Einwanderung

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Einwanderung
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Weltkarte mit farblich dargestelltem Immigrantenanteil pro Staat

Menschen, die einzeln oder in Gruppen ihre bisherigen Wohnorte verlassen, um sich an anderen Orten dauerhaft oder zumindest f√ľr l√§ngere Zeit niederzulassen, werden als Migranten bezeichnet. Pendler, Touristen und andere Kurzzeitaufenthalte fallen nicht unter die Definition von Migration, saisonale Arbeitsmigration wird manchmal mit einbezogen.

Überschreiten Menschen im Zuge ihrer Migration Ländergrenzen, werden sie aus der Perspektive des Landes, das sie betreten, Einwanderer oder Immigranten (von lat.: migrare, wandern) genannt. (Aus der Perspektive des Landes, das sie verlassen, heißen sie Auswanderer oder Emigranten.) Die Soziologie bezeichnet Immigration in der Regel als Zuwanderung (sowie Emigration entsprechend Abwanderung).

Weltweit wird die Anzahl der Immigranten auf 190 Millionen gesch√§tzt (UN-Sch√§tzung, 2005), das sind jedoch nur 3 % der Weltbev√∂lkerung. Migration ist eine bedeutende √Ąnderung im Leben eines Menschen und mit gro√üen, zum Teil lebensbedrohlichen Risiken verbunden (siehe unerlaubte Migration), und zerrei√üt oft Familienverb√§nde und soziale Strukturen. Deswegen findet Migration meist aufgrund von Ausnahmesituationen wie Krieg, Not oder Verfolgung statt, in einem vermutlich geringeren Anteil spielen Neugier und die Hoffnung auf √∂konomische Verbesserung eine Rolle.

Das moderne Bild der Immigration steht in Beziehung zur Entstehung von Nationalstaaten und Nationalit√§ten sowie P√§ssen, Grenzen mit Grenzkontrollen und Staatsb√ľrgerschaftsrecht.

In solchen Staaten haben Immigranten als Nicht-Staatsb√ľrger im Verh√§ltnis zu Staatsb√ľrgern eingeschr√§nkte Rechte, besonders das Recht auf Niederlassung wird zum Teil streng durch Immigrationsgesetze beschr√§nkt (siehe auch Fremdenpolizei). Immigration ohne gesetzliche Erlaubnis oder Versto√ü gegen die durch die Form der Aufenthaltserlaubnis gesetzten Grenzen ‚Äď sogenannte illegale Immigration ‚Äď kann strafbar sein und f√ľhrt gew√∂hnlich zu Festnahme und Verurteilung und/oder zur Abschiebung durch Staatsorgane.

Immigranten unterscheiden sich von den Einwohnern eines Staates oft in mehreren Aspekten:

  • oft sprechen sie eine andere Sprache,
  • oft haben sie eine andere Kultur und/oder Religion,
  • oft haben sie eine andere Physiognomie.

Dies kann zu Problemen und Spannungen zwischen Immigranten und den alteingesessenen Landesbewohnern f√ľhren, abh√§ngig auch von Kultur, Mentalit√§t und Traditionen (z.B. Gastfreundschaft, Xenophobie), Wirtschaftslage bzw. -aussichten und vielen anderen Faktoren. Manchmal nehmen Immigranten und Einheimische den gleichen Spannungs- bzw. Problemfall sehr unterschiedlich wahr.

In vielen Ländern gibt es seit Jahrzehnten Debatten um Integration, Anpassung und Multikulturalität.

Inhaltsverzeichnis

Wanderungsbewegungen im 20. Jahrhundert

  • Das Ende der Kolonialzeit f√ľhrte dazu, dass aus √ľberseeischen Kolonien viele Menschen in die (Noch- oder Nicht-mehr-)Koloniall√§nder kamen, speziell in Metropolen wie London, Paris und Br√ľssel.
  • Der jahrzehntelange deutsche Wirtschaftsaufschwung nach dem Krieg f√ľhrte dazu, dass ‚Äď vor allem in Italien, Spanien und der T√ľrkei ‚Äď sogenannte Gastarbeiter angeworben wurden (Arbeitsmigration). Viele Gastarbeiter holten sp√§ter ihre Familien nach, wodurch die Zahl der Immigranten weiter zunahm.
  • Nach dem Fall des eisernen Vorhangs 1989 kamen viele osteurop√§ische Migranten nach Westeuropa.
  • Nach der Kapitulation S√ľdvietnams 1975 fl√ľchteten in den 20 Jahren darauf √ľber 1,6 Millionen S√ľdvietnamesen auf Booten aus dem Land (sog. Boat People). Vielen von ihnen gelang es, direkt oder auf Zwischenstationen in ein westliches Land einzuwandern.
  • aus der zerfallenden bzw. zerfallenen Sowjetunion kamen Anfang der 1990er Jahre Sp√§taussiedler nach Deutschland.

Einwanderung in verschiedene Länder

ausgewanderte deutsche Familie 1930 in den USA

Es gibt klassische Einwanderungsl√§nder, vor allem die USA, Kanada, die L√§nder S√ľdamerikas und Australien, in die ein gro√üer Anteil der Bev√∂lkerung erst in den letzten Jahrhunderten eingewandert ist und die bis heute relativ d√ľnn besiedelt sind. Auch in Europa hat es seit jeher gro√üe Migrationsbewegungen gegeben, zum Beispiel zur Zeit der V√∂lkerwanderung oder in nachkolonialer Zeit die Migration aus Nordafrika nach Frankreich.

Andere globale Einwanderungsgebiete (vor allem Binnenmigration) sind die Ostregion Chinas um Shanghai, verschiedene Teile Indonesiens (Transmigrasi), die Kapregion S√ľdafrikas, Israel (Zuwanderung v. a. russischer Juden), Saudi-Arabien und Russland (R√ľckwanderung ethnischer Russen aus GUS-Staaten).

Es gibt Länder, die Immigration nicht steuern (z.B. begrenzen) brauchen, da keine oder nur wenige Menschen ein Interesse daran haben, dort einzuwandern.

Siehe auch: Einwanderung in die USA, Einwanderung nach Brasilien, Einwandereranteile nach Ländern

Rechtliche Bedingungen zur Daueraufenthaltsgenehmigung, Arbeitserlaubnis und zum Grundst√ľckserwerb durch Ausl√§nder in folgenden L√§ndern

Land Daueraufenthaltsgenehmigung Arbeitserlaubnis Grundst√ľckserwerb durch Ausl√§nder Stand
Indien bei Heirat (Achtung: ausländischer Ehemann eher nicht)[1]; Investition nur bei ausländischem Arbeitgeber[2] wohl möglich September 2010
Nepal Leben nachweislich finanzierbar oder 100.000 USD investieren[3] via Arbeitgeber[4] nicht möglich[5]; (als Firmeninhaber zu 100% möglich)[6] September 2010
Paraguay Alles 3 erhält man, wenn 5.000 USD auf einem auf seinen Namen eingerichteten, paraguayischen Konto vorhanden sind.[7] September 2010
Philippinen bei Heirat[8]; Visa-Programm[9] [10] als Ehepartner/in ?; Visa-Programm[11] [12][13] nicht m√∂glich; (via Firmenbeteiligung zu max. 40% (mind. 60% Philippienos) m√∂glich)[14] September 2010
Sri Lanka Verheiratete k√∂nnen ein Visum f√ľr 2 Jahre erhalten, welches unter bestimmten Bedingungen auf 5 Jahre verl√§ngerbar ist, danach ist der Erwerb der Staatsb√ľrgerschaft m√∂glich.[15] November 2010
Thailand sehr schwierig, auch nicht bei Heirat oder Elternschaft[16]; Investition √ľber 10.000.000 Bath ? via Arbeitgeber (Aber: z.B. Deutsche mind. 50.000 Bath Gehalt/Monat)[17] nicht m√∂glich; (via Firmenbeteiligung zu max. 49% (mind. 51% Thais) m√∂glich) September 2010

Einwanderung nach Frankreich

Frankreich besitzt eine lange Zuwanderungsgeschichte: Schon im 18. und 19. Jahrhundert wurden Einwanderer aufgenommen, da es im Zuge des Industrialisierungsprozesses, bei gleichzeitig sinkenden Geburtenraten, zu einem Mangel an Arbeitskr√§ften gekommen war. Damit stellte Frankreich in dieser Phase eine Ausnahme in Westeuropa dar. Die meisten anderen Industriestaaten, darunter auch Deutschland, hatten h√∂here Geburtenraten und waren haupts√§chlich Auswanderungsl√§nder. Durch den R√ľckgang der Bev√∂lkerung infolge der Kriege 1870/71 und 1914‚Äď1918 versch√§rfte sich der Arbeitskr√§ftemangel. Um diesen zu beseitigen, schloss Frankreich Anwerbeabkommen mit Italien (1904, 1906, 1919), Belgien (1906), Polen (1906) und der Tschechoslowakei (1920). Zu Beginn der 1930er Jahre war Frankreich ‚Äď gemessen an absoluten Zahlen ‚Äď nach den USA das zweitwichtigste Einwanderungsland der Welt. Damals lebten etwa 2,7 Mio. Einwanderer in Frankreich (6,6% der Gesamtbev√∂lkerung).

Nach dem Zweiten Weltkrieg und w√§hrend des Wirtschaftsaufschwungs der 1950er und 1960er Jahre warb Frankreich erneut Arbeitskr√§fte aus Italien, Portugal, Spanien, Belgien, Deutschland, Polen und Russland an. Gleichzeitig verst√§rkte sich die Einwanderung aus den ehemaligen Kolonien infolge der Entkolonialisierung. Im Zusammenhang mit der Unabh√§ngigkeit Algeriens 1962 kam es zu einer umfangreichen Wanderungswelle franz√∂sischer Siedler und pro-franz√∂sischer Algerier nach Frankreich. In der Wirtschaftskrise der fr√ľhen 1970er Jahre folgte Frankreich dem Vorbild anderer europ√§ischer L√§nder und stellte 1974 alle Anwerbeprogramme f√ľr ausl√§ndische Arbeitskr√§fte ein. Dies f√ľhrte jedoch nicht zu einer R√ľckkehr der Einwanderer bzw. einem R√ľckgang der Einwanderung. Viele Einwanderer blieben in Frankreich und holten ihre Familien nach. Die Familienzusammenf√ľhrung ist seitdem die zahlenm√§√üig wichtigste Form der Zuwanderung. Heute wohnen viele Immigranten in gro√üen, ab den 1970er Jahren entstandenen Neubausiedlungen (Banlieue) am Rand der Gro√üst√§dte. Die Integration der Einwanderer, von denen eine Mehrheit die franz√∂sische Staatsb√ľrgerschaft besitzt, ist nur sehr unvollst√§ndig gelungen. In den Gro√üst√§dten haben ganze Stadtviertel einen deutlich orientalischen Charakter angenommen. Diese ‚ÄěMaghrebisierung‚Äú sowie die deutliche soziale und wirtschaftliche Benachteiligung lie√üen das Konfliktpotenzial wachsen und f√ľhrten immer wieder zu offenen Gewaltausbr√ľchen, etwa im November 2005. Auch hat die Zahl rassistischer √úbergriffe auf islamische und j√ľdische Einrichtungen deutlich zugenommen. Mit etwa 5 Mio. Muslimen stellt Frankreich die gr√∂√üte islamische Gemeinde Europas.

In den fr√ľhen 1990er Jahren verfolgte der konservative Innenminister Charles Pasqua das Ziel einer Null-Einwanderungs-Politik (immigration z√©ro). Zahlreiche Regelungen wurden dabei versch√§rft. So wurde z.B. die Wartezeit f√ľr Familienzusammenf√ľhrungen von einem auf zwei Jahre verl√§ngert, und ausl√§ndischen Absolventen franz√∂sischer Universit√§ten war es untersagt, eine Arbeit in Frankreich anzunehmen. Die Einf√ľhrung der so genannten ‚ÄěPasqua Gesetze‚Äú war jedoch heftig umstritten. Die Proteste fanden ihren H√∂hepunkt 1996 in der Besetzung einer Kirche in Paris durch Afrikaner und Chinesen, die lange Jahre ohne Aufenthaltsstatus in Frankreich gelebt hatten und auf ihre prek√§re Situation aufmerksam machen wollten. Tausende von Menschen unterst√ľtzten die Protestaktionen der sans papiers. Unter Premierminister Lionel Jospin wurden ab 1997 viele der restriktiven Regelungen zur√ľckgenommen oder abgeschw√§cht. Zudem wurde ein spezieller Einwanderungsstatus f√ľr hochqualifizierte Arbeitnehmer, Wissenschaftler und K√ľnstler geschaffen. Im Jahr 1997 wurde au√üerdem ein Legalisierungsprogramm f√ľr Ausl√§nder aufgelegt, die sich ohne entsprechende Erlaubnis im Land aufhielten. Seit dem erneuten Regierungswechsel im Jahr 2002 und seit der Pr√§sidentschaft von Nicolas Sarkozy 2007 ist eine R√ľckkehr zu einer restriktiveren Einwanderungspolitik zu beobachten.

Der Wahrnehmung von Emigration als Problem steht aber auch ein wachsendes Bewusstsein gegen√ľber, dass Einwanderung eine Bereicherung der franz√∂sischen Gesellschaft darstellt . Das 2007 in Paris er√∂ffnete Museums der Geschichte der Einwanderung (Cit√© nationale de l'histoire de l'immigration ) deutet in diese Richtung. Ziel des Projekts ist es zum einen, die Geschichte der Einwanderung nach Frankreich darzustellen. Dar√ľber hinaus soll das Museum auch dazu beitragen, einen Wandel im Umgang mit Zuwanderung zu erreichen: Migration soll unter Betonung ihrer positiven Aspekte immer mehr als Normalit√§t betrachtet werden.

Die Nationalversammlung stimmte am 12. Oktober 2010 einem versch√§rften Einwanderungsgesetz zu, welches den Entzug der Staatsb√ľrgerschaft f√ľr Einwanderer bei schweren Angriffen auf Amtspersonen ebenso wie eine leichtere Ausweisung von EU-B√ľrgern in bestimmten F√§llen vorsieht.[18] In den Worten der taz d√ľrfte Frankreich dann ‚Äě√ľber die sch√§rfsten Gesetze gegen EU-B√ľrger innerhalb der Union verf√ľgen‚Äú.[19]

Gesundheitsanforderungen bei Einwanderung

Bestimmte Staaten verlangen, dass Einwanderer und ihre Familien vorgegebenen Gesundheitsanforderungen gen√ľgen, so etwa Neuseeland[20] und Australien[21].

In Australien traf die Ablehnung des Antrags auf dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung f√ľr einen deutschen Arzt, die aufgrund des Down-Syndroms seines 13-j√§hrigen Sohnes mit zu erwartenden Kosten f√ľr das Gesundheitssystem begr√ľndet wurde, auf Emp√∂rung und Widerstand wegen Behindertendiskriminierung.[22][23]

Einwanderung in die Bundesrepublik Deutschland

2010 lebten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Deutschland 6,75 Millionen Ausl√§nder, d.h. Menschen ohne deutschen Pass. Etwa jeder f√ľnfte der 6,75 Millionen Nicht-Deutschen ist in der Bundesrepublik geboren. Die Zuwanderer leben im Durchschnitt seit fast 19 Jahren in Deutschland.[24] Insgesamt hatten 2009 etwa 15,7 Millionen Menschen in der BRD einen Migrationshintergrund, d.h. sie stammen ganz oder teilweise von Einwanderern ab.[25]

Wichtigstes Herkunftsland ist nach wie vor die T√ľrkei, gefolgt von Italien und Polen. Fast jeder vierte Ausl√§nder in Deutschland stammt aus der T√ľrkei. Zugleich sinkt die Zahl der T√ľrken in Deutschland seit dem H√∂chststand vor zw√∂lf Jahren st√§ndig - von damals 2,1 Millionen auf inzwischen 1,6 Millionen. Als Gr√ľnde nennen die Statistiker neben Einb√ľrgerungen und Sterbef√§llen auch R√ľckkehrer.

Mehr als jeder dritte (36 Prozent) Ausländer in Deutschland stammt aus einem der 27 EU-Mitgliedsstaaten. Die Zahl der Europäer nahm mit 75.400 (plus 3,2 Prozent) innerhalb eines Jahres auch besonders stark zu. Als Hauptursache nennen die Statistiker Zuwanderung. Den größten Zuwachs gab es mit 21.600 Menschen bei Rumänen, gefolgt von Polen und Bulgaren. Prozentual gesehen war der Anstieg aus Lettland, Bulgarien und Rumänien am höchsten. Griechenland ist der einzige EU-Mitgliedsstaat, aus dem nennenswert weniger Menschen in Deutschland lebten als im Vorjahr (minus 1400).

Bei der Anzahl der Migranten ergibt sich ‚Äď Ausl√§nder und Sp√§taussiedler zusammengerechnet ‚Äď eine deutlich h√∂here Zahl: Im Jahr 2006 lebten etwa 15,1 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Eine gro√üe Immigrationswelle in die Bundesrepublik Deutschland setzte in den 1960er-Jahren ein, als im Zuge einer sehr g√ľnstigen wirtschaftlichen Entwicklung Hunderttausende von Arbeitern vor allem aus den s√ľdlichen L√§ndern Europas (Spanien, Griechenland, Jugoslawien, T√ľrkei, Italien) einwanderten (siehe hierzu auch ‚ÄěEntwicklung in der Bundesrepublik Deutschland‚Äú).

2009 wanderten 606.000 Menschen mit ausl√§ndischem Pass nach Deutschland ein und 579.000 ohne deutsche Staatsangeh√∂rigkeit aus. Das entspricht einem √úberhang von etwa 27.000 Zuwanderungen.[26] In den letzten Jahren ist die Einwanderung in Deutschland zur√ľckgegangen.[27]

Einige Migrationsexperten sind der Meinung, dass die momentane Einwanderungspolitik mit den anderen Staaten nicht konkurrenzf√§hig sei, so dass in der Tendenz √ľberwiegend Geringqualifizierte nach Deutschland einwanderten. Es fehle ein selektives Modell, wie das in Kanada, den USA und dem Vereinigten K√∂nigreich √ľblichen Punktesystem, das zur verst√§rkten Einwanderung von Fachkr√§ften f√ľhrt. Laut der wirtschaftsliberal orientierten Stiftung Marktwirtschaft w√ľrden Ausl√§nder ‚Äď √ľber den gesamten Lebenszeitraum berechnet ‚Äď in Deutschland aufgrund ihres schlechteren Qualifikations- und Lohnniveaus weniger Steuern und Abgaben zahlen als sie an Leistungen erhalten. Um zu erreichen, dass Zuwanderer der zweiten Generation das durchschnittliche Qualifikationsniveau der deutschen Bev√∂lkerung erreichen, seien intensivere staatliche Anstrengungen n√∂tig. Zudem w√ľrde die gezieltere Steuerung der Zuwanderung ‚ÄěDeutschlands demografische Probleme deutlich entsch√§rfen‚Äú.[28]

Das deutsche Einwanderungsrecht unterliegt gewissen Bindungen durch die Vorschriften der Europ√§ischen Union √ľber den Freien Personenverkehr.

Siehe auch: T√ľrken in Deutschland, Italiener in Deutschland, Kroaten in Deutschland, Polen in Deutschland, Araber in Deutschland, Albaner in Deutschland, Iraker in Deutschland, Iraner in Deutschland.

Rechtlicher Status in Deutschland

In Deutschland lassen sich Einwanderer in folgende Gruppen unterteilen:

  • Sp√§taussiedler (Einwanderungsregelung gem√§√ü Bundesvertriebenen- und -fl√ľchtlingsgesetz (BVFG) von 1953 sowie Aussiedleraufnahmegesetz (AAG) von 1990),
  • Unionsb√ľrger EU-Angeh√∂rige genie√üen ein weitgehendes Recht auf Freiz√ľgigkeit nach dem Freiz√ľgigkeitsgesetz,
  • Arbeitsmigranten aus Drittstaaten (Nicht-EU-L√§ndern) k√∂nnen ggf. nach dem Aufenthaltsgesetz als Arbeitnehmer oder Selbst√§ndige einreisen und sich hier aufhalten,
  • Familienangeh√∂rige Deutscher und hier lebender Ausl√§nder, insbesondere Ehepartner und minderj√§hrige Kinder, k√∂nnen ggf. nach dem Aufenthaltsgesetz ein Aufenthaltsrecht erhalten,
  • Studenten k√∂nnen ggf. nach dem Aufenthaltsgesetz ein Aufenthaltsrecht zu Studienzwecken erhalten,
  • Asylsuchende k√∂nnen nach Artikel 16a Grundgesetz und dem Asylverfahrensgesetz einen Fl√ľchtlingsstatus beantragen. Der aus humanit√§ren, politischen oder v√∂lkerrechtlichen Gr√ľnden m√∂gliche Aufenthalt f√ľr anerkannte Fl√ľchtlinge und weitere Ausl√§nder (z. B. j√ľdische Zuwanderer) richtet sich nach dem Aufenthaltsgesetz,
  • Kontingentfl√ľchtlinge konnten von 1991 bis 2004 √ľberwiegend aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion in Deutschland aufgenommen werden,
  • Illegale Einwanderer besitzen keinen regul√§ren Status nach dem Ausl√§nderrecht.

Die Einwanderung von Menschen nach Deutschland, und auch die transnationale Migration, betrifft nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Familien: im Zuwanderungsgesetz ist z. B. das Nachzugsalter von Familienangeh√∂rigen von Zuwanderern geregelt.

Deshalb wird Immigration im 9. Familienbericht der Bundesregierung ‚ÄěFamilien ausl√§ndischer Herkunft ‚Äď Leistungen ‚Äď Belastungen ‚Äď Herausforderungen‚Äú, 2000, als Familienprojekt bezeichnet, das generations√ľbergreifend stattfindet und nicht in einer Generation abgeschlossen ist. U. a. durch diesen Bericht des Bundesministerium f√ľr Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) aus dem Jahr 2000 ist klargestellt, dass die Bundesrepublik Deutschland ein Einwanderungsland ist und dass die Integration der Immigranten durch den zeitlich nahen Nachzug der Familienmitglieder gef√∂rdert und stabilisiert wird.

Immigranten haben die unterschiedlichsten Migrations- oder Fluchtgr√ľnde, und unterscheiden sich etwa in der Absicht, kurz oder l√§nger in Deutschland zu bleiben oder nur durchzuwandern.

Seit 1996 gibt es eine Statistik zum Familiennachzug. Diese weist eine Größenordnung von 55.000 bis 63.000 Familienangehörige im Jahr aus. Zwei Drittel des Familiennachzugs sind Ehepartner und etwa ein Drittel sind Kinder (20.000). Verglichen mit der Zahl der primären Immigranten von 649.249 Personen addiert sich die Anzahl eines Zehntels dieser Anzahl durch Familiennachwanderung.

‚ÄěIntegrationspolitik muss verst√§rkt die ‚Äöganze Familie‚Äõ in den Blick nehmen und diese Perspektive zumindest erg√§nzend und verst√§rkend neben die ‚ÄöFamilienmitglieder-Zielgruppenorientierung‚Äė setzen, die heute vor allem in der Form von Kinder-, Jugend- und M√§dchenprojekten umgesetzt wird,‚Äú hei√üt es im von Wolfgang Erler und Monika Jaeckel erstellten Zwischenbericht zum dji-Projekt (‚ÄěDer soziale Nahraum in seiner Integrationsfunktion f√ľr Familien ausl√§ndischer Herkunft‚Äú), weil die Familien von Immigranten auch einen Lebensraum darstellen, der einer Integration entgegenwirken kann, da sich der Spracherwerb und die √úberwindung der kulturellen Fremdheit verz√∂gern k√∂nnen.

Siehe auch

Literatur

  • J√∂rg Alt: Leben in der Schattenwelt ‚Äď Problemkomplex illegale Migration. Neue Erkenntnisse zur Lebenssituation 'illegaler' Migranten in M√ľnchen und anderen St√§dten Deutschlands. Loeper Literaturverlag, Karlsruhe 2003, ISBN 3-86059-499-0
  • Harald Bauder: How Migration Regulates Labor Markets, New York, ISBN 0-19-518088-7
  • Madjigu√®ne Ciss√©: ‚ÄěPapiere f√ľr alle.‚Äú Die Bewegung der Sans Papiers in Frankreich, ISBN 3-935936-14-1
  • Wolfgang Gieler: Handbuch der Ausl√§nder- und Zuwanderungspolitik. Von Afghanistan bis Zypern. M√ľnster 2003, ISBN 3-8258-6444-8
  • Kien Nghi Ha: Ethnizit√§t und Migration Reloaded. Kulturelle Identit√§t, Differenz und Hybridit√§t im postkolonialen Diskurs. √úberarb. und erw. Neuauflage, [Westf√§lisches Dampfboot/WVB] 1999/2004, ISBN 3-86573-009-4
  • Gerda Heck: ‚ÄěIllegale Einwanderung.‚Äú Eine umk√§mpfte Konstruktion in Deutschland und den USA. Edition DISS Band 17, M√ľnster 2008, ISBN 978-3-89771-746-6 (Interview heise online, 10. November 2008)
  • Ulrich Herbert, Geschichte der Ausl√§nderpolitik in Deutschland. Saisonarbeiter, Zwangsarbeiter, Gastarbeiter, Fl√ľchtlinge, C. H. Beck Verlag, M√ľnchen 2001, ISBN 3-406-47477-2
  • Heike Herzog, Eva W√§lde: ‚ÄěSie suchten das Leben‚Ķ‚Äú Suizide als Folge deutscher Fl√ľchtlingspolitik, ISBN 3-89771-810-3
  • jour fixe initiative berlin (Hg.): Fluchtlinien des Exils, ISBN 3-89771-431-0
  • Eva Kaewnetara, Hans Uske: Migration und Alter. Auf dem Weg zu einer kultur-kompetenten Altenarbeit, ISBN 3-927388-77-7
  • Heike Knortz: Diplomatische Tauschgesch√§fte. ‚ÄěGastarbeiter‚Äú in der westdeutschen Diplomatie und Besch√§ftigungspolitik 1953-1973. K√∂ln 2008
  • J. Leibold: Immigranten zwischen Einb√ľrgerung und Abwanderung ‚Äď Eine empirische Studie zur bindenden Wirkung von Sozialintegration, G√∂ttingen 2006
  • Martino Mona: Das Recht auf Immigration: Rechtsphilosophische Begr√ľndung eines origin√§ren Rechts auf Einwanderung im liberalen Staat, Helbing Lichtenhahn Verlag, Basel 2007, ISBN 978-3-7190-2777-3
  • Susanne Spindler: Corpus delicti. M√§nnlichkeit, Rassismus und Kriminalisierung im Alltag jugendlicher Migranten. M√ľnster 2006. ISBN 3-89771-738-7; Rezension FSK Interview mit Susanne Spindler [1]. In: taz v. 16. April 2007
  • Johannes-Dieter Steinert: Migration und Politik. Westdeutschland ‚Äď Europa ‚Äď √úbersee 1945-1961, Osnabr√ľck 1995
  • Hito Steyerl, Encarnaci√≥n Guti√©rrez Rodr√≠guez (Hg.): Spricht die Subalterne deutsch? Migration und postkoloniale Kritik, ISBN 3-89771-425-6
  • Hans Uske, Michael Heveling-Fischell, Waldemar Mathejczyk: Risiko Migration. Krankheit und Behinderung durch Arbeit. ISBN 3-927388-81-5 (Buchhandelsinformationen [2])

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Einwanderung ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen

Studien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ [http://www.kalkutta.diplo.de/Vertretung/kalkutta/de/04/Weitere_20konsularische_20Dienstleistungen/seite__ehe__in__indien.html].
  2. ‚ÜĎ [http://www.kalkutta.diplo.de/Vertretung/kalkutta/de/04/Weitere_20konsularische_20Dienstleistungen/seite__ehe__in__indien.html].
  3. ‚ÜĎ [http://www.immi.gov.np/visa/residential-visa].
  4. ‚ÜĎ [http://www.kathmandu.diplo.de/Vertretung/kathmandu/de/04/Leben__und__Arbeiten/Leben__und__Arbeiten.html].
  5. ‚ÜĎ [Als unverbindliche Aussage der deutschen Botschaft in Kathmandu vom 2. August 2010.].
  6. ‚ÜĎ [Auf Nachfrage bei einem nepalesischen Anwalt (slc@wlink.com.np; in der Anwaltsliste der deutschen Botschaft in Kathmandu aufgef√ľhrt) vom 16.September 2010.].
  7. ‚ÜĎ [http://www.migraciones.gov.py/].
  8. ‚ÜĎ [http://immigration.gov.ph/index.php?option=com_content&task=view&id=26&Itemid=35].
  9. ‚ÜĎ [http://www.pra.gov.ph/main/srrv_program?page=1].
  10. ‚ÜĎ [http://www.philippine-embassy.de/bln/index.php?option=com_content&task=view&id=196&Itemid=305].
  11. ‚ÜĎ [http://www.pra.gov.ph/main/srrv_program?page=1].
  12. ‚ÜĎ [http://www.philippine-embassy.de/bln/index.php?option=com_content&task=view&id=196&Itemid=305].
  13. ‚ÜĎ [http://www.manila.diplo.de/Vertretung/manila/de/04/Leben__und__arbeiten/Leben__und__arbeiten.html].
  14. ‚ÜĎ [Auf Nachfrage bei einem philippinischen Anwalt (falconlw@mozcom.com; in der Anwaltsliste der deutschen Botschaft in Manila aufgef√ľhrt) vom 16.September 2010.].
  15. ‚ÜĎ [http://www.srilanka-botschaft.de/Deutsche_Homepage_neu/Consular/VisaD.htm].
  16. ‚ÜĎ [http://www.immigration.go.th/nov2004/doc/residence/26122546_regulation_notice_en.pdf].
  17. ‚ÜĎ [http://www.mfa.go.th/web/2637.php].
  18. ‚ÜĎ Franz√∂sisches Parlament stimmt versch√§rftem Einwanderungsgesetz zu. www.swissinfo.de, 12. Oktober 2010, abgerufen am 12. Oktober 2010.
  19. ‚ÜĎ Diskriminierung jetzt per Gesetz. taz.de, 28. September 2010, abgerufen am 12. Oktober 2010.
  20. ‚ÜĎ Working Holiday Visum f√ľr Neuseeland
  21. ‚ÜĎ Health Requirements for Visa Applicants
  22. ‚ÜĎ Behinderte unerw√ľnscht, sueddeutsche.de, 31. Oktober 2008
  23. ‚ÜĎ Australien will keine behinderten Kinder einb√ľrgern, www.welt.de, 31. Oktober 2008
  24. ‚ÜĎ Tagesschau: Rund 6,75 Millionen Ausl√§nder leben in Deutschland
  25. ‚ÜĎ http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Navigation/Statistiken/Bevoelkerung/MigrationIntegration/MigrationIntegration.psml Statistisches Bundesamt
  26. ‚ÜĎ Statistisches Bundesamt Pressemitteilung Nr. 185 vom 26. Mai 2010
  27. ‚ÜĎ Zeit: Wir waren ein Einwanderungsland
  28. ‚ÜĎ Staat m√ľsste vier Billionen Euro f√ľr die Zukunft zur√ľcklegen

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