen zu einem Gro√üteil im Kopf stattfindet, trainierte und ge√ľbte Bewegungsabl√§ufe verwenden oder sich der Musik ausliefern und zumindest teilweise die bewusste Kontrolle √ľber den eigenen K√∂rper verlieren. Auch innerhalb der tanzenden Gruppen kann es dabei zu verschiedenen Verhaltensweisen kommen, die Bewegungen zwischen starker gleichartiger Interaktion, gegenseitigem l√§ssigen Ignorieren oder das Gruppieren um einige zentrale T√§nzer kommen. Discobetreiber selbst k√∂nnen verschiedene Situationen schaffen, indem sie beispielsweise die Tanzfl√§che mit sp√§rlicher Beleuchtung und Kunstnebel verh√ľllen, oder indem sie mittels Podesten die optischen Elemente besonders betonen.[14]

Drogen

Alkohol ist die am weitesten verbreitete Droge in der westlichen Gesellschaft und dominiert auch den Drogenkonsum in Diskotheken. F√ľr einen Gro√üteil westlich sozialisierter Jugendlicher bildet Alkohol die erste bekannte Rauscherfahrung, vor deren Hintergrund dann andere Drogen interpretiert werden. Oft wird Alkohol in sozialwissenschaftlichen Studien zum Drogenkonsum gar nicht erst untersucht, Alkoholverzicht gilt in vielen Situationen als offensiver sozialer Akt.[15]

Obwohl genaue Untersuchungen fehlen, ist zu vermuten, dass Diskotheken und illegaler Drogenkonsum einander ebenso förderlich sind. Erzählungen und Erfahrungsberichte aus den Siebziger Jahren weisen oft auf Kokain als Droge der Wahl hin, sind aber sehr unspezifisch, was die Menge angeht und berichten diesen Konsum eher anekdotisch und am Rande. Mit dem Aufkommen der Rave- und Technoszene nahm gleichzeitig der Konsum illegaler Substanzen zu, die im englischsprachigen Raum auch als "Club Drugs" oder "Dance Drugs" bekannt sind. Obwohl keineswegs alle Diskobesucher Drogen konsumieren, haben Auswertungen der britischen Kriminalstatistik gezeigt, dass Jugendliche, die regelmäßig Diskos aufsuchen, mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit Drogen genommen haben wie ihre diskoabstinenten Altersgenossen. Noch deutlichere Zahlen zeigten sich in Bezug auf Kokain und Ecstasy.[16]

Bei den Drogen, die sich in den 2000ern als popul√§r erwiesen, gibt es Drogen, die direkt mit der Clubkultur im Zusammenhang stehen (Ecstasy, Ketamin), welche, die eine Renaissance erlebten (LSD), oder Drogen, die ihre schon vorhandene Popularit√§t auf die Clubkultur ausdehnen konnten (Crystal Meth).[16] W√§hrend mit dem Aufkommen der Rave- und Techno-Kultur oft nur einzelne Substanzen genommen werden, zeigt sich in den Jahren seitdem eine gr√∂√üere Vielfalt. Oft werden dabei mehrere illegale Drogen kombiniert; auch in vergleichsweise alkoholkritischen Szenen wie der Techno-Kultur wurde Alkohol wieder mehr konsumiert, indem er mit anderen Drogen kombiniert wird. Drogen wie Speed oder Kokain werden dabei oft mit Alkohol kombiniert, um die direkten aggressiven und depressiven Stimmungsver√§nderungen starken Alkoholkonsums zu vermeiden. √Ąhnliches erreichen Diskobesucher, wenn auch auf schw√§cherem Level, wenn sie Alkohol und Energy Drinks konsumieren.[15]

Soziale Konflikte und Gewalt

Vor allem im Umfeld von gro√üen Diskotheken kommt es immer wieder zu Konflikten. Der hohe Alkoholisierungsgrad der G√§ste f√ľhrt oft zu Streitigkeiten, die nicht selten mit Gewaltanwendung ausgetragen werden. Konfliktpotential besteht auch zwischen Diskothekenbetreibern und Anwohnern, die sich √ľber n√§chtliche Ruhest√∂rung und die Folgen des zus√§tzlichen Verkehrsaufkommens rund um die Diskothek beschweren.

Räumlichkeiten

Bei Diskos handelt es sich f√ľr gew√∂hnlich um geschlossene R√§ume, dabei kann es sich um Keller, Lofts, umgebaute Wohnh√§user, Lager- und Fabrikhallen oder speziell errichtete Zweckbauten handeln.[1]

Diskotheken und Clubs

Vielfach sprechen Betreiber und Benutzer auch von einem Club statt von einer Disko. Das ist im Bereich der Technoszene der Fall, hier ist von Techno-Clubs die Rede. Tanzlokale, die aus DDR-Jugendklubs hervorgegangen sind werden ebenfalls oft als Clubs bezeichnet. Tanzlokale, die sich einer Minderheitenkultur oder einem k√ľnstlerischen Anspruch verpflichtet f√ľhlen bzw. die meinen, einem nicht-kommerziellen Underground anzugeh√∂ren, bezeichnen sich ebenfalls oft nicht als Diskothek, sondern als Club. In deutschen Gro√üst√§dten hat sich der Begriff Club vielfach gegen√ľber dem Begriff Disco durchgesetzt. Damit soll zuweilen auch angedeutet werden, dass es sich nicht um eine "Ballermann-" oder "Bagger-Disco" handelt, sondern um eine Einrichtung, der es vorrangig um die Musik geht bzw. darum, eine bestimmte Szenekultur zu pflegen.

Fester Veranstaltungsort

Außenansicht einer Großraumdiskothek in Kandel (Rheinland-Pfalz)

Gro√üraumdiskotheken, die meistens in Gewerbe- oder Industriegebieten an Stadtr√§ndern, oft aber auch im l√§ndlichen Raum zu finden sind, bestehen h√§ufig aus mehreren voneinander getrennten einzelnen Tanzebenen (engl. ‚ÄěFloors‚Äú), die dem Besucher nach Zahlung des Eintrittsentgeltes offenstehen. Viele Gro√üraumdiskotheken verf√ľgen √ľber separate Ruher√§ume (engl. chill-out zones) und oft auch √ľber eine eigene Speisegastronomie. Manche verf√ľgen auch √ľber eine Sommerterrasse oder haben andere architektonische Besonderheiten wie beispielsweise ein aufklappbares Dach.

Viele Gro√üraumdiskotheken folgen mit ihrer Innenausstattung je nach Zielgruppe oft einem bestimmten Stil und verf√ľgen √ľber eine aufw√§ndige Haustechnik. Insbesondere im gr√∂√üten Floor ist meistens eine Laserlightshow vorhanden. Bei manchen Gro√üraumdiskotheken ist auch die Fassade des Geb√§udes aufw√§ndig hergerichtet.

Im Regelfall wird in unterschiedlichen Diskotheken jeweils schwerpunktm√§√üig eine bestimmte Musikrichtung gespielt, um ein Stammpublikum an das Lokal zu binden. Im Rahmen von zuvor durch Aushang oder Flyer angek√ľndigten Sonderprogrammen wird aber gelegentlich von diesem Prinzip abgewichen und vor√ľbergehend ein anderer musikalischer Schwerpunkt gesetzt (‚ÄěTechno-Nacht‚Äú, ‚ÄěBlack-Music-Night‚Äú).

Vor allem in gr√∂√üeren St√§dten konkurrieren oft mehrere Clubs miteinander, die sich in ihren Zielgruppen unterscheiden. Das wird vor allem an Unterschieden in den jeweils vorherrschenden Musikrichtungen sowie der Preispolitik einer Diskothek deutlich. So gibt es Tanzlokale, die durch Musikauswahl und Ausstattung gezielt ein √§lteres Publikum ansprechen, etwa die Gruppe der √úber-Drei√üigj√§hrigen. In einigen Ballungszentren hat sich eine Clubszene entwickelt, die eine Vielfalt von musikalischen Geschmacksrichtungen und Szenekulturen anspricht. Hier gibt es neben gro√üen Diskotheken meist eine F√ľlle kleiner Clubs mit eigenst√§ndigem Profil, die in die Kultur einer kleinen Szene integriert sind und f√ľr sie nicht selten eine identit√§tsstiftende Bedeutung haben.

In Gro√üst√§dten finden sich dar√ľber hinaus so genannte ‚ÄěSzene-‚Äú oder ‚ÄěEdeldiskotheken‚Äú, die sich durch die strenge Auswahl ihrer G√§ste auszeichnen und daf√ľr bekannt sind, regelm√§√üig auch von Prominenten aufgesucht zu werden. F√ľr diese besonderen G√§ste steht √ľblicherweise eine ‚ÄěVIP-Lounge‚Äú zur Verf√ľgung, zu der nur ein kleiner Kreis von G√§sten Zutritt hat.

In Kleinst√§dten und im l√§ndlichen Raum gibt es kleinere Tanzlokale, die am Ort vielfach konkurrenzlos sind und zumeist von der lokalen Jugend aufgesucht werden. Diese Diskotheken werden gelegentlich als ‚ÄěBauerndiscos‚Äú verspottet. Der √úbergang zwischen diesen Diskotheken zu den Gro√üraumdiskotheken ist flie√üend.

Die Vielfalt der Diskotheken in den Ballungszentren ist auf dem Land schwer zu realisieren. Hier dominieren meist einige wenige Gro√üraumdiskos. Die Betreiber versuchen meist, m√∂glichst viele Musikgeschm√§cker zu erreichen, zugleich aber in der Bandbreite des massenkompatiblen Mainstream zu bleiben. Auf dem Land sind Diskotheken nicht selten die einzigen Institutionen des Nachtlebens, so dass sie zugleich Orte der Entspannung, der Unterhaltung und der Kontaktaufnahme, insbesondere des Flirtens sind. Auf dem Land sind Gro√üraumdiskos in der Regel nur per Auto zu erreichen, da der √∂ffentliche Nahverkehr (mit Ausnahme der Discobusse in einigen Kommunen) meist lediglich tags√ľber im Einsatz ist. Gro√üraumdiskotheken stellen daher in der Regel gro√üe Parkpl√§tze zur Verf√ľgung. Liebhaber von selteneren Musikrichtungen (z. B. Gothic oder Psychobilly), finden auf dem Land keine M√∂glichkeit, ihre Vorlieben zu realisieren und nehmen deshalb oft lange Wege zur n√§chsten Metropole auf sich.

In Deutschland sind die meisten Diskotheken rechtlich gesehen Schankwirtschaften, also Gaststätten. Die meisten Diskotheken sind Einzelbetriebe. Wenn mehrere Diskotheken dem gleichen Betreiber gehören, tragen sie meist ähnliche Namen, sind ähnlich gestaltet und offerieren ein ähnliches Musikprogramm. Daneben gibt es auch große Diskothekenketten.

Neben den Betreibern aus der Gastronomiebranche, die sich vom Betrieb der Diskothek einen finanziellen Gewinn versprechen, gibt es vereinzelt auch gemeinn√ľtzige Tr√§ger wie Kirchengemeinden oder √∂ffentliche Jugendzentren, die einen Bereich ihrer R√§umlichkeiten f√ľr die gelegentliche oder regelm√§√üige Durchf√ľhrung von Tanzpartys hergerichtet haben und diesen als ‚ÄěDisco‚Äú bezeichnen. Die technische Ausstattung dieser Diskotheken ist meist nicht mit professionell betriebenen Tanzlokalen vergleichbar. Au√üerdem unterscheiden sie sich oft dadurch, dass kein oder nur ein geringes Eintrittsentgelt erhoben wird, ein striktes Alkohol- und Nikotinverbot herrscht oder die Tanzveranstaltungen unter der Aufsicht von P√§dagogen, Sozialarbeitern oder anderen vollj√§hrigen Helfern durchgef√ľhrt werden und bereits am fr√ľhen Abend enden. Da unter diesen Voraussetzungen auch Minderj√§hrige Zutritt haben, wird diese Art von Diskotheken manchmal auch als ‚ÄěKinderdiscos‚Äú bezeichnet. Von den Kindern und Jugendlichen, die sie regelm√§√üig besuchen, wird teilweise auch Mitarbeit erwartet, z. B. als Disk-Jockeys, Thekendienst oder beim Aufr√§umen nach dem Ende einer Veranstaltung.

Wechselnder Veranstaltungsort

Eine weitere Kategorie sind Wanderdiskotheken. Sie nutzen, √§hnlich wie von Jugendzentren und gemeinn√ľtzigen Tr√§gern veranstaltete Diskotheken, angemietete R√§umlichkeiten, Festzelte oder Veranstaltungsgel√§nde im Freien und bauen nach jeder Veranstaltung ihre Ger√§tschaften ab. Im Unterschied zu Ersteren sind sie aber kommerziell orientiert. Wanderdiskotheken sind vor allem in l√§ndlichen Gebieten verbreitet. Aufgrund beh√∂rdlicher Auflagen m√ľssen solche Diskotheken fr√ľher schlie√üen als die in festen Geb√§uden.

Lichtorgel mit Blitzlicht

Unter einer mobilen Diskothek versteht man einzelne DJs oder Verleihfirmen, die das Licht- und Tonequipment am (variablen) Veranstaltungsort aufbauen und dort f√ľr einen begrenzten Zeitraum auflegen.

Es gibt Mobildiscos, die auf Fahrzeugen montiert sind, andere werden in Veranstaltungsräumen aufgebaut (Hotels, Gaststätten, Privaträume) oder in Zelten. Mobildiskotheken stehen heute aufgrund des umfassenden Musik-Repertoires und der Möglichkeit, die Lautstärke dynamisch anzupassen, in Konkurrenz zur Band, zur Musikgruppe oder zum Alleinunterhalter.

Technik

Diskotheken sind in ihrer Innengestaltung meist so ausgelegt, dass sowohl akustische wie visuelle Wahrnehmung sich stark von der Au√üenwelt unterscheiden. Die visuelle Wahrnehmung wird hierbei stark eingeschr√§nkt, w√§hrend die akustische Wahrnehmung weit mehr in den Mittelpunkt r√ľckt.[1]

Akustik

Die Beschallung in Diskotheken erfolgt in der Regel durch Beschallungsanlagen bestehend aus leistungsstarken Verstärkern und Lautsprechern. Die Anlagen erreichen dabei oft Lautstärken, bei denen sich die akustische Wahrnehmung in eine physische Wahrnehmung, insbesondere der Bässe, auflöst.[1]

Dabei k√∂nnen sehr hohe Schalldruckpegel von √ľber 100 dB erreicht werden, bei denen eine Sch√§digung des Geh√∂rs m√∂glich ist. Insbesondere eine regelm√§√üige Beschallung mit sehr hohen Lautst√§rken hat eine vom Betroffenen zuerst unbemerkte Schallempfindungs-Schwerh√∂rigkeit zur Folge. Auch bei kurzzeitiger Einwirkung von hohen Schalldruckpegeln kann es zu einem Schalltrauma mit vor√ľbergehender oder bleibender Beeintr√§chtigung des H√∂rverm√∂gens kommen. Discobesucher berichten oft von Ohrger√§uschen (Tinnitus) nach einem Discobesuch. Wenn das Ohr Zeit bekommt, sich zu erholen, verschwinden diese manchmal von selbst innerhalb einiger Stunden bis Tage, sie sind jedoch klare Anzeichen eines erlittenen L√§rmtraumas, das eine fr√ľhzeitige H√∂rverschlechterung zur Folge hat. Zur Vermeidung dieser Probleme ist die Nutzung eines Geh√∂rschutzes empfehlenswert.

Visuelle Wahrnehmung

Generell sind Diskos in den Innenräumen vergleichsweise dunkel, um die visuelle Wahrnehmung und Orientierung weniger stark zu gewichten. Oft wird dieses durch verschiedene Spezialeffekte verstärkt.[1] Von den Klassikern der einfachen Lichtorgel und Spiegelkugeln bis zu aufwändigen Großanlagen mit Lasereinsatz, Pyrotechnik und anderen Spezialeffekten kann alles angetroffen werden.

Standard ist heute im Allgemeinen eine Kombination aus PAR-Scheinwerfern (‚Äěkonventionelles Licht‚Äú), ‚ÄěScannern‚Äú, ‚ÄěMoving Heads‚Äú und Stroboskopen. Unterst√ľtzt werden deren Effekte durch den Einsatz von Nebel aus Nebelmaschinen und Hazern welcher den Strahlenverlauf sichtbar macht und als eigenst√§ndiger Effekt dient. Schwarzlicht ist ebenfalls ein beliebter Lichteffekt, da es die Kleidung der Tanzenden sowie Dekoration scheinbar zum Leuchten bringt. Aufw√§ndigere Installationen umfassen gr√∂√üere Anzahlen der vorgenannten Ger√§te mit teilweise sehr aufw√§ndiger Steuerung, verfahrbare Dekorationen und Tanzb√∂den, Lasershows und Pyrotechnik. Immer beliebter wird auch der Einsatz von Konfettiwerfern, Schaumpartys und √§hnlicher Effekte.

Umgebung

An- und Abfahrt

Das Auto ist das wichtigste Verkehrsmittel, um zur Disko zu kommen. In Deutschland benutzten Anfang des Jahrtausends √ľber zwei Drittel der Diskobesucher einen PKW zur Anfahrt.[17] Autofahrten zu Diskotheken k√∂nnen insbesondere in l√§ndlichen Gebieten bis zu 200 Kilometer f√ľr eine Strecke ausmachen. Im Vergleich zur Zahl der Diskobesucher, aber auch der jungen F√ľhrerscheininhaber sind M√§nner als Fahrer stark √ľberrepr√§sentiert. Ebenso wie die die Fahrten selbst schon soziale Erlebnisse sind: Die Zahl der Mitfahrer bei Fahrten von und zur Disko liegt deutlich √ľber den normalen Verh√§ltnissen im Stra√üenverkehr.[18] In Gro√üst√§dten hingegen ist oftmals eine An- und Abfahrt mit √∂ffentlichen Verkehrsmitteln m√∂glich, h√§ufig sind die n√§chtlichen Linienf√ľhrungen der Verkehrsbetriebe sogar auf Stadtgebiete mit (vielen) Diskotheken ausgerichtet. Dar√ľber hinaus sind manche Diskotheken in Gro√üst√§dten auch in der fu√ül√§ufigen Distanz erreichbar oder noch nah genug gelegen, dass eine Taxifahrt dorthin, insbesondere f√ľr mehrere Personen, vergleichsweise g√ľnstig ist.

Sogenannte ‚ÄěDisco-Unf√§lle‚Äú sind Stra√üenverkehrsunf√§lle, die sich meist in den fr√ľhen Morgenstunden auf dem R√ľckweg von der Diskothek ereignen. Eine Untersuchung von 1989 der deutschen Bundesanstalt f√ľr Stra√üenwesen untersuchte 216 Diskounf√§lle, die 64 Tote und 484 Schwerverletzte zur Folge hatten. Die untersuchten Unf√§lle ereigneten sich fast ausschlie√ülich an den Wochenendn√§chten zwischen 23 und 4 Uhr morgens. H√§ufigste Ursache war √ľberh√∂hte Geschwindigkeit, gefolgt von oft starkem Alkoholkonsum.[18] Alkohol verst√§rkt dabei das Risikoverhalten, das insbesondere m√§nnliche jugendliche Fahranf√§nger generell zu einer besonders unfalltr√§chtigen Fahrergruppe macht. Eine deutsche Studie von 2002 fand dabei, dass √ľber ein Drittel der m√§nnlichen Diskobesucher Alkohol trank, obwohl sie sp√§ter mit dem Auto die Disko verlassen mussten und noch √ľber zehn Prozent der Frauen. Die M√§nner, die die Mehrzahl der Fahrer stellen, trinken dabei im Schnitt auch deutlich mehr als die Frauen. Andere Drogen, insbesondere Cannabis, nehmen noch knapp 10 Prozent der m√§nnlichen Autofahrer und etwa 5 Prozent der weiblichen Autofahrer zu sich.[17]

Einlass und Eintritt

Nicht nur ‚ÄěSzenediscos‚Äú treffen bereits im Eingangsbereich eine Vorauswahl ihrer G√§ste. In vielen Diskotheken entscheidet ein T√ľrsteher, der f√ľr die Gesch√§ftsleitung das Hausrecht aus√ľbt, anhand von bestimmten Vorgaben (zum Beispiel anhand der Garderobe des potentiellen Gastes), ob ein Gast Einlass findet oder nicht. Gesetzliche Regelungen bez√ľglich des Einlasses in Diskotheken bestehen nur im Rahmen des Jugendschutzgesetzes (‚ÄěMuttizettel‚Äú) sowie des sogenannten ‚ÄěAntidiskriminierungsgesetzes‚Äú. Prinzipiell kann jeder Betreiber selbst festlegen, wer Einlass erh√§lt und wer nicht.

Abgewiesen werden vor allem stark alkoholisierte Personen oder solche, die schon am Eingang durch aggressives Auftreten auffallen.

In Clubs, die Wert auf ein besonders exklusives Image legen, wird au√üerdem stark auf das √§u√üere Erscheinungsbild der Besucher geachtet. Besuchswilligen, deren Kleidung als unpassend empfunden wird oder die aus sonstigen Gr√ľnden nicht zur gew√ľnschten Zielgruppe geh√∂ren, wird der Zutritt meist ohne Begr√ľndung verwehrt. Was dabei als angemessen gilt, kann stark voneinander abweichen: W√§hrend in einer Club-Disco eine locker sitzende Hose oder Turnschuhe oft unerw√ľnscht sind, kann in einer Underground-Techno-Disco ein schicker Anzug (zu Mainstream, zu extravagant) ein Hindernis darstellen.

Der Besuch einer Diskothek ist im Normalfall kostenpflichtig. In kleineren Diskotheken erh√§lt der Gast nach Zahlung des Entgelts einen Stempelabdruck auf den Arm. Dieser kann gegebenenfalls auch mit Hilfe einer Spezialfarbe erfolgen, die nur unter UV-Licht sichtbar gemacht werden kann. Dieser Stempel, der am Eingang vom T√ľrsteher kontrolliert wird, berechtigt zum wiederholten Betreten des Lokals, ohne erneuten Eintritt zahlen zu m√ľssen. Das Stempelmotiv variiert von Club zu Club und Nacht zu Nacht, um sicherzustellen, dass jeder den geforderten Eintrittspreis entrichtet hat. Hierbei muss der Stempel nicht zwangsl√§ufig mit dem Clubnamen oder ‚Äě-motto‚Äú in Verbindung gebracht werden k√∂nnen. Mitunter ist der Stempel sogar ein zweckentfremdeter Poststempel. Eine weniger verbreitete Alternative zu Stempeln stellen Einmalarmb√§nder aus Papier oder Plastikfolie dar. Durch verschiedene Farben k√∂nnen hier weitere Informationen schnell sichtbar sein, etwa ob jemand Zugang zum VIP-Bereich hat oder minderj√§hrig ist. In einigen Gro√üraumdiskotheken bekommt man eine Zahlkarte, auf der der Eintritt und konsumierte Speisen und Getr√§nke gespeichert werden. Die Zahlung erfolgt am Ausgang bei Verlassen des Lokals. Dem Vorteil der Einfachheit des Systems, etwa weil an der Bar keine Kasse, sondern nur ein Kartenscanner ben√∂tigt wird, steht der Nachteil gegen√ľber, dass der Besucher leicht den √úberblick √ľber seine Ausgaben verliert.

Getränke/Speisen

In jeder Diskothek k√∂nnen die √ľblichen alkoholischen und alkoholfreien Getr√§nke am Tresen gekauft werden, wobei die Bezahlung entweder mit Bargeld oder durch einen Vermerk auf der Zahlkarte (siehe unten) und anschlie√üender Zahlung beim Verlassen des Lokals erfolgt. H√§ufig ist im Eintrittspreis schon ein Getr√§nk enthalten. Zahlreiche gr√∂√üere Diskotheken verf√ľgen auch √ľber eine Pizzeria und gelegentlich auch √ľber ein Speiserestaurant, welches von der Tanzfl√§che durch eine schalldichte Trennwand abgetrennt ist. Bei Diskotheken ohne eigene Speisegastronomie findet man manchmal unmittelbar neben dem Lokal einen Imbissstand.

Zahlkarte der Diskothek A65 in Kandel. Oberes Bild: Vorderseite, unteres Bild: R√ľckseite

In manchen gro√üen Diskotheken werden Getr√§nke, Garderobe und andere Dienstleistungen nicht bar am Tresen, sondern mit Hilfe von Zahlkarten bezahlt. Dies sind Chip- oder Magnetkarten, gelegentlich auch Pappkarten, die der Besucher am Eingang erh√§lt. Sie sind h√§ufig nur bis zu einem bestimmten Betrag verwendbar, um z. B. bei Diebstahl einer Karte die Kosten f√ľr den Bestohlenen in Grenzen zu halten. Wenn der Maximalbetrag auf einer Karte erreicht ist, kann man sich meist an der Kasse gegen Bezahlung der alten Karte eine neue holen oder man bezahlt die gesamte Karte direkt an der Theke und bekommt eine neue Karte ausgeh√§ndigt. Beim Verlassen des Lokals zahlt der Gast seine Getr√§nke an einer Zentralkasse. Da alle G√§ste beim Verlassen des Lokals zahlen m√ľssen, ist zum Betriebsschluss in solchen Lokalen oft mit l√§ngeren Wartezeiten zu rechnen. Bei Diskotheken mit Zahlkartenbezahlung muss der Betreiber darauf achten, dass niemand ohne zu zahlen das Lokal, zum Beispiel durch einen Notausgang, verl√§sst. Aus diesem Grund sind in derartigen Diskotheken Notausg√§nge stets alarmgesichert. Da so das Funktionieren der Notausg√§nge nicht kontrolliert werden kann, ist die Gefahr, dass sie verbotenerweise verriegelt sind, relativ gro√ü. Dies kann im Brandfall katastrophale Folgen haben.

Sonderveranstaltungen

In vielen Diskotheken werden zur Unterhaltung der Besucher regelm√§√üig wechselnde Sonderveranstaltungen durchgef√ľhrt. Dabei wird die Tanzfl√§che beispielsweise vor√ľbergehend mit Schaum (‚ÄěSchaumparty‚Äú), Wasser (‚ÄěFiesta del Aqua‚Äú), Popcorn (‚ÄěPopcornparty‚Äú), Federn (‚ÄěFederparty‚Äú) oder √Ąhnlichem bedeckt. Seit einigen Jahren werden gelegentlich besondere Tanzvorf√ľhrungen oder Striptease-Shows angeboten, die auch durch professionelle Go-go-T√§nzer aufgef√ľhrt werden. Die Stimmung wird au√üerdem durch Trink- und Partyspiele angeheizt, bei denen einzelne G√§ste der Diskothek durch einen Moderator mit in das Geschehen einbezogen werden. Viele dieser Spiele beinhalten das wettkampfm√§√üige Trinken alkoholischer Getr√§nke oder haben eine erotische Komponente, wie beispielsweise Miss-Wahlen, bei denen die Teilnehmerinnen dazu ermutigt werden, ihre Br√ľste zu entbl√∂√üen oder sich sogar komplett zu entkleiden. Was vielen Diskotheken vor allem in j√ľngerer Vergangenheit den Ruf einbrachte, primitive Orte des offenen Sexismus zu sein. Auch Hypnoseshows werden gelegentlich angeboten.
√úblich sind auch bestimmte Tage, an denen allgemein niedrigere Getr√§nkepreise oder freier Eintritt gelten (‚Äě50-Cent-Party‚Äě, ‚ÄěLadies' Night‚Äú, ‚ÄěGentlemen's Club").

Werbung f√ľr Diskotheken

Bei manchen Diskotheken liegen am Ausgang Werbeaufkleber zum Mitnehmen aus. Manchmal wird auch der Name der Diskothek auf den im Lokal verwendeten Gl√§sern aufgedruckt. Solche Gl√§ser sind gelegentlich begehrte Sammelobjekte. Andere Diskotheken kleben wiederum Werbung auf das Wechselgeld. H√§ufig werden den G√§sten auch kostenlos Flyer, Schl√ľsselb√§nder, Kugelschreiber oder √Ąhnliches ausgeh√§ndigt, die allgemein als ‚ÄěGiveAways‚Äú (englisch f√ľr Weggeben) bezeichnet werden. Teilweise erh√§lt man auch Rabattmarken f√ľr Fast-Food-Ketten.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Diskothek ‚Äď Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Diskothek ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen

Literatur

  • Gunnar Otte: K√∂rperkapital und Partnersuche in Clubs und Diskotheken in: Diskurs Kindheits- und Jugendforschung Heft 2-2007, S. 169-186 als pdf

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ a b c d e Kai Fikentscher: "You better work!": underground dance music in New York City Wesleyan University Press, 2000 ISBN 0819564044 S. 23‚Äď30
  2. ‚ÜĎ Gisela Steins (Hrsg.): Handbuch Psychologie und Geschlechterforschung, 2010, ISBN 9783531163918 S. 216
  3. ‚ÜĎ a b c Ren√© T. A. Lysloff, Leslie C. Gay: Music and technoculture Wesleyan University Press, 2003 ISBN 0819565148 S. 296-299
  4. ‚ÜĎ a b c d Bill Brewster, Frank Broughton: Last night a dj saved my life: the history of the disc jockey Grove Press, 2000 ISBN 0802136885 S. 50-55
  5. ‚ÜĎ a b c d e Mark Jonathan Butler: Unlocking the groove: rhythm, meter, and musical design in electronic dance music Indiana University Press, 2006 ISBN 0253346622 S. 36‚Äď37
  6. ‚ÜĎ a b c d Todd Souvignier: The world of DJs and the turntable culture Hal Leonard Corporation, 2003 ISBN 0634058339 S. 114
  7. ‚ÜĎ David Looseley: Popular music in contemporary France: authenticity, politics, debate Berg Publishers, 2003 ISBN 185973636X
  8. ‚ÜĎ "Der Ocambo Club er√∂ffnet", in: Hyde Park Memories, Hrsg. von Harald Keller und Reiner Wolf, Beitrag von Gisbert Wegener auf Seite 181, Oktober Verlag, M√ľnster 2011
  9. ‚ÜĎ Erfindung der Disco - Deutschlands erster Plattenprinz, auf Der Spiegel am 19. November 2009, abgerufen am 13. Dezember 2009.
  10. ‚ÜĎ a b Aachen hatte die erste Disco der Welt in Aachener Zeitung online vom 28. Juli 2009, 17:22
  11. ‚ÜĎ Schlossmuseum Jever ‚Äď Break on through to the other side
  12. ‚ÜĎ Fiona Measham: Play space: historical and socio-cultural reflections on drugs, licensed leisure locations, commercialisation and control in: International Journal of Drug Policy 15 (2004) 337‚Äď345 als pdf S. 338-339
  13. ‚ÜĎ Ben Malbon: The Dancer and the Dance: The Musical and Dancing Crowds of Clubbing in: Simon Frith (Hg.): Popular Music: Music and society Routledge, 2004 ISBN 0415332672 S. 316‚Äď319
  14. ‚ÜĎ Ben Malbon: The Dancer and the Dance: The Musical and Dancing Crowds of Clubbing in: Simon Frith (Hg.): Popular Music: Music and society Routledge, 2004 ISBN 0415332672 S. 327
  15. ‚ÜĎ a b Phil Jackson: Inside clubbing: sensual experiments in the art of being human Berg Publishers, 2004 ISBN 1859737137 S. 58‚Äď59
  16. ‚ÜĎ a b Bill Sanders: Introduction in: Bill Sanders (Hg.): Drugs, clubs and young people: sociological and public health perspectives Ashgate Publishing, Ltd., 2006 ISBN 0754646998 S. 5‚Äď10
  17. ‚ÜĎ a b Maria Limbourg und Karl Reiter: Denn sie wissen nicht, was sie tun... Jugendliches Risikoverhalten im Verkehr in: Unsere Jugend 2003, Heft 1 als pdf
  18. ‚ÜĎ a b Petra Kolip: Geschlecht und Gesundheit im Jugendalter: die Konstruktion von Geschlechtlichkeit √ľber somatische Kulturen VS Verlag, 1997 ISBN 3810019321 S. 48

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