Espelkamp

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Espelkamp
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Espelkamp
Espelkamp
Deutschlandkarte, Position der Stadt Espelkamp hervorgehoben
52.3772222222228.632777777777850
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Minden-LĂŒbbecke
Höhe: 50 m ĂŒ. NN
FlĂ€che: 84,16 kmÂČ
Einwohner:

25.236 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 300 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahl: 32339
Vorwahlen: 05772, 05743
Kfz-Kennzeichen: MI
GemeindeschlĂŒssel: 05 7 70 008
Stadtgliederung: 9 Gemeindeteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Wilhelm-Kern-Platz 1
32339 Espelkamp
WebprÀsenz: www.espelkamp.de
BĂŒrgermeister: Heinrich Vieker (CDU)
Lage der Stadt Espelkamp im Kreis Minden-LĂŒbbecke
Minden HĂŒllhorst Espelkamp Bad Oeynhausen LĂŒbbecke Rahden Petershagen Preußisch Oldendorf Porta Westfalica Hille Stemwede Nordrhein-Westfalen Niedersachsen Niedersachsen Kreis Herford Kreis Lippe Niedersachsen NiedersachsenKarte
Über dieses Bild

Espelkamp Zum Anhören bitte klicken! [ˈɛsplkamp] (niederdeutsch: EspelkĂ€mpe) ist eine Stadt im nordöstlichen Nordrhein-Westfalen. Sie gehört zum Kreis Minden-LĂŒbbecke im Regierungsbezirk Detmold (Ostwestfalen-Lippe).

Espelkamp wurde 1229 erstmals urkundlich erwĂ€hnt und wuchs in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts auf den Resten einer ehemaligen Heeresmunitionsanstalt zunĂ€chst als Lager fĂŒr KriegsflĂŒchtlinge, spĂ€ter als moderne Plansiedlung fĂŒr Vertriebene und Immigranten zur Stadt heran.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Espelkamp liegt im Nordosten Nordrhein-Westfalens, im Norden Ostwestfalen-Lippes und im Nordwesten des Kreises Minden-LĂŒbbecke. KulturrĂ€umlich liegt Espelkamp im Mindener Land bzw. LĂŒbbecker Land. Die nĂ€chstgelegen GroßstĂ€dte sind OsnabrĂŒck (40 km sĂŒdwestlich) und Bielefeld (40 km sĂŒdlich).

Das Stadtgebiet liegt rund 15 km nördlich des Wiehengebirges und vollstĂ€ndig in der Norddeutschen Tiefebene. Das Gebiet ist daher weitgehend eben; markante Berge gibt es nicht. Der nur knapp seine Umgebung ĂŒberragende HĂŒgel in Fabbenstedt ist mit knapp 70 Metern der höchste Punkt der Stadt. Ansonsten liegt das Stadtgebiet durchschnittlich auf einer Höhe von rund 45 Metern, einzelne Gebiete im Nordwesten der Stadt an der Großen Aue auch nur noch knapp ĂŒber 40 Meter. Espelkamp liegt weiterhin im AltmorĂ€nengebiet Rahden-Diepenauer Geest - einer naturrĂ€umlichen Untereinheit der DĂŒmmer-Geestniederung.

Das Stadtgebiet wird im SĂŒden durch den Mittellandkanal begrenzt, der seit 1915 durch das Urstromtal der Weser nördlich der Bastau verlĂ€uft. In dieser Niederung finden sich Moore wie das zu LĂŒbbecke gehörende Hochmoor Große Torfmoor. Hervorzuheben ist im Espelkamper Stadtgebiet das Niedermoor Altes Moor sowie das Freimoor im SĂŒdosten des Stadtgebietes. Im nördlichen Stadtgebiet sowie in den Moorniederungen im Osten wird das Gebiet durch zahlreiche EntwĂ€sserungskanĂ€le entwĂ€ssert. Zu den grĂ¶ĂŸten „klassischen“ FlĂŒssen im Stadtgebiet zĂ€hlen die Große Aue, die das Stadtgebiet im Westen von SĂŒd nach Nord durchfließt, sowie deren Nebenfluss Kleine Aue, die bei Espelkamp-Isenstedt entspringt und das Stadtgebiet Richtung Norden durchfließt. Bei Frotheim entspringt außerdem mit der Wiekriede ein weiterer grĂ¶ĂŸerer Nebenfluss der Großen Aue, die das Stadtgebiet nach Nordosten Richtung Diepenau verlĂ€sst. Das Stadtgebiet gehört damit vollstĂ€ndig zum Einzugsgebiet der Weser. An der Großen Aue westlich des Espelkamper Zentrums liegen zwei aufgestaute Seen: der Große Auesee und der Badesee See am KleihĂŒgel. Im Stadtzentrum liegt der Gabelweiher.

Geologie

Geothermische Karte von Espelkamp

Das Gebiet ist geologisch relativ einheitlich aufgebaut. Die meisten Teile bestehen aus Gesteinen aus dem QuartĂ€r. Einzelne HĂŒgel sind aus Schichten der obersten Kreide aufgebaut. Die Böden bestehen ganz ĂŒberwiegend aus Geestböden. Diese sind sandig und nur wenig fruchtbar. In den Moorniederungen ist das Gebiet landwirtschaftlich höchstens extensiv nutzbar.

Espelkamp eignet sich mittelmĂ€ĂŸig bis gut, in Einzellagen sehr gut zur Nutzung von geothermischen WĂ€rmequellen mittels ErdwĂ€rmesonde und WĂ€rmegewinnung durch WĂ€rmepumpe (vgl. dazu die nebenstehende Karte)[2].

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind Hille im Osten, LĂŒbbecke im SĂŒden, Preußisch Oldendorf im SĂŒdwesten, Stemwede im Westen, Rahden im Norden (alle Kreis Minden-LĂŒbbecke) und die niedersĂ€chsische Samtgemeinde Uchte (Landkreis Nienburg/Weser) im Nordosten.

Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebiets

Die Gemeinde umfasst eine FlĂ€che von 84,1 kmÂČ. In Nord-SĂŒd Richtung erstreckt sich das Stadtgebiet rund 10 km. Die West-Ost Ausdehnung betrĂ€gt maximal etwa 13 km.

Wie das gesamte Mindener Land ist auch Espelkamp agrarisch geprĂ€gt. GrĂ¶ĂŸere Waldgebiete gibt es unmittelbar westlich (KleihĂŒgel) und östlich (Osterwald) der Kernstadt. Dieses, und der Umstand, dass die Kernstadt in einem ehemaligen Waldgebiet gebaut wurde und im innerstĂ€dtischen Bereich noch heute grĂ¶ĂŸere BaumbestĂ€nde vorhanden sind, verliehen Espelkamp den Ruf einer „Stadt im Wald“. Der bewaldete Anteil ist zwar im VerhĂ€ltnis zum Landesdurchschnitt unterreprĂ€sentiert, liegt aber deutlich ĂŒber dem Kreisdurchschnitt. Im Einzelnen ergibt sich folgende FlĂ€chennutzung:

FlÀche
nach Nutzungsart
Landwirt-
schaftsflÀche
Wald-
flÀche
Siedlungs-
und VerkehrsflÀche
Wasser-
flÀche
sonstige
Nutzung
FlÀche in ha 5.318 1.225 1.643 384 24
Anteil an GesamtflĂ€che 63,2 % 14,6 % 19,5% 2,3 % 0,2 %

Quelle: LDS[3]

Stadtgliederung

Seit der Gebietsreform 1973 gliedert sich das Gebiet der Stadt Espelkamp nach § 4 ihrer Hauptsatzung in folgende Ortschaften.

Ortschaft Einwohner
31. Dez. 2007[4]
Stadtgliederung
Stadtgliederung
Altgemeinde Espelkamp 965
Fabbenstedt 829
Fiestel 1.023
Frotheim 2.674
Gestringen 1.834
Isenstedt 2.658
Schmalge 399
Vehlage 618
Espelkamp ZentrumÂč 15.553

ÂčEspelkamp Zentrum bildet nach Wortlaut der Hauptsatzung einen eigenen Bereich, ist jedoch offiziell keine Ortschaft.

Im Sprachgebrauch werden diese Ortschaften und das Zentrum als Stadtteile bezeichnet, wobei meist kein Unterschied zwischen dem Zentrum und der Altgemeinde gemacht wird. Diesen Ortschaften sowie dem Zentrum kann durch den Rat der Stadt jeweils ein Ortsvorsteher zugeordnet werden.

Klima

Klimadiagramm von Rahden

Das Klima in Espelkamp wird durch die Lage im ozeanisch-kontinentalen Übergangsbereich Mitteleuropas und durch seine Lage in der Norddeutschen Tiefebene bestimmt. Das Gebiet liegt ĂŒberwiegend im Bereich des subatlantischen Seeklimas, weist aber temporĂ€re kontinentale EinflĂŒsse auf. Die Winter sind unter atlantischem Einfluss meist mild, die Sommer mĂ€ĂŸig-warm, die NiederschlĂ€ge relativ gleichmĂ€ĂŸig verteilt. Es ĂŒberwiegen westliche und sĂŒdwestliche Winde, die NiederschlĂ€ge mit sich fĂŒhren. Das Klima fĂŒr Espelkamp unterscheidet sich insgesamt kaum vom Klima des benachbarten Rahdens, das in identischer naturrĂ€umlicher Lage liegt. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei rund 9,3 Â°C. Die JahresniederschlĂ€ge betragen im Mittel etwa 650 mm im Osten der Gemeinde und etwa 700 mm im Westen und Norden der Gemeinde. Damit gehört Espelkamp zu den trockensten und wĂ€rmsten Gebieten Ostwestfalens.[5]

Siehe auch: Klima in Ostwestfalen-Lippe

Geschichte

Die Karte zeigt die Situation im Jahre 1896: Die Bereiche der heutigen Stadt Espelkamp und das heute landwirtschaftlich genutzte Umland waren damals zum Großteil von WĂ€ldern geprĂ€gt. Zur besseren Orientierung sind die Grenzen der zentralstĂ€dtischen Bebauung Espelkamps (und LĂŒbbeckes) sowie der heutige Mittellandkanal nachgetragen

„Aspelekampe“ wird 1229 erstmals urkundlich vom Bischof von Minden erwĂ€hnt. Der Name leitet sich möglicherweise von der adligen Familie Aspelkamp ab, die in der Gegend ansĂ€ssig war. Espelkamp blieb ĂŒber Jahrhunderte ein Flecken im Einflussbereich von Großendorf (heute Rahden). ZunĂ€chst lag das Gebiet im Einflussbereich der Mindener Bischöfe und war Teil des Hochstifts Minden. Mit diesem fiel es 1648 an Brandenburg-Preußen und wurde Teil des FĂŒrstentums Minden (Amt Rahden). Nach einer Königlich Preußischen Verordnung wurde 1701 „auf dem Espelkamp“ eine Nebenschule eingerichtet. Zwischen 1806 und 1813/14 lag Espelkamp im französischen Herrschaftsbereich. Zwischen 1807 und 1810 war es Teil des Distrikts Minden (Kanton Rahden) im Departement der Weser, das zum französischen Vasallenstaat Königreich Westphalen gehörte. Ab 1811 wurde der Distrikt Minden als Teil des Departements der Oberen Ems integraler Bestandteil des Kaiserreichs Frankreich.

Nach 1813 erlangte Preußen die Herrschaft ĂŒber das Gebiet zurĂŒck; Espelkamp wurde 1816 Teil der Provinz Westfalen und gehörte zum neugegrĂŒndeten Kreis Rahden. Espelkamp war fĂŒr lange Zeit ein unselbststĂ€ndiges Dorf in der Gemeinde Großendorf (Amt Rahden). 1832 wurde die Nebenschule zu einer selbstĂ€ndigen Schule erhoben. 1899 erhielt Espelkamp einen Bahnhof an der Ravensberger Bahn. Am 1. April 1910 wurde Espelkamp aus Großendorf ausgegliedert und eine selbstĂ€ndige Gemeinde im Amt Rahden. Die junge Gemeinde hatte kaum ertragreiche und feuchte Böden, so dass auch um 1930 viele Menschen gezwungen waren, in Holland Arbeit zu suchen (HollandgĂ€nger).

Die Muna Heeresmunitionsanstalt LĂŒbbecke/Westf.

1938/39 begann der entscheidende Schritt auf dem Weg zu einer Stadt. In der Gemarkung Mittwald, treffenderweise und strategisch gĂŒnstig versteckt in einem Waldgebiet gelegen, begann der Aufbau der „Heeresmunitionsanstalt Espelkamp“, (kurz: „Muna“, amtlich: Heeresmunitionsanstalt LĂŒbbecke/Westf.). Auf rund 250 Hektar WaldflĂ€che entstanden 133 massive einstöckige GebĂ€ude, ein rund 20 Kilometer langes Straßennetz, Wasserwerk, Ringleitung, KlĂ€ranlage, Hochspannungsanschluss, Trafostation und ein Anschlussgleis an die Eisenbahnstrecke Herford – Bassum – Bremen. In der Muna wurden Granaten, ZĂŒnder und Geschossrohlinge hergestellt. Das Rohmaterial stammte aus anderen RĂŒstungsbetrieben und wurde hier schussbereit gemacht. Halbfertigwaren und fertige Munition wurden gelagert. Bis Kriegsende wurde an einer nicht fertiggestellten Anlage gebaut, mit der Giftgasgranaten mit dem Nervengas Tabun gefĂŒllt werden sollten. Am 4. April 1945 wurde das Gebiet durch alliierte Truppen eingenommen und die Munitionsanstalt fiel weitgehend unzerstört in deren HĂ€nde, denn der Kommandant Major KĂŒppers weigerte sich am 28. MĂ€rz, die Anstalt wie befohlen sprengen zu lassen. Die Folgen fĂŒr Espelkamp wĂ€ren unabsehbar gewesen.

Siedlung fĂŒr FlĂŒchtlinge (1945)

Bereits im Juni 1945 wurden FlĂŒchtlinge notdĂŒrftig in den Baracken in der Kolonie, d.h. der Wohnanlage der ehemaligen Munitionsanstalt, untergebracht. Nach den Regeln des Potsdamer Abkommens sollte die Munitionsanstalt gesprengt werden. Englische Spreng- und RĂ€umungskommandos sollten die Sprengungen in Espelkamp durchfĂŒhren. Der britische Colonel Steege, damals Kommandant im Kreis LĂŒbbecke, gab Pfarrer Diehl, dem Verbindungsmann des Evangelischen Hilfswerkes Westfalens zur Britischen MilitĂ€rregierung, den Hinweis, die GebĂ€ude der „Muna“ fĂŒr Aufgaben des Hilfswerkes zu nutzen. Am 20. Juli wurde das ehemalige Arbeitsdienstlager „Hedrichsdorf“ von der Paderborner Gruppe des Britischen Roten Kreuzes gerĂ€umt und dort mit Hilfe des Evangelischen Hilfswerkes Westfalen ein Kindererholungsheim eingerichtet, in dem beispielsweise Kinder aus dem ausgebombten Ruhrgebiet untergebracht wurden. Bis zum 4. November wurde die Muna von Munition und Giftgasgranaten berĂ€umt; die Aufgabe der britischen RĂ€umkommandos war damit im Lager beendet.

Umnutzung in eine FlĂŒchtlingsstadt

SĂŒdtor Espelkamp-Mittwald im Oktober 1958
Festumzug 10 Jahre Espelkamp-Mittwald am 3. Oktober 1959, FahnentrÀger der Landsmannschaften

1947 wurden die Sprengungen auf Initiative von Pastor Karl Pawlowski (Evangelisches Hilfswerk Westfalen, heute Evangelisches Johanneswerk e.V.) und Birger Forell (schwedischer Pfarrer) nur in reduziertem Umfang durchgefĂŒhrt. Die Baracken wurden dem evangelischen Hilfswerk vorlĂ€ufig fĂŒr karitative Zwecke zur VerfĂŒgung gestellt. Im Oktober 1948 befahl General Bishop die Einstellung der Sprengungen der Muna. Vom Evangelischen Hilfswerk wurde der Ludwig-Steil-Hof gegrĂŒndet. Espelkamp-Mittwald wurde eine der großen VertriebenenstĂ€dte in Deutschland. Am 4. Oktober 1949 grĂŒndeten das Land Nordrhein-Westfalen, das Diakonische Werk und die Evangelische Kirche in Westfalen die Aufbaugemeinschaft Espelkamp GmbH. 1950 erklĂ€rte die US-amerikanische Aufbauhilfe Espelkamp zum „pilot project“.[6] Die Aufbaugemeinschaft wurde TrĂ€ger des Gesamtaufbaus und zum 1. Dezember 1951 als Organ der staatlichen Wohnungspolitik anerkannt. Wohnungen wurden errichtet und Industriebetriebe angesiedelt. Am 3. Oktober 1959 erhielt Espelkamp-Mittwald das Stadtrecht und wurde fortan nur noch „Stadt Espelkamp“ genannt. Das bis dahin so genannte Dorf Espelkamp wird heute Alt-Espelkamp oder auch „Altgemeinde“ genannt. Am 3. Oktober 1960 hielten die ZĂŒge der Ravensberger Bahn erstmals am neuen Bahnhof. Das neue Rathaus wurde am 15. September 1960 eingeweiht. Mit 3.756 gegen 234 Stimmen entschied sich die Bevölkerung Espelkamps gegen eine Trennung der Gemeinde Alt-Espelkamp von der Stadt Espelkamp. Am 28. Juli 1964 ĂŒbernahm die Stadt die öffentlichen GrundstĂŒcke und Infrastruktureinrichtungen, die bisher von der Aufbaugemeinschaft treuhĂ€nderisch verwaltet worden waren. Zum 1. Januar 1966 wurde die Stadt Espelkamp amtsfrei und gehörte nicht mehr zum Amt Rahden. Am 1. Januar 1973 wurde Espelkamp um einige umliegende Gemeinden vergrĂ¶ĂŸert.

1985 wurde der See am KleihĂŒgel seiner Bestimmung ĂŒbergeben. Der Auesee wurde Naturschutzgebiet. 1985 wurde das Freizeitbad ATOLL eingeweiht. 1997 wurde nach Diskussionen im Rat und in der Öffentlichkeit in einem BĂŒrgerentscheid der Erwerb und die Sanierung der Ellerburg durch die Stadt mit 79,8 % der Stimmen abgelehnt. Am 12. Oktober 2004 taufte Ulrike Vieker in Frankfurt einen Canadair Jet 700 der Lufthansa auf den Namen „Espelkamp“.

Eingemeindungen

Nachdem Espelkamp 1966 amtsfrei geworden war, wurde es in der Kreisreform zum 1. Januar 1973 gemĂ€ĂŸ dem Bielefeld-Gesetz deutlich vergrĂ¶ĂŸert. Die Stadt Espelkamp (bestehend aus der Altgemeinde und Mittwald) wurde mit einigen bis zum 31. Dezember 1972 selbststĂ€ndigen Gemeinden und Dorfschaften des Kreises LĂŒbbecke zur „neuen“ Stadt Espelkamp zusammengelegt. Im Einzelnen waren dies:

  • aus dem bisherigen Amt Alswede die Gemeinden Vehlage und Fabbenstedt sowie die Teile der Gemeinde Alswede, die nördlich des Mittellandkanals lagen (Dorfschaften Fiestel und Gestringen);1
  • aus dem bisherigen Amt Gehlenbeck die Gemeinden Isenstedt und Frotheim;
  • aus dem bisherigen Amt Rahden der sĂŒdliche Teil der Gemeinde Tonnenheide, der nach der Eingemeindung als Schmalge bezeichnet wird.[7]
Fußnote

1 Ein kleinerer Teil der Gemeinde Alswede (die Ortschaft Alswede selbst) wurde in die Stadt LĂŒbbecke eingegliedert.

Einwohnerentwicklung

Bevölkerungsentwicklung in Espelkamp von 1939 bis 2007 (nach heutigem Gebietsstand)

Die Bevölkerungsstruktur Espelkamps ist stadtentwicklungsgeschichtlich bedingt heterogen. Zu Beginn der Besiedlung des Stadtgebietes bestand die Bevölkerung ĂŒberwiegend aus Vertriebenen und FlĂŒchtlingen, die hauptsĂ€chlich aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und der damaligen sowjetischen Besatzungszone stammten. Die Benennung vieler Straßen in Espelkamp nach den Heimatgebieten und -orten der ersten Einwohner leitet sich von diesem Ursprung ab. Zur Zeit des Wirtschaftswunders kamen Gastarbeiter, vorwiegend aus Griechenland, Italien, dem ehemaligen Jugoslawien und der TĂŒrkei, nach Espelkamp. Beginnend in den 1970er Jahren, verstĂ€rkt in den achtziger und neunziger Jahren ließen sich viele deutschstĂ€mmige SpĂ€taussiedler, zum großen Teil Mennoniten, aus Russland, Kasachstan und anderen Staaten des ehemaligen Ostblocks, meist im Nordwesten Espelkamps nieder, dem sogenannten „Westend“. Diese Gruppe stellt neben den tĂŒrkisch- und kurdischstĂ€mmigen Einwohnern und den Nachkriegssiedlerfamilien einen wesentlichen Anteil der Stadtbevölkerung dar.

Jahr Einwohner
1939 (17. Mai) Âč 1.072
1950 (13. September) Âč 2.784
1961 (6. Juni) Âč 10.454
1970 (27. Mai) Âč 12.709
1975 (31. Dezember) 22.672
1980 (31. Dezember) 23.045
Jahr Einwohner
1985 (31. Dezember) 21.769
1987 (25. Mai) Âč 22.049
1990 (31. Dezember) 26.101
1995 (31. Dezember) 27.004
2000 (31. Dezember) 26.952
2001 (31. Dezember) 26.883
Jahr Einwohner
2002 (31. Dezember) 26.790
2003 (31. Dezember) 26.568
2004 (31. Dezember) 26.350
2005 (31. Dezember) 26.126
2007 (31. Dezember) 25.593

Âč VolkszĂ€hlungsergebnis (Angabe fĂŒr jeweils aktuellen Gebietsstand)

Religionen

Die Bevölkerung ist ganz ĂŒberwiegend evangelisch-lutherisch, nachdem das FĂŒrstbistum Minden die evangelische Lehre angenommen hatte und spĂ€testens seitdem es 1648 sĂ€kularisiert wurde und als FĂŒrstentum Minden dem protestantischen Preußen zugeschlagen worden war. Durch die Auswandererwelle nach dem Zweiten Weltkrieg, aber auch durch den vermehrten Zuzug von SpĂ€taussiedlern in den 1980er- und 1990er-Jahren kam es jedoch zum Einen zu relativ vielen Kirchenneubauten und GemeindeneugrĂŒndungen nach 1945, zum Anderen zu einer fĂŒr das lĂ€ndliche Minden-Ravensberg relativ vielfĂ€ltigen „Konfessionslandschaft“.

Seit 1946 gibt es eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die nach verschiedenen Zwischenstationen seit 1985 ĂŒber ein eigenes Gemeindezentrum verfĂŒgt.[8]

Die Mennoniten sind mit mehreren Gemeinden in Espelkamp vertreten. Der Ă€ltesten Gemeinde, gegrĂŒndet 1952, gehören etwa 650, der Mennoniten-BrĂŒdergemeinde etwa 2.300 Espelkamper an. Die Mennoniten-Gemeinde Espelkamp konnte im Sommer 2009 ein neues KirchengebĂ€ude einweihen [9]. Ein Großteil der Espelkamper Mennoniten sind SpĂ€taussiedler (Russlandmennoniten).

In Espelkamp gibt es fĂŒr die muslimischen BĂŒrger die Zentralmoschee Espelkamp Merkez Camii.

Ein Indiz fĂŒr die Verteilung der Religionszugehörigkeit kann die Angabe der konfessionellen Zugehörigkeit der Espelkamper SchĂŒler sein. Demnach sind rund 72% der SchĂŒler evangelisch, 8% katholisch, 7,7% muslimisch. 3,6% geben an, einer sonstigen Konfession anzugehören, und 8,5% rechnen sich keiner Konfession zu.[10]

Politik

BĂŒrgermeister

Bei der letzten Kommunalwahl am 30. August 2009 wurde Heinrich Vieker (CDU) mit 65,65 Prozent der gĂŒltigen Stimmen als BĂŒrgermeister wiedergewĂ€hlt. Bereits 2004 war er mit 63,7 Prozent wiedergewĂ€hlt worden.[11] Bei der Wahl am 12. September 1999 wurde Vieker mit 64,3 Prozent der gĂŒltigen Stimmen zum ersten hauptamtlichen BĂŒrgermeister der Stadt gewĂ€hlt.[12] Im Gegenzug der EinfĂŒhrung eines hauptamtlichen BĂŒrgermeisters wurde der Posten des Stadtdirektors abgeschafft.

Erster BĂŒrgermeister war Wilhelm Kern, der aber bereits 1965 zum Stadtdirektor gewĂ€hlt wurde. Als BĂŒrgermeister folgte ihm Gerhard Wetzel am 30. September 1965. Am 25. April 1973 wurde Fritz (Friedrich) Steding (SPD) zum BĂŒrgermeister gewĂ€hlt. 1985 wird er durch Heinz Goroncy (SPD) abgelöst. Friedrich Steding wurde im selben Jahr zum EhrenbĂŒrgermeister und EhrenbĂŒrger ernannt. Im Oktober 1989 wurde Heinz Hennemann (CDU) zum letzten ehrenamtlichen BĂŒrgermeister gewĂ€hlt. Auch er wurde spĂ€ter zum EhrenbĂŒrger und EhrenbĂŒrgermeister ernannt.

Stadtrat

Der Stadtrat von Espelkamp hat derzeit 38 Sitze. Hinzu kommt der BĂŒrgermeister als Ratsvorsitzender. Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1975:

[13][14] 2009 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  %
CDU 21 56,25 22 57,77 23 60,19 19 47,14 18 44,06 17 43,64 18 46,81 19 47,85
SPD 10 26,87 10 25,88 11 28,35 14 35,58 17 43,96 18 44,89 18 46,66 17 43,79
DU1 3 6,84 2 6,59 2 5,13 2 7,00 − − − − − − − −
FDP 2 5,57 2 5,52 1 3,66 2 5,25 2 6,88 2 5,20 3 6,53 3 8,36
GrĂŒne 2 4,47 2 4,24 1 2,66 2 5,03 2 5,10 2 6,27 − − − −
Gesamt2 38 100 38 100 38 100 39 100 39 100 39 100 39 100 39 100
Wahlbeteiligung 49,91 53,54 55,49 80,38 64,59 69,11 69,19 84,49

1Die UnabhÀngigen
2ohne BerĂŒcksichtigung von Rundungsdifferenzen

Wappen

Wappen von Espelkamp

Der Stadt Espelkamp wurde 1973 die FĂŒhrung eines Wappens durch den RegierungsprĂ€sidenten genehmigt. Nach §2 der Hauptsatzung weist das Wappen folgende Blasonierung auf: Von Silber (Weiß) und Schwarz geteilt, oben drei fĂ€cherförmig gestellte grĂŒne EspenblĂ€tter mit schwarzen Stielen, unten ein durchgehendes silbernes (weißes) Kreuz.

Das Wappen wurde ursprĂŒnglich im Juni 1966 verliehen. Die Espen spielen auf den Ortsnamen an. Das Kreuz ist ein Hinweis auf die Entstehung der Stadt, die maßgeblich auf Initiative der Kirchen zurĂŒckging. Die Farben GrĂŒn, Silber stehen fĂŒr Sachsen, zu deren Stammesreich das Gebiet einst gehörte. Die Farben Schwarz und Silber sind die preußischen Farben. Das Gebiet der heutigen Stadt fiel bereits 1648 an Brandenburg-Preußen. Außerdem kamen viele der Siedler nach dem Krieg aus den deutschen Ostgebieten im Osten Preußens.[15]

StÀdtepartnerschaften

Mit vier StÀdten sind Partnerschaften abgeschlossen:

  • DeutschlandDeutschland AngermĂŒnde (Brandenburg), seit 17. Oktober 1990
  • SchwedenSchweden BorĂ„s (Schweden), seit 13. September 1995, BorĂ„s war Pfarrort von Birger Forell
  • UngarnUngarn Nagykörös (Ungarn), seit 29. Mai 1991
  • DeutschlandDeutschland Torgelow (Mecklenburg-Vorpommern), seit 19. September 1990

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Theater

Das Neue Theater wurde am 11. November 1972 eröffnet und wurde nach 30 Jahren Nutzung mit der UnterstĂŒtzung der Unternehmer Margrit und Dietmar Harting in einer Public-Private-Partnership renoviert und nach siebenmonatiger Umbauzeit wurde es am 27. Oktober 2002 wiedereröffnet. Das Theater zeichnet sich durch sein wechselndes und vielfĂ€ltiges Angebot aus und ist auch ĂŒber Espelkamp hinaus bekannt. AufgefĂŒhrt werden Schauspiele, Konzerte, Kindertheater, Puppentheater, Kabarett und Musiktheater. Das Theater hat 647 Sitze, von denen 159 Balkonsitze sind.

Museen

Das Die Sammlung Gauselmann – Deutsches Automatenmuseum zeigt seit 1995 eine Sammlung von ĂŒber 1.800 historischen MĂŒnzautomaten aus aller Welt. Gezeigt werden historische MĂŒnz-, Waren-, Dienstleistungs-, Unterhaltungs-, Geld- u. Geschicklichkeitsautomaten, Slots, Flipper und Musikboxen.

Im Alten Laden wird ein Tante-Emma-Laden mit Kolonialwaren, WĂ€sche und SĂŒĂŸigkeiten gezeigt.

In der Brammeyerschen Scheune sind alte landwirtschaftliche und Handwerkliche GerĂ€te, wie sie fĂŒr die Zeit im 19. Jahrhundert in Ostwestfalen ĂŒblich waren, gezeigt. Die Scheune selbst ist eine FachwerkzweistĂ€nderscheune, die im Jahre 1750 erbaut wurde und einst ein Strohdach besaß (jetzt Reet).

Im Teppichmuseum Tönsmann[16] sind Exponate des Mittleren und Hohen Atlas sowie der Nord-Sahara zu sehen. Antike Teppiche, Handwerkskunst aus Marokko, Teppich-Herstellung und das Leben der KnĂŒpferfamilien werden im Museum gezeigt.

Im Rathaus der Stadt zeigt die Dauerausstellung Espelkamp in Zeit und Raum die Stadtentwicklung vom Beginn bis zur heutigen Form.

Musik

9 Vereine bieten in Espelkamp ein musikalisches Angebot. Dieses reicht vom Posaunenchor und Spielmannszug ĂŒber verschiedene Chorgemeinschaften bis zum Mundharmonika- oder Country-Club. DarĂŒber hinaus existiert der Musikschulverband Espelkamp-Rahden-Stemwede.

Zum 50jĂ€hrigen StadtjubilĂ€um im Jahre 1999 hat die Rockband High above L.A. aus Espelkamp den Song Espelkamp
so gut wie wir ĂŒber ihre Heimatstadt geschrieben.

Bauwerke

Die Ellerburg ist ein ehemaliges Wasserschloss in der Ortschaft Fiestel der Stadt Espelkamp im Kreis Minden-LĂŒbbecke. Das Gut wurde 1475 erstmals erwĂ€hnt. Ihre GebĂ€ude sind verfallen und einsturzgefĂ€hrdet.

Die Ellenburger MĂŒhle ist die oberschlĂ€chtige ErbpachtmĂŒhle des Gutes, wurde um 1781 erbaut und wurde ab 1905 nicht nur als Mahl- sondern auch als SĂ€gemĂŒhle betrieben. Ab 1935 wurde sie mit einem Motor betrieben. Die Ellenburger MĂŒhle ist Teil der WestfĂ€lischen MĂŒhlenstraße.

Das Schloss Benkhausen ist ein ehemaliges Rittergut westlich des Ortsteiles Gestringen. Das Gut Benkhausen entstand im Jahre 1510 durch die Aufteilung des Gutes Ellerburg zwischen den Erben der Familie von MĂŒnch. Zwischen 1657 und 1683 wurde das Schloss in seiner noch heute vorhandenen Form errichtet und 1899 umgebaut.

Die Christuskirche in Isenstedt wurde 1878–80 nach PlĂ€nen des Mindener Baumeisters Moelle errichtet. Die Ausstattung der spĂ€tklassizistischen Emporenkirche ist noch vollstĂ€ndig erhalten.

Die Fachwerkkapelle Alte Klus in Frotheim wurde 1818 errichtet. Der schlichte Fachwerkbau hat einen dreiseitigen Chor und einen Glockenreiter.[17]

FĂŒr weitere Bauwerke siehe → Liste der BaudenkmĂ€ler in Espelkamp

Parks und NaturdenkmÀler

GrÀfte am Schloss Benkhausen

Die beiden RittergĂŒter sind von Parks umgeben. Der rund 4 Hektar große Gutspark an der Ellerburg war ein vom MĂŒhlengraben umgebenes Areal mit GrĂ€ften, einem MĂŒhlenteich sowie Garten- und WiesenflĂ€chen. Vom damaligen Park sind wesentliche Elemente ĂŒberwachsen. Bemerkenswert ist eine Kastanienallee eine ca. 400 Jahre alte Linde im Burghof.[18] Der Park um das Schloss Benkhausen it rund 8,6 Hektar groß und entstand um 1837 in streng geometrischer Form und wurde spĂ€ter mit Elementen von Landschaftsparks ergĂ€nzt. Von den historischen Gartenelementen ist außer Teilen des Altbaumbestandes kaum etwas erhalten. Nicht mehr vorhanden ist die SchlossmĂŒhle auf einer Insel in der aufgestauten Flöthe.[19]

Die Naherholungsgebiete Große Aue im Nordwesten, die Kleine Aue und die Moore im Ortsteil Frontheim bieten Möglichkeiten zur Naherholung in Wald- und GrĂŒnflĂ€chen.

Mittelpunkt des Naherholungsgebietes Große Aue ist der zwischen 1979 und 1981 kĂŒnstlich angelegte Landschaftssee Großer Auesee. Dieser See und das umliegende GelĂ€nde ist als Naturschutzgebiet Große Aue-See ausgewiesen. Der benachbarte See am KleihĂŒgel dient als Badesee der Erholung. Die Kleine Aue ist das bedeutendste FlachlandgewĂ€sser im Altkreis LĂŒbbecke. Der Ausbau des GewĂ€ssers begann schon vor 1837. Mitte der 1990er Jahre sollte hier ein RegenrĂŒckhaltebecken entstehen, doch die Stadt stellte einen natĂŒrlichen Verlauf des GewĂ€ssers wieder her und konnte das GewĂ€sser ökologisch in die Landschaft eingliedern.

Das Freimoor ist seit dem Bau des Mittellandkanals nur noch in Teilbereichen vernĂ€sst und bietet nun seltenen Pflanzen einen Lebensraum und ist ein Brutplatz fĂŒr Vogelarten, die Feuchtgebiete bevorzugen. Das Alte Moor ins ein Niedermoor mit TĂŒmpeln und urwĂŒchsigen und sumpfigen FlĂ€chen. Da hier Grund- und OberflĂ€chenwasser aufeinander treffen, haben hier bedrohte Pflanzen- und Tierarten des Moores ihren Lebensraum. Diese Moore sind Teil eines Biotopverbundes, der sich auch jenseits des Mittellandkanals mit dem Großen Torfmoor fortsetzt.

Sport

Die Herren-Mannschaft des TV Espelkamp-Mittwald spielt in der Tennis-Bundesliga. Die Herren Mannschaft des FC Preußen Espelkamp spielt in der Landesliga. Preußen Espelkamp spielt im Albert-PĂŒrsten-Stadion (ehemals Waldstadion) und war seit seiner GrĂŒndung 1957 ein wichtiger Integrationsfaktor der nach Espelkamp geflĂŒchteten NeubĂŒrger.

Folgende grĂ¶ĂŸere SportstĂ€tten stehen zur VerfĂŒgung:

  • Freizeitbad „Atoll“
  • Waldfreibad Espelkamp
  • Tennis- und Badmintonhalle Espelkamp
  • Rundturnhalle Espelkamp
  • Albert-PĂŒrsten-Stadion

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

  • Cityfest am letzten vollen Wochenende im September
  • Weihnachtsmarkt
  • SchĂŒtzenfest SG Espelkamp

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Bahnhof Espelkamp

Espelkamp ist ĂŒber die B 239 („LĂŒbbecker Straße“) an das Fernstraßennetz angebunden.

Der Bahnhof Espelkamp liegt an der Bahnstrecke Rahden–BĂŒnde (KBS 386). Er wird im Stundentakt, sonntags alle zwei Stunden, von der RB 71 Ravensberger Bahn Rahden–LĂŒbbecke–BĂŒnde–Herford–Bielefeld und weiter als RB 73 nach Lemgo bedient. DurchgefĂŒhrt wird der Schienenpersonennahverkehr von der Eurobahn, die Diesel-Triebwagen vom Typ Bombardier Talent fĂŒr Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h einsetzt. Eine um 1900 geplante Kleinbahnstrecke nach Gehlenbeck-Frotheim-Minden wurde durch die Mindener Kreisbahnen nicht ausgefĂŒhrt.

Es verkehren Regionalbusse nach LĂŒbbecke, Minden, Rahden und Preußisch Oldendorf und es wird ein BĂŒrgerbus angeboten. Der öffentliche Personennahverkehr in Espelkamp gehört zum Tarifverbund „Der Sechser“ (OWL Verkehr GmbH).

Der Mittellandkanal mit einem Industriehafen bildet die sĂŒdliche Stadtgrenze.

AnsÀssige Unternehmen

In Espelkamp sind 8.910 Sozialversicherungspflichtige beschĂ€ftigt (Stand: 30. Juni 2007), 54% davon (= 4.772 Personen) im verarbeitenden Gewerbe. Der nĂ€chstgrĂ¶ĂŸere Anteil von 15,6% (=1.388 Personen) arbeitet im öffentlichen und privaten Dienstleistungssektor.

In der Stadt gibt es unter anderen die folgenden Unternehmen:

  • Harting Technologiegruppe, Herstellung von Industriesteckverbindern
  • Gauselmann Gruppe, Herstellung und Vertrieb von Unterhaltungsautomaten
  • Naue, Herstellung von Geokunststoffen
  • Erwin Quarder Systemtechnik GmbH, Kunststoffspritzerei
  • Johnson Controls, Automobiltechnik, Herstellung von Batterien und KĂ€lte- und Klimatechnik
  • proseat, Herstellung von Formschaumpolstern fĂŒr Autositze
  • Polster Peper, Herstellung und Handel von Polstermöbeln
  • Steinkamp Maschinenbau
  • Schulz GebĂ€udeservice
  • Stanger Germany, Hersteller von Klebstoffen und Lacken
  • Brauhaus Espelkamp[20]

Medien

In Espelkamp sind die Neue WestfĂ€lische und das Westfalenblatt als Regionalzeitungen mit Lokalteilen fĂŒr Espelkamp vertreten. Das Lokalradio fĂŒr den Kreis Minden-LĂŒbbecke ist Radio Westfalica.

Öffentliche Einrichtungen

Die Freiwillige Feuerwehr Espelkamp gliedert sich in sechs Löschgruppen und -zĂŒge. Die Jugendfeuerwehrgruppe bildet junge Menschen zu Feuerwehrleuten aus.

Die örtlichen Stadtwerke versorgen die Stadt mit selbst gewonnenem Trinkwasser und bereiten das Abwasser mit einer eigenen KlĂ€ranlage wieder auf. Sie betreiben auch das Waldfreibad und das Freizeitbad Atoll in Espelkamp. Die BĂ€der und großen öffentlichen GebĂ€ude werden durch ein eigenes FernwĂ€rmenetz beheizt. Der stĂ€dtische Bauhof ist ebenfalls in die Stadtwerke ausgegliedert.

Die stĂ€dtische BĂŒcherei bietet auf 940 mÂČ ĂŒber 30.000 Medien zur Ausleihe. Darunter findet sich nicht nur Literatur sondern auch ĂŒber 400 DVDs und ĂŒber 700 CD-Roms und ĂŒber 300 Spiele. Fast 40 Zeitschriften können in der BĂŒcherei gelesen werden. Eröffnet wurde die BĂŒcherei am 28. September 1952 und erreichte im Jahr 2007 knapp 53.000 Besucher, die fast 107.000 Ausleihen machten.

Espelkamp gehört zum Amtsgerichtsbezirk Rahden sowie zum Arbeitsamt und Finanzamt LĂŒbbecke.

Bildung

Söderblom-Gymnasium. Schulhof im Mai 1960.

FĂŒr die frĂŒhkindliche Bildung und Erziehung gibt es in Espelkamp 14 KindergĂ€rten. Davon sind 5 Einrichtungen in kirchlicher TrĂ€gerschaft, je drei in TrĂ€gerschaft durch die AWO und das DRK. Vier Kindergarten sind in anderer TrĂ€gerschaft.

Die Stadt ist TrĂ€ger von sieben Grundschulen. Drei davon sind zum Grundschulverbund Espelkamp-SĂŒd zusammengeschlossen. Eine Grundschule verfĂŒgt ĂŒber einen Ganztagszweig.

Die weiterfĂŒhrende Schulbildung wird in drei Hauptschulen, einer Realschule und einem Gymnasium vermittelt. Die Hauptschule Bischof-Hermmann-Kunst-Schule wird als Internat und Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen betrieben. Weitere Förderschule ist die Martinsschule, die von Lernbehinderten besucht wird.

Das Berufskolleg LĂŒbbecke des Kreises Minden-LĂŒbbecke hat einen Standort in Espelkamp. Dort sind die Fachgruppen Metall-Industrie und SozialpĂ€dagogik untergebracht. ZusĂ€tzlich gibt es die Private Fachhochschule fĂŒr Wirtschaft und Technik, die den Studiengang Mechatronik/Elektrotechnik anbietet.

Die Erwachsenenbildung erfolgt durch die Volkshochschule Altkreis LĂŒbbecke mit Sitz in Espelkamp. Der Musikschulverband Espelkamp-Rahden-Stemwede rundet das Angebot ab.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Folgende Persönlichkeiten wurden in Espelkamp geboren:

EhrenbĂŒrger

  • Ernst Wilm, *1901 in Reinswalde, Pfarrer und KirchenfunktionĂ€r, MitbegrĂŒnder der Aufbaugemeinschaft Espelkamp
  • Hermann Kunst, *1907 in Ottersberg, MitbegrĂŒnder FlĂŒchtlingsstadt Espelkamp
  • Paul Gauselmann, *1934 in Borghorst, Unternehmer
  • Horst Eller, ehemaliger Stadtdirektor
  • Heinz Hennemann, ehemaliger BĂŒrgermeister
  • Friedrich Steding, Kommunalpolitiker (SPD) und EhrenbĂŒrgermeister
  • 2009: Margrit und Dietmar Harting, Unternehmerehepaar[21]

Weitere Persönlichkeiten

Folgende Persönlichkeiten stammen nicht gebĂŒrtig aus Espelkamp, haben aber hier gewirkt:

Literatur

  • Hanns Joachim Paris: Espelkamp. Wegweiser-Verlag. 1955.
  • o.A.: Espelkamp.. LĂ€nderdienst-Verlag. 1962.
  • Ruby Simon: Espelkamp - Geschichte lebendig 1945-1959. Es begann in Hallen und Baracken. Uhle und Kleimann, LĂŒbbecke o.J. ca. 1986.
  • D. Köpper: Ihr seid zur Freiheit berufen: Das Söderblom-Gymnasium Espelkamp 1953-1984. Uhle & Kleimann. 1987. ISBN 3922657648
  • Wir erwarten nicht viel. Bloß Freiheit. Die Zeit, Ausgabe 33/1988, 12. August 1988
  • Roland Kirbach: Raus, nur raus. Die Zeit, Ausgabe 21/1989, 19. Mai 1989.
  • Carl Röbelt: „Das Espelkamper Lied“ Autobiographie Wim-Snayder-Verlag 1995 ISBN 3-930302470
  • Ulrich u. Martin Meyer: Espelkamp: Gemeinsam auf neuen Wegen. Selbstverlag. 1998. ISBN 3980605817
  • Hannelore Oberpenning: Arbeit, Wohnung und eine neue Heimat
: Espelkamp - Geschichte einer Idee. Klartext. 2001. ISBN 3-88474-985-4
  • Frank Lorentz: Espelkamp, Ort der Hoffnungen. Welt am Sonntag. 16. Februar 2003.
  • Johannes Preuss und Frank Eitelberg: Heeres-Munitionsanstalt LĂŒbbecke : Vorgeschichte der Stadt Espelkamp. Mainz. Geographisches Institut der Johannes-Gutenberg-UniversitĂ€t. 2003. ISBN 3000128638
  • Andreas Fasel: Eine Stadt sucht ihre Vergangenheit. Welt am Sonntag, NRW-Ausgabe. 17. Februar 2008.

Weblinks

 Commons: Espelkamp â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. ↑ Geologischer Dienst NRW: ErdwĂ€rme nutzen – Geothermiestudie liefert Planungsgrundlage
  3. ↑ Landesamt fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik NRW: Kommunalprofil Espelkamp
  4. ↑ Espelkamp: Stadtportrait, Statistik
  5. ↑ Stadt Detmold: Klimakarten
  6. ↑ Vor 50 Jahren: Die Modellsiedlung Espelkamp wird Stadt, Museumarchiv abgerufen Dezember 2010
  7. ↑ Martin BĂŒnermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  8. ↑ Homepage der Hoffnungsgemeinde Espelkamp Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde EFG (Baptisten), abgelesen am 27. November 2009.
  9. ↑ Neue WestfĂ€lische: Ein Haus zum Lobe Gottes
  10. ↑ Landesamt fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik: SchĂŒler an allgemein bildenden Schulen in NRW nach der Religionszugehörigkeit
  11. ↑ Landesamt fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik: Das Innenministerium informiert: EndgĂŒltiges Ergebnis fĂŒr Espelkamp, Stadt. BĂŒrgermeisterwahl
  12. ↑ Landeswahlleiterin NRW: Der Landeswahlleiter informiert: EndgĂŒltiges Ergebnis fĂŒr Espelkamp, Stadt
  13. ↑ Landesdatenbank NRW; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 05770008
  14. ↑ Landesbetrieb Information und Technik NRW: Kommunalwahlen
  15. ↑ Civic Heraldry Site: Espelkamp
  16. ↑ Teppichmuseum Tönsmann
  17. ↑ Frotheim.de: Klus Frotheim
  18. ↑ WestfĂ€lisches Amt fĂŒr Landschafts- und Baukultur: Gutspark Ellerburg
  19. ↑ WestfĂ€lisches Amt fĂŒr Landschafts- und Baukultur: Park Schloss Benkhausen
  20. ↑ http://www.brauhaus-espelkamp.de/
  21. ↑ Neue WestfĂ€lische.de: ESPELKAMP: EhrenbĂŒrgerwĂŒrde fĂŒr Margrit und Dietmar Harting

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