Englischer Bürgerkrieg von 1135 bis 1154


Englischer Bürgerkrieg von 1135 bis 1154

Der Englische Bürgerkrieg von 1135 bis 1154, im Englischen einfach The Anarchy genannt, war ein Thronfolgestreit in der Regierungszeit des englischen Königs Stephan.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Heinrich I von England

Stephan von Blois war ein Enkel mütterlicherseits von Wilhelm dem Eroberer und der Lieblingsneffe des Königs Heinrich I. (regierte 1100–1135), dessen einziger ehelicher Sohn William Ætheling am 25. November 1120 beim Untergang des White Ship umgekommen war. Heinrich heiratete kurz darauf, Anfang 1121, ein zweites Mal, machte dann, als diese Ehe kinderlos blieb, seine Tochter Matilda zur Thronerbin. Sie war die kinderlose Witwe des deutschen Kaisers Heinrich V. († 1125) und wurde daher in England Empress Maud genannt. Heinrich zwang seine Barone, darunter auch den späteren König Stephan, mehrmals (1. Januar 1127, 8. September 1131 und 2. August 1133), ihr Treue zu schwören, obwohl in England bis zu diesem Zeitpunkt niemals eine Frau Herrscherin aus eigenem Recht gewesen war. Mathilde heiratete darüber hinaus am 17. Juni 1128 Gottfried Plantagenet, den Erbgrafen von Anjou. Die Aristokratie der Normannen lehnte aber mehrheitlich eine künftige Herrschaft Gottfrieds ab, da die Angeviner schon lange die Hauptgegner der Normannen in Nordfrankreich waren. Diese Hochzeit verstärkte daher die Abneigung des Adels gegen Mathilde.

1135: Die Usurpation

Heinrichs Neffe Stephan von Blois, der spätere König Stephan


Nach Heinrichs Tod am 1. Dezember 1135 eilte Stephan nach England. Er nutzte dabei die Abwesenheit Mathildes sowie die Vorbehalte der Barone gegen die Herrschaft einer Frau und gegen deren Gatten aus. Stephan zog in London ein, deren Stadtbevölkerung er durch Verleihung großzügiger Privilegien gewann. Die Londoner Bürger sahen die Königswahl als ihr altes Recht an und ernannten Stephan zum König.

Dann ging Stephan nach Winchester, wo er sich mit Hilfe seines jüngeren Bruders Heinrich von Blois, der dort Bischof war, die Burg, den Staatsschatz und auch sehr bald die Unterstützung bedeutender Prälaten sicherte. Zu diesen hochrangigen Geistlichen zählten vor allem der Erzbischof von Canterbury, Wilhelm von Corbeil, der Chief Justiciar und Bischof von Salisbury, Roger, sowie die Neffen des Letzteren, der Bischof von Lincoln und der Bischof von Ely. Anfangs sträubte sich der Erzbischof von Canterbury wegen seines früher Mathilde geleisteten Eides, Stephan zu krönen, ließ sich aber schließlich durch das Argument überzeugen, dass dieser Schwur unter Zwang erfolgt sei. Außerdem behaupteten Stephans Anhänger, dass Heinrich I. kurz vor seinem Tod aus Enttäuschung über seine Tochter seine Eidesforderungen bereut habe.

So konnte sich Stephan noch am 22. Dezember 1135 in Winchester durch Wilhelm von Corbeil zum neuen König krönen lassen. Die Barone stimmten der Usurpation mehrheitlich zu und huldigten ihm am 22. März 1136 in Westminster Abbey. Im April 1136 fand eine Synode in Oxford statt, auf der Stephan dem Klerus wichtige Zugeständnisse machte und auch die Huldigung von Mathildes Halbbruder Robert von Gloucester erreichte, der ein unehelicher Sohn des verstorbenen Königs Heinrich I. war.

Die Prälaten Englands hatte Stephan u. a. mit der Bestätigung der Freiheiten der Kirche sowie dem Abstellen von Missbräuchen wie dem Heimfallrecht des beweglichen Erbes verstorbener Bischöfe gewonnen, und mit vielen weltlichen Fürsten hatte der neue König Individualverträge geschlossen und ihnen darin im Gegenzug für ihre Unterstützung große Konzessionen gemacht.

Am 11. Dezember 1136 erhielt Stephan auch die Zustimmung von Papst Innozenz II. (der durch seinen Kampf gegen seinen Konkurrenten Anaklet II. anderweitig gebunden war), der ihn als Stephan, König von England anredete. Diese Legitimation durch die höchste geistliche Autorität war insbesondere deshalb sehr wichtig, damit Stephan und die englischen Barone nicht des Eidbruchs bezichtigt werden konnten.[1]

1136–1144: Der Krieg in der Normandie

1136–1138

Mathilde und ihr Ehemann Gottfried Plantagenet gaben der Eroberung der Normandie als Nachbarland des Anjou Priorität. Die zu Mathildes Mitgift gehörigen normannischen Grenzfestungen Argentan, Exmes und Domfront erkannten die Herrschaft der Kaiserin an. Im sicheren Argentan brachte Mathilde am 22. Juli 1136 ihren dritten Sohn von Gottfried, William FitzEmpress, zur Welt. Im September 1136 belagerte Gottfried Le Sap, wurde aber verwundet. Im nächsten Monat führte Mathilde Hilfstruppen zur Unterstützung ihres Gatten heran, doch das Paar konnte die Festung nicht einnehmen. Es gelang dem Grafen von Anjou auch nicht, die Unterstützung der Adeligen des Cotentin oder der Haute-Normandie zu gewinnen, wo Galéran de Beaumont, der Graf von Meulan und Schwiegersohn Stephans, den Widerstand anführte.

Zu den Anhängern Mathildes gehörte der aus England verbannte Balduin von Redvers, 1. Graf von Devon, der die Umgebung von Bricquebec von seiner Burg Néhou aus kontrollierte. Unterstützung erhielt Mathilde auch von ihrem Halbbruder Reginald von Dunstanville, 1. Graf von Cornwall.

Am 25. Februar 1137 ging Stephan in Frankreich an Land, um durch seinen Sohn Eustace dem französischen König Ludwig VI. für die Normandie zu huldigen. Er konnte aber auf einem Feldzug in der Normandie keine größeren Erfolge gegen seine Rivalen erzielen. Im Juli musste er daher mit Anjou einen zweijähriger Waffenstillstand vereinbaren und ergebnislos nach England zurückkehren, wo er rebellische Barone zu bekämpfen hatte.

Unterdessen fielen Mathildes Anhänger Balduin von Redvers, Reginald von Dunstanville und Onfroy II. von Bohun ins Cotentin ein, das vom Vicomte Roger von Saint-Sauvour für König Stephan verteidigt wurde. Nach Rogers Tod fiel ein Großteil des Cotentin in die Hände der Partei der Kaiserin.

Ostern 1138 wechselte Robert von Gloucester ins Lager seiner Halbschwester über. Er verstärkte deren Position am Kontinent entscheidend; hatte er doch bereits die Burgen von Caen und Bayeux, sowie das Bistum Bayeux in seiner Hand (wo sein Sohn Richard Bischof war) und brachte auch das Bessin mit auf Mathildes Seite. Als Reaktion traten nun Galéran IV. von Meulan und Wilhelm von Ypern, der Befehlshaber der Söldner, in den Kampf ein. Gottfried von Anjou zog sich in sein Heimatland zurück. Stephans Anhänger griffen Caen an, konnten es nicht eroberten und begnügten sich mit der Plünderung des Umlandes.

1141–1144

1141 griff Gottfried Plantagenet die Normandie an. Er eroberte die Burgen Le Teilleul und Saint-Hilaire-du-Harcouët in der Grafschaft Mortain, Falaise und Lisieux, verwüsteten Le Perche und drangen ins Vexin ein. Gleichzeitig wurden Coutances und Saint-Lô belagert. Mit der Gefangennahme Stephans (siehe unten) ging die Normandie dann ganz an Mathilde und Gottfried über.

Im Juli 1142, als Stephan wieder auf dem Thron saß, und in England ein Waffenstillstand galt, traf er sich mit Plantagenet in Caen. Am 3. April 1143 starb der Anjou-freundliche Bischof von Bayeux Richard von Gloucester; Bayeux ging an Philippe d’Harcourt, einem Gefolgsmann Stephans, dem Gottfried die Einnahme seines Sitzes verweigerte. Im selben Jahr starb Gottfrieds Vater Fulko V., wodurch Gottfried Plantagenet Graf von Anjou und Maine wurde. Am 19. Januar 1144 eroberte er Rouen und ließ sich am Tag darauf in der Kathedrale als Herzog von Normandie inthronisieren. Die Garnison auf der Burg von Rouen ergab sich erst drei Monate später. Er huldigte Ludwig VII. von Frankreich und trat ihm die Burg Gisors ab.

Als Gottfried Philippe d'Harcourt dann das Bischofsamt in Bayeux zugestand, trat in der Normandie Frieden ein. 1147 und 1148 flammte der Konflikt um Bayeux noch einmal auf, aber jetzt stellte Gottfried gemeinsam mit dem Bischof den Frieden wieder her.

Gottfried Plantagenet starb wenig später, 1151, sein und Mathildes Sohn Heinrich II. (* 1133) wurde Herzog der Normandie, Graf von Anjou und Maine.

1138–1141: Der Krieg in England

1138

Nachdem Robert von Gloucester Ostern 1138 die Seiten gewechselt hatte, beschlagnahmte Stephan dessen gesamten Besitz, darunter vor allem die wichtige Festung Bristol, die aber von Philipp, dem ältesten Sohn Roberts verteidigt wurde. Stephan zögerte, die Stadt Gloucester anzugreifen, wandte sich stattdessen gegen Hereford, das sich unterwarf.

Vom 22. bis 27. August 1138 belagerte Stephan Shrewsbury, das von William Fitz-Alan, einem Neffen Robert von Gloucesters verteidigt wurde. Der Ort hielt eine Woche stand, bis William Fitz-Alan die Flucht ergriff.

Mathildes größte Hoffnung, ihr Onkel, der schottische König David I., fiel – angeblich zu ihrer Unterstützung – in Northumberland ein, wurde aber nach einigem Geplänkel von Thurstan, dem Erzbischof von York, am 22. August 1138 in der Standartenschlacht geschlagen und zur Flucht nach Cardiff gezwungen, einer weiteren Burg Robert von Gloucesters.

1139

Zur selben Zeit traf Stephan eine Reihe von Entscheidungen, die ihm seine Anhänger entfremdeten. Er ließ Bischof Roger von Salisbury und seine bischöflichen Neffen am 24. Juni 1139 verhaften; zwar gelang dem Bischof von Ely die Flucht, doch endete diese Aktion damit, dass die drei Bischöfe ihre Burgen dem König abtraten. Damit hatte Stephan jedoch den hohen englischen Klerus gegen sich aufgebracht. Selbst sein eigener Bruder, Bischof Heinrich von Winchester, wandte sich nun gegen ihn, da er die Verhaftung als Angriff auf die Kirche ansah: Auf einer Synode in Winchester entzog ihm dieser am 22. August 1139 die Unterstützung.

Wenige Tage später, am 30. August 1139 kam Mathilde nach England und ließ sich in Arundel Castle nieder, wo sie sich am 30. September oder 1. Oktober mit ihrem Gegner traf – was ihn nicht daran hinderte, Malmesbury und South Cerney zu besetzen. Mathildes Anhänger plünderten gleichzeitig Worcester und am 7. November 1139 bemächtigte sich Robert von Gloucester Winchester und damit des Staatsschatzes.

1141

Gegen Ende des Jahres schloss sich Ranulph de Gernon, der Earl of Chester, der bislang – obwohl ebenfalls Schwiegersohn Robert von Gloucesters – neutral geblieben war, Mathilde an. Mit seinem Halbbruder William de Roumare, dem Earl of Lincoln, besetzte er Anfang 1141 die Burg von Lincoln. Zwar verständigte sich Stephan anfangs mit Ranulph, reagierte dann aber auf eine Bitte der Bürger der Stadt und bereitete den Angriff auf die Burg vor. Ranulph konnte der Belagerung entkommen und stellte gemeinsam mit seinem Schwiegervater Robert von Gloucester ein Ritterheer auf. Am 2. Februar 1141 kam es dann zur 1. Schlacht von Lincoln in den Straßen der Stadt, in der Stephan unterlag und in Gefangenschaft geriet. Er wurde in Bristol eingekerkert und Mathilde am 3. März 1141 zur Domina Anglorum, Herrin der Engländer, proklamiert. Am 7. April wurde Stephan auf einer Synode in Winchester von seinem eigenen Bruder, Bischof Heinrich von Winchester und seit 1139 päpstlicher Legat, abgesetzt. Am selben Tag anerkannte die Synode Mathilde als Angliae Normanniaeque domina, Herrin von England und der Normandie.

Im Juni reiste Mathilde in der Absicht sich krönen zu lassen nach London. Sie betrat Westminster etwa am 20. Juni, konnte sich dort aber nicht lange aufhalten: sie erhob sofort schwere Steuern in der Stadt und soll sich äußerst hochmütig benommen haben. Der Vorteil, den sie aus dem Sieg bei Lincoln gezogen hatte, schwand aufgrund ihres Charakters schnell dahin. Als König Stephans Gattin, die ebenfalls Mathilde hieß, mit einem Heer vor London erschien, griffen die Bürger am 24. Juni die Kronanwärterin in Westminster an, die sich gezwungen sah, die Hauptstadt zu verlassen und nach Oxford auszuweichen.

Bischof Heinrich von Winchester wechselte nun erneut die Seiten und schloss sich wieder seinem Bruder Stephan an. Um ihren Absichten auf den Thron Nachdruck zu verleihen, begab sich Mathilde Ende Juli nach Winchester. Dort belagerte sie Bischof Heinrich, den sie zur Unterwerfung zwingen wollte. Stephans Ehefrau und sein Söldnerführer Wilhelm von Ypern rückten aber zur Unterstützung Bischof Heinrichs nach Winchester vor und umzingelten die Gegenseite. Es kam zu Scharmützeln, die heute als Schlacht von Winchester bekannt sind.

Robert von Gloucester, der seine Halbschwester in Winchester militärisch unterstützt hatte, regte angesichts der nun unhaltbar gewordenen Lage den Rückzug aus Winchester an. Dieser erfolgte am 14. September, gelang aber nur Mathilde, während Robert, der ihr den Rücken gedeckt hatte, in Stockbridge gefangen genommen wurde. Mathilde stimmte einem Austausch – Stephan gegen Robert – zu, der am 3. November stattfand. Der freigelassene Stephan wurde am 7. Dezember 1141 durch eine weitere Synode unter Leitung seines Bruders Heinrich erneut zum König proklamiert, die Krönungszeremonie fand am 25. Dezember in der Kathedrale von Canterbury statt.

Das Abflauen der Kämpfe

Mathilde wandte sich vergeblich an ihren Gatten Gottfried von Anjou um Hilfe, da dieser zu sehr mit der Aufrechterhaltung seiner Herrschaft in der Normandie beschäftigt war. Ranulph von Chester ließ sich in Stephans Lager herüberzuziehen, aber da der König ihm nicht traute, ging er später wieder zu Mathilde über. Während Robert von Gloucester ab Juni 1142 Mathildes Gatten für einige Zeit militärisch in der Normandie half, griff Stephan, Roberts Abwesenheit ausnützend, im September 1142 Oxford an, wo sich Mathilde aufhielt. Die Stadt fiel am 26. September, die Burg (mit Mathilde) hielt stand. Am 20. Dezember gelang Mathilde auf abenteuerliche Weise die Flucht über die verschneite Themse nach Wallingford. In der schwer einnehmbaren Burg von Devizes verbrachte sie sodann ihren restlichen Aufenthalt in England (bis Anfang 1148).

1143 plante Stephan, die Nachschublinien Mathildes durch die Einnahme von Wilton zu unterbrechen. Robert von Gloucester wurde gewarnt und verlegte im März Truppen an den Ort. Als der König am 1. Juli vor Wilton erschien, entkam er nur knapp der erneuten Gefangennahme.

In der Folge kämpfte Mathilde nicht mehr so sehr für ihren eigenen Regierungsanspruch als für die Durchsetzung der Thronfolge ihres Sohnes Heinrich (II.). Es kam in den nächsten Jahren zu einem verlustreichen Kleinkrieg, in dem weder Stephan noch Mathilde einen entscheidenden Sieg erringen konnten.

Obwohl Mathilde nach dem Tod Roberts (31. Oktober 1147) nach Frankreich zurück ging, kehrte in England keine Ruhe ein. Die Peterborough Chronicle berichtet, Stephan sei „softe and gode“ gewesen, der keine Gerechtigkeit übte („no iustice didde“), während Christus und alle Heiligen schliefen („Crist and alle his sayntes slept“) - dies und „mare thanne we cunnen sæin, we tholeden xix wintre for ure sinnes“ („mehr als wir sagen können, wir büßten 19 Winter für unsere Sünden“). Von 1139 bis zu Kriegsende (1153) herrschten in England chaotische und teils gesetzlose Zustände, so dass man tatsächlich von einem Zeitalter der "Anarchie" sprechen kann.

Die Entscheidung

Heinrich II. von England in einer Darstellung aus dem 17. Jahrhundert.

Mathildes Sohn, der spätere König Heinrich II., der in militärischer Umgebung und unter Stephans Gegnern aufgewachsen war, kam 1153 nach England mit dem Ziel, das Land zu erobern. Als sich die Kontrahenten dann auf einem Schlachtfeld nahe Wallingford gegenüber standen, wurden die Auseinandersetzung schließlich dadurch verhindert, dass eine Reihe von Adligen gegen diese endlosen und fruchtlosen Kämpfe aufbegehrte. Stephan ließ sich überzeugen, Verhandlungen begannen und ein Waffenstillstand wurde vereinbart.

Stephans ältester Sohn Eustach von Boulogne, den Stephan bereits zu seinen Lebzeiten zu seinem Nachfolger hatte krönen lassen wollen, was der Papst jedoch unter Androhung eines Interdikts untersagt hatte, geriet über die Verhandlungen derart in Zorn, dass er abreiste. Eustach starb kurz darauf, am 10. August 1153 so unerwartet, dass eine Vergiftung angenommen werden kann.

Nach dem Tod seines ältesten Sohnes wurde der Waffenstillstand von Wallingford zu einem Vertrag erweitert, der in Winchester ausformuliert und Ende November 1153 auf einer Adelsversammlung am selben Ort präsentiert wurde; am 25. Dezember 1153 wurde der Vertrag in der Westminster Abbey unterzeichnet, weswegen die Vereinbarung sowohl Vertrag von Wallingford, Vertrag von Winchester, als auch Vertrag von Westminster genannt wird.

Dieser Vertrag beendete 17 Jahre Bürgerkrieg. Heinrich wurde als Thronerbe anerkannt, was formal durch eine Adoption geschah, wodurch aber das Gerücht aufkam, dass Heinrich Stephans leiblicher Sohn sei, zumal Stephan mit Wilhelm von Boulogne einen weiteren Sohn hatte; es gibt allerdings keine Hinweise darauf, die dieses Gerücht stützen könnten.

Anfang 1154 nahm Heinrich in Anwesenheit Stephans in Oxford die Huldigung der Barone entgegen. Stephan, der bereits seit längerem kränklich war, überlebte den Vertragsabschluss nur um wenige Monate, und starb am 25. Oktober 1154 in Dover.

Der Bürgerkrieg in der Literatur

Der Bürgerkrieg war in den vergangenen Jahren Hintergrund für eine Reihe von Romanen:

  • Cecelia Hollands The Earl, auch als Hammer for Princes (1971) veröffentlicht, gibt eine Beschreibung der letzten Jahre der Auseinandersetzung, Heinrichs Invasion und seine Anerkennung als Erben
  • Ellis Peters hat für ihre Kriminalromane um den Mönch Cadfael (veröffentlicht 1977–1994) den Bürgerkrieg als Hintergrund.
  • Ken Folletts Roman Die Säulen der Erde (veröffentlicht 1989) spielt ebenfalls in dieser Zeit. Der Bürgerkrieg ist in der Handlung von entscheidender Bedeutung.
  • Sharon Kay Penmans Roman, When Christ and His Saints Slept (veröffentlicht 1995) gibt eine Übersicht über die gesamte Auseinandersetzung.
  • Jean Plaidys Passionate Enemies (um 1976) aus der mehrbändigen Abhandlung über die britische Monarchie beschreibt die Stimmung der Zeit und die Charaktere von Mathilde und Stephan.
  • Rebecca Gables Roman Hiobs Brüder (2009) schildert vor allem die Endphase der Auseinandersetzung.

Einzelnachweise

  1. Karl-Friedrich Krieger: Geschichte Englands I. 2. Auflage München 1996, S. 99f.; Karl Rudolf Schnith: Kaiserin Mathilde. In: Derselbe (Hrsg.), Frauen des Mittelalters (1997), S. 189-213, hier: S. 197f.

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