Dschingis Khan

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Dschingis Khan
Dschingis Khan (Bildnis aus dem 14. Jhd.)
Mongolische Bezeichnung
Mongolische Schrift: Cinggis qagan.svg
Transliteration: Činggis Qaɣan
Offizielle Transkription der VRCh: —
Kyrillische Schrift: Đ§ĐžĐœĐłĐžŃ Đ„Đ°Đ°Đœ
ISO-Transliteration: Čingis Haan
Transkription: Tschingis Chaan
Aussprache in IPA: [tʃiƋɡÉȘs χaːƋ]
Andere Schreibweisen: Dschingis Khan
Chinesische Bezeichnung
Traditionell: æˆć‰æ€æ±—
Vereinfacht: æˆć‰æ€æ±—
Pinyin: Chéngjísī Hàn
Wade-Giles: Ch’ĂȘng-chi-szĆ­ Han

Dschingis Khan (ursprĂŒnglich TemĂŒdschin oder TemĂŒĂŒdschin, mongolisch ĐąŃĐŒÒŻĐ¶ĐžĐœ, ĐąŃĐŒÒŻÒŻĐ¶ĐžĐœ: tatarisch: der Schmied; * wahrscheinlich um 1155, 1162 oder 1167; † wahrscheinlich am 18. August 1227[1]) war ein Khan der Mongolen, der die mongolischen StĂ€mme[2] vereinte und weite Teile Zentralasiens und Nordchinas eroberte. Seine Regierungszeit als erster Großkhan der Mongolen dauerte von 1206 bis 1227.

Er einte die mongolischen StĂ€mme der heutigen zentralen und nördlichen Mongolei und fĂŒhrte sie zum Sieg gegen mehrere benachbarte Völker. Nach der Ernennung zum Großkhan aller Mongolen begann er mit der Eroberung weiterer Gebiete; im Osten bis an das Japanische Meer und im Westen bis zum Kaspischen Meer. Um dieses Reich zu verwalten, ließ er eine eigene Schrift entwickeln und setzte schriftliche und fĂŒr alle verbindliche Gesetze durch. Nach seinem Tod wurde das Reich unter seinen Söhnen aufgeteilt und noch weiter vergrĂ¶ĂŸert, fiel aber zwei Generationen spĂ€ter wieder auseinander.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Situation der Mongolen

„Dschingis Khan“ im klassischen Mongolisch

Die Mongolen siedelten ursprĂŒnglich im Nordosten der heutigen Mongolei, zwischen den FlĂŒssen Onon und Kerulen. Sie setzten sich aus nomadischen HirtenstĂ€mmen der Steppe sowie JĂ€gern und Fischern der Waldgebiete zusammen und waren in zahlreiche kleinere Gruppierungen zersplittert.

Das Weidegebiet war (und ist bis heute) Gemeineigentum, d. h. Besitzrechte an Grund und Boden waren unbekannt. Trotzdem bestand aufgrund der ungleichen Verteilung des Viehbesitzes eine frĂŒhfeudale Ordnung innerhalb der einzelnen StĂ€mme. StammesĂŒbergreifend wurden die FĂŒhrer fĂŒr Kriegs-, Raub- und JagdzĂŒge um 1200 noch von den StammesfĂŒrsten auf einer Kuriltai frei gewĂ€hlt, aber es bildete sich in den EinigungskĂ€mpfen jener Zeit eine MilitĂ€raristokratie heraus, die im Laufe der Entwicklung der mongolischen KriegfĂŒhrung sehr viel Macht erlangte und deren FĂŒhrungspositionen unter Dschingis Khan schließlich erblich wurden.

Herkunft und Geburt

Der mongolischen Legende nach standen am Anfang des Stammbaums von Dschingis Khan (und damit auch aller Mongolen) ein Wolf und eine Hirschkuh, die sich nahe dem heiligen Berg Burchan Chaldun am Ufer des dort entspringenden Onon niederließen. Dieser Berg liegt etwa 170 km östlich vom heutigen Ulan Bator und ist Teil des Chentii-Gebirges, in dem auch die FlĂŒsse Kerulen und Tuul entspringen.

Dschingis Khan gehörte zum Stamm der Mongghol, zum Klan der Borjigin (Wildenten-Leute) und zum Unterklan der Qiyat (Kijat). Er war der Ă€lteste Sohn des Klanchefs YesĂŒgai und seiner Frau Hoe’lun-Ujin (auch Üdschin). Er war der Urenkel des legendĂ€ren MongolenfĂŒrsten Qabul (auch als Kabul Khan bekannt), der um 1130–50 die mongolischen StĂ€mme vorĂŒbergehend vereinigt hatte, und erhielt von seinem Vater den Namen TemĂŒdschin (tatar.: „der Schmied“, falsch mit „der Eiserne“ ĂŒbersetzt[3], in englischer Transkription TemĂŒjin). Dieser Name stammte nach alter mongolischer Sitte von einem gefangenen Feind.

In dem erst nach dem Tode Dschingis Khans von seinem Sohn und Nachfolger Ugedai beauftragten Epos „Die geheime Geschichte der Mongolen“ wird berichtet, dass der kleine TemĂŒdschin bei seiner Geburt einen Blutklumpen in seiner rechten Faust festgehalten habe, damals fĂŒr die Mongolen ein prophetisches Zeichen fĂŒr StĂ€rke und Willenskraft. Als Geburtsort gilt der Burchan Chaldun am Oberlauf des Onon.

Jugendjahre

Zu dieser Zeit waren die Klans der Steppe in stĂ€ndige KĂ€mpfe untereinander verwickelt. TemĂŒdschins Vater YesĂŒgai hatte durch RaubzĂŒge gegen die Tataren und Merkiten das Stammesgebiet stark vergrĂ¶ĂŸert und Reichtum und Wohlstand angesammelt. Bei einem dieser ÜberfĂ€lle raubte er sogar TemĂŒdschins Mutter direkt vom Hochzeitswagen ihres merkitischen BrĂ€utigams und machte sie zu seiner eigenen Frau. In einer sorgenfreien Kindheit lernte der kleine TemĂŒdschin schon frĂŒh das Reiten, Bogenschießen und Jagen, die damals entscheidenden FĂ€higkeiten fĂŒr das Überleben in den Steppen Zentralasiens. Wie so oft bei Nomadenvölkern galt auch dort das Gesetz des StĂ€rkeren, der sich ohne RĂŒcksicht nimmt, was er gerade braucht. Deshalb drohte aber auch nach jedem Überfall und Raub im Gegenzug die Rache des Unterlegenen, wie es TemĂŒdschin spĂ€ter noch selbst erfahren sollte.

Den Berichten nach als kleiner Junge zunĂ€chst eher Ă€ngstlich und schĂŒchtern, entwickelte er eine enge Bindung zu seinem Schwurbruder Dschamucha, der spĂ€ter allerdings aus RivalitĂ€t zu seinem erbittertsten Feind werden sollte.

TemĂŒdschin war neun Jahre alt, als sein Vater, wie damals bei den mongolischen Nomaden ĂŒblich, mit ihm auf Brautschau ging. Im Lager eines befreundeten Klans vom Stamme der Unggirat entdeckten sie ein kleines, hĂŒbsches MĂ€dchen namens Börte. Diese war die Tochter des StammesfĂŒhrers, bei dem sie um ihre Hand anhielten. Da dieser einverstanden war, blieb der zukĂŒnftige BrĂ€utigam nach altem Brauch fĂŒr einige Zeit bei seinen Schwiegereltern und freundete sich dort mit seiner kleinen Verlobten an.

Sein Vater ritt allein zurĂŒck und nahm unterwegs die Gastfreundschaft von Tataren an. Diese erkannten ihn jedoch als Oberhaupt des feindlichen Stammes und vergifteten ihn wĂ€hrend des Essens. Von einem Boten ĂŒber den Tod seines Vaters unterrichtet, kehrte TemĂŒdschin zu seinem Stamm zurĂŒck. Wegen seiner Jugend wurde er dort jedoch nicht als Nachfolger seines Vaters anerkannt. Die ehemaligen Gefolgsleute wandten sich von seiner Familie ab, die ganze Sippe löste sich auf und er blieb als Ă€ltester Sohn mit der Mutter, seinen drei halbwĂŒchsigen BrĂŒdern und einer kleinen Schwester zurĂŒck. Ohne den Schutz des Stammes wurde ihnen nach und nach ihr gesamtes Hab und Gut geraubt und sie lebten die nĂ€chsten Jahre in Armut. Zwischen ihm und seinen BrĂŒdern gab es hĂ€ufig Streit, der schließlich darin gipfelte, dass er seinen Halbbruder Bektar ermordete. Nach anderer Quelle tötete er seinen Bruder im Streit um die Beute nach einem Raubzug.

FĂŒr andere MongolenfĂŒrsten stellte er trotz seiner klĂ€glichen LebensumstĂ€nde und seiner Jugend allein auf Grund seiner aristokratischen Abstammung dennoch eine Bedrohung dar und die Familie musste immer wieder fliehen. Manchmal soll TemĂŒdschin in den Zeiten der grĂ¶ĂŸten BedrĂ€ngnis Zuflucht am heiligen Berg Burchan Chaldun gesucht haben. Auf einer dieser Fluchten wurde er schließlich von den Taijut gefangengenommen, wie ein Sklave gehalten und aufs Tiefste gedemĂŒtigt. Durch seine abenteuerliche Flucht aus dieser Gefangenschaft erlangte er bei seinen Altersgenossen großes Ansehen. Er suchte und fand auch seine Verlobte Börte wieder und konnte sie endlich heiraten.

Einigung der Mongolen

40 m hohes Reiterstandbild des Dschingis Khan in Zonjin Boldog, 54 km östlich von Ulan Bator

TemĂŒdschin wusste, dass man in der Steppe nur ĂŒberleben kann, wenn man mĂ€chtige VerbĂŒndete hat. Durch geschickte Diplomatie gelang es ihm, seine Gegner nach und nach fĂŒr sich zu gewinnen oder auszuschalten.

1190 einte er so die mongolischen Sippen, welche danach unter seiner FĂŒhrung begannen, die benachbarten Steppenvölker zu unterwerfen. Als Anreiz fĂŒr den unbedingten Gehorsam seiner KĂ€mpfer versprach er ihnen reiche Beute auf den noch kommenden KriegszĂŒgen.

1201 gelang ihm ein Sieg ĂŒber seinen umtriebigsten Rivalen und ehemaligen Schwur- bzw. Blutsbruder, den Gurkhan Dschamucha. Dieser konnte zunĂ€chst fliehen, verlor jedoch einen Großteil seiner Gefolgschaft. Im verzweifelten Kampf gegen TemĂŒdschin ging er stĂ€ndig wechselnde BĂŒndnisse mit Freund und Feind ein. Seinen engsten Vertrauten wurde dieses aussichtslose Wechselspiel schließlich zu viel und sie lieferten ihn an TemĂŒdschin aus. Der setzte jedoch ein fĂŒr ihn bezeichnendes Exempel. Da ihm nichts so verhasst war wie Treulosigkeit und Verrat, ließ er die HĂ€scher von Dschamucha und all ihre Familienmitglieder töten. Seinem ehemaligen Blutsbruder bot er hingegen erneut seine Freundschaft an und bat ihn, an seine Seite zurĂŒckzukehren. Der konnte und wollte dieses großzĂŒgige Angebot nicht annehmen und bat um einen standesgemĂ€ĂŸen Tod, der ihm auch gewĂ€hrt wurde. SpĂ€ter besiegte TemĂŒdschin auch den VerrĂ€ter Kushluq, der mit den Kara-Kitai gegen ihn gekĂ€mpft hatte.

1202, nach einem Sieg ĂŒber die Merkiten im Norden, fĂŒhlte TemĂŒdschin sich stark genug, um sich an den Tataren im Osten fĂŒr den Tod seines Vaters zu rĂ€chen. In blutigen KĂ€mpfen besiegte er die vier StĂ€mme der Tataren und nach den Angaben der „Geheimen Geschichte der Mongolen“ ließ er bei den Besiegten nur diejenigen am Leben, welche nicht grĂ¶ĂŸer als die Achshöhe eines Ochsenkarren waren. 1203 schlug er die Keraiten unter Toghril Khan und Nilkha und 1204 die Naimanen unter Tayang Baybugha im Westen. Damit waren die letzten HĂŒrden auf dem Weg zur uneingeschrĂ€nkten Macht ĂŒberwunden.

Ernennung zum Dschingis Khan und VerÀnderungen

Im Jahr 1206 berief TemĂŒdschin an der Quelle des Onon einen Reichstag ein, den sogenannten Kuriltai. Dort wurde er von den anwesenden Schamanen und StammesfĂŒrsten zum „Dschingis Khan“, dem Großkhan aller Mongolen, ernannt und mit dem Titel „ungestĂŒmer Herrscher“ (ozeangleicher Herrscher) ausgezeichnet. Das ihm verliehene Hoheitszeichen, die weiße Standarte, steht noch heute zusammen mit neun weiteren Standarten fĂŒr die damaligen KernstĂ€mme des Reiches als Symbol des heutigen mongolischen Staates im mongolischen Parlament. Die drei Zacken an der Spitze der Standarte stehen stellvertretend fĂŒr Mond, Sonne und Flamme und sollen die StĂ€rke der Mongolen symbolisieren. Dabei symbolisiert der Mond die Vergangenheit, die Sonne die Gegenwart und die Flamme die Zukunft des Mongolenreiches.

Das Mongolenreich unter Dschingis Khan und seinen Nachfolgern.

Durch den Beschluss des Reichstags entstand ein neuer Staat mit Dschingis Khan als unumschrĂ€nktem Herrscher und alleinigem Gesetzgeber. Die Regierung bildeten seine Mutter, BrĂŒder und Söhne. Von ReprĂ€sentanten anderer Völker lernte er, wie man ein großes Reich verwaltet. Dazu befahl er seinem Sohn Ugedai, die alten und neuerlassenen Gesetze in Form eines mongolischen Grundgesetzes, der Jassa, aufzuschreiben. Dieses Werk formulierte eine einheitliche Sammlung von strikten Geboten und Vorschriften, die das Zusammenleben im neu gegrĂŒndeten Mongolenreich regeln sollten. Dadurch wurde die WillkĂŒrherrschaft der StammesfĂŒrsten beendet und eine wesentliche Grundlage fĂŒr ein geordnetes Staatswesen geschaffen. Nach anderer Quelle ließ er die Jassa von seinem schreibkundigen, tatarischen Adoptivsohn Schigiqutuquals aufzeichnen und machte diesen auch zu seinem obersten Richter.

Als nĂ€chstes etablierte er eine allgemeine Wehrpflicht und ernannte aus der Reihe seiner bisherigen GefĂ€hrten TausendschaftsfĂŒhrer zur FĂŒhrung seiner großen Armee. FĂŒr diese und andere Ernennungen war nicht mehr die Blutsverwandtschaft oder Stammeszugehörigkeit entscheidend, sondern bedingungsloser Gehorsam dem Khan gegenĂŒber und besondere Tapferkeit in vorausgegangenen KĂ€mpfen. Der alte Stammesadel wurde weitgehend entmachtet und durch zuverlĂ€ssige Leute (KöchertrĂ€ger) aus dem MilitĂ€r ersetzt. UnzuverlĂ€ssige Stammesgruppen wurden aufgelöst. Diese Maßnahmen bedeuteten einen revolutionĂ€ren Bruch mit den bisherigen sozialen VerhĂ€ltnissen der Steppe. Die neue Ordnung ersetzte Verrat und Betrug durch Disziplin und Gefolgschaft.

Gelegentlich brachte Dschingis Khan seiner Frau oder seiner Mutter einen kleinen Jungen aus den jeweils unterworfenen StĂ€mmen mit. Diese Kinder wurden von ihnen adoptiert und wuchsen anschließend als gleichberechtigte Familienmitglieder zusammen mit den leiblichen Söhnen des Khans auf. So wuchs in seiner Jurte immer eine Gruppe junger, oft talentierter MĂ€nner heran, welche ihm Dank und LoyalitĂ€t schuldeten.

Neben der bestens organisierten und streng disziplinierten Armee, dem einzig zuverlĂ€ssigen Machtmittel gegen die traditionelle EigenstĂ€ndigkeit des Stammesadels, stellte der neue Großkhan auch eine eigene Leibgarde von ca. 10.000 Soldaten auf. Diese setzte sich aus den Söhnen oder BrĂŒdern von StammesfĂŒrsten und HeerfĂŒhrern zusammen, welche einerseits als Krieger fĂŒr ihn kĂ€mpften, aber zugleich als Geiseln ein Faustpfand darstellten, um den unbedingten Gehorsam des Steppenadels sicherzustellen.

Erst um 1220 kamen genĂŒgend auslĂ€ndische Beamte in mongolische Dienste, so dass man auch an eine Art Zivilverwaltung der unterworfenen Völker denken konnte.

Dschingis Khan war selbst Analphabet, erkannte aber trotzdem die Bedeutung des Schriftwesens und ließ darum fĂŒr die Verwaltung seines Reiches eine eigene Schrift entwickeln. So entstand die aus dem Uighurischen abgeleitete Mongolische Schrift.

Weitere Eroberungen

Im Anschluss an die Einigung des Reiches wandte sich Dschingis Khan der Eroberung Chinas zu. Nachdem er 1209 die Tanguten unterwerfen konnte, hatte er sich sĂŒdlich der Großen Mauer ein Lager fĂŒr weitere EroberungszĂŒge geschaffen. 1211 fĂŒhrte er seine Truppen mit mehr als 100.000 KĂ€mpfern Richtung SĂŒden und Osten in das von der Jin-Dynastie beherrschte Gebiet und drang bis zur Halbinsel Shandong vor. 1215 nahm er nach einer erfolgreichen Belagerung Pekings Shandong ein und 1219 zahlte auch Korea an ihn Tribut.

Im Jahre 1218 unterwarf der Khan das Kara-Khitai-Reich, das letzte verbliebene Steppenreich am Balchaschsee.

Im Westen wurde mit dem islamischen Choresmischen Reich in Persien ein Freundschaftsvertrag geschlossen, doch der Friede wĂ€hrte nur kurz. Bald darauf wurde dort eine mongolische Karawane ĂŒberfallen und ermordet.

Reichsversammlung/Nachfolgefrage

Daraufhin berief Dschingis Khan 1218 eine erneute Reichsversammlung ein, um einen Vergeltungsschlag gegen dieses Reich im Westen und weitere Gesetze und Direktiven zu beschließen. Gleichzeitig wollte er auch schon zu seinen Lebzeiten die Nachfolgefrage klĂ€ren. Sein Ă€ltester Sohn war Jochi († 1227), der zweite Tschagatai († 1242), der dritte Ugedai († 1241), der vierte Tolui († 1232).

ZunĂ€chst entstand bei dieser KlĂ€rung ein heftiger Streit unter den Söhnen und der Ă€lteste wurde von allen anderen heftig beschimpft. Als dann jedoch einer von ihnen zur Schlichtung den Vorschlag machte, Ugedai zum Nachfolger auszuwĂ€hlen, war Dschingis Khan sofort damit einverstanden, da sein mittelgeborener Sohn als besonnen und großzĂŒgig galt. In diesem Sinne wurde also seine Nachfolge auf dieser Versammlung vertraglich festgehalten und andererseits auch ein Rachefeldzug gegen das Choresmische Reich beschlossen.

Rachefeldzug

1219/20 besiegten die Mongolen in Transoxanien die Truppen des Choresm-Schahs. Buchara und Samarkand wurden erobert und Sultan Ala ad-Din Muhammad starb auf der Flucht am Kaspischen Meer. Sein Sohn Dschalal ad-Din wurde 1221 am Indus besiegt und floh vorĂŒbergehend nach Indien.

GrĂŒndung von Karakorum

1220 bestimmte Dschingis Khan den Ort der spĂ€teren Stadt Karakorum (schwarze Berge/schwarzer Fels/schwarzes Geröll), zunĂ€chst wohl nur als eine besondere Residenz am Ufer des Orchon fĂŒr seinen Aufenthalt im Gebiet von Helin, da es fĂŒr seinen Aufenthalt in anderen Gegenden seines Landes schon Ă€hnliche Residenzen gab.

Der Orchon war und ist jedoch die Lebensader der ganzen Region und an seinem Ufer lagen schon vor Dschingis Khan die Zentren großer vergangener Steppenreiche. Durch die Festsetzung seiner Residenz gerade an dieser Stelle stellte er sich bewusst in die Tradition seiner VorgĂ€nger. Zur Festigung seiner Macht entwickelte sich Karakorum spĂ€ter zur ersten Hauptstadt des Mongolenreiches und wurde unter seinem Nachfolger auch mit einer Befestigungsanlage versehen. FĂŒr die Mongolen ist Karakorum noch heute das historische Zentrum ihres Nationalstaates.

Zur AusĂŒbung von den Nomaden bisher ungewohnten TĂ€tigkeiten holte sich Dschingis Khan fremde Handwerker und KĂŒnstler ins Land, insbesondere in die neue Hauptstadt. Die Mongolen eigneten sich die Kenntnisse der Fremden aber im Allgemeinen nicht an, sondern sie ließen diese fĂŒr sich arbeiten. Einige der fremden Handwerker und KĂŒnstler kamen eher freiwillig, andere wurden jedoch auch hierher verschleppt.

Dschingis Khan und seine Nachfolger zeigten in Karakorum neben ihren grausamen Kriegstaten ein zweites, völlig anderes Gesicht. Durch ihre tolerante Haltung allem Neuen und Unbekannten gegenĂŒber wurde ihre Hauptstadt nicht nur die Schaltzentrale der Reichsverwaltung und ein Zentrum des Handels und Kunsthandwerks, sondern auch zu einem Schmelztiegel unterschiedlicher Religionen, Kulturen und Völker.

FeldzĂŒge nach Osteuropa

Etwa zur gleichen Zeit (1220) griffen die Mongolen den Kaukasus und SĂŒdrussland an und 1223 drangen die Truppen unter Dschebe und Subutai bis in die Ukraine vor. Dort besiegten sie die Ruthenen und Kiptschaken in der Schlacht an der Kalka. Bei all diesen Eroberungen ließ Dschingis Khan seine Krieger ganz besonders grausam vorgehen, was ihren Ruf als Geißel der Menschheit begrĂŒndete.

Tod und Nachfolge

1224/25 kehrte der Khan in die Mongolei zurĂŒck, mit dem Plan einer Strafexpedition gegen die Tanguten. Auf dem Weg dahin starb er, vermutlich am 18. August 1227. Die Todesursache ist nicht vollstĂ€ndig geklĂ€rt, nach der verbreitetsten Darstellung erlag er den inneren Verletzungen eines Reitunfalls. Laut der galizisch-wolhynischen Chronik wurde er von den Tanguten getötet. VolkstĂŒmliche Überlieferungen berichten auch von einer tangutischen Prinzessin, welche ihr Volk rĂ€chen und ihrer eigenen Vergewaltigung zuvorkommen wollte, indem sie ihn mit einem versteckten Messer entmannte.

Seinen Bestattungsort haben angeblich tausend Reiter mit den Hufen ihrer Pferde eingeebnet und sie sollen nach ihrer RĂŒckkehr sofort hingerichtet worden sein, damit sie den genauen Ort niemandem verraten konnten. Bis heute wurde das Grab trotz ausgiebiger Suche nicht gefunden. Allgemein wird angenommen, dass er im Chentii-Aimag irgendwo am SĂŒdhang des Burchan Chaldun begraben wurde, da dieser Berg eine wichtige Rolle in seinem Leben gespielt hatte. Aber es drehen sich so viele Legenden um seine Beerdigung, dass auch andere GrabstĂ€tten in Frage kommen. Mit Sicherheit ausschließen kann man den Standort des Dschingis Khan-Mausoleums bei Ordos in der Inneren Mongolei. Dabei handelt es sich um eine GedenkstĂ€tte mit einem leeren Sarg und nicht um ein wirkliches Grab.

Als Dschingis Khan starb, hatte sein Reich eine GrĂ¶ĂŸe von 19 Millionen kmÂČ erreicht und war damit doppelt so groß wie das heutige China. Es reichte nun vom Chinesischen Meer im Osten bis zum Kaspischen Meer im Westen und ist bis heute der einzige Nomadenstaat der Welt, der 200 Jahre lang Bestand hatte. Doch erst unter seinen Nachfolgern sollte er seine endgĂŒltige Ausdehnung erreichen und zum grĂ¶ĂŸten Weltreich in der bisherigen Geschichte der Menschheit werden.

Dschingis Khan hatte entgegen aller Tradition, aber getreu seinem Grundsatz, dass Kompetenz und Eignung entscheide, noch zu Lebzeiten auf der Reichsversammlung von 1218 den zweitjĂŒngsten Sohn Ugedai zu seinem Nachfolger bestimmt. Normalerweise trat in der mongolischen Erbfolge sonst der jĂŒngste Sohn die Nachfolge des Vaters an und erbte dessen BesitztĂŒmer – abzĂŒglich des Anteils der Ă€lteren Söhne. Getreu der Vereinbarung wurde auf einem einberufenen Reichstag 1229 der neue Großkahn Ugedai Khan zum Herrscher aller Mongolen ausgerufen.

Außerdem wurden die unterworfenen Völker und ihre Gebiete unter Tschagatai, Ugedai und Tolui sowie den Nachkommen des verstorbenen vierten Sohnes Jochi aufgeteilt. Jeder bekam sein eigenes Teilreich (Khanat). Gemeinsam vergrĂ¶ĂŸerten die vier Familien das Reich weiter, bis sie sich dann endgĂŒltig zerstritten (vgl. Stammliste der Nachfahren Dschingis Khans).

Wirkung bis heute

Dschingis-Khan-Statue vor dem ParlamentsgebÀude in Ulan Bator

Einigen Quellen zufolge gab sein Sohn Ugedai noch vor 1240 die Geheime Geschichte der Mongolen – eine Mischung aus Chronik und Epos – bei Dschingis Khans tatarischem Adoptivsohn Schigiqutuquals in Auftrag, der sie in mongolischer Schrift niederschrieb. Anderen Quellen zufolge hat sie Ugedai selbst verfasst. Sie erzĂ€hlt die Lebensgeschichte von Dschingis Khan und nur der Familie des Khans war es gestattet, sie zu lesen. Dieses Werk war jahrhundertelang verschollen. Erst 1866 wurden in chinesischer Zeichenschrift verfasste Abschriftteile in einer Bibliothek in China gefunden. Das Original in mongolischer Schrift ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Die Geheime Geschichte stellt heraus, dass Dschingis Khan aufgrund seines Werdeganges höchsten Wert auf die persönliche Treue und LoyalitĂ€t der Menschen gegenĂŒber ihrem Herren oder ihren Freunden legte. Die Völker, denen er Leid und Tod brachte, charakterisieren ihn als grausamen SchlĂ€chter, und er gilt bis heute als einer der grĂ¶ĂŸten Massenmörder in der Geschichte der Menschheit. Doch brachte sein gewaltiges Reich seinen Bewohnern fĂŒr eine lange Zeitspanne Sicherheit und Frieden.

Außerdem war er in religiösen Dingen sehr tolerant und bereit, jeder Glaubensrichtung und jeder Staatsphilosophie sein Ohr zu leihen. Gegen Ende seines Lebens begriff er offenbar, dass seine Regierungsprinzipien nicht die einzig gĂŒltigen waren und setzte Berater wie den Kitan YelĂŒ Chucai und den Choresm-TĂŒrken Machmud Jalatwatsch in Spitzenpositionen ein, um sein Reich umfassend zu organisieren. Allerdings trug dieses BemĂŒhen erst nach seinem Tod unter seinen Söhnen und Enkeln FrĂŒchte. Dschingis Khans Reich wurde weiter ausgebaut und war gegen 1260 im Inneren so gut organisiert und befriedet, wie es fĂŒr die meisten seiner Territorien zu keiner anderen Zeit der Fall war – ein Zustand, der auch Pax Mongolica genannt wird. Damals umfasste es etwas ĂŒber 33 Millionen kmÂČ.

Im asiatischen Raum zwischen Pazifischem Ozean und Kaspischem Meer ist bei ca. 8% der mĂ€nnlichen Bevölkerung eine gemeinsame genetische Signatur im Y-Chromosom feststellbar. Forscher datierten den Ursprung dieses Merkmals einige Generationen vor Dschingis Khan. Es wird darum angenommen, dass er und seine nahen mĂ€nnlichen Verwandten fĂŒr dessen ungewöhnlich starke Verbreitung verantwortlich waren.[4]

MilitÀrorganisation

Hauptartikel: Mongolische KriegfĂŒhrung

Die mongolische Armee war nach dem Dezimalsystem organisiert. Die Truppen wurden in Zehnerschaften geordnet und die MĂ€nner kontrollierten sich gegenseitig. Floh ein Krieger vor dem Feind, mussten auch die anderen neun sterben. Mit der Übergabe von Pferdehaaren, ein Haar von jedem Pferd eines jeden Soldaten, schworen die ArmeefĂŒhrer dem Khan bedingungslosen Gehorsam. Aus diesen PferdehaarbĂŒndeln entstand die Schwarze Standarte, das neue Feldzeichen der Mongolen. Diese Standarte wird noch heute als wichtiges nationales Symbol im Verteidigungsministerium in Ulan Bator aufbewahrt.

Die Schlagkraft der neuen Armee beruhte auf ihrer strengen Disziplin, ihrer Wendigkeit auf den zĂ€hen und ausdauernden Pferden, ihren Waffen und ihrer ausgefeilten Gefechtstaktik. Jeder Reiter fĂŒhrte zwei bis drei Pferde mit sich und konnte durch die damit immer gegebene Austauschmöglichkeit in kĂŒrzester Zeit große Entfernungen zurĂŒcklegen. Dabei machten sie unterwegs nur Rast zum Essen und Schlafen. Als Proviant fĂŒhrten die KĂ€mpfer u. a. getrocknetes Fleischpulver (Borts) in am Sattel befestigten Kuhblasen mit sich. Borts ist leicht transportabel und praktisch unverderblich, und wird wie eine heutige TĂŒtensuppe in heißem Wasser aufgekocht. Mit dieser energiespendenden und nahrhaften Verpflegung konnten sie sich monatelang selbst versorgen.

Alle Mongolen wurden von Kind an als Reiter und BogenschĂŒtzen ausgebildet. Die Jagd galt ihnen als die Schule des Krieges. Ihre Hauptwaffe war ein besonderer Kompositbogen. Sie fĂŒhrten immer mehrere Bögen und viele Pfeile mit geschmiedeten Eisenspitzen mit sich. Die Kompositbögen verliehen den abgeschossenen Pfeilen eine hohe Durchschlagskraft. Durch die Verwendung von SteigbĂŒgeln konnten sie Pfeile auch nach hinten abschießen (Parthisches Manöver).

Eine hĂ€ufig angewandte Gefechtstaktik bestand aus einem kurzen Angriff mit anschließend vorgetĂ€uschtem RĂŒckzug, um die verfolgenden Feinde in einen Hinterhalt zu locken. Auf einer höheren Ebene wurde versucht, die feindliche Armee ganz oder in Teilen einzuschließen und zu vernichten. Dieser Ansatz und die dafĂŒr nötige Organisation leiten sich vermutlich von Erfahrungen mit der Kesseljagd in der Steppe ab.

Chronologie

  • 1155, 1162 oder 1167: Geburt des TemĂŒdschin.
  • 1190: TemĂŒdschin einigt die mongolischen Sippen und unterwirft andere Steppenvölker.
  • 1201: Sieg ĂŒber Gurkhan Dschamucha.
  • 1202: Sieg ĂŒber die Merkiten und die vier StĂ€mme der Tataren.
  • 1203: Sieg ĂŒber die Keraiten.
  • 1204: Sieg ĂŒber die Naimanen.
  • 1206: Ernennung TemĂŒdschins zum mongolischen Großkhan Dschingis Khan auf dem Kuriltai an der Quelle des Onon.
  • 1207/09: Unterwerfung der Tanguten und Errichtung eines Heerlagers auf der chinesischen Seite der chinesischen Mauer fĂŒr weitere EroberungszĂŒge.
  • 1211: Eindringen in das Gebiet der Jin-Dynastie und Vordringen bis zur Halbinsel Shandong.
  • 1215: Einnahme von Peking.
  • 1219: Beginn der Tributzahlungen von Korea.
  • 1218: Unterwerfung des Kara Khitai-Reiches am Balchaschsee und Freundschaftsvertrag mit dem muslimischen Choresmischen Reich.
  • 1218: Kuriltai zum Beschluss eines Rachefeldzugs gegen das Choresmische Reich nach einem blutigen Überfall auf eine mongolische Karawane und Ernennung des drittĂ€ltesten Sohnes Ugedai zum Nachfolger Dschingis Khans.
  • 1219/20: Sieg in Transoxanien ĂŒber die Truppen des Choresm-Schahs und Eroberung von Buchara und Samarkand.
  • 1220: Dschingis Khan grĂŒndet die spĂ€tere Stadt Karakorum, Angriffe der Mongolen im Kaukasus und SĂŒdrussland.
  • 1221: Sieg ĂŒber die Truppen Sultan Dschalal ad-Dins, Sohn des zuvor auf der Flucht am Kaspischen Meer verstorbenen Ala ad-Din Muhammad.
  • 1223: Vordringen der mongolischen Truppen unter Jebe und Subotai bis in die Ukraine und Sieg ĂŒber die Russen in der Schlacht an der Kalka.
  • 1224/25: Dschingis Khans RĂŒckkehr in die Mongolei und Beginn der Strafexpedition gegen die Tanguten. Schwere Erkrankung des Khans infolge eines Reitunfalls.
  • 18. August 1227: Tod des Großkhans.
  • 1229: Kuriltai zur Ernennung von Ugedai zum neuen Großkahn getreu der Vereinbarung von 1218 und zur Aufteilung der unterworfenen Völker und ihrer Gebiete unter den noch lebenden Söhnen sowie den Nachkommen des verstorbenen ersten Sohnes Jochi.

Herkunft und Bedeutung des Titels Dschingis Khan

Zur Herkunft und Deutung des Titels Dschingis Khan, auch als Genghis Khan, Cinggis-Khan, Dschingis-Chan und Djingis Chan bekannt, tauchen in der Literatur eine ganze Reihe von Theorien auf. Die im europĂ€ischen Raum weit verbreitete Schreibweise Genghis Khan geht auf D’Herbelot zurĂŒck, von dem sie Gibbon ĂŒbernahm.[5]

Die beiden am meisten ĂŒberzeugenden ErklĂ€rungen sind:

  • Dschingis Khan entstand aus der chinesisch-tĂŒrkischen Zusammensetzung chĂȘng-sze khan (aus chinesisch chĂȘng-sze: „edler Reiter/Ritter“ und alttĂŒrkisch khan: „Herrscher“) mit der Bedeutung: „Herrscher der edlen Reiter“
  • Dschingis Khan wurde aus dem rein alttĂŒrkischen tengis khan (tengis: „Meer“) gebildet und hĂ€tte dann die Bedeutung von: „Herrscher der Meere“, „Ozeangleicher Herrscher“ oder „Herrscher zwischen den Weltmeeren“ (Weltherrscher).

Überlieferungssituation

Die Geschichte Dschingis Khans und seines mongolischen Großreiches ist vielfĂ€ltig ĂŒberliefert. Viele Details aus seinem Leben und der Nomadenkultur seiner Zeit sind neben legendenhaften Einflechtungen in der Geheimen Geschichte der Mongolen zu finden, die etwa zehn Jahre nach seinem Tod von einem oder mehreren Autoren aus seinem engsten Umfeld aufgezeichnet wurde.

Daneben existieren zahlreiche Aufzeichnungen von Chronisten und Geschichtsschreibern aus China, dem persischen Raum und natĂŒrlich auch aus West- und Osteuropa zur Zeit des Mongolensturms. Zu den Hauptquellen auch fĂŒr diese Epoche der mongolischen Geschichte zĂ€hlt vor allem die Geschichtsschreibung in persischer Sprache.

Aus Westeuropa sei zum Beispiel der englische Benediktinermönch, Heraldiker und Chronist Matthew Paris, auch MatthĂ€us Parisiensis oder Matthaei Parisiensis (* um 1200; † 1259), der großen Abtei St Albans im englischen Hertfordshire mit seiner „Chronika maiora“ angefĂŒhrt.

Außerdem liefern die Erkenntnisse der zahlreichen archĂ€ologischen Grabungen an vielen Orten des ehemaligen mongolischen Weltreiches immer mehr Details zu den Ereignissen dieser Zeit. Von besonderer Bedeutung sind hier die bisherigen Grabungsergebnisse auf dem GelĂ€nde der ehemaligen Mongolenhauptstadt Karakorum. Nach Ă€lteren Erkundungen von Sergej Kiselev in den Jahren 1948/1949 graben dort seit dem Jahr 2000 ArchĂ€ologen vom Deutschen ArchĂ€ologischen Institut Bonn unter der Leitung von Hans Georg HĂŒttel und Ernst Pohl vom Institut fĂŒr Vor- und FrĂŒhgeschichtliche ArchĂ€ologie der UniversitĂ€t Bonn zusammen mit mongolischen Wissenschaftlern im Bereich des vermuteten Khanpalastes und des Handwerkerviertels im ehemaligen Stadtzentrum.

Rezeption in Film und Literatur

Die Person Dschingis Khans und sein Leben wurden mehrfach in Filmen verarbeitet, unter anderen in:

Ebenso findet er sich als Themenvorlage in historischen Romanen wieder:

  • Dschingis Khan, Herrscher des Himmels (Buch von Pamela Sargent)[6]
  • Dschingis-Khan (erster Band der Mongolen-Trilogie von W. Jan)[7]
  • Dschingis Khan - Sohn der Wölfe (Buch von Conn Iggulden)[8]

Literatur

  • Gudrun Ziegler, Alexander Hogh: Die Mongolen, im Reich des Dschingis Khan. Theiss, Stuttgart 2005. ISBN 3-8062-1940-0
  • Hans Leicht: Dschingis Khan. Sonderausgabe.: Eroberer. StammesfĂŒrst. Vordenker. Patmos, DĂŒsseldorf 2002. ISBN 3-491-96050-9
  • Reinhold Neumann-Hoditz: Dschingis Khan. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1985. ISBN 3-499-50345-X
  • Paul Ratchnevsky: Genghis Khan – His Life and Legacy. Blackwell Publishers, Oxford 1993. ISBN 0-631-18949-1
  • Franklin Mackenzie: Dschingis Khan. Scherz Verlag, Bern/MĂŒnchen 1977, Habel, Darmstadt 1993. ISBN 3-502-16441-X, ISBN 3-87179-179-2
  • Jack Weatherford: Genghis Khan and the Making of the Modern World. Three Rivers Press, New York 2004. ISBN 0-609-80964-4
  • Jean-Paul Roux: Gengis Khan et l’Empire Mongol, Gallimard, coll. « DĂ©couverte / Histoire Â», Paris 2002, ISBN 2-07-076556-3
  • Jean-Paul Roux: Histoire de l’Empire Mongol, Fayard, Paris 1993
  • Boris Vladimirstov: Gengis Khan, Paris 1948
  • Louis Hambis: Gengis Khan, Paris 1973
  • Dominique Farale: De Gengis Khan Ă  QoubilaĂŻ Khan, Economica, Paris 2003, ISBN 2-7178-4537-2
  • Michael Weiers: Geschichte der Mongolen. Kohlhammer, Stuttgart 2004, ISBN 3-17-017206-9

Weblinks

 Commons: Dschingis Khan â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ http://ias.berkeley.edu/orias/lessonplans/ChingisKhan.htm#fn3 u. a. Geburts- und Sterbedaten
  2. ↑ KĂ€mpfe, Hans Rainer: Tschinggis Khan, in: Die Mongolen. BeitrĂ€ge zu ihrer Geschichte und Kultur, hg. von Michael Weiers, Darmstadt 1986, S. 183f.
  3. ↑ Fernsehsender Phoenix: Mongolen – Im Reich des Dschingis Khan vom 11. August 2007 (16:15–17:00 Uhr)
  4. ↑ T. Zerjal u.a.: The Genetic Legacy of the Mongols. In: American journal of human genetics(AJHG). Chicago 72. S.717–721. ISSN 0002-9297
  5. ↑ Clements Markham Narrative of the Embassy of Ruy Gonzalez De Clavijo to the Court of Timour, at Samarcand, Vorwort Seite xi
  6. ↑ Pamela Sargent: Dschingis Khan, Herrscher des Himmels, Aus dem Amerikan. von Birgit Oberg, Bastei Verl. LĂŒbbe, Bergisch Gladbach 1998, ISBN 3-404-12879-6
  7. ↑ W. Jan: Dschingis-Khan, Aus dem Russischen von Horst Wolf, Kiepenheuer Weimar 1953, Auflagen bis 1989, ISBN 3-378-00041-4; Insel-Verlag 1990, ISBN 3-458-32161-6
  8. ↑ Conn Iggulden: Conqueror 01. Wolf of the Plains, Aus dem Englischen von Andreas Helweg, Blanvalet 2008, ISBN 978-3-442-37001-6


VorgÀnger Amt Nachfolger
(Keiner) Erster Großkhan der Mongolen
1206–1227
Ugedai Khan
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