Edinburgh Castle

Frontalansicht
Anderer Blickwinkel

Die Burg Edinburgh Castle gilt als eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Schottlands. Sie steht im Zentrum von Edinburgh auf dem Castle Rock.

Inhaltsverzeichnis

Geologie und erste Besiedlung

Der Castle Rock ist der Basaltkegel eines erloschenen Vulkans. Das Plateau des Kegels liegt etwa 120 Meter über dem Meer und circa 80 Meter über dem umliegenden Gelände. Nach drei Seiten hin fällt der Kegel fast senkrecht ab. An der Ostseite ist die Steigung hingegen so gering, dass das Bergplateau auf dieser Seite problemlos zu Fuß zu erreichen ist. Diese geologische Besonderheit machte den Castle Rock schon früh zu einem idealen Platz für den Bau einer Verteidigungsanlage bzw. zu einem Rückzugsort bei drohender Gefahr.

Bei mehreren archäologischen Ausgrabungen auf dem Gelände der heutigen Anlage konnten Besiedlungsspuren nachgewiesen werden, die bis etwa ins 9. Jahrhundert vor Christus zurückreichen. Ab dem 2. Jahrhundert nach Christus lässt sich aufgrund der archäologischen Funde eine kontinuierliche Besiedlung des Castle Rocks mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit annehmen[1].

Geschichte und "Stone of Scone"

Edinburgh Castle 1675 (mit geplanten, aber nicht realisierten Vorwerken)

Wann der Castle Rock zum ersten Mal mit einer Burg bebaut wurde, ist nicht sicher zu datieren. In dem in walisischer Sprache verfassten Epos Y Gododdin wird im Zusammenhang mit Kampfhandlungen, die vermutlich im 7. Jahrhundert stattgefunden haben, Din Eidyn erwähnt, was übersetzt so viel wie Burg des Eidyn bedeutet. Dementsprechend wird allgemein davon ausgegangen, dass der Castle Rock im 7. Jahrhundert mit einer Burg bebaut war. Diese Annahme ist aber mit vielen Unsicherheiten behaftet. Archäologisch nachweisen lässt sich lediglich, dass der Castle Rock im frühen Mittelalter bewohnt war. Ob es sich dabei um eine Burg gehandelt hat, ist aber nicht mehr feststellbar. Darüber hinaus ist es fraglich, ob es sich bei dem in Y Gododdin erwähnten Din Eidyn tatsächlich um Edinburgh handelt.[2]

Die erste zweifelsfreie urkundliche Erwähnung von Edinburgh Castle findet sich in der Chronica gentis Scotorum. Dies ist eine von John of Fordun im 14. Jahrhundert verfasste Chronik Schottlands. In ihr wird im Zusammenhang mit dem Tod von König Malcom III im Jahr 1093 eine Burg in Edinburgh erwähnt. Dieses Datum korrespondiert sehr gut mit der heutigen Bausubstanz. Das älteste erhaltene Gebäude, die St. Margaret’s Chapel, stammt vom Anfang des 12. Jahrhunderts. [3]. In den nachfolgenden Jahrhunderten wurde Edinburgh Castle vielfach belagert, zerstört und wieder aufgebaut. Während der schottischen Unabhängigkeitskriege (1296 – 1357) wurde es mehrfach von Englischen Truppen erobert bzw. von schottischen Truppen zurückerobert, wobei die vorhandene Bausubstanz zum Großteil zerstört wurde. Weitere Belagerungen folgten in den Jahren 1571 bis 1573, 1640, 1650, 1689 und 1745. Als Folge der zahlreichen Kampfhandlungen wurden die Befestigungsanlagen immer wieder erneuert und ausgebaut, so dass sich heute auf dem Bergplateau Gebäude aus fast allen Jahrhunderten nach 1200 finden. Da Teile des Castles noch heute von der 2. Britischen Infanteriedivision als Garnison genutzt werden, stammen die neuesten Bauten aus dem 21. Jahrhundert[4].

Seit 1996 befindet sich im Schloss der sagenumwobene Stone of Scone, auf dem seit dem Mittelalter zunächst die schottischen, später die englischen Könige gekrönt wurden und der sich seit 1296 unter dem Krönungsthron in Westminster befunden hatte.

Edinburgh Military Tattoo

Lightshow am Edinburgh Castle während des Edinburgh Military Tattoo
Massed Pipes and Drums, 2009

Direkt vor dem Schloss, auf der so genannten Esplanade, findet seit 1950 jährlich im August das größte Musikfestival Schottlands, das Edinburgh Military Tattoo statt.

Die Darbietung dauert gut anderthalb Stunden und besteht vor allem, aber nicht ausschließlich aus Militärmusik. Wichtigste Attraktion für die jährlich etwa 217.000 Zuschauer ist regelmäßig der Auftritt der Massed Pipes and Drums. Auch viele andere jedes Jahr wiederkehrende Programmpunkte wie der Lone Pipers oder die Highland Spring Dancers betonen den schottischen Charakter der Veranstaltung [5].

→ Hauptartikel: Edinburgh Military Tattoo

Die One O’Clock Gun

Die 13-Uhr-Kanone

Die One O’Clock Gun (13-Uhr-Kanone) wird täglich um Punkt 13 Uhr Ortszeit abgefeuert. Der Ursprung dieser Tradition liegt in der Zeit der Seefahrer, als die Segelschiffe im Firth of Forth eine exakte Zeitvorgabe brauchten um ihre Chronometer zu justieren. Obwohl die Kanone in der Zeit der Atomuhren eigentlich nicht mehr benötigt wird, hat sich doch das Abfeuern der Kanone zu einer eigenen Touristenattraktion entwickelt und wird deshalb fortgesetzt. Die Kanone wird zusätzlich einmal an Neujahr zur Ankunft des neuen Jahres abgefeuert.

→ Hauptartikel: One O'Clock Gun

Siehe auch

Quellen

  1. S.T. Driscoll, Peter Yeoman: Excavations within Edinburgh Castle. In: Society of Antiquaries of Scotland. 1997, ISBN 0-903903-12-1, S. 222-226.
  2. Alan MacQuarrie: Medieval Scotland: Kingship and Nation. The History Press, 2004, ISBN 0-7509-2977-4, S. 29f.
  3. Chris Tabraham: Scotland's Castles. BT Batsford/Historic Scotland, 1997, ISBN 0-7134-7965-5, S. 13.
  4. Timeline. auf: edinburghcastle.gov.uk
  5. The Royal Edinburgh Military Tattoo: Tattoo Fact File. auf: edinburgh-tattoo.co.uk

Weblinks

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