Elbe

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Elbe
Elbe
Flussverlauf

Flussverlauf

Daten
GewĂ€sserkennzahl DE: 5
Lage Tschechien und Deutschland
Flusssystem Elbe

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Flussgebietseinheit Elbe
Quelle Im Riesengebirge
50° 46â€Č 32″ N, 15° 32â€Č 11″ O50.77555555555615.5363888888891386
Quellhöhe 1.386 m n.m.Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
MĂŒndung Bei Cuxhaven in die Nordsee (km 727,73)
53.8933333333338.70555555555550

53° 53â€Č 36″ N, 8° 42â€Č 20″ O53.8933333333338.70555555555550
MĂŒndungshöhe m ĂŒ. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 1.386 m
LĂ€nge 1.094 km[1] (1.245 km inkl. Moldau)
Einzugsgebiet gesamt: 148.268 kmÂČ
Deutschland: 97.175 kmÂČ (65,38 %)
Tschechien: 49.933 kmÂČ (33,84 %)
Österreich: 921 kmÂČ (0,62 %)
Polen: 239 kmÂČ (0,16 %)dep1[1]
Abflussmenge
am Pegel Neu DarchauVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
MNQ: 278 mÂł/s[2]dep1
MQ: 712 mÂł/s[2]dep1
MHQ: 1870 mÂł/s[2]dep1
HHQ: 3630 mÂł/s[3] (im Jahr 2002)
(HHQ ÚstĂ­ nad Labem: 5070 mÂł/s[3])
(MQ MĂŒndung: 870 mÂł/s[4])dep1
Rechte NebenflĂŒsse Iser (Jizera), Lachsbach, Wesenitz, Schwarze Elster, Nuthe, Ehle, Havel, Stepenitz, Löcknitz, Elde, Sude, Bille, Alster, Pinnau, KrĂŒckau, Stör
Linke NebenflĂŒsse Adler (Orlice), Moldau, Eger, MĂŒglitz, Weißeritz, Jahna, Döllnitz, Mulde, Saale, Ohre, Tanger, Aland, Jeetzel, Ilmenau, Seeve, Este, Schwinge, Oste
GroßstĂ€dte Dresden, Magdeburg,
Hamburg
MittelstĂ€dte Hradec KrĂĄlovĂ©, Pardubice, KolĂ­n, Litoměƙice, ÚstĂ­ nad Labem, Děčín
Pirna, Radebeul, Meißen, Riesa, Torgau, Lutherstadt Wittenberg, Dessau-Roßlau, Schönebeck, Wittenberge, Geesthacht, Wedel, Cuxhaven
KleinstĂ€dte VrchlabĂ­, Nymburk, MělnĂ­k, Bad Schandau, Havelberg, TangermĂŒnde, Schnackenburg, Hitzacker, Lauenburg, GlĂŒckstadt, BrunsbĂŒttel, Otterndorf
Gemeinden SpindlermĂŒhle, Elster,
Einwohner im Einzugsgebiet 24,5 Mio.
Schiffbar ab Pardubice
Oberelbe in der Böhmischen Schweiz

Oberelbe in der Böhmischen Schweiz

Einzugsgebiet

Einzugsgebiet

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Die Elbe (tschechisch: Labe) ist ein mitteleuropĂ€ischer Strom, der in Tschechien entspringt, durch Deutschland fließt und in die Nordsee mĂŒndet. Sie ist der einzige Fluss, der das von Mittelgebirgen umschlossene Böhmen zur Nordsee hin entwĂ€ssert. Zu den bekanntesten GewĂ€ssern ihres Einzugsgebiets gehören die Moldau, die Havel und die Saale sowie die MĂŒritz. Im Oberlauf durch die Mittelgebirge geprĂ€gt, folgt sie im weiteren Verlauf zwei UrstromtĂ€lern des Norddeutschen Tieflands.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Der tschechische Name des Flusses ist Labe. Beide Namen sind gleichen Ursprungs. In der Antike nannten Griechen, Kelten und Römer (so etwa Plinius und Tacitus) den Strom Albis, die Germanen Albia. Der Name geht auf das indogermanische *albhos fĂŒr „weiß“ zurĂŒck[5] und ist mit dem lateinischen Adjektiv albus (weiß/grau, blass, hell) verwandt.

Ein Zusammenhang mit elfr, dem altnordischen Wort fĂŒr „Fluss“,[6] das in den heutigen skandinavischen Sprachen als Ă€lv (schwedisch), elv (norwegisch) oder elfur (islĂ€ndisch) fortlebt, ist unwahrscheinlich. Es ist kaum anzunehmen, dass der schon bei Strabon (18 n. Chr.) belegte Name nordischen Ursprungs ist, zumal der Fluss keine Beziehungen zu Skandinavien hat.

Der Name der Elbe dĂŒrfte eher mit dem altnordischen Flusswort verwandt sein, welches auf den indogermanischen Stamm *albho- fĂŒr „weiß, hell“ zurĂŒckzufĂŒhren ist. Der Name könnte analog zum gallischen Flussnamen Albis (heute: Aube) als „weißes Wasser“, im Gegensatz zum Namen Dubis fĂŒr „Schwarzwasser“, zu deuten sein.[7]

Geographische Übersicht

Mit 1094[1] Kilometern LĂ€nge ist die Elbe der vierzehntlĂ€ngste Fluss in Europa und gehört zu den 200 lĂ€ngsten FlĂŒssen der Erde. WĂŒrde man die Moldau als Quellfluss betrachten, ergĂ€be sich eine GesamtlĂ€nge von 1245 km (Platz 12 in Europa). Der tschechische Anteil ist 367 km lang, wobei die Abschnitte oberhalb und unterhalb der MoldaumĂŒndung getrennt kilometriert sind, mit gemeinsamem Nullpunkt an der MoldaumĂŒndung. Der deutsche Anteil der Elbe ist 727 km lang. Dieser Stromkilometer befindet sich in Höhe der Kugelbake bei Cuxhaven. Die deutsche Kilometrierung endet nach anderen Angaben jedoch erst mit dem Kilometer 769,40 in der offenen Nordsee. Als großer, direkt ins Meer mĂŒndender Fluss wird die Elbe als Strom eingestuft. Sie entwĂ€ssert ein Einzugsgebiet von 148.268 kmÂČ.[1] Mit einem mittleren Abfluss von 870 mÂł/s[4] an der MĂŒndung rangiert sie in Deutschland nach dem Rhein, der Donau und vor dem Inn (vergleiche: Liste von FlĂŒssen in Deutschland).

Die Elbe weist zwar zahlreiche Deiche und andere Anlagen zum Hochwasserschutz auf, fĂŒhrte aber dennoch im letzten Jahrzehnt einige katastrophale HochwĂ€sser, die im Mittel- und Unterlauf große SchĂ€den anrichteten. Diese auffĂ€llige HĂ€ufung ist zu einem wesentlichen Teil nicht naturgegeben, sondern vom Menschen verursacht, insbesondere durch die zunehmende Verbauung oder Regulierung im (tschechischen) Oberlauf, wo infolge frĂŒherer Begradigungen und zusĂ€tzlicher Versiegelungen das Hochwasser wesentlich rascher abfließt als bei mĂ€andrierendem Flusslauf mit naturnahen Ufern.

ZunĂ€chst durchquert der Fluss das nördliche Tschechien (Böhmen) in einem weiten Bogen, fließt dann durch Deutschland und dabei unter anderem durch die StĂ€dte Dresden, Magdeburg und Hamburg und mĂŒndet schließlich bei Cuxhaven in die Nordsee. WĂ€hrend der deutschen Teilung bis 1990 war die Elbe auch ĂŒber eine lĂ€ngere Strecke Grenzfluss. Sie war zeitweilig extrem starker Belastung durch Schwermetalle und andere Schadstoffe ausgesetzt; in den letzten Jahren hat sich aber die GewĂ€sserqualitĂ€t deutlich verbessert. Die organische Belastung ist allerdings nach wie vor hoch, im Saprobienindex als „mĂ€ĂŸig belastet“ bis „stark verschmutzt“ eingestuft. Ursache ist hauptsĂ€chlich die intensive landwirtschaftliche Nutzung der Flussaue und die durch den technischen Ausbau zur „Europawasserstraße“ bedingte mangelnde StrukturgĂŒte und gehemmte Selbstreinigungskraft. Dennoch befinden sich insbesondere am Mittellauf etliche sehr schutzwĂŒrdige Biotope.

Der Verlauf der Elbe

Oberelbe

„Oberelbe“ bezeichnet den Lauf der Elbe von der Quelle bis dorthin, wo ihr Tal nach dem Durchbruch durch die böhmischen Randgebirge endgĂŒltig den Mittelgebirgscharakter verliert.

Tschechischer Oberlauf

Die Elbe entspringt im Riesengebirge (KrkonoĆĄe) etwa 7,5 Kilometer nordwestlich des Zentrums der tschechischen Stadt Ć pindlerĆŻv MlĂœn nahe der Grenze zu Polen. Kurz hinter dem Quellengebiet befindet sich der Elbfall. Die Elbe verlĂ€sst das Riesengebirge in sĂŒdlicher und sĂŒdöstlicher Richtung, also entgegen ihrer spĂ€teren Hauptfließrichtung. Ab Pardubice verlĂ€uft sie nach einem scharfen Knick in Richtung Westen, nimmt kurz darauf ihre Hauptrichtung Nordwesten auf, die sie mit wenigen Ausnahmen beibehĂ€lt. Bei MělnĂ­k mĂŒndet der mit 430 km[1] lĂ€ngste Nebenfluss, die Moldau, auf linker Seite in die bis dahin noch viel kĂŒrzere Elbe. Dass hier entgegen der Grundregel, dass als Quellfluss eines Flusses sein lĂ€ngster Quelllauf anzusehen ist, heute nicht die Moldau als Elbursprung gilt, ist auf die im Mittelalter gewĂ€hlten Benennungen der beiden FlĂŒsse zurĂŒckzufĂŒhren, die ihrerseits entweder auf Unkenntnis der VerhĂ€ltnisse der FlĂŒsse zueinander oder auf die damals unterschiedlich gewichtete wirtschaftliche Bedeutung der beiden QuellflĂŒsse zurĂŒckgeht.[8] Hinter Litoměƙice verlĂ€uft die Elbe auf etwa 50 km LĂ€nge vorwiegend in nordnordöstlicher Richtung und verlĂ€sst hinter Děčín die Tschechische Republik. Der tschechische Teil ist durch eine Vielzahl von Staustufen geprĂ€gt, die vor allem seit den 1950er-Jahren errichtet wurden. Die Tschechen teilen ihren Teil des Flusslaufs ein in die HornĂ­ Labe, Obere Elbe, oberhalb von KolĂ­n, die StƙednĂ­ Labe, mittlere Elbe, und die DolnĂ­ Labe, untere Elbe, von der MĂŒndung der Moldau bis zur deutschen Grenze.

Deutscher Oberlauf

Der deutsche Verlauf beginnt mit einem weiten MĂ€ander und nimmt dann wieder die Fließrichtung Nordwesten ein. Nach der Durchquerung Dresdens nimmt das GefĂ€lle im weiteren Verlauf immer mehr ab. Der deutsche Anteil am Oberlauf ist, wenn man ihn geologisch oder geomorphologisch bestimmt, recht klein. SpĂ€testens ab Torgau, eher schon ab Riesa geht die Elbe in ihren Mittellauf ĂŒber. Die Internationale Kommission zum Schutz der Elbe hat 1992 eine geografische Gliederung der Elbe festgelegt, wonach der Oberlauf bei Schloss Hirschstein zwischen Meißen und Riesa am deutschen Strom-Kilometer 96,0 endet.

Blick von der Festung Königstein auf den großen Elbebogen, die Stadt Königstein und den Lilienstein
Blick von der Festung Königstein auf den großen Elbebogen, die Stadt Königstein und den Lilienstein

Mittelelbe

Elbtal in Magdeburg

„Mittelelbe“ bezeichnet die Elbe als Tieflandfluss. Sie fließt hier weiterhin in nordwestlicher Richtung, bis sie bei Magdeburg einen stĂ€rkeren Knick macht, nach dem der Fluss etwa 80 Kilometer nach Norden, teilweise sogar nach Nordosten weiter fließt. Nach der MĂŒndung der Havel, dem lĂ€ngsten rechten Nebenfluss, wendet sich der Strom wieder in nordwestliche Richtung (vergleiche: UrstromtĂ€ler). Kurz vor Hamburg, am Stauwehr Geesthacht, erreicht die Elbe das untere Ende ihres Mittellaufs.

Unterelbe

→ Hauptartikel: Unterelbe
Ende der Binnenelbe und Beginn der Außenelbe
Unterlauf und Ästuar der Elbe sowie ein Ausschnitt der Deutschen Bucht
Ästuar der Elbe mit der Insel Trischen

„Unterelbe“ bezeichnet im weiteren Sinne den gezeitenabhĂ€ngigen Abschnitt des Flusses, heutzutage ab dem Wehr in Geesthacht. Im engeren Sinne ist es der MĂŒndungstrichter (Ästuar), typisch fĂŒr alle FlussmĂŒndungen mit Gezeiten. Derzeit ist der Tidenhub in Hamburg mit etwa 3,6 m höher als auf der offenen Nordsee. Obwohl das Wasser bei jeder Flut flussaufwĂ€rts fließt, enthĂ€lt die Unterelbe ĂŒberwiegend SĂŒĂŸwasser. Im Tidenstau am Übergang von Mittel- und Unterelbe hat sich ein Binnendelta gebildet, in dem heute der weitverzweigte Hamburger Hafen liegt. Der obere Teil mit den Armen Dove Elbe und Gose Elbe wurde schon im Mittelalter als Vierlande eingedeicht. Im 19. und 20. Jahrhundert sind die Flussarme zwischen Norder- und SĂŒderelbe Hafenerweiterungen zum Opfer gefallen. Das Ästuar ist von Blankenese bis BrunsbĂŒttel zwischen 1 und 2,5 km breit und weitet sich dann zwischen BrunsbĂŒttel und Cuxhaven auf zuletzt etwa 15 km auf. Die seewĂ€rtige Begrenzung der Elbe, also das Ende der Binnenelbe, ist nach dem Bundeswasserstraßengesetz (WaStrG) festgelegt durch die „Verbindungslinie zwischen der Kugelbake bei Döse und der westlichen Kante des Deichs des Friedrichskoogs (Dieksand)“[9]; von da ab wird die Elbe auch Elbstrom genannt, obwohl eigentlich das gesamte GewĂ€sser als Strom anzusehen ist.

Von den einst zahlreichen Elbinseln der Unterelbe liegen einige noch heute im Strom, andere sind durch Eindeichung zu Teilen der Ufer geworden. Entlang der Unterelbe gibt es einige SandstrĂ€nde, die auch grĂ¶ĂŸere Bedeutung als Badestellen haben, so etwa in Hamburg-Övelgönne, Hamburg-Wittenbergen oder Brokdorf.

Außenelbe

Außenelbe wird im Gegensatz zur Binnenelbe die Fortsetzung des Ästuars durch das Wattenmeer genannt. Vom Wattenmeer unterscheidet sich der Elbstrom durch seine Tiefe, die Strömungsrichtung und -geschwindigkeit sowie den niedrigeren Salzgehalt. In diesem Bereich ist die Elbe auch nicht mehr Binnenwasserstraße, sondern Bestandteil der Seewasserstraße Nordsee.

Auf der 20 km ins Meer hinausragenden WattflĂ€che zwischen der Außenelbe und der westlich benachbarten Außenweser liegen die zu Hamburg gehörenden Inseln Neuwerk und Scharhörn.

WĂ€hrend der Weichsel-Kaltzeit, als so viel Wasser als Eis in den Polkappen gebunden war, dass der Meeresspiegel etwa 100 m tiefer lag als heute und die sĂŒdliche Nordsee trocken lag, mĂŒndete die Elbe erst westlich der JĂŒtlandbank in die Nordsee. Zu dieser Zeit war auch noch die Weser ein Nebenfluss der Elbe.[10]

Hydrologie

Fließgeschwindigkeit

Bei mittlerer WasserfĂŒhrung benötigt das Wasser der Elbe acht Tage von der deutsch-tschechischen Grenze bis nach Geesthacht bei Hamburg. Umgerechnet auf diese 586 km lange, stauwehrfreie Strecke bedeutet das eine mittlere Fließgeschwindigkeit von rund 3 km/h oder 0,8 m/s. Dies sind Durchschnittswerte, von denen die tatsĂ€chlichen Fließgeschwindigkeiten je nach jahreszeitlicher WasserfĂŒhrung deutlich abweichen können.

FĂŒr den tschechischen Oberlauf ist wegen der vielen Stauwehre eine sinnvolle Bezifferung der Fließgeschwindigkeit nicht möglich.

In der Unterelbe steht die Pendelbewegung des Wassers durch die Gezeiten im Vordergrund. Dadurch ist der Wassertransport viel langsamer als die periodisch sich Ă€ndernde augenblickliche Fließgeschwindigkeit. Auf seinem Weg zur See braucht das Wasser in der Mittelelbe fĂŒr die 110 km lange Strecke von Schnackenburg bis Geesthacht zwischen 1 und 2,5 Tagen, fĂŒr die 110 km von Geesthacht bis zur Nordsee zwischen 4 und 70 Tagen.

Vereisung

Eisgang auf der Elbe in Dresden im Januar 2006

Die OberflĂ€che der Elbe friert nur in sehr strengen Wintern vollstĂ€ndig zu. Am Pegel Dresden war der Strom letztmalig vom 31. Januar bis 6. MĂ€rz 1963[1], davor auch in den Jahren 1954, 1942, 1940, 1929, 1912, 1909, 1902 und 1901 durchgĂ€ngig gefroren. Die Elbe neigt im Mittellauf – aufgrund der dort niedrigeren Fließgeschwindigkeit â€“ eher zum Zufrieren als an ihren steileren und maritimen Abschnitten. Im Bereich der Kernkraftwerke ist die Eisbildung vermindert, da hier das Wasser durch das eingeleitete KĂŒhlwasser erwĂ€rmt wird.

Es kommt hĂ€ufiger zur Bildung von Treibeis, das sich wegen der Fließbewegung und gegenseitigen Reibung zu markanten rundlichen Schollen formt, den so genannten „Böhmischen Kuchen“. Bei starkem Eisgang muss der Schiffsverkehr (z.B. von FĂ€hren) eingestellt werden. An der Staustufe in Geesthacht wird in solchen Situationen gelegentlich auch der Einsatz von Eisbrechern notwendig.

In den Jahren 1784 und 1799 war die Elbe bei Dresden jeweils von Ende Dezember bis Februar zugefroren.[11][12] Die Eisschicht hatte 1784 eine Dicke von mehr als 110 cm. Die im Februar aufbrechende Eisschicht fĂŒhrte zu Hochwasser, das durch Eisschollen gefĂ€hrlicher wurde, weil sie Deiche beschĂ€digten und sogar den Fluss aufstauten, wenn sie sich an BrĂŒcken verkeilten. Auch beim Elbhochwasser 1845 war die Situation vergleichbar.

Geomorphologie

Elbquelle

An der Elbquelle: Wappen der ElbstÀdte
Das Wasserloch der Elbquelle

Die Elbquelle befindet sich im Norden Tschechiens an der Grenze zu Polen im Riesengebirge. Sie liegt nordwestlich von Ć pindlerĆŻv MlĂœn (SpindlermĂŒhle) zwischen den Bergen Kotel (Kesselkoppe), Szrenica (ReiftrĂ€ger) und VysokĂ© Kolo (Hohes Rad) in einer Höhe von 1386 m ĂŒber dem Meer. (Koordinaten: 50° 46â€Č 32″ N, 15° 32â€Č 10″ O50.77555555555615.536111111111). Das Wasser wird aus einer Vielzahl kleiner QuellbĂ€che auf der HochflĂ€che oberhalb der LabskĂĄ Bouda (Elbfallbaude) symbolisch in einem mit Mauern gefassten Wasserloch gesammelt.

TĂ€ler

Elbtal im Riesengebirge

Der Elbfall im Riesengebirge um 1900
Staumauer der Elbtalsperre

Etwa 500 m unter der Quelle stĂŒrzt der junge Fluss als Elbfall 40 m tief in den felsigen Talschluss der LabskĂĄ jĂĄma (deutsch: Elbkessel). Das LabskĂœ dĆŻl (deutsch: Elbgrund) genannte, von eiszeitlichen Gletschern geformte Tal zieht sich von dort etwa 4,5 km durch den Hauptkamm des Riesengebirges. Die TĂ€ler der Elbe und der ihr entgegenfließenden BĂ­lĂ© Labe (deutsch: Weißwasser; wörtlich Weiße Elbe) teilen den Hauptkamm des Gebirges vom sĂŒdlichen und niedrigeren Böhmischen Kamm auf kurzer Strecke. In beide mĂŒnden die sagenreichen SedmidolĂ­ (deutsch: Sieben GrĂŒnde). Der Böhmische Kamm (oder auch: Innerer Kamm) wird von der Elbe genauso wie weitere, wesentlich niedrigere KĂ€mme in sĂŒdlicher Richtung durchbrochen. Dabei werden auf kurzer Strecke starke Höhenunterschiede ĂŒberwunden.

Im weiteren Verlauf durch das Riesengebirge wird die Elbe durch die Labská pƙehrada (deutsch: Krausebauden-Talsperre) aufgestaut.

Eine weitere Talsperre am Oberlauf ist im Durchbruchstal durch den KoclĂ©Ć™ovskĂœ hƙbet die Pƙehrada Les KrĂĄlovstvĂ­ im Les KrĂĄlovstvĂ­ (Königreichwald). In Hradec KrĂĄlovĂ© (KöniggrĂ€tz), etwa 66 km sĂŒdlich der Elbquelle, ist der Fluss dann bereits auf eine Höhe von 235 m n.m. hinabgeflossen.

Nun beschreibt der Verlauf einen langen Bogen, anfangs in Richtung Westen, spÀter in Richtung Nordwesten in einer von den Sudeten eingegrenzten Beckenlandschaft. Erst in Nordböhmen und Deutschland quert sie in weiteren DurchbruchstÀlern die Umrandung der Sudeten.

Weitere DurchbruchstÀler

Elbe im böhmischen Elbsandsteingebirge
Elbe bei Bad Schandau

Die Elbe durchbricht zwischen Litoměƙice (Leitmeritz) und Dresden mehrere Mittelgebirgsketten. An der Porta Bohemica erreicht die Elbe das Böhmische Mittelgebirge, das sie auf den folgenden 50 Kilometern in einem tief ausgekerbten und zum Teil felsigen Tal durchfließt.

Nahezu ĂŒbergangslos setzt sich diese Tallandschaft im Elbsandsteingebirge als klassischer Cañon bis nach Pirna fort. Dabei weicht der Lauf der Elbe der Pultscholle des Erzgebirges nach Osten aus. Sandstein lĂ€sst sich viel leichter erodieren als die festeren Gesteine am Rand der Scholle des Erzgebirges.

Der gesamte Durchbruch der Elbe durch das Elbsandsteingebirge ist etwa 40 km lang. Die LandschaftsrĂ€ume des Elbsandsteingebirges sind dabei die Böhmische Schweiz auf tschechischer und die SĂ€chsische Schweiz auf deutscher Seite. Von einem Durchbruchstal lĂ€sst sich auch noch beim Elbtalkessel sprechen, der aber auch schon stark glazial geformt wurde und als kurzer Grabenbruch vor dem Erzgebirge entstand. Danach geht die Elbe in flachere Landschaften ĂŒber und durchbricht keine Gebirge mehr.

UrstromtÀler

Hinter dem Elbtalkessel verlĂ€sst die Elbe den Bereich des tektonischen SĂ€chsisch-ThĂŒringischen Grundgebirges. Von nun an durchlĂ€uft sie im nordostdeutschen Tiefland pleistozĂ€ne Landschaften. Der Strom hĂ€lt jetzt auch ĂŒberwiegend eine nordwestliche Fließrichtung ein. Diese grobe GeradelĂ€ufigkeit ist dadurch zu erklĂ€ren, dass die Elbe nun innerhalb der glazial geschaffenen UrstromtĂ€ler fließt, in den großen Schmelzwasserrinnen der verschiedenen Eiszeiten. Diese haben sich alle parallel zu den Eisrandlagen in nordwestlich-sĂŒdöstlicher Ausrichtung gebildet. WĂ€hrend der letzten Glaziale und vor dem Eiszeitalter existierten vom gegenwĂ€rtigen Flussverlauf stark abweichende VerlĂ€ufe, die man nach heutigen Orten am damaligen Flussverlauf bezeichnet. So gab es vor der Elstereiszeit den Bautzener und den Senftenberger Elbelauf, zwischen der Elster- und der Saaleeiszeit den Berliner Elbelauf. Erst nach der Saaleeiszeit hat die Elbe etwa ihren heutigen Verlauf eingenommen. Bei starken EisvorstĂ¶ĂŸen wie dem Drenthestadium der Saaleeiszeit oder der Elstereiszeit wurde die Elbe auch aufgestaut, da das Inlandeis teilweise bis an die Mittelgebirgsschwelle reichte.

Die Elbe ist ein Sandfluss mit teilweise noch naturbelassenen Ufern

Eine Besonderheit des Elbverlaufs sind die GelĂ€ndegegebenheiten kurz hinter Magdeburg, die den Fluss zu einem Wechsel des Urstromtals zwingen. Bis dahin bewegt er sich im Breslau-Magdeburger Urstromtal, das weiter nordwestlich noch von der Aller und der unteren Weser eingenommen wird. Die Elbe fließt nun aber plötzlich auf einer lĂ€ngeren Strecke in Richtung Norden und Nordnordosten weiter. Dabei gelangt sie bald in das weichseleiszeitliche Glogau-Baruther Urstromtal. Dieses ist entstehungsgeschichtlich jĂŒnger und daher geomorphologisch noch besonders gut erhalten. Das macht durch stellenweise abrupte Unterschiede des Höhenniveaus zwischen der Talsohle und den begrenzenden GeestrĂ€ndern bemerkbar. Ab der HavelmĂŒndung spricht man auch vom Elbe-Urstromtal. Der Grund fĂŒr den Wechsel der UrstromtĂ€ler liegt im vorletzten Glazial: Die Saaleeiszeit bildete Inlandgletscher, deren Eisrandlage in einer Phase des Drenthe-Stadiums etwa bis zum heutigen Magdeburg reichte. An der Stelle des spĂ€teren Richtungswechsels bildete der Gletscher eine Art Nase, die das Magdeburg-Breslauer Urstromtal anschĂŒrfte und vorhandene EndmorĂ€nen einebnete. Dazu lagerte sich Geschiebematerial ab, welches das dortige Tal schließlich blockierte und so die Elbe in ein anderes Flussbett zwang. Von der nördlich bis kurz vor Magdeburg reichenden Eisrandlage des Warthe-Stadiums der Saale-Kaltzeit ließ sich die Elbe spĂ€ter nicht ablenken und durchstieß diese EndmorĂ€nenstaffel. An der Verlaufskarte (oben) lassen sich die markanten RichtungsĂ€nderungen gut ablesen.

Die Elbe kann fast insgesamt als ein „Sandfluss“ bezeichnet werden – zum einen weil sie Sandsteingebirge durchbricht und erodiert, vor allem aber weil der Tieflandanteil des Elbverlaufes in den UrstromtĂ€lern ĂŒber pleistozĂ€nen Sandablagerungen und holozĂ€nen Sedimenten des Flusses verlĂ€uft. Relikte der Eiszeiten sind im Mittel- und Unterlauf auch Findlinge, die entweder wegen der Schifffahrt aus der Elbe geborgen wurden oder immer noch im Grund des Flusses liegen. Von besonderer Bedeutung sind eng begrenzte Felsaufragungen im Flussbett vor allem bei Torgau und der Domfelsen in Magdeburg, die bei Niedrigwasser ein gefĂ€hrliches Hindernis fĂŒr die Schifffahrt darstellen.

ElbmĂŒndung

Niederelbe und ElbmĂŒndung (1910)

Der MĂŒndungsbereich hat noch in erdgeschichtlich jĂŒngster Vergangenheit erhebliche geomorphologische Änderungen erfahren. So war der gesamte sĂŒdliche Teil der heutigen Nordsee gegen Ende des Weichselglazials LandflĂ€che. Die ElbmĂŒndung befand sich wohl mehrere hundert Kilometer weiter nordwestlich an einer Stelle, die heute mitten im Meer liegt. Um 5000 v. Chr. hatte sich durch den Meeresspiegelanstieg im HolozĂ€n die ElbmĂŒndung schon eher dem heutigen Bereich angenĂ€hert, aber die KĂŒstenlinie unterschied sich immer noch. TeilstĂŒcke des Elbe-Urstromtals lassen sich noch heute als eine langgestreckte und etwa 40 bis 50 Kilometer breite Vertiefung am Grund der Nordsee nachweisen.

NebenflĂŒsse

FlĂŒsse ĂŒber 100 Kilometer LĂ€nge

MĂŒndung der Moldau (rechts) in die Elbe

Der grĂ¶ĂŸte Nebenfluss der Elbe ist die Moldau (tschechisch Vltava) mit 430 km LĂ€nge. Sie vereint sich bei MělnĂ­k etwas nördlich von Prag mit der Elbe, 279 km flussabwĂ€rts der Elbquelle. An der Stelle des Zusammenflusses ist die normale Abflussmenge der Moldau mit 150 mÂł/s grĂ¶ĂŸer als die der Elbe. Das Einzugsgebiet der Moldau erstreckt sich bis nach Bayern und Österreich. Der zweitgrĂ¶ĂŸte Nebenfluss ist die Saale mit 413 km und 115 mÂł/s, die im Fichtelgebirge in Bayern entspringt und bei Barby in Sachsen-Anhalt in die Elbe mĂŒndet. Ihr Einzugsgebiet umfasst den Westen Sachsens, den grĂ¶ĂŸten Teil ThĂŒringens und den Ostharz.

Der lĂ€ngste rechte Zufluss der Elbe ist die Havel mit 325 km (mit Spree 542 km). Ihre Abflussmenge betrĂ€gt an der MĂŒndung bei Havelberg durchschnittlich 108 mÂł/s. Die Eger (tschechisch Ohƙe) hat eine LĂ€nge von 291 km und folgt etwa dem Verlauf des nach ihr benannten Egergrabens am SĂŒdfuß des Erzgebirges. Sie entspringt wie Saale und Main im Fichtelgebirge in Bayern und mĂŒndet in der NĂ€he der tschechischen Stadt Litoměƙice (deutsch Leitmeritz). Die Mulde (124 km, mit Zwickauer Mulde 290 km) entsteht bei Colditz aus der Vereinigung der Freiberger Mulde (124 km) und der Zwickauer Mulde (166 km). In ihr sammelt sich das meiste Wasser von der Nordseite des Erzgebirges. Die Elde (208 km) mĂŒndet bei Dömitz in Mecklenburg. Große Teile ihres Flusslaufes wurden staugeregelt als Schifffahrtsweg von der Elbe zum Schweriner See und zur MĂŒritz.

Die Schwarze Elster mĂŒndet nach 188 km LĂ€nge rechtsseitig in die Elbe. Sie entspringt in der Oberlausitz wenige Kilometer westlich des Spreetals. Auf ihrem Weg durch Sand- und Sumpfgebiete trĂ€gt sie wenig Sedimente mit – im Gegensatz zur Weißen Elster, die ĂŒber die Saale mĂŒndet und fast auf ganzer LĂ€nge durch Lehmböden fließt.

Die Oste (153 km) mĂŒndet in das Ästuar der Elbe. Sie hat eine durch das Teufelsmoor fĂŒhrende Kanalverbindung zu WeserzuflĂŒssen, die aber fĂŒr den Schiffsverkehr nicht mehr genutzt wird. Die Ohre (110 km) markiert die Grenze zwischen Magdeburger Börde und Altmark. In ihre Niederung wurde der Mittellandkanal gebaut. Die in Pardubice einmĂŒndende Chrudimka (104 km) fĂŒhrt ihr Wasser aus den ĆœÄĂĄrskĂ© vrchy (Saarer Bergen), ĆœeleznĂ© hory (Eisengebirge) und der Chrudimer Tafel zu. Die 102 km lange Ploučnice, der Polzen, entwĂ€ssert die SĂŒdseite des Lausitzer Gebirge und das Böhmisches Mittelgebirge und mĂŒndet in Děčín (Tetschen), wenige Kilometer sĂŒdlich der deutsch-tschechischen Grenze.[13]

Weitere NebenflĂŒsse (Auswahl)

Die obersten NebenflĂŒsse der Elbe tragen selbst noch diesen Namen (beim Rhein gibt es Ähnliches): BĂ­lĂ© Labe (Weißwasser) und der MalĂ© Labe (Kleine Elbe). Bei Bad Schandau fließt der Elbe aus dem Lausitzer Gebirge bei KrĂĄsnĂĄ LĂ­pa (Schönlinde) und durch das Elbsandsteingebirge kommend die Kirnitzsch (Kƙinice) zu.[14] Wichtige NebenflĂŒsse der Elbe im Raum des Osterzgebirges sind die bei ÚstĂ­ nad Labem (Aussig) mĂŒndende BĂ­lina (Biela), die in Tschechien als Mohelnice entspringende MĂŒglitz und die in Dresden mĂŒndende Weißeritz. Kleinere, aber wichtige NebenflĂŒsse in Norddeutschland sind die Jeetzel im Wendland, die Delvenau bei Lauenburg (fĂŒr den VorlĂ€ufer des heutigen Elbe-LĂŒbeck-Kanals genutzt), die das Hamburger Stadtbild prĂ€gende Alster und die in den holsteinischen Elbmarschen mĂŒndenden FlĂŒsse Pinnau, KrĂŒckau und Stör.[15]

NaturrÀume, Flora und Fauna, Naturschutz

NaturrÀumliche Einheiten

Elbtal im Elbsandsteingebirge

Die Elbe durchfließt auf deutschem Gebiet die folgenden „naturrĂ€umlichen Haupteinheitengruppen“:[16]

  • D15 – SĂ€chsisch-böhmisches Kreidesandsteingebiet
  • D19 – SĂ€chsisches HĂŒgelland und Erzgebirgsvorland
  • D10 – Elbe-Mulde-Tiefland
  • D09 – Elbtalniederung
  • D24 – Untere Elbeniederung (Elbmarsch)

Die drei letztgenannten NaturrÀume innerhalb des Norddeutschen Tieflandes werden dabei wesentlich durch die Elbe selbst bestimmt und definiert.

Das „SĂ€chsisch-böhmische Kreidesandsteingebiet“ erstreckt sich innerhalb des deutschen Gebietes von der Staatsgrenze zu Tschechien etwa bis Pirna (sĂŒdöstlich von Dresden). LandschaftsrĂ€umlich ist der Bereich als Elbsandsteingebirge oder der deutsche Teil des Gebirges als SĂ€chsische Schweiz bekannt. Das „SĂ€chsische HĂŒgelland und Erzgebirgsvorland“ passiert die Elbe von Pirna/Dresden bis kurz vor Riesa. Von dort erstreckt sich bis kurz hinter Magdeburg, etwa MĂŒndung bis zum Elbe-Havel-Kanals, der lange Verlauf des „Elbe-Mulde-Tieflandes“. Danach reicht ein weiterer sehr langgezogener Abschnitt, die „Elbtalniederung“, bis vor die sĂŒdöstlichen Tore Hamburgs. Alle diese Abschnitte und NaturrĂ€ume gehören zur kontinentalen biogeografischen Region.

Ab der Staustufe bei Geesthacht spricht man von der Unterelbe, prĂ€ziser vom Naturraum „Untere Elbeniederung“. Dieser wird zur atlantischen biogeografischen Region gezĂ€hlt. Durch den maritimen MĂŒndungstrichter (Ästuar) der Elbe in die Nordsee zieht sich dann noch eine naturrĂ€umliche Grenze, die zwischen der Unteren Elbeniederung am niedersĂ€chsischen SĂŒdufer und dem Naturraum „D21 – Schleswig-Holsteinische Marschen“ auf der nordöstlichen Seite trennt.

Die genannten naturrĂ€umlichen Haupteinheitengruppen können in Haupteinheiten und Untereinheiten differenziert werden (Beispiele: „Dessauer Elbtal“, „Untere Mittelelbeniederung“) – auf diese feinere Gliederung, die je nach Bundesland nicht immer einheitlich definiert wird, soll hier nicht eingegangen werden.

Charakteristische Biotoptypen der Flussaue

Das „Elbholz“ – ein Hartholz-Auwald als Fragment der natĂŒrlichen Auenvegetation
QualmgewĂ€sser im Landkreis LĂŒchow-Dannenberg
BinnendĂŒne bei Dömitz (Standort)53.1257611.2912

Da die Elbe sehr unterschiedliche Landschaften durchlĂ€uft, sind die sie begleitenden Biotope je nach naturrĂ€umlichen Gegebenheiten und dem Grad der VerĂ€nderung durch den Menschen entsprechend verschieden. Auf tschechischer Seite und im sĂ€chsischen Mittelgebirgsbereich ist die Flussaue ĂŒberwiegend auf ein schmales, teilweises schluchtartiges Kerbtal beschrĂ€nkt, das sich nur streckenweise weiter öffnet. Solche Areale sind oft mit Siedlungen, Verkehrswegen oder Landwirtschaft ĂŒberformt. Ein höheres Maß an natĂŒrlichen oder naturnahen Biotopen weist der lange Mittellauf auf. Er ist vergleichsweise dĂŒnn besiedelt und hat durch Deichbau einen großen Teil der ursprĂŒnglichen Auenlandschaft innerhalb der UrstromtĂ€ler verloren. Der Unterlauf wiederum hat durch die Dimensionierung des MĂŒndungstrichters, durch den Gezeiteneinfluss und durch die Nutzung als Wasserstraße einen eigenen Charakter.

Zu den natĂŒrlichen Biotoptypen eines mitteleuropĂ€ischen Tieflandflusses gehören vor allem Weichholz- und HartholzauwĂ€lder. WĂ€hrend die lĂ€nger ĂŒberflutungstoleranten Weichholzauen aus Weiden und Pappeln noch auf grĂ¶ĂŸeren Abschnitten zumindest linear vorhanden sind, sind Hartholzauen mit Eichen, Ulmen, Eschen nur noch in Fragmenten erhalten geblieben. Oft mussten sie landwirtschaftlichen FlĂ€chen weichen oder wurden durch Deichbau vom regelmĂ€ĂŸigen, lebensnotwendigen Überflutungsgeschehen abgeschnitten. Die grĂ¶ĂŸten zusammenhĂ€ngenden Reste von „echtem“ Auwald – auch ganz Mitteleuropas â€“ finden sich heute im Dessauer Elbtal, insbesondere zwischen den MĂŒndungen von Mulde und Saale.

Die ĂŒberwiegend offenen Landschaften der mittleren Elb-Auen werden von GrĂŒnlandnutzung, in ĂŒberschwemmungssichereren Bereichen auch von Ackernutzung geprĂ€gt. Dazwischen sind Biotoptypen wie Niedermoore, in Form von ErlenbruchwĂ€ldern, Großseggenriede, Röhrichten und verschiedenen StillgewĂ€sserarten anzutreffen. Vor allem vor der Regulierung des Flussverlaufes durch Deiche sowie Buhnen konnten durch die FließgewĂ€sserdynamik (HochwĂ€sser, VerlaufsĂ€nderungen) stĂ€ndig neue RandgewĂ€sser wie Flutrinnen und -mulden, Altarme und Bracks entstehen. Ein Charakteristikum der Elbe ist auch nach der Ausdeichung erhalten geblieben: Bei Hochwasser steigt der Grundwasserspiegel zeitlich verzögert an und drĂŒckt – begĂŒnstigt durch den grobporigen, sandigen Boden â€“ unter den Deichen hindurch. Auf der anderen Seite tritt dieses Wasser als so genanntes DrĂ€nge-, Druck- oder Qualmwasser wieder an die OberflĂ€che. Auf diese Weise entstehen temporĂ€re GewĂ€sser, in denen viele sehr seltene Tier- und Pflanzenarten ein Refugium haben – ein gewisser Ersatz fĂŒr die ursprĂŒnglichen, durch die Bedeichung verloren gegangenen Überflutungsbiotope. Das sandige Ufer der Elbe selbst mit den stĂ€ndigen Wechseln aus Überstauung und Trockenheit ist ebenfalls Lebensraum einer spezialisierten Flora und Fauna. Gleiches gilt fĂŒr pleistozĂ€ne GeestrĂŒcken und periglazial entstandene FlugsanddĂŒnen, die entweder als Inseln innerhalb der Talaue liegen oder diese begrenzen (vergleiche beispielsweise: Höhbeck).

In den stĂ€rker urban geprĂ€gten Abschnitten des Elbufers finden sich oft GrĂŒnlandflĂ€chen auf den Auenstandorten, so genannte „Elbwiesen“. Diese werden in der Regel extensiv als Weide oder MĂ€hwiese bewirtschaftet und dienen zudem als Erholungs- und VeranstaltungsflĂ€chen. Dabei verblieben aber auch Reste von Auenbewaldung die teilweise unter Naturschutz stehen. HĂ€ufig spielen sie auch als Retentionsraum eine Rolle und dienen zusammen mit verlandeten Altarmen dem Hochwasserschutz. Nebenarme der Elbe wurden entweder kĂŒnstlich trocken gelegt oder verlandeten von selbst und sind heute innerhalb von bebauten Gebieten als Feuchtwiese erhalten. Diese Altarme, die bei Hochwasser selbst schnell hohe WasserstĂ€nde und Fließgeschwindigkeiten aufweisen, wurden nicht ĂŒberall baufrei gehalten.

Im Unterlauf ĂŒbt die Nordsee bereits einen merklichen Einfluss auf die Landschaft und die Lebewelt aus. Die weitlĂ€ufigen, von EntwĂ€sserungsgrĂ€ben durchzogenen GrĂŒnlandkomplexe entlang der Elbe werden hier als Marsch bezeichnet.

Typische/besondere Pflanzen und Tiere

Pflanzen

Teichbinsenröhricht ist typisch fĂŒr naturnahe Uferzonen an der Tideelbe

Die natĂŒrliche Pflanzenwelt der Elbe, ihrer Ufer und Auen ist vor allem durch den stetigen Wechsel von trockenen und nassen Bedingungen geprĂ€gt – dies gilt sowohl rĂ€umlich als auch zeitlich betrachtet. Im Fluss selbst wachsen heute vergleichsweise wenige Pflanzen. Das hĂ€ngt mit menschlichen Eingriffen in Verlauf, Fließgeschwindigkeit und WasserqualitĂ€t zusammen. Aber schon am sandigen bis schlickigen SpĂŒlsaum findet man spezialisierte, teils amphibisch lebende Pflanzen wie den Hirschsprung, den Schlammling, verschiedene Zweizahn- und GĂ€nsefuß-Arten, Röhrichte, Seggenriede und Hochstaudenfluren. Unter den krautigen Pflanzen sind viele so genannte Stromtalpflanzen, die schwerpunktmĂ€ĂŸig oder sogar ausschließlich entlang grĂ¶ĂŸerer FlusslĂ€ufe vorkommen. Ihre Ansiedlung wird begĂŒnstigt durch kleinklimatisch bevorzugte, wechselfeuchte Standorte sowie durch Ausbreitung mittels Verdriftung, Schiffsverkehr und Wasservögel. Zu den mit Schwerpunkt im Elbtal auftretenden Arten gehört unter anderem die Elbe-Spitzklette. Unter den Gehölzen sind Weiden, insbesondere die Silberweide, Schwarz-Pappeln und alte Stiel-Eichen besonders landschaftsprĂ€gend.

Die NebengewĂ€sser in den Elbauen weisen eine große Vielfalt an Wasser-, Sumpf- und Uferpflanzen auf, darunter seltenere Arten wie die Krebsschere, die Schwanenblume und die Seekanne. Im SpĂ€tfrĂŒhling und FrĂŒhsommer sind viele TĂŒmpel und Flutmulden von einem weißen Teppich blĂŒhenden Wasserhahnenfußes bedeckt. Feuchtwiesen sind zur gleichen Zeit rosa von BlĂŒtenaspekten der Kuckuckslichtnelke und gelb von verschiedenen Hahnenfuß-Arten. Sehr kleinrĂ€umlich können sich feuchte und trockene Biotope abwechseln, so dass man wenige Meter entfernt Pflanzen der Magerrasen und Sand-Trockenrasen findet.

An der Unterelbe mischen sich Florenelemente atlantischer und salzvertrĂ€glicher Standorte in die Ufervegetation. Dazu gehört beispielsweise die Gewöhnliche Strandsimse. Große SĂŒĂŸ- und Brackwasserröhrichte in den sandig-schlickigen Ufer- und Gezeitenzonen bilden außerdem hochwĂŒchsige Arten wie Teichbinsen, SchmalblĂ€ttriger Rohrkolben und Schilfrohr. Eine RaritĂ€t, die weltweit betrachtet ausschließlich an wenigen Stellen der Unterelbe endemisch vorkommt, ist der Schierlings-Wasserfenchel (Oenanthe conioides). Dieser ist auf den extrem seltenen Lebensraum „tidebeeinflusstes SĂŒĂŸwasserwatt“ spezialisiert. Bekannt wurde dieses durch das teilweise ZuschĂŒtten des „MĂŒhlenberger Loches“ bei Hamburg im Zuge der Ansiedlung des Flugzeugbauers EADS/Airbus.

Tiere

Fischotter
Kranich
SĂ€ugetiere

Bemerkenswerte SĂ€ugetierarten an der Elbe sind der Fischotter und der Biber. Die Elbe-Biber befinden sich – ausgehend von ihrem Refugium im Dessauer Auwald â€“ dank intensiver Naturschutzmaßnahmen seit einigen Jahren wieder in Ausbreitung an der Mittelelbe und den dortigen NebenflĂŒssen. Seit 1990 wird beispielsweise auch die niedersĂ€chsische Elbtalaue von dieser Tierart wieder besiedelt (2004 wurden allein dort rund 300 Tiere gezĂ€hlt). Hier galt die Art seit 1819 als ausgestorben – Folge vor allem einer intensiven Bejagung.

Vögel

An der Elbe und in ihren Auen kommt ein Großteil der mitteleuropĂ€ischen Arten als Brutvogel vor. Darunter sind Seltenheiten wie der Seeadler, der Schwarzstorch und verschiedene Limikolen. Hinzu kommen Zugvögel, die das Elbtal als Rastgebiet und Wanderlinie nutzen, besonders die untere Mittelelbe und den MĂŒndungsbereich. Beispiele sind nordische SchwĂ€ne und GĂ€nse aus Westsibirien (Sing- und Zwergschwan, Bless- und Saatgans und andere). Unter den Großvögeln sind die Weißstörche besonders populĂ€r, die entlang der Mittelelbe in zahlreichen Dörfern brĂŒten. In Ausbreitung als Brutvogel ist der Kranich, der versteckt in Bruch- und AuwĂ€ldern nistet. Daneben ziehen viele nordische Kraniche ĂŒber die Elbe und rasten dort.

Amphibien

Mindestens 12 der 21 deutschen Lurcharten kommen entlang der Elbe in den stehenden AuengewĂ€ssern vor. Besonders hervorzuheben sind dabei die großen BestĂ€nde von Moorfrosch und Laubfrosch, die anderenorts oft nur noch selten zu finden sind. Eine herausragende Rolle spielt das Elbetal fĂŒr die Rotbauchunke – sie kommt vor allem in den QualmgewĂ€ssern hinter dem Deich vor, aber auch in Flutmulden des Vordeichlandes, die nicht bei jedem Hochwasser erreicht werden. Diese in Deutschland vom Aussterben bedrohte Art ist auf die jahreszeitlichen Wechsel der WasserstĂ€nde existenziell angewiesen.

Insekten

Auf die Vielzahl der besonderen Insektenarten entlang der Elbe einzugehen, wĂŒrde den Rahmen hier sprengen. Bemerkenswert ist, dass nicht nur in den RandgewĂ€ssern, sondern in der Elbe selbst wieder viele Insektenlarven (Libellen, Eintagsfliegen etc.) vorkommen. Die grĂ¶ĂŸte DiversitĂ€t herrscht aber sicherlich in den eingestreuten Trockenbiotopen. Auch die alten EichenbĂ€ume entlang der Mittelelbe sind ein wichtiger Insekten-Lebensraum (unter anderem verschiedener GroßkĂ€fer).

Feenkrebs, Eubranchipus grubii
Krebstiere

In QualmgewĂ€ssern und anderen temporĂ€ren TĂŒmpeln finden sich sogenannte „Urzeitkrebschen“ – Kiemenfußkrebse wie der Feenkrebs (Eubranchipus grubii) und der Schuppenschwanz oder FrĂŒhjahrs-RĂŒckenschaler (Lepidurus apus). Deren Eier können jahrelange Trockenperioden ĂŒberdauern, um dann bei Überschwemmung schlagartig zu schlĂŒpfen und eine neue Generation zu produzieren. Ein ganz anderes PhĂ€nomen ist die massenhafte Ausbreitung der Chinesischen Wollhandkrabbe. Diese gelangte zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Ballastwasser von Frachtschiffen nach Norddeutschland. Dabei eroberte sich dieser Neozoon auch einen Großteil der Elbe als Lebensraum. Zwischen den 1930er- und den 1950er-Jahren kam es zu mehreren ZusammenbrĂŒchen der BestĂ€nde infolge der GewĂ€sserverschmutzung. Nach vierzig Jahren Abwesenheit wird diese Art seit den 1990er-Jahren nun wieder in Massen in der Elbe beobachtet. Das Stauwehr bei Geesthacht ĂŒberwinden die Krebse, indem sie zu Millionen entweder die „Fischtreppe“ benutzen oder einfach ĂŒber Land krabbeln.

Fischbestand

Die Elbe galt einst als einer der fischreichsten FlĂŒsse Europas. Noch um 1900 lagen die ErtrĂ€ge der Elbfischer mit rund 100 Kilogramm pro Hektar doppelt so hoch wie in Seen. Dazu zĂ€hlten Standfische ebenso wie Wanderfische, die zwischen dem Flusssystem und dem offenen Meer hin und herwechselten. Zu den spektakulĂ€rsten Wanderfischarten gehörte der Stör, von dem manchmal ĂŒber drei Meter lange Exemplare gefangen wurden. Bereits im 19. Jahrhundert gingen die BestĂ€nde dann zurĂŒck – verursacht durch erste Ausbaumaßnahmen im Fluss, Uferbefestigungen und Beseitigung von KiesbĂ€nken. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen industrielle AbwĂ€sser hinzu, die den Sauerstoffgehalt des Flusswassers reduzierten und dieses vergifteten. 1921 wurde bei Wootz in Brandenburg vermutlich der letzte kapitale Elb-Stör gefangen. SpĂ€testens mit dem Bau der Staustufe Geesthacht im Jahr 1960 endete die freie Wandermöglichkeit zwischen Fluss und Nordsee; ein vorhandener Fischpass war praktisch unwirksam. Außerdem trug die extreme Wasserverschmutzung im 20. Jahrhundert ein Übriges zum Aussterben vieler Fischarten bei.

Lachs

Seit der deutlichen Verbesserung der WasserqualitĂ€t um 1990 erholen sich einige FischbestĂ€nde, und die ArtendiversitĂ€t steigt wieder an. Gleichzeitig wurde die mittlerweile als grundsĂ€tzliches Problem der Staustufen erkannte DurchgĂ€ngigkeit systematisch erforscht. Ein erst 1998 errichtetes Umgehungsgerinne an der Staustufe Geesthacht konnte die DurchgĂ€ngigkeit dennoch nur fĂŒr krĂ€ftige Fischarten beschrĂ€nkter GrĂ¶ĂŸe verbessern. Erst seit August 2010 ist mit einer weiteren flacheren und grĂ¶ĂŸeren Fischaufstiegsanlage (550 m LĂ€nge bei 4 m Fallhöhe, 16 m Breite), die als Ausgleichsmaßnahme fĂŒr das Kohlekraftwerk Moorburg errichtet wurde, die Staustufe wieder weitgehend durchgĂ€ngig, auch fĂŒr schwache Arten wie Stinte und fĂŒr den sehr großen atlantischen Stör. Die Anzahl aufgestiegener Individuen nahm trotz ungĂŒnstigerer Lage gegenĂŒber der erhaltenen Ă€lteren Anlage annĂ€hernd um den Faktor zwanzig zu.[17][18] GegenwĂ€rtig setzt sich die Fischfauna des Elbestroms aus 112 Arten zusammen. Dazu zĂ€hlen 47 limnische (im SĂŒĂŸwasser lebende), 17 euryhaline (Wanderarten zwischen Salz- und SĂŒĂŸwasser) sowie 48 marine Arten.[19] Neben bekannten Namen wie Aal, Hecht, Karpfen und Zander gibt es unter anderem auch Döbel, Hasel, Schleie, Blei, Quappe, Flussbarsch, Barben, Aland, GrĂŒndling, Ukelei, Meerforelle, ZĂ€hrte, Zope und den seltenen NordseeschnĂ€pel. Am Unterlauf ist der Stint die mengenmĂ€ĂŸig bei weitem dominierende Art. Allerdings muss beim Verzehr mancher Elbfische weiterhin mit erhöhten Schwermetall- und anderen Schadstoffbelastungen gerechnet werden, vor allem bei Ă€lteren, fettreichen und am Grund lebenden Tieren. Besonders positiv im Vergleich zu FlĂŒssen wie dem Oberrhein oder der Mosel ist das fast völlige Fehlen von Staustufen (Ausnahme: Geesthacht) im deutschen Abschnitt.

Auch der Atlantische Lachs ist ein Wanderfisch, der ehemals in der Elbe ĂŒberaus hĂ€ufig war („Arme-Leute-Essen“) und dann durch die GewĂ€sserverschmutzung und Verbauung völlig verdrĂ€ngt wurde. 1925 kam die bis dahin sehr eintrĂ€gliche Lachsfischerei zum Erliegen. Nach der Überwindung der deutschen Teilung begann man in Sachsen mit WiedereinbĂŒrgerungsversuchen von Lachsen aus Skandinavien und Irland. Erste bescheidene Erfolge sind sichtbar, aber noch nicht nachhaltig. Als ein Erfolg kann gesehen werden, dass im August 2006 an der deutsch-tschechischen Grenze ein 1,04 Meter großer Lachs gefangen worden ist.

Die stetigen Vertiefungsmaßnahmen im Unterlauf (Ausbaggern der Fahrrinne nach Hamburg) und andere Ausbaumaßnahmen fĂŒhrten allerdings gerade in den letzten Jahren zeitweise wieder zu kritischem Sauerstoffmangel im Wasser, so dass viele Fische erstickten. Dazu tragen auch extrem hohe sowie extrem niedrige Wasserstandssituationen bei – im ersteren Fall werden dann beispielsweise viele NĂ€hrstoffe aus ĂŒberschwemmten AckerflĂ€chen in den Fluss eingetragen, die zu AlgenblĂŒten und anschließender Sauerstoffzehrung fĂŒhren.

GewĂ€ssergĂŒte (WasserqualitĂ€t)

Abwassereinleitung des Zellstoff- und Zellwollewerkes in Wittenberge (1990)

Durch Bergbau, HĂŒttenindustrie, Zellstoff- und chemische Industrie im oberen Einzugsgebiet kam es vor allem in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts zu einer extrem hohen Belastung der WasserqualitĂ€t durch Schwermetalle und andere Schadstoffe.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurde insbesondere im Bereich des Nebenflusses Mulde eine Sanierung oder auch Einstellung der Produktion der Betriebe erreicht und der Schwermetalleintrag konnte deutlich reduziert werden. In den Elbanliegergemeinden wurde nach der Wiedervereinigung der Bau kommunaler KlĂ€ranlagen forciert. Bis dahin floss hĂ€usliches Abwasser vielfach ungeklĂ€rt in die Elbe. Dresden, zu jener Zeit eine der einwohnerstĂ€rksten StĂ€dte Deutschlands, klĂ€rte seine AbwĂ€sser bereits seit 1910 in der damals modernsten mechanischen KlĂ€ranlage in Dresden-Kaditz. Vor 1990 „konkurrierte“ die Elbe mit der Saale um den Titel „dreckigster Fluss Mitteleuropas“ – sarkastisch sagten Dresdner, man könne bei Asphaltierungsarbeiten anstelle des Asphalts auch gerne Elbwasser verwenden.

Seit Anfang der 1990er Jahre sank der Schadstoffgehalt des Wassers durch den Wegfall vieler Industriezweige und durch Bau von KlĂ€ranlagen erheblich, teilweise um etwa 90 Prozent. In bestimmten Abschnitten – etwa auf tschechischer Seite nahe der MoldaumĂŒndung sowie in Deutschland im Bereich der ZuflĂŒsse Mulde und Saale – werden aber auch heute noch erhöhte Schadstoffbelastungen gemessen. Außerdem finden sich weiterhin „historische“ Schadstoffanreicherungen im Sediment des Flusses und insbesondere in den Böden der Überschwemmungsgebiete des Deichvorlandes.[20] Aktuell macht ferner der Eintrag von NĂ€hrstoffen und Pestiziden aus der Landwirtschaft Probleme. Nach GewĂ€ssergĂŒteklassen wird die Elbe auf den meisten Strecken immer noch als „kritisch belastet“ bewertet.

Zu erheblichen neuen Schadstoffspitzen kann es in Folge von Hochwasserereignissen kommen, wie etwa beim Sommerhochwasser 2002. Dabei wurden möglicherweise Altlasten aus Giftkippen der DDR-Zeit freigesetzt und in den Fluss geschwemmt. Ein Brennpunkt solcher Altlasten liegt in der Region Bitterfeld an der unteren Mulde. Bei der Fischart Brassen stellte das Umweltbundesamt seither eine bis zu 18-fache Überschreitung der Grenzwerte fĂŒr HCH (vergleiche: Lindan) fest. Da diese Belastung ĂŒber mehrere Jahre in Folge beobachtet wurde, besteht neben der ErklĂ€rungsursache „Hochwasser“ inzwischen der Verdacht, dass es aktuelle, permanente HCH-Quellen geben mĂŒsse. Als solche gelten die unzureichend gesicherte GiftmĂŒlldeponie „Antonie“ und die hochverseuchte Spittelwasserniederung bei Bitterfeld. Selbst bei Hamburg werden noch Brassen gefangen, deren HCH-Werte ĂŒber der deutschen Höchstmengenverordnung liegen.

Im Deichvorland einiger stromabwĂ€rts gelegener Regionen wurden nach der Hochwasserwelle von 2002 hohe Konzentrationen des „Supergiftes“ Dioxin gemessen, die diese FlĂ€chen lĂ€ngerfristig kontaminieren dĂŒrften. Es handelt sich hierbei um Ablagerungen aus der MagnesiumverhĂŒttung im Zweiten Weltkrieg in der Region Bitterfeld-Wolfen, die ĂŒber die Mulde durch HochwĂ€sser in die Elbauen eingetragen wurden.[21]

Der seit 1991 wirksame Internationale Warn- und Alarmplan Elbe wird seit 2004 durch das Alarmmodell Elbe (ALAMO) verbessert. Dieses rechnergestĂŒtzte Modell soll das Eintreffen, die Dauer und die Konzentration von Schadstoffen fĂŒr den Flussverlauf von der Tschechischen Republik bis zum Wehr Geesthacht bei Hamburg vorhersagen.

Die allgemeine Verbesserung der WasserqualitĂ€t lĂ€sst sich daran erkennen, dass im Rahmen eines „Internationalen Elbebadetages“ (erstmals am 14. Juli 2002) wieder öffentlich zum Schwimmen in der Elbe ermuntert wird. Dies ist jedoch unter anderem wegen starker und unberechenbarer Strömungen, speziell im Bereich der Buhnenköpfe und in der Strommitte, weiterhin nicht ungefĂ€hrlich. Starkes Algenwachstum fĂŒhrt im Sommer außerdem zu erhöhten pH-Werten (pH regelmĂ€ĂŸig ĂŒber 9, also alkalisch), was beim Baden Hautreizungen auslösen kann.

Großschutzgebiete

Mittellauf bei deutschem Fluss-km 530; Bestandteil des BiosphÀrenreservat NiedersÀchsische Elbtalaue; rechtsseitig das Amt Neuhaus

Nationalpark

Den Status eines Nationalparks, dieser strengsten Kategorie fĂŒr Großschutzgebiete, haben entlang der Elbe drei Gebiete: der Nationalpark Riesengebirge im Bereich des Quellgebietes, der Nationalpark „SĂ€chsische Schweiz“ (93 kmÂČ) im Elbsandsteingebirge und der Nationalpark „Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer“ (4.410 kmÂČ; davon nur ein kleiner Anteil im Bereich der ElbmĂŒndung). Der 1998 in Niedersachsen ausgewiesene Nationalpark „Elbtalaue“ musste nach kurzer Zeit aus formaljuristischen GrĂŒnden und wegen der Klage eines einzelnen Landwirtes wieder aufgelöst werden, da er im Sinne eines „Entwicklungs-Nationalparks“ nicht die strengen internationalen Kriterien eines Reservates mit in seinem Kernbereich vom Menschen unbeeinflusster Naturlandschaft erfĂŒllte.

BiosphÀrenreservat

Folgerichtig aus der formalen Nichteignung als Nationalpark, aber auch schon parallel dazu initiiert, wurden 1997 große Teile der mittleren Elbe als BiosphĂ€renreservat anerkannt. Dabei stehen neben Naturschutz auch ein Management von Tourismus und Landwirtschaft im Mittelpunkt. Insgesamt 3.428 kmÂČ und ĂŒber 400 km FlusslĂ€nge umfasst das lĂ€nderĂŒbergreifende UNESCO-BiosphĂ€renreservat „Flusslandschaft Elbe“ zwischen Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Daneben bestehen innerhalb der BundeslĂ€ndergrenzen mehrere nach LĂ€nder-Naturschutzrecht ausgewiesene BiosphĂ€renreservate (BSR), die teilweise deckungsgleich mit dem UNESCO-Reservat sind, beispielsweise das BiosphĂ€renreservat Mittelelbe um Dessau-Roßlau, das BiosphĂ€renreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg und das BSR „NiedersĂ€chsische Elbtalaue“.

Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU

Im Rahmen des europĂ€ischen Schutzgebiet-Vernetzungskonzeptes Natura 2000 wurden von den BundeslĂ€ndern und der Bundesregierung mehrere Gebiete entlang der Elbe als FFH-Gebiete zur EU-Kommission nach BrĂŒssel gemeldet. Dabei handelt es sich um eine strenge Schutzgebietskategorie, die den Vorrang von Natur vor verschiedenen Nutzungsinteressen gewĂ€hrleisten soll und dem Gedanken an einen Biotopverbund verpflichtet ist. Die FFH-Gebiete sind oft deckungsgleich mit ohnehin schon ausgewiesenen, anderen Schutzgebietskategorien.

Vogelschutzgebiet nach EU-Richtlinie

An der unteren Mittelelbe und der Unterelbe sind mehrere Areale nach dieser Schutzkategorie ausgewiesen, die parallel zur FFH-Richtlinie speziell die Vogelwelt berĂŒcksichtigt. Im gleichen Abschnitt befinden sich auch mehrere Feuchtgebiete internationaler Bedeutung gemĂ€ĂŸ der Ramsar-Konvention.

Naturschutzgebiet

Den Status eines Naturschutzgebiets – dieser strengen Schutzkategorie nach LĂ€nderrecht â€“ haben zahlreiche kleinere FlĂ€chen entlang der Elbe, die Bestandteil der Großschutzgebiete sein können, aber nicht mĂŒssen. Bei Ausweisung als FFH-Gebiet oder Kernzone eines Nationalparks oder BiosphĂ€renreservats kann die bisherige NSG-Verordnung auch aufgehoben werden.

Landschaftsschutzgebiet

Landschaftsschutzgebiete als schwache Schutzkategorie nach LĂ€nderrecht sind hier der VollstĂ€ndigkeit halber erwĂ€hnt; sie haben faktisch wenig Relevanz fĂŒr Naturschutz. Landschaftsschutzgebiete dienen mehr der Erhaltung der durch menschliche EinflĂŒsse geformten Landschaften. In urbanen RĂ€umen schĂŒtzen sie die verbliebenen RestflĂ€chen der Auen vor Überbauung.

Naturpark

Ein Naturpark ist eine ĂŒberwiegend touristische Gebietskategorie. Im Elbeverlauf ist der Naturpark Elbufer-Drawehn (1160 kmÂČ) in Niedersachsen zu erwĂ€hnen. Jener Abschnitt der Elbe, der zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der deutschen Wiedervereinigung Grenzgebiet war (vergleiche: „Die Elbe als innerdeutsche Grenze“), ist heute auch Bestandteil des „GrĂŒnen Bandes“ – ein Projekt, das den oft in naturnahem Zustand verbliebenen, 1400 km langen innerdeutschen Grenzstreifen als möglichst eng zusammenhĂ€ngendes Biotopverbundsystem erhalten und ausweiten will.

Geschichte und Kultur

Besiedlungsgeschichte und politische Grenzen

Vorgeschichte

Der nördliche Elberaum wird wohl seit der Altsteinzeit vor etwa 200.000 Jahren besiedelt – deutlich spĂ€ter als Gebiete Westeuropas. Unterbrochen wurde die Besiedlung durch verschiedene Kaltzeiten, von deren Vergletscherung der Elberaum entweder direkt erfasst oder zumindest periglazial beeinflusst wurde und diesen unbewohnbar machte. In warmen Perioden bot das Elbtal mit seinen fruchtbaren Auenlehmablagerungen und dem Fisch- und Wildreichtum gĂŒnstigere Lebensbedingungen als die nĂ€here Umgebung. GesĂ€umt wurde die Elbe von dichten AuwĂ€ldern, die spĂ€ter Brenn- und Baumaterial boten.

Nach der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren wurde der Raum zunĂ€chst von JĂ€ger- und Sammlerkulturen (wieder)bevölkert. Wohl erst 4500 v. Chr. (Oberlauf) bis 3000 v. Chr. (Unterlauf) gingen die an der Elbe siedelnden Menschen dazu ĂŒber, Landwirtschaft zu betreiben und Tiere zu domestizieren (norddanubische, bandkeramische Bauernkulturen der Jungsteinzeit). Die nĂ€hrstoffreichen LĂ¶ĂŸböden um Magdeburg wurden dabei bevorzugt besiedelt, da sie am ertragreichsten waren. In der Zeit zwischen 2500 und 1700 v. Chr. war Mitteleuropa von frĂŒhen Indogermanen aus dem Kurgan- und Schnurkeramik-Kreis bewohnt. In der spĂ€tbronzezeitlichen Wanderungsperiode zwischen 1250 und 750 v. Chr. ist der obere und mittlere Elberaum von Urnenfelderkulturen geprĂ€gt, wĂ€hrend im unteren Teil die nordische (frĂŒhgermanische) Bronzekultur vorherrschte. Genaue Bezeichnungen von StĂ€mmen, die in der Zeit zwischen 6000 v. Chr. und etwa 1000 v. Chr. an der Elbe lebten, sind nicht mehr erhalten.

Altertum

Als sich zur Römerzeit die Germanen aus SĂŒdskandinavien und dem sĂŒdwestlichen Ostseeraum ĂŒber große Teile Mittel- und Osteuropas ausbreiteten, ließen sich am Unterlauf der Elbe die Langobarden und die Semnonen nieder, beide als UnterstĂ€mme der Sueben angesehen. GermanenstĂ€mme an der Elbe werden grob als Elbgermanen zusammengefasst. Zwischen 12 v. Chr. und 5 n. Chr. versuchte das Römische Reich unter Drusus und Tiberius seine Grenzen bis zur Elbe (Fluvius Albis) auszudehnen. Zeitweise eingenommene Gebiete gingen im Jahre 9 n. Chr. in der Varusschlacht verloren und zur Sicherung der verbliebenen Eroberungen wurde der Limes Germanicus gebaut.

Völkerwanderung

Zu Beginn der Markomannenkriege drangen die Langobarden 166 n. Chr. ins Römische Reich ein und besetzten das Gebiet an der mittleren Donau. Etwa ab 200 drĂ€ngten dann die Sachsen (zum Unterschied zur heutigen Bedeutung des Namens siehe unten) von Norden und Nordwesten in die Gebiete zwischen Elbe und Weser vor. Das Gebiet ihres östlichen Teilstammes, der Ostfalen, reichte östlich des Harzes bis an die Elbe. FĂŒr die Sachsen nördlich der Unterelbe wird auch die Bezeichnung Nordalbingier verwendet. Die Markomannen drangen an die obere Elbe vor und besiegten dort die keltischen Boier, von denen sich die deutsche Bezeichnung der tschechischen Elblande herleitet. Wahrscheinlich entstand daraus ein Mischvolk. Wie groß sein Anteil an der Herausbildung der Bajuwaren im heutigen Bayern Ende des 5. Jahrhunderts n. Chr. war, ist noch unklar.

Die nachrĂŒckenden Slawen siedelten in der Gegend des heutigen Magdeburg nur bis an die Elbe, nördlich davon bis fast an Ilmenau und Aller. Die Landschaftsbezeichnungen Wendland = Slawenland und Altmark = altes Grenzland und Ortsnamen auf -in, -itz und -ow erinnern daran. Weiter sĂŒdlich reichte das slawische Siedlungsgebiet etwa bis an die Saale. Ganz Böhmen wurde slawisch und sogar Teile des Maingebietes und der heutigen Oberpfalz. Die Slawen an der Mittelelbe nannten sich Polaben nach Labi, dem slawischen Namen der Elbe. Auf Deutsch wurden die Tschechen frĂŒher als Böhmen bezeichnet, alle ĂŒbrigen Westslawen außer den Polen als Wenden oder Winden. Wie weit der erste bedeutende westslawische Staat, das Großreich der MĂ€hrer in den Einzugsbereich der Elbe gereicht hat, ist strittig.

Mittelalter

Die Albrechtsburg in Meißen (Sachsen)

Um 900 entstand unter den Pƙemysliden in Böhmen ein erster Staat. Nach seinem Anschluss an das Heilige Römische Reich behielt er eine nominelle EigenstĂ€ndigkeit; die Przemysliden und ihre Nachfolger waren Könige von Böhmen, wĂ€hrend die Kaiser gleichzeitig die deutschen Könige waren. Nördlich des Erzgebirges legte das OstfrĂ€nkische Reich mit der GrĂŒndung und Ausdehnung von Grenzmarken die Grundlage der deutschen Ostsiedlung. So entstand 929 die Burg Meißen und bis ins 11. Jahrhundert wurde die Markgrafschaft Meißen bis an die Neiße ausgebaut. Mecklenburg schloss sich unter einem slawischen Herrscherhaus dem Heiligen Römischen Reich an und wurde durch Assimilation der einheimischen Obotriten an die deutschen Einwanderer mit der Zeit deutsch.

Im weiteren Verlauf des Mittelalters zersplitterten sich viele Territorien. Zur Zeit Karls IV. im Jahre 1378 durchfloss oder berĂŒhrte die Elbe das Königreich Böhmen, die Burggrafschaft Dohna, die Markgrafschaft Meißen, das KurfĂŒrstentum Sachsen-Wittenberg, das FĂŒrstentum Anhalt, das Erzbistum Magdeburg, das KurfĂŒrstentum Brandenburg, das Herzogtum Braunschweig, das Herzogtum Mecklenburg-Schwerin, das Herzogtum Sachsen-Lauenburg, die Grafschaft Holstein, die Hansestadt Hamburg, Dithmarschen und das Erzbistum Bremen.

Nach dem Aussterben der Askanier in Sachsen-Wittenberg gingen Land und KurwĂŒrde an die Markgrafen von Meißen ĂŒber. Erst seitdem wurde die Bezeichnung „Sachsen“ fĂŒr Gebiet und Bewohner des heutigen Freistaates Sachsen ĂŒblich.

Neuzeit

In der Phase des Absolutismus (um 1740) waren die Hauptanrainer das zum Habsburgerreich gehörende Königreich Böhmen, die KurfĂŒrstentĂŒmer Sachsen, Brandenburg und Braunschweig-LĂŒneburg (Hannover), Hamburg und das dem Königreich DĂ€nemark unterstehende Holstein. Auf dem Wiener Kongress 1815 fiel die NordhĂ€lfte des bisherigen Kursachsen und damit auch die Stadt Wittenberg an das Königreich Preußen. Nur die Oberelbe um Dresden herum blieb Teil des Königreiches Sachsen. Nach der Annexion Hannovers durch Preußen (1866) war auch der Unterlauf außer Hamburg und seiner Exklave Cuxhaven preußisch. Seit 1871 teilten sich nur noch Österreich-Ungarn und das Deutsche Reich den Elberaum. Zum Ende des Ersten Weltkrieges zerfiel die Donaumonarchie und Böhmen wurde Kerngebiet der Tschechoslowakei.

Im Friedensvertrag von Versailles wurde die Elbe zusammen mit Donau, Memel und Oder als internationaler Fluss erklĂ€rt.[22] Mit der Unterzeichnung des MĂŒnchner Abkommens am 30. September 1938 musste die Tschechoslowakei das deutschsprachige Sudetenland an das Deutsche Reich abtreten. Bis zur deutschen Annexion der restlichen tschechischen Gebiete und Bildung des Reichsprotektorat Böhmen und MĂ€hren am 15. MĂ€rz 1939 bildete die Elbe bei Leitmeritz stellenweise die neue Staatsgrenze.

Herbstliche Mittelelbe zwischen Niedersachsen (rechts) und Brandenburg. Unter anderem weil der Strom in diesem Abschnitt innerdeutsche Grenze war, hat sich bis in die Gegenwart ein relativ naturnahes, unverbautes Ufer erhalten.
Herbstliche Mittelelbe zwischen Niedersachsen (rechts) und Brandenburg. Unter anderem weil der Strom in diesem Abschnitt innerdeutsche Grenze war, hat sich bis in die Gegenwart ein relativ naturnahes, unverbautes Ufer erhalten.

Vorlage:Panorama/Wartung/Para4

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland in die Besatzungszonen der vier alliierten SiegermĂ€chte aufgeteilt. Die Elbe floss nun durch die Tschechoslowakei, dann durch die Sowjetische Besatzungszone (ab 1949 Deutsche Demokratische Republik). Im Juni 1945 ĂŒberließen die US-Amerikaner das zur Provinz Hannover gehörende ostelbische Amt Neuhaus den Sowjets. Das Gebiet wurde nun Teil des neugegrĂŒndeten Landes Mecklenburg. Somit wurde die Elbe zwischen Schnackenburg und Boizenburg/Lauenburg zum Grenzfluss zwischen der britischen und sowjetischen Besatzungszone. Ab 1949 markierte dieses StĂŒck bis 1990 die Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik. Der Unterlauf gehörte ganz zur Bundesrepublik Deutschland.

Im Zuge des Wegfalls des Eisernen Vorhangs und der Wiedervereinigung Deutschlands durchfließt oder berĂŒhrt die Elbe nun Tschechien und die deutschen BundeslĂ€nder Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg. Das Amt Neuhaus gehörte zunĂ€chst zu Mecklenburg-Vorpommern, wurde dann in einem Staatsvertrag 1993 an Niedersachsen abgetreten.

Wirtschaftshistorische Bedeutung

Das ehemalige Fischerdorf Wachwitz in Dresden

Der Fischreichtum der Elbe war bis ins 20. Jahrhundert Grundlage gewerblichen Fischfangs ĂŒberall entlang des Verlaufes. Mit Fortschreiten der Industrialisierung nahm aber die WassergĂŒte immer weiter ab und der Fischbestand ging stark zurĂŒck. Noch verbliebene Fische wurden ungenießbar, so dass, mit Ausnahme der ElbmĂŒndung, fast ĂŒberall die gewerbliche Fischerei eingestellt wurde. Die alten Fischerdörfer entlang der Elbe haben sich in einigen Beispielen bis in die Gegenwart erhalten, auch wenn keine Fischerei mehr stattfindet. In Dresden sind die alten Dorfkerne aufgekettet Bestandteil des sĂŒdöstlichen Stadtgebiets.

Ebenfalls zentrale Bedeutung besaß die Elbe schon seit Jahrhunderten als Transportweg. Ähnlich wie beim Rhein erlaubte die Elbe ein weites Vordringen der Hanse bis fast an die Mittelgebirge. Neben Hamburg war zum Beispiel Magdeburg eine wichtige Elbstadt der Hanse. Die Elbe war daher ab dem 12. Jahrhundert Bestandteil eines kontinentalen Handelssystems, das von BrĂŒgge bis nach Königsberg reichte. BomĂ€tscher hießen die Arbeiter entlang der Elbe, die in dieser Zeit Schiffe flussaufwĂ€rts zogen (treidelten).

Luxusliner Queen Mary 2 auf der Unterelbe bei Kollmar

In der frĂŒhen Neuzeit behielt der Flusslauf seine Bedeutung als Handelsroute trotz des Niedergangs der Hanse. Insbesondere bis zur Vollendung eines durchgĂ€ngigen Eisenbahnnetzes in Mitteleuropa blieb die Elbe als Verkehrsweg konkurrenzlos. Durch die Erfindung der Dampfmaschine und die Ende des 18. Jahrhunderts aufkommenden Dampfschiffe war es wesentlich einfacher und schneller möglich, flussaufwĂ€rts zu fahren. Die Dampfkraft zum Antrieb von Schiffen wurde dabei fast 20 Jahre vor der EinfĂŒhrung der Dampflokomotive wirtschaftlich genutzt. Jahrzehntelang erfolgte der Frachtverkehr auf der Elbe mit der Kettenschifffahrt, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg endete. Dagegen blieb auf der Elbe das Raddampferprinzip bis heute erhalten, das auch Schiffe mit sehr geringem Tiefgang zulĂ€sst.

Wichtige TransportgĂŒter waren Tuch und Stoff aus Schlesien, die insbesondere als Textilien ĂŒber Hamburg nach Amerika verschifft wurden, aber auch Holz aus den Mittelgebirgen, das zum Schiffbau an den KĂŒstenwerften benötigt wurde. Aus Böhmen und Sachsen wurden auch Erze und Silber exportiert; in Gegenrichtung flossen Kolonialwaren.

SpĂ€ter ging mit fortschreitender Vernetzung der Eisenbahnsysteme (siehe Geschichte der Eisenbahn in Deutschland) die Bedeutung der Schifffahrt zurĂŒck. FĂŒr MassenstĂŒck- und -schĂŒttgĂŒtern wie Kohle und Holz, spĂ€ter auch weitere GĂŒter vor allem der Chemischen Industrie, blieb die Bedeutung als Transportweg bis heute erhalten.

Die Elbe als innerdeutsche Grenze

Mit der ErklĂ€rung von Jalta beschlossen die Alliierten bereits Anfang Februar 1945, das Deutsche Reich in vier Besatzungszonen aufzuteilen. Schon damals war wohl klar, dass die relativ zentral durch Deutschland verlaufende Elbe auf einigen Kilometern Grenzfluss werden wĂŒrde. Am 25. April 1945 trafen sich die Fronten der sowjetischen und US-amerikanische Truppen in Strehla bei Torgau an der Elbe (dieses Treffen wurde am Folgetag symbolisch auf der Elbe nachgefilmt). In ThĂŒringen und Westsachsen nĂ€hrte dieses weite VorrĂŒcken der amerikanischen Truppen die Hoffnung, dass diese Gebiete nicht sowjetisch besetzt werden könnten. SpĂ€ter rĂ€umten die Amerikaner diese besetzten Gebiete aber wieder und gaben sie an die sowjetische Verwaltung ab.

Definitiv zwischen den Besatzungszonen lag die Elbe auf den deutschen Flusskilometern 473 (Schnackenburg) bis 566 (östlich Lauenburg). Hier grenzte die Britische Besatzungszone an die Sowjetische im Osten. Bis 1961 blieb diese Grenze eine sogenannte „grĂŒne Grenze“, wurde also nicht durch feste Anlagen gesichert. Anfangs wenig, wurde sie nach und nach von Grenzschutztruppen der DDR zu Lande und zu Wasser bewacht. In dieser kurzen Zeit starben verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig die meisten Menschen an der Demarkationslinie bei Fluchtversuchen. Im Jahr 1961 begann die DDR ihre Grenze durch feste Anlagen zu sichern. Anfangs nur um West-Berlin, begann sie auch schnell die Innerdeutsche Grenze im Westen zu festigen. Nach einiger Zeit war fast jeder Abschnitt durch mehrere Mauern und ZĂ€une sowie Posten und Streifen der Grenztruppen der DDR, teilweise durch Selbstschussanlagen, gesichert.

Im Bereich der Elbe wurde die Grenze und ihre auf DDR-Seite vorgelagerten Sperrgebiete ganz besonders fĂŒr das Dorf RĂŒterberg zur Strapaze. Nach Grenzstreitigkeiten – man konnte sich nie einigen, ob die Grenze in der Mitte der Elbe (DDR-Auffassung) oder am Ostufer, beziehungsweise den Buhnenköpfen des Ostufers lag (West-Auffassung) â€“ wurde das Dorf, das auf einer FlugsanddĂŒne erhöht direkt am geschwungenen Elbufer liegt, auch von der DDR-Seite durch ZĂ€une abgeschnitten. Die Bewohner durften den einzigen Durchgang durch die Absperrung zur sonstigen DDR nur zu bestimmten Zeiten passieren und keinen Besuch empfangen. Nach der Wiedervereinigung erlaubte der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern dem Dorf, sich „RĂŒterberg, Dorfrepublik 1967–1989“ zu nennen.

KulturrÀume und -landschaften

Die Landschaft an der Elbe ist zwar wesentlich dĂŒnner besiedelt als die Ufer vergleichbarer Ströme in Europa. Trotzdem haben sich dort KulturrĂ€ume, -landschaften und -objekte von hohem internationalem Wert gebildet. KulturrĂ€ume lassen sich nach dichter besiedelten RĂ€umen, aber auch nach Landschaften und landwirtschaftlichen NutzrĂ€umen einteilen. Wichtige solcher kulturlandschaftlichen Einheiten sind Böhmen, das Obere Elbtal um Dresden, der Raum um Magdeburg, Dessau und Wittenberg und das hanseatische Gebiet von Hamburg. Nach Kriterien der landwirtschaftlichen Nutzung sind beispielsweise im Oberen Elbtal ein Weinanbaugebiet, im weiteren Umfeld Magdeburgs die fruchtbare LĂ¶ĂŸlandschaft der Magdeburger Börde und entlang der linken Unterelbe das Alte Land als bedeutendes Obstanbaugebiet hervorzuheben.

In StÀdten an der Elbe liegen innerhalb Deutschlands insgesamt drei StÀtten des UNESCO-Welterbes. Einige stehen dabei in enger Beziehung zur Elbe, vor allem, wenn es sich um Kulturlandschaften handelt. Bei Einzelobjekten, die als Welterbe anerkannt werden, ist ein enger Zusammenhang zur Elbe nicht offensichtlich.

In der Stadt Wittenberg löste Martin Luther am 31. Oktober 1517 die Reformation der christlichen Kirche aus. Die WirkungsstÀtten von Luther in Wittenberg und Eisleben wurden 1996 in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen. Neben der Entdeckung Amerikas durch die EuropÀer gilt die Reformation als epochales Initial der Neuzeit.

Neben diesen Einzelobjekten stehen auch Kulturlandschaften an den Ufern der Elbe unter Schutz. Das Dessau-Wörlitzer Gartenreich ist ein nach englischem Vorbild angelegter Landschaftspark und bildet eine 142 kmÂČ große FlĂ€che. Teile des Parks gehören ebenfalls zum BiosphĂ€renreservat Mittelelbe und markieren einen Übergang von Kultur- zu Naturlandschaft. In die geformte Auenlandschaft sind zahlreiche Schlösser und Villen eingelagert. Ebenfalls 1996 wurden die Bauhaus-StĂ€tten in Dessau zum Weltkulturerbe erklĂ€rt. Der Bauhaus-Stil entstand 1919 und ist fĂŒr die klassische Moderne bedeutsam. Das Bauhaus zog 1925 von Weimar, wo die WirkungsstĂ€tten ebenfalls als Welterbe gelten, nach Dessau und spĂ€ter nach Berlin. Ein enger Bezug zum Fluss Elbe kann daher nicht hergestellt werden.

Damit befinden sich die drei Welterbe-StÀtten an der Elbe in kurzen Abschnitt zwischen Wittenberge und Dessau. Zusammen mit der historisch bedeutsamen Stadt Magdeburg, die im Mittelalter als eine der wenigen Kaiserpfalzen im östlichen Teil der Kaiserreiche genutzt wurde, bildet dieser Bereich einen kulturhistorischen Kern an der Elbe.

Kulturlandschaft Dresdner Elbtal;
Elbe bei Kleinzschachwitz

Im Jahr 2004 wurde die Kulturlandschaft Dresdner Elbtal in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Das 20 km lange Gebiet konzentriert sich im Gegensatz zum Dessau-Wörlitzer Gartenreich sehr auf die Elbe und durchlĂ€uft fast die komplette Stadt Dresden. GewĂŒrdigt wurde die jahrhundertelange Einbeziehung des Flusses und des Elbhangs beim Aufbau des Stadtbildes. Neben Schlössern, Parks, erhaltenen Dorfkernen und den Elbwiesen umfasst es die architektonisch wertvolle Innenstadt, aber auch industrie-historische StĂ€tten und technische DenkmĂ€ler. Die Flusslandschaft der Elbe war fĂŒr die Aufnahme sehr wesentlich, da allein die „historische“ Innenstadt – zu großen Teilen nach totaler Kriegszerstörung nur als Rekonstruktion und nicht mehr im Original existierend – nicht ausreichend Kriterien erfĂŒllt hĂ€tte. Wegen der Landschaftszerschneidung der Elbwiesen durch die seit 2007 im Bau befindliche WaldschlösschenbrĂŒcke wurde der Welterbetitel im Juni 2009 wieder aberkannt[23][24] (siehe auch Abschnitt „Elbquerungen“).

Speicherstadt in Hamburg

Zu den weiteren wichtigen StĂ€tten zĂ€hlen die Speicherstadt in Hamburg und die Festung Königstein. Die 1883 gegrĂŒndete Speicherstadt in Hamburg wurde komplett auf PfĂ€hlen errichtet. Zu Zeiten des StĂŒckguttransports dienten die SpeicherhĂ€user der Lagerung und Veredlung der GĂŒter und zum WarenĂŒbergang an die Kunden mit Eisenbahn bzw. Straßenfahrzeugen. Die Festung Königstein, die im Elbsandsteingebirge auf dem gleichnamigen Felsplateau angelegt wurde, ist die grĂ¶ĂŸte Bergfestung in Europa und erhebt sich 240 Meter ĂŒber die Elbe.

Hochwasser, Niedrigwasser, Sturmfluten

Hochwassermarken am Schloss Pillnitz in Dresden
Normales Winterhochwasser an der Mittelelbe Ende MÀrz 2005 und die Lage zwei Monate spÀter
Normales Winterhochwasser Ende MĂ€rz 2005 in Dresden
Niedrigwasser in Dresden (Pegel bei 1 m, Juni 2005)

Saisonale Hochwasser gehören zum natĂŒrlichen Geschehen an der Elbe. Starke Niederschlagsereignisse im oberen Einzugsgebiet der Elbe bauen sich regelmĂ€ĂŸig zu Hochwasserwellen auf. Neben den an anderen FlĂŒssen auch zu beobachtenden Winterhochwassern ist eine Besonderheit der Elbe die Entstehung von Hochwassern im SpĂ€tfrĂŒhling (April/Mai), begĂŒnstigt durch die Schneeschmelze im Riesengebirge. Diese sind eine Voraussetzung fĂŒr das Entstehen naturkundlich wertvoller Überschwemmungsbiotope insbesondere am unteren Mittellauf.

Durch besonders lang anhaltende und extrem starke Sommer-NiederschlĂ€ge entstand im August 2002 im Oberlauf der Elbe, der Moldau und weiterer linker NebenflĂŒsse wie der Mulde eine sogenannte Jahrhundertflut, das Elbehochwasser 2002. Der Oberlauf und der obere Mittellauf sind im Allgemeinen fĂŒr katastrophale Auswirkungen von HochwĂ€ssern anfĂ€lliger wegen der NĂ€he zu niederschlagsreicheren Mittelgebirgen, des gering dimensionierten Querschnitts von KerbtĂ€lern und der höheren Fließgeschwindigkeit. Vor allem die DurchbruchstĂ€ler im Elbsandsteingebirge und im Böhmischen Mittelgebirge besitzen von Natur aus wenige AusweichflĂ€chen; in diesen Arealen erreicht der Fluss deshalb bei Hochwasser schnell sehr hohe PegelstĂ€nde und Fließgeschwindigkeiten. Im unteren Mittellauf erhĂ€lt die Elbe vergleichsweise mehr unbewohnte FlĂ€che. Allerdings macht sich auch dort das Fehlen von Retentionsraum in Folge ausgedeichter Flussauen stark bemerkbar. Trotz vielfach fehlender Bebauung sind die Deiche so eng gesetzt, dass der Strom insgesamt ĂŒber 80 % seiner ursprĂŒnglichen Überflutungsgebiete verloren hat.

Der Unterlauf ist vor Hochwasser in Folge von Niederschlag sehr gut geschĂŒtzt, auf Grund seiner nach Nordwesten exponierten Trichterform aber immer wieder fĂŒr Sturmfluten anfĂ€llig. Nach der großen Sturmflut 1962 wurde der Schutz durch Deiche und Sperrwerke auch im Bereich des Hamburger Hafens soweit erhöht, dass keine vergleichbar großen SchĂ€den mehr eintraten.

Überschwemmungen traten an der Elbe auch durch menschliche EinflĂŒsse auf. So kam es immer wieder zu RĂŒckstauungen, wenn sich bei Winterhochwasser Eisschollen an BrĂŒcken verkeilten. Beim bis zum Elbehochwasser 2002 schlimmsten Hochwasser im MĂ€rz 1845 war die Elbe vorher komplett durchgefroren. Winter- und FrĂŒhjahrshochwasser sind fĂŒr Menschen und Tiere besonders gefĂ€hrlich, weil die Wassertemperaturen keinen oder nur einen sehr kurzen Aufenthalt im Wasser erlauben. Zudem steigt durch treibende Eisschollen die Gefahr, dass Deiche angeschnitten werden und so plötzlich an ungeahnten Stellen Überschwemmungen auftreten können.

Das Hochwasser 2002 war das erste SpĂ€tsommerhochwasser, das die stĂ€rksten Winterhochwasser der Vergangenheit ĂŒbertraf. Die starken Hochwasser 1784, 1799 und 1845 traten alle nach schneller Schneeschmelze auf. Im Einzugsbereich der Elbe liegen mit dem Riesengebirge, dem Bayerischen Wald, dem Böhmerwald, dem Fichtelgebirge und dem Erzgebirge fĂŒnf GebirgszĂŒge, deren Höhenlagen ĂŒber 1000 Meter reichen. Daraus ergibt sich die hohe GefĂ€hrdung nach Schneeschmelzen. Im Gegensatz dazu sind die genannten Gebirge, mit Ausnahme des Erzgebirges, kaum als Stauregengebiete bei Westwetterlagen bekannt. Starker Stauregen fĂ€llt an diesen Gebirgen insbesondere bei der so genannten Vb-Wetterlage, bei der die einziehenden Feuchtluftmassen aus dem Mittelmeerraum stammen und auf jene Gebirgsketten stoßen, die sich in Ost-West-Richtung erstrecken.

Das letzte mittelstarke Hochwasser war das vom MĂ€rz 2006. Es entstand auf Grund von mĂ€ĂŸiger Schneeschmelze bei leicht erhöhten Schneemengen vor allem im Erzgebirge. Bei diesen normalen und fast jĂ€hrlichen Hochwassern reichen die AusweichflĂ€chen etwa in Dresden und Magdeburg aus, so dass nur wenige bewohnte FlĂ€chen betroffen sind. In Dresden mĂŒssen ab zwei Metern ĂŒber Normalstand einige ufernahe Straßen gesperrt werden. Ein System aus Elbwiesen, -altarmen und Flutrinnen wirkt dort insbesondere gegen die Elbe als Hochwasserschutz in Dresden.

Anfang April 2006 entwickelte sich – wiederum verursacht durch rasche und ĂŒbermĂ€ĂŸige Schneeschmelze â€“ ein außerordentlich starkes Hochwasserereignis, das im unteren Mittellauf unterhalb von Wittenberge sogar die PegelstĂ€nde vom Jahrhunderthochwasser 2002 noch deutlich ĂŒbertraf. Der wesentliche Grund dafĂŒr war, dass es diesmal weiter stromaufwĂ€rts zu wesentlich weniger DeichbrĂŒchen und Überflutungen kam, so dass die extrem großen Wassermassen ohne nennenswerte Kappung der Abflussspitze und kaum zeitlich verzögert den unteren Verlauf erreichten. Auch wurden die Polder der Havel, die diesmal im Gegensatz zum Sommer 2002 selbst Hochwasser fĂŒhrte, nicht kontrolliert geflutet, was im August 2002 noch fĂŒr eine Entlastung weiter elbabwĂ€rts gesorgt hatte. Besonders betroffen waren die AltstĂ€dte von Hitzacker und Lauenburg. Das erneute Extremhochwasser entfachte wieder Diskussionen ĂŒber einen LĂ€ndergrenzen ĂŒberschreitenden Hochwasserschutz statt der derzeit – dem Anschein nach â€“ noch unkoordinierten, lokalen technischen Maßnahmen, die sich teilweise gegenseitig aufheben oder in ihrer Effizienz mindern.

Historische Aufnahme des Hungersteins in Děčín

Auf der anderen Seite sind sommerliche NiedrigwasserstĂ€nde charakteristisch fĂŒr die Elbe. Anders als beim Rhein, der im Sommer zusĂ€tzlich aus Gletscherschmelzwasser gespeist wird und mit dem Bodensee ein großes natĂŒrliches Ausgleichsbecken hat, weist die Elbe im Jahresverlauf eine viel weniger stetige WasserfĂŒhrung auf. In solchen Zeiten werden auch mehrere so genannte Hungersteine sichtbar. Der Magdeburger Domfelsen, frĂŒher Hungerfelsen genannt, erscheint, wenn der Wasserstand weniger als 1,3 Meter betrĂ€gt. Der Hungerstein in Schönebeck wird bei 1,25 Metern Wasserstand sichtbar. In Děčín trĂ€gt ein großer Basaltstein die Bezeichnung Hungerstein, da sein Erscheinen fĂŒr die Schiffersfamilien und auch die Bauern an der Elbe Notzeiten ankĂŒndigte. In den Jahren 2003, 2004 und 2006 lag der Pegel der Elbe in Dresden vermehrt unter einem Meter, was den sehr regenarmen Sommern zuzuschreiben war. Im Jahr 2004 war auch schon das Winterhalbjahr extrem niederschlagsarm. Niedriger Wasserstand des Flusses bedeutet EinschrĂ€nkungen oder auch die Einstellung der Schifffahrt.

Flussregulierung, -begradigung, Deichbau

Buhnen und Buhnenfelder am rechten Ufer bei Fluss-Km 530

In Tschechien ist die Elbe ĂŒber 24 Staustufen – und eine weitere geplante bei Děčín â€“ stark reguliert. Ziel ist es, die Elbe dort, neben der Stromerzeugung durch Wasserkraft, so weit wie möglich schiffbar zu halten. ZusĂ€tzlich sollen die Wehranlagen auch dem Hochwasserschutz dienen, indem sie in Zusammenhang mit der Talsperren-Bewirtschaftung an der Moldau und anderen NebenflĂŒssen in Tschechien eine gezielte Abflusssteuerung ermöglichen. Aus biologischer Sicht sind solche Bauwerke allerdings negativ zu bewerten (vergleiche: „Fischbestand“).

Staustufe Geesthacht, gleichzeitig ElbbrĂŒcke Geesthacht der B 404
Wehr Geesthacht: durch Wartungsarbeiten ist der einstellbare Wehrverschluss gut zu erkennen

Im deutschen Flussverlauf befinden sich mit Ausnahme der 1960 zum Schutz vor Tide-Einfluss gebauten Staustufe bei Geesthacht sĂŒdöstlich von Hamburg, die gleichzeitig die Wasserhöhe im Hamburger Hafen reguliert, und dem Cracauer Wasserfall, einem festen Niedrigwasserwehr in einem Nebenarm in Magdeburg, keine weiteren derartigen Querbauwerke zur Flussregulierung. Im Bereich Magdeburg kann außerdem bei starkem Hochwasser ein Teil des Wassers ĂŒber den Elbe-Umflutkanal an der Stadt vorbeigeleitet werden. Im Vergleich zu Oberrhein oder Weser ist die Elbe damit ĂŒber eine weite Strecke in dieser Hinsicht unreguliert. Allerdings ist das GefĂ€lle in dem Bereich meist auch so gering, dass Staustufen keine große Wirkung hĂ€tten. Vielmehr wird ĂŒber Buhnen ĂŒberall entlang des Ufers versucht, die Elbe zu beschleunigen. Dadurch soll der Fluss sein Flussbett selber auswaschen und weniger Sediment ablagern, so dass die Wassertiefen in der Fahrrinne erhalten werden können. Ein Ergebnis ist allerdings, dass sich die Elbe immer weiter in den Bodengrund eintieft und dadurch den Grundwasserstand absenkt, was zu einer allmĂ€hlichen Austrocknung der Auenlandschaft fĂŒhrt. Dabei spielt die Mittelelbe im Abschnitt zwischen dem Elbe-Havel-Kanal und Lauenburg fĂŒr die Schifffahrt kaum eine Rolle, da der Frachtverkehr ĂŒber die eigens angelegten KanĂ€le gefĂŒhrt wird. Es gilt auch zu bedenken, dass die Elbe regelmĂ€ĂŸige sommerliche Niedrigwasserperioden aufweist, die die Schifffahrt zum Erliegen bringen. Infolge des prognostizierten Klimawandels sowie ausbleibender Zuleitungen von abgepumptem Grundwasser aus Braunkohletagebauen im Einzugsgebiet werden Niedrigwasserphasen in Zukunft wohl immer hĂ€ufiger stattfinden. Ein „RĂŒckbau“ der Buhnen statt eines weiteren Ausbaus der Elbe zu einer durchgĂ€ngigen „Wasserstraße“ wĂ€re insofern ökologisch und ökonomisch geboten.

Dennoch gibt es weiterhin Bestrebungen, insbesondere von Seiten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, die Elbe auszubauen und fĂŒr sogenannte Europaschiffe befahrbar zu machen. Nach einem Plan des damaligen Bundeswirtschaftsministers zu Guttenberg sollen alle Bundeswasserstraßen auf eine Fahrtiefe von 2,8 m ausgebaggert werden, was mit erheblichen ökologischen Folgen verbunden wĂ€re.[25] In diesem Zusammenhang ist auch der geplante Saalekanal bei Dessau von Bedeutung, der die Schiffbarkeit der Saale verbessern soll. UmweltverbĂ€nde befĂŒrchten jedoch, dass der Saalekanal Argumente fĂŒr einen weiteren Ausbau der Elbe liefern könnte.

Im Interesse der Schifffahrt wurde die Elbe im 19. und 20. Jahrhundert auch um etliche Kilometer verkĂŒrzt, indem Schlingen und MĂ€ander abgeschnitten und so der Verlauf begradigt wurde. Lediglich ein kurzer Abschnitt zwischen den deutschen Fluss-Kilometern 506 bis 520 (Dömitz-Hitzacker) blieb davon aufgrund des Zweiten Weltkrieges und der deutschen Teilung bisher gĂ€nzlich verschont. Eine weitere Maßnahme des Menschen zur „ZĂ€hmung“ des Flusses ist die Befestigung der Ufer mit SteinschĂŒttungen und -packungen. Auch dies soll Erosionen und Flussbettverlagerungen verhindern, erhöht aber gleichzeitig auch die Fließgeschwindigkeit. Zudem gehen wertvolle UferlebensrĂ€ume fĂŒr Tiere und Pflanzen verloren oder können wegen der ausbleibenden Flussdynamik gar nicht erst neu entstehen. Die intensive Nutzung des Unterlaufes als Wasserstraße erfordert zumindest in diesem Abschnitt allerdings verstĂ€rkte ufersichernde Maßnahmen.

Die Elbe ist im Oberlauf durch Gebirge eingegrenzt – hier bei Rathen

Im Oberlauf ist die Elbe durch Mittelgebirge eingegrenzt, weshalb sie in diesen Abschnitten nirgendwo in grĂ¶ĂŸerem Maßstab eingedeicht ist. LĂ€ngere Deichanlagen in Deutschland beginnen im westlichen Dresdner Stadtteil Gohlis. Vorher wird die Elbe in gewisser Hinsicht durch den Bahndamm der Elbtalbahn „eingedeicht“. Im Mittel- und Unterlauf legte der Mensch bereits im Mittelalter erste Deiche an, um dem Fluss Siedlungsraum und spĂ€ter auch landwirtschaftliche FlĂ€chen abzutrotzen. Im Lauf der Zeit wurden die Deiche immer weiter perfektioniert und nĂ€her an den Fluss gerĂŒckt. So fehlen der Elbe heute allerdings weite Bereiche ihrer ursprĂŒnglichen, oft zwanzig Kilometer breiten Aue, so dass HochwasserschĂ€den aufgrund fehlenden Raumes fĂŒr den Fluss hier letztlich auch menschengemacht sind.

Die Deiche des Unterlaufes dienen weniger einem Hochwasserschutz gegen die Elbe von ihrem oberen Einzugsgebiet her als vielmehr dem Schutz vor Sturmfluten und stark auflandiger Wetterlagen von der Nordsee, die sich weit elbaufwĂ€rts bemerkbar machen können. Entsprechend sind diese Seedeiche stĂ€rker dimensioniert. Durch das Abschneiden und Ausdeichen von alten Elbarmen und Marschen sowie durch Sperrwerke an NebenflĂŒssen hat sich der natĂŒrliche Tidenhub in der Unterelbe („Tide-Elbe“) deutlich erhöht – in St. Pauli etwa um rund 1,5 m seit 1870 auf nun etwa 3,6 m. Diese anthropogene VerĂ€nderung der StrömungsverhĂ€ltnisse wird fĂŒr das die moderne Großschifffahrt immer stĂ€rker behindernde Verschlicken der Fahrrinne und des Hamburger Hafens mit verantwortlich gemacht. Es gibt daher Bestrebungen, durch RĂŒckdeichungen, Öffnung von seitlichen Sperrwerken sowie gezielte Anlage von kĂŒnstlichen SandbĂ€nken und Unterwasserinseln den sogenannten Tidal-Pumping-Effekt wieder zu verringern (Elbvertiefung).

StÀdte, Regionen und Infrastruktur

StÀdte und Regionen

Elbe bei Děčín
Elbstrand in Hamburg-Övelgönne

Die grĂ¶ĂŸten StĂ€dte an der Elbe in Tschechien sind Hradec KrĂĄlovĂ© (deutsch: KöniggrĂ€tz), Pardubice (deutsch: Pardubitz), ÚstĂ­ nad Labem (deutsch: Aussig an der Elbe), die alle drei fast 100.000 Einwohner haben. Die bedeutendsten deutschen GroßstĂ€dte an der Elbe in stromabwĂ€rtiger Reihenfolge sind Dresden, Magdeburg und Hamburg. Wichtige MittelstĂ€dte entlang der Elbe sind Děčín (deutsch: Tetschen-Bodenbach), Pirna, Meißen, Riesa, Torgau, Lutherstadt Wittenberg, Dessau-Roßlau, Wittenberge, Wedel, GlĂŒckstadt, Stade, BrunsbĂŒttel und Cuxhaven. VerdichtungsrĂ€ume haben sich um Hamburg, Dresden und Magdeburg gebildet. Auch im Nordböhmischen Becken um ÚstĂ­ nad Labem hat sich ein Ballungsraum gebildet. Die ElbmĂŒndung gehört zur Metropolregion Hamburg, wĂ€hrend die Region um Dresden zur Metropolregion Sachsendreieck zĂ€hlt. Die Kreise ÚstĂ­ nad Labem, Teplice und Litoměƙice gehören zur deutsch-tschechischen Euroregion Elbe/Labe, die mit den benachbarten sĂ€chsischen Landkreisen SĂ€chsische Schweiz-Osterzgebirge, Meißen sowie der Landeshauptstadt Dresden grenzĂŒberschreitend kooperieren.

Seit 1987 besteht zwischen Dresden und Hamburg eine StĂ€dtepartnerschaft. Die Kooperation zwischen Pirna und Děčín besteht sogar schon seit 1975.

Im Vergleich zu anderen FlĂŒssen in Deutschland, etwa dem Rhein oder dem Main, ist die Elblandschaft streckenweise nur dĂŒnn besiedelt. Wesentlich bewohnter sind dagegen die Ufer einiger NebengewĂ€sser und deren Einzugsgebiete, wie die der Havel (Berlin), der Moldau (Prag) oder der Saale (Halle und Leipzig). Gerade das Fehlen urbaner RĂ€ume ĂŒber weite Strecken des Mittellaufs der Elbe begĂŒnstigte dort den Erhalt natĂŒrlicher Flusslandschaften.

Das Elbtal als Verkehrsweg

Ruine der im Zweiten Weltkrieg zerstörten EisenbahnbrĂŒcke in Höhe von Dömitz

Die Bedeutung des Elbtals als Verkehrsweg schwankt regional sehr stark. Wo der Fluss Gebirge durchbricht, ist er bestimmend fĂŒr die LinienfĂŒhrung der Verkehrswege. Insbesondere Eisenbahnstrecken folgen dem Tal, weil sie auf geringe Steigungen angewiesen sind. Ein Beispiel dafĂŒr ist die Passage durchs Elbsandsteingebirge als bedeutende Ferneisenbahnstrecke. Der Mittel- und Unterlauf, der sich durch flachere Regionen windet, spielte keine große Rolle bei der Anlage von parallelen Eisenbahnstrecken und Autobahnen. Gleistrassen wurden so angelegt, dass sie viele StĂ€dte erreichen und nicht in erster Linie dem Flusstal folgen. So gibt es zum Beispiel keine Ferneisenbahnstrecke zwischen Dresden und Magdeburg entlang der Elbe. Vielmehr verbindet die Relation Dresden–Magdeburg StĂ€dte wie Leipzig und Halle (Saale). Zwischen Děčín und der MoldaumĂŒndung gibt es in Tschechien Eisenbahnstrecken auf beiden Elbseiten Ă€hnlich wie am Mittelrhein.

Als internationales touristisches Projekt wurde der Elberadweg, der zwischen MělnĂ­k und Cuxhaven der Elbe folgt, eingefĂŒhrt und ausgebaut. Seine GesamtlĂ€nge an der Elbe – der Weg beginnt 50 Kilometer sĂŒdlich der Elbe in Prag â€“ betrĂ€gt etwa 930 Kilometer.

Schiffbarkeit

Bundeswasserstraße Elbe

Auf der KanalbrĂŒcke Magdeburg ĂŒberquert der Mittellandkanal die Elbe

Die Elbe (El) ist mit ihrem gesamten Anteil in Deutschland eine Bundeswasserstraße.[9] Eine hohe Bedeutung als Verkehrsweg genießt sie fĂŒr das Binnenland Tschechien, das sich ĂŒber die Elbe an den Welthafen Hamburgs anschließt. Deshalb drĂ€ngt die Tschechische Republik darauf, dass Deutschland die Elbe so ausbaut, dass sie lĂ€ngere Zeit im Jahr schiffbar wird. Dies wĂ€re nur zu erreichen, wenn die Elbe weiter begradigt, vertieft und mit Staustufen versehen wĂŒrde. NaturschĂŒtzer argumentieren jedoch, dass auch ein Ausbau die Schiffbarkeit nicht gewĂ€hrleiste, da der Fluss in Zukunft möglicherweise immer öfter zu wenig Wasser fĂŒhren könnte.[26] Einen weiteren Ausbau der Elbe im Mittellauf halten sie daher sowohl ökonomisch als auch ökologisch fĂŒr sehr fragwĂŒrdig.

Eine der schwierigsten Passagen fĂŒr die Schifffahrt ist der Flussbogen vor der Dresdner Altstadt wegen der hohen Fließgeschwindigkeit und der dicht hintereinander liegenden BogenbrĂŒcken. Deswegen werden hier viele tschechische Frachtschiffe zur Sicherheit geschleppt. Ein weiterer schwieriger Abschnitt befindet sich zwischen der HavelmĂŒndung und Hitzacker, der so genannte „Böse Ort“ – ein schmaler 90°-Knick bei Schnackenburg.

Das Wasserstraßenkreuz Magdeburg ist einer der bedeutendsten Wasserstraßenknoten in Europa. Es lĂ€sst ein Überqueren der Elbe in Ost-West-Richtung zu und schließt den Mittellandkanal sowie den Elbe-Havel-Kanal an die Elbe an. Über diese Kreuzung ist die Elbe mit der Oder, dem Rhein, dem Main und der Donau verbunden. Weite Strecken des Mittellaufs weisen heute wegen der vorhandenen KanĂ€le in diesem Bereich (Mittellandkanal, Elbe-Seitenkanal und Elbe-LĂŒbeck-Kanal) kaum gewerblichen Schiffsverkehr auf. PlĂ€ne aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, Hamburg mit Bremen und dem Mittellandkanal im Raum OsnabrĂŒck ĂŒber einen „Hansakanal“ genannten Kanal zu verbinden, der bei Stade von der Elbe abzweigen sollte, wurden in den 1950er Jahren aufgegeben.

Zum Unterlauf vergleiche den Abschnitt „ElbmĂŒndung“ und den separaten Artikel „Elbvertiefung“.

An der Elbe gibt es fĂŒnf Wasser- und SchifffahrtsĂ€mter. Diese sind in Dresden (verantwortlich fĂŒr die deutschen Flusskilometer 0 bis 290), Magdeburg (km 290–502), Lauenburg (km 502–607), Hamburg (km 633 linkes Ufer bzw. 639 rechtes Ufer bis 689) und Cuxhaven (km 689–727). FĂŒr die Strecke zwischen den Ämtern Lauenburg und Hamburg (Hamburger Hafengebiet) ist im Auftrag des Bundes die Hamburg Port Authority zustĂ€ndig.

Die Elbe gehört von km 0,00 (deutsch-tschechische Grenze) bis km 454,80 (Wittenberge) zur Wasserstraßenklasse Va, von dort bis km 607,50 (Oortkaten, Beginn des Hamburger Hafengebiets) zur Klasse VIb; auf beiden Abschnitten gilt die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung. Von km 638,98 (Tinsdal, Ende des Hamburger Hafengebiets) bis km 727,73 (Nordsee) gehört sie zur Klasse Va[27], hier gilt die Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung. Im Hamburger Hafengebiet gilt das Hamburgische Hafenverkehrs- und Schifffahrtsgesetz.

Rechtlich gehören zur Bundeswasserstraße Elbe, im ZustĂ€ndigkeitsbereich des Wasser- und Schifffahrtsamts Hamburg, als Bundeswasserstraßen[9] noch die MĂŒndungsstrecken der linkselbischen Seitenarme:

  • BĂŒtzflether SĂŒderelbe (BSE) bis 2,5 km oberhalb der EinmĂŒndung in die Elbe bei km 659,74,
  • Ruthenstrom (RuS) bis 2,3 km oberhalb der EinmĂŒndung in die Elbe bei km 670,03,
  • Wischhafener SĂŒderelbe (WSE) bis 3,0 km oberhalb der EinmĂŒndung in die Elbe bei km 676,12.

BSE und RuS sind nicht klassifiziert, WSE zĂ€hlt zur Wasserstraßenklasse I. Auf allen drei Abschnitten gilt die Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung.

Böhmen

Bis 1995 lag die obere Grenze der Elbschifffahrt bei KolĂ­n. Seit 1995 reicht die Schiffbarkeit bis Pardubice, 102 km bergwĂ€rts der MoldaumĂŒndung und 211 km bergwĂ€rts der deutschen Grenze. Die Moldau ist ihrerseits von ihrer MĂŒndung bis 20 km bergwĂ€rts von Prag schiffbar.

Die Schiffbarkeit im eigenen Unterlauf der Elbe will die Tschechische Republik durch den Bau der grenznah zu Deutschland gelegenen Staustufe Děčín verbessern. Das seit den 1990er Jahren favorisierte Projekt stĂ¶ĂŸt jedoch auf heftigen Widerspruch nicht nur von UmweltschĂŒtzern, sondern auch von der CDU/FDP-Regierung im benachbarten Sachsen.

Wichtige HĂ€fen

Der Hamburger Hafen liegt etwa 110 km flussaufwĂ€rts von der MĂŒndung (sichtbare Landmarke: die Kugelbake bei Cuxhaven). Er ist nach Rotterdam der zweitgrĂ¶ĂŸte Seehafen in Europa und bietet fĂŒr 320 Seeschiffe LiegeplĂ€tze, von denen 38 fĂŒr große Containerschiffe vorgesehen sind. Hamburg anlaufende Schiffe passieren bei Wedel die SchiffsbegrĂŒĂŸungsanlage Willkomm-Höft, eine lokale Besonderheit und private Initiative des Schulauer FĂ€hrhauses von 1952. Auslaufende Schiffe werden ebenfalls entsprechend verabschiedet mit dem Wunsch zur glĂŒcklichen Wiederkehr.

Panoramaansicht der Elbe und des Hamburger Hafens vom Turm des Michels aus
Panoramaansicht der Elbe und des Hamburger Hafens vom Turm des Michels aus

Zwischen Hamburg und der Nordsee gibt es mehrere kleinere SeehĂ€fen, ein solcher fĂŒr StĂŒckgut zum Beispiel in BrunsbĂŒttel (rechtsseitig) und Cuxhaven (linksseitig). Die HĂ€fen an der Elbe oberhalb – also flussaufwĂ€rts â€“ Hamburgs dienen nicht nur der Binnenschifffahrt, sondern sind „trimodal“ angeschlossen, d.h. dass sie auch von der Eisenbahn und dem Lkw bedient werden. Der Magdeburger Hafen beispielsweise wird so ausgebaut, dass seine Wassertiefe unabhĂ€ngig vom Elbwasserstand stets ausreichend fĂŒr Binnenschiffe sein wird. Dadurch soll erreicht werden, dass er fĂŒr diese, vom Mittellandkanal oder vom Elbe-Havel-Kanal einlaufend, zum Liegeplatz werden kann, wenn die Elbe extreme WasserstĂ€nde fĂŒhrt.

Weitere bedeutende BinnenhĂ€fen sind in Aken, Riesa, Dresden (Alberthafen), Děčín, ÚstĂ­ nad Labem (einst der grĂ¶ĂŸte Binnenhafen Europas) und Lovosice. Im Jahr 2005 wurden in den HĂ€fen Lovosice, Děčín, Dresden, Riesa, Torgau und Roßlau – die in einem Verbund betrieben werden â€“ 2,35 Millionen Tonnen GĂŒter umgeschlagen. WĂ€hrend fĂŒr die deutschen BinnenhĂ€fen im 17. Jahrhundert eigens Hafenbecken ausgehoben wurden, liegen die HĂ€fen von Děčín, ÚstĂ­ nad Labem und Lovosice auf Grund des engen Tals direkt am Ufer der Elbe.

Vor dem Dresdner Terrassenufer – neben weiteren Anlegern fĂŒr Kabinenfahrgastschiffe â€“ liegt die zentrale Anlegestelle der SĂ€chsischen Dampfschifffahrt. Sie ist nach den LandungsbrĂŒcken in Hamburg die grĂ¶ĂŸte Anlegestelle im Linienschiffsverkehr der Elbe.

Elbquerungen

Wichtige BrĂŒcken und Tunnel

Seit Dezember 2010 ĂŒberspannt die WaldschlösschenbrĂŒcke die Elbe. Auf ihr soll ab 2012 der Straßenverkehr rollen, ĂŒberregional bekannt wurde sie durch den Dresdner BrĂŒckenstreit bereits mehrere Jahre zuvor, siehe auch Abschnitt „KulturrĂ€ume und -landschaften“.
Staustufe Geesthacht mit B 404

Die erste weithin bekannte BrĂŒcke im deutschen Verlauf der Elbe ist die Loschwitzer BrĂŒcke, besser bekannt als „Blaues Wunder“. Im Jahre 1893 war die AuslegerbrĂŒcke fertig, heute ist sie ein technisches Denkmal. Das „Blaue Wunder“ ist die fĂŒnfte ElbbrĂŒcke unterhalb der tschechischen Grenze.

Im unteren Mittellauf ist die ElbbrĂŒcke Dömitz der B 191 bemerkenswert. Dabei handelt es sich um eine 970 m lange BrĂŒcke zwischen Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, die erstmalig im Jahr 1936 eröffnet wurde. Im Zweiten Weltkrieg unpassierbar geworden, blieb sie lange ein Symbol der deutschen Teilung.

Auf westlicher Seite konnte die BrĂŒcke bis ans Flussufer begangen sowie mit FahrrĂ€dern befahren werden und entwickelte sich so zu einem beliebten Ausflugsziel. Von Bundesgrenzpolizei ĂŒberwacht, konnte man hier einen unmittelbaren Blick auf das gegenĂŒberliegende, mit Stacheldraht und GitterzĂ€unen versperrte Ostufer und den alten Straßenverlauf werfen; auf der östlichen Seite war dagegen das Ufer nicht zugĂ€nglich.

Die heutige BrĂŒcke mit einer Spannweite von 178 m wurde zu Beginn der 1990er Jahre im Rahmen des Projektes Wiedervereinigung der Verkehrswege neu errichtet. Sie ist in dem zirka 115 km langen Abschnitt zwischen Wittenberge und Lauenburg die einzige StraßenbrĂŒcke – sonst verkehren dort nur Auto- und PersonenfĂ€hren. Zwei Kilometer stromaufwĂ€rts findet sich die Ruine der 1870 erbauten EisenbahnbrĂŒcke Dömitz der ehemaligen Zweigbahn Wittenberge–Buchholz, von deren frĂŒherer StreckenfĂŒhrung noch die Gleisenden sowohl in Dömitz als auch in Dannenberg liegen. Sie wurde ebenfalls gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört. Bei Lauenburg quert eine gemeinsame Straßen- und EisenbahnbrĂŒcke (eingleisig) die Elbe.

Mit Errichtung der Staustufe Geesthacht 1960 wurde zugleich eine leistungsfĂ€hige Straßenverbindung ĂŒber den Fluss im Verlauf der B 404 geschaffen. Das Wehr reguliert den Wasserstand fĂŒr das Pumpspeicherwerk sowie die KĂŒhlwasserversorgung des Kernkraftwerkes KrĂŒmmel. Hier endet der Mittellauf der Elbe und beginnt die Unter- oder Niederelbe.

FĂŒr den Straßen- und Bahnverkehr liegen die letzten baulichen Flussquerungen vor der MĂŒndung in Hamburg. Es sind dies die Hamburger ElbbrĂŒcken sowie der alte und der neue Elbtunnel. Der neue Elbtunnel, durch den die Autobahn A 7 gefĂŒhrt wird, bleibt auch nach der Erweiterung auf vier Röhren ein Nadelöhr im norddeutschen beziehungsweise nordeuropĂ€ischen Straßennetz. Im Zuge der WestverlĂ€ngerung der A 20 / A 22 ist ein weiterer Elbtunnel bei Drochtersen geplant.

ElbfÀhren

Die grenzĂŒberschreitende FĂ€hre von Schöna nach Hƙensko
Oberelbe

Entlang der Oberelbe werden fast alle FĂ€hrverbindungen vom Verkehrsverbund Oberelbe organisiert und zum Beispiel in Dresden durch die Dresdner Verkehrsbetriebe bedient. Besonders hoch ist die FĂ€hrdichte in der SĂ€chsischen Schweiz, wo an vielen FĂ€hrstellen die S-Bahn-Stationen am linken Ufer mit dem Nationalpark verbunden werden. In Dresden gibt es drei FĂ€hrstellen. Die SchloßfĂ€hre am Schloss Pillnitz ist als AutofĂ€hre ausgelegt. Schon an der Oberelbe gibt es lĂ€ngere Abschnitte ohne feste Flussquerung. So befinden sich auf den 25 Kilometern Flussstrecke zwischen Meißen und Riesa nur zwei FĂ€hren.

Mittelelbe

Der Abstand zwischen den BrĂŒckenorten, von denen freilich einige mehrere BrĂŒcken haben, ist an der Mittelelbe teilweise recht groß. Daher sind die zahlreichen FĂ€hren wichtig sowohl fĂŒr den regionalen Verkehr (insgesamt), als auch fĂŒr den ĂŒberregionalen Fahrradverkehr. Viele FĂ€hren zumindest ĂŒber die obere Mittelelbe sind GierseilfĂ€hren, die von einem langen Kabel gehalten und schrĂ€g in den Strom gelegt von der Kraft des Wassers von einem Ufer zum anderen bewegt werden. Das ist einerseits Ă€ußerst umweltfreundlich, fĂŒhrt aber andererseits bei Hochwasser zu wesentlich lĂ€ngeren AusfĂ€llen als bei MotorfĂ€hren. Die FĂ€hre bei Sandau und die bei Havelberg fahren inzwischen je nach Wasserstand und Jahreszeit entweder als GierseilfĂ€hre oder als MotorfĂ€hre.

Es gibt aktuell (2009) unter anderem folgende mit dem Kraftfahrzeug benutzbaren ElbfĂ€hren: Belgern/Tauschwitz, Dommitzsch/Prettin, Pretzsch/Mauken, Wartenburg/Elster, Wörlitz/Coswig, Aken/Steutz, Breitenhagen/Tochheim, Barby/Walternienburg, Schartau/RogĂ€tz, Grieben/Ferchland, Sandau/BĂŒttnersdorf, Havelberg/RĂ€bel, Schnackenburg/LĂŒtkenwisch, Pevestorf/Lenzen, Neu Darchau/Darchau, Bleckede/Neuwendischthun.

Unterelbe
ElbfÀhre Zollenspieker

Die AutofĂ€hre Zollenspieker–Hoopte zwischen den Hamburger Vierlanden und niedersĂ€chsischem Ufer bei Winsen (Luhe), dem Sitz des Landkreises Harburg, hat ĂŒberwiegend touristische Bedeutung und verkehrt von MĂ€rz bis November im 10-Minuten-Takt (bis 50 Tonnen). Im Hamburger Stadtgebiet lassen sich die Schiffslinien der HADAG (im Hamburger Verkehrsverbund) als FĂ€hre nutzen, vor allem als Verbindung von den St.-Pauli-LandungsbrĂŒcken, Altona und TeufelsbrĂŒck nach Finkenwerder sowie Blankenese–Cranz. Knapp unterhalb des Hamburger Stadtgebietes verkehrt ganzjĂ€hrig die PersonenfĂ€hre zwischen LĂŒhe (Altes Land) und Schulau (Wedel). Besonders interessant fĂŒr Pendler war die zurzeit eingestellte Elbe-City-Jet-Verbindung Hamburg–LĂŒhe–Stadersand (Stade) mit Katamaran-SchnellfĂ€hren.

Die wichtigste FĂ€hre ĂŒber die Unterelbe ist die ElbfĂ€hre GlĂŒckstadt–Wischhafen, die mit vier FĂ€hrschiffen betrieben wird. Sie kann bei einer Fahrzeit von etwa 25 Minuten ihren Takt auf 20 Minuten verdichten. Sie ist nicht zuletzt fĂŒr Radfahrer attraktiv, denen die oft langen Wartezeiten fĂŒr Kfz erspart bleiben. Die FĂ€hrverbindung zwischen Cuxhaven und BrunsbĂŒttel ist wiederholt eingestellt und wieder in Betrieb genommen worden. Derzeit verkehrt sie nur zweimal in der Woche im Sommerhalbjahr. Sie befördert FußgĂ€nger und Radfahrer.

Nutzung der Wasserkraft

Die Wasserkraft der Elbe diente frĂŒher dem Antrieb von SchiffsmĂŒhlen, zuletzt nur noch in Böhmen. Aber durch die seit Beginn des 20. Jahrhunderts erfolgte Flussregulierung und Errichtung von Staustufen verringerte sich die Fließgeschwindigkeit so, dass alle SchiffsmĂŒhlen abgetragen wurden, so z.B. die in WegstĂ€dtl und zuletzt die in Pistian oberhalb der Porta Bohemica am 27. Januar 1911.

Wasserkraftwerke gibt es nur in Tschechien, am deutschen Verlauf der Elbe wurden keine angesiedelt: Die geringe Fließgeschwindigkeit, die jahreszeitlichen Wasserstandsschwankungen und die Behinderung der Schifffahrt dĂŒrften Ursachen dafĂŒr gewesen sein.

An der Elbe gibt es zwei Pumpspeicherwerke zur DĂ€mpfung der Spitzenlast bei der Stromversorgung, jedes mit einer Leistung von 120 MW: am Elbhang bei Geesthacht das Pumpspeicherwerk Geesthacht und stromaufwĂ€rts in Dresden das Pumpspeicherwerk Niederwartha.

Nutzung als KĂŒhlwasser fĂŒr Kernkraftwerke

An der Unterelbe liegen die Kernkraftwerke Brokdorf, BrunsbĂŒttel und Stade (mittlerweile stillgelegt) sowie am Mittellauf KrĂŒmmel, die das Flusswasser fĂŒr ihren KĂŒhlkreislauf benötigen. FĂŒr Atomreaktoren sind die starken Wasserstandsschwankungen und die NiedrigwasseranfĂ€lligkeit der Elbe ungĂŒnstig, da hierdurch eine stetige Versorgung mit KĂŒhlwasser nicht gewĂ€hrleistet ist.

ElbmĂŒndung

„COSCO America“ (10.046 TEU, Konstruktionstiefgang 14,5 m) bei Glameyer Stack am 14. April 2008 mit 11,0 m Tiefgang in Salzwasser tideunabhĂ€ngig
„MSC Asya“ (9.580 TEU, Konstruktionstiefgang 15,1 m) beim Einlauf in die Elbe am 21. April 2008 mit 13,7 m Tiefgang in Salzwasser tideabhĂ€ngig
Feuerschiff „Elbe1“ (außer Dienst)

Die ElbmĂŒndung besitzt aus zwei GrĂŒnden eine hohe Bedeutung fĂŒr die Seeschifffahrt: Zum einen ist der Trichter der Zugang zum Hamburger Hafen, zum anderen befindet sich in der MĂŒndung auf nördlicher Seite (bei BrunsbĂŒttel) der Zugang zum Nord-Ostsee-Kanal. Der untere Teil der ElbmĂŒndung gehört deshalb zu den am stĂ€rksten befahrenen Wasserstraßen in Europa. Die ElbmĂŒndung war von offener See her frĂŒher durch fĂŒnf bis zu 45 m hohe Feuerschiffe markiert, die heute durch feste Seezeichen ersetzt sind. Große Schiffe werden mit Hilfe von Lotsen durch die Wasserstraße navigiert.

Die ElbmĂŒndung ist fĂŒr Schiffe bis 12,7 m Tiefgang tideunabhĂ€ngig befahrbar. Durch die Tiden lĂ€sst die Niederelbe fĂŒr einlaufende Schiffe einen Tiefgang bis 15,1 m bei Hochwasser zu.[28] Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes aktualisiert die Angaben bei Bedarf.[27]

Das Flussbett der MĂŒndung besteht hauptsĂ€chlich aus Feinsanden. Wegen der hohen Fließgeschwindigkeit sind in der Fahrrinne stĂ€ndige und zunehmende Unterhaltungsbaggerungen erforderlich, damit die Tiefe der Fahrrinne erhalten bleibt. Derzeit ist ein erneutes tieferes Ausbaggern der Elbe beantragt, was aber kontrovers diskutiert wird. Obwohl der MĂŒndungstrichter bis zu 15 Kilometer breit ist, bleibt dem Schiffsverkehr auch dort mit 400 m Breite nur eine relativ enge Fahrrinne; den Rest nehmen breite WattbĂ€nke wie der Medemsand ein. Auch Untiefen wie der Vogelsand sind fĂŒr die Schifffahrt gefĂ€hrlich.

Siehe auch

Literatur

  • Hugo von Bose: Allgemein-geographische und hydrotechnische Beschreibung der Elbe mit ihren ZuflĂŒssen. Rudolph & Dieterici, Annaberg 1852 (Digitalisat).
  • Rafaela von Bredow: Angriff aufs Auenland. In: Der Spiegel, Jg. 2005, Heft 50, ISSN 0038-7452 (Darstellung bestehender Ausbauplanungen).
  • Hans-Eckhard Dannenberg, Norbert Fischer und Franklin Kopitzsch (Hrsg.): Land am Fluss. BeitrĂ€ge zur Regionalgeschichte der Niederelbe. Stade 2006, ISBN 3-931879-20-8.
  • Ernst Paul Dörfler: Wunder der Elbe – Biografie eines Flusses. Stekovics, Halle an der Saale 2000, 2003, ISBN 3-932863-40-2.
  • M. Eckoldt (Hrsg.): FlĂŒsse und KanĂ€le. Die Geschichte der deutschen Wasserstraßen. DSV-Verlag, 1998.
  • Paul Th. Hoffmann: Die Elbe. Strom deutschen Schicksals und deutscher Kultur. Broschek & Co., Hamburg 1939.
  • Karl JĂŒngel: Die Elbe. Geschichte um einen Fluß. Tykve, Böblingen 1993, ISBN 3-925434-61-5.
  • Karl JĂŒngel: Die Elbe. Eine historische Bilderreise. Convent-Verlag, Hamburg 2001, ISBN 3-934613-24-1.
  • Hella Kemper: Elbschwimmer. Die RĂŒckkehr einer Badekultur. Murmann, Hamburg 2006, ISBN 3-938017-54-6.
  • Hansjörg KĂŒster: Die Elbe: Landschaft und Geschichte. C.H.Beck, MĂŒnchen 2007, ISBN 978-3-406-56209-9.
  • Internationale Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE): Die Elbe und ihr Einzugsgebiet – Ein geographisch-hydrologischer und wasserwirtschaftlicher Überblick. Magdeburg 2005 (Digitalisat)
  • Ćœivot Ƙeky: Die Elbe. Ein Lebenslauf. Labe. Nicolai, Berlin 1992, ISBN 3-87584-395-9.
  • Jörn Vanhöfen: Die Elbe. Foto-Bildband. Kiepenheuer, Leipzig 2000, ISBN 3-378-01047-9.
  • Bernd Wurlitzer: Riesengebirge. Marco Polo ReisefĂŒhrer. Mairs Geogr. Verlag, Ostfildern/Innsbruck 1997, ISBN 3-89525-449-5.
  • Der Elbstrom, sein Stromgebiet und seine wichtigsten NebenflĂŒsse. Eine hydrographische, wasserwirtschaftliche und wasserrechtliche Darstellung. Im Auftrage der deutschen Elbuferstaaten und unter Betheiligung des preußischen Wasser-Ausschusses hrsg. von der Königlichen Elbstrombauverwaltung zu Magdeburg; 4 BĂ€nde u. Atlas, Reimer, Berlin 1898.

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Elbe â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Elbe â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d e f GewĂ€ssersteckbrief-Elbe, Plan Hochwasservorsorge Dresden, 2010 Auf: dresden.de (pdf)
  2. ↑ a b c Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) Landesinterner Bericht zum Bearbeitungsgebiet Elbe/Hafen, Behörde fĂŒr Stadtentwicklung und Umwelt Hamburg, 2005 (pdf)
  3. ↑ a b Das Augusthochwasser 2002 im Elbegebiet Bundesanstalt fĂŒr GewĂ€sserkunde, 2002 (pdf)
  4. ↑ a b Nationaler GewĂ€sserbewirtschaftungsplan 2009 Bundesministerium fĂŒr Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Österreich, Wien 2010 (pdf)
  5. ↑ Hans Krahe: Unsere Ă€ltesten Flußnamen, S. 52 f., 101;
    Wolfgang Laur: GewĂ€ssernamen in Schleswig-Holstein. Ein Überblick, in: BNF, N.F., Bd. 16 (1981), S. 118
  6. ↑ Oliver H. Herde: Auf den Spuren des Pytheas von Massalia (Magisterarbeit), im Ortsnamenregister
  7. ↑ Julius Pokorny: Indogermanisches Etymologisches Wörterbuch unter albho-
  8. ↑ Hansjörg KĂŒster: Die Elbe. Landschaft und Geschichte, MĂŒnchen 2007, S. 36 f.
  9. ↑ a b c Verzeichnis E, Lfd.Nr. 9 der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  10. ↑ Martin Stock/Hans-Heiner Bergmann/Herbert Zucchi: Watt. Lebensraum zwischen Land und Meer, Heide 2007, S. 20 f.
  11. ↑ Eishochwasser 1784 auf undine.bfag.de
  12. ↑ Eishochwasser 1799 auf undine.bfag.de
  13. ↑ http://www.poh.cz/uvod/Ohre_de.htm
  14. ↑ http://lockes.npage.de/radtour_zum_weifberg_59747956.html
  15. ↑ FließgewĂ€sser im Elbeeinzugsgebiet (PDF)
  16. ↑ definiert nach geomorphologischen, bodenkundlich-geologischen und biogeografischen Kriterien gemĂ€ĂŸ Bundesamt fĂŒr Naturschutz, 1994
  17. ↑ Vattenfall: Europas grĂ¶ĂŸte Fischtreppe bei Geesthacht – Website
  18. ↑ Horst Stolzenburg: Fischpass in Geesthacht setzt MaßstĂ€be. In: Fisch und Fang : fischundfang.de, 11. Mai 2011
  19. ↑ Thomas Gaumert: Das Fischmonitoring am Elbestrom mit besonderen Hinweisen zum Wehr Geesthacht – Erkenntnisse aus 30 Jahren Überwachung. Vortrag bei der Fachtagung „Natur und Kultur in der Elbtalaue“ der BiosphĂ€renreservatsverwaltung NiedersĂ€chsische Elbtalaue am 13. November 2010 in Hitzacker
  20. ↑ RenĂ© Schwartz: Internationales Schadstoff-/Sedimentmanagement im Elbe-Einzugsgebiet. Vortrag bei der Fachtagung „Natur und Kultur in der Elbtalaue“ der BiosphĂ€renreservatsverwaltung NiedersĂ€chsische Elbtalaue am 13. November 2010 in Hitzacker
  21. ↑ G. Umlauf, G. Bidoglio, E.H. Christoph, J. Kampheus, F. KrĂŒger, D. Landmann, A.J. Schulz, R. Schwartz, K. Severin, B. Stachel, D. Stehr (2005); Acta Hydrochim. Hydrobiol. 33 (5), S. 543–554
  22. ↑ Friedensvertrag von Versailles, 28. Juni 1919. Kapitel III, Artikel 331
  23. ↑ Kunibert Wachten, Lehrstuhl und Institut fĂŒr StĂ€dtebau und Landesplanung der RWTH Aachen: Gutachten zu den visuellen Auswirkungen des ,Verkehrszuges WaldschlösschenbrĂŒcke‘ auf das UNESCO-Weltkulturerbe ,Elbtal Dresden‘, April 2006
  24. ↑ Pressemitteilung der Deutschen UNESCO-Kommission vom 25. Juni 2009
  25. ↑ Magdeburger Volksstimme, 21. September 2009
  26. ↑ Deutsche Umwelthilfe e.V.: Bericht zu einer aktuellen Studie ĂŒber zu erwartende Zunahmen von Niedrigwasserphasen
  27. ↑ a b elwis.de
  28. ↑ Bekanntmachung fĂŒr Seefahrer 93/07
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