Eisenkappel-Vellach

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Eisenkappel-Vellach
Eisenkappel-Vellach
Wappen von Eisenkappel-Vellach
Eisenkappel-Vellach (√Ėsterreich)
Eisenkappel-Vellach
Basisdaten
Staat: √Ėsterreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Völkermarkt
Kfz-Kennzeichen: VK
Fl√§che: 199,12 km¬≤
Koordinaten: 46¬į 29‚Ä≤ N, 14¬į 36‚Ä≤ O46.48638888888914.596111111111556Koordinaten: 46¬į 29‚Ä≤ 11‚Ä≥ N, 14¬į 35‚Ä≤ 46‚Ä≥ O
H√∂he: 556 m √ľ. A.
Einwohner: 2.415 (1. J√§n. 2011)
Bevölkerungsdichte: 12 Einwohner je km²
Postleitzahl: 9135
Vorwahl: 0 42 38
Gemeindekennziffer: 2 08 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Nr. 260
9135 Bad Eisenkappel
Website: www.bad-eisenkappel.info
Politik
B√ľrgermeister: Franz Josef Smrtnik (EL)
Gemeinderat: (2009)
(19 Mitglieder)
8 SP√Ė, 4 EL, 2 √ĖVP, 3 BZ√Ė, 1 parteifreie, 1 GESK
Lage der Marktgemeinde Eisenkappel-Vellach im Bezirk Völkermarkt
Bleiburg Diex Eberndorf Eisenkappel-Vellach Feistritz ob Bleiburg Gallizien Globasnitz Griffen Neuhaus Ruden Sankt Kanzian am Klopeiner See Sittersdorf Völkermarkt KärntenLage der Gemeinde Eisenkappel-Vellach im Bezirk Völkermarkt (anklickbare Karte)
√úber dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in √Ėsterreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Hauptplatz von Bad Eisenkappel

Eisenkappel-Vellach (slow. ŇĹelezna Kapla-Bela) ‚Äď meist einfach Eisenkappel genannt ‚Äď ist eine Marktgemeinde im Bezirk V√∂lkermarkt, K√§rnten mit 2415 Einwohnern (Stand 1. J√§nner 2011).

Der Markt Bad Eisekappel ist der s√ľdlichste Ort √Ėsterreichs und als Hauptort das Verwaltungszentrum der Marktgemeinde. Als einziger Ort √Ėsterreichs tr√§gt Bad Eisenkappel das Doppelpr√§dikat Kur- und Luftkurort.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Das Gemeindegebiet erstreckt sich im oberen Vellachtal von den Vorbergen bis zum Hauptkamm der √∂stlichen Karawanken, nahe der Grenze zu Slowenien. Eisenkappel-Vellach hat zwei Grenz√ľberg√§nge zu Slowenien, den Seebergsattel (Jezerski vrh) und den Paulitschsattel (Pavlińćevo sedlo).

Gemeindegliederung:

Eisenkappel-Vellach gliedert sich in elf Katastralgemeinden:

Bad Vellach (Bela), Blasnitzen (Spodnja Plaznica), Ebriach (Obirsko), Eisenkappel (ŇĹelezna Kapla), Koprein Petzen (Pod Peco), Koprein Sonnseite (Koprivna), Leppen (Lepena), Lobnig (Lobnik), Rechberg (Reberca), Remschenig (RemŇ°enik) und Tr√∂gern (Korte).

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 14 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl 2001):[1]

  • Bad Eisenkappel (ŇĹelezna Kapla) (1.066)
  • Blasnitzen (Spodnja Plaznica) (66)
  • Ebriach (Obirsko) (373)
  • Koprein Petzen (Pod Peco) (6)
  • Koprein Sonnseite (Koprivna) (41)
  • Leppen (Lepena) (207)
  • Lobnig (Lobnik) (132)
  • Rechberg (Rebrca) (150)
  • Remschenig (RemŇ°enik) (78)
  • Tr√∂gern (Korte) (40)
  • Unterort (Podkraj) (65)
  • Vellach (Bela) (350)
  • Wei√üenbach (Bela) (10)
  • Zauchen (Suha) (126)


Nachbargemeinden:

Gallizien Sittersdorf Globasnitz, Feistritz ob Bleiburg
Zell Nachbargemeinden ńĆrna na KoroŇ°kem
TrŇĺińć Jezersko Solńćava

Klima

Eisenkappel-Vellach liegt im √úberschneidungsbereich mehrerer Klimaregionen. Zu dem westeurop√§ischen Seeklima und dem osteurop√§ischen Landklima gesellt sich der Einfluss des mediterranen Klimas. Durch die geomorphologische Lage wird t√§glich die Talluft am Abend durch das Absinken der k√ľhlen Bergluft erneuert. Es gibt ganzj√§hrig keinen Talnebel und durchschnittlich 176 Sonnentage.

Geschichte

T√ľrkenschanze in Bad Eisenkappel
Schloss Hagenegg in Bad Eisenkappel
Ort mit Kommende Rechberg
Kommende Rechberg

Eisenkappel verdankt seinen Namen einer 1050 erstmals genannten Kapelle. Der langgestreckte Stra√üenmarkt an der Nordseite der Seebergstra√üe geht vermutlich auf Herzog Bernhard von Spanheim zur√ľck und entstand nach 1209; 1267/68 wurde er als Markt genannt. Markt und Ort profitierten zun√§chst vom Eisen- und Salztransport. Vom 15. bis zum 19. Jahrhundert sorgten wasserbetriebene Eisenh√§mmer, ab dem 18. Jahrhundert auch der Eisenbergbau f√ľr lokalen Wohlstand.

Die Gemeinde Vellach wurde im Jahr 1850 gebildet und umschloss die gesamte kleine Marktgemeinde Kappel (auch: Coppl; zuerst: Capella), deren Gemeindename 1890 in Eisenkappel ge√§ndert wurde. Vellach und Eisenkappel wurden 1939 zur B√ľrgermeisterei Eisenkappel-Vellach vereinigt.

Nach dem Niedergang der Eisenindustrie im Verlauf des 19. Jahrhunderts gewann zunächst vor allem die Holz- und Sägeindustrie an Bedeutung, ab der Wende zum 20. Jahrhundert auch der Sommerfrischen- und Badetourismus zunächst in Bad Vellach (seit den Nachkriegsjahren stillgelegt), heute auch im Kurbad Eisenkappel.

Von 1902 bis 1971 war der Ort durch die Vellachtalbahn an das Bahnnetz angeschlossen. Die Strecke wurde 1971 stillgelegt und anschließend abgetragen. Einige wenige Spuren sind erhalten, so z. B. das ehemalige Bahnhofsgebäude Bad Eisenkappel, das heute einen Schreinereibetrieb beherbergt.

Vier Angehörige der heutigen Gemeinde Eisenkappel, Marija Olip und ihr Bruder Miha Zupanc aus Ebriach, Jurij Pasterk aus Lobnig und Franc Weinziuerl aus Rechberg, wurdem am 9. April 1943 von Roland Freisler, dem Präsidenten des Volksgerichtshofs in Berlin (VGH) zum Tode verurteilt und am 29. April 1943 im Wiener Landesgefängnis hingerichtet.

Bevölkerung

Laut Volksz√§hlung 2001[1] hat die Marktgemeinde Eisenkappel-Vellach 2.710 Einwohner, davon sind 95,2 % √∂sterreichische und 1,8 % bosnische Staatsb√ľrger. 57,0 % geh√∂ren der deutschsprachigen und 37,6 % der slowenischsprachigen Volksgruppe an.

Zur r√∂misch-katholischen Kirche bekennen sich 91,1 % der Gemeindebev√∂lkerung, zur evangelischen Kirche und zum Islam jeweils 1,9 %. Ohne religi√∂ses Bekenntnis sind 4,1 %.

Sehensw√ľrdigkeiten

Museen

  • Partisanen-Museum und -Denkmal am PerŇ°manhof: der PerŇ°manhof war ein Partisanenst√ľtzpunkt im Zweiten Weltkrieg, und beherbergt heute ein Museum zur Geschichte der K√§rntner Slowenen w√§hrend der Zeit des Nationalsozialismus
  • Galerie Vorspann/Galerija Vprega [2] :
  • Oldtimer- & Bauernkram-Museum: mit Motorr√§dern, Buschenschenke zum Florian (siehe Weblinks)

Bauwerke:

  • Sp√§tgotische Wallfahrtskirche Maria Dorn: mit Terrassenfriedhof
  • Schloss Hagenegg: mit Renaissance- und Barocktrakt
  • Kommende Rechberg:
  • Burgruine Rechberg: hinter der Kirche am H√ľgel gelegen
  • Ruinen der T√ľrkenschanzen:

Siehe auch: Liste der denkmalgesch√ľtzten Objekte in Eisenkappel-Vellach

Naturdenkmäler:

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Kirchleintragen: Am 1. Februar, dem Vorabend zu Maria Lichtmess, gedenken die Einwohner von Eisenkappel/ŇĹelezna Kapla mit dem 'Kirchleintragen' eines verhinderten Hochwassers der Vellach/Bela, die direkt durch den Ort flie√üt. Der Sage nach gab es im Sp√§tmittelalter in der Gemeinde eine √úberschwemmung, so dass das Volk zur h√∂her gelegenen Kirche Maria Dorn fl√ľchten musste. Zimmerleute bauten diese Kirche aus Holz nach und legten sie in die Fluten des Flusses, woraufhin das Hochwasser auf wundersame Weise zur√ľckging. Seit dieser Begebenheit ist es Brauch, dass zum 1. Februar jedes Jahres Kinder des Ortes selbstgebastelte, mit Kerzen beleuchtete Holzkirchlein zur Schlossbr√ľcke an der Vellach/Bela tragen und sie dort den Fluss hinabtreiben lassen. Der Brauch wird auch kurz Ante pante populore genannt ‚Äď in Anlehnung an den Spruch, den die Teilnehmer auf dem Weg von der Kirche zur Schlossbr√ľcke st√§ndig aufsagen. Der urspr√ľngliche Spruch lautete ‚ÄěAnte faciem omnium populorum‚Äú, er ver√§nderte sich jedoch im Laufe der Zeit zu ‚ÄěAnte pante populore, Kocle vrate cvilelore!‚Äú.[3]
  • Am letzten Junisonntag eines jeden Jahres findet auf dem PerŇ°manhof (Koprein Petzen) die Gedenkfeier f√ľr die Opfer des dortigen Massakers vom 25. April 1945 statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Entlang der Seebergstra√üe spielte das Gewerbe insbesondere f√ľr den Hauptort eine wichtige Rolle, die Umgebung ist ansonsten immer noch stark von der Landwirtschaft, insbesondere von der Holzgewinnung und -verarbeitung gepr√§gt. Neben den Naturschutzgebieten Vellacher Kotschna und Tr√∂gerner Klamm besitzt die Marktgemeinde mit dem Kurbad und den Obir-Tropfsteinh√∂hlen beliebte Anziehungspunkte f√ľr den Fremdenverkehr.

Kurbad

Die Heilquellen sind Kohlens√§urequellen, die zu Besserungen bei Herz-Kreislaufbeschwerden f√ľhren. Die Carinthia-Lithium-Quelle hilft gegen Durchblutungsst√∂rungen und Bluthochdruck. Diese Quellen sind neben jenen in Bad Sch√∂nau (Nieder√∂sterreich) die einzigen Quellen dieser Zusammensetzung.

Verkehr

Die Seeberg Stra√üe (B 82) durchquert das Vellachtal und Gemeindegebiet in nord-s√ľdlicher Richtung und verbindet die Ortschaften der Gemeinde mit Sittersdorf im Norden und dem Seebergsattel und Slowenien im S√ľden. Von ihr zweigt in Vellach die Rosental Stra√üe (B 85) in Richtung Gallizien und in Eisenkappel eine Landstra√üe in Richtung Zell/Sele ab.

Politik

Wappen

Anl√§sslich einer Best√§tigung des Stapelrechts f√ľr Meersalz sowie des Gerichtssprengels verlieh Kaiser Friedrich III. dem Markt am 28. J√§nner 1493 auch als Wappen ‚Äě... ain schwarzen schillt, in des mit nach der Twirch ain weissen wasserstram...‚Äú[6] Das Marktsiegel aus demselben Jahr zeigt bereits die zwei Fische im Wellenbalken, welcher die Vellach (von slowenisch bela = Wei√üenbach) symbolisiert. Diese sind eindeutig als Bachforellen identifizierbar und sollen den Wildbachcharakter der Vellach zum Ausdruck bringen.

Die Wappenf√ľhrung wurde der Marktgemeinde am 17. Juli 1970 best√§tigt und gleichzeitig eine Fahne verliehen, die die Farben Schwarz-Wei√ü mit eingearbeitetem Wappen zeigt.

Persönlichkeiten

  • Ferdinand Hauser (1795‚Äď1868), B√ľrgermeister von Klagenfurt
  • Maria Olip geb.Zupanc (1913-1943), Widerstandsk√§mpferin gegen den Nationalsozialismus
  • Michael Zupanc, Bruder Marijas (1909-1943), Widerstandsk√§mpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Jurij/Georg Pasterk (1903-1943), Widerstandsk√§mpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Franc Weinzierl (1912-1943), Widerstandsk√§mpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Gerald Florian Messner (* 1937), √∂sterreichischer Musikwissenschafter
  • Maja Haderlap (* 1961), √∂sterreichische Schriftstellerin
  • Otto Baric (* 1933), Fussballtrainer

Literatur

  • Marktgemeinde Eisenkappel-Vellach (Hrsg.): 700 Jahre Markt Eisenkappel. Verlag des Geschichtsvereines f√ľr K√§rnten, Klagenfurt 1968.
  • Wilhelm Baum: Die Freisler-Prozesse in K√§rnten. Zeugnisse des Widerstandes gegen das NS-Regime in √Ėsterreich, Klagenfurt, KLitab-Verlag 2011, ISBN978-3-902585-77-6

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ a b Statistische Angaben laut Gemeindedaten, Stand Volksz√§hlung 2001 der Statistik Austria
  2. ‚ÜĎ Galerie Vorspann
  3. ‚ÜĎ Kirchleintragen in Bad Eisenkappel, siehe auch K. Grafschafter: So ist‚Äôs Brauch in K√§rnten. Heyn, Klagenfurt 1999, Seite 22 f.
  4. ‚ÜĎ Amt der K√§rntner Landesregierung, abgerufen 18. M√§rz 2009.
  5. ‚ÜĎ Kleine Zeitung: Eisenkappel-Vellach: Erstmals B√ľrgermeister f√ľr slowenische Einheitsliste, 15. M√§rz 2009, abgerufen 18. M√§rz 2009.
  6. ‚ÜĎ zitiert nach Wilhelm Deuer: Die K√§rntner Gemeindewappen. Verlag des K√§rntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 80

Weblinks


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