Doris Dörrie


Doris Dörrie
Frankfurter Buchmesse 2011 - Doris Dörrie

Doris Dörrie [ˈdœri̯ə] (* 26. Mai 1955 in Hannover) ist eine deutsche Regisseurin, Schriftstellerin und Produzentin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Dörrie machte Abitur an der Sophienschule Hannover, danach folgte ab 1973 ein zweijähriger Aufenthalt in den USA, wo sie Schauspiel und Film am Drama Department der University of the Pacific in Stockton (Kalifornien) studierte. Außerdem absolvierte Doris Dörrie ein Studium an der New School for Social Research in New York. Zur Finanzierung ihres Zweitstudiums nahm sie verschiedene Nebenjobs in Cafés und als Filmvorführerin im Goethe House New York an. Zurück in Deutschland begann sie 1975 ein Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film in München und schrieb nebenbei Filmkritiken für die Süddeutsche Zeitung, wo sie auch Redaktionsassistentin war. Anschließend arbeitete Dörrie als freie Mitarbeiterin für verschiedene Fernsehsender und drehte kleinere Dokumentarfilme.

Es folgten diverse Filme und einige Bücher. Letztere wurden von der Literaturkritik unterschiedlich aufgenommen.[1] Zu ihren bekanntesten Werken gehören unter anderem die Komödie Männer und Ich und Er. Gemeinsam mit Gerd Huber, Renate Seefeld, dem Kameramann Helge Weindler und Thomas Müller gründete Dörrie 1989 die Cobra Filmproduktions GmbH, die ihre nächsten Filme herstellte. Ab 1999 wurden viele ihrer Filme von der Münchner Firma Megaherz produziert.

Seit 1988 war Doris Dörrie mit Helge Weindler verheiratet, mit dem sie 1989 eine Tochter bekam. Während der Dreharbeiten zu Bin ich schön?, die in Spanien stattfanden, verstarb Weindler am 22. März 1996 an einer Hirnhautentzündung, nachdem er gerade eine Krebs-Erkrankung überwunden hatte.

1997 wurde Doris Dörrie als Professorin für Angewandte Dramaturgie und Stoffentwicklung an die Hochschule für Fernsehen und Film in München berufen. An der Staatsoper Berlin inszenierte Dörrie die Opern Così fan tutte (2001 mit Daniel Barenboim) und Turandot (2003 mit Kent Nagano). 2005 inszenierte sie an der Bayerischen Staatsoper in München Giuseppe Verdis Oper Rigoletto (musikalische Leitung Zubin Mehta) und am Gärtnerplatztheater Giacomo Puccinis Madame Butterfly. Die Rigoletto-Inszenierung, in der Dörrie die Handlung auf den Planet der Affen (nach den gleichnamigen Filmen) verlegte, wurde 2005 in einer Kritikerumfrage von der Zeitschrift Opernwelt zum „Ärgernis der Saison“ gewählt. Bei den Salzburger Festspielen 2006 inszenierte sie Mozarts La finta Giardiniera.

Am 6. März 2008 kam Dörries Film Kirschblüten – Hanami mit u. a. Elmar Wepper, Hannelore Elsner und Nadja Uhl in die Kinos, der seine Weltpremiere auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2008 feierte.

Doris Dörrie lebt heute in München.

Filmografie

Dörrie auf dem Talent Campus des Internationalen Filmfestivals von Guadalajara

Auszeichnungen

Stern von Doris Dörrie auf dem Boulevard der Stars in Berlin

Bibliographie

  • 1987: Liebe, Schmerz und das ganze verdammte Zeug (vier Filmstories)
  • 1989: Was wollen Sie von mir? (Erzählungen)
  • 1991: Der Mann meiner Träume (Erzählung)
  • 1991: Für immer und ewig. Eine Art Reigen (Erzählungen) [3]
  • 1992: Love in Germany – Deutsche Paare im Gespräch mit Doris Dörrie
  • 1994: Bin ich schön? (Erzählungen; ausgezeichnet mit dem Preis der Ernst-Hoferichter-Stiftung)
  • 1996: Samsara (Erzählungen)
  • 2000: Was machen wir jetzt? (Roman)
  • 2001: Happy. Ein Drama
  • 2002: Das blaue Kleid (Roman; mit autobiographischen Zügen)
  • 2002: Mimi (Kinderbuch; ausgezeichnet mit dem Kinderbuchpreis des Landes Nordrhein-Westfalen)
  • 2004: Mimi ist sauer (Kinderbuch)
  • 2006: Mimi entdeckt die Welt (Kinderbuch)
  • 2006: Mimi und Mozart (Kinderbuch)
  • 2007: Und was wird aus mir? (Roman)
  • 2011: Alles inklusive (Roman)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Negativ äusserten sich etwa Wolfgang Steuhl in der FAZ (13. April 1991), Günter Jurczyk in der Stuttgarter Zeitung (11. Oktober, 1989), oder Franz Josef Görtz in der FAZ (14. März 1989). Richard Utz ("Reflecting Love at Quite Its Natural Size: Doris Dörrie as a Writer," in: Straight Through the Heart: Doris Dörrie, German Filmmaker and Author, hrsg. von Franz Birgel, Klaus Phillips und Christian-Albrecht Gollub. Lanham: Scarecrow Press, 2004. S. 177-87) meint allerdings: "Doris Dörrie may not be a second Anton Chekhov, as her publishers have us believe in an obvious effort to reconcile critics by linking her with a canonized author from the modernist literary tradition. Her well-balanced treatment of love, however, has defined the Zeitgeist of love in the 1990s as no other author has."
  2. Ehrenpreis des Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verbandes
  3. Nach Joachim Kaiser biete das Buch „mehr klügere, originellere und einleuchtendere Beobachtungen über die langen Schwierigkeiten und kurzen Herrlichkeiten zwischenmenschlicher Beziehungen“ als bei sonstigen Autoren aus Dörries’ Generation, in: Süddeutsche Zeitung, 22. Dezember 1991. Mit diesem Band, so Andreas Kilb, sei Dörrie „zu einer der besten Erzählerinnen der deutschen Gegenwartsliteratur geworden“. – Vom großen und vom kleinen Tod. In: Die Zeit Nr. 3 vom 13. Januar 1995, S. 45

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