ESWE Verkehrsgesellschaft

ESWE Verkehrs GmbH
Logo der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH Wiesbaden

Citaro G II ESWE.jpg
Linie 23 der ESWE Verkehr am Schiersteiner Hafen

Basisinformationen
Unternehmenssitz Wiesbaden
Webpräsenz www.eswe-verkehr.de
Bezugsjahr 2010
Eigentümer Stadt Wiesbaden
Geschäftsführung Uwe Cramer und Stefan Burghardt
Betriebsleitung Bus (BOKraft) Frank Gäfgen, Nerobergbahn Dieter Sahm
Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden (VMW),
Rhein-Main (RMV),
Rhein-Nahe (RNN)
Linien
Bus 39
Anzahl Fahrzeuge
Omnibus über 200
Statistik
Fahrgäste 49 Mio. pro Jahr
Länge Liniennetz
Buslinien 594 km
Sonstige Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe 1
Ein Bus der Linie 27B an der Station Schwalbacher Str.

Die ESWE Verkehrsgesellschaft mbH, kurz ESWE Verkehr, ist die traditionelle Wiesbadener Nahverkehrsgesellschaft. Zusammen mit ihrer Schwestergesellschaft WiBus beförderte sie im Jahr auf 39 Linien mit einer Linienlänge von rund 563,1 Kilometern ungefähr 49 Millionen Fahrgäste.[1] Neben dem Stadtbusverkehr in Wiesbaden betreibt ESWE Verkehr auch die Nerobergbahn. ESWE Verkehr hat zwei Tochtergesellschaften. Die ESWE Verkehr Service GmbH und, zusammen mit der Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH, die Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden GmbH (VMW).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Geschichte des Öffentlichen Personennahverkehrs in Wiesbaden begann im Jahre 1875 mit Eröffnung der ersten städtischen Pferdebahnlinie, welche 1889 von einer Dampfbahn abgelöst wurde. Die Linienführung war Nerotal (damals hieß die Endhaltestelle noch Beau Site) – Wilhelmstraße – Bahnhöfe – Adolphshöhe – Biebrich Rheinufer.

Im Dreikaiserjahr 1888 wurde die Nerobergbahn eröffnet, eine mit Wasserballast betriebene Standseilbahn.

1894 wurde die erste elektrische Straßenbahn in Betrieb genommen. Nach elf Jahren heftig umstrittenen Betriebes wurde die Dampfbahn im Jahre 1900 ebenfalls von der „Elektrischen“ abgelöst.

Im Jahre 1929 stellte Wiesbaden als erste Großstadt der Welt eine Straßenbahnlinie auf Omnibusse um. Allerdings bestanden parallel noch die Straßenbahnen der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft (SEG), die erst später in den städtischen Besitz übergingen.

1954 wurden die ersten Gelenkomnibusse dem Verkehr übergeben und nur ein Jahr später die letzte noch übrig gebliebene Straßenbahnlinie 8 endgültig eingestellt. Das gleiche Schicksal erlitten 1961 die beiden O-Buslinien A und B.

1968 wurden die ersten Busspuren eingeführt.

Mitte der 1970er-Jahre tauchte zum ersten Mal das blaue ESWE-Logo auf und die Fahrzeuge wurden in Anlehnung an die nassauischen Landesfarben unten orange und oben weiß lackiert. Mit der Anschaffung der ersten Omnibusse des Typs Mercedes-Benz O 405 1986 wurde die heute noch aktuelle blau-orange-weiße Fahrzeuglackierung eingeführt.

1990 etablierte ESWE als zweite Stadt in Deutschland (nach Köln) einen Fahrgastbeirat. Dieser traf sich vierteljährlich und sollte die Interessen der Fahrgäste gegenüber dem Verkehrsbetrieb bündeln und vertreten. Gab es in der Anfangszeit nur sporadische Auftritte in der Öffentlichkeit, so verkaufen ESWE Verkehr und der Fahrgastbeirat seit 2004 am Samstag vor dem Fahrplanwechsel gemeinsam die neuen Fahrpläne, wobei der Verkaufserlös jeweils einem „guten Zweck“ gestiftet wird. Seit 2011 gibt es die Nachfolge-Institution des FahrgastForum, welches sich alle zwei Monate trifft und zusätzlich ein Forum im Internet sowie etwa alle zwei Monate einen so genannten Expertenchat.

Im Jahr 2000 wurden die Verkehrsbetriebe aus der ESWE ausgegliedert und in eine eigenständige GmbH umgewandelt. Seitdem bestehen die ESWE Versorgungs AG als städtisches Energieversorgungsunternehmen und die ESWE Verkehrsgesellschaft als Nahverkehrsunternehmen.

Am 1. Oktober 2004 startete die von der Wiesbadener Versorgungs- und Verkehrsholding (WVV) und der Hamburger Hochbahn (HHA) gegründete Wiesbadener Busgesellschaft mbH (WiBus). Die WVV hielt bei der Gründung 51 % der Gesellschaftsanteile, die restlichen 49 % die HHA. Ziel war, die Konkurrenzfähigkeit von ESWE Verkehr am Markt zu stärken, da die WiBus einem anderen Tarifvertrag unterliegt und ihren Beschäftigten deutlich geringere Gehälter zahlt. Diese Maßnahme war als Konsequenz der geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen zur Vergabe von Verkehrsleistungen notwendig. Mit der Betriebsaufnahme der WiBus endeten die Beauftragung der externen Subunternehmen Sippel, Papproth und Mester. Als Folge unterschiedlicher Auffassungen und der Planung der Hochbahn, deren Fremdbeteiligungen in die BeNex auszugliedern und wiederum 49 % der BeNex zu verkaufen, beschlossen Ende 2007 die Wiesbadener städtischen Gremien den Erwerb der WiBus-Anteile der Hamburger Hochbahn, sodass sich heute alle Anteile der WiBus im Besitz der WVV befinden. Eine weitere Schwestergesellschaft, die WTI (Wiesbaden Tours International), früher Betreiberin der blauen Kurautobusse und später viele Jahre lang neben anderen privaten Firmen als Subunternehmen tätig, ging im Herbst 2009 in die Insolvenz.

Linienverkehr

Nachfolgend aufgelistet sind alle Buslinien, die von der ESWE Verkehrsgesellschaft betrieben werden (Fahrplanstand 12. Dezember 2010).

Taglinien

(Teilweise nur Montag bis Samstag bzw. Montag bis Freitag):

Linie Verlauf
1 Nerotal (Nerobergbahn) - Hauptbahnhof - Dürerplatz
2 Klarenthal - Wilhelmstraße - Sonnenberg
3 Nordfriedhof - Hauptbahnhof - Biebrich, als 3B über Brunhildenstraße
4 Kohlheck - Hauptbahnhof - Biebrich
5 Schierstein - WI-Zentrum - Erbenheim
6 Nordfriedhof - Platz der Deutschen Einheit - Kastel Brückenkopf - Mainz Hauptbahnhof - Mainz-Marienborn, als 6A ab Mainz Hauptbahnhof - Mainz-Bretzenheim - Gutenberg-Center
8 Steinberger Straße - Hauptbahnhof - Eigenheim (über Dambachtal) als 8B nach Bahnholz über Idsteiner Straße
9 Schierstein - Biebrich - Mainz Hauptbahnhof - Isaac-Fulda-Allee
14 Carl-von-Linde-Straße - Klartenthal - Hauptbahnhof - Biebrich - Schierstein
15 Gräselberg - WI-Zentrum - Erbenheim - Nordenstadt, als 15D weiter über Wallau nach Delkenheim
16 Südfriedhof - Hauptbahnhof - WI-Zentrum - Sonnenberg - Rambach, als 16H nur bis Hofgartenplatz/Sonnenberg
17 Klarenthal - Dotzheimer Straße - WI-Zentrum - Bierstadter Straße - Bierstadt Wolfsfeld, als 17F ab Klarenthal - Anne-Frank-Straße
18 Sauerland - Europaviertel - WI-Zentrum - Thermalbad/Kurkliniken - Sonnenberg
20 Naurod - Bremthal - Niederjosbach
21 Platz der Deutschen Einheit - Naurod - Medenbach (- Wildsachsen), als 21T über Tannenring
22 Platz der Deutschen Einheit/Berufsschulzentrum - Naurod - Niedernhausen - Oberjosbach
23 Schierstein - Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken - WI-Zentrum - Bierstadt - Igstadt - Breckenheim - Wildsachsen
24 Frauenstein - Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken - WI-Zentrum - Bierstadt - Kloppenheim - Heßloch, als 24S und 24W über Schelmengraben bzw. Wolfsfeld
27 Schelmengraben - WI-Zentrum - Hauptbahnhof - Berufschulzentrum - ESWE-Freizeitbad, als 27B nur bis Berufschulzentrum
28 Platz der Deutschen Einheit - Hauptbahnhof - Erbenheim - Kastel - Mainz Am Brand (Zentrum)
33 Tierpark Fasanerie - Platz der Deutschen Einheit - Hauptbahnhof - Kastel - Kostheim, als 33B über Brunhildenstraße und Krautgärten, als 33A ab Freizeitbad zum Entsorgungszentrum
37 (Erbenheim –) Bierstadt - Hauptbahnhof - Wielandstraße(/Gymnasium Mosbacher Berg)
38 Europaviertel - Waldstraße - Biebrich
39 Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken - Dotzheim - Biebrich - Bahnhof Wiesbaden Ost, als 39F Biebrich - Biebrich Friedhof
45 John-F.-Kennedy-Straße - Hauptbahnhof - WI-Zentrum - Freudenberg - Biebrich - Mainz-Mombach - Universität - Mainz Hauptbahnhof
46 Platz der Deutschen Einheit - Nordenstadt - Wallau - Massenheim - Hochheim Berliner Platz
47 Dernsches Gelände - Biebrich Karl-Bosch-Straße - Schiersteiner Brücke - Zeilstraße/Mainz-Gonsenheim Wildpark
48 Platz der Deutschen Einheit - Nordenstadt - Wallau - Delkenheim - Hochheim Bahnhof, als 48X ohne Halt in Nordenstadt und Wallau, als 48S ab Delkenheim - Hochheim Heinrich-von-Brentano-Schule
E Breckenheim - Nordenstadt - Hauptbahnhof

Ausflugslinie am Wochenende im Saisonbetrieb (Winter):

Linie Verlauf
30P Dernsches Gelände - Platz der Deutschen Einheit - Platte (Ski-Express), verkehrt nur nach Veröffentlichung, wenn auf der Platte Wintersport möglich ist

Abend-/Nachtlinien

Linie Verlauf
N2 Platz der Deutschen Einheit - Erbenheim - Nordenstadt - Delkenheim
N3 Platz der Dt. Einheit - Hauptbahnhof - Biebrich - Schierstein
N4 Dernsches Gelände - Elsässer Platz - Dotzheim - Schelmengraben - Frauenstein
N5 Hauptbahnhof - Platz der Deutschen Einheit - Dürerplatz - Klarenthal - Kohlheck
N7 Platz der Dt. Einheit - Hauptbahnhof - Südfriedhof - Erbenheim - Kastel - Kostheim
N9 Dernsches Gelände - Platz der Deutschen Einheit - Waldstraße - Gräselberg - Schierstein
N10 Schlachthof - Hauptbahnhof - Sonnenberg - Rambach - Naurod - Auringen - Medenbach
N11 Platz der Dt. Einheit - Bierstadt - Heßloch - Kloppenheim - Igstadt - Breckenheim
N12 Dernsches Gelände - Platz der Deutschen Einheit - Loreleiring - Europaviertel - Sauerland - Dotzheim - Schierstein

Die Linie 6 verkehrt auch im Nachtverkehr.

Die Linien 6, 9, 28, 33, 45, 47 und N7 sind konzessionsrechtlich Gemeinschaftslinien mit der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG).

Besonderes

Eines der Wiesbadener Wahrzeichen: die Nerobergbahn

Nerobergbahn

Die mit Wasserballast bewegte historische Standseilbahn hinauf zum Neroberg, die Nerobergbahn von 1888, wird ebenfalls von der ESWE Verkehrsgesellschaft unterhalten und betrieben. Die Betriebszeit beginnt jährlich in der Karwoche und endet im Oktober.

Oldtimer-Busse

Der von Grund auf in den Werkstätten der ESWE Verkehr restaurierte Oldtimer-Bus vom Typ Mercedes Benz O 317, Baujahr 1961, wird für Sonderfahrten eingesetzt und wird ebenfalls zur Anmietung angeboten. Weitere Oldtimerbusse sind ein im Aufbau befindlicher O 305 (Baujahr 1983) und ein O 405 G (Baujahr 1992/Wagen 266). Letzterer kommt noch sporadisch im Linienverkehr zum Einsatz. Die Fahrzeuge werden vom Oldibus-Club Wiesbaden e. V. betreut.

ESWE-Fahrschule

Die ESWE-Verkehrsgesellschaft hat eine Fahrschule und bildet in den Klassen B, C, CE und D aus. Es werden derzeit nur noch Betriebsangehörige von ESWE Verkehr, WIBus und ESWE Service in die Fahrschule aufgenommen.

Aartalbahn

Im Vorfeld des beabsichtigten Baus einer Stadtbahn Wiesbaden wurde der hessische Teil der Aartalbahn von der Deutschen Bahn gepachtet. Diese Strecke wird derzeit im Museumsbetrieb von der Nassauische Touristik-Bahn befahren, die Betriebsführung – nach den gesetzlichen Bestimmungen müssen Leistungs- und Netzanbieter getrennte Gesellschaften sein – wurde seitens der Stadt bei ESWE Verkehr angesiedelt.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Information der ESWE

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • ESWE Verkehr — ESWE Verkehrs GmbH Linie 23 der ESWE Verkehr am Schiersteiner Hafen Basisinformationen Unternehme …   Deutsch Wikipedia

  • ESWE — (als phonetische Abkürzung von SW, Stadtwerke Wiesbaden) steht für: ESWE Verkehrsgesellschaft ESWE Versorgungs AG Diese Seite ist eine Begriffsklärung zur Unterscheidung mehrerer mit demselben Wort bezeichneter Begriffe …   Deutsch Wikipedia

  • Mainzer Verkehrsgesellschaft — mbH Basisinformationen Unternehmenssitz Mainz Webpräsenz …   Deutsch Wikipedia

  • Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH — Basisinformationen Unternehmenssitz Mainz Webpräsenz …   Deutsch Wikipedia

  • Augsburger Verkehrsgesellschaft — mbH Basisinformationen Unternehmenssitz Augsburg Webpräsenz …   Deutsch Wikipedia

  • Stadtwerke Wiesbaden — ESWE steht für: ESWE Verkehrsgesellschaft ESWE Versorgungs AG …   Deutsch Wikipedia

  • Stadtverkehr in Mainz — Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH Basisinformationen Unternehmenssitz Mainz Webpräsenz …   Deutsch Wikipedia

  • Wiesbadener Busgesellschaft — mbH Basisinformationen Unternehmenssitz Wiesbaden Webpräsenz …   Deutsch Wikipedia

  • Rhein-Main-Verkehrsverbund — GmbH Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung Gründung 28. Mai 1995 …   Deutsch Wikipedia

  • Wasserversorgung Wiesbadens — Wappen Karte …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.