Einrichtungsfahrzeug

Einrichtungsstraßenbahn GT8 in Karlsruhe
Duisburger GT8 mit Hilfsführerstand und Not-Tür

Als Einrichtungsfahrzeug werden solche Fahrzeuge bezeichnet, die normalerweise immer mit demselben Ende voraus (vorwärts) fahren und nur ausnahmsweise in die andere Richtung (rückwärts). Oft spricht man auch kurz vom Einrichter.

Inhaltsverzeichnis

Schienenverkehr

Straßenbahn

Einrichtungsfahrzeuge sind häufig bei der Straßenbahn anzutreffen. Bei ihnen ist nur ein Führerstand nötig und nur auf einer Seite müssen Türen vorhanden sein. Auf der anderen Fahrzeugseite können daher mehr Sitzplätze angeboten werden. Die Bahnen können nur auf Strecken mit Ringtopologie eingesetzt werden, das heißt entweder auf Ringlinien oder auf Strecken, die an den Endstationen Wendeschleifen beziehungsweise Wendedreiecke aufweisen. Auch die Wuppertaler Schwebebahn verkehrt mit Einrichtungsfahrzeugen, sie gilt rechtlich als Straßenbahn.

Um im Falle von außerplanmäßigen Betriebsstörungen, abweichenden Streckenführungen in Folge von Baustellen oder bei Rangierfahrten flexibel zu bleiben, sind viele Einrichtungsfahrzeuge mit einem Hilfsführerstand am Heck des Fahrzeugs ausgestattet. Es handelt sich dennoch nicht um Zweirichtungsfahrzeuge, weil diese rückwärts in der Regel nur mit verminderter Geschwindigkeit gefahren werden können.

Zu Mischformen (sogenannte Anderthalbrichtungsfahrzeuge): → Unechte Zweirichtungswagen

Stadtbahnwagen sind hingegen meist in Zweirichtungsbauweise konzipiert. In einigen Fällen wurden sowohl Einrichtungsstraßenbahnwagen als auch Busse mit zusätzlichen Türen auf der linken Seiten ausgestattet, damit diese Fahrzeuge auch an Mittelbahnsteigen halten können.

Eisenbahn

Heck eines Talgo II

Bei Eisenbahnen sind Einrichtungsfahrzeuge gegenüber Zweirichtungsfahrzeugen heute die Ausnahme. Beispiele sind die Karlsruher Stadtbahnwagen GT6-80C oder manche Schneepflüge. Ferner Oberleitungsbusse, sie gelten in manchen Ländern rechtlich als Eisenbahn.

Dagegen waren die früheren Dampflokomotiven Einrichtungsfahrzeuge, sie wurden normalerweise nur mit dem Dampfkessel voraus gefahren. Weitere Ausnahmen waren beispielsweise der Schienenzeppelin, der Schienen-Straßen-Omnibus, die Borgward-Leichttriebwagen der Sylter Inselbahn, der Schienenbus T 35 der Bahnstrecke Amstetten–Laichingen oder die frühen Talgo-Versuchsträger, Talgo I und Talgo II. Diese Fahrzeuge mussten über Gleisdreiecke gewendet werden oder sie wurden auf Drehscheiben in die gewünschte Richtung gedreht.

Straßenverkehr

Fast alle Straßenfahrzeuge sind Einrichtungsfahrzeuge. Sie sind daher in Einrichtungsbauweise ausgelegt. Der Rückwärtsgang wird hier nur zum Rangieren, etwa beim Einparken, verwendet. Daher ist diese Bezeichnung bei Straßenfahrzeugen unüblich. Ausnahmen sind z.B. die Spezialfahrzeuge, die im Wartungstunnel des Eurotunnels verkehren, da sie im Tunnel nicht wenden können.


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