Elektrofotografie

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Elektrofotografie
Einblick in einen Vollfarb-Laserkopierer.

Die Elektrofotografie (auch Elektro-Faksimileverfahren, kurz Elektrofaxverfahren, Xerografie, umgangssprachlich Fotokopie) erzeugt durch eine Abbildung beziehungsweise Belichtung eines Fotoleiters mit dem optischen Abbild einer Vorlage (zum Beispiel ein Dokument) ein latentes Bild aus elektrischen Ladungen, das nachfolgend dazu benutzt wird, selektiv einen Toner aufzutragen (Entwicklung) und ein Abbild (Kopie) der Vorlage, beispielsweise auf Papier, zu erzeugen.

Inhaltsverzeichnis

Verfahren der Elektrofotografie

Man unterscheidet direkte und indirekte sowie nasse und trockene Elektrofotografie. Die Nassverfahren nutzen als Entwickler eine Suspension aus einem aliphatischen Lösungsmittel mit geringer Dielektrizitätskonstante und dem Toner (siehe auch Nassabzugverfahren), während das Trockenverfahren ein Pulver verwendet.

Direktes Verfahren

Das direkte Verfahren nutzt eine Fotoleiterschicht auf dem Tr√§ger selbst (zum Beispiel Zinkoxid auf Papier); die Entwicklung erfolgt nass mit einer Suspension aus Toner in einer isolierenden Fl√ľssigkeit (z. B. Leichtpetroleum), oder auch mit Trockentoner.

Indirektes Verfahren

Das indirekte Nassverfahren nutzt wie die Xerografiegeräte eine fotoempfindliche Trommel, diese wird jedoch mit einer Toner-Suspension benetzt. Der haftende Toner wird direkt von dieser auf das Papier gebracht und muss zum Fixieren nur trocknen.

Trockenes Verfahren

Das heute ausschlie√ülich gebr√§uchliche indirekte, trockene Verfahren benutzt fotoempfindliche Trommeln oder B√§nder, deren Tonerbild nach der Entwicklung in Pulverform auf den Tr√§ger (Papier, Kopierfolie) √ľbertragen und dort thermisch fixiert wird. Das Verfahren arbeitet mit trockenem Toner, es wird daher auch Xerografie (griechisch f√ľr ‚Äětrocken schreiben‚Äú) genannt.

Matrizenverfahren mit fl√ľssiger Farbe

Bei der Risographie wird zuerst eine Matrize elektrofotografisch belichtet. Durch die dabei entstandenen feinen L√∂cher wird in der Folge die Druckfarbe aufs Papier √ľbertragen. Das Verfahren erlaubt kosteng√ľnstigen Massendruck mit hohen Auflagen, hoher Geschwindigkeit mit bis zu 180 Seiten pro Minute im Format DIN A3, im Vollfarbdruck oder mit 16 monochromen Farben und Papiergewichten im Bereich 40-400 g/m¬≤. [1]. Die Kopien bzw. Drucke sind mit differenzierten, durch Rasterung erzeugten Grauwerten herstellbar. Risographie zeichnet sich dadurch aus, dass die Farbe ohne Anwendung von Chemikalien oder Hitze aufs Papier gebracht wird. Der √∂kologische Vorteil wird von g√ľnstigen Verbrauchskosten begleitet.

Xerografie

Die Xerografie ist ein Verfahren zur Trockenkopie von meist einfarbigen Papiervorlagen (z. B. Akten), das in allen heute g√§ngigen Kopierger√§ten und Laserdruckern eingesetzt wird. Die Ergebnisse sind denen der Tintenstrahldrucker oder Verfahren mit Thermopapier (Thermokopierer, Thermodrucker) hinsichtlich Aufl√∂sung, Lichtechtheit und Best√§ndigkeit √ľberlegen.

Geschichte

Einer der Vorgänger des Kopiergeräts ist der Schapyrograph. Die Elektrofotografie jedoch ist ein von dem Amerikaner Chester F. Carlson zusammen mit seinem Assistenten Otto Kornei erfundenes Kopierverfahren.

Das Patent wurde am 27. Oktober 1937 angemeldet. Der erste erfolgreiche Versuch fand am 22. Oktober 1938 unter Zuhilfenahme einer mit einem Tuch elektrisch aufgeladenen Metallplatte, Schwefelpuder, staubfeinen B√§rlappsporen und einer Wachsplatte statt. Auf der ersten Fotokopie (Trockenkopie) stand 10.‚Äď22.-38 ASTORIA. Das war das Tagesdatum der ersten Fotokopie, der 22. Oktober 1938.

Dennoch kaufte die Haloid Company das Patent erst 1947 und brachte 1949 den ersten kommerziellen Kopierer auf den Markt. 1961 wurde die Haloid Company auf den Namen Xerox umbenannt. In Deutschland wurde die Lizenz an die englische Rank Group gegeben, daraus wurde die Firma Rank Xerox. Der Name Xerox Machine wird in englischsprachigen L√§ndern auch f√ľr das Kopierger√§t an sich verwendet.

Funktionsweise

Funktionsschema der Bildtrommel
Prozessschritte des elektrofotografischen Druckprozesses
Entwicklerwalze Gelb (Zweikomponententoner)

Das zentrale Element bei der Xerografie ist die Trommel, die mit einer lichtempfindlichen Beschichtung versehen ist, im Folgenden aktive Schicht oder Photoleiter genannt. Sie besitzt die Eigenschaft, im Dunkeln elektrisch nichtleitend zu sein, bei Lichteinfall dagegen Stromleitung zuzulassen. Bis etwa 1975 verwendete man amorphes Selen, heute werden amorphe organische Halbleiter, amorphes Silicium oder Arsentriselenid (As2Se3) verwendet.

Prozess

Corona-Aufladung der aktiven Schicht

Eine Serie von d√ľnnen Edelstahl- oder Wolframdr√§hten wird mittels einer Spannung von in der Regel 5kV positiv gegen√ľber der aktiven Schicht aufgeladen. Durch die hohe Spannung wird die Umgebungsluft ionisiert, positive Ionen (z. B. (H2O)nH+) werden zur aktiven Schicht (negativ geladen) gezogen, setzen sich dort ab und laden diese positiv auf, da sie im Dunkeln nicht leitf√§hig ist.

Belichtung

Die aktive Schicht auf der Walze bzw. dem flexiblen Band wird belichtet:

  • Beim Fotokopierer (bzw. Analogkopierer) wird die Vorlage mittels einer starken Lichtquelle (z. B. Halogenlampe) beleuchtet. Die Vorlage wird √ľber ein Objektiv auf die aktive Schicht abgebildet.
  • Beim Laserdrucker bzw. digitalen Kopierer wird das reflektierte Licht zun√§chst durch einen Zeilensensor aufgenommen, vergleichbar mit einem Scanner. Gegebenenfalls nach einer Bildbearbeitung wird das digitalisierte Druckbild mit einem Laser oder einer LED-Zeile auf den Photohalbleiter geschrieben (siehe Laserdrucker).

Durch den Lichteinfall werden in der aktiven Halbleiterschicht Ladungstr√§ger erzeugt (innerer fotoelektrischer Effekt). Die Ladungstr√§ger entladen an den belichteten Stellen die positiven Oberfl√§chenladungen zur elektrisch leitenden R√ľckseite (Aluminiumtrommel) ‚Äď das latente Bild besteht aus ladungsfreien Zonen.

Entwicklung

Der Toner wird m√∂glichst gleichm√§√üig an die belichtete Walze herangebracht, und zwar √ľberall hin, sowohl an die belichteten als auch an die unbelichteten, geladen gebliebenen Bereiche. Das geschieht mittels einer weiteren, ‚ÄěB√ľrste‚Äú genannten Walze, die magnetisch ist, wodurch der Toner (Zweikomponenten-Toner enthalten Eisenpartikel, Einkomponententoner sind selbst magnetisch) an ihr haftet, wobei sich die Partikel infolge der magnetischen Feldlinienrichtung wie Borsten aufstellen. Die Tonerpartikel (Durchmesser 3‚Äď15 ¬Ķm) werden an der Kontaktstelle zwischen den beiden Walzen aufgrund elektrostatischer Anziehung √ľbertragen und bleiben an den unbelichteten, also geladenen Stellen der Photoschicht haften (Wei√üschreiben oder Charged Area Development). Bei gleichnamiger Ladung des Toners k√∂nnen sie auch an den zuvor belichteten, also entladenen Stellen haftenbleiben (Schwarzschreiben oder Discharged Area Development).

Bei der sogenannten Jumpentwicklung wird der Toner mit Hilfe einer Walze nur in die N√§he des Photoleiters transportiert. Den verbleibenden Luftspalt √ľberspringt (engl. to jump) der Toner dann aufgrund der elektrostatischen Anziehung. Der Vorteil dieser Methode gegen√ľber der B√ľrstenentwicklung ist, dass die B√ľrste den schon entwickelten Toner nicht wieder verwischt und dass die Bildtrommel weniger verschlei√üt. Einkomponententoner werden bei nahezu allen g√ľnstigen Kartuschensystemen angewendet; die Partikel landen komplett auf der Trommel und dem Tr√§ger.

Bei Zweikomponententoner bleibt die magnetische Komponente zur√ľck, nur die Tonerpartikel werden verbraucht.

Transfertrommel

Toner-Transfer

Das Tonerbild muss von der Trommel auf das zu bedruckende Medium (Papier oder Kopierfolien) √ľbertragen werden. Dazu wird eine zweite Ladungsquelle (Trommel oder Band) verwendet, die st√§rker (i. d. R. mit 15 kV) geladen ist als die Trommel und entsprechend den Toner anzieht. Wird der Bedruckstoff an dieser Stelle zwischen beiden hindurchgef√ľhrt, geht der Toner auf diesen √ľber.

Fixierung

Um das Bild haltbar zu machen, muss es fixiert werden, d. h. √ľblicherweise durch zwei geheizte Walzen (bei manchen Ger√§ten auch durch eine Heizkammer ohne Druck) gef√ľhrt, wodurch die Tonerteilchen schmelzen und sich fest mit dem Bedruckstoff verbinden.

Um zu verhindern, dass der Toner an den Fixierwalzen haften bleibt, sind diese entweder aus einem speziellen Material (z. B. Teflon) oder werden mit einer hauchd√ľnnen √Ėlschicht aus Fixier√∂l (i. d. R. Silikon√∂l) √ľberzogen. Letzteres Verfahren wurde vor allem bei Vollfarbsystemen eingesetzt, da es bei diesen Ger√§ten zu einem dicken Farbauftrag kommen kann und man elastische Walzen (Gummi) verwenden muss. Zudem war der Glanz, den das Fixier√∂l hinterl√§sst, bei einigen Druckerzeugnissen durchaus erw√ľnscht. Bei neueren Ger√§ten wird ein elastischer Kunststoff verwendet, der das Fixier√∂l √ľberfl√ľssig macht. Das bei √§lteren SW-Ger√§ten eingesetzte Fixieren mittels starker Lichtblitze ist zwar ein ideales ber√ľhrungsloses Verfahren, wird jedoch wegen der fehlenden Eignung f√ľr Farb-Ger√§te heute nicht mehr verwendet. Das gel√§ufigste Verfahren benutzt eine Heizwalze und eine Presswalze. Die Fixiertemperatur betr√§gt zwischen 165 und 190 ¬įC. Die Fixierung ist bestimmend f√ľr die Haltbarkeit der Kopie. Die Lebensdauer der Heizquelle (z. B. eine Halogengl√ľhlampe in Stabform im Inneren einer Walze) kann 50.000 bis 500.000 Kopien betragen.

Vollentladung und Reinigung

Nachdem der Toner auf das Medium √ľbertragen ist, muss die verbliebene Ladung der Trommel vor dem n√§chsten Laden und Belichten entfernt werden. Das geschieht durch Vollbelichtung (stabf√∂rmige Lichtquelle) und elektrisches Abstreifen der Ladungen.

Zum Schluss wird die Trommel mit einem Abstreifer oder einer B√ľrste von etwaigen Tonerr√ľckst√§nden befreit. Der Resttoner wird in einen im Ger√§t eingebauten Beh√§lter entsorgt. Bei einigen Ger√§ten wird der Toner auch recycelt und dem Entwicklungsprozess wieder zugef√ľhrt.

Anforderungen

Die Anforderungen an die aktive Schicht der Trommel sind recht hoch: Sie muss eine geringe Dunkelleitf√§higkeit zusammen mit einer hohen Lichtempfindlichkeit aufweisen. Bei der Belichtung muss sie kurzzeitig im Bereich geringer lateraler Abst√§nde eine hohe Leitf√§higkeit aufweisen, sonst ginge die Aufl√∂sung bzw. Sch√§rfe verloren. Sie muss mechanisch stabil sein und die Einfl√ľsse von Ultraviolettstrahlung und Ionen bzw. Radikalen ertragen.

Lebensdauer

Trommeln k√∂nnen aus verschiedene Materialien hergestellt werden, OPC (Organic Photo Conductor zu deutsch: organischer Foto-Leiter)- oder a-Si (amorphes Silizium)-Trommel. Die Lebensdauer dieser Trommeln ist begrenzt. Die Hersteller geben eine ungef√§hre Anzahl der m√∂glichen Abz√ľge an. W√§hrend OPC-Trommeln eine Laufzeit von 25.000 bis 60.000 Seiten aufweisen, sind f√ľr aSi-Trommeln Laufzeiten von 1 Millionen bis zu 5 Millionen m√∂glich. OPC-Trommeln werden haupts√§chlich in B√ľroger√§ten verwendet, w√§hrend aSi-Trommeln h√§ufig in Produktionsanlagen zu finden sind, wie sie zum Beispiel Telekommunikationsfirmen zum Drucken ihrer Rechnungen verwenden.

Die Anzahl der Abz√ľge ist jedoch nur ein Idealwert ‚Äď das Alter und vor allem die Nutzungsart sind ebenfalls entscheidend: Wird ein Kopierer oder Laserdrucker nur bei Bedarf eingeschaltet und werden dabei nur wenige Drucke get√§tigt, so sinkt die Anzahl der m√∂glichen Kopien. Abrasive F√ľllstoffe im Papier oder andere mechanische Besch√§digungen (z. B. beim Herausziehen verklemmter Seiten) k√∂nnen die fotoempfindliche Schicht dauerhaft aufrauen oder zerkratzen.

Dauerhaftigkeit

Xerographien sind im Gegensatz zu Tintenstrahl- oder Thermodrucken sehr dauerhaft und vor allem lichtecht. Der Toner haftet jedoch nur oberflächlich und kann wieder vom Träger entfernt werden. Manchmal geschieht das im Lauf der Jahre von selbst. Der Toner kann sich auch an Knickstellen ablösen. Inzwischen gibt es Polymertoner mit feineren und gleichmäßiger geformten Partikeln. Dieser platzt an den Falzkanten nicht mehr ab.

Beidseitig bedruckte Papiere k√∂nnen aneinander haften, in Klarsichth√ľllen bleibt manchmal ein Teil des Toners haften.

Verschiedene Gutachten bescheinigen den Xerografien bzw. Laserdrucken eine Archivfestigkeit von √ľber 50 Jahren. Nasskopien halten angeblich l√§nger als Xerografien ‚Äď bei diesen inzwischen nicht mehr gebr√§uchlichen Erzeugnissen haben sich keine Lebensdauerbeschr√§nkungen feststellen lassen.

Grenzen des Verfahrens

Aufgrund der optischen Abtastung der Vorlage ist die Abbildungsqualit√§t und die Aufl√∂sung des Zeilensensors bzw. der Trommel entscheidend f√ľr die Aufl√∂sung. Im Bereich von Grauwerten mit unter 10 % Farbdeckung zeigen selbst hochwertige Ger√§te Schw√§chen in Form von Rauschen oder sogenannten Schmutzeffekten. Die Homogenit√§t, die Graduierung sowie die Farbtreue sind in den letzten Jahren verbessert worden, anderen Reproduktionsverfahren jedoch unterlegen.

Vor allem bei Farbsystemen setzen die verwendeten Farbpigmente Grenzen, da die verschiedenfarbigen Toner alle den gleichen hohen Anforderungen gen√ľgen m√ľssen, die nicht unbedingt mit einem guten Druckergebnis vereinbar sind.

Bei Digitalisierung ist es möglich, Halbtonbilder so aufzubereiten, dass wie bei anderen Druckverfahren feinstrukturierte Flächen gedruckt werden. So können auf Kosten der Auflösung Flächen mit geringer Farbdeckung sicherer gelingen.

Gesundheitsgefährdung

Xerox-Kopiergeräte benutzen ebenso wie Laserdrucker Trockentoner, der ein schwarzes Farbpigment Ruß und bei bestimmten Sorten Schwermetalle wie Blei und Cadmium enthält, mithin also gesundheitsschädlich sein kann.

Das Problem dabei ist nicht nur die Tonerzusammensetzung, sondern auch seine (erw√ľnschte) Feinheit. Das Tonerpulver hat zwar Partikelgr√∂√üen oberhalb des lungeng√§ngigen Feinstaubes, lagert sich aber dennoch in den Bronchien ab, da es nicht einfach durch Abhusten wieder entfernt werden kann: Toner ver√§ndert bereits bei K√∂rpertemperatur seinen Zustand und verklebt unter Umst√§nden mit den Schleimh√§uten. Tonerschadstoffe k√∂nnen damit dauerhaft und direkt auf die Schleimh√§ute, insbesondere der Atemwege oder auf die Haut wirken.

Toner wird nicht nur eingeatmet, sondern durch Kontaminationen auch unbeabsichtigt geschluckt. Besonders Besch√§ftigte im Bereich des Service, Refill und Recycling sind naturgem√§√ü √ľber lange Zeit den Schadstoffen ausgesetzt.

Die zur Ladungserzeugung eingesetzten Koronaentladungen (Corona-Draht) erzeugen Ozon: Im Bereich der hohen Feldst√§rken wird die Umgebungsluft ionisiert, wobei u. a. Ozon entsteht. Ozon ist gesundheitssch√§dlich und erzeugt seinerseits ebenfalls sch√§dliche freie Radikale aus anderen Stoffen. Die meisten solcher Ger√§te besitzen jedoch Ozonfilter aus Aktivkohle, welche einen gro√üen Teil der Schadstoffe entfernen.

Komplett ozonfrei arbeiten Druckwerke, die die Bildtrommel mit Hilfe einer Ladungsrolle laden. Diese steht in direktem Kontakt mit der Bildtrommel, es ist keine Koronaentladung erforderlich und somit entsteht kein Ozon.

Kopieren von Urkunden oder Geldscheinen

Das Anfertigen von Kopien bestimmter Urkunden oder g√ľltiger Geldscheine ist bei Strafandrohung verboten. Die Hersteller haben teilweise Funktionen implementiert, die solche Kopien unterbinden oder erschweren.

Nachdem die Bilddaten f√ľr den Druck aufbereitet wurden (RIP), werden sie noch einmal auf bestimmte Muster hin untersucht, wie sie nur auf Geldscheinen oder bestimmten Urkunden verwendet werden. Wird ein solches Muster entdeckt, dann gibt es verschiedene M√∂glichkeiten zu reagieren. Viele Ger√§te drucken anstatt der Kopie eine schwarze Fl√§che, verf√§lschen die Farben oder √ľberziehen das Dokument mit dem deutlichen Aufdruck ‚ÄěKopie‚Äú. Andere Ger√§te t√§uschen einen Ger√§tefehler vor und verlangen nach dem Kundendienst.

Eindeutige Identifizierbarkeit (Zuordnung jeder Kopie zum benutzten Kopiergerät)

Einige Hersteller von Kopierger√§ten hinterlegen elektronische Kennungen (z. B. den Machine Identification Code) auf den Kopien. Das geschieht beispielsweise, indem ein definiertes Bitmuster weitr√§umig verteilt in der Farbe Gelb bei Farbger√§ten und bei Schwarz-Wei√ü-Ger√§ten als schwache T√∂nung auf den Tr√§ger aufgebracht wird.

Bei einem Hersteller ist die Seriennummer des Ger√§tes auf der R√ľckseite der Glasplatte nahezu unsichtbar einge√§tzt und wird bei jedem Kopiervorgang mit erfasst.

Diese Ma√ünahmen erm√∂glichen Herstellern und Ermittlungsbeh√∂rden, auf das Kopierger√§t selbst, den Standort und evtl. sogar auf die die Kopie anfertigende Person zu schlie√üen. Datensch√ľtzer und Aktivisten sehen darin demokratisch zugesicherte B√ľrgerrechte gef√§hrdet (z. B. durch die einfache M√∂glichkeit zur Aufdeckung von Presseinformanten).

Zuverlässigkeit

Fotokopierger√§te sind sehr zuverl√§ssig, jedoch nicht wartungsfrei. Aufgrund des feinen Tonerpulvers ist ein Gro√üteil der Ausf√§lle auch heute noch auf Verschmutzungen zur√ľckzuf√ľhren. Technisch bedingt sind die Ger√§te nicht vollst√§ndig hermetisch abgeschlossen, so dass sich oft Tonerpulver auf der Belichtereinheit niederschl√§gt.

Das Transportsystem eines Kopierers besteht aus Gummi-Walzen, welche altern können und dann entweder regeneriert oder ausgetauscht werden.

Analoge und digitale Kopiertechnik

Kopierer k√∂nnen in analoge und digitale Kopierer eingeteilt werden. Bis etwa Mitte der 1980er Jahre wurden ausschlie√ülich analoge Kopierer hergestellt. Seit dieser Zeit werden immer mehr digitale Kopierer entwickelt, der analoge Kopierer ist etwa seit dem Jahr 2000 von digitalen Kopierern verdr√§ngt worden; analoge Kopierer werden inzwischen nicht mehr hergestellt. Ausnahmen hiervon sind kleine A4-Kopierer f√ľr den pers√∂nlichen Bedarf mit einer Geschwindigkeit von ca. 4 A4-Kopien pro Minute. Diese werden von einigen Herstellern weiterhin produziert (Stand: April 2011).

In analogen Kopierern erfolgt die Entwicklung der Trommel direkt vom Original √ľber ein Objektiv und Spiegel, das Abbild der Vorlage wird optisch auf der Trommel abgebildet. Belichtung und Entwicklung laufen synchron in einem Ger√§t. Der digitale Kopierer besteht dagegen aus zwei getrennten Einheiten, dem Scanner und dem Druckwerk. In der Regel werden diese Einheiten jedoch wie bei einem analogen Kopierer in einem Ger√§t untergebracht. Bei einem digitalen Kopierer wird die Vorlage mit dem Scanner digitalisiert und in einem Speicher (RAM oder auch Festplatte) zwischengespeichert. Das hier gespeicherte Bild der Vorlage wird anschlie√üend elektronisch an das Druckwerk (Laserdruckwerk) √ľbertragen und ausgedruckt.

Ein Vorteil der Digitaltechnik liegt darin, dass Seiten aus dem Zwischenspeicher mehrfach kopiert werden k√∂nnen, ohne dass die Vorlage erneut belichtet werden muss. Zudem k√∂nnen neben dem reinen Kopieren zus√§tzliche Funktionen wie Drucken, Faxen, Scannen und das elektronische Versenden der Vorlagen per E-Mail oder in Netzwerkverzeichnisse angeboten werden. Ein weiterer Vorteil ist die M√∂glichkeit der Zwischenbearbeitung einer Kopie im Ger√§t. Die hier am h√§ufigsten eingesetzte Funktion ist die Kantensch√§rfung f√ľr Schriften, die das bei analogen Systemen bekannte Problem der Randunsch√§rfen eliminiert und insbesondere bei Schriftst√ľcken eine erhebliche Verbesserung der Qualit√§t bedeutet.

Der wichtigste Vorteil ist jedoch die kompaktere und preisg√ľnstigere Bauweise, da keine Optiken, Blenden und Spiegel im verschmutzungsgef√§hrdeten Bereich zwischen Belichtereinheit und Trommel sein m√ľssen. Die Abtastung muss √ľberdies nicht zeitsynchron zur Entwicklung laufen.

Die digitale Kopiertechnik kann Halbtonwiedergaben sicherer machen, indem statt einer Fl√§che mikroskopisch kleine Strukturen gedruckt werden. Das sowie die m√∂glicherweise nicht ausreichend genaue Digitalisierung und die Kantensch√§rfung kann bei Halbtonvorlagen unerw√ľnscht bzw. st√∂rend sein.

Zusatzfunktionen von Kopierern

Je hochwertiger ein Kopierer ist, desto mehr Zusatz-Komponenten werden in der Regel mitgeliefert. Bei anderen Modellen können sie oft als Option erworben werden:

  • Der Originaleinzug (ADF, Automatic Document Feeder) erm√∂glicht das automatische Kopieren von Vorlagen mit mehreren Seiten. Das Pad zum Separieren der Seiten besteht meist aus Gummi und Kork. Dieses Trenn-Gummi altert. Wird es nicht gereinigt und regeneriert oder ausgetauscht, sind Einzugsfehler die Folge. Der Originaleinzug positioniert eine Seite auf dem Vorlagenglas wo sie belichtet wird. Anschlie√üend wird die Seite vom Vorlagenglas entfernt und die n√§chste Seite der Vorlage vom Originaleinzug auf dem Vorlagenglas positioniert. Originaleinz√ľge mit Originalwendung (RADF, Recirculating Automatic Document Feeder) k√∂nnen auch die R√ľckseite einer Seite der Vorlage automatisch auf das Vorlagenglas positionieren.
  • Die Duplexeinheit erm√∂glicht das automatische Bedrucken der R√ľckseite der Kopien. Mit Nutzung dieser Funktion kann der Papierverbrauch gegen√ľber dem einseitigen Kopieren halbiert werden.
  • Papiervorrat: Papier wird in Kassetten und Magazinen vorgehalten
    • In Kassetten k√∂nnen normalerweise Papiergr√∂√üen von DIN A5 bis DIN A3 oder auch A3+ (√úberformat) vorgehalten werden. Die Kassetten werden als Universalkassetten bezeichnet, wenn sie sich auf die verschiedenen Papierformate einstellen lassen. Die Kapazit√§t einer Kassette liegt bei ca. 500‚Äď550 Blatt Papier. Sogenannte Gro√üraummagazine beinhalten einen Papiervorrat von bis zu 5000 Blatt.
    • Papiermagazine sind normalerweise f√ľr das A4-Format vorgesehen. Bei Produktionssystemen sind auch Magazine f√ľr DIN A3 verf√ľgbar. In der Regel lassen sich Magazine nicht auf ein anderes Papierformat einstellen. Die Kapazit√§t eines Magazins liegt bei ca. 2.500 bis zu 4.000 Seiten.
  • Finisher und Sorter dienen zur Aufnahme der fertigen Kopien oder Drucke. Bei digitalen Kopierern wird die Ausgabeeinheit als Finisher bezeichnet, bei analogen Kopierern als Sorter. In Finishern und Sortern werden die Kopien automatisch nach Dokumenten und Seiten sortiert abgelegt. Bei vielen Finishern und Sortern k√∂nnen die sortierten Stapel auch geheftet und/oder gelocht werden, die Kopiens√§tze d√ľrfen dabei bis zu 50 oder 100 Seiten umfassen. Des Weiteren k√∂nnen Finisher mehrseitige Brosch√ľren erstellen. Daf√ľr werden die fertig gedruckten Seiten in der Mitte gefalzt und getackert. M√∂gliche Formate sind A5-Brosch√ľren (1/2 DIN A4-Seite) und DIN A4-Brosch√ľren (1/2 DIN A3-Seite).
  • Die Lochereinheit erm√∂glicht das Lochen der Kopien. Die Kopien werden einzeln gelocht, so dass es keine Beschr√§nkung bei der Seitenzahl (bzw. St√§rke) eines Kopiensatzes gibt. Die Lochereinheit kann bei vielen Kopierermodellen zwischen den verschiedenen Standards umgeschaltet werden, so dass die Lochung nach ISO-Standard 838 und nach der 4-Loch Erweiterung von ISO-Standard 838 m√∂glich ist. Die schwedische Lochung wird in der Regel in einer separaten Lochereinheit angeboten, die kein Umschalten zu den vorab genannten Standards erm√∂glicht.
  • Die Druckfunktion erm√∂glicht das Drucken von Dokumenten aus einem PC. Die Dokument-Dateien werden oft √ľber ein Netzwerk entgegengenommen und f√ľr den Druck als Rastergrafik aufbereitet.
  • Die Faxfunktion arbeitet wie ein herk√∂mmliches Faxger√§t. Dokumente werden √ľber das Vorlagenglas eingelesen und √ľber einen Telefonanschluss an die Gegenstelle √ľbertragen. Es k√∂nnen auch Faxe empfangen und ausgedruckt werden.
  • Die Scanfunktion erm√∂glicht das elektronische Versenden (Scan2Mail/Scan-to-Mail) oder Speichern (Scan2HDD/Scan-to-HDD, Scan2Folder/Scan-to-Folder od. Scan2USB/Scan-to-USB) der abgetasteten Vorlage.

Dateiformate:

Die meist zum Einsatz kommenden Dateiformate sind PDF, TIFF oder JPG.

Funktionsvarianten:

Bei Scan2Me (Scan-to-Me) handelt es sich um einen Oberbegriff f√ľr die Scan-Funktionen von Kopierern oder Multifunktionsger√§ten, bei der gescannte Dokumente zum Benutzer √ľbertragen werden. Scan2Me wird durch Funktionen wie Scan2Mail oder Scan2Folder realisiert.

Bei Scan2Folder (Scan-to-Folder) werden gescannte Dokumente an eine Netzwerkfreigabe SMB oder einen FTP-Server √ľbertragen.

Bei Scan2DMS (Scan-to-DMS) werden gescannte Dokumente direkt an ein DMS (Dokumentenmanagementsystem) √ľbertragen, dabei kommt oft zus√§tzlich eine Software zur Texterkennung (OCR) zum Einsatz.

Bei Scan2Mail (Scan-to-Mail) werden gescannte Dokumente als Anhang an eine E-Mail-Adresse √ľbertragen werden. Gr√∂√üere Ger√§te k√∂nnen selbst versenden, kleinere Ger√§te ben√∂tigen einen externen Computer, der das √ľber einen dort installierten E-Mail-Client vornimmt.

Bei Scan2USB (Scan-to-USB) werden gescannte Dokumente auf ein angeschlossenes USB-Massenspeicherger√§t (USB-Stick oder USB-Festplatte) gespeichert. Die Datentr√§ger werden √ľber eine am Ger√§t vorhandene USB-Schnittstelle (Typ A) verbunden. Die Formatierung des Datentr√§gers ist derzeit meist noch auf FAT oder FAT32 beschr√§nkt.

Bei Scan2HDD (Scan-to-HDD) werden gescannte Dokumente auf eine interne Festplatte (oft auch als Dokumenten-Server bezeichnet) gespeichert. Die Dokumente k√∂nnen zur weiteren Verwendung meist √ľber ein Webinterface als Datei heruntergeladen werden. Die Verwaltung, also das Verschieben, Umbenennen oder L√∂schen erfolgt ebenfalls √ľber das Webinterface. Im Gegensatz zu Scan2USB wird f√ľr die interne Festplatte meist ein eigenes, oft auch verschl√ľsseltes Format verwendet, so dass eine Verwendung au√üerhalb des Ger√§tes nicht m√∂glich ist (Datenschutz).

Literatur

  • R. Schaffert: Electrophotography. Focal Press, 1975
  • R. Hoffmann: Modeling and Simulation of an Electrostatic Image Transfer. Shaker-Verlag, 2004. ISBN 3-8322-3427-6

Weblinks

 Commons: Photocopiers ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ FAQ auf risoprint.de
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