Essen

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Essen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Essen Deutschlandkarte, Position der Stadt Essen hervorgehoben
51.4580694444447.0147611111111116
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: DĂŒsseldorf
Höhe: 116 m ĂŒ. NN
FlĂ€che: 210,31 kmÂČ
Einwohner:

574.635 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 2732 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahlen: 45001–45359
Vorwahlen: 0201
02054 (Essen-Kettwig)
Kfz-Kennzeichen: E
GemeindeschlĂŒssel: 05 1 13 000
Stadtgliederung: 9 Stadtbezirke mit
50 Stadtteilen
Adresse der
Stadtverwaltung:
Porscheplatz 1
45121 Essen
WebprÀsenz: www.essen.de
OberbĂŒrgermeister: Reinhard Paß (SPD)
Lage von Essen in Nordrhein-Westfalen
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen MĂŒlheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann DĂŒsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Mönchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis DĂŒren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna MĂ€rkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen Köln StĂ€dteregion Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis StĂ€dteregion Aachen Kreis Euskirchen MĂŒnster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis GĂŒtersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-LĂŒbbecke BielefeldKarte
Über dieses Bild
Wahrzeichen der Stadt Essen: Zeche Zollverein

Essen (lateinisch Assindia) ist eine Großstadt im Zentrum des Ruhrgebiets. Sie ist nach Köln, DĂŒsseldorf und Dortmund die viertgrĂ¶ĂŸte Stadt des Landes Nordrhein-Westfalen und eines der Oberzentren. Mit ca. 570.000 Einwohnern steht die kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk DĂŒsseldorf auf der Liste der GroßstĂ€dte in Deutschland an neunter Stelle. Essen ist als bedeutender Industriestandort Sitz bekannter Großunternehmen und mit der 1972 gegrĂŒndeten UniversitĂ€t-Gesamthochschule auch Hochschulstandort. 2003 fusionierte die UniversitĂ€t mit der NachbaruniversitĂ€t Duisburg zur UniversitĂ€t Duisburg-Essen. 1958 wurde die Stadt Sitz des Bistums Essen.

Die auf das 845 gegrĂŒndete Frauenstift Essen zurĂŒckgehende Stadt am Fluss Ruhr ist Mitglied im Landschaftsverband Rheinland und im Regionalverband Ruhr. Im Rahmen des Projekts RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas war Essen im Jahr 2010 stellvertretend fĂŒr das gesamte Ruhrgebiet Kulturhauptstadt Europas.

Neben dem Stift Essen war das von Liudger um 800 gegrĂŒndete Kloster Werden ein Zentrum der spĂ€tantik-frĂŒhchristlichen TextĂŒberlieferung. Im 14. Jahrhundert von Kaiser Karl IV. zur freien Reichsstadt erhoben, war Essen seit dem SpĂ€tmittelalter Waffenschmiede und stieg mit der Industrialisierung zu einem der wichtigsten Zentren der Montanindustrie in Deutschland (mit eigener Kuxbörse) auf. Nach dem massiven RĂŒckgang der Schwerindustrie ab Mitte der 1960er Jahre hat Essen im Zuge des Strukturwandels einen starken Dienstleistungssektor entwickelt. Heute erinnern das Essener MĂŒnster und die Ă€lteste Madonnengestalt des christlichen Abendlandes an die mittelalterliche Geschichte der Stadt. Gleichzeitig zeugen weltbekannte Monumente der Industriekultur von ihrer schwerindustriellen Vergangenheit, besonders das UNESCO-Weltkulturerbe Zeche Zollverein.

Mit dem Museum Folkwang verfĂŒgt Essen ĂŒber eine der weltweit renommiertesten Sammlungen moderner GemĂ€lde. Auch das nach PlĂ€nen von Alvar Aalto erbaute Opernhaus, die Kunsthochschule Folkwang, das Grillo-Theater oder das Deutsche Plakatmuseum machen die Stadt zum Standort einer Vielzahl angesehener Kunst- und Kultureinrichtungen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Essen liegt im Zentrum des Ruhrgebietes, zum grĂ¶ĂŸten Teil nördlich des Flusses Ruhr, der, zwischen den Stadtteilen Kupferdreh, Heisingen, Fischlaken und Werden aufgestaut, den Baldeneysee bildet.

Die mittlere Höhenlage der Stadt betrĂ€gt 116 Meter ĂŒ. NN. Die höchste Erhebung des Stadtgebiets befindet sich in Heidhausen und betrĂ€gt 202,5 Meter, die tiefste Stelle in Karnap misst 26,5 Meter ĂŒ. NN. Die grĂ¶ĂŸte Ausdehnung des Stadtgebiets betrĂ€gt in Nord-SĂŒd-Richtung 21 Kilometer und in West-Ost-Richtung 17 Kilometer. Die LĂ€nge der Stadtgrenze belĂ€uft sich auf 87 Kilometer.

Stadtgliederung

Karte Stadtteile/-bezirke

Das Stadtgebiet Essens besteht aus neun Stadtbezirken. In jedem Stadtbezirk gibt es eine Bezirksvertretung mit jeweils 19 Mitgliedern. Vorsitzender der Bezirksvertretung ist der BezirksbĂŒrgermeister. Die Stadtbezirke werden mit römischen Zahlen und mit einem besonderen Namen, der teilweise auch aus mehreren Stadtteilnamen besteht, gekennzeichnet.

Die neun Stadtbezirke sind in insgesamt 50 Stadtteile unterteilt. Die meisten der Stadtteile waren frĂŒher einmal selbststĂ€ndige Gemeinden und verloren ihre SelbstĂ€ndigkeit durch Eingemeindungen. Die Stadtteile werden mit einer zweistelligen arabischen Zahl gekennzeichnet.

Aufgrund der naturrĂ€umlichen Gliederung ist das Essener Stadtbild deutlich zweigeteilt zwischen den dicht besiedelten nördlichen Stadtteilen sowie den Bereichen um die Innenstadt herum einerseits und dem durch ausgedehnte GrĂŒnflĂ€chen und eher kleinrĂ€umige Bebauung geprĂ€gten sĂŒdlichen Teil andererseits.

NachbarstÀdte

Folgende StÀdte grenzen an Essen (von Osten im Uhrzeigersinn):

Klima

Die durchschnittliche Temperatur in Essen betrĂ€gt 9,6 Â°C im Jahresmittel. Die Niederschlagsmenge betrĂ€gt 829 Millimeter. Der kĂ€lteste Monat ist der Januar mit 1,5 Â°C, der wĂ€rmste Monat ist der Juli mit 17,5 Â°C. Der meiste Niederschlag fĂ€llt im August. Dann betrĂ€gt die Niederschlagsmenge 90 Millimeter. Essen liegt in der GemĂ€ĂŸigten Zone.

Essen
Klimadiagramm (ErklÀrung)
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6
2
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: DWD
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschlĂ€ge fĂŒr Essen
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,5 5,5 9,1 12,7 17,6 19,9 22,2 22,3 18,3 13,7 8,2 5,6 Ø 13,3
Min. Temperatur (°C) 0,2 0,3 2,9 5,0 9,1 11,6 13,7 13,7 11,1 7,6 3,6 1,6 Ø 6,7
Niederschlag (mm) 84,5 58,1 78,2 61,0 72,2 92,8 81,2 78,8 78,0 75,1 81,1 93,1 ÎŁ 934,1
Regentage (d) 14,1 10,5 13,6 11,1 11,1 12,0 10,4 9,9 11,2 10,9 13,6 14,1 ÎŁ 142,5
T
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m
p
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a
t
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r
4,5
0,2
5,5
0,3
9,1
2,9
12,7
5,0
17,6
9,1
19,9
11,6
22,2
13,7
22,3
13,7
18,3
11,1
13,7
7,6
8,2
3,6
5,6
1,6
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Quelle: DWD

Geschichte

Vorgeschichte

Das Ă€lteste Zeugnis menschlicher AktivitĂ€t in der Gegend des heutigen Stadtgebietes wurde 1926 beim Bau des Rhein-Herne-Kanals in Essen-Vogelheim gefunden: eine Klinge aus Feuerstein („Vogelheimer Klinge“) und der Knochen eines Höhlenlöwen aus der Saale-Kaltzeit, zwischen 280.000 und 250.000 Jahren alt. Weitere Funde aus der Mittleren Altsteinzeit konnten bis in die jĂŒngste Zeit auch in anderen Stadtteilen gemacht werden (Werden, ca. 200.000 B.P.; Dellwig, ca. 160.000 B.P.). Ein bedeutender Fund war 1998 ein Rastplatz der jĂŒngeren Altsteinzeit auf den Ruhrhöhen bei Fischlaken, der auf ein Alter zwischen 31.000 und 38.000 Jahren geschĂ€tzt wird.

Funde aus der mittleren Steinzeit gibt es, bis auf einige Mikrolithen, kaum. Aufgrund der intensiven Nutzung der Böden im Stadtgebiet gelten solche auch als nicht mehr zu erwarten. Ebenso fehlen Funde aus den grĂ¶ĂŸten Teilen der Jungsteinzeit, erst fĂŒr die Zeit ab 3.000 v. Chr. gibt es wieder Belege, zumeist GrĂ€ber oder Zufallsfunde wie Beile aus Feuerstein. Wichtigstes Zeugnis dieser Epoche auf Essener Stadtgebiet ist die 1937 entdeckte sogenannte Steinkiste von Essen-Kupferdreh, ein kleines Megalithgrab aus dem letzten Abschnitt der Jungsteinzeit, das als „das Ă€lteste erhaltene Bauwerk Essens“[2] gilt.[3]

Essen lag im Siedlungsgebiet mehrerer germanischer StÀmme (Chatten, Brukterer, Marser), deren genaue Abgrenzung allerdings schwierig ist.

Zu Beginn unserer Zeitrechnung entstand die Alteburg im Essener SĂŒden, die in den 1920er und 1930er Jahren in großen Teilen ergraben wurde. Die Fliehburg wurde vermutlich bis zum 8. Jahrhundert genutzt. Östlich davon liegt die Herrenburg, die wohl aus dem 8. Jahrhundert stammt.

StiftsgrĂŒndung

Um 845 grĂŒndete eine Adelsfamilie um den spĂ€teren Bischof von Hildesheim, Altfrid, das Stift Essen fĂŒr die Töchter des sĂ€chsischen Adels. Die GrĂŒndung geschah vermutlich auf eigenem Grund, genannt Astnithi bzw. coenobium Astnide. Die beiden ersten Äbtissinnen, die beide Gersuith hießen, gehörten dieser Adelsgruppe an.

Seit etwa 800 gab es etwas weiter sĂŒdlich, im heutigen Stadtteil Werden, das Kloster Werden, ein Benediktiner-Kloster, das die Missionsarbeit bei den Sachsen im Harzraum (Helmstedt/Halberstadt) vorantreiben sollte. Beide, Damenstift und Kloster, standen bereits im vollstĂ€ndig christianisiertem Umfeld. Um etwa 852 begann der Bau der Stiftskirche, welche 870 fertiggestellt wurde. Um das Damenstift herum gab es bereits vor seiner Errichtung einige Gehöfte. Die Kirche wurde nach einem Großbrand 946 erheblich erweitert; auf ihren Fundamenten steht heute das Essener MĂŒnster im Zentrum der Stadt. Das erste belegbare urkundliche Datum fĂŒr Essen ist 898: Zu dieser Zeit werden dem Stift vom lothringischen König Zwentibold linksrheinische Besitzungen vermacht. Eine Urkunde, welche scheinbar aus dem Jahr 870 stammt und die StiftsgrĂŒndung beschreibt, wird heute im allgemeinen als FĂ€lschung aus dem 11. Jahrhundert betrachtet; ob diese auf Ă€lteren Urkunden fußt, ist strittig.

Dieses Damenstift, in dem sich zur Feier der Messe Kanoniker aufhielten, war kein Kloster, sondern eine Art Wohn- und BildungsstĂ€tte fĂŒr unverheiratete Töchter und Witwen des Hochadels. Geleitet wurde es von einer Äbtissin, die als einzige zum Ablegen eines KeuschheitsgelĂŒbdes verpflichtet war.

Eine der bemerkenswertesten dieser Damen war die Äbtissin Mathilde. Sie war Enkelin des Kaisers Otto I., und ĂŒbernahm die Stiftsleitung um 973. Sie lenkte die Geschicke des Stifts, und der zugehörigen LĂ€ndereien, fast vierzig Jahre. Mathilde vermehrte den Kirchenschatz um seine wertvollsten StĂŒcke, unter anderem die Goldene Madonna, die Ă€lteste vollplastische Madonnenfigur der Welt. Nach Mathilde ĂŒbernahm Sophia die Stiftsleitung, Tochter Kaiser Ottos II.

1041, unter der Stiftsleitung durch die dritte Dame königlichen GeblĂŒtes in Folge, Theophanu, einer Enkelin Ottos II., erhielt das schon 1003 als Stadt (civitas) erwĂ€hnte Essen das Marktrecht. Zehn Jahre spĂ€ter, 1051, wurde das MĂŒnster ein weiteres Mal verĂ€ndert und erweitert: dieser Anbau war der Ostteil mit Krypta, in dem der Hl. Altfrid, Mathilde und Theophanu bestattet sind.

Das Damenstift, das bis dato nur einflussreicher Landbesitzer war, bekam 1216 seine Position als FĂŒrstensitz offiziell bestĂ€tigt: Kaiser Friedrich II. nannte die damalige Äbtissin in einem Brief ReichsfĂŒrstin – was sie dem Abt des nahe gelegenen Klosters Werden gleichstellte.

Heckingsturm 1861, vier Jahre vor seinem Abriss, letzter erhaltener Teil der Stadtmauer

1244 wurde von der Gemeinschaft der Ministerialen des Stiftes und den BĂŒrgern der Stadt gemeinsam die Essener Stadtmauer errichtet. Die Urkunde hierĂŒber ist die erste, die das Essener Stadtsiegel enthĂ€lt. Die Essener BĂŒrger entwickelten ein BĂŒrgerbewusstsein.

König Rudolf bestĂ€tigte zwar 1290 wieder der FĂŒrstĂ€btissin ihre Landeshoheit ĂŒber die Stadt, konnte diese aber nicht vollstĂ€ndig wiederherstellen: Die BĂŒrgerschaft lag im Konflikt mit dem Stift, die wachsende Stadt forderte die Selbstverwaltung: 1336 gab es den ersten Versuch, die Reichsunmittelbarkeit zu erhalten, es dauerte aber noch ĂŒber vierzig Jahre, bis 1377, dann gewĂ€hrte Kaiser Karl IV. der Stadt den begehrten Titel der freien Reichsstadt – fĂŒnf Jahre, nachdem er der damals amtierenden Äbtissin Elisabeth von Nassau das genaue Gegenteil bestĂ€tigt hatte.

Aus dem 14. Jahrhundert stammen auch die ersten Belege ĂŒber bergmĂ€nnische TĂ€tigkeiten in Essen: 1349 erhielt die FĂŒrstĂ€btissin das Recht, die BodenschĂ€tze auszubeuten, 1354 wurde nachweislich Silber abgebaut. Kohle wurde in Essen zwar 1371 zum ersten Mal erwĂ€hnt, aber das erste Kohlebergwerk ist erst fĂŒr 1450 verzeichnet.

Die Auseinandersetzungen zwischen Stadt und Stift um die Vorherrschaft in der Region hielten bis zur Auflösung des Stiftes 1803 an. Immer wieder gab es rechtliche Streitereien. Einer der Prozesse dauerte 200 Jahre, bis das Reichskammergericht 1670 entschied, die Stadt mĂŒsse zwar den Äbtissinnen gebĂŒhrenden Gehorsam in Gebott und Verbott leisten, dĂŒrfe aber trotzdem alle alten Gewohnheitsrechte behalten. Somit blieb die Situation zwischen Stadt und Stift bis zur SĂ€kularisierung ungeklĂ€rt und konkurrenzbeladen. 1563 schloss sich die Stadt der Reformation an (20 Jahre, bevor sie die Reichsunmittelbarkeit und damit das Recht dazu hatte) und wurde evangelisch. Als Kirche diente die Marktkirche, die aus dem 11. Jahrhundert stammt (ursprĂŒnglich St. Gertrudis). Nachdem der Reformator von Essen, Heinrich Barenbroch, am 28. April 1563 seine erste Predigt in der Heilig-Geist-Kapelle gehalten hatte, teilte er am 2. Mai in der Gertrudiskirche zum ersten Mal das Abendmahl unter beiderlei Gestalt aus. Schon am 17. Mai musste Barenbroch die Stadt zwischenzeitlich verlassen, weil die Äbtissin den Schutz des klevischen Herzogs gegen die kirchlichen Neuerer angerufen hatte. Ansonsten blieb dem katholischen Stift, das ĂŒber keine Truppen verfĂŒgte, mit denen irgendetwas durchzusetzen gewesen wĂ€re, aber nichts anderes als zuzuschauen.

Am Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde Essen nachweislich zur Waffenschmiede. Gegen 1570 prosperierte das BĂŒchsenmacherhandwerk. 1620 produzierten die Essener Schmiede 14.000 Gewehre und Pistolen; die Stadt wurde strategisch interessant.

DreißigjĂ€hriger Krieg

Essen um 1647

Im DreißigjĂ€hrigen Krieg stehen sich die evangelische Stadt und das Stift gegenĂŒber. Die damalige Äbtissin Maria Clara von Spaur, Pflaum und Vallier holt 1623 die katholischen Spanier nach Essen, um gegenreformatorisch gegen die evangelische Stadt vorzugehen. 1624 wird ein Rekatholisierungsgesetz erlassen, der Kirchgang der BĂŒrger kontrolliert. Die Stadt, nicht das Stift, ist fĂŒr Kost und Logis der Besatzungstruppen zustĂ€ndig. 1628 klagen die Essener dagegen vor dem Reichskammergericht.

1629 stĂŒrmen die HollĂ€nder die Stadt. Die Äbtissin flieht unter Mitnahme des Kirchenschatzes am 4. November dieses Jahres ins katholische Köln. Im Sommer 1631 kommt sie im Gefolge einer bayerischen Garnison unter Gottfried Heinrich zu Pappenheim zurĂŒck, muss aber schon im September wieder abziehen. Maria Clara stirbt 1644 in Köln.

Insgesamt sind die Essener vom Krieg schwer geschlagen, es kommt immer wieder zu Verhaftungen, zur Verschleppung von Menschen und zur Pressung in den Kriegsdienst.

Auch nach dem WestfĂ€lischen Frieden bleiben die Truppen noch eine Zeit lang, die letzten Truppen verlassen Essen am 9. September 1650.

Industrialisierung

Essen und die Krupp'sche Industrie haben sich ĂŒber viele Jahre gegenseitig beeinflusst. Die Familie Krupp war seit dem 16. Jahrhundert ansĂ€ssig und bekleidete hohe Ämter. Friedrich Krupp grĂŒndete 1811 die Krupp Gussstahlfabrik, die den Stadtbewohnern viele Jahre Brot und Geld brachte, obwohl die GeschĂ€fte anfangs nicht sonderlich gut liefen. Der Bedarf an Arbeitern fĂŒhrte zu einer deutlichen Zunahme der Bevölkerung Essens. Die Ära der Familie Krupp endete im Jahre 1967 mit der Abdankung von Arndt von Bohlen und Halbach. Seit 1822 gehörte Essen zur preußischen Rheinprovinz. Die Stadt wurde Teil des Landkreises Duisburg. 1859 wurde aus dem östlichen Kreisgebiet der Kreis Essen neugegrĂŒndet, aus dem die Stadt 1873 als kreisfreie Stadt ausschied.

Der Industrielle Friedrich Grillo stiftete der aufstrebenden Stadt 1892 ein Theater und Opernhaus. Das heute noch unter dem Namen Grillo-Theater als Stadttheater fungierende GebĂ€ude ist im neoklassizistischen Stil in der Stadtmitte errichtet und wurde am 16. September 1892 mit einer AuffĂŒhrung von Gotthold Ephraim Lessings Minna von Barnhelm eingeweiht.

Ruhrbesetzung

Beisetzung Essener Opfer am 10. April 1923

Am 11. Januar 1923 erfolgte die Ruhrbesetzung durch den Einmarsch französischer und belgischer Truppen ins Ruhrgebiet. Der französische MinisterprĂ€sident Raymond PoincarĂ© war der Überzeugung, dass Deutschland seinen im Friedensvertrag von Versailles festgelegten Reparationszahlungen absichtlich nicht nachkomme. Sie kritisierten vor allem ausgebliebene Lieferungen von Sachleistungen wie Kohle, Stahl und Holz, denn die Alliierten hatten bereits 1922 die finanzielle Zahlung von Reparationsleistungen eingestellt. Es kam zum Einmarsch, auf den die Reichsregierung und auch die Menschen im Ruhrgebiet mit passivem Widerstand reagierten. Es folgte gewissermaßen die Fortsetzung des Ersten Weltkriegs mit jedoch anderen Waffen, nĂ€mlich mit Worten und Zeichenstiften. Beiden Seiten bedienten sich beim Kampf um die Obrigkeit in den Köpfen der Menschen ihrer Propagandekompanien. An der Karsamstags-Tragödie am Morgen des 31. MĂ€rz 1923 kam es zum traurigen Höhepunkt dieser deutsch-französischen Konfrontation. Ein kleines französisches MilitĂ€rkommando hatte die damalige Kruppsche Wagenhalle an der Altendorfer Straße besetzt, um dort mehrere Fahrzeuge zu beschlagnahmen. Da die Werksleitung zur Arbeitsniederlegung aufrief, kam es zu Tumulten und die Franzosen fĂŒhlten sich in der Klemme. Diese ergriffen, um sich schießend, die Flucht. Dieses Ereignis forderte 13 Todesopfer und 28 Verletzte. Es herrschte große Empörung ĂŒber das Blutbad. Der Trauerzug zum SĂŒdwestfriedhof am 10. April 1923 war einer der grĂ¶ĂŸten in der Geschichte der Stadt Essen. Die Besatzer verurteilten Gustav Krupp von Bohlen und Halbach und einige seiner Direktoren zu langjĂ€hrigen Freiheitsstrafen. Die Besetzung des Ruhrgebietes endete im Sommer 1925. In den 1950er Jahren wurde die Ruhrbesetzung dann immer stĂ€rker tabuisiert und es begann das Kapitel der deutsch-französischen AnnĂ€herung und Freundschaft.

Neuere Geschichte

Luftangriffe auf Essen

Im Zweiten Weltkrieg war Essen aufgrund seiner Waffenindustrie ein bedeutendes militĂ€risches Ziel. Deshalb wurden große Teile des Stadtgebiets durch Luftangriffe zerstört. Am 5. MĂ€rz 1943 starteten auf FlugplĂ€tzen in Ost- und Mittelengland ĂŒber 442 Flugzeuge. Gegen 21 Uhr wurden mit farbigen „ChristbĂ€umen“ die Krupp-Werke und die Essener Innenstadt als Ziele markiert. Anschließend warfen rund 360 Bomber innerhalb einer Stunde in drei Wellen rund 1100 Tonnen Spreng- und Brandbomben auf das Stadtgebiet ab.[4] Mindestens 457 Menschen fanden den Tod und ĂŒber 3000 GebĂ€ude wurden völlig zerstört, wodurch Zehntausende obdachlos wurden.[5] Die Krupp-Werke nahmen erstmals grĂ¶ĂŸeren Schaden.

Wiederaufbau

Der Wiederaufbau war nach dem Zweiten Weltkrieg die dringlichste Aufgabe der Stadtpolitiker. Zwischen 1950 und 1961 entstanden in Essen ĂŒber 100.000 neue Wohnungen. Die Schwerpunkte des Wohnungsbaus lagen in Altendorf und Holsterhausen, wo durch Zusammenlegung mehrerer GrundstĂŒcke Großprojekte realisiert werden konnten. Des Weiteren sollte der Stadtkern autogerecht ausgebaut werden. Auf breiten Straßen wurde der Verkehr ringförmig um das Stadtzentrum gefĂŒhrt, sodass die Innenstadt zum grĂ¶ĂŸten Teil fußlĂ€ufig blieb. Ein weiteres Ziel der Stadtplanung war auch die Errichtung von VerwaltungsgebĂ€uden, die zumeist als HochhĂ€user errichtet wurden.

Neue Entwicklungen

Nach 1970 schwand die Schwerindustrie zunehmend, sodass sich die Stadt im Zuge des Strukturwandels stĂ€rker dem Dienstleistungssektor zuwandte. 1972 wurde Essen UniversitĂ€tsstadt. 2006 gewann Essen gemeinsam mit dem Ruhrgebiet fĂŒr das Jahr 2010 den Wettbewerb zur Kulturhauptstadt Europas (vgl. RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas).

Religionen

Christentum

Konfessionelle Lage bis zur SĂ€kularisation
Essener MĂŒnster (auch Essener Dom)

Das Stift Essen unterstand seit 
 direkt dem Papst. Erste Pfarrkirche war vermutlich die Stiftskirche. SpĂ€ter wurde St. Gertrud fĂŒr den nördlichen Bereich (mit Altenessen und Karnap) und St. Johann fĂŒr den sĂŒdlichen Bereich (mit Altendorf, Frohnhausen, Holsterhausen, Frillendorf, RĂŒttenscheid und Huttrop) der Stadt Pfarrkirche.

Ab 1524 wurde in der Stadt gelegentlich evangelisch gepredigt. Im Jahre 1543 trat ein evangelischer Prediger auf und ab 1560 wurde in der St.-Gertrudiskirche auch deutsch gesungen. Auf Beschluss des Rates der Stadt wurde 1563 die Reformation endgĂŒltig eingefĂŒhrt. Die Stadt versuchte damit, ihren Status als Freie Reichsstadt zu festigen. Ab 1563 war die St.-Gertrudiskirche dauerhaft den Protestanten zur Nutzung ĂŒberlassen worden. Danach nahm die MĂŒnsterkirche den Rang der Essener Pfarrkirche fĂŒr die Katholiken ein.

In Werden wurde ab 1583 in der Clemenskirche evangelisch gepredigt. Im 17. Jahrhundert entstand auch eine reformierte Gemeinde. Steele wurde ab 1554 evangelisch. Um 1600 war fast ganz Steele protestantisch, wobei danach die Kirche aber von den Lutheranern, den Reformierten und den Katholiken zum Teil unter großen Reibereien gemeinsam genutzt wurde. In Kettwig trat 1609 die ganze Bevölkerung zum reformierten Bekenntnis ĂŒber.

Fortan waren somit in Essen beide Konfessionen nebeneinander vertreten. Das Stift blieb katholisch, die Stadt war evangelisch. Gab es ab 1571 unter den Protestanten zunĂ€chst nur eine lutherische Gemeinde, so wurde ab 1655 vom Rat auch eine reformierte Gemeinde anerkannt. Ab 1605 konnte die Gegenreformation teilweise Fuß fassen, was zur Folge hatte, dass die St.-Gertrudiskirche teilweise wieder katholisch wurde. Die endgĂŒltige Aufgabe der Reichsfreiheit musste die Stadt 1670 zwar anerkennen, doch war dies ohne Folgen fĂŒr die bisherigen konfessionellen Unterschiede. Bis 1802 wurden die kirchlichen Angelegenheiten vom Rat beziehungsweise vom Stift erledigt. Die reformierte Gemeinde war autonom. Das VerhĂ€ltnis beider Konfessionen war etwa ausgewogen.

Evangelische Kirchen

1802 wurde die lutherische Gemeinde Essen dem preußischen Konsistorium der Grafschaft Mark, 1809 dem klevisch-lutherischen Konsistorium des Großherzogtums Berg und ab 1815 der DĂŒsseldorfer Kreissynode zugeteilt. Sie gehörte damit zur Evangelischen Kirche in Preußen beziehungsweise deren spĂ€terer rheinischer Provinzialkirche. Essen wurde Sitz einer Superintendentur, aus der spĂ€ter der Kirchenkreis Essen hervorging. Dieser wurde in die drei Kirchenkreise Essen-Mitte, Essen-Nord und Essen-SĂŒd innerhalb der heutigen Evangelischen Kirche im Rheinland geteilt. Zu den drei Kirchenkreisen gehören heute insgesamt 30 Kirchengemeinden. Diese bilden zusammen mit den drei Kirchenkreisen seit 1972 den Evangelischen Stadtkirchenverband Essen. Seit 1. Juli 2008 sind die Essener Kirchenkreise wieder zu einem Kirchenkreis zusammengeschlossen. Ausgenommen hiervon ist der Stadtteil Kettwig, der trotz Eingemeindung 1975 weiterhin zum Kirchenkreis Ruhr mit Sitz MĂŒlheim an der Ruhr gehört.

Als Reaktion auf die Zwangsvereinigung zwischen der lutherischen Kirche und der reformierten Tradition zur Evangelischen Kirche der altpreußischen Union entstand die altlutherische Evangelisch-Lutherische Kirche in Preußen. Die Altlutheraner bestanden auf ihre Religionsfreiheit, indem sie uneingeschrĂ€nkt lutherische Gottesdienste, Verfassung und Lehre forderten. Nach harter Verfolgungszeit seitens des Staates konnte sie sich 1841 unter König Friedrich Wilhelm IV konstituieren und wurde anerkannt. Durch die EinfĂŒhrung der Union in Essen entstand die Evangelisch-Lutherische (altlutherische) Kirchengemeinde Essen 1844. Diese Kirchengemeinde gehört heute zum Kirchenbezirk Westfalen der SelbstĂ€ndigen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Durch die Wahl des Gemeindepfarrers ist dort die Propstei des Sprengels West der SelbstĂ€ndigen Evangelisch-Lutherischen Kirche.

Römisch-katholische Kirche

Durch die Aufhebung des Stiftes fielen die katholischen Pfarreien 1802 zum Erzbistum Köln. 1958 wurde Essen Sitz eines eigenen Bistums. Die Pfarrgemeinden des heutigen Stadtteils Essen-Kettwig gehören nach wie vor zum Dekanat Ratingen und damit zum Erzbistum Köln. 1968 fand der 82. Deutsche Katholikentag in Essen statt.

GegenwĂ€rtig gehören 58 Pfarrgemeinden zum Stadtdekanat Essen, das sich in die Dekanate Essen-Mitte, Essen-Altendorf, Essen-Borbeck, Essen-Heisingen-Kupferdreh, Essen-Rellinghausen, Essen-Steele, Essen-Stoppenberg und Essen-Werden aufteilt. Gemeinsam bilden sie den katholischen Stadtkirchenverband / Gemeindeverband (K. d. ö. R.) (seit 1925) als TrĂ€ger kirchlicher Aufgaben auf Stadtebene (Familienbildung, Jugendseelsorge/Jugendberufshilfe, Beratungsdienste, Öffentlichkeitsarbeit) und als Dienstleister und Zweckverband der Gemeinden. Die Katholische Stadtkirche ist zentral erreichbar im Katholischen Stadthaus an der Bernestraße. Das Stadtdekanat Essen umfasst etwa ein Viertel der Katholiken und der Gemeinden des Bistums.

Mittlerweile wurde jedoch die Essener Bistumsstruktur aufgrund diözesaner Entscheidungen grundlegend verĂ€ndert. In der Stadt Essen gibt es seit 2009 nur noch zehn sogenannte Großpfarreien (kirchliche Körperschaften), die jeweils mehrere Pfarrbezirke (Gemeinden) umfassen. Langfristig sollen auch bis zu 26 katholische Kirchen in Essen aufgegeben werden (vgl. Bistum Essen). Weiterhin sollen die inhaltlichen stadtkirchlichen Einrichtungen (zum Beispiel Familienbildung, Jugendseelsorge) und pastoralen Angebote (zum Beispiel Beratungsdienste) reduziert und diözesan in neue zentrale TrĂ€gerstrukturen zusammengefĂŒhrt werden. Auch die Anzahl der katholischen KindertagesstĂ€tten wird den finanziellen und demografischen Entwicklungen angepasst; ihre inhaltliche Steuerung und Verwaltung werden ebenfalls diözesan zentralisiert.

Den FĂŒrstĂ€btissinnen verdankt Essen einen bedeutenden Essener Domschatz. Im Mittelpunkt steht die Goldene Madonna. Um das Jahr 980 entstanden, ist sie das erste voll plastische Abbild der Gottesmutter und gilt als eines der bedeutendsten Kunstwerke des Abendlandes. Nachdem Papst Johannes XXIII. Maria 1959 zur Patronin des Bistums Essen erhoben hatte, wurde die Figur vom damaligen Bischof Franz Hengsbach im Essener Dom öffentlich ausgestellt. Seit dieser Zeit ist sie das Ziel zahlreicher Pilger.

Das Priorat der Piusbruderschaft ist das dritte in Deutschland gegrĂŒndete Priorat der römisch-katholischen Traditionalisten.

Orthodoxe Gemeinden

Drei orthodoxe Gemeinden feiern ihre Gottesdienste in katholischen Kirchen in Essen: die russisch-orthodoxe Gemeinde zu den Hl. UneigennĂŒtzigen Kosmas und Damian (St. Augustinus, Frohnhausen), die serbisch-orthodoxen (St. Stephanus, Stoppenberg) und die rumĂ€nisch-orthodoxen Christen (St. Ewaldi, Altenessen).

Weitere christliche Kirchen und Gemeinschaften

Es gibt verschiedene Freikirchen, darunter mehrere Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten), eine Adventgemeinde, Gemeinden der Evangelisch-methodistischen Kirche, Freie evangelische Gemeinden (FeG), zwanzig Gemeinden der Neuapostolischen Kirche, drei Gemeinden der Apostolischen Gemeinschaft und die altkatholische Kirche. Ferner sind auch die Zeugen Jehovas und die Mormonen vertreten.

Judentum

Alte Synagoge

Der jĂŒdischen Kultusgemeinde gehören mehr als 900 Mitglieder an. Die Gemeinde verfĂŒgt ĂŒber eine Synagoge in der Sedanstraße, einen Friedhof, eine Bibliothek, eine Kindergruppe, Jugendgruppe und Frauenchor. Die Mikwe funktioniert nicht mehr. Es gibt keinen Gemeinderabbiner. Bis zu ihrer Zerstörung in der Pogromnacht gab es in Steele eine bereits 1883 eröffnete Synagoge. In der Essener Innenstadt steht die wiederaufgebaute Alte Synagoge. Nach einer etwa zweijĂ€hrigen Umbauphase wurde sie im Juli 2010 als Haus jĂŒdischer Kultur wiedereröffnet.[6]

Buddhismus

Im Jahr 1988 etablierte sich in der Herkulesstraße in Essen-Stadtmitte eine Gemeinschaft der Freunde des Westlichen Buddhistischen Ordens. Der im gleichen Jahr entstandene Zenkreis Essen e. V. steht in der Tradition des Rinzai-Zen und wurde von dem deutschen Zenlehrer Rei Shin Sensei gegrĂŒndet. Seit 2007 findet sich in Essen auch eine Gruppe des Diamantweg-Buddhismus von Ole Nydahl.[7]

Islam

Durch die verstĂ€rkte Zuwanderung aus muslimischen LĂ€ndern, insbesondere der TĂŒrkei, wurden in den letzten Jahren auch muslimische GotteshĂ€user erbaut, bisherige "Hinterhofmoscheen" wurden in grĂ¶ĂŸere reprĂ€sentative Bauten umgewandelt. Im Jahr 2002 wurde im Stadtteil Katernberg die Fatih-Moschee eröffnet, in Altendorf ist seit 2009 die DITIB-Zentralmoschee Essen in Bau.

Stadtgebiets- und Einwohnerentwicklung

Stadtgebietsentwicklung

Essen 1898, Blick von Osten

Das Gebiet der heutigen Stadt Essen gehörte vor 1800 zum Reichsstift Essen (Essen, Stadtrecht seit 1244, Altenessen, Borbeck und Steele), zur Reichsabtei Werden (Stadt Werden, Stadtrecht seit 1256 sowie Bredeney, Heisingen und Kettwig), zum Herzogtum Berg und zur Grafschaft Mark (Königssteele, Horst und Freisenbruch). Die einzelnen Orte innerhalb des Herzogtums Berg verteilten sich auf folgende Verwaltungen: Kettwig vor der BrĂŒcke (Amt Angermund), Fulerum und Haarzopf (Herrschaft Broich) sowie Dilldorf und Voßnacken (Herrschaft Hardenberg). Das Dorf Oefte war zwischen dem Herzogtum Berg und der Reichsabtei Werden strittig. (Burg-)Altendorf, Horst und Königssteele, das vor 1718 nur Steele hieß und bereits seit der Wende des 15. Jahrhundert zum 16. Jahrhundert Stadt war, gehörten zum Landkreis Hörde in der preußischen Grafschaft Mark. In französischer Zeit kam das gesamte Gebiet zum Großherzogtum Berg und 1815 an Preußen. Danach gehörten die Orte zu den Landkreisen Essen, Mettmann und DĂŒsseldorf im Regierungsbezirk DĂŒsseldorf beziehungsweise zum Landkreis Bochum im Regierungsbezirk Arnsberg. Diese vier Landkreise verĂ€nderten sich in den folgenden Jahrzehnten mehrmals, bis sie entweder ganz aufgelöst oder umbenannt und in ihrem Zuschnitt stark verĂ€ndert wurden. Einen Landkreis Essen gab es zunĂ€chst bis 1823, als er mit dem Landkreis Dinslaken zum Landkreis Duisburg vereinigt wurde, und erneut ab 1857. Er umfasste die StĂ€dte Essen, Kettwig, MĂŒlheim an der Ruhr, Steele und Werden sowie die BĂŒrgermeistereien Altenessen, Borbeck, Kettwig-Land, MĂŒlheim-Land, Steele-Land, Styrum und Werden-Land. 1873 wird die Stadt Essen ausgekreist und aus dem Landkreis Essen der neue Landkreis MĂŒlheim an der Ruhr gebildet.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts umfasste das Stadtgebiet von Essen lediglich die alte Reichsstadt beziehungsweise das Reichsstift Essen. Ab 1901 erfuhr die Stadt eine Reihe von Gebietserweiterungen:

Das Rathaus der BĂŒrgermeisterei RĂŒttenscheid 1903
  • 1901 wurde die BĂŒrgermeisterei Altendorf eingemeindet, das erst 1874 von der BĂŒrgermeisterei Borbeck gelöst worden war
  • 1905 folgte die BĂŒrgermeisterei RĂŒttenscheid, die bis 1884 Teil der BĂŒrgermeisterei Stoppenberg, danach der BĂŒrgermeisterei Rellinghausen und erst ab 1900 eigenstĂ€ndig war
  • 1908 kam das seit 1874 zur BĂŒrgermeisterei Stoppenberg gehörende Huttrop hinzu
  • 1910 ging die BĂŒrgermeisterei Rellinghausen teilweise in Essen auf, jedoch ohne Heisingen, das zunĂ€chst selbstĂ€ndige BĂŒrgermeisterei wurde
  • ebenfalls 1910 wurde Fulerum aus der BĂŒrgermeisterei Heißen gelöst und an Essen angegliedert
  • 1915 eingemeindet wurden die BĂŒrgermeistereien
    • Borbeck, aus dem jedoch ein kleiner Teil Frintrops an Oberhausen ging,
    • Altenessen, dessen bisheriger Ortsteil Karnap selbstĂ€ndig wurde,
    • Bredeney, bis 1902 Teil von Kettwig-Land, dann eigene BĂŒrgermeisterei Zweihonnschaften, 1903 umbenannt in Bredeney; zu Bredeney gehörte seit 1910 der ab 1846 zur BĂŒrgermeisterei MĂŒlheim-Land und ab 1878 zur BĂŒrgermeisterei Heißen im Landkreis MĂŒlheim an der Ruhr gehörige Ort Haarzopf
  • Am 1. August 1929 wurde der Landkreis Essen aufgelöst und seine Gemeinden ĂŒberwiegend in die Stadt Essen eingegliedert. Lediglich die Stadt Kettwig blieb selbstĂ€ndig und wurde dem Landkreis DĂŒsseldorf-Mettmann angegliedert und Rotthausen war schon 1923 nach Gelsenkirchen eingegliedert worden. Bei der Auflösung des Landkreises wurden eingemeindet:
    • die Stadt Steele (mit den 1876 eingegliederten, damals zur BĂŒrgermeisterei Steele-Land gehörigen Teilen von Bergerhausen und dem 1926 eingegliederten Amt Königssteele, das 1885 aus den zum Amt Wattenscheid gehörigen Orten Eiberg, Freisenbruch und Königssteele sowie aus dem zum Amt Hattingen gehörigen Ort Horst gebildet worden war und zum Landkreis Hattingen, frĂŒher Landkreis Bochum, gehörte)
    • die Stadt Werden (mit dem 1915 eingegliederten Unterbredeney), wodurch die Stadt Essen seither mit Stift Essen und Abtei Werden zwei ehemalige Reichsabteien umfasst
    • die BĂŒrgermeisterei Heisingen (ab 1910 selbstĂ€ndige BĂŒrgermeisterei)
    • die BĂŒrgermeisterei Karnap (bis 1929 eigenstĂ€ndig, gehörte damals nicht zum Stadtteil Altenessen, sondern zum Stift-Essen[8])
    • die BĂŒrgermeisterei Kray (bis 1906 zur BĂŒrgermeisterei Stoppenberg, dann eigene BĂŒrgermeisterei Kray-Leithe und 1921 Umbenennung in Kray)
    • die BĂŒrgermeisterei Kupferdreh/Byfang (inklusive der selbststĂ€ndigen „freien Gerichtsbarkeit (freie Bauerschaft)“ Byfang, bis 1896 zur BĂŒrgermeisterei Werden-Land gehörend, dann eigene BĂŒrgermeisterei, 1899 Eingliederung der Bauerschaft Dilldorf (BĂŒrgermeisterei Hardenberg) und Teile der Bauerschaften Rodberg und Voßnacken)
    • die BĂŒrgermeisterei Überruhr (1857 als BĂŒrgermeisterei Steele-Land gebildet und 1894 umbenannt)
    • die BĂŒrgermeisterei Werden-Land (1857 gebildet)
    • das Amt Stoppenberg (1874 aus Teilen der BĂŒrgermeisterei Altenessen gebildet)

Eine zweite Phase der StadtvergrĂ¶ĂŸerung folgte erst weit nach dem Zweiten Weltkrieg. Am 1. Januar 1970 kam das sĂŒdlich gelegene Altendorf unter dem heutigen Namen Burgaltendorf (Landkreis Bochum, ab 1885 Landkreis Hattingen, ab 1929 Ennepe-Ruhr-Kreis) zu Essen.[9] Am 1. Januar 1975 wurde die Stadt Kettwig (Kreis DĂŒsseldorf-Mettmann, mit der grĂ¶ĂŸtenteils 1875 eingegliederten Gemarkung Kettwiger Umstand, dem 1857 gebildeten und 1929 eingegliederten Amt Kettwig-Land, dem 1930 eingegliederten Kettwig vor der BrĂŒcke und dem 1936 eingegliederten Oefte, das seit 1897 zur BĂŒrgermeisterei Heiligenhaus und zuvor zur BĂŒrgermeisterei Velbert gehörte) aufgelöst und nach Essen eingemeindet.[10]

Eine bereits vom DĂŒsseldorfer Landeskabinett beschlossene Eingemeindung der Stadt Bottrop mit dem Kirchhellener Stadtteil Grafenwald nach Essen wurde im FrĂŒhjahr 1976 sowohl vom Rat der Stadt Essen als auch vom Landtag NRW abgelehnt. WĂ€re es zu einer Eingemeindung gekommen, wĂ€re die Einwohnerzahl von Essen auf gut 790.000 Einwohner angewachsen.


Datum Eingemeindung Hinzugekommene
FlÀche in Hektar
Neue Gesamt-
flÀche in Hektar
28. Februar 1873 Stadtkreis wird gebildet 881,62 881,62
1. April 1897 Altenbergshof aus Altenessen 85,26 966,88
1. April 1898 BernewÀldchen aus Huttrop 31,11 997,99
1. August 1901 Altendorf 945,91 1.943,90
1. Juli 1905 RĂŒttenscheid 597,01 2.541,82
1. April 1908 Huttrop 285,35 2.827,17
1. April 1910 Rellinghausen 945,69  
1. April 1910 Fulerum 156,08 3.928,94
1. April 1915 Altenessen 1.108,46  
1. April 1915 Bredeney 1.698,21  
1. April 1915 Borbeck 2.756,03  
1. April 1915 Haarzopf 256,39 9.748,03
1. April 1929 Fischlaken 917,47
1. August 1929 Frillendorf 242,47  
1. August 1929 Heisingen 630,80  
1. August 1929 Karnap 349,67  
1. August 1929 Katernberg 564,83  
1. August 1929 Kray 962,58  
1. August 1929 Byfang und Kupferdreh 1.341,80  
1. August 1929 Schonnebeck 295,35  
1. August 1929 Steele 1.101,76  
1. August 1929 Stoppenberg 526,08  
1. August 1929 Überruhr 666,58  
1. August 1929 Werden Land 2.008,39  
1. August 1929 Werden Stadt 417,31 18.855,65
1. Januar 1970 Burgaltendorf 616,81 19.472,46
1. Januar 1975 Kettwig 1.540,17 21.012,63

Einwohnerentwicklung

→ Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Essen

1896 ĂŒberschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000; Essen wurde zur Großstadt. 1962 zĂ€hlte man umgerechnet auf das heutige Stadtgebiet 749.193 Einwohner (Kettwig und Burgaltendorf wurden erst spĂ€ter eingemeindet – im damaligen Stadtgebiet waren es 729.301), der bisher höchste Bevölkerungsstand war erreicht. Seit 1929, als die Einwohnerzahl mit der Eingemeindung des Landkreises Essen auf ĂŒber 600.000 wuchs, war Essen die fĂŒnftgrĂ¶ĂŸte Stadt Deutschlands (hinter den derzeitigen MillionenstĂ€dten Berlin, Hamburg, MĂŒnchen und Köln) bis Frankfurt 1988 ĂŒberholte. Am 31. Dezember 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ fĂŒr Essen nach Fortschreibung des Landesamtes fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 585.430 (nur Hauptwohnsitze). Das bedeutet seit 1962 einen RĂŒckgang um rund 20 Prozent. Die Tendenz ist weiter fallend, da der SterbeĂŒberschuss jedes Jahr eine GrĂ¶ĂŸe von circa 2500 bis 3000 Personen erreicht. Auch bei deutlichen Wanderungsgewinnen (welche die Stadt nicht vermeldet) fĂŒhrte dies zu einer schrumpfenden Bevölkerung.

Die Zweiteilung des Stadtbildes schlĂ€gt sich stark auf die soziale Gliederung nieder. Die nördlichen, dichter bebauten Stadtteile zeichnen sich durch eine relativ junge Bevölkerung mit relativ niedrigem Einkommen und hohem bis sehr hohem AuslĂ€nderanteil aus. Die Stadtteile sĂŒdlich der A 40 hingegen sind wohlhabender, Ă€lter und der Anteil der auslĂ€ndischen Bevölkerung ist deutlich niedriger. Ein solches Nord-SĂŒdgefĂ€lle oder auch SĂŒd-NordgefĂ€lle findet sich in vielen weiteren StĂ€dten des Ruhrgebiets (je nach Position zur Emscherzone).[11] Allerdings zeichnet sich in Essen seit Jahren eine gegenlĂ€ufige Entwicklung hin zu einem Innen-Außen-GefĂ€lle ab. Nördliche Stadtteile werten sich durch groß angelegte Wohnbauprojekte auf (zum Beispiel Böhmerheide in Altenessen-Nord) und die Innenstadt bzw. die innenstadtumgebenden Stadtteile entwickeln sich durch ihren alten, weitgehend unsanierten GebĂ€udebestand zu Bereichen mit besonderem Erneuerungsbedarf.

Namensherkunft

Der Name der Stadt Ă€nderte sich im Laufe der Jahrhunderte kontinuierlich. WĂ€hrend die Stadt in den ersten ErwĂ€hnungen noch Astnide (Ă€lteste Form: Astnithi) genannt wurde, Ă€nderte er sich ĂŒber Astnidum, Astanidum, Asbidi, Asnid, Assinde, Asnida, Assindia, Essendia, Esnede, Essende, Essend zum heutigen Essen. Vermutungen legen nah, dass der Name ursprĂŒnglich eine Eschengegend bezeichnete oder eine Gegend im Osten. Falsch hingegen ist die Verbindung zu dem deutschen Begriff Esse, welches ein Wortspiel aus dem 19. Jahrhundert ist und eine Verbindung zwischen den Namen und dem damaligen Erscheinungsbild herstellt.

Geschichtsvereine

Der im Jahre 1880 gegrĂŒndete Historische Verein fĂŒr Stadt und Stift Essen e.V. ist einer der Ă€ltesten Geschichtsvereine Deutschlands.

Eine Vielzahl Essener BĂŒrger beschĂ€ftigen sich haupt- oder ehrenamtlich mit der Geschichte der Stadt Essen und der Essener Stadtteile. Die meisten von ihnen haben sich zur Arbeitsgemeinschaft Essener Geschichtsinitiativen zusammengeschlossen.

Politik

Das Essener Rathaus, eingeweiht 1979
Stadtratswahl 2009
in Prozent
 %
40
30
20
10
0
37,2%
31,9%
11,4%
6,4%
5,6%
4,2%
3,3%
EBB Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/KĂŒrzel
Sonst.
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+3,0%
-7,5%
+0,7%
+2,4%
+2,5%
-0,5%
-0,6%
EBB Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/KĂŒrzel
Sonst.

Die Verwaltung der Stadt Essen oblag anfangs dem Stift beziehungsweise dessen untergeordneten Beamten. Seit 1335 werden zwei BĂŒrgermeister aus der Mitte des Rates an der Spitze der Stadt erwĂ€hnt, wobei einer der beiden zugleich der Rentmeister ist. Ab dem 14. Jahrhundert gewann der Rat zunehmend an Bedeutung. In jener Zeit konnte Essen sogar die Reichsfreiheit erlangen, welche sie spĂ€ter jedoch wieder aufgeben musste. Der Rat wurde jĂ€hrlich gewĂ€hlt. Ab 1602 wurde aufgrund einer neuen Kurordnung der Rat indirekt durch 11 Kurherren der Gilden und Ämter gewĂ€hlt. Zu den 14 Ratsmitgliedern gehörten zwei BĂŒrgermeister und ein Rentmeister. 1804 ersetzte der preußische Staat den Rat durch einen Magistrat. 1807 wurde die großherzoglich-bergische dann preußische Munizipalverfassung eingefĂŒhrt. Nach EinfĂŒhrung der StĂ€dteordnung 1856 gab es einen BĂŒrgermeister und einen Rat. Der BĂŒrgermeister erhielt spĂ€ter den Titel OberbĂŒrgermeister.

WĂ€hrend der Zeit der Nationalsozialisten wurde der OberbĂŒrgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die MilitĂ€rregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen OberbĂŒrgermeister ein und 1946 fĂŒhrte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewĂ€hlten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wĂ€hlte anfangs aus seiner Mitte den OberbĂŒrgermeister als Vorsitzenden und ReprĂ€sentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tĂ€tig war. Des Weiteren wĂ€hlte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen OberbĂŒrgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und ReprĂ€sentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewĂ€hlt.

StadtoberhÀupter

Stadtrat

Nach der letzten Kommunalwahl vom 30. August 2009 verteilen sich die insgesamt 82 Sitze im Stadtrat der Stadt Essen wie folgt:

SPD CDU GRÜNE FDP Die Linke EBB REP NPD Essen steht AUF Gesamt
2009 31 26 9 5 5 3 1 1 1 82

Es regiert eine "Haushaltsmehrheit" aus CDU, BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen, FDP und EBB.

Stadtwappen

Wappen von Essen
Flagge von Essen mit Wappen auf gelb-blauem Untergrund
Logo der Stadt Essen

Das Wappen der Stadt Essen stellt eine heraldische Besonderheit dar, da es aus zwei Schilden und einer Krone besteht. Man nennt es Allianz- oder zusammengestelltes Wappen, da dessen Schilde normalerweise in einem zusammengeschobenen (gespaltenen) Schild zusammengefasst werden; nicht jedoch beim Wappen der Stadt Essen. Es zeigt unter der FĂŒrstenkrone zwei einzelne Schilde.

Blasonierung: Allianzwappen mit zwei Schilden in Courtoisie (heraldisch rechter (vorderer) Schild spiegelverkehrt nach heraldisch links geneigt)

„Vorderer Schild: In Gold ein rotbewehrter, schwarzer Doppeladler mit einer roten Dreiblattkrone ĂŒber beiden HĂ€uptern, hinterer Schild: In Blau ein linksgeneigtes goldenes Richtschwert. Über beiden Schilden eine perspektivisch dargestellte Dreiblattkrone, der innen rote Stirnreif zwischen zwei Perlenreihen mit drei grĂŒnen und zwei roten Steinen besetzt (‚Essener FĂŒrstenkrone‘).“

Wappenbedeutung: Der im vorderen Schild befindliche schwarze Doppeladler auf goldenem Grund ist der deutsche Doppeladler, jedoch ohne Zepter und Reichsapfel; er symbolisiert die Reichsunmittelbarkeit der Stadt. Das im hinteren Schild gezeigte goldene Richtschwert steht fĂŒr die Stadtheiligen Cosmas und Damian, die mit diesem Zeremonialschwert hingerichtet worden sein sollen. Die FĂŒrstenkrone, an deren Stelle eigentlich bei einem Stadtwappen eine Mauerkrone zu verwenden wĂ€re, ist wie der gesamte Aufbau recht unheraldisch und bezieht sich auf das FĂŒrstentum Essen.

Das Wappen in der gegenwĂ€rtigen Form wurde 1887 vom Berliner Maler Emil Doepler gestaltet und von der Stadt gegen einigen Widerstand von Heraldikern durchgesetzt. Eine Version mit heraldisch korrekterem Aufbau begrĂŒĂŸt die Besucher, die den Bahnhof in Richtung Stadt verlassen, auf dem Dach des gegenĂŒberliegenden Hotels Handelshof. Das Wappen verwendet nur einen gespaltenen Schild und die Mauer anstelle der Krone.

Blasonierung des zusammengeschobenen (gespalteten) Wappens:

„Gespalten von Gold und Blau, vorne ein halber rotbewehrter und rotbekronter schwarzer (Doppel)-Adler am Spalt, hinten ein linksgeneigtes goldenes Richtschwert. Über dem Schild eine vierzinnige goldene Mauerkrone.“

Dem Wappen wurden die gegenwÀrtigen Stadtfarben Gelb und Blau entnommen.

StÀdtepartnerschaften

Essen unterhÀlt mit folgenden StÀdten eine StÀdtepartnerschaft:[12]

Seit 1953 besteht eine Patenschaft fĂŒr Hindenburg O.S., die 2000 zu einer intensiven Kooperation ausgeweitet wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur

AnsÀssige Unternehmen

SĂŒdviertel von Osten: links RWE Turm, Mitte vorn RellingHaus II (Evonik), dahinter RWE-GebĂ€ude, rechts Postbank, dahinter Thyssenhaus
Villa HĂŒgel, Park und Museum, ehem. Wohnsitz der Familie Krupp

Essen ist der Sitz einiger großer deutscher Konzerne: Neben Deutschlands zweitgrĂ¶ĂŸtem Industrieunternehmen RWE AG (siehe Bild unter Stadtbild) und dessen Tochterunternehmen RWE Power und RWE Rhein-Ruhr, haben auch sein ehemaliges Tochterunternehmen Hochtief, sowie Aldi-Nord, STEAG, die Arcandor AG (ehemals KarstadtQuelle), die Evonik Industries AG (ehemals RAG), die Schenker AG, Eon-Ruhrgas sowie seit 2010 ThyssenKrupp hier ihre Konzernzentralen. Einer der grĂ¶ĂŸten Pressekonzerne Deutschlands, die WAZ-Gruppe, hat in Essen ihren Sitz. Der SchuhhĂ€ndler Deichmann ist in Essen-Borbeck ansĂ€ssig. Mit der Evonik Goldschmidt GmbH befindet sich in der Mitte Essens ein Unternehmen der Chemieindustrie, welches der grĂ¶ĂŸte produzierende Industriebetrieb der Stadt ist. Außerdem hat sich mit der Firma Voith Turbo Hochelastische Kupplungen GmbH & Co. KG in den letzten Jahren ein weiterer Industriebetrieb der Maschinenbau-Branche am Standort Essen angesiedelt. Dieser befindet sich im Besitz der Voith AG mit Stammsitz in Heidenheim/Brenz. Die CafĂ©-Kette Starbucks Corporation hat ihren Deutschlandsitz in Essen.

Essen war lange Zeit Krupp-Stadt; einst war das WerksgelĂ€nde der Firma Krupp grĂ¶ĂŸer als das restliche Stadtgebiet. Diese Zeiten sind seit dem Zweiten Weltkrieg vorbei, und seit der Fusion mit Thyssen, deren Verwaltungsstandort DĂŒsseldorf war, befanden sich in Essen nur noch einige wenige Tochterfirmen. Anfang 2006 gab ThyssenKrupp bekannt, ihre Konzernzentrale vollstĂ€ndig in Essen zusammenzufassen. Im Krupp-GĂŒrtel, der alten Krupp-Stadt westlich der Innenstadt, wurde am 17. Juni 2010 die neue Konzernzentrale eingeweiht.

Im Zuge der wirtschaftspolitischen Profilierungsbestrebungen, die sich gegenwÀrtig viele StÀdte auf die Fahne geschrieben haben, setzt Essen den Fokus statt auf Schwerindustrie auf den Bereich Energie; die hier ansÀssige RWE, RAG und Eon-Ruhrgas mit ihren diversen Töchtern legen dies auch nahe.

Die Messe Essen ist ebenfalls ein wichtiger Faktor des Wirtschaftslebens, neben mehreren kleineren Spezial-Messen (IPM, FIBO, SPIEL) haben sich hier vor allem auf die Versorgungswirtschaft ausgerichtete Messen (E-world – Energy & Water, „SanitĂ€r Heizung Klima“) sowie die Jugendmesse YOU etabliert, die als Europas grĂ¶ĂŸte Jugendmesse in der Regel etwa 300.000 meist jugendliche Besucher anzieht. Ebenso ziehen „die Weltmesse des Pferdesports“, die Equitana, die Security, und die DEUBAU seit Jahren zahlreiche Besucher an. ErwĂ€hnenswert sind auch die „Techno-Classica“ als weltgrĂ¶ĂŸte Oldtimer-Messe mit rund 150.000 Besuchern und die „Essen Motor Show“.

In Essen hat das Personaldienstleistungsunternehmen Tempton seinen Sitz, das 2007 rund 5500 Zeitarbeitnehmer beschÀftigte.

Essen ist auch der Stammsitz von Dienstleistungsunternehmen im Gesundheitswesen, so die "DDG" (Deutsches Dienstleistungszentrum fĂŒr das Gesundheitswesen GmbH), eine Firma zur PrĂŒfung und Zwischenfinanzierung von Krankenkassenabrechnungen mit mehr als 800 Mitarbeitern, die 1991 aus einer Gesellschaft der "opta data Gruppe" entstanden ist. Die "opta data Gruppe" ist eine Firmengruppe, deren Kern sich mit der Kassenabrechnung fĂŒr "Sonstige Leistungserbringer" beschĂ€ftigt. Die Gruppe beschĂ€ftigt ĂŒber 1.600 Mitarbeiter mit Standorten in Essen und Berlin und in weiteren sechs StĂ€dten in Deutschland und Österreich. (Stand 2011)

Die Stadtverwaltung beschÀftigt rund 5200, die stadtnahen Betriebe nochmal etwa 2000 Mitarbeiter. (Stand: 2007)

Vgl auch: Kategorie Unternehmen in Essen

Medien

In Essen unterhĂ€lt der Westdeutsche Rundfunk (WDR) ein Studio. Hier werden die Regionalprogramme fĂŒr das mittlere Ruhrgebiet produziert und ausgestrahlt. Beide regionalen Zeitungen, die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) und Neue Ruhr Zeitung (NRZ) werden vom WAZ-Konzern verlegt.

Auf wöchentlicher Basis erscheinen kostenpflichtig zum einen die Zeitung Ruhr Wort des Bistums Essen sowie die Werdener Nachrichten und die Borbecker Nachrichten, die lokale Nachrichten veröffentlichen. Die Borbecker Nachrichten waren einst die grĂ¶ĂŸte Lokalzeitung Deutschlands; die Borbecker Nachrichten und Werdener Nachrichten gehören seit einigen Jahren zur WAZ.

In Essen wird der Lokalradiosender 102.2 Radio Essen ausgestrahlt, der sein Studio in der Lindenallee hat, innerhalb der Innenstadt. Durch die Glasfront zur Straße können Passanten den Moderatoren zuschauen. Abends wird auf der Frequenz von Radio Essen Programm aus den Essener RadiowerkstĂ€tten ausgestrahlt. In Altenessen hat der Offene Kanal Essen seinen Sitz, Essens BĂŒrgerfernsehsender. Der Betrieb des Offenen Kanals Essen (OK 43) wurde jedoch zum 1. Januar 2009 eingestellt, da die Landesmedienkommission beschlossen hat, offene KanĂ€le nicht mehr weiter in der bisherigen Form zu fördern.

Bildungseinrichtungen

Logo der Essener Europaschulen

1927 wurde die Folkwang-Schule fĂŒr Musik als interdisziplinĂ€r ausgerichtete Bildungseinrichtung fĂŒr Kunst gegrĂŒndet. 1929 wurde die Fachschule fĂŒr Gestaltung unter dem Namen Folkwang weiter gefĂŒhrt. 1963 erhielt die Einrichtung den Status einer Hochschule des Landes. 1972 wurden die bildenden FĂ€cher in die neu gegrĂŒndete UniversitĂ€t-Gesamthochschule Essen integriert, im Jahr 2007 an die zwischenzeitliche Folkwang-Musikhochschule zurĂŒckverlagert. Mit hinzugekommenen Außenstellen in Bochum, Dortmund und Duisburg hat sich die nun wieder integrierte Kunsthochschule den Namen Folkwang UniversitĂ€t gegeben.

1972 wurde die UniversitĂ€t-Gesamthochschule Essen gegrĂŒndet, in die die PĂ€dagogische Hochschule, mehrere Ingenieurschulen, die Höhere Fachschule fĂŒr Sozialarbeit und Wirtschaft sowie das Essener Klinikum integriert wurden. 2003 fusionierte diese mit der UniversitĂ€t Duisburg zur heutigen UniversitĂ€t Duisburg-Essen, die zu den zehn grĂ¶ĂŸten UniversitĂ€ten Deutschlands gehört.

Die private FOM (Hochschule fĂŒr Oekonomie & Management) nahm 1994 ihren Studienbetrieb auf. Sie wurde als Fachhochschule fĂŒr BerufstĂ€tige von Institutionen der Wirtschaft ins Leben gerufen. 2010 war die FOM mit ĂŒber 16,000 Studierenden die grĂ¶ĂŸte private Hochschule Deutschlands geworden.

Zur Zeit gibt es in Essen 12 Europaschulen. Darunter eine Hauptschule und eine Grundschule, zwei Realschulen, drei Gesamtschulen, sowie vier Gymnasien und ein Berufskolleg.[13]

Berufsbildend ist die Katholische Schule fĂŒr Pflegeberufe Essen.

Im Haus der Technik finden jĂ€hrlich ĂŒber 1.500 Seminare, LehrgĂ€nge, Tagungen und Kongresse vor allem der Weiterbildung statt.

An der Folkwang-Musikschule wird Musik und Tanz gelehrt.

Zu den weiterfĂŒhrenden Schulen zĂ€hlen u.a.:

Gesundheitseinrichtungen

Neben dem UniversitĂ€tsklinikum verfĂŒgt die Stadt ĂŒber zwölf weitere KrankenhĂ€user mit insgesamt knapp 6.000 Betten. Dazu zĂ€hlen das Alfried Krupp Krankenhaus mit seinen zwei Kliniken in RĂŒttenscheid und Steele (ehemals Lutherkrankenhaus), das Elisabeth-Krankenhaus in Huttrop und Bochold, die Kliniken Essen-Mitte (Huyssens-Stiftung und Knappschaftskrankenhaus), die Kath. Kliniken Essen-Nord-West (Philippusstift in Borbeck, St.-Vincenz-Krankenhaus in Stoppenberg und Marienhospital in Altenessen), die Kliniken Essen-SĂŒd (Kath. Krankenhaus St. Josef und Ev. Krankenhaus in Werden), die Ruhrlandklinik in Heidhausen und das St. Josef-Krankenhaus in Kupferdreh, welches zusammen mit dem St. Elisabeth-Krankenhaus in Hattingen die Kath. Kliniken Ruhrhalbinsel bildet. Das UniversitĂ€tsklinikum und das Elisabeth-Krankenhaus besitzen eine Kinderklinik. Das Bethesda-Krankenhaus in Borbeck wurde im Juni 2006 geschlossen. Des Weiteren hat Essen rund 1000 niedergelassene Ärzte, rund 350 ZahnĂ€rzte und circa 65 ambulante Pflegedienste.

Weitere Organisationen

Essen ist Sitz des Regionalverbands Ruhr (RVR), der Emschergenossenschaft, des Ruhrverbands, der Landesanstalt fĂŒr Immissionsschutz Nordrhein-Westfalen, des Rheinisch-WestfĂ€lischen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung, des RWTÜV, des Stifterverbands fĂŒr die Deutsche Wissenschaft, der Karl und Veronica Carstens-Stiftung, der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), des Bistums Essen und der Industrie- und Handelskammer zu Essen, MĂŒlheim an der Ruhr und Oberhausen.

Weiterhin ist hier der Essener Verbund der Immigrantenvereine ansÀssig.

Verkehr

Essener Hauptbahnhof an der Freiheit
Ruhrschnellweg

In Essen gibt es 3227 Straßen mit einer GesamtlĂ€nge von 1595 Kilometern.

Essen verfĂŒgt mit dem 2010 renovierten Hauptbahnhof ĂŒber einen ICE-Fernbahnhof und Regionalbahnhof. Hinzu kommen die Regionalbahnhöfe Altenessen, Borbeck, Kray SĂŒd, Steele und West sowie Zollverein Nord Bf, des Weiteren 19 S-Bahn-Stationen: Bergeborbeck, Borbeck SĂŒd, Dellwig, Dellwig Ost, Eiberg, Frohnhausen, Gerschede, Holthausen, Horst, HĂŒgel, Kettwig, Kettwig Stausee, Kray Nord, Kupferdreh, Stadtwald, Steele Ost, SĂŒd, Überruhr und Werden.

Im EisenbahngĂŒterverkehr ist Essen jedoch nach Stilllegung des östlich vom Hauptbahnhof gelegenen Rangierbahnhofes kein Eisenbahnknoten mehr. Ab September 2008 wurde das BahnhofsgebĂ€ude renoviert und umgestaltet und am 21. Dezember 2009 neu eröffnet.

Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedient die EVAG (Essener Verkehrs-AG) mit derzeit (2009) 51 Omnibuslinien (GesamtlĂ€nge 4?? km), sieben Straßenbahnlinien (GesamtlĂ€nge 83 km) und drei U-Bahn- bzw. Stadtbahnlinien (GesamtlĂ€nge 29 km). Der Stadtbahn-Betrieb wurde 1977 aufgenommen. Alle Linien sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr zu benutzen.

Die Stadt Essen wirbt mit rund 100 km Radwegen innerhalb der Stadt und veranstaltet regelmĂ€ĂŸig den Essener FahrradfrĂŒhling mit vielen Radtouren und Infoveranstaltungen. Im SĂŒden der Stadt ist eine acht Kilometer lange ehemalige Bahntrasse zu einem Fahrradweg ausgebaut worden. Zahlreiche Radstrecken fĂŒhren durchs GrĂŒne.

An der Stadtgrenze zu MĂŒlheim an der Ruhr befindet sich der stĂ€dtische Flughafen Essen/MĂŒlheim. Der Flughafen besitzt ein TerminalgebĂ€ude, fertigt aber keine Linien- oder Charterfluggesellschaften ab. Private Kleinflugzeuge bilden die Mehrheit in Essen/MĂŒlheim, da Strahlflugzeuge in Essen/MĂŒlheim nur mit besonderer Genehmigung starten und landen dĂŒrfen. Des Weiteren gibt es einen Segelflugclub und eine Zeppelin-Montagehalle der WDL Luftschiffgesellschaft. Betreiber des Flughafens Essen/MĂŒlheim ist die FEM GmbH. Air Albatros bietet gelegentlich RundflĂŒge ĂŒber die Stadt mit einer alten Antonov an. Der Flughafen ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen- die Straßenbahnlinie 104 verbindet MĂŒlheim mit dem Flughafen und die Buslinie 145 bedient unter anderem den Essener Hauptbahnhof.

Essen befindet sich im Einzugsbereich der Bundesautobahnen A 40 (Ruhrschnellweg) und A 52 sowie der Bundesstraße B 224,

Bauwerke

Aalto-Theater, Opernhaus
Deutschlandhaus
RWE-Turm
Frontansicht des Museum Folkwang mit dem von David Chipperfield geplanten Neubau.

Die Stadt verfĂŒgt ĂŒber zahlreiche Verwaltungsbauten aus dem gesamten letzten Jahrhundert, angefangen bei dem GebĂ€ude der Emschergenossenschaft (Wilhelm Kreis) bis zum RWE-Turm (nach EntwĂŒrfen des DĂŒsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven; Overdiek und Partner). Viele GebĂ€ude aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts bestimmen das Bild der Innenstadt (Bahnhofsvorplatz mit Haus der Technik (ehem. Börse), Hotel Handelshof, Eickhaus, alte Sparkasse und Hauptpost sowie im Innenstadtbereich Deutschlandhaus, Steinhaus, Derendorfhaus, Lichtburg, Baedekerhaus, Blumhaus). Diese GebĂ€ude sind von bekannten, grĂ¶ĂŸtenteils aus SĂŒddeutschland stammenden Architekten (im Umfeld der Essener Kunstgewerbeschule bzw. der Essener Raumkunstgruppe) entworfen worden.

Markant in der Innenstadt ist der Burgplatz mit Johanneskirche, Atrium, MĂŒnster, Domschatzkammer, Bischofspalais, VHS und dem Blick auf die Alte Synagoge und die Altkatholische Friedenskirche. Die Kettwiger Straße wird 1958 die erste FußgĂ€ngerzone der Bundesrepublik Deutschland.

Viele alte Wohn- und GeschÀftshÀuser sind nach dem Krieg durch eine Architektur der 1950er- und 1960er-Jahre auf dem Grundriss der mittelalterlichen Stadt in höherer Bauweise erneuert worden.

Essen hat vor allem im SĂŒden der Stadt stĂ€dtebaulich agiert. Es sind zahlreiche geplante Stadtteile entstanden (Moltkeviertel, Margarethenhöhe, Altenhof I und II, große Teile Frohnhausens u.v.m.). Ferner wurde die Stadt mit einem zweiten Innenstadtring mit teils reprĂ€sentativer Architektur ausgestattet (zum Beispiel Erlöserkirche, GlĂŒckaufhaus, Steag-Zentrale, Pfarrkirche St. Engelbert, GebĂ€ude der Emschergenossenschaft, Hauptsitz des KVR, Ruhrhaus und die Auferstehungskirche an der Friedrich-, Hohenzollern-, Kronprinzen-, KurfĂŒrstenstraße).

Was weiterhin auffĂ€llt, ist die an vielen Stellen durchgehende GebĂ€udehöhe von nur drei Geschossen und die Anlage von weiten grĂŒnen Innenhöfen. Dies geht auf das Wirken von Robert Schmidt (1869–1932), Beigeordneter der Stadt Essen, zurĂŒck. Damit wurde ein bauliches GegenstĂŒck zur Berliner Mietskasernenarchitektur im Ruhrgebiet durchgesetzt.

Mit dem Moltkeviertel legte Robert Schmidt ab etwa 1908 ein innenstadtnahes Wohnviertel unter konseqenter BerĂŒcksichtigung bĂŒrgerlicher Reformideen an. Große GrĂŒn-, Sport- und SpielflĂ€chen verbinden sich mit hochwertiger Bausubstanz - durchgĂ€ngig im Stil der Reformarchitektur - zu einem weltweit einmaligen Beispiel des von der Reformbewegung beeinflussten StĂ€dtbaus der Moderne.

Die Stadt ist durch sehr viel Baumbestand und WĂ€lder sowie im SĂŒden durch eine hĂŒgelige Landschaft (Ruhrberge/Baldeneysee) geprĂ€gt.

Herausragende GebĂ€ude sind das Opernhaus, erbaut nach PlĂ€nen des finnischen Architekten Alvar Aalto, sowie die neue Hauptverwaltung der RWE-Konzerns, ein zylindrisches Hochhaus mit klimatisch wirksamer zweischaliger Glasfassade der Architekten Ingenhoven, Overdiek und Partner (DĂŒsseldorf), die hier eine weithin sichtbare Landmarke fĂŒr die Stadt setzten.

Im Nordosten der Stadt befindet sich das Areal der zum Weltkulturerbe gehörenden ehemaligen Kokerei und Zeche Zollverein, letztere gilt als Meilenstein der Industriearchitektur. Das Zollverein-Areal ist ein Ankerpunkt der EuropĂ€ischen Route der Industriekultur (ERIH). Mit der Schließung der Kokerei Zollverein 1993 war die Bergbaugeschichte Essens beendet.

FĂŒr das Zollverein-Areal gibt es konkrete Planungen, das Weltkulturerbe zu einem regionalen Kulturzentrum auszubauen, die wegen der nötigen Eingriffe in die historische Bausubstanz kontrovers diskutiert werden. Bereits dort angesiedelt sind das red dot design museum (auch Design-Museum / Zentrum NRW), das im Aufbau befindliche Museum Zollverein sowie verschiedene kleinere Ausstellungen und Projekte. Anfang 2010 wurde das neue Ruhr Museum eröffnet. Der 2006 errichtete Zollverein-Kubus wird ebenfalls seit Anfang 2010 vom Fachbereich Gestaltung der Folkwang UniversitĂ€t genutzt.

Im Zentrum der Stadt finden sich weiterhin um den Burgplatz herum gruppiert die Johanniskirche, das MĂŒnster (welches in Teilen bis ins 10. Jahrhundert zurĂŒckgeht und als Wahrzeichen der Stadt gilt), das 1928 fertiggestellte massige Baedeker-Haus und die 1928 errichtete, und 2003 renovierte Lichtburg. Außerdem ist dort der markante glĂ€serne Eingang des Neubaus der VHS zu sehen. Im MĂŒnster befindet sich die Goldene Madonna, die Ă€lteste erhaltene vollplastische Madonnenfigur des christlichen Abendlandes. GegenĂŒber vom Hauptbahnhof steht das so genannte Haus der Technik, erbaut in den frĂŒhen 1920er Jahren nach EntwĂŒrfen des Architekten Edmund Körner als BĂŒro- und GeschĂ€ftshaus.

Ebenfalls sehenswert ist die Alte Synagoge, die bei ihrer Eröffnung 1913 noch Neue Synagoge hieß: In der Reichspogromnacht ausgebrannt, wurde sie danach nicht mehr von der jĂŒdischen Gemeinde genutzt (die sich nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue, kleinere Synagoge baute). Nach wechselnden Nutzungen unter anderem als Design-Museum dient sie heute als BegegnungsstĂ€tte zwischen den Religionen und Kulturen. 1980 wurde die Synagoge GedenkstĂ€tte.

Zum SĂŒden der Stadt hin liegt das Museum Folkwang, das eine bedeutende Sammlung romantischer und moderner Kunst prĂ€sentiert, sowie der Grugapark, benannt nach der Großen RuhrlĂ€ndischen Gartenbauausstellung (GRUGA), die hier 1929 stattfand. Mit 70 Hektar ist er eine der grĂ¶ĂŸeren innerstĂ€dtischen Parkanlagen Europas und beliebtes Naherholungsgebiet der Essenerinnen und Essener. Dazu gehört die Grugahalle, in der Konzerte und Großereignisse wie der EU-Gipfel 1994 stattfinden, sowie die Messe Essen.

Noch weiter sĂŒdlich liegt oberhalb des von 1931 bis 1933 im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme kĂŒnstlich angelegten Baldeneysees die Villa HĂŒgel, der monumentale Wohnsitz der Familie Krupp, erbaut vom Industriellen Alfred Krupp, in dem eine stĂ€ndige Ausstellung der Krupp-Stiftung und diverse Wechselausstellungen zu finden sind.

In direkter Nachbarschaft zum Grugapark befindet sich der Stadtteil Margarethenhöhe, benannt nach der 1929 von Georg Metzendorf im Auftrag von Margarethe Krupp (zugleich Namensgeberin) errichteten Siedlung Margarethenhöhe, einem architektonisch bedeutenden Beispiel der Gartenstadtbewegung.

Einen starken Kontrast zum restlichen Stadtbild weisen die beiden an der Ruhr gelegenen sĂŒdlichen Stadtteile Kettwig und Werden auf. Sie besitzen beide einen Altstadtkern, der vom Zweiten Weltkrieg und folgenden Abrisssanierungen fast vollkommen verschont geblieben ist. Im Stadtteil Kettwig befindet sich auch die Staustufe des gleichnamigen Ruhrstausees, wo die Schiffe aus MĂŒlheim und Essen anlegen. Sehenswert ist auch das Krayer Rathaus, wo nach dem Zweiten Weltkrieg die erste Ratssitzung stattfand, da das Essener Rathaus im Krieg schwer beschĂ€digt wurde. Ein weiteres markantes Bauwerk in Essen ist der 157,5 Meter hohe, fĂŒr die Öffentlichkeit nicht zugĂ€ngliche, Fernmeldeturm.

Kunst- und Kulturleben

Der Saalbau ist Sitz der Philharmonie Essen
Der Weihnachtsmarkt 2007
Der „Blaue Baum“ auf dem Weihnachtsmarkt

Essen verfĂŒgt in der Theater und Philharmonie Essen (TuP) – unter einem einheitlichen Dach organisiert – ĂŒber eines der vier philharmonischen Orchester Nordrhein-Westfalens (mit dem Saalbau als AuffĂŒhrungsort), ein Opernhaus (Aalto-Theater) und ein Stadttheater (Grillo-Theater) mit einigen angeschlossenen kleineren BĂŒhnen. Weiterhin existiert in Essen das Ă€lteste Privattheater Nordrhein-Westfalens (Das Kleine Theater Essen), ein Boulevardtheater, das Colosseum Theater, ein VarietĂ©, und mit der 1928 errichteten und 2003 aufwĂ€ndig restaurierten Lichtburg der grĂ¶ĂŸten Kinosaal wie auch das Ă€lteste noch in Betrieb befindliche Kinos Deutschlands, das zunehmend wieder als Premierenkino auflebt. Die Lichtburg wurde 1998 in die Denkmalliste eingetragen. Das Museum Folkwang besitzt eine bedeutende Kunstsammlung mit den Schwerpunkten Romantik, Impressionismus und Expressionismus. Weitere Museen sind: das natur- und kulturhistorische Ruhrlandmuseum, das Deutsche Plakatmuseum, das Kunsthaus Essen, das Museum afrikanischer Kunst Soul of Africa Museum und die Villa HĂŒgel mit der historischen Sammlung der Familie Krupp und regelmĂ€ĂŸigen Kunstausstellungen. Ein Ensemble zeitgenössischer Skulpturen findet sich auf dem Moltkeplatz im Moltkeviertel.

Am 11. April 2006 wurde die Stadt durch eine siebenköpfige EU-Jury stellvertretend fĂŒr das gesamte Ruhrgebiet zur Kulturhauptstadt Europas 2010 gewĂ€hlt. (Gleichzeitig tragen PĂ©cs (Ungarn) und Istanbul den Titel.[14]) An RUHR.2010 beteiligt sind neben Essen dem Regionalverband Ruhr das Land Nordrhein-Westfalen und der Initiativkreis Ruhrgebiet.

Die vormals in Berlin stattfindende Loveparade war Ende August 2007 in Essen. Ab 23. August waren viele Clubs der Region fĂŒr Sonderveranstaltungen geöffnet, bis dann am 25. August mit der eigentlichen Parade das Ereignis ausklang. Der Zug wurde dabei durch die nördliche Innenstadt gefĂŒhrt, die Abschlusskundgebung fand auf dem ehemaligen Kirmesplatz am Berliner Platz statt.

Unter einem Motto stehen in jedem Jahrzehnt die Essener Lichtwochen, die jĂ€hrlich stattfinden. Dabei werden von Ende Oktober bis Anfang Januar des folgenden Jahres Lichtinstallationen ĂŒber den Innenstadtstraßen Essens angebracht.

Der Kulturpfad der Stadt Essen fĂŒhrt Besucher zu Kunst- und Kulturorten zwischen der Marktkirche und Museum Folkwang.

In vielen Essener Stadtteilen gibt es Heimat-, BĂŒrger- und Verkehrsvereine. Achtzehn solcher Vereine haben sich zusammengeschlossen im „Stadtverband der BĂŒrger- und Verkehrsvereine Essen“. Ein weiterer Stadtverband ist der Stadtverband Essen der KleingĂ€rtnervereine dem zurzeit 104 Essener Kleingartenvereine mit insgesamt 250 Kleingartenanlagen angehören (Stand 2009).

Sport

Fußball: Der wichtigste Fußballverein Essens ist Rot-Weiss Essen, der Spieler wie Helmut Rahn, Willi Lippens, Horst Hrubesch und Frank Mill hervorgebracht hat. Der Verein spielte zuletzt nach einer Insolvenz in der NRW-Liga, ist aber in dieser Saison (2010/2011) wieder in die viertklassige Regionalliga West aufgestiegen. Die Heimspiele werden im Georg-Melches-Stadion an der Hafenstraße ausgetragen. In der Saison 2005/06 lag der Zuschauerschnitt bei 12.291. Ebenfalls von grĂ¶ĂŸerer Bedeutung ist Schwarz-Weiß Essen, dessen Fußballabteilung 1959 deutscher Pokalsieger wurde und heute, in der Saison 2010/11, in der NRW-Liga spielt. Auch Jens Lehmann, der in Essen geborene, ehemalige deutsche Nationaltorwart, spielte fĂŒr diesen Verein, ebenso wie der heutige Manager der Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff.

Die Frauenfußballmannschaft der SG Essen-Schönebeck, deren Heimspiele im Sportpark Am Hallo ausgetragen werden, spielt seit 2004 in der Bundesliga und erreichte 2007 und 2010 das Halbfinale im DFB-Pokal.

American Football: Die Assindia Cardinals spielen 2009 in der höchsten deutschen Spielklasse, der German Football League (GFL). Nach zwei Aufstiegen in Serie wurden die Cardinals zur Mannschaft des Jahres 2008 in Essen gewĂ€hlt. Die Heimspiele werden im Stoppenberger Sportpark „Am Hallo“ ausgetragen.

Skaterhockey: In Essen ist mit dem SHC Rockets Essen 1985 einer der Àltesten und mitgliederstÀrksten Inline-Skaterhockey-Vereine Europas beheimatet. Im Jahr 2009 wurde der Verein Europacup-Sieger der Junioren.

Eishockey: Essen hat eine Eishockey-Tradition seit den 1960er Jahren und war von 1994 bis 2008 durch den Verein ESC Moskitos Essen e.V. in der deutschen Bundesliga bzw. Profiliga vertreten. 1999 war Essen „Deutscher Meister“ der 1. Bundesliga und spielte danach in der DEL. Ab 2008 spielte der Verein in der Regionalliga, da er Insolvenz anmelden und somit zwangsabsteigen musste. In der Saison 2009/2010 wurden sie Deutscher Meister der Regionalliga und sind aufgestiegen in die Oberliga.

Basketball: Die Basketballer der ETB Wohnbau Baskets Essen stehen seit dem Aufstieg aus der Pro B als Teilnehmer der Pro A Saison 2008/09 fest, welche die zweithöchste Spielklasse Deutschlands darstellt. Die Basketballabteilung des ETB wurde 1960 gegrĂŒndet. Die Heimspiele werden in der neuen Halle „Am Hallo“ ausgetragen.

Laufen: Seit 1963 findet Deutschlands Ă€ltester ununterbrochen durchgefĂŒhrter Marathon Rund um den Baldeneysee statt. Außerdem hat der Ruhrmarathon seit 2004 sein Ziel in Essen.

Segeln: 25 Segelvereine mit mehr als 3400 Mitgliedern verschaffen dem Segelsport auf dem Baldeneysee mit der Ausrichtung vieler Ranglistenregatten ĂŒberregionale Bedeutung. Auch internationale Meisterschaften werden hier ausgetragen.

Schwimmen: SG Essen (Startgemeinschaft vieler Essener Schwimmvereine) ist ein sowohl auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene vertretener Verein. Die SG Essen richtete auch 2008 die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften im Hauptbad aus.

Handball: Der zweitgrĂ¶ĂŸte Essener Sportverein TUSEM Essen ist mehrfacher Deutscher Meister, Pokalsieger und Europapokalsieger im Handball. Nach dem Gewinn des Europapokals verlor der Verein die Lizenz fĂŒr die Bundesliga und trat 2005 in der Regionalliga an. Durch eine fast makellose Saison (63:01 Punkte) gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Seit der Saison 2007/2008 ist der Club von der Margarethenhöhe, der seine Heimspiele in Stoppenberg in der dortigen Halle „Am Hallo“ austrĂ€gt, wieder erstklassig. Allerdings steht seit November 2008 fest, dass dem Verein wegen Insolvenz ein erneuter Zwangsabstieg, diesmal voraussichtlich in die 2. Bundesliga, bevorsteht.

Kanusport: Die Kanusport-Gemeinschaft Essen ist einer der erfolgreichsten Kanuvereine Deutschlands und hat bereits etliche Weltmeister und Olympiasieger im Kanurennsport hervor gebracht, darunter Thomas Reineck, Olaf Winter und Tomasz Wylenzek.

Tischtennis: Ein bekannter Tischtennisverein ist SV Moltkeplatz Essen. Er wurde 1953 gegrĂŒndet und wurde von 1964 bis 1970 der Verein viermal deutscher Vizemeister. 1966 gehörte er zu den GrĂŒndungsmitgliedern der Tischtennis-Bundesliga und spielte von 1966 bis 1970 vier Jahre lang in dieser Klasse. Nach dem Abstieg 1971 konnte man 1978 noch einmal aufsteigen, allerdings die Klasse nicht halten. Zu den bekanntesten Spielern zĂ€hlt Wilfried Lieck.

Volleyball Die Herren von VV Humann Essen spielen in der 2. Bundesliga. Außerdem spielt das Beachvolleyball-Nationalteam Katrin Holtwick/Ilka Semmler fĂŒr den Seaside Beach Club Essen.

Golf: Auf dem Essener Stadtgebiet existieren drei Golfclubs, der GC Essen-Heidhausen (27 Löcher), die Golfriege Etuf (9 Löcher) und der GC Haus Oefte (18 Löcher). Alle drei Clubs veranstalten regelmĂ€ĂŸig Turniere.

Weitere Vereine: Der grĂ¶ĂŸte Essener Sportverein ist die MTG Horst-Essen.

SchwimmbĂ€der: Essen hat zurzeit (April 2010) folgende SchwimmbĂ€der in Betrieb: das Grugabad, das Hauptbad, das Schwimmzentrum Kettwig, das Freibad Hesse in Dellwig, das Schwimmzentrum Oststadt, das Friedrichsbad, das Schwimmzentrum RĂŒttenscheid, das Hallenbad Nord-Ost, die Alte Badeanstalt in Altenessen, das Hallenbad Kupferdreh, das Hallenbad Werden, das Hallenbad Borbeck, das Hallenbad am SĂŒdpark in Kray und das Freibad in Steele, verwaltet vom Schwimmverein SV Steele 1911. Das Hauptbad gilt als stark sanierungsbedĂŒrftig, aber auch nahezu alle anderen BĂ€der bedĂŒrfen grĂ¶ĂŸerer Investitionen. Bis 2000 existierte im Essener Norden das Kuhlhoffbad und im Essener Westen das Nöggerathbad, ein grĂ¶ĂŸeres Freibad. Beide wurden geschlossen, um dann Bauland gewinnbringend verkaufen zu können. Zudem ist seit 1. April 2010 das Freizeitbad Oase in Frohnhausen geschlossen. Auch gab es im Gildehofcenter in der Innenstadt vom 20. November 1987 bis 31. Dezember 1992 ein Spaßbad; seit Ende der 1990er befindet sich in den RĂ€umlichkeiten die Stadtbibliothek.[15]

Persönlichkeiten

EhrenbĂŒrgerrechte verleiht die Stadt Essen seit 1879. Es folgt eine vollstĂ€ndige[16] Liste aller EhrenbĂŒrger:

Daneben verliehen auch damals eigenstĂ€ndige Gemeinden EhrenbĂŒrgerrechte an lokale Persönlichkeiten, unter anderem 1890 die Gemeinde Steele an Carl Humann, den Entdecker des Pergamon-Altars. Nach der Eingemeindung wurde diese Praxis aufgehoben.

Seit 1961 wird der Ehrenring der Stadt Essen als höchste Auszeichnung vergeben, den EhrenbĂŒrger Berthold Beitz bereits im Jahr 1983 erhielt. Weitere TrĂ€ger des Ehrenringes sind unter anderem Gustav Heinemann, OberbĂŒrgermeister und spĂ€terer BundesprĂ€sident, Franz Kardinal Hengsbach, der erste Bischof von Essen sowie verschiedene ehemalige OberbĂŒrgermeister der Stadt. Neben dem Ehrenring wird eine Ehrenplakette als zweithöchste Auszeichnung der Stadt vergeben.

An Jugendliche oder junge Erwachsene verleiht das Jugendamt der Stadt zudem seit 2004 in verschiedenen Kategorien den Preis Essens Beste.

Anstatt eines Goldenen Buches gibt es in Essen seit 1933 ein durch den damaligen OberbĂŒrgermeister Theodor Reismann-Grone beauftragtes Stahlbuch. Er begrĂŒndete dies damit, dass der Aufstieg von Essen durch die Stahlindustrie möglich wurde und so ein Stahlbuch passender sei. Erstmalig genutzt wurde das GĂ€stebuch zur Hochzeit des Gauleiters Josef Terboven am 28. Juni 1934, zu der auch Adolf Hitler und Hermann Göring als Trauzeugen teilnahmen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde beschlossen, das Stahlbuch zu ersetzen. Da der Einband keine Insignien des Nationalsozialismus trug, wurde er auch fĂŒr den neuen Band genutzt. Die entnommenen Seiten mit den Eintragungen von 1934 bis 1945 befinden sich heute im Stadtarchiv Essen.[17]

Literatur

  • Ulrich Borsdorf (Hrsg.): Essen – Geschichte einer Stadt. Pomp Verlag, Bottrop / Essen 2002, ISBN 3-89355-236-7.
  • Erwin Dickhoff: Essener Straßen – Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen. Verlag Richardt Bacht GmbH, Essen 1979, ISBN 3-87034-030-4.
  • Essener Sportbund (Hg.): Sportschau Essen (erscheint jĂ€hrlich im November). Klartext Verlag, Essen 1992ff.
  • Robert Jahn: Essener Geschichte. Die geschichtliche Entwicklung im Raum der Großstadt Essen. Verlag W. Th. Webels, Essen 1952.
  • Heinz-K. Junk: Acta Collegii Historiae Urbanae Societatis Historicorum Internationalis – Serie C. In: Heinz Stoob, Wilfried Ehbrecht, JĂŒrgen Lafrenz, Peter Johannek (Hrsg.): Deutscher StĂ€dteatlas. Bd. IV 6, Dortmund-Altenbeken 1989, ISBN 3-89115-036-9 (Im Auftrag des Kuratoriums fĂŒr vergleichende StĂ€dtegeschichte e.V. und mit UnterstĂŒtzung der Deutschen Forschungsgemeinschaft).
  • Erich Keyser: Rheinisches StĂ€dtebuch. In: Deutsches StĂ€dtebuch. Handbuch stĂ€dtischer Geschichte. Bd. 3, Kohlhammer, Stuttgart 1956 (Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit UnterstĂŒtzung des Deutschen StĂ€dtetages, des Deutschen StĂ€dtebundes und des Deutschen Gemeindetages).
  • Ute KĂŒppers-Braun: Macht in Frauenhand – 1000 Jahre Herrschaft adeliger Frauen in Essen. Klartext Verlag, Essen 2002, ISBN 3-89861-106-X.
  • Helga Mohaupt: Kleine Geschichte Essens – Von den AnfĂ€ngen bis zur Gegenwart. Klartext Verlag, Essen 2002, ISBN 3-89861-118-3.
  • Helga Mohaupt, Willy van Heekern: Essen, Ein verlorenes Stadtbild. Gudensberg-Gleichen : Wartberg-Verl., 1994, ISBN 3-86134-182-4.
  • Karsten-Thilo Raab: Essen - Europas Kulturhauptstadt 2010. Wartberg Verlag, 2008, ISBN 978-3-8313-1914-5.
  • Klaus Rosing: Essen in alten und neuen Reisebeschreibungen. Droste-Verlag, DĂŒsseldorf 1989, ISBN 3-7700-0789-1.
  • Sigrid Schneider: Ansichtssachen. Bilder von Essen. Pomp Verlag, Bottrop / Essen 2002, ISBN 3-89355-237-5.
  • GĂŒnter Streich, Karsten-Thilo Raab: Essen gestern - heute. Wartberg Verlag, 2008, ISBN ISBN 978-3-8313-1913-8.
  • Herbert Westfalen: Essener Bilderbogen 1880–2007. Klartext Verlag, Essen 2008, ISBN ISBN 978-3-89861-997-4.
  • Literatur von Essen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Einzelnachweise

  1. ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. ↑ Detlef Hopp: Essen vor der Geschichte – Die ArchĂ€ologie der Stadt bis zum 9. Jahrhundertin: Borsdorf (Hrsg.): Essen – Geschichte einer Stadt, 2002, S. 32
  3. ↑ Detlef Hopp: Essen vor der Geschichte – Die ArchĂ€ologie der Stadt bis zum 9. Jahrhundertin: Borsdorf (Hrsg.): Essen – Geschichte einer Stadt, 2002, Ss. 21-57
  4. ↑ Richard G. Davis: Bombing the European Axis Powers: A Historical Digest of the Combined Bomber Offensive, 1939–1945. Air University Press, AU.AF.mil 2006, ISBN 1585661481, S. 109., englisch
  5. ↑ Historisches-Centrum.de, Ralf Blank: Die erste Ruhrschlacht 1943, abgerufen am 29. November 2010
  6. ↑ Haus jĂŒdischer Kultur. DerWesten.de; Abgerufen am 15. Juli 2010.
  7. ↑ Buddhist Group Essen auf Diamond Way Buddhism, abgerufen am 18. MĂ€rz 2010
  8. ↑ Chronik der Karnaper Geschichte (1552)
  9. ↑ Martin BĂŒnermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
  10. ↑ Martin BĂŒnermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  11. ↑ Stadtumbau West – Essen – Dienstleistungsstadt im Ruhrgebiet – Herausforderungen und Strategien (Zugriff: 5. September 2009)
  12. ↑ Homepage der Stadt Essen
  13. ↑ Europaschulen in Essen
  14. ↑ Ungarische Stadt PĂ©cs eröffnet Kulturhauptstadtjahr. In: Deutsche Welle. 10. Januar 2010, abgerufen am 10. Januar 2010.
  15. ↑ Westdeutsche Allgemeine (WAZ) v. 2. Februar 2008, Regionalteil
  16. ↑ EhrenbĂŒrger Essens
  17. ↑ Das Historische „Stahlbuch“ der Stadt Essen, abgerufen am 22. Februar 2010

Weblinks

 Commons: Essen â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Essen â€“ in den Nachrichten
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