Ehrenamt

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Ehrenamt
Eine Briefmarke von 2008 wĂŒrdigt das Ehrenamt

Ein Ehrenamt im ursprĂŒnglichen Sinn ist ein ehrenvolles und freiwilliges öffentliches Amt, das nicht auf Entgelt ausgerichtet ist. Man leistet es fĂŒr eine bestimmte Dauer regelmĂ€ĂŸig im Rahmen von Vereinigungen, Initiativen oder Institutionen und kann in einigen FĂ€llen dazu verpflichtet werden. Ein Ehrenamt wird unter UmstĂ€nden auch aberkannt. FĂŒr ehrenamtliche TĂ€tigkeit fĂ€llt in manchen FĂ€llen eine AufwandsentschĂ€digung an. Heute wird „Ehrenamt“ zunehmend gleichbedeutend mit Begriffen wie „Freiwilligenarbeit“, „BĂŒrgerschaftliches Engagement“ verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Beispiele fĂŒr EhrenĂ€mter

Reinigung der KĂŒste in Galicien durch Freiwillige nach Ölpest

EhrenĂ€mter im oben beschriebenen Wortsinn gibt es in der Bundesrepublik Deutschland noch in der Justiz (ehrenamtliche Richter) und als Gemeinderatsmitglieder oder Helfer bei allgemeinen Wahlen und VolkszĂ€hlungen. Zur Übernahme eines solchen Ehrenamtes können BĂŒrger gesetzlich verpflichtet werden. Sie erhalten dann eine gesetzlich festgelegte AufwandsentschĂ€digung und obligatorische Arbeitsfreistellung.

Wer zur ehrenamtlichen Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben in das BeamtenverhĂ€ltnis berufen wird (z. B. ehrenamtliche BĂŒrgermeister, Handelsrichter und Wahlkonsuln), ist Ehrenbeamter. Dies gilt nicht fĂŒr Schöffen und Laienrichter, die, obwohl mit allen richterlichen Befugnissen und Verantwortlichkeiten versehen, auch als bloße Beisitzer bezeichnet und behandelt werden.

Der Begriff im Wandel

Den mit dem Begriff „Ehrenamt“ verbundenen Bedeutungs- und Wertewandel illustriert sehr anschaulich der diesbezĂŒgliche Stichworteintrag in der Allgemeinen EncyclopĂ€die der Wissenschaften und KĂŒnste von 1838:

„Ehrenamt, verschieden von Ehrenposten und eine Unterart der Ehrenstellen, bezeichnet ein solches öffentliches Amt, das entweder mit keinem oder nur einem geringen Gehalt, auch, seiner Absicht nach, nicht mit der Hoffnung auf Erlangung eines besoldeten Amtes verbunden ist. Den letzten Zusatz bedarf diese Definition in neuerer Zeit darum, weil es im Staate jetzt Anstellungen gibt, die nicht den Charakter der EhrenĂ€mter haben, welchen wir nachher sogleich nĂ€her auseinandersetzen werden, und denen sich doch der Verwaltende umsonst unterzieht. Dies sind nĂ€mlich diejenigen, bei deren Errichtung sogleich die Absicht ist, daß sie darum, besonders von jungen Leuten, ambiert werden sollen, um sich darin die nöthigen Fertigkeiten fĂŒr besoldete StaatsĂ€mter zu erwerben und so zu diesen zu gelangen. Wir meinen damit die Ämter der Asculatoren, Referendarien, Auditoren und unbesoldeten Assessoren bei Landeskollegien und anderen Landesstellen. Daß diese Ämter Ehrenstellen sind, lĂ€ĂŸt sich nicht bezweifeln, nur nicht EhrenĂ€mter in der eigentlichen jetzigen Bedeutung des Wortes. 
 Ehrenamt nennt man jetzt ein solches Amt vorzugsweise darum, weil es von den Emolumenten öffentlicher Ämter nichts, als die mit jedem öffentlichen Amte verbundene WĂŒrde – Ehre dem Verwalter desselben gibt.“

– Allgemeine EncyclopĂ€die der Wissenschaften und KĂŒnste, S. 426)

Umfang des Ehrenamtes in Deutschland

Jeder Dritte in Deutschland engagiert sich ehrenamtlich (siehe Ergebnisse des Freiwilligensurveys oder der EnquĂȘte-Kommission zum bĂŒrgerschaftlichen Engagement). Ehrenamtliches Engagement ist jedoch mindestens so schwer zu definieren wie Arbeit, die Ergebnisse von Datenerhebungen zum Ehrenamt hĂ€ngen daher von der jeweiligen Definition ab.

Geschichte des Ehrenamts

In der gesamten abendlĂ€ndischen Tradition, sei es aus der Sicht der klassischen Antike oder der des Christentums, gehört der individuelle Beitrag zum allgemeinen Wohl unverzichtbar zu einem sinnerfĂŒllten Leben. Schon in den Stadtgesellschaften der Antike Griechenlands war es Sache jeden mĂ€nnlichen BĂŒrgers, sich fĂŒr das Gemeinwesen zu interessieren, fĂŒr dessen Wohl zu engagieren und in den Versammlungen ĂŒber die Belange der Stadt zu diskutieren. Da Sklaven (und Frauen) die produktiven Arbeiten ausfĂŒhrten, verfĂŒgten die freien mĂ€nnlichen BĂŒrger ĂŒber genĂŒgend freie Zeit dafĂŒr (wie auch im Römischen Reich galt jedoch, dass die Arbeitenden vom öffentlichen Leben ausgeschlossen waren). Wer an solchen Versammlungen nicht teilnahm und sich auch den Angelegenheiten des Gemeinwesens verweigerte, war ein idiĂłtes, also ein Privatmensch: „Wer an den Dingen der Stadt keinen Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter BĂŒrger“, formulierte es der Athener Perikles etwa 500 vor Christus. Die Hochherzigkeit galt als eine jener Eigenschaften, derer sich vornehm gesinnte MĂ€nner befleißigen sollten. Aristoteles definierte sie als Freigiebigkeit, wobei die GrĂ¶ĂŸe des erbrachten Opfers in Relation mit dem betriebenen Aufwand gesetzt werden muss. Das Archontat, das Beamtentum, wurde im Laufe der Zeit immer mehr zu einem Ehrenamt.

Auch im Römischen Reich und spĂ€ter in den italienischen StĂ€dterepubliken, die sich in Religion und Moral an der griechischen Philosophie orientierten, war die Tugend der aktiven BĂŒrgerschaft, sich fĂŒr das Gemeinwohl zu engagieren, stark ausgeprĂ€gt. So bezeichnete „Magistratur“ das durch Volkswahlen in den Komitien verliehene ordentliche staatliche Ehrenamt (honos; siehe dazu auch cursus honorum). Allerdings wurde dies meist ohne jede politische Einflussmöglichkeit zugeteilt und bekleidet. In der folgenden Zeit des Prinzipats geriet das Amt des Consulats zu einem Ehrenamt.

Eine andere Wurzel des sozialen Engagements findet sich in der christlichen Tradition im Liebesgebot der Bibel, das in der FrĂŒhzeit jedoch oftmals noch mit der Sicherung der eigenen Versorgung verknĂŒpft war. Schon im Mittelalter wurde es durch die Versorgung von Armen mit Almosen vereinzelt umgesetzt. So verbindet etwa der zunĂ€chst als Ritterorden gegrĂŒndete Johanniterorden, der seit 1099 in Jerusalem ein Spital fĂŒr Arme, Alte und Kranke unterhielt, den christlichen Glauben zu wahren und Notleidenden zu helfen. Die EhrenĂ€mter waren tatsĂ€chlich noch mit dem Erwerb von Ehre verbunden; adlige Personen, spĂ€ter auch BĂŒrger mit hoher Bildung, gesellschaftlichem Ansehen und Reichtum konnten solche bekleiden und damit ihre Ehre noch erhöhen bzw. (im Falle der BĂŒrger) erst erhalten. Die Titelverleihung war eine verbreitete Form zur Gewinnung von Vasallen, spĂ€ter auch zur Einbindung von StĂ€nden.

In der Zeit nach der Reformation ließ sich Ehre durch Dienst am Gemeinwesen verdienen. Die Möglichkeit der Mitbestimmung des BĂŒrgertums schrieb zum ersten Mal die Preußische StĂ€dteordnung von 1808 fest, die die kommunale Selbstverwaltung regelte und mit der auch die Bedeutung des Ehrenamts wuchs. In der preußischen StĂ€dteverordnung liegt auch der Ursprung des in Deutschland immer noch ĂŒblichen Begriffs der ehrenamtlichen Arbeit. § 191 legte fest, dass die BĂŒrger zur Übernahme öffentlicher StadtĂ€mter verpflichtet werden können, ohne dafĂŒr Entgelt zu beanspruchen. Ehrenbeamte standen der sozial-karitativen Arbeit vor, die aber Frauen ausfĂŒhrten.

Mit der Entwicklung des BĂŒrgertums lösten ProduktivitĂ€t und Arbeit das Ideal der republikanischen Gemeinwohlorientierung mehr und mehr ab. „Ein moralischer und tugendhafter Mensch wurde nicht mehr von seiner öffentlichen, fĂŒr das Gemeinwohl einstehenden TĂ€tigkeit her definiert, sondern von seiner ökonomischen TĂ€tigkeit her bestimmt. WĂ€hrend dieser Zeit begannen sich die bĂŒrgerlichen Gesellschaften mehr und mehr als reine Interessengesellschaften zu verstehen, in denen der ursprĂŒngliche politische Freiheitsbegriff auf die Freiheit, die eigenen ökonomischen Interessen durchzusetzen, verkĂŒrzt wurde.“[1]

Mitte bis Ende des 18. Jahrhunderts entstanden offizielle und organisierte Armensysteme mit ehrenamtlichen Helfern, die als erste UrsprĂŒnge der modernen Sozialarbeit gelten können. Es stellt die eigentliche Form des heute noch verbreiteten sozialen Ehrenamtes dar. So entstand 1788 in Hamburg das „Hamburger Armensystem“: Die Stadt wurde in 60 Bezirke mit je drei ehrenamtlichen Armenpflegern eingeteilt.

In der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts entwickelten ehrenamtlich tĂ€tige BĂŒrger die kommunale Armenpflege und schafften damit die Grundlage fĂŒr die moderne organisierte Sozialarbeit. In diesem Zusammenhang ist etwa Johann Hinrich Wichern zu nennen, der die soziale Verantwortung des Staats einforderte und mit seinen Erziehungsheimen zum BegrĂŒnder der Diakonie wurde. Am 9. Juli 1852 erließ Elberfeld eine neue Armenordnung – als „Elberfelder System“ kĂŒnftiges Vorbild der Armenpflege im gesamten Deutschen Reich. Die Stadt wurde in 26 wiederum in Quartiere unterteilte Bezirke aufgeteilt, wobei fĂŒr jedes Quartier ein ehrenamtlicher Armenpfleger zustĂ€ndig war. Auch die Bedeutung der beginnenden Frauenbewegung im 19. Jahrhundert fĂŒr die ehrenamtliche TĂ€tigkeit sollte man nicht unterschĂ€tzen.

In der Zeit des Nationalsozialismus musste das Ehrenamt zwangsweise zum „Wohle des Volksganzen“ ausgefĂŒhrt werden.

1957 wurde die Aktion Gemeinsinn wĂ€hrend einer Spezialtagung ĂŒber Werbung und Ethik in der Evangelischen Akademie Bad Boll zur Förderung des Ehrenamts in der Bundesrepublik Deutschland nach amerikanischem Vorbild gegrĂŒndet.

Rolle des Ehrenamtes in Deutschland

In Deutschland sind 23 Millionen Menschen ĂŒber 14 Jahren ehrenamtlich in Vereinen, VerbĂ€nden, Initiativen oder Kirchen tĂ€tig. Viele Bereiche des öffentlichen und sozialen Lebens wĂŒrden ohne Ehrenamtliche kaum mehr existieren. Neben Betreuung von Kindern, Kranken und alten Menschen zĂ€hlen u. a. dazu: Dienste bei Jugendorganisationen, im Natur- und Umweltschutz, in Agenda 21-Projekten, im Tierschutz, auf BerghĂŒtten oder Wandervereinen, in der BewĂ€hrungshilfe, Telefonseelsorge, in Caritas oder Diakonie, in Hilfsorganisationen, UmsonstlĂ€den, bei der Hausaufgabennachhilfe, als Helfer wie GrĂŒne Damen und Herren in vielen HospitĂ€lern, in der Altenpflege und in Behindertenhilfe-Einrichtungen, in Sport-, Kultur- und anderen Vereinen. Die Freiwilligen Feuerwehren, wichtigste StĂŒtze der aktiven Gefahrenabwehr in Deutschland, haben ausschließlich ehrenamtliche Mitglieder. Auch den Katastrophenschutz der Bundesrepublik Deutschland gewĂ€hrleisten grĂ¶ĂŸtenteils ehrenamtliche KrĂ€fte.

Das Jahr 2001 war das internationale Jahr der Freiwilligen mit zahlreichen Aktionen auf Bundes- und Landesebene. Bund, LÀnder, aber auch Kommunen versuchen auf vielfÀltige Weise, die Freiwilligenarbeit bzw. das Ehrenamt zu stÀrken. Freiwilligenagenturen dienen dazu, Einsatzstellen zu suchen und zu vermitteln.

UnterstĂŒtzung einer Wahlkampagne durch Ehrenamtliche

Auch wenn außer dem Verlust des jeweiligem Gehaltes noch Kosten wie fĂŒr die Ausbildung zu einem Rettungshelfer bei Hilfsorganisationen anfallen können, werden Ämter trotzdem ĂŒber lĂ€ngere Zeit betrieben, in manchen FĂ€llen sogar zur Lebensaufgabe gemacht. In Deutschland sind langfristige Bindungen an EhrenĂ€mter ĂŒblich, verglichen mit den USA, wo sich vor allem fĂŒr bestimmte Projekte Freiwillige finden lassen (z. B. Schulen renovieren). Die Konzentrationen des Ehrenamts, wie in Gewerkschaften, VerbĂ€nden und Kirchen ĂŒblich, nimmt jedoch tendenziell ab. Eine Ausnahme sind jedoch die Pfarren, wo sich Ehrenamtliche infolge des Priestermangels stĂ€rker als frĂŒher einbringen, und Kurzzeitaktionen wie beispielsweise am „Frankfurter Freiwilligentag“. Die Definition des Ehrenamtes kann auch die unbezahlte Familienarbeit, aber auch die Teilnahme an einem freiwilligen sozialen Jahr umfassen. In Deutschland erhalten die Freiwilligen Unterkunft, Verpflegung und Taschengeld, die Übernahme der Versicherungskosten sowie gegebenenfalls Kindergeld.

Bei der Stellensuche, im Lebenslauf und in BewerbungsgesprĂ€chen war bisher die AusĂŒbung eines Ehrenamts gerne gesehen, weil es einem Bewerber eine soziale Kompetenz zusprach. Bei vielen Arbeitgebern ist es inzwischen unerwĂŒnscht, weil es nicht mehr in die moderne Personalpolitik passt: Der Bewerber könnte seine Arbeitszeit und -kraft vernachlĂ€ssigen. Deswegen verschweigen viele BeschĂ€ftigte aus Angst um ihren Arbeitsplatz ihre freiwilligen TĂ€tigkeiten.[2]

Ehrenamt in anderen LĂ€ndern

Der Stellenwert des Ehrenamts in einem Land hĂ€ngt von mehreren Faktoren ab, wie Geschichte, Tradition und Stand des öffentlichen Sozialsystems. Ein Beispiel fĂŒr eine hohe ehrenamtliche Beteiligung der Bevölkerung sind die USA. Die ersten Siedler waren sehr auf gegenseitige private Hilfe angewiesen. Die vorherrschenden Religionen in den USA bieten selten die WohltĂ€tigkeit von Klöstern oder sonstigen religiösen Einrichtungen an. Die Demokratie ist schon relativ alt und das öffentliche Sozialsystem anders als in Europa entwickelt.

Einigermaßen vergleichbare Zahlen ĂŒber den Anteil der erwachsenen Bevölkerung in europĂ€ischen LĂ€ndern, die ehrenamtlich tĂ€tig ist, findet man auf der Website der europĂ€ischen Nichtregierungsorganisation CEV (Centre EuropĂ©en du Volontariat/The European Volunteer Centre, siehe Weblinks) in BrĂŒssel, die fĂŒr verschiedene EU-LĂ€nder Studien ĂŒber den Stand des Ehrenamtes macht. Die verwendeten Definitionen fĂŒr die ehrenamtliche TĂ€tigkeit sind allerdings uneinheitlich und entstammen nationalen Quellen. Immerhin scheint es plausibel, wenn unter den großen EU-LĂ€ndern das Vereinigte Königreich an der Spitze steht, gefolgt von Deutschland, Frankreich und Polen. So betrĂ€gt die Wertschöpfung durch soziale Arbeit in Deutschland mehr als 75 Milliarden Euro; in Frankreich entspricht diese etwa 750.000, in Italien 300.000 Ganztags- und Vollzeit-ArbeitsplĂ€tzen; in Großbritannien sind mehr als 200.000 gemeinnĂŒtzige Organisationen bekannt.

Motive ehrenamtlich Engagierter

Ehrenamtliches Engagement ist die am weitesten verbreitete und alltĂ€gliche Form prosozialen Handelns, obschon es als solches von der Sozialpsychologie erst relativ spĂ€t entdeckt wurde (Penner, 2002). Doch ist ehrenamtliches Engagement, dem meist ein langfristiger und Planungsprozess zuvor geht[3], selten ausschließlich prosozial oder altruistisch motiviert. Ein funktionaler Ansatz nimmt an, dass ehrenamtliches Engagement fĂŒr verschiedene Menschen diverse Funktionen erfĂŒllt (Fitch, 1987; Snyder, 1993) und dass sich die Motivation zum Hilfeverhalten ĂŒber die Zeit Ă€ndern kann. Clary und Snyder (Clary und Snyder, 1990/1991; Clary et al., 1992) haben die klassischen Theorien der Einstellungsforschung zum Ausgangspunkt genommen, um aus explizit funktionaler Perspektive die empirische Forschung zum ehrenamtlichem Engagement zu ĂŒberblicken und ein Set von sechs Funktionen, die ehrenamtliches Engagement erfĂŒllen kann, abgeleitet:

  • Soziale Verantwortung („values“): Ehrenamt als Möglichkeit altruistischen oder humanistischen Motiven Ausdruck zu verleihen. (z. B. „ich kann etwas zu einer Sache beitragen, die mir wichtig ist“),
  • Selbsterfahrung („understanding“): Ehrenamt als Ermöglichung neuer Lernerfahrungen (z. B. „durch das Ehrenamt lerne ich viel und kann praktische Erfahrung sammeln“),
  • Soziale Bindung („social“): Ehrenamt als Anpassung an das soziale Umfeld und die Möglichkeit, neue soziale Kontakte zu knĂŒpfen (z. B. „Menschen, die mir nahestehen, fordern mich zu ehrenamtlichem Helfen auf“),
  • Karriere („career“): Volunteering als Möglichkeit zur Aneignung karrierebezogener Fertigkeiten und die Möglichkeit, Arbeitskontakte zu knĂŒpfen (z. B. „das Ehrenamt ermöglicht es mir, verschiedene berufliche TĂ€tigkeitsfelder auszuprobieren“),
  • Schutzfunktion („protective“): Ehrenamt als Möglichkeit zum Abbau von SchuldgefĂŒhlen oder eigenen Problemen (z. B. „das Ehrenamt bietet die Möglichkeit, meinen eigenen Problemen zu entkommen“),
  • Selbstwert („enhancement“): Ehrenamt zur Verbesserung des SelbstwertgefĂŒhls und zum persönlichen Wachstum (z. B. „durch das Ehrenamt fĂŒhle ich mich wertvoll“).

Eine ErgÀnzung dieser Zusammenstellung ist von Bierhoff et al. (2007) vorgestellt worden:

  • Politische Verantwortung (z. B. die Hoffnung politische VerĂ€nderungen herbeizufĂŒhren).
  • Persönlicher Erlebnisbereich (z. B. Eigene Inanspruchnahme einer solchen Organisation in der Vergangenheit).

Das in Umfragen am meisten genannte Motiv des freiwilligen Engagements ist das BedĂŒrfnis der BĂŒrger/innen zur gesellschaftlichen Mitgestaltung (wenigstens oder gerade im Kleinen). Dazu kommt der Wunsch nach sozialen Kontakten und sozialer Einbindung. Altruistische Motive, Spaß zu haben und mit sympathischen Menschen in Kontakt zu kommen, stehen im Vordergrund der konkreten Erwartungen an die freiwillige TĂ€tigkeit. „FĂŒr drei Viertel [...] ist es darĂŒber hinaus wichtig, Kenntnisse und Erfahrungen zu erweitern. Ein möglicher beruflicher Nutzen ist dagegen nur fĂŒr eine Teilgruppe von rd. 20 % von Bedeutung“ (Rosenbladt/Picot 1999). An der Situation hat sich 2004 nicht viel verĂ€ndert. Allerdings nimmt bei jungen Leuten und Arbeitslosen die so genannte Interessensorientierung (eigene Interessen und Probleme sowie der berufliche Nutzen als Hintergrund des Engagements) deutlich zu. (Übernommen aus dem Artikel Freiwilligensurvey)

Oft gleicht die Art des Engagements bezahlte BerufstĂ€tigkeit aus: Wer beispielsweise in der Buchhaltung arbeitet, will ehrenamtlich mit Menschen zu tun haben. Auch werden TĂ€tigkeiten gewĂ€hlt, in denen man im „normalen Leben“ nicht gebrauchte fachliche FĂ€higkeiten und Kenntnisse anwenden kann, oder um im Falle von Arbeitslosigkeit ĂŒberhaupt eine sinnvolle BeschĂ€ftigung zu haben. Das CEV (siehe Weblinks) fand als zusĂ€tzliche GrĂŒnde das Streben nach „lebenslangem Lernen“ („a Lifelong Learning Policy“) und die Hoffnung auf einen Weg (zurĂŒck) in (Voll-)BeschĂ€ftigung („Volunteering as a route (back) to employment“).

In Deutschland wurde mit dem Job-AQTIV-Gesetz in § 119, Abs. 2, SGB III[4] festgelegt, dass Arbeitslose nicht grundsĂ€tzlich vom freiwilligen Engagement ausgeschlossen sind, sofern die berufliche Eingliederung nicht beeintrĂ€chtigt wird und ohne Entgelt erbracht wird. EmpfĂ€nger von Arbeitslosengeld sind aber verpflichtet, jede mindestens 15-stĂŒndige wöchentliche ehrenamtliche TĂ€tigkeit vor deren Beginn der Agentur fĂŒr Arbeit anzuzeigen.[5]

Ehrenamt als TĂ€tigkeit

WĂ€hrend Überlegungen zum Ehrenamt als prosozialem Verhalten in den letzten Jahren starke Beachtung gefunden haben, gilt dies fĂŒr die Betrachtung des Ehrenamtes als frei-gemeinnĂŒtzige Arbeit, also als TĂ€tigkeit, nur in beschrĂ€nktem Maße. Mieg und Wehner (2002, S. 18) fĂŒhren an: „Frei-gemeinnĂŒtzige Arbeit ist Arbeit in dem Sinne, dass diese Arbeit unter anderen UmstĂ€nden auch bezahlt werden könnte.“ FĂŒhrt man sich vor Augen, wie viele FreiwilligentĂ€tigkeiten von ihrer Struktur und Organisiertheit her ohne Probleme bezahlte ArbeitstĂ€tigkeiten sein könnten (siehe z. B. den Anteil arbeitsmarktnaher ehrenamtlicher TĂ€tigkeiten, Gensicke et al., 2006), so scheint der Arbeitsbegriff in vielen FĂ€llen durchaus angebracht zu sein.

Studien zeigen, dass TĂ€tigkeitsmerkmale ehrenamtlichen Engagement, wie etwa Autonomie, RĂŒckmeldung oder die Bedeutsamkeit der Aufgabe Einfluss auf die Zufriedenheit der ehrenamtlich Engagierten haben.[6][7][3]Die Zufriedenheit wiederum ist mit der Fortsetzungsintention und dem aktuellen Fluktuationsverhalten korreliert.[8][9] Die Gestaltung der TĂ€tigkeit sollte also integraler Bestandteil einer Förderung des Ehrenamtes sein.

Förderung des Ehrenamts

Der Staat fördert ehrenamtliches Engagement in unterschiedlicher Weise. Ein Beispiel ist das Berliner Jugendhilfegesetz: Es sieht vor, dass öffentlich Bedienstete wöchentlich einige Stunden fĂŒr Jugendarbeit freizustellen sind; werden diese Stunden gebĂŒndelt, kann der Personenkreis z. B. auch Sommerferienlager im Sonderurlaubsrahmen betreuen.

Steuerliche Förderung

Ehrenamtlich TĂ€tige können AufwandsentschĂ€digungen erhalten. Oft sind sie pauschaliert und auch im Rahmen bestimmter Grenzen steuerfrei (Beispiele: Übungsleiterpauschalen bei gemeinnĂŒtzigen Vereinen von zurzeit bis zu 2100 Euro pro Jahr nach § 3 Nr. 26 Einkommensteuergesetz oder die EntschĂ€digungen fĂŒr Kommunalpolitiker oder Schöffen). Einnahmen aus nebenberuflichem Tun als Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbaren nebenberuflichen TĂ€tigkeiten oder der nebenberuflicher Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen im Dienst oder im Auftrag einer inlĂ€ndischen juristischen Person des öffentlichen Rechts oder einer unter § 5 Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftssteuergesetzes fallenden Einrichtung zur Förderung gemeinnĂŒtziger, mildtĂ€tiger und kirchlicher Zwecke (§ 52 ff. der Abgabenordnung) bis zur Höhe von 2.100 Euro jĂ€hrlich (Stand 2007) sind steuerfrei (§ 3 Nr. 26 Einkommensteuergesetz).

Versicherung

Vielfach versichern Vereine, große Wohlfahrtsorganisationen und Institutionen die ehrenamtlich TĂ€tigen gegen Unfall- und HaftpflichtschĂ€den. Die BundeslĂ€nder Hessen, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Brandenburg bieten darĂŒber hinaus einen Versicherungsschutz fĂŒr die, die bei ihrer ehrenamtlichen TĂ€tigkeit sonst keinen hĂ€tten.

FĂŒr die Versicherung von ehrenamtlich TĂ€tigen gilt, dass durch Vereins- bzw. Betriebshaftpflichtversicherungen die SchĂ€den ersatzfĂ€hig sind, die auf fahrlĂ€ssigem Fehlverhalten eines Organs (Hauptamtliche, Freiwillige) beruhen oder durch einen Dritten entstanden sind. Nicht versichert sind die durch vorsĂ€tzliches Handeln entstandenen SchĂ€den.

Eine sehr große Bedeutung fĂŒr bĂŒrgerschaftliches Engagement kommt der gesetzlichen Unfallversicherung zu, die 1996 als Siebtes Sozialgesetzbuch (SGB VII) eingeordnet und im Januar 2005 novelliert wurde (§ 2 Abs. 1 Nrn. 9, 10 SGB VII).

Der Gesetzgeber hat darĂŒber hinaus diejenigen Ehrenamtlichen gesetzlich pflichtversichert, die fĂŒr bestimmte öffentlich-rechtliche Institutionen oder im Interesse der Allgemeinheit tĂ€tig werden. Nur diese stehen unter diesem besonderen Versicherungsschutz, andere Engagierte genießen diesen Unfallschutz nicht. Zu diesen Gruppen gehören:

  • ehrenamtlich TĂ€tige in Rettungsunternehmen,
  • ehrenamtlich TĂ€tige in öffentlichen Einrichtungen, deren VerbĂ€nden und Arbeitsgemeinschaften sowie in öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften und im Bildungswesen,
  • Ehrenamtliche in der Wohlfahrtspflege,
  • Ehrenamtliche in landwirtschaftsfördernden Einrichtungen,
  • Ehrenamtliche, die wie BeschĂ€ftigte tĂ€tig sind (z. B. ein Vereinsmitglied, das beim Neubau eines Vereinshauses freiwillig tĂ€tig ist),
  • Personen, die in Vereinen oder VerbĂ€nden im Auftrag oder mit Zustimmung von Kommunen freiwillig tĂ€tig werden. Im Auftrag werden die Engagierten tĂ€tig, wenn es sich um ein eigenes Projekt der Gemeinde handelt, z. B. Schulvereine ĂŒbernehmen die Renovierung von Klassenzimmern oder Anwohner/-innen bauen einen Kinderspielplatz.
  • GewĂ€hlte EhrenamtstrĂ€ger in gemeinnĂŒtzigen Organisationen: GemeinnĂŒtzige Vereine können fĂŒr ihre gewĂ€hlten VorstĂ€nde, Kassenwarte o. Ä. auf freiwilliger Basis eine Unfallversicherung abschließen.
  • Freiwillig Engagierte, die sich in Gremien von Arbeitgeber/-innen und Arbeitnehmer/-innen ehrenamtlich engagieren.

Die Feststellung, welcher VersicherungstrĂ€ger fĂŒr bestimmte TĂ€tigkeitsfelder ehrenamtlicher Arbeit zustĂ€ndig ist, richtet sich in aller Regel nach der Art des Aufgabenbereiches sowie der Organisations-/Rechtsform der betreffenden Organisation.

Bei Ehrenamtlichen, die in der Kommune tÀtig sind, ist entweder die Unfallkasse des Bundes, die jeweilige Landesunfallkasse oder der betreffende Gemeindeunfallversicherungsverband zustÀndig.

Bei privater TrĂ€gerschaft ist in aller Regel eine gewerbliche Berufsgenossenschaft zustĂ€ndig. FĂŒr Freiwillige sind dies insbesondere die Berufsgenossenschaft fĂŒr Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege sowie die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft. Organisationen melden die Anzahl der Ehrenamtlichen in Ihrer Organisation bei der jeweiligen Berufsgenossenschaft an.

Einige Formen der Ehrenamtlichkeit bleiben jedoch von der gesetzlichen Unfallversicherung unberĂŒhrt. Sollten Ehrenamtliche bzw. Organisationen feststellen, dass ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter/-innen nicht durch die gesetzliche Unfallversicherung geschĂŒtzt sind, können sie dies etwa auch durch Abschluss von Gruppenversicherungen bei privaten VersicherungstrĂ€gern erreichen. Bei Vereinen, die dem Deutschen Sportbund angehören, ist dies fĂŒr alle Mitglieder generell der Fall. Andere Organisationen bieten diesen Versicherungsschutz fĂŒr Engagierte, die besonders gefĂ€hrdete Aufgaben ĂŒbernehmen, etwa im Bereich Umwelt- und Naturschutz.

EntschĂ€digung fĂŒr Verdienstausfall

Durch Gesetze zum Ehrenamt in der Jugendarbeit ist es in einigen LĂ€ndern der Bundesrepublik Deutschland möglich, eine EntschĂ€digung fĂŒr den Verdienstausfall des ehrenamtlich TĂ€tigen zu erhalten. In Hessen etwa gewĂ€hrt das „Gesetz zur ZusammenfĂŒhrung und Änderung von Vorschriften der Kinder- und Jugendhilfe“ in der Fassung vom 18. Dezember 2006[10] einen Anspruch auf Freistellung gegenĂŒber dem Arbeitgeber und die Lohnfortzahlung durch die Bereitstellung von Haushaltsmitteln im Landeshaushalt. Die insoweit anfallenden Kosten werden dem Arbeitgeber aus dem Landeshaushalt ersetzt. Dadurch soll die Auseinandersetzung mit Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern ĂŒber die Frage beendet werden, wer die finanziellen Mittel fĂŒr die Lohnfortzahlung bereitstellt.[11]

Anerkennung erworbener Erfahrung

Außerhalb des Berufes erworbene Kompetenzen können mit dem Instrument zur Erfassung von SchlĂŒsselkompetenzen (IESKO) in die berufliche Eignungsdiagnostik eingebracht werden. Dieses Instrument kann bei der Berufsberatung eingesetzt werden, um Arbeitssuchenden ein umfassenderes Bild ihrer eigenen FĂ€higkeiten zu vermitteln, oder es kann im Personalwesen zu Hilfe gezogen werden.[12][13]

In der Schule sollen nicht nur besondere Leistungen und besonderer persönlicher Einsatz in der Schule selbst gefördert werden, auch das besondere Engagement von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern in außerschulischen ehrenamtlichen TĂ€tigkeiten soll im Zeugnis gewĂŒrdigt werden. Dazu werden etwa nach § 49 Schulgesetz Nordrhein-Westfalen[14] solche TĂ€tigkeiten auf Wunsch der SchĂŒler unter Bemerkungen aufgefĂŒhrt und in einem Beiblatt dokumentiert und gewĂŒrdigt.

Auszeichnungen

Fritz Schramma, damaliger OberbĂŒrgermeister von Köln, hielt die Laudatio fĂŒr einen PreistrĂ€ger von „KölnEngagiert“ am Kölner Ehrenamtstag 2007.

Bei den Vergabekriterien fĂŒr Verdienstorden und Auszeichnungen spielt ehrenamtliches Engagement meist eine große Rolle (siehe auch oben zur Geschichte des Ehrenamts). Mit den so genannten „Ehrenamtskarten“ (E-Card) zeichnen etwa die LĂ€nder Bremen, Hessen und Niedersachsen Menschen aus, die seit mindestens drei bzw. in Hessen fĂŒnf Jahren ehrenamtlich tĂ€tig sind. Die Karten bieten den Inhabern eine Reihe von VergĂŒnstigungen; allerdings wird diese in Hessen nur ĂŒber ein Auswahlverfahren ausgehĂ€ndigt: Pro Jahr werden nur 1000 StĂŒck davon vergeben. Die Bremer Ehrenamtskarte und die niedersĂ€chsische Ehrenamtskarte erhĂ€lt man, wenn die AusĂŒbung einer freiwillig und ohne Bezahlung geleisteten, gemeinwohlorientierten TĂ€tigkeit von mindestens fĂŒnf Stunden in der Woche bzw. 250 Stunden im Jahr besteht und zum Zeitpunkt der Beantragung einer Ehrenamtskarte das freiwillige Engagement bereits mindestens drei Jahre besteht (oder jeweils seit Bestehen der Organisation) sowie die Absicht besteht, das ehrenamtliche Engagement in Zukunft fortzusetzen.

Der „Kompetenznachweis Ehrenamt” des Landes Hessen und der „Frankfurter Nachweis ĂŒber bĂŒrgerschaftliches Engagement“ der Stadt Frankfurt am Main steht hingegen fĂŒr alle Menschen offen, die sich mindestens 80 Stunden im Jahr freiwillig engagieren. Sie dienen als Nachweise ĂŒber im Ehrenamt ausgefĂŒhrte und gewonnene FĂ€higkeiten und Kenntnisse und können potentiellen Arbeitgebern vorgelegt werden (siehe dazu jedoch auch oben zur Rolle des Ehrenamtes in Deutschland).

Speziell fĂŒr Ehrenamtliche im Bereich der Jugendarbeit gibt es auch bundesweit die Jugendleiter/in-Card (Juleica). Diese ist nicht nur eine Form der Anerkennung, sondern zugleich auch Nachweis fĂŒr die absolvierte Qualifikation (Jugendleiter/innen-Schulung) und dient als Legitimation, beispielsweise gegenĂŒber Behörden.

Besondere Aspekte ehrenamtlichen Engagements

Netzwerke

Verschiedene Vereine und VerbĂ€nde haben sich zu Netzwerken zusammengeschlossen, um die Möglichkeiten und die rechtlichen Rahmenbedingungen fĂŒr freiwillige Arbeit zu verbessern. Sie bieten auch Plattformen fĂŒr Kommunikation und Informationsaustausch und binden Wissenschaft und Forschung ein, die sich mit Rahmenbedingungen und Wandel des Ehrenamtes im Dritten Sektor befasst und inzwischen auch eine umfangreiche Literatur zum Themenfeld hervorgebracht hat. Weiterhin grĂŒndeten sich in jĂŒngster Zeit ProjektbĂŒros und lokale Netzwerke, die auch Beratungsangebote fĂŒr Ehrenamtliche vorhalten (z. B. die hessische Landesehrenamtsagentur). Eine Variante des Ehrenamtes ist beispielsweise die Arbeit in Selbsthilfegruppen – zugleich eher ein Fall von gegenseitiger Hilfe (was in die schwierige Definition von wer hilft wem, was ist Freundschaft, was ist Ehrenamt, hinein reicht). In anderen deutschsprachigen LĂ€ndern gibt es auch andere Formen solcher Selbsthilfegruppen, vgl. hierzu etwa den Aufbau einer Zeitbank-Organisation im SĂŒdtiroler Ort Tramin.

Internet und neue Medien

Die Arbeit vieler Open-Source- und Open-Content-Projekte, wie beispielsweise der Wikipedia, wird zum grĂ¶ĂŸten Teil ehrenamtlich geleistet und stellt so eine neue Form von bĂŒrgerschaftlichem Engagement dar, denn es entstehen öffentliche GĂŒter in Form von freier Software und freien Inhalten, die allen unentgeltlich zur VerfĂŒgung stehen. DarĂŒber hinaus etabliert sich zunehmend auch der Interneteinsatz im traditionell organisierten Ehrenamt.[15] Vor allem bei sporadischem, projektbezogenem Engagement sowie bei der Wahrnehmung organisatorischer Aufgaben wird das Internet von den Engagierten hĂ€ufig genutzt. Äquivalent zum Online-Volunteering[16] im angloamerikanischen Sprachraum wird hierbei von der Online-Freiwilligenarbeit gesprochen.[17]

Auch das World Wide Web Consortium (W3C), bestehend aus Vertretern der Industrie wie etwa Microsoft, IBM, Apple, Adobe und Sun, ist ein ehrenamtlich arbeitendes Konsortium, das Standards fĂŒr das Internet wie etwa dessen Barrierefreiheit entwickelt (IHK WirtschaftsForum 06/07, Seite 32/33).

Zeitspende und Geldspende

Eine Studie des Wissenschaftszentrum Berlin fĂŒr Sozialforschung (WZB) kam zum Ergebnis, dass jemand, der oder die ein Ehrenamt ausĂŒbt, auch dazu tendiert, finanziell großzĂŒgiger zu sein. Den Rahmen der Studie bildet ein vom Bundesministerium fĂŒr Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördertes Projekt, erste Teilergebnisse lagen Ende 2005 vor (Fachtagung ĂŒber den Aufbau einer nationalen Spendenberichterstattung).

FĂŒr aktuelle und differenzierte Angaben zum Spendenwesen wird eine stĂ€ndige Spendenberichterstattung gefordert wie in den USA, Großbritannien oder Kanada, mit verlĂ€sslichen Angaben ĂŒber Spenden bis hin zur Nennung der Spender selbst.

VerstĂ€rktes bĂŒrgerschaftliches Engagement kann zur StĂ€rkung des schwindenden Sozialkapitals, zum Empowerment des Individuums und zu einer neuen politisch gefĂ€rbten Kultur des „Einmischens“ und Mitgestaltens in Gesellschaft, Kultur und Umwelt fĂŒhren (siehe auch partizipatorische Demokratie), die einer mit dem Versprechen der staatlichen Rundumversorgung entstandenen Konsum- und Anspruchshaltung und ihren Folgen entgegenwirkt.

Wert ehrenamtlicher Arbeit

Um den Wert ehrenamtlicher Arbeit gibt es eine gesellschaftliche Diskussion. In Studien zu ehrenamtlicher Arbeit wird der Versuch unternommen, den Wert ehrenamtlicher Arbeit fĂŒr eine Stadt, ein Land oder einen Staat zu berechnen. Dabei geht man meist von der Überlegung aus, was es kosten wĂŒrde, wenn diese Arbeit von bezahlten KrĂ€ften geleistet wĂŒrde (Alternativkostenbetrachtung). In der wissenschaftlichen Diskussion gibt es keine einheitliche Position, ob solche Berechnungen tatsĂ€chlich den finanziellen Wert ehrenamtlicher Arbeit abbilden. Jenseits dieser Darstellungen, die auf die Erfassung des Werts ehrenamtlicher Arbeit in Bezug auf eine Gesellschaft oder Teile von ihr abzielen, spielt in der praktischen Arbeit von sozialen Organisationen der Wert ehrenamtlicher Arbeit in zwei FĂ€llen eine Rolle:

1. BerĂŒcksichtigung ehrenamtlicher Arbeit als Eigenmittel bei AntrĂ€gen auf öffentliche Förderung

Die Perspektive, die bei AntrĂ€gen (z. B. bei Stiftungen) und bei Förderungen (z. B. bei einigen EU-Programmen) in Bezug auf ehrenamtliche Arbeit eingenommen wird, ist eine betriebswirtschaftliche. Der Antragsteller erklĂ€rt in solchen FĂ€llen, dass er von den Gesamtkosten einer Maßnahme oder eines Projekts einen bestimmten Anteil mit Hilfe ehrenamtlicher Arbeit erbringen möchte. Die Argumentationskette ist also, dass von einer bestimmten Summe X (also zum Beispiel 100.000 €), ein bestimmter Anteil Y (also zum Beispiel 20.000 €) mit Hilfe ehrenamtlicher Arbeit erbracht wird und daher die Förderung nicht die Gesamtkosten des Projekts, die Summe X (also zum Beispiel 100.000 €) betragen muss, sondern nur die Summe X – Y (also zum Beispiel 100.000 € – 20.000 € = 80.000 €). Dabei wird davon ausgegangen, was Leistungen, die am Markt gekauft werden mĂŒssten, kosten wĂŒrden, wenn diese Leistungen nicht von Ehrenamtlichen erbracht wĂŒrden. Von daher wird die Berechnung solcher Kostenanteile wie folgt vorgenommen:

Man berechnet die Kosten, die entstanden wĂ€ren, wenn die Organisation die Leistungen am Markt hĂ€tte kaufen mĂŒssen, und diese nicht durch ehrenamtliche Arbeit eingespart worden wĂ€ren.

2. Bewertung im externen Berichtswesen

Bei der Darstellung des Werts ehrenamtlicher Arbeit in Jahresberichten wird eine volkswirtschaftliche Perspektive eingenommen. Ehrenamtliche Arbeit ordnet man hier in den gesellschaftlichen Kontext ein und betrachtet sie in Bezug auf die gesamte Wertschöpfung in der Gesellschaft. Ausgegangen wird wieder von den Kosten, die man hĂ€tte aufwenden mĂŒssen, um die TĂ€tigkeit mit bezahlten KrĂ€ften zu erledigen. Dies ist der Arbeitgeber-Bruttolohn, der einem von einem externen Unternehmer in Rechnung gestellt wĂŒrde, wĂŒrde man die Leistung am Markt einkaufen.

Bei der Bestimmung der Höhe dieses Arbeitgeber-Bruttolohns ist nun auch die Qualifikation der Person, die die Arbeit geleistet hat, zu berĂŒcksichtigen. In Deutschland gilt die Regel, dass Menschen nur dann als qualifiziert gelten, wenn sie fĂŒr die TĂ€tigkeit, die sie ausĂŒben, auch formal ausgebildet worden sind. Üben sie TĂ€tigkeiten aus, fĂŒr die sie keine regulĂ€re Ausbildung erhalten, sondern sich die Kenntnisse im Laufe ihres Lebens angeeignet haben, gelten sie als HilfskrĂ€fte. Der Arbeitgeber-Bruttolohn bestimmt sich also nach der Qualifikation des Ehrenamtlichen in Bezug auf seine ehrenamtliche TĂ€tigkeit und seine formalen Qualifikationen, die die ehrenamtlich tĂ€tige Person im Laufe ihres Lebens angesammelt hat. Dort wo ein Mensch, der Arzt ist, auch als Arzt ehrenamtlich arbeitet, hat seine ehrenamtliche Arbeit auch den Wert der Arbeit eines Arztes. Ist nun derselbe Mensch, der als Arzt ausgebildet ist, als ehrenamtlicher Buchhalter tĂ€tig, so ist seine TĂ€tigkeit hier nur als HilfstĂ€tigkeit zu bewerten, da er zwar Lebenserfahrung in diese TĂ€tigkeit einbringt (FĂŒhren und Abrechnen einer eigenen Praxis), aber keine formale Ausbildung als Buchhalter besitzt.

Ehrenamt und soziale Verantwortung des Staates

Nach der bisher umfassendsten Untersuchung ĂŒber einen Zusammenhang zwischen wohlfahrtsstaatlichen AktivitĂ€ten und der Bereitschaft, sich persönlich ehrenamtlich zu engagieren (nachzulesen bei Robert D. Putnam, siehe Literatur), gibt es einen direkten Bezug zwischen ihnen. Diese Fallstudie, durchgefĂŒhrt von den 1960er-Jahren bis zur Jahrhundertwende in Großbritannien, Schweden, den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und Spanien sowie den USA, Japan und Australien, berĂŒcksichtigte die unterschiedlichen Varianten und AusprĂ€gungen sowohl des Wohlfahrtssystems als auch die des persönlichen Engagements in diesen LĂ€ndern.

Festgestellt wurde, dass die beiden LĂ€nder mit den höchsten Werten staatlicher sozialer Verantwortung und Wohlfahrtspolitik, die Niederlande und Schweden, auch die höchsten Werte an unentgeltlichem BĂŒrgerengagement aufweisen. In Frankreich zeigte sich ein direkter Zusammenhang zwischen den Kurven politischer Entscheidungen, den Sozialstaat betreffend, und denen der Entwicklungen im Vereinssektor: die Spitzen- und die Tiefstwerte korrespondieren jeweils miteinander. Ähnliche Tendenzen wurden in den USA, in Schweden und Australien gefunden.

Zieht sich hingegen ein Staat aus seiner sozialen Verantwortung zurĂŒck, wie dies etwa in den USA und in Deutschland zu beobachten ist, sinkt die Bereitschaft sich ehrenamtlich zu betĂ€tigen. Wolfgang Engler, aus dessen Buch BĂŒrger, ohne Arbeit diese Untersuchung zitiert wurde, folgert daraus: „Soziales Kapital wird in der Lebenswelt gebildet, bleibt an soziale, rechtliche, infrastrukturelle Rahmenbedingungen gebunden [...] Wo der Staat sozial abrĂŒstet, abdankt, entfernen und entfremden sich die Menschen voneinander, [...] schlĂ€ft ihr sozialer Sinn unwiderruflich ein.“[18] Und nach Beobachtungen verschiedener Freiwilligenagenturen „wĂ€chst das Problembewusstsein bei den neuen Engagierten, dass ehrenamtliche Arbeit bezahlte Arbeit bei den wichtigen Aufgaben ersetzen könnte, die eigentlich der Staat zu finanzieren hat.“[19]

Kritik

ZwiespÀltigkeit der staatlichen Förderung

Kritisch ist der Stellenwert ehrenamtlicher Arbeit in der gesellschaftlichen Gegenwartssituation zu betrachten, da diese durch steigende Verschuldung der öffentlichen Haushalte und steigende Kosten im sozialen und Gesundheitsbereich gekennzeichnet ist. Es liegt nahe zu vermuten, dass unbezahlte Arbeit einige der nicht mehr vom Staat bezahlten Aufgaben ĂŒbernehmen soll, die in den letzten Jahrzehnten in den Bereich staatlicher FĂŒrsorge fielen.

So wurden beispielsweise in England Sozialleistungen fĂŒr kognitiv beeintrĂ€chtigte Personen mit der BegrĂŒndung, die Versorgung wĂŒrde durch ehrenamtliches Engagement kostengĂŒnstiger und selbstĂ€ndig organisiert, massiv gekĂŒrzt. Es können jedoch nicht alle sozialen Aufgaben ehrenamtlich organisiert werden, was sich in diesem Fall gezeigt hat.

Unter diesem Aspekt richtet sich Kritik gegen die Förderung ehrenamtlichen Engagements durch den Staat, insofern dieser nur seinen Haushalt entlasten will: Ehrenamtliche als willkommene „MelkkĂŒhe“, in Verbindung mit Kritik der Finanzierung des Haushaltes (z. B. zu geringe Besteuerung der Reichen) oder der Verwendung der Haushaltsmittel (z. B. zu hohe Ausgaben fĂŒr militĂ€rische RĂŒstung).

Andererseits ist ehrenamtliches Engagement, das zugunsten derjenigen erbracht wird, die davon direkt profitieren, zu begrĂŒĂŸen oder eventuell sogar notwendig, wenn solche Arbeit wegen Unbezahlbarkeit sonst entfiele. Dass es „indirekte“ Profite gibt, etwa wenn Wohlhabende nicht ganz besonders und sei es ĂŒber Stiftungen oder andere materielle Leistungen (neben Steuern) teilhaben – solche Gerechtigkeitsfragen sind keine GrĂŒnde gegen staatliche Förderung ehrenamtlichen Engagements. Daneben muss berĂŒcksichtigt werden, dass entsprechendes politisches Handeln auch das Ziel haben kann, SubsidiaritĂ€t zu stĂ€rken.

Integration in geldvermittelte Leistungssysteme

In gewisser Hinsicht kann die Etablierung ehrenamtlichen Engagements auf gesamtgesellschaftlicher, wie vorstehend angedeutet, aber auch auf Organisationsebene Ausnutzungscharakter haben: Ehrenamtliche stĂŒtzen u. U. indirekt einen umfangreichen Verwaltungsapparat einer gemeinnĂŒtzigen Einrichtung. Umgekehrt kann der Einsatz von Ehrenamtlichen zu Lohndumping fĂŒhren. Der Lohndruck auf Professionelle und eventuell ihre VerdrĂ€ngung vom Arbeitsmarkt ist Ă€hnlich problematisch wie bei subventionierten TĂ€tigkeiten, z. B. bei sogenannten „1-Euro-Jobs“ (Arbeitsgelegenheit mit MehraufwandsentschĂ€digung) oder bei Zivildienstleistenden.

Definitionsprobleme und soziale Anerkennung

Der Begriff des Ehrenamts hat gegenĂŒber anderen Bezeichnungen VorzĂŒge. Die ehrenamtliche TĂ€tigkeit ist ehrenvoll, wertet sozial auf, lĂ€sst statt monetĂ€rer Entgeltung soziale Anerkennung verdienen, was allerdings nicht bei allen ehrenamtlichen TĂ€tigkeiten und Leistungen in der Gesellschaft gleich erfolgt; auch in Bezug auf AufwandsentschĂ€digungen unterscheiden sich EhrenĂ€mter sehr. Nur institutionalisierte EhrenĂ€mter etwa bieten auch VergĂŒnstigungen wie Fahrgeld, regionale Ehrenamtscards (so genannt in Hessen) fĂŒr kostenlose oder ermĂ€ĂŸigte Eintritte in Museen etc. Gleichwertiges Engagement „im Dunkeln“ fĂ€llt oftmals nicht auf: WĂ€hrend ehrenamtliches Engagement ĂŒber den grĂŒnen Klee gelobt wird, erhalten etwa Hausarbeit, Krankenpflege und Kindererziehung, die auch unentgeltliche Dienste fĂŒr die Gesellschaft sind, weniger Anerkennung.

Auch im Rahmen entlohnter BeschĂ€ftigung entstehen oftmals informell zusĂ€tzliche BeitrĂ€ge zum Gemeinwohl: etwa dann wenn – im Interesse eines gemeinnĂŒtzigen Unternehmensziels – eine geringere Entlohnung oder unbezahlte Überstunden von BeschĂ€ftigten akzeptiert werden. Engagement am Arbeitsplatz kann einem Vergleich mit ehrenamtlichem Engagement manchmal standhalten.

Die (fachwissenschaftlichen) Begriffe „bĂŒrgerschaftliches Engagement“ und „zivilgesellschaftliches Engagement“ oder „Freiwilligenarbeit“ als Ersatz fĂŒr „Ehrenamt“ haben die notorische UnschĂ€rfe des eigentlich gemeinten nicht aufheben können. DarĂŒber hinaus ist die Frage entstanden, ob bĂŒrgerschaftliches und zivilgesellschaftliches Engagement Synonyme sind oder nicht. Wenn man von Engagement in einer BĂŒrgergesellschaft oder Zivilgesellschaft spricht, scheint die synonyme Verwendung gerechtfertigt. Hingegen ist Engagement fĂŒr BĂŒrgergesellschaft bzw. Zivilgesellschaft, etwa im Sinne von mehr BĂŒrgergesellschaft oder Zivilgesellschaft oder von Verbesserung entsprechenden gesellschaftlichen Lebens, nicht ohne weiteres gleichsetzbar, da diese Begriffe aus unterschiedlichen Traditionen politischen Denkens stammen.

WĂ€hrend „ehrenamtliches Engagement“ den Charakter der Zeitspende hat, sind „zivilgesellschaftliches“ oder „bĂŒrgerschaftliches Engagement“ umfassendere Begriffe, die auch Engagement durch Geldspenden einschließen.

Siehe auch

Literatur

  • Karin Beher, Reinhard Liebig, Thomas Rauschenbach: Strukturwandel des Ehrenamts. Gemeinwohlorientierung im Modernisierungsprozeß. Juventa, Weinheim, MĂŒnchen 2000, ISBN 3-7799-1406-9
  • Dieter Hanhard: Freiwilligenarbeit. Ein Handbuch; ein Ratgeber aus der Beobachter-Praxis. Der Schweizerische Beobachter, Glattbrugg 2000, ISBN 3-85569-199-1
  • Arno Heimgartner: „Ehrenamtliche bzw. freiwillige Arbeit in Einrichtungen Sozialer Arbeit“. In: EuropĂ€ische Hochschulschriften. Reihe 11 PĂ€dagogik, Band 916, Peter Lang, Berlin, Bern, Frankfurt am Main, Wien 2004, ISBN 978-3-631-52789-4
  • Gerhard Igl, Monika Jachmann, Eberhard Eichenhofer: Ehrenamt und bĂŒrgerschaftliches Engagement im Recht – ein Ratgeber. Leske + Budrich, Opladen 2002, ISBN 3-8100-3575-0
  • Ernst Kistler, Heinz-Herbert Noll, Eckhard Priller (Hrsg.): Perspektiven gesellschaftlichen Zusammenhalts. Empirische Befunde, Praxiserfahrungen, Meßkonzepte. Edition Sigma, Berlin 1999, ISBN 3-89404-459-4
  • Harald A. Mieg, Theo Wehner: Frei-gemeinnĂŒtzige Arbeit: Eine Analyse aus Sicht der Arbeits- und Organisationspsychologie (Harburger BeitrĂ€ge zur Psychologie und Soziologie der Arbeit Nr. 33). Technische UniversitĂ€t Hamburg-Harburg, Arbeitswissenschaft, 2002 [1] (PDF, 582 KB)
  • Robert D. Putnam (Hrsg): Gesellschaft und Gemeinsinn. Sozialkapital im internationalen Vergleich. Bertelsmann-Stiftung, GĂŒtersloh 2001, ISBN 3-8920-4840-1
  • Doris Rosenkranz, Angelika Weber (Hrsg.): Freiwilligenarbeit. Juventa, Weinheim, MĂŒnchen 2002, ISBN 3-7799-0732-1
  • Rainer A. Roth: Das Ehrenamt. Freiwilliges unbezahltes BĂŒrgerengagement in einer pluralistischen Gesellschaft. Bayerische Landeszentrale fĂŒr politische Bildungsarbeit, MĂŒnchen 1997 (ohne ISBN)
  • Andrea Schumacher: Im Anruf des Guten. Zur Wertorientierung des Menschen im kirchlichen Ehrenamt. Institut zur Förderung der Glaubenslehre, MĂŒnchen 2002, ISBN 3-936909-99-7
  • Peter SchĂŒll: Motive Ehrenamtlicher. Eine soziologische Studie zum freiwilligen Engagement in ausgewĂ€hlten Ehrenamtsbereichen. Berlin 2004, ISBN 3-86573-022-1
  • Christina Stecker: VergĂŒtete SolidaritĂ€t und solidarische VergĂŒtung. Zur Förderung von Ehrenamt und Engagement durch den Sozialstaat. Reihe BĂŒrgerschaftliches Engagement und Nonprofitsektor, Bd. 8., Leske + Budrich, Opladen 2002, ISBN 3-8100-3484-3
  • Michaela Walchshofer-Pecka: Individueller und gesellschaftlicher Stellenwert des Ehrenamtes im Sozialbereich. Diplomarbeit, UniversitĂ€t Wien 2002 (online ( PDF, zwei Teile, je 1 MB)

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Ehrenamt â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Volunteering â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Gesa Birnkraut: Ehrenamt in kulturellen Institutionen im Vergleich zwischen den USA und Deutschland. Dissertation, Hamburg 2003
  2. ↑ Siehe dazu die Stadtausgabe der Frankfurter Rundschau vom 24. Februar 2007
  3. ↑ a b S. T. GĂŒntert: Freiwilligenarbeit als TĂ€tigsein in Organisationen. ETH ZĂŒrich 2007
  4. ↑ § 119, Abs. 2, SGB III
  5. ↑ Merkblatt fĂŒr Arbeitslose. Bundesagentur fĂŒr Arbeit, MĂ€rz 2009, abgerufen am 5. April 2009 (PDF).
  6. ↑ R. C. Dailey: Understanding organizational commitment for volunteers: Empirical and managerial implications. Nonprofit and Voluntary Sector Quarterly, 15(1), 1986, S. 19 â€“ 31
  7. ↑ V. Millette, M. GagnĂ©: Designing volunteers’ tasks to maximize motivation, satisfaction and performance: The impact of job characteristics on volunteer engagement. Motivation and Emotion 32, 2008, S. 11 â€“ 22
  8. ↑ A. M. Omoto, M. Snyder: Sustained helping without obligation: Motivation, longevity of service, and perceived attitude change among AIDS volunteers. Journal of Personality and Social Psychology, 68, 1995, S. 671 â€“ 686
  9. ↑ T. P. Taylor, S. M. Pancer: Community Service Experiences and Commitment to Volunteering. Journal of Applied Social Psychology, 37(2), 2007, S. 320 â€“ 345
  10. ↑ Hess. GVBl. Teil I 2006 S. 698
  11. ↑ Vorher war diese Regelung im „Gesetz zur StĂ€rkung des Ehrenamtes in der Jugendarbeit in der Fassung vom 21. Dezember 2000“ enthalten, das zum 31. Dezember 2006 außer Kraft getreten ist.
  12. ↑ Elisabeth HĂ€ni: Vom Laufbahnhindernis zum beruflichen Erfolgsfaktor? Abgerufen am 18. Mai 2008 (PDF).
  13. ↑ Bernadette Kadishi: Personalauswahl – systematisch und ganzheitlich. In: Panorama 2/2002. 2002, abgerufen am 18. Mai 2008 (PDF).
  14. ↑ Schulgesetz NRW, Stand 15. Februar 2010, PDF
  15. ↑ Freiwilligensurvey 2009: Zivilgesellschaft, soziales Kapital und freiwilliges Engagement in Deutschland 1999-2004-2009. ReprĂ€sentative Trenderhebung im Auftrag des BMFSFJ, S. 242 ff.
  16. ↑ en:Virtual volunteering
  17. ↑ Hannes JĂ€hnert: „Freiwilligenarbeit ĂŒber das Internet. Ein neuer Weg fĂŒr das freiwillige Engagement“. In: Soziale Arbeit. Zeitschrift fĂŒr soziale und sozialverwandte Gebiete, Oktober 2010 (Jg. 59), S. 392 â€“ 399
  18. ↑ S. 240 ff.
  19. ↑ Frankfurter Rundschau, S-Ausgabe, Thema des Tages, Seite F2 vom 15. Juni 2007

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   Pierer's Universal-Lexikon

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   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Ehrenamt — Eh|ren|amt 〈n. 12uâŒȘ unentgeltlich ausgeĂŒbtes Amt * * * Eh|ren|amt, das: [ehrenvolles] (bes. öffentliches) Amt, das ĂŒberwiegend unentgeltlich ausgeĂŒbt wird. * * * Ehrenamt,   im engeren Sinn ohne DienstbezĂŒge, aber in der Regel unter… 
   Universal-Lexikon

  • Ehrenamt — EhrenĂ€mter verĂ€ndern die Sitten. DĂ€n.: HĂžj bestilling, hĂžje gaver: da blive de andre folk. (Prov. dan., 61.) [ZusĂ€tze und ErgĂ€nzungen] 2. Ehrenamt un Kegelbahn lehrt den Burn nan Kröger gan. – PlattdĂŒtscher HusfrĂŒnd, III, 14 
   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Ehrenamt — unbesoldetes, meist nur gegen ⇡ AufwandsentschĂ€digung ausgeĂŒbtes öffentliches Amt, verbunden mit beamtenĂ€hnlichen Rechten und Pflichten, z.B. Amt des Schöffen, Handelsrichters, Gemeinderats etc. Desgleichen im gesellschaftlichen Bereich, z.B.… 
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   Deutsch Wikipedia

  • Ehrenamtlich — Ein Ehrenamt im ursprĂŒnglichen Sinn ist ein ehrenvolles und freiwilliges öffentliches Amt, das nicht auf Entgelt ausgerichtet ist. Man leistet es fĂŒr eine bestimmte Dauer regelmĂ€ĂŸig im Rahmen von Vereinigungen, Initiativen oder Institutionen;… 
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  • Ehrenamtliche — Ein Ehrenamt im ursprĂŒnglichen Sinn ist ein ehrenvolles und freiwilliges öffentliches Amt, das nicht auf Entgelt ausgerichtet ist. Man leistet es fĂŒr eine bestimmte Dauer regelmĂ€ĂŸig im Rahmen von Vereinigungen, Initiativen oder Institutionen;… 
   Deutsch Wikipedia


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