Eduard III. (England)

ÔĽŅ
Eduard III. (England)
Eduard III. mit Edward of Woodstock. Zeitgenössische Buchmalerei

Eduard III. (englisch Edward; * 13. November 1312 auf Windsor Castle; ‚Ć 21. Juni 1377 im Sheen Palace, Richmond)[1] entstammte der Dynastie der Anjou-Plantagen√™t, war von 1327 bis 1377 K√∂nig von England und Wales und gilt als einer der bedeutendsten englischen Herrscher des Mittelalters. Nach der Wiederherstellung der Autorit√§t des englischen K√∂nigs machte er sein Reich zu einer der am besten organisierten milit√§rischen M√§chte Europas. W√§hrend seiner Herrschaft gab es sowohl bei der Legislative ‚Äď das englische Parlament gewann an Macht ‚Äď als auch bei der Regierung tiefgreifende Ver√§nderungen. Er blieb 50 Jahre auf dem englischen Thron, hierin nur √ľbertroffen von Heinrich III., Georg III., Victoria und Elisabeth II.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kindheit und Jugend

Eduard III., der √§lteste Sohn von K√∂nig Eduard II. und Isabella von Frankreich, durchlebte eine schwierige Kindheit. Sein Vater Eduard II. galt als schwacher K√∂nig und erregte durch seine G√ľnstlingswirtschaft und den Verdacht auf Homosexualit√§t Unmut.

1325 kam Eduard III. an den franz√∂sischen Hof, wo er Karl IV. f√ľr das Herzogtum Guyenne den Lehenseid leistete. Um die Verweigerung der Huldigung hatte es bereits zwischen seinen beiden Vorg√§ngern Eduard I. und Eduard II. und der franz√∂sischen Krone Auseinandersetzungen gegeben. Der junge Thronfolger erkannte damit die Lehnshoheit Frankreichs √ľber dieses Gebiet und f√ľr sich selbst in der Frage dieser Besitzung den Vasallenstatus an. Kurz darauf wurde er mit Philippa von Hennegau verlobt. Damit verbunden waren Zahlungen an seine Mutter Isabella und deren Geliebten Roger Mortimer, die diesen eine Invasion in England und einen erfolgreichen Feldzug gegen Eduard II. erm√∂glichten. Unter den unzufriedenen Adligen fanden sie reichlich Unterst√ľtzung, so dass der K√∂nig am 16. November 1326 gefangen gesetzt wurde und im Januar 1327 den Verzicht auf den Thron erkl√§ren musste. Wenige Tage nach der Abdankung seines Vaters wurde Eduard III. als K√∂nig von England gekr√∂nt. Die Regentschaft f√ľr den damals 14-J√§hrigen √ľbernahmen seine Mutter und Roger Mortimer. Am 21. September 1327 lie√üen sie Eduard II. im Gef√§ngnis ermorden.

Eduard war zwar theoretisch K√∂nig von England, die wahre Herrschaft f√ľhrte jedoch Roger Mortimer, der Earl of March. Im Alter von 16 Jahren heiratete Eduard 1328 Philippa von Hennegau. Als die beiden zwei Jahre sp√§ter einen Sohn bekamen, erkannte Mortimer, dass sich seine Situation verschlechtert hatte. Nachdem er einigen Adeligen Besitz und Lehen genommen und den beliebten Earl of Arundel hatte hinrichten lassen, entzog ihm der Adel allm√§hlich die Unterst√ľtzung.

Kurz vor seinem 18. Geburtstag nutzte Eduard diese Entwicklung und st√ľrzte 1330 Roger Mortimer und Isabella. Mortimer wurde kurz darauf hingerichtet, w√§hrend Isabella auf einem Anwesen unter Hausarrest gestellt wurde. Mit diesem Coup d¬īEtat gelang es dem jungen K√∂nig, die Macht √ľber England zu ergreifen.

Krieg in Schottland

Nach der √úbernahme der Macht gelang es Eduard, die Adeligen, die Mortimer unterst√ľtzt hatten, auf seine Seite zu bringen.

Nach den Niederlagen seines Vaters gegen die Schotten nahm Eduard den Kampf gegen die n√∂rdlichen Nachbarn wieder auf. Er brach das Abkommen von Edinburgh und Northampton und erneuerte den englischen Anspruch auf die Oberhoheit in Schottland. Schnell gewann er Berwick zur√ľck und erlangte einen Sieg in der Schlacht bei Halidon Hill (1333) gegen K√∂nig David II. von Schottland. Danach verschaffte er seinem Gefolgsmann Edward Balliol die schottische Krone. Schnell jedoch erholten sich die Schotten unter Andrew Murray und besiegten in der Schlacht von Culblean (1335) Balliols Gefolgsleute, zu denen nur eine Minderheit des schottischen Adels z√§hlte. Auch mit dem Einsatz gro√üer Streitkr√§fte konnte Eduard die Schotten nicht besiegen. 1337 waren nur noch wenige Burgen wie Edinburgh, Roxburgh und Stirling im Besitz der Engl√§nder. Zwar schloss Eduard 1357 den Vertrag von Berwick mit David II., der diesen zu seinem Vasallen machte, er konnte Schottland aber nicht mehr direkt der englischen Krone unterstellen.

Der Hundertjährige Krieg

Wappen Eduards III. mit den Wappenanteilen der Plantagenet und der Kapetinger

Nach dem Tod des K√∂nigs von Frankreich, Karls IV., 1328, beanspruchte Eduard III. als Enkel von Philipp IV. den franz√∂sischen Thron f√ľr sich. Es folgte eine Zeit zunehmender Spannungen, in der der franz√∂sische K√∂nig Philipp VI. David II. unterst√ľtzte, der in Frankreich im Exil war, und franz√∂sische Schiffe s√ľdenglische K√ľstenst√§dte angriffen. 1337 besetzten franz√∂sische Truppen Eduards Lehen Aquitanien und die Grafschaft Ponthieu. Im gleichen Jahr erkl√§rte Eduard Philipp den Krieg. Vermutlich spielte dabei der Streit um die Gascogne eine gr√∂√üere Rolle als der vergleichsweise schwach begr√ľndete Thronanspruch Eduards. Damit begann der Hundertj√§hrige Krieg.

Eduard schloss ein B√ľndnis mit Kaiser Ludwig dem Bayern, er war 1338 Ludwigs Gast w√§hrend dessen Hoftages in Koblenz. Zudem unterst√ľtzten ihn zahlreiche Adlige und St√§dte am Rhein und in Flandern, die enge wirtschaftliche Verbindungen mit England hatten. Dar√ľber hinaus erhielt er Kredite italienischer Bankh√§user, wie der Peruzzi und der Bardi aus Florenz. Trotz dieser Verb√ľndeten waren seine Erfolge anfangs - au√üer in der Seeschlacht von Sluis 1340 - eher bescheiden.

Am 26. Januar 1340 erkl√§rte sich Eduard III. zum K√∂nig von Frankreich. Erst sechs Jahre sp√§ter, 1346, folgten erste milit√§rische Erfolge: Eduard begann eine gro√üangelegte Offensive, indem er mit 15.000 M√§nnern in der Normandie landete. Seine Armee gewann Caen und marschierte durch das n√∂rdliche Frankreich. Am 26. August traf er auf die Streitkr√§fte des franz√∂sischen K√∂nigs bei Cr√©cy, wo er einen der gr√∂√üten Siege des Krieges errang. In der Zwischenzeit nahmen seine Truppen zuhause den zur√ľckgekehrten schottischen K√∂nig David II. gefangen. Nach der Befriedung der n√∂rdlichen Grenze konnte sich Eduard auf Frankreich konzentrieren.

Bald darauf folgte ein weiterer Erfolg: Die ein Jahr andauernde Belagerung von Calais endete 1347 mit dessen Eroberung. Der √úberlieferung zufolge wollte Eduard aus Zorn √ľber die lange Belagerung sechs B√ľrger h√§ngen lassen. Daraufhin habe sich die schwangere K√∂nigin Philippa vor ihm hingekniet, um f√ľr sie zu bitten, worauf Eduard sie verschonte. Calais wurde zu einem Symbol f√ľr beide Seiten: F√ľr die Engl√§nder war es ein "Br√ľckenkopf" nach Frankreich, f√ľr die Franzosen eine gro√üe Schmach.

Ab etwa 1346 √ľbernahm Eduards √§ltester Sohn, Edward of Woodstock, der ‚ÄěSchwarze Prinz‚Äú, weitgehend die Kriegsf√ľhrung in Frankreich, w√§hrend sich der K√∂nig selbst auf Schottland konzentrierte. 1347 starb Eduards Verb√ľndeter, Kaiser Ludwig, und dessen Sohn Ludwig V., Herzog von Bayern, bot dem englischen K√∂nig seine Unterst√ľtzung an, wenn er gegen seinen Konkurrenten Karl von B√∂hmen um den Titel des r√∂mischen Kaisers antreten sollte. Da Eduard keinen zweiten Kriegsschauplatz im Reich er√∂ffnen wollte, lehnte er dieses Angebot ab. 1348 setzte die Pest, der ungef√§hr ein Drittel der europ√§ischen Bev√∂lkerung zum Opfer fiel, jedem weiteren Kriegf√ľhren ein Ende. Auch die Familie Eduards blieb nicht verschont: Seine Tochter Johanna, die auf dem Weg zu ihrer Hochzeit mit dem K√∂nig von Kastilien gewesen war, starb in Bordeaux.

Wegen der milit√§rischen Erfolge des Prinzen, unter anderem in der Schlacht bei Poitiers (1356), kam es 1360 zum Frieden von Br√©tigny, in dem Eduard zwar auf den franz√∂sischen Thronanspruch verzichtete, daf√ľr aber Calais, Ponthieu und Aquitanien bekam. 1369 brachen die K√§mpfe in Frankreich wieder aus, die in den Folgejahren zum Verlust der Gebiete f√ľhrten, die in dem Friedensschluss gewonnen worden waren.

Die andauernden Kriege mit ihren st√§ndig steigenden Kosten hatten auch innenpolitische Folgen. Verst√§rkt wurden die finanziellen Probleme durch zwei Pestepidemien, die bereits erw√§hnte 1348, sowie eine weitere von 1359 bis 1361 sowie durch eine schwere Inflation. Da das Parlament dem K√∂nig die Steuererhebung genehmigen musste, erhielt es von ihm zahlreiche Zugest√§ndnisse. Ebenso erkaufte Eduard sich die Unterst√ľtzung einzelner Magnaten durch finanzielle und rechtliche Zugest√§ndnisse und eine Heiratspolitik, die die gro√üen Familien des Landes eng an das K√∂nigshaus band.

In der Religionspolitik verfolgte Eduard einen antip√§pstlichen Kurs, der 1366 seinen H√∂hepunkt mit dem Widerruf der p√§pstlichen Lehnshoheit √ľber England fand, welche seit etwa 1200 bestanden hatte.

Alter

Im Alter (ab etwa 1371) wurde Eduard III. senil und seine ehemals energische Herrschaft wurde zunehmend von Tr√§gheit und milit√§rischen Misserfolgen gepr√§gt. Nach dem Tod seiner wichtigsten Vertrauten und Ratgeber, wie seiner Frau Philippa oder Henry von Grosmonts, einem der f√§higsten Offiziere Eduards, ging die Regierungsgewalt an eine Gruppe von G√ľnstlingen und M√§tressen √ľber. Einzig sein j√ľngerer Sohn John of Gaunt, 1. Duke of Lancaster, der nach dem Tod des Schwarzen Prinzen die Regierungsgesch√§fte f√ľhrte, verstand etwas von Politik, doch auch er konnte die milit√§rischen Misserfolge nicht verhindern. Ein Versuch - gef√ľhrt vom zweiten Sohn des K√∂nigs, Lionel, - die Kontrolle √ľber die irischen F√ľrsten zu erlangen, scheiterte. Zudem hatte es nach Poitiers an der franz√∂sischen Front eine Reihe von R√ľckschl√§gen f√ľr die Engl√§nder gegeben, da der neue franz√∂sische K√∂nig Karl V. zusammen mit seinem Connetable Bertrand du Guesclin jedes milit√§rische Vorhaben der Engl√§nder vereitelte und St√ľck f√ľr St√ľck des Landes zur√ľck gewann, das sein Vater verloren hatte. Schlie√ülich blieb den Engl√§ndern nur ein kleiner Rest ihrer Besitzungen in Frankreich, n√§mlich Bordeaux, Calais und Bayonne.

Die hohen Steuern f√ľr scheiternde Unternehmungen in Frankreich f√ľhrten 1376 zum ‚ÄěGuten Parlament‚Äú, das in einer bis dahin f√ľr englische Parlamente einmaligen Machtentfaltung den Sturz m√§chtiger G√ľnstlinge um Alice Perrers erzwang. Weiterhin verlangten die Abgeordneten eine j√§hrliche Parlamentssitzung, die Wahl und nicht die Ernennung von Abgeordneten, sowie Gesetze gegen willk√ľrliche Praktiken der Regierung. Die Parlamentsbeschl√ľsse richteten sich vor allem gegen John of Gaunt, der jedoch ein Jahr sp√§ter die Autonomie des Parlaments wieder beschnitt.

Eduard hatte mit diesen Vorgängen nicht mehr viel zu tun, da er etwa ab 1375 jegliche Einmischung in die Politik aufgegeben hatte. Er starb an einem Schlaganfall 1377 in Sheen und wurde in der Westminster Abbey bestattet. Sein Enkel, Richard II., folgte ihm auf den Thron.

Kulturhistorische Aspekte

Sprache und Kunst

In die Zeit Eduards und seines Nachfolgers Richard II. fiel eine der wichtigsten kulturpolitischen Z√§suren der englischen Geschichte. In Vollendung eines Prozesses, der mit Eduard I. begonnen hatte, bildete sich aus den verschiedenen englischen Dialekten das Mittelenglische als gemeinsame Hochsprache, das schnell das Franz√∂sische ersetzte. Vorangegangen war ein Assimilierungsprozess der urspr√ľnglich normannischen, also franz√∂sischsprachigen Oberschicht. Eduard III. war der letzte englische K√∂nig, dessen Muttersprache Franz√∂sisch war. 1362 wurde Englisch auch offiziell statt des bisher verwendeten Franz√∂sisch Amtssprache. Im selben Jahr hielt der Kanzler zum ersten Mal eine englische Er√∂ffnungsrede vor dem Parlament. 1386 ging zum ersten Mal eine englischsprachige Petition beim Parlament ein. Auch in der Kunst l√∂ste sich die englische Kultur dieser Epoche zunehmend von franz√∂sischen Vorbildern.

Nationalbewusstsein und Adel

Die gesamte Politik Eduards III. baute auf dem Adel als St√ľtze f√ľr Krieg und Verwaltung auf. W√§hrend sein Vater Eduard st√§ndig im Konflikt mit dem Gro√üteil des Adels war, gelang es Eduard, eine Gemeinschaft zwischen sich und seinen Untergebenen herzustellen. Ein genialer Schachzug zur Einigung des Adels gelang Eduard mit der Gr√ľndung des Hosenbandordens (1348), der der Tafelrunde K√∂nig Artus' nachgebildet war. Im Gegensatz zu seinen Vorg√§ngern, die die W√ľrde eines Earls nur selten verliehen hatten, belehnte Eduard an nur einem Tag im Jahr 1337 sechs Gefolgsm√§nner damit. Daneben schuf er den neuen Titel des Dukes, der an seine nahen Verwandten vergeben wurde. Wegen seiner Kriegspolitik ben√∂tigte der K√∂nig den Adel und zugleich eine St√§rkung der nationalen Identit√§t. Die Furcht vor einer franz√∂sischen Invasion erzeugte ein Gef√ľhl nationaler Einheit und bezog zunehmend auch die Aristokraten in die sich herausbildende Nation ein; diese hatten sich bis dahin, seit der Eroberung Englands 1066, oft mehr als Franzosen, denn als Engl√§nder gef√ľhlt. Erst unter Eduard begann die Oberschicht, sich endg√ľltig als englisch zu verstehen, was sich auch in einer zunehmenden Verwendung der englischen Sprache zeigte.

Beurteilung durch Historiker

Eduard III. genoss eine bis dahin f√ľr englische K√∂nige unbekannte Beliebtheit und sogar die Probleme w√§hrend seiner sp√§teren Regierungszeit wurden nie dem K√∂nig selbst zu Last gelegt. Eduards Zeitgenosse, der Historiker und wichtigste Chronist des Hundertj√§hrigen Krieges, Jean Froissart, schrieb in seinen Chroniken, dass es ‚Äěniemanden seinesgleichen seit den Tagen K√∂nig Artus¬ī‚Äú[2] gegeben habe. Diese Ansicht blieb lange bestehen, bis sich das Bild des K√∂nigs √§nderte. Der Historiker und Bischof von Oxford William Stubbs[3] befand, dass dessen Anstrengungen, Frankreich zu erobern, unn√∂tig gewesen w√§ren, und kritisierte, dass er seine Verantwortung f√ľr die eigene Nation vernachl√§ssigt und die Entwicklung des Parlaments zu wenig voran getrieben habe. Diese Sicht blieb aufgrund von Stubbs' gro√üem Einfluss lange historisches Allgemeingut. Erst der Medi√§vist May McKisack[4] √ľbte 1960 in einem Artikel ‚ÄěEdward III. and the Historians‚Äú Kritik an der Meinung von Stubbs. Seiner Ansicht nach war es nicht die Aufgabe eines mittelalterlichen K√∂nigs, f√ľr eine parlamentarische Monarchie zu arbeiten, sondern Ordnung zu bewahren und Probleme zu beheben. Eduard III. gelang dies, nach McKisack. Diese positive Sicht blieb in den letzten 40 Jahren weitgehend bestehen, erst der Historiker Norman Cantor[5] beschrieb Eduard als ‚Äěhabgierig und sadistisch‚Äú sowie als ‚Äědestruktiv und gnadenlos‚Äú. In der gesamten Medi√§vistik scheint Cantor mit dieser negativen Beurteilung Eduards jedoch keine Gefolgschaft zu finden.

Charakter

Eduards Jugend war gepr√§gt von ‚Äěerbarmungslosen Machtk√§mpfen, die zu der Ermordung der Vertrauten seines Vaters f√ľhrten‚Äú. Er musste tatenlos zusehen, wie seine Mutter und ihr Geliebter seinen homosexuellen Vater hinrichten lie√üen. ‚ÄěSoweit die Geschichtsschreibung wei√ü‚Äú, ‚Äěschien er von diesen Schrecken ‚Ķ unber√ľhrt‚Äú.[6] Nach allem, was von Eduards Charakter bekannt ist, war er impulsiv und temperamentvoll. Es wird berichtet, er habe einen ‚Äějungenhaften Charme‚Äú gehabt und sei von einer gewissen ‚Äějungenhaften Launenhaftigkeit‚Äú gewesen.[7] Zugleich war er jedoch auch bekannt f√ľr seine Milde, was wohl auch das Verdienst seiner Gattin Philippa war. So verschonte er auf ihre Bitte hin die B√ľrger von Calais.

Sowohl in seinen religi√∂sen Ansichten, als auch in seinen Interessen war Eduard ein f√ľr diese Zeit gew√∂hnlicher Mann. Seine Lieblingsbesch√§ftigungen waren der Krieg, die Jagd und Turniere. Er liebte den Ruhm ‚Äěund nicht zuletzt ein extravagantes Auftreten‚Äú.[8] Ungew√∂hnlich f√ľr seine Zeit war seine au√üergew√∂hnliche Zuneigung zu seiner Frau Philippa. W√§hrend in dieser Zeit die Ehe unter Adeligen vor allem als Mittel der B√ľndnispolitik angesehen wurde, scheint er seine Frau wirklich geliebt zu haben. Trotz dieser gl√ľcklichen Ehe war er wahrscheinlich von M√§tressen und Kurtisanen umgeben. Der Historiker Ian Morton vertritt eine These, die der g√§ngigen Lehrmeinung gegen√ľbersteht: Ihm zufolge gibt es keinen Beweis f√ľr eine Liebschaft au√üer der Beziehung zu Alice Perrers, als Philippa schon krank war. Au√üergew√∂hnlich f√ľr einen K√∂nig seiner Zeit war auch, dass keiner seiner f√ľnf erwachsenen S√∂hne jemals versuchte, gegen seinen Willen zu handeln oder ihn abzusetzen, was auf eine gute Vater-Sohn-Beziehung schlie√üen l√§sst.

Ahnentafel

 
 
 
Philipp III.
Frankreich
(1270‚Äď1285)
 
Isabella von Aragón
Aragón
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Philipp IV.
Frankreich
(1285‚Äď1314)
 
Johanna von Navarra
Navarra
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Karl I.
Hz. v. Valois
(† 1325)
 
Marguerite von Anjou-Sizilien
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ludwig X.
Frankreich
(1314‚Äď1316)
 
Philipp V.
Frankreich
(1316‚Äď1322)
 
Karl IV.
Frankreich
(1322‚Äď1328)
 
Isabella von Frankreich
 
Eduard II.
England
(1307‚Äď1327)
 
 
 
Philipp VI.
Frankreich
(1328‚Äď1350)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Eduard III.
England

Die Kinder Eduards III. und die Rosenkriege

In den Rosenkriegen k√§mpften die Abk√∂mmlinge Eduards III. um den englischen Thron. Jeder Zweig der Familie behauptete, einen gewichtigeren Anspruch auf den Thron zu haben als die anderen. Die Kontrahenten begr√ľndeten ihre Anspr√ľche unter anderem damit, dass ihre Vorfahren √§lter seien, dass sie in m√§nnlicher Linie von Eduard abstammen w√ľrden oder einer legitimen Ehe entsprungen seien. Eduards Kinder waren im Einzelnen:

  • Edward of Woodstock (1330‚Äď1376), der ‚ÄěSchwarze Prinz‚Äú, Prince of Wales, Duke of Cornwall und Herzog von Aquitanien und Earl of Chester, heiratete Joan of Kent, die ihm die S√∂hne Edward (1365‚Äď1372) und Richard II. (1367‚Äď1400) gebar. Der erste Sohn des Schwarzen Prinzen starb sehr jung und der zweite blieb kinderlos. Mit der Ermordung Richards II. durch seinen Cousin und Nachfolger Henry IV. starb die √§lteste Linie des englischen K√∂nigshauses aus.
  • Isabella of England (1332‚Äď1379) ‚ąě Enguerrand VII. de Coucy (Haus Gent)
  • Joan of England (1335‚Äď1348) starb auf dem Weg zu ihrem Br√§utigam Peter von Kastilien in S√ľdfrankreich an der Pest.
  • William of Hatfield (*/‚Ć 1335) starb im Alter von etwa f√ľnf Monaten und wurde im York Minster beigesetzt.
  • Lionel of Antwerp (1338‚Äď1368) war Duke of Clarence und Earl of Ulster. Seine Tochter Philippa heiratete ein Mitglied der Mortimer-Linie. Deren Enkelin heiratete den Earl of Cambridge, der wiederum dem Haus York entstammte, was zu einer Verschmelzung dieser Linien f√ľhrte.
  • John of Gaunt (1340‚Äď1399), Duke of Lancaster und Herzog von Aquitanien, Earl of Richmond, Derby und Leicester. Seine legitimen Erben waren die Lancasters: Heinrich IV., der den Thron seines Cousins Richards II. usurpierte, Heinrich V. und Heinrich VI., der den Thron an Eduard IV. verlor, den ersten K√∂nig des Hauses York. Das einzige Kind Heinrichs VI. war in einem der Rosenkriege get√∂tet wurden, sodass die Lancaster-Linie ebenfalls ausstarb. Johns zwar legitimierte, aber von der Thronfolge ausgeschlossene Erben waren die Beauforts. Das Haus Tudor geht auf seine Urenkelin Margaret Beaufort zur√ľck.
  • Edmund of Langley (1341‚Äď1402), Duke of York und Earl of Cambridge, war der Stammvater des Hauses York. Als es mit der Linie Clarence-Mortimer verschmolz, nahm es f√ľr sich in Anspruch, den √§ltesten Anspruch auf den Thron zu haben, da die Lancasters von einem j√ľngeren Sohn als Lionel abstammten und der Thronanspruch der Tudors auf eine au√üereheliche Verbindung zur√ľckging.
  • Blanche Plantagenet (*/‚Ć 1342) starb noch als S√§ugling.
  • Mary Plantagenet (1344‚Äď1362) ‚ąě Johann dem Eroberer, Herzog der Bretagne
  • Margaret Plantagenet (1346‚Äď1361) ‚ąě John Hastings, 2. Earl of Pembroke
  • Thomas of Windsor (*/‚Ć 1347) starb gleich nach der Geburt.
  • William of Windsor (*/‚Ć 1348) starb noch als S√§ugling.
  • Thomas of Woodstock (1355‚Äď1397) war Duke of Gloucester und Earl of Buckingham and Essex. Seine Tochter Anne of Gloucester heiratete Edmund Stafford, woraufhin die Staffords zu Dukes of Buckingham erhoben wurden. Kein Mitglied dieser Linie war jemals ein ernstzunehmender Anw√§rter auf die Krone, bis Henry Stafford, 2. Duke of Buckingham 1483 gegen K√∂nig Richard III. rebellierte.

Literatur

  • John Robert Maddicott: Eduard III., K√∂nig von England (1327-77). In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 3, Artemis & Winkler, M√ľnchen/Z√ľrich 1986, ISBN 3-7608-8903-4, Sp. 1588‚Äď1590.
  • W. M. Ormrod: Edward III (1312‚Äď1377), king of England and lord of Ireland, and duke of Aquitaine. In: H. C. G. Matthew, Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography, from the earliest times to the year 2000 (ODNB), Oxford University Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-861411-X, online, Stand: Januar 2008 (Lizenz erforderlich) (englisch) (nicht eingesehen) 
  • William Hunt: Edward III. In: Leslie Stephen (Hrsg.): Dictionary of National Biography (DNB), Band 17 (Edward - Erskine), MacMillan & Co, Smith, Elder & Co., New York City, London 1889, S. 48‚Äď70 (englisch)
  • M. McKisack: Edward III and the historians. In: History. Nr. 45, 1960.
  • W. M. Omrod: The Reign of Edward III. Yale University Press, New Haven and London 1990, ISBN 0-300-04876-9.

Weblinks

 Commons: Eduard III. (England) ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Royal Richmond timeline (dort Schreibweise Shene; Sheen Palace steht z.B. bei Anthony Emery: Greater Medieval Houses of England and Wales, 1300-1500: East Anglia, Central England, and Wales. Cambridge University Press, Cambridge 2000, ISBN 9780521581318, S. 350 (in Google Books).)
  2. ‚ÜĎ Ormrod, Reign of Edward III, 1.
  3. ‚ÜĎ Stubbs, William. The Constitutional History of England, zitiert in McKisack, Edward III and the historians, 3.
  4. ‚ÜĎ McKisack, Edward III and the historians, 4.
  5. ‚ÜĎ Cantor, In the Wake of the Plague, 5.
  6. ‚ÜĎ Tuchmann, Barbara: ‚ÄěEin ferner Spiegel‚Äú. 6.
  7. ‚ÜĎ Cambridge Medieval History, Vol. VII, 6.
  8. ‚ÜĎ Tuchmann, Barbara: ‚ÄěEin ferner Spiegel‚Äú. 8.


Vorgänger Amt Nachfolger
Eduard II. König von England
1327‚Äď1377
Richard II.
Lord von Irland
1327‚Äď1377
Herzog von Guyenne
1325‚Äď1362
Eduard von Woodstock
Eduard von Woodstock Herzog von Guyenne
1376‚Äď1377
Richard II.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen W√∂rterb√ľchern nach:

  • Eduard I. (England) ‚ÄĒ Eduard und Eleonore Eduard I., englisch Edward I, auch Edward Longshanks (Eduard Langbein) und Hammer of the Scots (Hammer der Schotten) genannt (* 17. Juni 1239 in Westminster, London, England; ‚Ć  ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Eduard IV. (England) ‚ÄĒ Eduard IV. von England Eduard IV. (* 28. April 1442 in Rouen; ‚Ć 9. April 1483) aus dem Haus York war von 1461 bis 1470 und von 1471 bis 1483 K√∂nig von England. Inhaltsverzeichnis ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Eduard II. (England) ‚ÄĒ Eduard II. von England Prinz Eduard wird von seinem Vater zum Prince of Wales gekr√∂nt. Darstellung aus der Chronica Roffen ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Eduard V. (England) ‚ÄĒ Eduard V. Wappen von K√∂nig Eduard V. Eduard V. (* 2 ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Eduard III. von England ‚ÄĒ Eduard III., Illustration aus Cassell s History of England Century Edition (ca. 1902) Eduard III. (engl. Edward; * 13. November 1312 in Windsor; ‚Ć 21. Juni 1377 in Sheen Palace (ein Vorg√§ngerbau von Richmond Palace, lag im heutigen Londoner… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Eduard III. ‚ÄĒ Eduard hie√üen folgende Herrscher: Inhaltsverzeichnis 1 Eduard 2 Eduard I. 3 Eduard II. 4 Eduard III. 5 Eduard IV. 6 Eduard V./ ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Eduard III. ‚ÄĒ Eduard III., K√∂nig von England, 1327 77, Sohn und Nachfolger des vorigen, geb. 13. Nov. 1312 zu Windsor, unterwarf die Schotten aufs neue, nahm nach dem Tode seines kinderlosen Oheims, K√∂nig Karls IV. von Frankreich, die franz. Krone in Anspruch ‚Ķ   Kleines Konversations-Lexikon

  • Edward III. (England) ‚ÄĒ Eduard III., Illustration aus Cassell s History of England Century Edition (ca. 1902) Eduard III. (engl. Edward; * 13. November 1312 in Windsor; ‚Ć 21. Juni 1377 in Sheen Palace (ein Vorg√§ngerbau von Richmond Palace, lag im heutigen Londoner… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Richard III. (England) ‚ÄĒ Richard III. von England Unterschrift von K√∂nig Richard III ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Heinrich III. (England) ‚ÄĒ Kr√∂nung K√∂nig Heinrichs III. von England. (Darstellung aus dem 13. Jahrhundert) Heinrich III., eng. Henry III (* 1. Oktober 1207, Winchester; ‚Ć 16. November 1272, Westminster Palast) aus dem Haus Plantagenet ist einer der weniger bekannten… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select ‚ÄúCopy Link‚ÄĚ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.