Engelkurve

In der Mikroökonomie ist die Engel-Kurve die Darstellung der Nachfrage eines oder mehrerer Haushalte nach einem Gut in Abhängigkeit von der Höhe des Einkommens. Sie wird aus der Einkommens-Konsum-Kurve hergeleitet. Aus ihrem Verlauf lässt sich erkennen, ob es sich bei dem Gut um ein superiores (ansteigend) oder inferiores (fallend) Gut handelt.

Drei Fälle der Engelkurve

Das Engelsche Gesetz besagt, dass die Nachfrage nach Nahrungsmitteln mit steigendem Einkommen zunimmt, der Anteil der Nahrungsmittelausgaben am Einkommen aber abnimmt (Einkommenselastizität kleiner eins), das heißt die Engel-Kurve für Nahrungsmittelausgaben zeigt einen unterproportional steigenden Verlauf. Es bildet damit das mikroökonomische Gegenstück zu John Maynard Keynes' fundamental psychologischem Gesetz in der Makroökonomie (absolute Einkommenshypothese, keynesianische Konsumfunktion).

Es können (Siehe Grafik) vier Fälle unterschieden werden:

  • Bei einem inferioren Gut knickt die Kurve (in der Grafik bei Punkt A) nach unten weg und hat ab einem bestimmten Punkt eine negative Steigung.
  • Ist die Kurve eine Gerade durch den Ursprung, so steigt die Nachfrage proportional zum Einkommen und die Elastizität E ist gleich eins.
  • Für die Fälle eines unterproportionalen Nachfrageanstiegs gilt 0<E<1
  • Für Luxusgüter, deren Nachfrage überproportional zum Einkommen ansteigt, gilt E>1

Benannt ist die Engel-Kurve nach dem Statistiker Ernst Engel.

Siehe auch: Einkommenseffekt

Dieser Text basiert ganz oder teilweise auf dem Mikroökonomie-Glossar von Professor Wilhelm Lorenz und ist unter GNU-FDL lizenziert.

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