Dänemark

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Dänemark
Kongeriget Danmark

Königreich Dänemark

Flagge Dänemarks
Wappen Dänemarks
Flagge Wappen
Wahlspruch: Keiner

Wahlspruch der Königin: Guds hjælp, Folkets kærlighed, Danmarks styrke
(d√§n. f√ľr ‚ÄěGottes Hilfe, des Volkes Liebe, D√§nemarks St√§rke‚Äú).

Amtssprache Dänisch
regional: Färöisch auf den Färöern,
Kalaallisut auf Grönland (neben Dänisch)
Deutsch (regionale Verkehrs- und Verwaltungssprache der Deutschen Minderheit in Nordschleswig)
Hauptstadt Kopenhagen
Staatsform Konstitutionelle Monarchie (de jure)
Staatsoberhaupt K√∂nigin Margrethe II.
Regierungschef Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt
Fl√§che Kernland 43.094 km¬≤
  • zugeh√∂riges Gr√∂nland 2,2 Mio. km¬≤
  • zugeh√∂rige F√§r√∂er 1.396 km¬≤
Einwohnerzahl Kernland 5.475.791
  • zugeh√∂riges Gr√∂nland 56.584
  • zugeh√∂rige F√§r√∂er 48.354
Bevölkerungsdichte 129 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt 309,866 Mrd. US-Dollar (2010) [1]
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 55.985 US-$ (2010) [2]
Human Development Index (16.) 0,955 [3]
W√§hrung 1 D√§nische Krone = 100 √Ėre
Gr√ľndung 980 n. Chr.
Nationalhymne Der er et yndigt land (national)
Kong Christian stod ved h√łjen mast (k√∂niglich)
Nationalfeiertag keiner (de jure), 5. Juni (Grundlovsdag, de facto)
Zeitzone UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen DK
Internet-TLD .dk
Telefonvorwahl +45
Denmark in European Union.svg
Daenemark.png

Das K√∂nigreich D√§nemark (d√§nisch Kongeriget Danmark [ňąk…ĒŇč…ô Äiňź…ô√į ňądanm…Ď Äg]) ist ein Staat in Nordeuropa, dessen Staatsgebiet zwischen der Skandinavischen Halbinsel und Mitteleuropa etwa 43.000 km¬≤ Fl√§che umfasst, von der ungef√§hr ein Drittel auf die insgesamt 443 namentlich genannten Inseln (davon: 72 bewohnte)[4] entf√§llt (insgesamt: 1.419 Inseln √ľber 100 m¬≤ Fl√§che).[5]

D√§nemark geh√∂rt seit 1973 zur EU. Neben dem Kernstaatsgebiet geh√∂ren die innenpolitisch autonomen Gebiete Gr√∂nland und die F√§r√∂er zum K√∂nigreich D√§nemark und zur NATO, jedoch nicht zur EU. Beide Gebiete f√ľhren eigene Flaggen und haben eigene Amtssprachen.

Die einzige Landgrenze hat D√§nemark zu Deutschland. Im dortigen, ehemals d√§nischen S√ľdschleswig lebt eine relativ starke d√§nische Minderheit. In D√§nemark gibt es dagegen im ehemals deutschen Nordschleswig eine deutsche Minderheit.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

D√§nemarks Staatsgebiet umfasst (ohne F√§r√∂er und ohne Gr√∂nland) eine Fl√§che von 43.094 km¬≤, es ist damit gr√∂√üer als die Schweiz oder die Niederlande, aber kleiner als Estland. D√§nemark misst von Nord nach S√ľd 368 km und von Ost nach West 452 km. N√∂rdlichster Punkt des Landes ist Grenen, der s√ľdlichste Punkt liegt bei Gedser im S√ľden der Insel Falster. Westlichster Punkt ist Bl√•vandshuk in J√ľtland, gelegen im ehemaligen Ribe Amt, √∂stlichster Punkt liegt bei den Erbseninseln (d√§nisch Ertholmene), 18 Kilometer nord√∂stlich von Bornholm.

Wegen seiner Inseln und der zerkl√ľfteten Buchten verf√ľgt das fl√§chenm√§√üig kleine Land √ľber eine enorme K√ľstenl√§nge von 7314 km. D√§nemarks einzige Landgrenze besteht im S√ľden zu Deutschland (Grenzl√§nge: 67 km), des Weiteren wird das Land durch die Nordsee, das Skagerrak, das Kattegat und die Ostsee begrenzt.

Landschaftsbild

Satellitenbild Dänemarks

Mit dem n√∂rdlichen Teil der Halbinsel J√ľtlands und seinen Inseln bildet D√§nemark den √úbergang von Mitteleuropa nach Skandinavien. Obwohl der Festlandsanteil fast 30.000 km¬≤ betr√§gt, sehen die Einwohner ihr Land als Inselreich. Die gr√∂√üte Insel des Landes ist Seeland mit 7.031 km¬≤, gefolgt von Vendsyssel-Thy (Nordj√ľtland) mit 4.685 km¬≤ (das aber nicht als Insel wahrgenommen wird) und F√ľnen mit einer Gr√∂√üe von 2.985 km¬≤. Seeland, in dessen √∂stlichem Teil die Hauptstadt Kopenhagen liegt, wird durch den Gro√üen Belt von der Insel F√ľnen getrennt, die wiederum durch den Kleinen Belt von J√ľtland getrennt ist. Die dritte Meeresstra√üe in der Region ist der √Ėresund zwischen Seeland und der S√ľdspitze Schwedens.

Die Eiszeiten des Pleistoz√§ns pr√§gten die Landschaften D√§nemarks ma√ügeblich. √úberfuhren Elster- und Saale-Kaltzeit die d√§nische Halbinsel noch komplett unter Ablagerung von Grundmor√§nenmaterial, so reichte die Weichsel-Kaltzeit vor rund 20.000 Jahren nur bis etwa zur Mitte D√§nemarks. Heute l√§sst sich diese teilweise Vergletscherung noch anhand der Hauptstillstandslinie der verschiedenen Stadiale der Weichsel-Eiszeit nachvollziehen. Sie teilt D√§nemark in das charakteristische Ost- und Westj√ľtland. In Westj√ľtland dominieren ertragsarme Sanderfl√§chen, in Ostj√ľtland finden sich vorwiegend Grundmor√§nen- und Geschiebematerial. Die Stillstandslinie verl√§uft etwa vom S√ľdrand des Limfjords zur Mitte J√ľtlands und von dort nach S√ľden bis Schleswig-Holstein. Das Land bildet eine Fortsetzung der Norddeutschen Tiefebene, die ebenfalls aus Ablagerungen aus der Eiszeit besteht. Insbesondere der Westteil J√ľtlands ist sehr flach, nach Osten wird es h√ľgeliger, Mor√§nen aus der Eiszeit gestalten die Landschaft. Hier liegt auch die h√∂chste nat√ľrliche Erhebung D√§nemarks, der M√łlleh√łj mit 170,86 m √ľber NN. [6][7] Auch die Inseln sind durch ein Wechselspiel von H√ľgel- und Flachland gepr√§gt. Einzige Ausnahme ist die weit im Osten liegende Insel Bornholm, die nicht aus Ablagerungen besteht, sondern aus Granit, Schiefer und Sandstein aufgebaut ist.

Der Verlauf der Nordseek√ľste J√ľtlands ist relativ ausgeglichen, die K√ľstenlinie der vorgelagerten Inseln ist sehr viel k√ľrzer als die in der Ostsee. Der Mangel an Buchten und gro√üen D√ľnenfeldern steht einem Hafenbau entgegen und so wurde erst im 19. Jahrhundert mit Esbjerg der einzige bedeutende Hafen an der Westk√ľste D√§nemarks gebaut. Der Limfjord im Norden des Landes ist nicht, wie der Name vermuten lie√üe, ein Fjord, sondern ein etwa 180 km langer Meeresarm, der J√ľtland fast komplett von Westen nach Osten durchschneidet.

Die Ostseek√ľste J√ľtlands ist hingegen formenreich. Meeresbuchten, die F√∂rden, reichen weit ins Land hinein; an ihnen liegen einige Hafenst√§dte, die zu den √§ltesten Siedlungspl√§tzen D√§nemarks geh√∂ren.

Siehe auch: Liste dänischer Inseln, Liste von Erhebungen in Dänemark, Liste der Seen in Dänemark, Liste von Wasserläufen in Dänemark

Klima

Trotz der Lage D√§nemarks an zwei Meeren, Nord- und Ostsee, ist die j√§hrliche Niederschlagsmenge mit 700 bis 800 mm im Westen moderat und im Osten mit 500 bis 600 mm f√ľr mitteleurop√§ische Verh√§ltnisse sogar niedrig. Auch die Temperaturen sind ausgeglichen: An der Nordsee werden im Juli durchschnittlich 16 ¬įC gemessen, im Osten von Seeland sind es sogar 18 ¬įC. Am Tage liegen die Temperaturen in der Regel √ľber 20 ¬įC, nachts sind es um 13 ¬įC. Im Winter macht sich der mildernde Einfluss des Golfstroms bzw. seines Ablegers, des Nordatlantikstroms, bemerkbar: Landesweit herrschen dann Temperaturen um den Gefrierpunkt (tags√ľber um 2 ¬įC, nachts um ‚ąí3 ¬įC). Die Wassertemperaturen an den K√ľsten schwanken zwischen 3 ¬įC im Winter und 17 ¬įC im Sommer.

Klimadiagramm von Esbjerg
Klimadiagramm von Gardbogard bei Skagen
Klimadiagramm von Kopenhagen


Wichtige Städte

Die kleine Meerjungfrau ist eines der ber√ľhmtesten Wahrzeichen der Stadt Kopenhagen

Die d√§nische Gesellschaft ist stark urbanisiert, √ľber 86 Prozent der Bev√∂lkerung leben in St√§dten.[8] In der Stadt (Gemeinde) Kopenhagen leben 509.861 Einwohner (Stand: 1. Januar 2008), im Gro√üraum 1.401.883 Menschen. Damit ist Seeland das dichteste Besiedlungszentrum D√§nemarks; rund 40 Prozent der Bev√∂lkerung leben auf der Insel. Weitere wichtige St√§dte sind der Seehafen Aarhus mit 228.123 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2007) im Osten J√ľtlands, Odense mit 158.453 Einwohner (Stand: 1. Januar 2007), bis 2007 der Verwaltungssitz des Amtes Fyn (Provinz F√ľnen), Aalborg mit 121.610 Einwohner (Stand: 1. Januar 2007) im Norden des Landes und Hauptstadt der Region Nordjylland. Esbjerg im Westen J√ľtlands ist der wichtigste Nordseehafen des Landes und mit 71.129 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2007) f√ľnftgr√∂√üte Stadt in D√§nemark. Zu beachten ist, dass die St√§dte (d√§n: byer; sing.: by) seit der Gemeindereform vom 1. April 1970 und der Reduzierung der Anzahl der Gemeinden von 1098 auf 277 und ab 1974 auf 275 Gemeinden keine Verwaltungseinheiten sind, sondern lediglich statistische oder geographische Einheiten. Seit der Kommunalreform 2007 gibt es nun 98 Gemeinden in D√§nemark.

Stadt Region Einwohner
1. Januar 2000
Einwohner
1. Januar 2007
Hovedstadsområdet Hovedstaden 1.075.851 1.145.804
Aarhus Midtjylland 217.260 228.123
Odense Syddanmark 145.062 158.453
Aalborg Nordjylland 119.617 121.610
Esbjerg Syddanmark 73.341 71.129
Randers Midtjylland 55.761 59.391
Kolding Syddanmark 53.447 55.407
Horsens Midtjylland 48.730 51.112
Vejle Syddanmark 47.930 49.943
Roskilde Sjælland 43.100 46.071
Herning Midtjylland 29.216 44.481
Silkeborg Midtjylland 37.088 41.619
Næstved Sjælland 39.408 41.510
Fredericia Syddanmark 36.573 39.356
K√łge Sj√¶lland 32.996 34.735
Viborg Midtjylland 32.258 34.522
Helsing√łr Hovedstaden 34.494 34.339
Holstebro Midtjylland 31.200 33.548
H√łrsholm Hovedstaden 35.261 33.528
Slagelse Sjælland 31.259 31.914
Taastrup Hovedstaden 30.934 31.461
Hiller√łd Hovedstaden 27.675 29.382
S√łnderborg Syddanmark 26.757 27.371
Svendborg Syddanmark 27.499 27.263
Holbæk Sjælland 23.426 25.987
Hj√łrring Nordjylland 24.829 24.729
Frederikshavn Nordjylland 24.680 23.499
Haderslev Syddanmark 21.114 21.182
Skive Midtjylland 20.639 20.556

Siehe auch: Liste der Städte in Dänemark

Gewässer

Aufgrund von umfassenden Begradigungen folgt kaum einer von D√§nemarks Fl√ľssen und B√§chen noch seinem nat√ľrlichen Lauf. L√§ngster Fluss des Landes ist die Guden√• mit 160 Kilometern, welche w√§hrend der letzten Eiszeit durch die Glazialstr√∂me entstand. Die Konge√• (deutsch: K√∂nigsau) war zwischen 1864 und 1920 Grenzfluss zwischen dem Deutschen Reich und D√§nemark. Weitere Fl√ľsse in D√§nemark sind die Odense √Ö, die Vid√• und die Skjern √Ö.

Das Land umfasst zahlreiche kleinere und gr√∂√üere Seen. Der gr√∂√üte See ist der Arres√ł mit einer Fl√§che von etwa 40 km¬≤ ‚Äď er liegt √∂stlich von Frederiksv√¶rk. Zweitgr√∂√üter See des Landes ist Stadil Fjord (19 km¬≤) auf J√ľtland und drittgr√∂√üte der Esromsee mit einer Fl√§che von 17,36 km¬≤ ‚Äď er liegt, wie auch Arres√ł, teilweise in der Gemeinde Hiller√łd in der Region Hovedstaden auf der Insel Seeland.

Umwelt

Die Umwelt des Landes hat nach Jahrhunderten der Abholzung und Zerst√∂rung von Weidefl√§chen schwere Sch√§den erlitten. Insgesamt befinden sich rund 20 Prozent des Ackerlandes auf Meeresh√∂he oder knapp dar√ľber und ein Gro√üteil davon in √∂kologisch anf√§lligen Feuchtgebieten, die durch Abpumpen von Wasser anbauf√§hig gemacht wurden. Zum Schutz der √∂kologischen Vielfalt wurden insgesamt sechs Nationalparks eingerichtet.

Flora und Fauna

Etwa 12 Prozent D√§nemarks sind von B√§umen bedeckt, doch alte Waldbest√§nde sind eher selten. Es handelt sich gr√∂√ütenteils um Laubwald, in dem Buche und Eiche vorherrschen. Au√üerdem findet man Ulmen, Haselstr√§ucher, Ahornb√§ume, Kiefern, Birken, Espen, Linden und Kastanien. D√§nemarks gr√∂√ütes zusammenh√§ngendes Waldgebiet ist Rold Skov, ein 77 km¬≤ gro√üer Forst, der f√ľr die √Ėffentlichkeit zug√§nglich ist. In den Niederungen des westlichen J√ľtland sind vereinzelt Hochmoore erhalten geblieben. Daneben gibt es die f√ľr Mitteleuropa typische Vegetation der D√ľnen und Heiden.

Das gr√∂√üte wildlebende Tier D√§nemarks ist der Rothirsch, der √ľber 200 kg schwer werden kann. Man trifft auch auf Reh, Damhirsche, Hasen, Eichh√∂rnchen und Igel. Zu den landbewohnenden Raubtieren geh√∂ren F√ľchse, Dachse, Marder, Waschb√§ren und Marderhund. An den K√ľsten von Nord- und Ostsee leben Seehunde. In D√§nemark gibt es fast 400 Vogelarten, von denen Elstern, Tauben, Bl√§ssh√ľhner, G√§nse und Enten am weitesten verbreitet sind. Durch die lange K√ľstenlinie ist auch die wasserbewohnende Vogelwelt mit M√∂wen, Seetauchern und Seeschwalben √§u√üerst vielf√§ltig. In den Meeren rund um D√§nemark leben zahlreiche Meeresfische, vor allem Dorsche, Lachse, Heringe und Schollen bilden die Grundlage der Fischerei.

Bevölkerung

Bevölkerungsstruktur

Bevölkerungsentwicklung in Dänemark von 1961 bis 2003; Zahl der Einwohner in Tausend

Die Bev√∂lkerung D√§nemarks ist sehr homogen, √ľber 90 Prozent der Bev√∂lkerung sind D√§nen. Gr√∂√üere Minderheiten sind Angeh√∂rige anderer skandinavischer V√∂lker sowie T√ľrken und die deutsche Minderheit. Letztere hat genau wie die d√§nische Minderheit im deutschen Bundesland Schleswig-Holstein eine Sonderstellung. Die meisten der etwa 15.000 ‚Äď 25.000 sich selbst als Deutsche Volksgruppe Bezeichnenden leben dicht an der Grenze zu Deutschland, ihr Bev√∂lkerungsanteil betr√§gt im Gebiet Nordschleswig (entsprach bis zur Gebietsreform 2007 dem Amt S√łnderjylland) ca. 6 ‚Äď 10 %. 1955 regelten Deutschland und D√§nemark die Rechtsfragen in zwei Grundsatzerkl√§rungen, den Bonn-Kopenhagener Erkl√§rungen: Die jeweilige Minderheit erhielt u. a. F√∂rderungen f√ľr ihre Schulen, B√ľchereien, Pfarr√§mter etc. sowie die Anerkennung der eigenen Schulabschl√ľsse und auch politische Privilegien.

Siehe auch: Dänen

Sprache

Die Amtssprache D√§nemarks ist D√§nisch. Als Minderheitensprache ist in Nordschleswig (im d√§nischen Teil Schleswigs bzw. S√ľdj√ľtlands) auch Deutsch anerkannt. Daneben haben in einigen Landesteilen auch Dialekte wie S√łnderjysk und Bornholmsk eine relativ starke Verankerung. Auf den F√§r√∂ern und in Gr√∂nland sind neben dem D√§nischen F√§r√∂isch bzw. Gr√∂nl√§ndisch offizielle Amtssprachen.

Die d√§nische Sprache geh√∂rt zusammen mit Isl√§ndisch, F√§r√∂isch, Norwegisch und Schwedisch zum nordgermanischen Zweig der Indogermanischen Sprachen. Bis zum Ende der Wikingerzeit unterschieden sich die skandinavischen Mundarten nur unwesentlich voneinander. √Ąlteste gemeinsame Zeugnisse sind die Runeninschriften aus dem 3. Jahrhundert, die von J√ľtland bis S√ľdschweden gefunden wurden. Erst ab dem 12. Jahrhundert wird die Abspaltung des D√§nischen deutlich. Als auff√§lligstes lautliches Merkmal entwickelte sich der Sto√ülaut bei betonten Silben: durch kurzzeitigen Stimmlippenverschluss wird der Luftstrom und somit der Laut f√ľr einen Augenblick unterbrochen. Geschrieben wird mit dem um drei Buchstaben erweiterten Alphabet. Den deutschen Umlauten √§ und √∂ entsprechen im D√§nischen √¶ bzw. √ł; dazu kommt der Buchstabe √•, der bis 1948 aa geschrieben wurde.

Der d√§nische Wortschatz enth√§lt viele mittelniederdeutsche Lehnw√∂rter. Mittelniederdeutsch war die traditionelle lingua franca des Nordens und der Hanse, zeitweise auch die Sprache der d√§nischen K√∂nige und des Hofes, sowie die Kommandosprache der Armee. Heute ist Englisch die wichtigste Fremdsprache in D√§nemark, aber auch das Deutsche und Franz√∂sische haben noch immer einen nicht unerheblichen Einfluss. Ca. 90 % der Sch√ľler lernen zumindest zeitweise Deutsch als zweite Fremdsprache.

Siehe auch: Liste deutscher Bezeichnungen dänischer Orte und Schleswigsche Ortsnamen

Religion

Folkekirken
Jahr Bevölkerung Mitglieder Prozent
1984 5.113.500 4.684.060 91,6%
1990 5.135.409 4.584.450 89,3%
2000 5.330.500 4.536.422 85,1%
2005 5.413.600 4.498.703 83,3%
2007 5.447.100 4.499.343 82,6%
2008 5.475.791 4.494.589 82,1%
2009 5.511.451 4.492.121 81,5%
2010 5.534.738 4.479.214 80,9%
Zahlen und Fakten 1984‚Äď2002[9],1990‚Äď2009[10] und 2010[11], Quelle Kirkeministeriet

Die Religionsfreiheit wird durch das Grundgesetz Dänemarks garantiert.

Wie in den anderen skandinavischen L√§ndern ist auch hier Protestantismus bestimmend: Die gro√üe Mehrheit (80,9 %; Stand 1. Januar 2010)[12] der D√§nen geh√∂rt zur staatlich verankerten evangelisch-lutherischen Volkskirche (Folkekirken) 0,6 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr und 4 Prozentpunkte weniger als 2000, die in der Reformationszeit (siehe Reformation in D√§nemark) bruchlos und unter Beibehaltung vieler Traditionen und Zeremonien aus den katholischen Bist√ľmern des Landes entstand. Die d√§nische Volkskirche ist die einzige Glaubensgemeinschaft, die vom Staat unterst√ľtzt wird. Die Leitung liegt in den H√§nden des Folketings als der gesetzgebenden Instanz. Oberhaupt der Kirche ist die d√§nische K√∂nigin, h√∂chste administrative Instanz ist der Kirchenminister.

Katholiken (Bistum Kopenhagen) (0,6 %) und Muslime (3 %) sowie Angeh√∂rige anderer religi√∂ser Minderheiten stammen gr√∂√ütenteils aus Einwandererfamilien. Genauso wie in Norwegen, Island und Liechtenstein findet sich in D√§nemark keine institutionelle Trennung zwischen Kirche und Staat.

Geschichte

Runenstein Gorm (Vorderseite) an der Kirche in Jelling

→ Hauptartikel: Geschichte Dänemarks

Das Volk der D√§nen soll im 6. Jahrhundert aus Schonen nach J√ľtland und auf die westlichen Ostseeinseln, wo es andere germanische St√§mme verdr√§ngte, gekommen sein. Im 10. Jahrhundert vereinigte Gorm der Alte (‚Ć 950) die einzelnen Kleink√∂nigreiche unter seiner Herrschaft. Sein Sohn Harald Blauzahn nahm um 960 den christlichen Glauben an. Bis 1035, als Knut der Gro√üe starb, gelang den d√§nischen K√∂nigen die Eroberung weiter Teile der britischen Inseln, Norwegens und der von 975 bis 1026 fr√§nkischen Mark Schleswig (zwischen Eider und Schlei). Bis weit in das 11. Jahrhundert wurden u. a. die D√§nen, Schweden und Norweger als Wikinger bezeichnet, welche in ganz Europa Kolonien gr√ľndeten und Handel trieben, aber auch ganze L√§nder und Landstriche pl√ľnderten und Kriege f√ľhrten. Nach einer kurzen Phase der Schw√§che begann mit Waldemar I. ein erneuter Aufstieg. Gro√üe Teile der s√ľdlichen K√ľstenregionen der Ostsee fielen an D√§nemark, 1219 sogar der Norden Estlands. Der Besitz dieser Gebiete war allerdings nicht von langer Dauer, da die Deutschen D√§nemark 1227 bei Bornh√∂ved schlugen, Estland 1346 an den Deutschen Orden verkauft wurde und D√§nemark 1370 die Vorherrschaft der Hanse in der Ostsee anerkennen musste. Die d√§nischen Herrscher richteten ihren Blick nun nach Norden: 1397 wurden D√§nemark, Norwegen, Island, Schweden und Finnland in der Kalmarer Union vereint, die unter d√§nischer Vorherrschaft stand. Der Verbund existierte, bis 1523 Schweden seine Unabh√§ngigkeit zur√ľck erlangte.

Erik von Pommern wird zum König des vereinigten Nordens gekrönt, 17. Juni 1397

Bis ins 17. Jahrhundert hinein blieben die Auseinandersetzungen mit Schweden bestimmend, da beide K√∂nigreiche um die Oberherrschaft in Skandinavien und im baltischen Raum k√§mpften. Schonen, Blekinge und Halland (Teile des heutigen Schwedens) waren das eigentliche Herkunftsgebiet der D√§nen und fielen erst 1658 an Schweden. Das Geistesleben jener Zeit war von der Reformation bestimmt, die 1536 von Christian III. eingef√ľhrt wurde. Frederick III. ersetzte 1660/61 das bestehende Wahlk√∂nigtum zugunsten einer Erbmonarchie. Die Reformminister Johann Hartwig Ernst von Bernstorff, Johann Friedrich Struensee und Andreas Peter von Bernstorff modernisierten das Land zwischen 1751 und 1797 im Sinne der Aufkl√§rung, wobei vor allen Dingen die Bauernbefreiung von 1788 bedeutsam war. W√§hrend der napoleonischen Zeit blieb D√§nemark bis zur zweiten Seeschlacht von Kopenhagen neutral, kooperierte danach mit Frankreich und musste nach dessen Niedergang bereits im Frieden von Kiel 1814 Helgoland an Gro√übritannien und Norwegen an Schweden abtreten. Island, die F√§r√∂er, Gr√∂nland und D√§nisch-Westindien (bis 1917) verblieben jedoch bei D√§nemark.

Den Grundlovsgivende Rigsforsamling (Die Verfassungsgebende Versammlung am 23. Oktober 1848, Gemälde von Constantin Hansen)

Die D√§nische Nationalbewegung und die Liberalen begannen in den 1830er Jahren an Macht zu gewinnen, und nach den europ√§ischen Revolutionen um 1848 etablierte sich in D√§nemark 1849 eine konstitutionelle Monarchie unter der Linie Gl√ľcksburg des Hauses Oldenburg: Es erhielt seine erste Verfassung. Eine wichtige Rolle spielte in dieser Zeit der bedeutende d√§nische Theologe, P√§dagoge, Dichter und Politiker N.F.S. Grundtvig.

Erst√ľrmung der D√ľppeler Schanzen

Die Ideen der Franz√∂sischen Revolution hatten auch in D√§nemark den Nationalgedanken gest√§rkt, und damit den Gegensatz zwischen D√§nen und Deutschen, die um den S√ľden von J√ľtland in Form des Herzogtums Schleswig (auch S√ľdj√ľtland) konkurrierten. D√§nemark unterlag schlie√ülich im Krieg gegen den Deutschen Bund 1864, Schleswig und Holstein wurden 1871 Teil des deutschen Reiches. Diese Niederlage bewirkte tiefe Einschnitte in die Entwicklung der nationalen Identit√§t D√§nemarks. Hieran erinnert heute noch die nationale Gedenkst√§tte bei den D√ľppeler Schanzen, wo jedes Jahr am 18. April der Jahrestag der verlorenen Entscheidungsschlacht begangen wird. Die Au√üenpolitik der Nation nahm einen strikten Neutralit√§tskurs an, wobei der gro√üe deutsche Nachbar nicht provoziert werden sollte. Diese Politik wurde im Prinzip bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs beibehalten. Das ging sehr weit: Bei einer wichtigen Abstimmung des V√∂lkerbundsrates am 17. April 1935 gegen die deutsche Wiederbewaffnung enthielt D√§nemark sich als einziger von 17 Staaten der Stimme.[13]

Im Ersten Weltkrieg blieb das Land neutral. 1920 fiel nach einer Volksabstimmung im n√∂rdlichen und mittleren Schleswig (d√§n. auch S√łnderjylland/S√ľdj√ľtland) dessen n√∂rdlicher Teil - Nordschleswig - an D√§nemark. Der mittlere und s√ľdliche Teil - S√ľdschleswig - blieb bei Deutschland. Die so gezogene Grenze bildet noch heute den Grenzverlauf. Obwohl sich D√§nemark auch im Zweiten Weltkrieg neutral verhielt, wurde das Land am 9. April 1940 von Deutschland im Rahmen des Unternehmen Weser√ľbung nahezu kampflos besetzt und blieb bis Ende des Zweiten Weltkriegs unter deutscher Kontrolle. Der Widerstand vieler D√§nen gegen den Holocaust war vorbildlich. Im Oktober 1943 kam es zu einer beispiellosen Tat, der Rettung der d√§nischen Juden. Allerdings sympathisierten auch viele D√§nen mit den Deutschen, etwa 6000 von ihnen traten der Waffen-SS bei und k√§mpften bis Kriegsende auf deutscher Seite. Etwa 25 % der d√§nischen Freiwilligen kamen aus den Reihen der deutschen Minderheit in Nordschleswig.

√Ėffentliche Proteste gegen die Karikaturen in Paris am 11. Februar 2006

Nach der Befreiung 1945 war D√§nemark Mitbegr√ľnder der UNO, der NATO, des Europarats 1949 sowie des Nordischen Rates 1952. 1960 trat es der EFTA bei, wechselte 1973 aber zur EG. Die Volksabstimmung √ľber den Vertrag von Maastricht, der die EG zur EU umwandelte, brachte erst im zweiten Anlauf 1993 ein positives Votum, der Beitritt zur Eurozone scheiterte nach einer Abstimmung 2000.

Am 30. September 2005 ver√∂ffentlichte die d√§nische Tageszeitung Jyllands-Posten eine Serie von zw√∂lf Karikaturen, die den islamischen Propheten und Religionsstifter Mohammed zum Thema haben. Die bildliche Darstellung des Gesichts Mohammeds ist im Islam nach verbreiteter Ansicht verboten und stellt in den Augen vieler Muslime eine Herabw√ľrdigung des Propheten dar. Anfang 2006 erstellten die d√§nischen Imame Ahmad Abu Laban und Ahmed Akkari ein Dossier, in dem neben den originalen zw√∂lf Karikaturen auch solche abgebildet waren, die nicht aus der Jyllands-Posten stammten und beleidigend-obsz√∂nen Inhalts waren, und die angeblich Abu Laban zugeschickt wurden. Unter anderem wurde ein betender Muslim dargestellt, der w√§hrend des Gebetes von einem Hund bestiegen wurde. Daraufhin kam es zu weltweiten Protesten muslimischer Organisationen, die vom Boykott d√§nischer Produkte bis hin zu gewaltt√§tigen Auseinandersetzungen, die mehr als 140 Menschenleben kosteten, reichten. Der Vorfall f√ľhrte weltweit zu einer Diskussion √ľber die Religions‚ÄĎ, Presse‚ÄĎ, Kunst‚ÄĎ und Meinungsfreiheit. Der Begriff ‚ÄěKarikaturenstreit‚Äú erreichte bei der Wahl zum Wort des Jahres 2006 den dritten Rang.

Siehe auch: Liste der dänischen Könige, Dänische Kolonien, Holger Danske, Danegeld, Wikinger

Recht

→ Hauptartikel: Recht Dänemarks

In der Zeit des Absolutismus in D√§nemark von 1661 bis 1849 hatte der K√∂nig formal den Vorsitz am h√∂chsten Gericht des Landes, dem Obersten Gerichtshof, der 1661 eingerichtet worden war. 1849 schlie√ülich wurden dann unabh√§ngige Gerichte eingerichtet. Die Gerichte wurden in ihren Funktionen unabh√§ngig, aber die Richter wurden weiterhin vom K√∂nig (bis heute) berufen. Die Verfassung stellte die Einf√ľhrung von Geschworenen in gr√∂√üeren Strafverfahren und politischen Strafverfahren in Aussicht, ein Versprechen, das erst mit dem Rechtspflegegesetz von 1916 eingel√∂st wurde.

Nach der Verfassung von 1953 ist die Unabh√§ngigkeit der Richter in ihrem Amt durch ¬ß 64 gew√§hrleistet, wonach die Richter sich in ihrem Amt ausschlie√ülich nach dem Gesetz zu richten haben. Im Gegensatz zu anderem staatlichen Personal sind Richter gegen administrative Entlassung gesch√ľtzt und k√∂nnen nur per Gerichtsurteil entlassen werden.

F√§lle werden im Allgemeinen in erster Instanz von einem Amtsgericht behandelt, und gegen das Urteil des Amtsgerichts kann bei einem der zwei Landgerichte Berufung eingelegt werden. Einzelne gr√∂√üere Verfahren sowie F√§lle, die Fragen der Verwaltung betreffen, werden von einem der beiden Landgerichte in erster Instanz abgewickelt. Die h√∂chste Instanz ist der Oberste Gerichtshof, (H√łjesteret) der ausschlie√ülich F√§lle bearbeitet, die zuvor von einem der beiden Landgerichte behandelt worden sind.

Politik

Militärisch streng bewacht sind die dänischen Kronjuwelen, darunter die Krone, als Symbol der Monarchie im Schloss Rosenborg ausgestellt.

Staatsaufbau

Nach der Verfassung von 1953 ist D√§nemark eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Das Staatsoberhaupt, das jedoch nur repr√§sentative Funktionen wahrnimmt, ist die K√∂nigin oder der K√∂nig. Derzeitiges Staatsoberhaupt ist K√∂nigin Margrethe II. Das d√§nische Parlament, das Folketing, besteht aus 179 Abgeordneten, die alle vier Jahre gew√§hlt werden. Unter den 179 Volksvertretern befinden sich zwei Abgeordnete aus Gr√∂nland und zwei von den F√§r√∂er-Inseln.

Exekutive

Formell liegt die ausf√ľhrende Gewalt bei der d√§nischen K√∂nigin, in der Praxis wird sie jedoch vom Kabinett ausge√ľbt, das dem Regierungschef unterstellt ist, der den Titel Staatsminister tr√§gt. Dieser wird vom K√∂nig ernannt, muss jedoch die Unterst√ľtzung der Mehrheit des Parlaments haben.

Seit dem 20. November 2001 wurde D√§nemark von einer Minderheitsregierung (seit 2009 unter der Leitung von Lars L√łkke Rasmussen) aus der rechtsliberalen Partei Venstre und der Konservativen Volkspartei mit Duldung durch die D√§nische Volkspartei regiert.

Bei den Wahlen am 15. September 2011 haben die Mittelinks-Parteien eine Mehrheit von 89 zu 86 Sitzen (ohne 4 Mandate f√ľr Gr√∂nland und F√§r√∂er) gegen die bisherige Regierung erobert. Designierte neue Ministerpr√§sidentin ist Helle Thorning-Schmidt (Sozialdemokratische Partei). Sie beabsichtigt eine Minderheitsregierung mit den Volkssozialisten (SF) und den Sozialliberalen (Radikale Venstre) zu bilden, dabei werden Stimmen der linken Einheitsliste ben√∂tigt, um Mehrheiten zu erzielen.

Siehe auch:

Legislative

‚Üí Hauptartikel: Folketing

Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Einkammerparlament, dem Folketing. Gesetze k√∂nnen nur durch gemeinsamen Beschluss des K√∂nigs und des Folketing erlassen werden. Ebenso erfordern Kriegserkl√§rungen und die Unterzeichnung eines Friedensabkommens die Zustimmung des K√∂nigs und des Parlaments. Die Legislaturperiode ist auf vier Jahre beschr√§nkt. Die 179 Abgeordneten des Folketing werden durch allgemeine Wahlen bestimmt. Das Wahlsystem D√§nemarks basiert auf der Verh√§ltniswahl. Alle B√ľrger ab dem 18. Lebensjahr haben sowohl aktives als auch passives Wahlrecht. Ein Drittel der Abgeordneten k√∂nnen vom Parlament verabschiedete Gesetze zur Volksabstimmung bringen. Bei einer Volksabstimmung muss eine Mehrzahl von Nein-Stimmen mindestens 30 Prozent der stimmberechtigten W√§hler umfassen, um das Gesetz zu Fall zu bringen (Grundgesetz ¬ß 42).

Bei der Folketingwahl am 13. November 2007 erzielten die Venstre 46, die Konservative Volkspartei 18 und die Dänische Volkspartei 25 Mandate im 179 Sitze zählenden Folketing. Die Sozialdemokraten verloren 2 Mandate und kamen nur noch auf 45 Sitze.

Siehe auch: Folketingswahl 2007

Im Folketing sind neun Parteien vertreten:

Partei Sitze
Liberale Partei (Venstre) 46
Sozialdemokratische Partei (Socialdemokratiet) 45
Dänische Volkspartei (Dansk Folkeparti) 24
Sozialistische Volkspartei (Socialistisk Folkeparti; Europa-Gr√ľne) 23
Konservative Volkspartei (Det Konservative Folkeparti) 17
Sozialliberale Partei (Det Radikale Venstre) 9
Einheitsliste Rot-Gr√ľn (Enhedslisten ‚Äď de r√łd-gr√łnne) 4
Liberale Allianz (Liberal Alliance) 4
Christdemokraten (Kristendemokraterne) 1
Fraktionslose 2

Neben den dänischen Parteien sind auch Parteien aus den autonomen Territorien Grönland und Färöer mit zusammen vier Sitzen im Parlament vertreten.

Militär

→ Hauptartikel: Dänische Streitkräfte

Dänische Soldaten in Afghanistan

Nach der Befreiung von der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg im Mai 1945 musste die d√§nische Verteidigung mit dem Wiederaufbau der Streitkr√§fte nahezu von Grund auf neu beginnen. 1950 starteten die USA ihr Waffenhilfsprogramm, u. a. f√ľr D√§nemark, und im selben Jahr kam es zu einer Reorganisation der milit√§rischen und politischen F√ľhrung der Verteidigung. Erst hiernach erreichten die Streitkr√§fte schrittweise die Truppenst√§rke und das Bereitschaftsniveau, die sich der regelm√§√üig festgelegten Sollst√§rke der NATO ann√§herten. Die Truppenst√§rke D√§nemarks lag in der Zeit des Kalten Krieges jedoch stets an der unteren Grenze der Anforderungen der Allianz. Die Verteidigungsvereinbarungen zwischen Regierung und Opposition, die die finanzielle und politische Grundlage f√ľr die Aufgaben der Verteidigung bilden, sind von einer breiten Mehrheit im Folketing traditionell unterst√ľtzt worden. Zurzeit sind 750 d√§nische Soldaten in Afghanistan stationiert. D√§nemark stellt auch 35 Soldaten f√ľr die KFOR.[14]

Heer

Das Heer (d√§n.: H√¶ren) hat eine St√§rke von etwa 15.000 Mann. Die F√ľhrung von Heeresoperationen liegt beim Heeresf√ľhrungskommando in Karup sowie im logistischen Bereich beim Heeresunterst√ľtzungskommando in Hj√łrring. Das Heer besteht aus 17 Regimentern der verschiedenen Waffengattungen, die die Soldaten bis zur Einheitsebene (Kompanie u. a.) ausbilden. Die Ausbildung zum Gefecht der verbundenen Waffen erfolgt in dem jeweils √ľbergeordneten Gro√üverband der Brigade oder milit√§rischen Region, in die sie eingegliedert sind. Dies sind u.a. drei Panzergrenadierbrigaden der D√§nischen Division. Eine vierte Panzerinfanteriebrigade wurde als D√§nische Internationale Brigade (DIB) aufgestellt. Der Brigade geh√∂ren 4.500 Mann als aktive Soldaten und Reservisten an. Etwa ein Drittel davon kann im Rahmen der UN oder OSZE au√üer Landes eingesetzt werden. Die Zahl entspricht in etwa der, die D√§nemark Mitte 1995 prim√§r in den Dienst der UN stellte. Die DIB ist Teil der schnellen Eingreiftruppe der NATO.

Marine

Die Marine (d√§n.: Kongelige Danske Marine) hat eine Mannst√§rke von etwa 4.500 Mann. Die Leitung ihrer Operationen liegt beim Flottenkommando in Aarhus, beim Gr√∂nland-Kommando und beim F√§r√∂er-Kommando sowie im √ľbergeordneten logistischen Bereich beim Marineunterst√ľtzungskommando in Kopenhagen. Die Hauptbasen sind die Marinest√ľtzpunkte in Kors√łr und Frederikshavn. Die Hauptfarbe der Marine ist grau (Tarnung).

Die t√§glichen Operationen finden in den Geschwadern statt, die sich im Prinzip aus Schiffen zusammensetzen, die ein und denselben Auftrag haben. Zu den Geschwadern geh√∂ren Patrouillenfregatten, Korvetten, Flugk√∂rperschnellboote, Minenleger sowie verschiedene kleinere Schiffe. Dar√ľber hinaus verf√ľgt die Marine √ľber mobile landgest√ľtzte Seezielflugk√∂rper-Batterien. Die meisten der kleineren Schiffe geh√∂ren zur STANDARD FLEX 300-Klasse, einem auf Modulbauweise basierenden Schiffstyp. Er kann je nach Ausr√ľstung und Ausbildung der Besatzung als √úberwachungsboot, U-Jagdboot und Minenleger/Minenr√§umboot eingesetzt werden. √úber ihre Unterst√ľtzungsfunktionen hinaus geh√∂rt zu den Aufgaben der Marinest√ľtzpunkte die √úberwachung der d√§nischen Gew√§sser, verteilt auf drei Marineabschnittskommandos sowie Ausbildungseinrichtungen an Land. Die Marine hat fest stationierte Einheiten zur Fischerei√ľberwachung und zur Wahrung der Souver√§nit√§tsrechte vor Gr√∂nland und den F√§r√∂ern. Zur Teilnahme an friedensf√∂rdernden Operationen hat die Marine regelm√§√üig eine Korvette an die NATO delegiert. Nach Abzug der US-Truppen vom Inselstaat Island √ľbernimmt die d√§nische Marine die isl√§ndische K√ľstenverteidigung gemeinsam mit der isl√§ndischen K√ľstenwache (siehe auch Milit√§rische Situation Islands).

Luftwaffe

Kampfflugzeug vom Typ F-16 der dänischen Luftwaffe (2005)

Die Luftwaffe (d√§n.: Flyvev√•bnet) hat eine Mannst√§rke von etwa 6.000 Mann. Die Leitung ihrer Operationen liegt beim Luftwaffenf√ľhrungskommando in Karup bzw. im √ľbergeordneten logistischen Bereich beim Luftwaffenunterst√ľtzungskommando in Brabrand, westlichen Aarhus und Karup. Die Fliegerverb√§nde verteilen sich auf die Jagd- und Jagdbombergeschwader mit F-16-Jagdflugzeugen auf den Luftwaffenst√ľtzpunkten Skrydstrup und √Ölborg sowie auf die Transport- und Rettungsgeschwader mit Maschinen vom Typ C-130 Hercules und Gulfstream III auf Aalborg und S-61 Sea King-Helikoptern auf dem Luftwaffenst√ľtzpunkt Karup. Die Radarstationen der Kontroll- und Fr√ľhwarngruppe √ľberwachen st√§ndig den Luftraum √ľber D√§nemark und k√∂nnen zur unmittelbaren Abwehr und Luftverteidigung Jagdflugzeuge einsetzen, im Kriegsfall, auf Befehl des Luftwaffenf√ľhrungskommandos, zus√§tzlich Luftabwehrraketen.

Heimwehr

Die Heimwehr (d√§n.: Hjemmev√¶rnet) besteht aus rund 56.000 Freiwilligen[15] , deren Leitung in Friedenszeiten in den H√§nden des Heimwehr-Kommandos liegt. Zu der Truppe geh√∂rt die Heeresheimwehr, die in territorial abgegrenzten Heimwehrkompanien organisiert ist, welche das gesamte Land st√§ndig √ľberwachen und im Kriegsfall den Truppen der Milit√§rregionen des Heeres zugeordnet sind, die Marineheimwehr, die die Marine unterst√ľtzt, und schlie√ülich die Luftwaffenheimwehr, die die Kontroll- und Fr√ľhwarngruppe der Luftwaffe durch √úberwachung des Luftraums in niedrigen H√∂hen, bei Bewachungsaufgaben unterst√ľtzt.

Außengebiete

Die Färöer und Grönland sind Außengebiete mit weitgehenden Selbstbestimmungsrechten (die Färöer seit 1949, Grönland seit 1979). Beide Territorien gehören nicht zur EU, und in beiden Gebieten gibt es starke Unabhängigkeitsbewegungen.

Außenpolitik

Beziehungen zur EU

D√§nemark ist seit 1973 Mitglied in der Europ√§ischen Union. Gem√§√ü der d√§nischen Verfassung muss jede √úbertragung von Souver√§nit√§tsrechten durch eine Volksabstimmung entschieden werden. Demnach stimmte das d√§nische Volk bereits f√ľnfmal in EU-Fragen ab. 1992 wurde der EU-Vertrag von Maastricht im Rahmen eines Referendums abgelehnt. Ein zweiter Anlauf 1993 brachte dann die Zustimmung aufgrund von mehreren ‚ÄěOpt-outs‚Äú in der Wirtschafts- und W√§hrungsunion, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, Justiz- und Innenpolitik und der EU-B√ľrgerschaft. Die ‚ÄěOpt-outs‚Äú werden seitdem immer wieder in Frage gestellt, weil sie einer weiteren Integration in die EU entgegen stehen. Mit dem Inkrafttreten des EU-Reformvertrages werden sie sogar noch vergr√∂√üert. Es ist vorgesehen in den n√§chsten Jahren erneut Referenden zu den einzelnen Politikbereichen durchzuf√ľhren.

Das d√§nische Parlament hat im April 2008 f√ľr den EU-Reformvertrag von Lissabon gestimmt.

Verwaltungsgliederung

Heutige Regionen

Die 5 Regionen Dänemarks

Seit dem 1. Januar 2007 ist das Mutterland D√§nemark in die folgenden f√ľnf Regionen mit insgesamt 98 Kommunen aufgeteilt:

Lage Region Verwaltungssitz Bevölkerung Fläche (in km²) Bevölkerungsdichte (pro km²)
Region Nordtjylland locator map.svg Region Nordjylland Aalborg 578.839 7.927 73
Region Midtjylland locator map.svg Region Midtjylland Viborg 1.237.041 13.142 94
Region Syddanmark locator map.svg Region Syddanmark Vejle 1.194.659 12.191,2 98
Region Hovedstaden locator map.svg Region Hovedstaden Hiller√łd 1.645.825 2.561 643
Region Sj√¶lland locator map.svg Region Sj√¶lland Sor√ł 819.427 7.273 113

Ehemalige √Ąmter

Satellitenbild mit Namen der ehemaligen √Ąmter D√§nemarks

Bis Ende 2006 bestand eine Einteilung in 16 √Ąmter (Amtsbezirke) und 270 Kommunen.

Amtsbezirke

Gemeinden

Die drei folgenden Gemeinden bildeten eigene √Ąmter:

Siehe auch: Verwaltungsgliederung Dänemarks

Medien

In D√§nemark betr√§gt der Anteil der Tageszeitungsleser 347,1 Leser pro 1000 Einwohner.[16] 81 % der Bev√∂lkerung verf√ľgte 2007 √ľber einen Internetanschluss; die Breitbandverbreitungsquote lag bei 36 %.[17]

Infrastruktur

Straßenverkehr

D√§nemark verf√ľgt √ľber ein Stra√üennetz von 71.347 km inklusive 1010 km Schnellstra√üen. 1998 wurde die Storeb√¶lt-Br√ľcke eingeweiht, im Sommer 1998 wurde die Br√ľcke f√ľr den Stra√üenverkehr als geb√ľhrenpflichtige Autobahn (die Mautstelle befindet sich auf der seel√§ndischen Seite) freigegeben. Der Preis f√ľr eine √úberfahrt mit einem PKW betr√§gt 220 DKK (Stand September 2010, ca. 30 EUR). Zwei Jahre sp√§ter wurde mit der √Ėresundverbindung die skandinavische Halbinsel angeschlossen, die Europastra√üe E 20 f√ľhrt √ľber die Br√ľcke.

Schienenverkehr

Satellitenbild mit der Schiffsroute R√łdby - Puttgarden

Das d√§nische Schienennetz war im Jahr 2000 etwa 2875 Kilometer (wovon 508 km Strecke von Privatbahnen betrieben werden) lang. Neben dem staatlichen Eisenbahnunternehmen Danske Statsbaner werden speziell die Nebenstrecken h√§ufig von Privatbahnen befahren. 2000 wurde die √Ėresundbr√ľcke er√∂ffnet, sie verbindet Kopenhagen mit der s√ľdschwedischen Stadt Malm√∂. Es gibt eine Bahnverbindung zwischen Hamburg und Kopenhagen √ľber die Lilleb√¶ltsbro (√ľber den Kleinen Belt) und √ľber die Storeb√¶lt-Br√ľcke (√ľber den Gro√üen Belt), die vom Nachtzug genutzt wird, w√§hrend am Tag die Eisenbahnf√§hre von Puttgarden nach R√łdby genutzt wird.

Flugverkehr

Das Land verf√ľgt mit dem Kastrup Airport in Kopenhagen, sowie weiteren Flugh√§fen in Billund, Aalborg, Esbjerg und Aarhus √ľber f√ľnf internationale Flugh√§fen.

Wichtige Verkehrsbestimmungen

In D√§nemark herrscht Anschnallpflicht und auch bei Tag muss mit Abblendlicht gefahren werden. Telefongespr√§che sind w√§hrend der Fahrt nur mit Freisprechanlage gestattet. Es gilt die Vorfahrtsregel ‚Äěrechts vor links‚Äú, jedoch bedeuten kleine wei√üe Dreiecke auf der Fahrbahn an Kreuzungen ‚ÄěVorfahrt gew√§hren!‚Äú.

Die H√∂chstgeschwindigkeit betr√§gt innerorts 50 km/h, au√üerorts und auf Schnellstra√üen 80 km/h und auf Autobahnen 130 km/h. F√ľr Gespanne und Wohnmobile √ľber 3,5 t gilt eine H√∂chstgeschwindigkeit von 70 km/h, auf Autobahnen 80 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,5.

Wirtschaft

Allgemein

Vergleich des Pro-Kopf-BIP in der EU nach L√§ndern mit D√§nemark an f√ľnfter Stelle

D√§nemark wird von Reformern gerne als Beispiel f√ľr einen deregulierten Arbeitsmarkt angef√ľhrt, weil das Land √ľber keinen mit der deutschen Regelung vergleichbaren K√ľndigungsschutz verf√ľgt. Allerdings liegt der Anteil der √∂ffentlich Besch√§ftigten mit ca. 28 % (800.000) (2006) aller Erwerbst√§tigen (ca. 2.800.000) etwa doppelt so hoch wie in Deutschland. Umgerechnet nach Vollzeitbesch√§ftigung steigt diese √∂ffentliche Anteil auf √ľber 38 % von insgesamt √ľber 2,3 Millionen Vollzeitbesch√§ftigten.[18] Unter dem Motto ‚ÄěFlexicurity‚Äú werden liberale Besch√§ftigungsregelungen, hohe soziale Absicherung und eine aktive Arbeitsmarktpolitik miteinander kombiniert. Arbeitslose erhalten eine wesentlich h√∂here Arbeitslosenhilfe als in Deutschland und werden umfassend f√ľr neue Stellen qualifiziert.

Der gewerkschaftliche Organisationsgrad ist extrem hoch (√ľber 75 %). Tarifverhandlungen finden zentralisiert zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften statt. Zwar besitzt D√§nemark keinen gesetzlich festgelegten Mindestlohn, aber Mindestentgelte werden in der Regel durch Tarifvertr√§ge normiert und von den Betrieben eingehalten. Die Gewerkschaften haben das Recht, zum Boykott gegen Arbeitgeber aufzurufen, die sich nicht an die Tarifregelungen halten. Obwohl das d√§nische System den Arbeitgebern hohe Zugest√§ndnisse abverlangt, wird es im Allgemeinen von allen Beteiligten akzeptiert, weil es sich in den vergangenen 100 Jahren als sehr erfolgreich erwiesen hat.

In internationalen Vergleichen schneidet D√§nemark zumeist sehr gut ab. Die Besch√§ftigungsquote - auch bei √§lteren Arbeitnehmern - ist die h√∂chste in der EU. Trotz der extrem hohen Steuer- und Abgabenquote (der Mehrwertsteuersatz betr√§gt 25 %, dies gilt ebenfalls f√ľr B√ľcher und Lebensmittel, der Spitzensteuersatz der Einkommensteuer liegt bei 59 %) gilt das Land als sehr flexibel und wettbewerbsf√§hig. Der Lebensstandard der D√§nen ist einer der h√∂chsten in der Welt, die Staatsverschuldung vergleichsweise niedrig. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedr√ľckt in Kaufkraftstandards erreicht D√§nemark einen Index von 126 (EU-27:100) (2006).[19] Mit Haushalts√ľbersch√ľssen von 4,9 % und 4,2 % des Bruttosozialprodukts war D√§nemark in den Jahren 2005 und 2006 Spitzenreiter in der EU.

Arbeitslosigkeit

Im Oktober 2008 betrug die Zahl der Arbeitslosen 47.700 (1,7 % saisonkorrigiert; Vollzeitpersonen) was ein Plus von 1.800 im Vergleich zum Vormonat bedeutete. Es ist dabei zu beachten, dass die neue Arbeitslosenstatistik - mit den neuen Zahlen ab 2000 - etwa arbeitslose Menschen in den Ferien - insbesondere Neuausgebildete - nicht erfasst.[20] Das sind rund 15.000 Vollzeitarbeitslose.[21] Nach der Statistik von Eurostat ist die Arbeitslosenzahl 3,2 % (Oktober 2008). [22] 2007 lag die Arbeitslosigkeit im Durchschnitt bei 94.000 Personen (alte Statistikmethode), was ein Minus von 30.400 Personen im Vergleich zum Vorjahr bedeutete.

  • In den vergangenen Jahren hat die Arbeitslosenquote stark abgenommen:
1993 = 12,4 % 2002 = 5,2 %
1994 = 12,3 % 2003 = 6,2 %
1995 = 10,4 % 2004 = 6,4 %
1996 = 8,9 % 2005 = 5,7 %
1997 = 7,9 % 2006 = 4,5 %[23]
1998 = 6,6 % 2007 = 3,4 %[24]
1999 = 5,7 %
2000 = 5,4 %
2001 = 5,2 %

Industrie und Dienstleistung

D√§nemark ist ein hochindustrialisiertes Land, mehr als drei Viertel seiner Exporte sind Industrieg√ľter oder Maschinen.[25] Die Industrie und auch die meisten Dienstleistungsfirmen konzentrieren sich vor allem im Gro√üraum Kopenhagen, wohingegen J√ľtland relativ wenig industrialisiert ist. Die Industrie des Landes tr√§gt etwa 24,9 % zum BIP bei und besch√§ftigt ungef√§hr 24 % aller Arbeitnehmer, w√§hrend der Dienstleistungssektor mit 71,5 % den gr√∂√üten Teil zum BIP beitr√§gt und mit 73 % die meisten Arbeitnehmer besch√§ftigt.[26]

Die gemessen an ihrem Umsatz wichtigsten Zweige des produzierenden Gewerbes in D√§nemark sind die Lebensmittel- und die metallverarbeitende Industrie sowie das Druck- und Verlagswesen, der Maschinenbau und die Produktion von Elektronikartikeln und Transportmaschinen (vor allem Dieselmotoren f√ľr Schiffe und Lokomotiven). Schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts sind d√§nische M√∂bel in der ganzen Welt gefragt. Von Bedeutung sind weiterhin die Stahlindustrie, der Schiffbau, das Brauwesen, die Textil- und Bekleidungsindustrie, die Produktion von Zement sowie die Herstellung von chemischen Erzeugnissen und Arzneimitteln. Dar√ľber hinaus werden Keramikgegenst√§nde, Porzellan, √Ėfen, Fahrr√§der und Papier hergestellt.

Landwirtschaft

D√§nemark ist der f√ľhrende Hersteller von Schweinefleischprodukten

Die Landwirtschaft in D√§nemark ist eine hochmechanisierte Branche. Sie tr√§gt ungef√§hr 2,3 % zum BIP bei und besch√§ftigt ungef√§hr 3 % aller Arbeitnehmer.[26]

Mehr als die H√§lfte der Landesfl√§che ‚Äď Gr√∂nland und F√§r√∂er nicht eingeschlossen ‚Äď werden landwirtschaftlich genutzt. Von Natur aus sind die B√∂den relativ n√§hrstoffarm; ihre Qualit√§t wurde jedoch durch intensive D√ľngung verbessert. Die d√§nische Regierung f√∂rdert kleine landwirtschaftliche Betriebe. Der Zusammenschluss kleiner Betriebe zu gro√üen G√ľtern wird gesetzlich erschwert. Rund 85 Prozent der d√§nischen Bauernh√∂fe sind Familienbetriebe mit weniger als 50 Hektar.

Auf 60 Prozent der Anbaufl√§che von circa 2,5 Millionen Hektar wird Getreide angebaut; das Spektrum umfasst Gerste, Hafer, Weizen und Roggen. Die restliche Fl√§che wird mit Futterpflanzen, Flachs, Hanf, Hopfen und Tabak bepflanzt. √úber 50 Prozent der Gesamtfl√§che werden als Ackerland genutzt. Die √ľberwiegend exportorientierte Fleisch- und Milchwirtschaft spielt eine bedeutende Rolle. D√§nemark ist weltweit einer der gr√∂√üten Produzenten von Schweinefleischprodukten.[27] Der Viehbestand umfasst vor allem Schweine, Rinder und Pferde.

Eine Besonderheit der d√§nischen Landwirtschaft ist der gro√üe Einfluss der landwirtschaftlichen Genossenschaften. Sie dominieren die Produktion von Molkereierzeugnissen und Schinken. Ein hoher Prozentsatz der Agrarerzeugnisse wird √ľber die Genossenschaften vermarktet. Die meisten Genossenschaften geh√∂ren nationalen Verb√§nden an, die wiederum Mitglieder im Agrarausschuss sind. Dieses Zentralorgan der Genossenschaften verhandelt mit der Regierung, der Industrie oder mit ausl√§ndischen Handelspartnern.

1805 erkl√§rte die Regierung alle W√§lder (welche heute ungef√§hr 12 Prozent der Gesamtfl√§che D√§nemarks ausmachen) zu Naturschutzgebieten. Die gro√üe Fischereiflotte D√§nemarks spielt in der Wirtschaft des Landes eine bedeutende Rolle. Es handelt sich bei den gefangenen Fischen gr√∂√ütenteils um Meeresfische, unter denen Heringe, Lachse und Dorsche die kommerziell bedeutendsten Arten sind. Der √ľberwiegende Teil der Fanggr√ľnde befindet sich in der Nordsee. Bei Fisch werden hohe Ausfuhr√ľbersch√ľsse erzielt.

Seit 1. August 2000 ist D√§nemark von der EU auch als Weinbaugebiet anerkannt. Seither darf d√§nischer Wein zu kommerziellen Zwecken angebaut und verkauft werden. (Mehr dar√ľber beim Wiki Zunft[wissen][28])

Energie

Windkraftanlagen an der d√§nischen K√ľste

Durch die Erd√∂l- und Erdgasf√∂rderung in der Nordsee sowie durch Energiesparma√ünahmen und den Aufbau gro√üer Offshore-Windkraftparks ist D√§nemark mittlerweile Energieexporteur.[29] Im Jahre 2008 wurde aus 18 √Ėl- und Gasfeldern, allesamt in der Nordsee, zusammen 16,7 Mio. m¬≥ √Ėl und 9,9 Mio. Nm¬≥ Gas gef√∂rdert. Seit 2004 ist die F√∂rdermenge r√ľckl√§ufig. [30]

Ebenfalls bedeutsam ist die Windenergienutzung, die in Dänemark als einem der ersten Staaten weltweit bereits seit den 1980er Jahren systematisch vorangetrieben wurde. Im Jahr 2010 war in Dänemark eine Windenergiekapazität von 3734 MW installiert, wovon 854 MW bzw. 22,9% der Gesamtkapazität auf Offshore-Windparks entfielen. Damit erzeugten Windkraftanlagen 21% des dänischen Stroms.[31] Die neue dänische Regierung) strebt bis 2020 einen Anteil der Windenergie von 50% in der Stromerzeugung an. Zugleich soll der Ausstoß von Kohlendioxid um 40% gesenkt werden.[32]

Bodenschätze

Das Land verf√ľgt nur √ľber wenige Bodensch√§tze. Im begrenzten Umfang werden mineralische Rohstoffe abgebaut, vor allem Kaolin und Granit. Alle Bodensch√§tze sind im Besitz der √∂ffentlichen Hand. Auf Bornholm gibt es Kaolinvorkommen, die allerdings von minderer Qualit√§t sind und haupts√§chlich zur Produktion von Tongeschirr sowie zur Herstellung von Ziegeln verwendet werden. Kommerziell genutzt werden auch die Mineralien Limonit, Kryolith, Kalk, Kreide und Mergel. Auf J√ľtland wurden gro√üe Salzvorkommen entdeckt. Seit den siebziger Jahren werden in der Nordsee Erd√∂l und Erdgas gef√∂rdert.

Währung und Bankwesen

Die dänische Nationalbank

Die W√§hrung des Landes ist die D√§nische Krone zu 100 √ėre. D√§nemark ist Teil von ERM II, ein seit 1999 zwischen verschiedenen EU-L√§ndern im Rahmen des Europ√§ischen W√§hrungssystem II bestehendes Wechselkurs-Abkommen. Die d√§nische Nationalbank (gegr√ľndet 1818) ist Notenbank und Finanzzentrum des Landes. Ihre Zentrale befindet sich in Kopenhagen. Einige gro√üe Gesch√§ftsbanken haben in ganz D√§nemark Zweigstellen. Daneben gibt es noch √ľber 90 Sparkassen. Seit den siebziger Jahren ist die Zahl der Banken aufgrund einer ganzen Reihe von Fusionen r√ľckl√§ufig. Vor allem Anfang der neunziger Jahre fanden mehrere Zusammenschl√ľsse statt.

Sp√§testens mit Beginn der dritten Stufe der Europ√§ischen Wirtschafts- und W√§hrungsunion (EWWU) im Januar 1999 gab es in D√§nemark eine heftige politische Debatte darum, ob das Land der EWWU beitreten und den Euro als Einheitsw√§hrung annehmen solle. In einer Volksabstimmung am 28. September 2000 stimmten 53,1 Prozent der d√§nischen Bev√∂lkerung gegen den Euro ‚Äď 46,9 Prozent waren f√ľr eine Abschaffung der D√§nischen Krone. Mit diesem Ergebnis wurde auch der Beitritt zur EWWU abgelehnt. Eine neuerliche Volksabstimmung √ľber die Euro-Einf√ľhrung wurde im November 2007 angek√ľndigt, fand aber nie statt.[33]

Außenhandel

Mitte der 1960er Jahre verdr√§ngte die Bundesrepublik Deutschland das Vereinigte K√∂nigreich als wichtigsten Handelspartner D√§nemarks. Dennoch ist Gro√übritannien immer noch einer der gr√∂√üten Abnehmer d√§nischer Produkte. Auch Schweden, Norwegen, Frankreich und die Niederlande sind bedeutende Handelspartner. Der Handel mit den L√§ndern in Osteuropa hat in den letzten Jahren stark zugenommen, insbesondere mit Polen. Au√üerhalb Europas sind die USA und Japan die wichtigsten Handelspartner. Die Handelsbilanz ist positiv, d.h. die Ausfuhren √ľbersteigen die Importe.

Bis zu Beginn der sechziger Jahre stellten Fleisch- und Milchprodukte den Gro√üteil der Exportg√ľter dar. Seither stiegen die Exporte von Industrieg√ľtern stetig und haben seit 1961 einen gr√∂√üeren Anteil am Gesamtexportvolumen als die landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Im Vordergrund stehen dabei chemische und pharmazeutische Erzeugnisse sowie Fahrzeuge. Die wichtigsten d√§nischen Importg√ľter sind Maschinen, Rohmetalle, Metallwaren, Transportausr√ľstungen, Brenn- und Schmierstoffe sowie verschiedene Konsumg√ľter.

Tourismus

Kopenhagens Nyhavn

→ Hauptartikel: Tourismus in Dänemark

Der Tourismus boomt in Dänemark seit Jahren: 1999 kamen mehr als zwei Millionen Besucher, die meisten aus skandinavischen Ländern wie Norwegen und Schweden sowie aus Deutschland. Schwedische und norwegische Touristen besuchen aufgrund der Nähe häufig die Hauptstadt Kopenhagen. Neben den Touristen aus Skandinavien ist Dänemark auch bei deutschen Touristen sehr beliebt, rund eine Million Deutsche besuchten das Land 1999. Die Einnahmen aus dem Tourismus betrugen in dem Jahr 3,31 Milliarden US-Dollar.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von 971 Mrd. D√§nischen Kronen (DKK), dem standen Einnahmen von 926 Mrd. DKK gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 45 Mrd. DKK bzw. 2,7 % des BIPs.[34]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 688 Mrd. DKK bzw. 41,4 % des BIP.[34]

Jahr 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Staatsverschuldung 58,1 % 52,4 % 49,6 % 49,5 % 47,2 % 45,1 % 37,8 % 32,1 % 27,4 % 34,2 % 41,4 %
Haushaltssaldo 1,3 % 2,3 % 1,5 % 0,4 % 0,1 % 2,1 % 5,2 % 5,2 % 4,8 % 3,4 % -2,7 %
Quelle: Eurostat[35]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Bildungssystem

In D√§nemark existieren private und √∂ffentliche Schulen. Private Schulen wurden im Jahr 2006 von 24% der Sch√ľler besucht und haben einen Leistungsvorsprung vor den √∂ffentlichen Schulen. Dieser Leistungsvorsprung ist jedoch durch den famili√§ren und sozio√∂konomischen Hintergrund der Sch√ľlerschaft zu erkl√§ren und kein wirklicher Effekt der Privatschule.[37]

Die Schulbildung beginnt in D√§nemark mit der neunj√§hrigen Volksschule (Folkeskole), die mit der Abschlusspr√ľfung FSA (Folkeskolens Afgangspr√łve) endet. Eine Trennung der Sch√ľler vor der 9. Klasse findet nicht statt, es besteht insofern eine neunj√§hrige Gemeinschaftsschule. Nach der Abschlusspr√ľfung, die einem anspruchsvollen Hauptschulabschluss gleichzusetzen ist, bieten sich den Sch√ľlern je nach Eignung mehrere Wege an.

Zun√§chst gibt es die M√∂glichkeit, nach der 9. Klasse noch ein Jahr auf die Folkeskole zu gehen und die Erweiterte Abschlusspr√ľfung zu absolvieren (die sogenannte FS10, vormals FSU). Diese entspricht etwa der Mittleren Reife (Realschulabschluss). Da viele Folkeskolen keine 10. Klasse anbieten, w√§hlen viele Sch√ľler ein Jahr auf einer sogenannten Efterskole zu absolvieren. Dies sind Internate, in denen die Jugendlichen neben den F√§chern der 10. Klasse vor allem soziale, k√ľnstlerische, sportliche oder musikalische Kompetenzen weiter entwickeln sollen, wobei der Schwerpunkt bei jeder Efterskole anders gelegt wird. Aufgrund der relativ niedrigen Kosten ist es f√ľr praktisch alle Eltern m√∂glich, ihre Kinder auf eine Efterskole zu schicken. Oftmals wird dies gemacht, wenn Sch√ľler noch nicht als reif f√ľr das Gymnasium betrachtet werden.

Weiterf√ľhrende Schulen nach der Folkeskole sind das Gymnasium (STX), das Handelsgymnasium (HHX) sowie das technische Gymnasium (HTX). Das Gymnasium ist mit dem deutschen Gymnasium vergleichbar und endet mit dem d√§nischen Abitur (Allgemeine Hochschulreife), dem sogenannten Studentereksamen. Vom Niveau und vom Umfang der Hochschulreife her entspricht das Studentereksamen dem deutschen Abitur, das hei√üt es ist mit dem Studentereksamen m√∂glich, alle Studieng√§nge in D√§nemark zu studieren, wobei es f√ľr bestimmte Studieng√§nge jedoch erforderlich ist, bestimmte Kurse im Abitur belegt zu haben. Es gibt am Gymnasium zwei Linien, die sprachliche ‚Äěsproglig linje‚Äú und die mehr mathematisch-naturwissenschaftlich orientierte ‚Äěmatematisk linje‚Äú. Da die mathematische Linie jedoch auch viele sprachliche F√§cher enth√§lt und neben zwei Jahren Englisch auch eine zweite Fremdsprache √ľber zwei Jahre genommen werden muss, bietet die matematisk linje praktisch deutlich mehr M√∂glichkeiten, so dass sie von mehr Sch√ľlern gew√§hlt wird.

Der Besuch des Gymnasiums dauert drei Jahre, entspricht also der gymnasialen Oberstufe. Je nachdem, ob man nach der 9. oder 10. Klasse auf das Gymnasium geht, dauert es also 12 oder 13 Jahre bis zum Abitur. Da ein Leistungsunterschied zwischen den Sch√ľlern, die aus der 9. Klasse kommen im Vergleich zu denen, die nach der 10. Klasse kommen, nicht einwandfrei festgestellt werden kann, ist ein Abitur in D√§nemark insofern nach zw√∂lf Jahren problemlos m√∂glich.

Es gibt f√ľr die belegten Kurse drei Niveau-Arten: das A-, B- und C-Niveau. Das A-Niveau entspricht deutschem Leistungskursniveau, B-Niveau deutschem Grundkursniveau und C-Niveau einer grundlegenden Einf√ľhrung. Kurse, die nur ein Jahr belegt werden, entsprechen dem C-Niveau (beispielsweise Musik sowie Kunst, Latein, Sport, Religion, klassische Altertumskunde), zweij√§hrige Kurse B-Niveau (Beispielsweise Englisch bei der matematisk linie, Deutsch) und dreij√§hrige Kurse entsprechen dem A-Niveau (D√§nisch, Geschichte, Mathematik, Franz√∂sisch, Spanisch, Russisch). Jeder Sch√ľler muss drei Jahre Geschichte und D√§nisch belegen, so dass diese beiden Kurse automatisch A-Niveau erhalten. Ferner m√ľssen zus√§tzlich mindestens zwei, maximal drei andere A-Niveau-F√§cher hinzugew√§hlt werden, beispielsweise Physik, Chemie, Mathematik oder mehrere Sprachen.

Die A-Niveau-F√§cher werden nach drei Jahren schriftlich gepr√ľft, zus√§tzlich noch drei m√ľndliche F√§cher, wobei die F√§cher ausgelost werden. Ganz D√§nemark hat ein Zentralabitur, die schriftlichen √úbungsaufgaben sind insofern in ganz D√§nemark identisch. Die m√ľndlichen Pr√ľfungen werden vom jeweiligen Lehrer abgenommen, zus√§tzlich sitzt ein neutraler ‚ÄěCensor‚Äú im Raum, der von einer anderen Schule kommt und gleichberechtigt mit dem Lehrer √ľber die m√ľndliche Note entscheidet.

Seit dem Schuljahr 2007/2008 besteht das d√§nische Notensystem aus einer 7-stufigen Skala mit Zensurpunkten zwischen ‚ąí3 und +12 rsp. 12. F√ľr bestandene Leistungen werden 12, 10, 7, 4 oder 2 Punkte vergeben; nicht bestandene Leistungen erhalten 0 oder ‚ąí3 Punkte. Die dazwischenliegenden Werte werden f√ľr die Zensierung einzelner Leistungen nicht vergeben, finden jedoch bei der Berechnung von Durchschnittszensuren aus mehreren Einzelleistungen Anwendung. Gr√ľnde f√ľr die Reformierung der Notenskala waren unter anderem der Wunsch nach klaren Abgrenzungen zwischen den einzelnen Zensuren und die Erm√∂glichung einer einfacheren internationalen Vergleichbarkeit.[38] Die folgende Tabelle bietet einen √úberblick √ľber die einzelnen Zensurschritte mit der jeweiligen Definition vom d√§nischen Bildungsministerium sowie einen Vergleich mit ECTS-Noten und der sechsstufigen deutschen Schulnotenskala.

dänische Zensur Definition[39] entsprechend(e) ECTS-Note entspr. deutscher Zensur
12 ‚Äěherausragende Leistung‚Äú A 1+ (15 Punkte)
10 ‚Äěausgezeichnete Leistung‚Äú B 1 bis 2 (11‚Äď14 Punkte)
7 ‚Äěgute Leistung‚Äú C 2 bis 3+ (9‚Äď11 Punkte)
4 ‚Äěm√§√üige Leistung‚Äú D 3 bis 3- (7‚Äď8 Punkte)
02 ‚Äěausreichende Leistung‚Äú E 4+ bis 4 (5‚Äď6 Punkte)
00 ‚Äěunzureichende Leistung‚Äú Fx 4- bis 5 ([1/]2‚Äď4 Punkte)
-3 ‚Äěv√∂llig unakzeptable Leistung‚Äú F 6 (0 Punkte)

Zuvor war das d√§nische Notensystem auf einer 13-Punkte-Skala aufgeteilt, wobei 00 bzw. 0 die schlechteste und 13 die beste Zensur darstellte. Verglichen mit dem deutschen System stellte es sich so dar (die Noten 1, 2, 4 sowie 12 gab es nicht): (d√§nische Noten = √§quivalente deutsche Noten) (00 = 6; 03 = 5‚Äď6, 05 = 5, 06 = 4; 07 = 3‚Äď4; 08 = 3; 09 = 2‚ąí; 10 = 1‚Äď2; 11 = 1; 13 = 1+).

Alle d√§nischen Studieng√§nge unterliegen einem Numerus clausus, eine Zentralstelle vergibt die Studienpl√§tze nach dem Notendurchschnitt (sogenanntes Kvote-1-Verfahren). Ferner wird ein gewisser Prozentsatz der Studienpl√§tze nach Sozialkriterien vergeben, wobei man hier seine Chancen durch soziale Arbeit verbessern kann (so genanntes Kvote-2-Verfahren). √Ąhnlich wie in Deutschland sind einige F√§cher sehr √ľberlaufen, so dass es schwer ist, einen Platz zu bekommen (zum Beispiel Medizin, Medienwissenschaften, Psychologie, Jura), w√§hrend andere F√§cher einen sehr niedrigen Schnitt verlangen, so dass dort jeder Bewerber aufgenommen wird.

Neben dem oben genannten Studentereksamen (STX) gibt es in D√§nemark noch zwei andere Examensarten, das Handelsschulexamen HHX (H√łjere Handelseksamen) sowie das technische Abitur HTX. W√§hrend ersteres vor allem f√ľr jene interessant ist, die eine T√§tigkeit in der Wirtschaft anstreben, ist das HTX vor allem f√ľr Sch√ľler interessant, die sp√§ter einen Ingenieurberuf anstreben. Jedoch k√∂nnen diese Berufe auch von Absolventen des Studentereksamens ergriffen werden, manchmal wird dann jedoch ein l√§ngeres Berufspraktikum verlangt. Das HHX und HTX sind also fachgebundene Hochschulreifen, die nicht an die Flexibilit√§t des Studentereksamens heranreichen, daf√ľr jedoch in Ihrem Fachbereich zu einer intensiveren Vorbildung f√ľhren.

Es besteht auch die M√∂glichkeit, nach der 9. Klasse statt des Besuchs einer weiterf√ľhrenden Schule eine Lehre zu absolvieren. Hierf√ľr gibt es ebenfalls Berufsschulen, bei denen Theorie und Praxis kombiniert werden. Das d√§nische Schulsystem differenziert daher bis zum Ende der Folkeskole √ľberhaupt nicht, danach jedoch sehr stark. Oftmals wird der Niveausprung von der Folkeskole zum Gymnasium als sehr drastisch empfunden, was erkl√§rt, wieso sich viele D√§nen f√ľr die 10. Klasse entscheiden. In der √∂ffentlichen Diskussion wird der Niveauunterschied zwischen der Folkeskole und dem darauffolgenden Gymnasium oftmals diskutiert, jedoch ist grunds√§tzlicher Konsens, dass an der Politik der sp√§ten Differenzierung festgehalten werden soll. Eine fr√ľhe Trennung der Sch√ľler, wie sie in Deutschland nach der Grundschule stattfindet, wird abgelehnt.

Im Terti√§ren Bildungsbereich f√ľhren die University Colleges zu einem Hochschulabschluss.

Kultur

Dänemark hat versucht, sein Kulturerbe im Kulturkanon 2006 zu definieren.

Literatur

→ Hauptartikel: Dänische Literatur

Das h√§ssliche Entlein, Des Kaisers neue Kleider oder Die Prinzessin auf der Erbse, alle diese M√§rchen wurden von Hans Christian Andersen geschrieben, der damit einen der bedeutendsten d√§nischen Beitr√§ge zur Weltliteratur gemacht hat. Im Hafen von Kopenhagen erinnert eine Skulptur an den Schriftsteller, eine Nixe, die Hauptfigur aus seinen M√§rchen Die kleine Meerjungfrau. Weltbekannt ist auch der Theologe, Philosoph und Schriftsteller S√łren Kierkegaard, einer der Vorl√§ufer des Existentialismus. Zentral f√ľr sein Werk, das vom philosophischen Roman bis zur theologischen Streitschrift reicht, sind die Begriffe Existenz und Angst sowie die Frage, wie der Mensch damit umzugehen vermag. Ebenfalls weltweit bekannt ist der Dichter Ludvig Holberg (geboren als Norweger), er schrieb vornehmlich Kom√∂dien und einen satirischen Roman, zudem trat er als Geschichtsschreiber hervor.

Im 1937 erschienenen autobiographischen Roman Jenseits von Afrika erz√§hlt die Schriftstellerin Karen Blixen (in Deutschland unter ihrem Pseudonym Tania Blixen verlegt) √ľber ihr Leben als Kaffee-Farmerin in Kenia. 1985 wurde der Roman mit Meryl Streep und Robert Redford in den Hauptrollen verfilmt und gewann bei der Oscar-Verleihung 1985 sieben Academy Awards.

Dänische Literaturnobelpreisträger sind Karl Gjellerup und Henrik Pontoppidan, die sich 1917 den Preis teilten und Johannes Vilhelm Jensen, dessen Roman Kongens Fald (dt: Des Königs Fall) 1999 von bedeutenden dänischen Tageszeitungen zum (dänischen) Buch des Jahrhunderts gewählt wurde. Ein weiterer wichtiger dänischer Schriftsteller ist Herman Bang, der als Schöpfer des dänischen Impressionismus gilt.

√úber teilweise zerrissene Existenzen schreibt der zeitgen√∂ssische Autor Peter H√łeg in seinen Romanen. Sein internationaler Bestseller Fr√§ulein Smillas Gesp√ľr f√ľr Schnee wurde 1997 vom d√§nischen Regisseur und Oscar-Preistr√§ger Bille August mit Julia Ormond in der Hauptrolle verfilmt.

Siehe auch: Liste d√§nischsprachiger Schriftsteller und D√§nische Zentralbibliothek f√ľr S√ľdschleswig

Architektur und Design

Das Sydney Opera House wurde von J√łrn Utzon entworfen

Die d√§nische Baukunst entwickelte sich im Mittelalter nach franz√∂sischen und deutschen Vorbildern, wie die Dombauten in Ribe, Viborg, √Örhus, Ringsted, Roskilde und Kalundborg belegen. Typische Bauten der Backsteingotik sind die im 13. beziehungsweise 14. Jahrhundert entstandene St. Knud-Kirche in Odense, die Peterskirche in N√¶stved oder St. Olai-Kirche in Helsing√łr.

Bedeutende Zeugnisse der d√§nischen Baukunst zur Zeit der Renaissance entstanden w√§hrend der Regentschaft von K√∂nig Friedrich II. und K√∂nig Christian IV. sind Schloss Kronborg in Helsing√łr, Schloss Frederiksborg in Hiller√łd und die Kopenhagener B√∂rse.

Bemerkenswerte Barockbauten sind Schloss Amalienborg (seit 1794 Residenz der d√§nischen K√∂nige), Schloss Charlottenborg und Schloss Christiansborg. Einer der bedeutendsten Architekten des Klassizismus ist Christian Frederik Hansen, der in Kopenhagen das Gerichtsgeb√§ude und die Liebfrauenkirche erbaute. Historische Bauten stammen von Theophil Edvard Freiherr von Hansen, Martin Nyrop und Michael Gottlieb Bindesb√łll. Herausragende Repr√§sentanten der d√§nischen Architektur im 20. Jahrhundert sind Arne Jacobsen, der neben mehreren Rath√§usern und der Nationalbank auch das SAS Royal Hotel entwarf, Peder Vilhelm Jensen Klint, J√łrn Utzon, der die ber√ľhmte Oper von Sydney entwarf, sich aber nicht an der Realisation beteiligte, Erik M√łller und Johan Otto von Spreckelsen.

Georg Arthur Jensen pr√§gte durch seine Silberschmiedearbeiten im funktionellen Stil das Industriedesign der skandinavischen L√§nder. Ebenfalls ein gelernter Silberschmied war Kay Bojesen, ber√ľhmt wurde er aber f√ľr sein Holzspielzeug, sein Besteck und Geschirr. Ein weiterer bekannter Silberschmied war Svend Weihrauch, der mit seinen klaren, ornamentfreien Silberschmiedearbeiten einer der herausragenden Vertreter des Funktionalismus war. Auch die Lampen von Poul Henningsen und die M√∂bel von Hans J√łrgen Wegner, Poul Kj√¶rholm, Kaare Klint und Arne Jacobsen ‚Äď seine Entw√ľrfe Ei, Schwan und Serie 7 gelten als Designklassiker ‚Äď fanden Anerkennung.

Film

Lars von Trier
Dänische Kinospielfilmproduktion[40]
Jahr Anzahl
1975 18
1985 9
1995 13
2005 41
→ Hauptartikel: Dänischer Film

In der Epoche des Stummfilms war Dänemark der größte Filmproduzent nach den USA, Deutschland und Frankreich.

Bemerkenswerte Beitr√§ge zur Filmkunst boten die d√§nische Schauspielerin Asta Nielsen, die Anfang des 20. Jahrhunderts unter der Regie von Urban Gad zu einem der ersten Stars des Stummfilms aufstieg mit Filmen wie Afgrunden (1910; auf dt.: Abgr√ľnde). Auch der Regisseur Carl Theodor Dreyer, der mit seinen √§sthetisch anspruchsvollen Arbeiten wie La passion de Jeanne d‚ÄôArc (1928; auf dt.: Die Passion der Jungfrau von Orleans) oder Vampyr ‚Äď Der Traum des Allan Gray (1932), setzte Ma√üst√§be. International beliebt war auch das Komikerduo Pat & Patachon, das zwischen 1921 und 1940 etwa 50 gemeinsame Filme drehte. Die d√§nische Produktionsfirma Nordisk Film geh√∂rte in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zu den gr√∂√üten und produktivsten Filmstudios der Welt. Wenngleich die Position des Landes auf dem internationalen Filmmarkt mit dem Aufkommen des Tonfilms zusammenbrach, fanden anspruchsvolle Produktionen weltweit Beachtung.

In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts sorgte Lars von Trier international f√ľr Diskussionen durch sein gegen den Kommerzfilm gerichtetes film√§sthetisches Programm Dogma 95, nachdem er sich bereits vorher durch ambitionierte Filme Ansehen verschafft hatte. Im Rahmen dieses umstrittenen Konzepts entstanden von Triers Idioterne (1998; auf dt.: Idioten) und Thomas Vinterbergs Festen (1998; auf dt.: Das Fest) und Lone Scherfigs Italiensk for begyndere (2000; auf dt.: Italienisch f√ľr Anf√§nger). Weitere bekannte d√§nische Regisseure sind Erik Balling (Die Olsenbande), Lasse Spang Olsen (In China essen sie Hunde), Anders Thomas Jensen (Adams √Ąpfel, D√§nische Delikatessen), Susanne Bier (Brothers - Zwischen Br√ľdern) und Lars Hesselholdt.

Ausländische Filme werden in Dänemark nicht synchronisiert, sondern lediglich mit Untertiteln versehen. Einzige Ausnahme bilden Kinderfilme.

Musik

Die Herausbildung d√§nischer Musik setzte unter dem Einfluss deutscher, italienischer und englischer Musikkultur w√§hrend der Regentschaft von K√∂nig Christians IV. in der zweiten H√§lfte des 16. Jahrhunderts und der ersten H√§lfte des 17. Jahrhunderts ein. Ausl√§ndische Komponisten wie John Dowland, Heinrich Sch√ľtz, der l√§ngere Zeit k√∂niglicher Oberkapellmeister in Kopenhagen war, oder Dietrich Buxtehude, der mehrere Jahre als Organist in Helsing√∂r verbrachte, wirkten am d√§nischen Hof und traten dort in Kontakt mit d√§nischen Komponisten.

Erste markante Beitr√§ge zur d√§nischen Musik stammen allesamt von in Deutschland geborenen Komponisten: Friedrich Ludwig √Ümilius Kunzen mit seiner Oper Holger Danske (1787), Christoph Ernst Friedrich Weyse mit seiner Oper Ludams Hule (1816) und Friedrich Kuhlau, der zu dem auch heute noch popul√§ren St√ľck Elverh√ły (1828) die Musik schrieb. D√§nische Vertreter der Romantik sind Niels Wilhelm Gade, Johann Peter Emilius Hartmann und Peter Arnold Heise.

Im 20. Jahrhundert folgten Carl Nielsen, der als bedeutendster Komponist D√§nemarks gilt und dessen Sinfonien und Opern sich auch im Ausland im Repertoire durchsetzen konnten, Poul Schierbeck, Knud√•ge Riisager, J√łrgen Bentzon, Finn H√łffding, Herman David Koppel, Vagn Holmboe und Niels Viggo Bentzon. Weitere wichtige d√§nische Komponisten sind Louis Glass, Paul von Klenau, Ludolf Nielsen, Hakon B√łrresen und Rued Langgaard.

Im Bereich der popul√§ren Musik ist in Deutschland vor allem Gitte H√¶nning durch ihre Schlager bekannt und die Olsen Brothers, die Gewinner des Eurovision Song Contest 2000. Ebenfalls bekannt ist die Band Aqua, welche im Bereich Eurodance anzusiedeln war und von 1989 bis 2001 bestand. Lars Ulrich, der Schlagzeuger der Band Metallica, stammt ebenfalls aus D√§nemark. Weitere bekannte Musiker und Bands aus D√§nemark sind Niels-Henning √ėrsted Pedersen, Carpark North, Saybia, Kashmir, Nephew, Outlandish, D-A-D, Pretty Maids, Thulla, Poul Krebs, Kim Larsen, TV-2, Sorten Muld, Volbeat, Jakob Sveistrup, Sort Sol, King Diamond, Red Warszawa, Natasha Thomas, Laid Back, Hanne Boel, Anna David, Junior Senior, Under Byen, Raunchy, The Raveonettes und Trentem√łller. Bekannte d√§nische Plattenfirmen sind Cope Records und Kick Music.

Siehe auch: Liste dänischer Komponisten klassischer Musik und Danish Music Awards

Malerei und Bildhauerei

Angeregt durch Vorbilder aus den Nachbarl√§ndern, erhielt zu Beginn des 19. Jahrhunderts die d√§nische Malerei neue Impulse durch K√ľnstler wie Nicolai Abildgaard, Jens Juel oder Christoffer Wilhelm Eckersberg, die sich vor allem der Landschaftsmalerei widmeten. Im 19. Jahrhundert folgten Christen K√łbke, Peder Severin Kr√łyer, Anna Ancher und Viggo Johansen, im 20. Jahrhundert die abstrakten Expressionisten Richard Mortensen, Else Alfelt, Ejler Bille, Asger Jorn, der 1948 die Gruppe CoBrA ins Leben rief, und Per Kirkeby, der auch als Bildhauer arbeitet.

Zwei bekannte, in D√§nemark t√§tige Bildhauer, waren Bernt Notke, der den Altar des Doms zu √Örhus schuf und Claus Berg, der den Altar der St. Knud-Kirche in Odense schuf. Einer der bedeutendsten d√§nischen Bildhauer war Bertel Thorvaldsen, er gilt neben dem Italiener Antonio Canova als wichtigster Bildhauer des Klassizismus. Zur selben Zeit arbeiteten Hermann Vilhelm Bissen und Jens Adolf Jerichau. Ber√ľhmte Bildhauer im 20. Jahrhundert waren Kai Nielsen, Robert Jacobsen und Gunnar Westmann.

Weltkulturerbe

In D√§nemark kann man drei Weltkulturerbest√§tten finden: den Dom zu Roskilde, das Schloss Kronborg in Helsing√łr und die Runensteine von Jelling.

  • Der Dom zu Roskilde ist die √§lteste Kirche D√§nemarks im Stil der Backsteingotik. Um 1170 begannen die von franz√∂sischer Architektur gepr√§gten Arbeiten am Dom, der heute die gr√∂√üte Kirche Skandinaviens ist. Das westlich von Kopenhagen gelegene Roskilde war vom 11. bis zum 15. Jahrhundert K√∂nigsresidenz und ist bis heute Grablege der Monarchen. In der Kirche liegen die Gr√§ber von 20 d√§nische K√∂nigen und 17 K√∂niginnen, darunter Margarethe I., Christian IV. und Friedrich IX.. Seit 1995 ist die Kirche Weltkulturerbe.
  • Das Schloss Kronborg ist eine Festung in Helsing√łr auf der d√§nischen Insel Seeland. Das Schloss ist ein Beispiel des von den Niederlanden und Deutschland aus beeinflussten Renaissancestils. Au√üerdem ist das Schloss im St√ľck Hamlet von William Shakespeare Ort des Geschehens. Seit dem 30. November 2000 ist Schloss Kronborg Weltkulturerbe.
  • Die Runensteine von Jelling sind zwei der wenigen Steine, die d√§nischen K√∂nigen gewidmet sind und ihre Taten thematisieren. Sie entstanden Mitte bis Ende des 10. Jahrhunderts. Zusammen mit dem Grabh√ľgel und der Kirche von Jelling werden sie von der UNESCO seit 1994 als Teil des Weltkulturerbes gef√ľhrt.

Sport

Michael Laudrup ist einer der bekanntesten dänischen Fußballspieler

Die beliebteste Sportart in D√§nemark ist Fu√üball. Insgesamt hat die D√§nische Fu√üballnationalmannschaft siebenmal an Fu√üball-Europameisterschaften teilgenommen: 1964 bei der zweiten Fu√üball-Europameisterschaft sowie stets von 1984 bis 2004, wo sie auch ihren gr√∂√üten Erfolg feiern konnte, den Gewinn der Fu√üball-Europameisterschaft 1992 in Schweden durch ein 2:0 √ľber Deutschland.

F√ľr eine Fu√üball-Weltmeisterschaft konnte sich die Nationalmannschaft viermal qualifizieren, und zwar f√ľr die 13. Fu√üball-Weltmeisterschaft in Mexiko, f√ľr die 16. Fu√üball-Weltmeisterschaft in Frankreich, f√ľr die 17. Fu√üball-Weltmeisterschaft in S√ľdkorea und Japan und f√ľr die 19. Fu√üball-Weltmeisterschaft in S√ľdafrika. Gr√∂√üter Erfolg war hier das Erreichen des Viertelfinales der Fu√üball-Weltmeisterschaft 1998, wo man gegen Brasilien mit 3:2 ausschied. Bei den beiden anderen WM-Teilnahmen erreichte man jeweils das Achtelfinale. Ein weiterer Erfolg der D√§nen war der Gewinn des Konf√∂derationen-Pokal 1995. Bei Olympischen Spielen konnte man bislang vier Medaillen erringen, drei Silbermedaillen (1908, 1912 und 1960) und eine Bronzemedaille (1948).

Die D√§nische Fu√üballnationalmannschaft der Frauen konnte sich bei f√ľnf Frauenfu√üball-Weltmeisterschaften viermal qualifizieren, wobei das beste Ergebnis die zweimalige Teilnahme am Viertelfinale war (1991 und 1995). Bei neun Frauenfu√üball-Europameisterschaften konnte man sich achtmal qualifizieren und erreichte zweimal den dritten Platz.

Eine weitere beliebte Sportart ist Handball. Die D√§nische Frauen-Handballnationalmannschaft gilt momentan als eine der st√§rksten Frauennationalmannschaften im Handballsport. Sie konnten bislang eine Weltmeisterschaft (1997), drei olympische Goldmedaillen (1996, 2000 und 2004) und drei Europameisterschaften (1994, 1996, 2002) gewinnen. Die D√§nische M√§nner-Handballnationalmannschaft kann zwar nicht an die Erfolge der Damen ankn√ľpfen, geh√∂rt aber dennoch zur Weltspitze im Handball. Die D√§nische Herren-Mannschaft konnte ihren gr√∂√üten Erfolg bei einer Weltmeisterschaft im Jahre 1967 verbuchen, wo der Einzug in das Finale gelang. Jedoch unterlag man mit 11:14 dem Nationalteam der ńĆSSR. Bei der Weltmeisterschaft 2009 belegte D√§nemark den dritten Rang. 2008 siegte die D√§nische Herrenmannschaft bei der Handball-Europameisterschaft und wurde Europameister. Den j√ľngsten Erfolg verzeichneten die D√§nen bei der Weltmeisterschaft 2011 in Schweden, dort wurden sie Vizeweltmeister, das Finalspiel verloren sie gegen Frankreich mit 35:37. Die Handball-Europameisterschaft 2014 der Herren wird in D√§nemark ausgetragen.

Auch im Badminton k√∂nnen d√§nische Sportler seit langem Erfolge feiern. Einer der bekanntesten Spieler des Landes ist Peter Gade, der von 1998 bis 2001 die Weltrangliste anf√ľhrte und jedes gro√üe internationale Turnier gewann. Weitere bekannte Badminton-Spieler und -Spielerinnen aus D√§nemark sind Jens Eriksen, Morten Frost, Pernille Harder, Poul-Erik H√łyer Larsen, Martin Lundgaard Hansen, Camilla Martin und Mette Schjoldager.

Bei Olympischen Spielen konnte Dänemark 165 Medaillen erringen und liegt damit auf dem 24. Platz des Ewigen Medaillenspiegels. Dabei errang das Land 39 Gold-, 63 Silber- und 63 Bronzemedaillen. Mit einer Ausnahme wurde alle diese Medaillen bei Olympischen Sommerspielen gewonnen. Die einzige Medaille bei Winterspielen war eine Silbermedaille 1998 in Nagano im Curling.

Dänemark wurde 2006 im eigenen Land Tischtenniseuropameister.

Siehe auch: Olympische Geschichte Dänemarks und Fußball in Dänemark

K√ľche

Sm√łrrebr√łd

‚Üí Hauptartikel: D√§nische K√ľche

Der bekannteste d√§nische Beitrag im kulinarischen Bereich ist wahrscheinlich das Sm√łrrebr√łd. √úbersetzt bedeutet das Wort einfach Butterbrot. Ein Sm√łrrebr√łd besteht aus einer Scheibe Brot (Vollkorn, Mischbrot oder Weizen), bestrichen mit einer d√ľnnen Schicht Butter und den verschiedensten Zutaten. H√§ufig wird das Butterbrot reichlich mit Fisch belegt, aber auch alle Arten von K√§se, Wurst, Fleisch, Eiern und So√üen werden gerne reichlich verwendet oder miteinander kombiniert. Ebenfalls bekannt ist der Hot Dog, der in D√§nemark mit roten W√ľrstchen (p√łlser) ‚Äď kogt (gekocht) oder ristet (gebraten) ‚Äď und mit d√§nischer Remoulade gegessen wird. Au√üerdem wird der d√§nische Hot Dog traditionell mit R√∂stzwiebeln und s√ľ√ü-sauer eingelegten Gew√ľrzgurken-Scheiben garniert. Ein ebenfalls bekanntes Gericht ist der Skipperlabskovs, eine d√§nische Variante des norddeutschen Labskaus. Remoulade wird oft zusammen mit Pommes frites gegessen, und auch mit Fisch, Salami, Fr√ľhlingsrollen u.a.

Als Nationalgericht gilt der klassische, bei niedriger Temperatur stundenlang mit Schwarte im Ofen gegarte Schweinebraten (Flæskesteg).

Zu Weihnachten wird oft zum Dessert ris √† l¬īamande (Mandelreis) gegessen. Er besteht aus zusammenger√ľhrtem, kaltem Milchreis und Schlagsahne mit Vanillegeschmack und nur einer versteckten Mandel, die ein kleines Geschenk (mandelgave) ausl√∂st.[41]

Bei den alkoholischen Getr√§nken ist besonders der Aquavit ber√ľhmt (Aalborg Jubil√§umsakvavit), das d√§nische Bier (d√§n. √ėl) (bekannteste Marken Carlsberg, Tuborg, Faxe) und Gl√łgg. Eine Besonderheit in D√§nemark sind die Weihnachtsbiere, ein essentieller Bestandteil der juletid, der Vorweihnachtszeit. Angesto√üen wird hierbei mit dem Trinkspruch Sk√•l. Im Unterschied zu den anderen skandinavischen L√§ndern ist in D√§nemark der Verkauf von Alkohol nicht einem staatlichen Monopol unterstellt, wie etwa im schwedischen Systembolaget. Dennoch sind die Steuern hoch und alkoholische Getr√§nke im europ√§ischen Vergleich entsprechend teuer.

Siehe auch: Vores √ėl

Feiertage

→ Hauptartikel: Feiertage in Dänemark

Die gesetzlichen Feiertage des Landes sind Neujahr (1. Januar), Ostern (Gr√ľndonnerstag bis Ostermontag), der Store Bededag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag sowie Weihnachten (25. Dezember). Der Tag der d√§nischen Verfassung am 5. Juni ist dagegen kein gesetzlicher Feiertag, jedoch haben Gesch√§fte und √∂ffentliche Geb√§ude in der Regel geschlossen.[42]

Eine d√§nische Besonderheit ist der Store Bededag. Anstatt im Fr√ľhling mit vielen Feiertagen verschiedener Heiliger zu gedenken, begehen die D√§nen am vierten Freitag nach Ostern den Store Bededag, mit dem sie alle Heiligen und Geistlichen ehren. Dieser Feiertag wurde im 18. Jahrhundert von Graf Johann Friedrich von Struensee eingef√ľhrt.

Homosexualität

→ Hauptartikel: Homosexualität in Dänemark

Homosexualit√§t ist in D√§nemark gesetzlich und gesellschaftlich weitgehend akzeptiert. 1989 hat D√§nemark als erstes Land der Welt zivilrechtliche Partnerschaften f√ľr Homosexuelle eingef√ľhrt.

Siehe auch

 Portal:D√§nemark ‚Äď √úbersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema D√§nemark

Weblinks

 Commons: D√§nemark ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiatlas Wikimedia-Atlas: D√§nemark ‚Äď geographische und historische Karten
Wiktionary Wiktionary: D√§nemark ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
 Wikisource: D√§nemark ‚Äď Quellen und Volltexte

Quellen

  1. ‚ÜĎ D√§nemarks BIP in US-$
  2. ‚ÜĎ D√§nemarks BIP pro Kopf in US-$
  3. ‚ÜĎ Human Development Report 2009, abgerufen am 13. November 2009
  4. ‚ÜĎ Statistikbanken.dk/Tabelle BEF4
  5. ‚ÜĎ [1]Inseln (d√§nisch)
  6. ‚ÜĎ http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,388108,00.html
  7. ‚ÜĎ http://www.kms.dk/C1256ADF004C9677/(AllDocsByDocId)/AA059F8FE81A9BC9C1256FB6004BA949?open&keeppage=1
  8. ‚ÜĎ http://dst.dk bef44(PDF)
  9. ‚ÜĎ 1984‚Äď2002 vom Kirkeministeriet
  10. ‚ÜĎ 1990‚Äď2009 Kirkeministeriet
  11. ‚ÜĎ [http://www.km.dk/folkekirken/statistik-og-oekonomi/kirkestatistik/folkekirkens-medlemstal.html figures for the year 2010
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  33. ‚ÜĎ D√§nemark setzt zweites Referendum zum Euro an
  34. ‚ÜĎ a b Bereitstellung der Daten zu Defizit und Verschuldung 2009
  35. ‚ÜĎ Finanzstatistik des Sektors Staat, Haupttabellen [7]
  36. ‚ÜĎ Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  37. ‚ÜĎ Organisation f√ľr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: "PISA 2006 - Schulleistungen im internationalen Vergleich - Naturwissenschaftliche Kompetenzen f√ľr die Welt von Morgen". 2007. Bertelsmann Verlag, S. 269
  38. ‚ÜĎ Hinweise zur Notenskala ‚Äď Welche Anforderungen werden an die neue Notenskala gestellt? Information des d√§nischen Bildungsministeriums
  39. ‚ÜĎ Die 7-Schritte-Skala. Information des d√§nischen Bildungsministeriums
  40. ‚ÜĎ Weltfilmproduktionsbericht (Auszug), Screen Digest, Juni 2006, S. 205‚Äď207 (eingesehen am 15. Juni 2007)
  41. ‚ÜĎ Lene Andersen:Grantr√¶et.Det Andersenske Forlag.32 Seiten.(www.andersenske.dk) ISBN 87-990456-1-3
  42. ‚ÜĎ Ingeni√łrforeningen, IDA: Grundlovsdag
  • Liane Schuh: Das d√§nische Sozialsystem. In: RV aktuell, Jg. 52(2006), 7, S. 266‚Äď274
55.7833333333339.7833333333333

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