Diözesankirchenmusikdirektor

Kirchenmusikdirektor (abgekürzt KMD) ist ein hoher kirchlicher Titel, der durch die Leitungen der evangelischen Landeskirchen und der katholischen Diözesen an (in der Regel hauptamtliche) Kirchenmusiker entweder für bestimmte Leitungsaufgaben innerhalb der kirchenmusikalischen Arbeit oder als Ehrentitel für langjährige herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Kirchenmusik verliehen wird.

Regionale und konfessionelle Besonderheiten

Im Bistum Limburg ist die Verleihung des Titels an die Wahrnehmung besonderer Aufgabenstellungen und Funktionen wie etwa Glockensachverständiger, Orgelsachverständiger (auch Orgelpfleger) oder Leiter des Referates Kirchenmusik gebunden. In der Evangelischen Landeskirche Württemberg wird der Titel in der Regel am Sonntag Kantate verliehen, die Urkunde stellt der Landesbischof aus. Die Verleihung ist dort ein reiner Ehrentitel; mit der Ernennung sind keine erhöhten finanziellen Bezüge oder andere Privilegien verbunden. In der Ev.luth. Landeskirche Hannovers ist der „KMD“ kein Ehrentitel, sondern mit einer bestimmten Funktion verbunden: die Inhaber von „KMD-Stellen“ üben überregionale Aufsichts- und Visitationsaufgaben aus.

Weitere Differenzierungen bei leitenden Ämtern

Der führende Kirchenmusiker einer Landeskirche heißt in der Regel Landeskirchenmusikdirektor (abgekürzt LKMD), je nach Kirche auch Landeskantor oder Landeskirchenmusikwart. Er hat die Fachaufsicht über alle Kantorinnen und Kantoren und trägt in besonderer Weise Verantwortung für das kirchenmusikalische Geschehen innerhalb der Kirche. Er hält engen Kontakt zu den Bezirkskantoren (in manchen Landeskirchen auch Kreiskantoren genannt) und ist ihr fachlicher Ansprechpartner. Er ist in der Regel bei den kirchenmusikalischen Abschlussprüfungen (A-, B- und C-Examen) anwesend. Ferner hält er Kontakt zu den kirchenmusikalischen Ausbildungsstätten (Musikhochschulen und Kirchenmusikhochschulen). Eine besondere Verantwortung hat er bei der Erstellung und Betreuung von kirchlichen Gesangbüchern.

In manchen katholischen Diözesen und Landeskirchen führen die Leiterinnen und Leiter der Ämter/Referate für Kirchenmusik auch den Titel Diözesankirchenmusikdirektor (DKMD) oder Diözesanmusikdirektor (DMD).

Umgang mit dem Titel

Der Titel kann als Berufsbezeichnung (etwa bei Namensnennung bei Konzerten) vor dem Namen geführt werden (zum Beispiel: KMD N. N.).


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Thomas Drescher (Diözesankirchenmusikdirektor) — Thomas Drescher (* 1955) ist ein katholischer Kirchenmusiker und seit 1995 Leiter des Instituts für Kirchenmusik der Diözese Mainz. Biographie Thomas Drescher studierte Schul und Kirchenmusik in Heidelberg, Mannheim und Freiburg. Es folgten… …   Deutsch Wikipedia

  • Diözesanmusikdirektor — Kirchenmusikdirektor (abgekürzt KMD) ist ein hoher kirchlicher Titel, der durch die Leitungen der evangelischen Landeskirchen und der katholischen Diözesen an (in der Regel hauptamtliche) Kirchenmusiker entweder für bestimmte Leitungsaufgaben… …   Deutsch Wikipedia

  • Generalmusikdirektor — Der Musikdirektor (lat. director musices; Abk. MD) war ursprünglich der Titel des leitenden beamteten Musikers einer Stadt in Deutschland und Österreich; so waren beispielsweise Johann Sebastian Bach Musikdirektor in Leipzig, Georg Philipp… …   Deutsch Wikipedia

  • Gert Augst — (* 14. Juni 1927 in Reichenberg, Tschechoslowakei; † 26. März 2005 in Mainz) war ein katholischer Kirchenmusiker. Er leitete von 1966 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1991 die Musikschule des Bischöflichen Instituts für Kirchenmusik in Mainz.… …   Deutsch Wikipedia

  • Kirchenmusikdirektor — (abgekürzt KMD) ist eine Dienstbezeichnung, die durch die Leitungen der Evangelischen Landeskirchen oder der katholischen Diözesen an (in der Regel hauptamtliche) Kirchenmusiker für bestimmte Leitungsaufgaben innerhalb der kirchenmusikalischen… …   Deutsch Wikipedia

  • Menschick — Wolfram Menschick (* 28. Oktober 1937 in Pielenhofen) ist ein deutscher Kirchenmusiker und Komponist von Kirchenmusik. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Werke (Auswahl) 3 Weblinks 4 Einze …   Deutsch Wikipedia

  • Musikdirektor — Der Musikdirektor (lat. director musices; Abk. MD) war ursprünglich der Titel des leitenden beamteten Musikers einer Stadt in Deutschland und Österreich; so waren beispielsweise Johann Sebastian Bach Musikdirektor in Leipzig, Georg Philipp… …   Deutsch Wikipedia

  • St. Franziskus (Mainz-Lerchenberg) — Die Pfarrkirche St. Franziskus ist eine Pfarrkirche in Mainz Lerchenberg. Sie wurde in den Jahren 1982 bis 1984 nach einem Entwurf der Architekten Hans Schilling und Peter Kulka errichtet. Sie war der letzte Kirchenneubau in den Stadtdekanaten… …   Deutsch Wikipedia

  • Wolfram Menschick — (* 28. Oktober 1937 in Pielenhofen; † 8. Dezember 2010 in Eichstätt) war ein deutscher Kirchenmusiker und Komponist von Kirchenmusik. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Familie 3 …   Deutsch Wikipedia

  • Markus Eichenlaub — (* 1970 in Herxheim bei Landau/Pfalz) ist ein deutscher Organist. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er an den staatlichen Musikhochschulen Karlsruhe, Hamburg und Stuttgart. Zu seinen Orgellehrern zählten Kay Johannsen, Pieter van Dijk und… …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.