Eule (Vogel)

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Eule (Vogel)
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Ordnung der Eulen (auch Käuze oder Uhus genannt); zur Schmetterlings-Familie der Eulen siehe Eulenfalter.
Eulen
Streifenkauz (Strix varia)

Streifenkauz (Strix varia)

Systematik
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Eulen
Wissenschaftlicher Name
Strigiformes
Wagler, 1830

Die Eulen (Strigiformes) sind eine Ordnung der V√∂gel (lat. Aves), zu der √ľber 140 Arten gez√§hlt werden. Vertreter der Gruppe sind auf allen Kontinenten, mit Ausnahme der Antarktis, anzutreffen. Die meisten Arten sind nachtaktiv und haben zahlreiche Anpassungen an ihre n√§chtliche Aktivit√§t entwickelt. Innerhalb der Eulen unterscheidet man die beiden Familien der Schleiereulen (Tytonidae) und der Eigentlichen Eulen (Strigidae).

Inhaltsverzeichnis

Name

Die deutsche Sprache kennt die Bezeichnung ‚ÄěEule‚Äú und ‚ÄěKauz‚Äú, die so in keiner anderen europ√§ischen Sprache verwendet werden. Im englischen werden alle Eulenarten als ‚Äěowl‚Äú und im holl√§ndischen als ‚Äěuil‚Äú bezeichnet. In der franz√∂sischen Sprache kennt man zwar neben Chouette noch den Begriff Hibou. Die letztere Bezeichnung wird ausschlie√ülich f√ľr Ohreulen wie die Waldohreule verwendet.[1]

Die beiden deutschen Begriffe haben sich lautmalerisch aus den Rufen der Eulen entwickelt. ‚ÄěEule‚Äú weist auf die heulenden Rufe hin, w√§hrend ‚ÄěKauz‚Äú eine Umschreibung der kurzen und markanten Rufe ist. Der Begriff Eule wird im deutschen vorwiegend f√ľr Arten verwendet, die in ihrem Erscheinungsbild schlank wirken. Kauz - im Deutschen auch f√ľr die Gattung Strix verwendet - bezeichnet meist Arten, die eher gedrungen und rundlich wirken.[2]

Anatomische Merkmale

Eulen besitzen eine sehr typische Gestalt. Als auf die n√§chtliche Jagd spezialisierte V√∂gel unterscheiden sich Eulen von anderen V√∂geln durch spezifische anatomische Merkmale. Der K√∂rper ist gedrungen und der Kopf, im Vergleich zu dem anderer V√∂gel, auff√§llig gro√ü und rundlich. Der Schnabel der Eulen ist stark gekr√ľmmt und scharfkantig.

Eulen haben gro√üe, nach vorn gerichtete Tubularaugen mit einer relativ verk√ľrzten Retina und einer konvexen Linse, die von einem langen Tubus aus Skleralkn√∂chelchen, dem Skleralring, umgeben sind. Diese Augen erm√∂glichen es ihnen, Gegenst√§nde sowie ihre Beutetiere r√§umlich zu sehen und Geschwindigkeiten und Abst√§nde abzusch√§tzen (Binokulares Sehen). Die Augen selbst sind unbeweglich, stattdessen k√∂nnen die Tiere ihren Kopf bis zu 270¬į drehen, wodurch das Gesichtsfeld stark erweitert wird. Gesch√ľtzt werden die Augen durch ein oberes und ein unteres Augenlid sowie durch eine Nickhaut, die das Auge bedecken k√∂nnen.

Skelettkopf eines Uhus
Skelettkopf eines Uhus

W√§hrend andere Vogelarten in der Regel kleine runde Ohr√∂ffnungen haben, zeichnen sich Eulen durch schlitzf√∂rmige Ohr√∂ffnungen aus, die fast so lang wie die Kopfh√∂he sind. Diese Ohr√∂ffnungen sind nicht symmetrisch am Kopf angeordnet, die rechte Ohr√∂ffnung liegt etwas h√∂her. Diese Asymmetrie ist je nach Eulengattung unterschiedlich stark ausgepr√§gt, bei allen jedoch vorhanden. Viele Eulen haben au√üerdem einen optisch auffallenden Gesichtsschleier, der den Schall in Richtung ihrer Ohren lenkt. Gemeinsam mit den Federohren dient der Gesichtsschleier im Feind- und Sozialkontakt auch dazu, Stimmungen auszudr√ľcken, und ist aus diesem Grunde h√§ufig auff√§llig gef√§rbt. Bewegliche Ohrl√§ppchen vor und hinter der Ohr√∂ffnung sind mit kurzen, harten Federn ausgestattet und unterst√ľtzen die Ger√§uschortung. Ebenfalls die Ger√§uschortung unterst√ľtzend ist der im Vergleich zu anderen Vogelarten breitere Sch√§del. Ein seitliches Ger√§usch wird dadurch von einem Ohr den Bruchteil einer Sekunde fr√ľher wahrgenommen. Der Teil des Gehirns, in dem sich das Geh√∂rzentrum befindet, ist sehr gut entwickelt. Bei der Schleiereule z.B. wurden 95.000 Nervenzellen festgestellt, bei der Kr√§he sind es hingegen nur 27.000. Die Eulen sind jedoch weniger empfindlich f√ľr Ger√§usche mit niedriger Frequenz, hingegen ist die Empfindlichkeit gegen√ľber hohen Frequenzen sehr gut entwickelt.

Feder einer Eule aus der Nähe: rechts unten sieht man den Rand der Feder mit kammförmigen Fortsätzen. Diese verwirbeln die Luft so, dass keine lauten Luftgeräusche entstehen. Eine ähnliche Funktion hat der fellartige Flaum, der auf der Oberfläche der Feder zu sehen ist.

Im Verh√§ltnis zum K√∂rpergewicht haben Eulen eine gro√üe Fl√ľgelfl√§che. Dies erm√∂glicht Eulen einen ger√§uscharmen Flug. Dieser wird auch dadurch unterst√ľtzt, dass die Flugfedern der meisten Gattungen einen weichen Rand haben. Die Ausnahme davon stellen die Fischeulen und Fischuhus dar, die sich auf Fische als Nahrungstiere spezialisiert haben.

Der Fu√ü der Eulen besitzt vier Zehen, die bei den Schleiereulen etwa gleich lang sind. Bei den Eigentlichen Eulen ist die nach hinten weisende Innenzehe etwas verk√ľrzt. Die √§u√üerste Zehe ist als Wendezehe ausgebildet und kann sowohl nach vorn als auch nach hinten gedreht werden. Die Normalstellung ausgewachsener Eulen ist dabei "zygodactyl", also mit zwei nach vorn und zwei nach hinten weisenden Zehen.

Eulenarten sind weltweit mit Ausnahme der Antarktis sowie einzelner Inseln verbreitet. Sie besiedeln fast alle Arten von Lebensr√§umen, von den trockenen und feuchten Urw√§ldern √ľber Savannen, Sumpfgebieten und W√§ldern bis hin zur Tundra. Dabei leben die meisten Arten in den tropischen und subtropischen Lebensr√§umen S√ľdamerikas und Asiens. Das n√∂rdliche Verbreitungsgebiet weist die Schnee-Eule auf, die in der Tundra Nordsibiriens, Nordkanadas und sogar an den K√ľsten Gr√∂nlands anzutreffen ist.

Europäische Eulenarten

Auf dem europäischen Kontinent sind dreizehn Eulenarten beheimatet, deren Verbreitungsgebiet allerdings meist noch große Teile Asiens und auch Nordamerikas einschließt. Sie besetzen dabei sehr unterschiedliche Lebensräume und haben sich auf spezifische Habitate spezialisiert.

Vor allem im nördlichen Europa beheimatet sind die Schnee-Eule, die von allen europäischen Eulen am weitesten nach Norden vordringt, sowie die Sperbereule, der Raufußkauz, der Habichtskauz und der Bartkauz. Der Uhu ist die größte europäische Eule, dessen Bestände sich nach jahrhundertelangem Bejagen allmählich wieder erholen. Zu seinen Beutetieren gehören auch die Waldohreule, die Sumpfohreule und der Waldkauz, die noch recht häufig vorkommen.

Dem Menschen am vertrautesten ist wahrscheinlich die Schleiereule, da sie ein ausgesprochener Kulturfolger ist. Die kleinste europäische Eule ist der Sperlingskauz. Nur wenig größer sind Zwergohreule und Steinkauz.

Lebensweise

Ruheverhalten und Flug

Die meisten Eulen sind nachtaktiv. Sie jagen in der Nacht und schlafen am Tag. Ausnahmen sind die tagaktive Sumpfohreule und die mitunter tagaktive Schnee-Eule.

Jagdweisen

Eulen sind vor allem auf nachtaktive Beutetiere spezialisiert. Die von den Eulen praktizierte Jagdtechnik ist dabei artspezifisch, von den jeweiligen √∂rtlichen Gegebenheiten gepr√§gt und auch beuteabh√§ngig. Generell praktizieren die Arten, die im Wald leben, eher eine Ansitzjagd, bei der sie von einer Warte (Ausschauplatz) aus auf Beute lauern. Eulen, die offenere Landschaften bewohnen, jagen durch Pirschfl√ľge, bei der sie aus dem Flug heraus ihre Beute ersp√§hen oder h√∂ren. Letzteres gilt beispielsweise f√ľr die Schleiereule. Diese greift aber auf die Ansitzjagd zur√ľck, wenn schlechtes Wetter diese Pirschfl√ľge einschr√§nkt.

Viele Eulenarten sind au√üerdem geschickte Bodenj√§ger, die in der Lage sind, eine am Boden davonhuschende Maus einzuholen. Die typischste Beuteerwerbshandlung ist jedoch das konzentrierte Fixieren der Beute von einer Warte oder aus dem Flug heraus, ein Abbremsen des Fluges unmittelbar vor dem Zusammentreffen mit der Beute, wobei die Beine nach vorne gestreckt und die Zehen weit gespreizt werden und ein rascher T√∂tungsbiss, w√§hrend gleichzeitig die Beute mit den kr√§ftigen F√§ngen "gewalkt" wird und die Fl√ľgel in der sogenannten "Fangstellung" weit √ľber die Beute gespreizt werden.

Beuteschema

F√ľr die meisten Eulenarten sind Kleins√§uger wie M√§use die bevorzugte Beute. Zum Beutespektrum geh√∂ren jedoch auch Fische, Schlangen, Regenw√ľrmer, Schnecken, Flederm√§use, Fr√∂sche, Motten und gro√üe K√§fer. Viele Eulenarten fressen auch Aas, was insbesondere den Uhu bei Untersuchungen seines Gew√∂lles immer wieder auch als Sch√§dling erscheinen lie√ü, da sich sogar Hirsch- und Rehbestandteile nachweisen lassen.

Gro√üe Eulen jagen auch andere kleinere Eulenarten. Dies gilt insbesondere f√ľr den Uhu, bei dem Waldkauz und Waldohreule einen nicht unerheblichen Beutebestandteil ausmachen.

Hassreaktion anderer Vogelarten auf Eulen

Die Sperbereule ähnelt in ihrem Erscheinungsbild Falken und löst bei anderen Vögeln daher keine Hassreaktion aus

Die meisten Eulenarten besitzen Erkennungsmerkmale, die sie eindeutig als Eule charakterisieren. Dazu geh√∂rt der gro√üe kugelige Kopf mit den nach vorne gerichteten Augen, die gedrungene Gestalt und das plustrige Gefieder. Andere Vogelarten erkennen darin ihren Fressfeind und reagieren, wenn sie w√§hrend des Tages Eulen in ihrem Versteck entdecken, mit aggressivem Verhalten. Dieses sogenannte "Hassen" von V√∂geln auf Eulen macht sich der Mensch gelegentlich bis heute zunutze. Eulen wurden vor dem Versteck des J√§gers aufgebaumt und die so angelockten V√∂gel abgeschossen oder mit Netzen eingefangen. So verwendete man beispielsweise den Steinkauz zum Fang von Drosseln und den Uhu f√ľr die Jagd auf Kr√§hen und Greifv√∂gel. Das Wegfangen junger Uhus f√ľr solche Jagdzwecke hat in manchen Regionen wie beispielsweise dem Schwarzwald dazu gef√ľhrt, dass die Best√§nde der Uhus drastisch zur√ľckgingen. Heute ist diese sog. H√ľttenjagd mit lebenden Lockv√∂geln verboten.

Zu den Eulenarten, die keine Hassreaktion durch andere V√∂gel ausl√∂sen, weil bei ihnen diese optischen Erkennungsmerkmale weniger stark ausgepr√§gt sind, z√§hlt beispielsweise die tag- und d√§mmerungsaktive Sperbereule. Sie √§hnelt in ihrem Erscheinungsbild eher Falkenarten. W√§hrend andere Eulen tags√ľber versteckt ruhen, bevorzugt sie es, weithin sichtbar in den Wipfeln von d√ľrren B√§umen zu sitzen.

Evolution und Systematik

Stammesgeschichte

Aufgrund der sehr schlechten Erhaltungseigenschaften von Vogelknochen, die als fragile Strukturen wesentlich empfindlicher sind als die Knochen anderer Wirbeltiere, sind von den meisten Vogelgruppen nur sehr spärliche Fossilfunde bekannt. Hinzu kommt die Schwierigkeit der Identifizierung, da es bis heute keine klare Klassifizierung der Knochenmerkmale bei Vögeln gibt.

Es wird angenommen, dass die fr√ľhesten Eulen zum Ende der Kreidezeit vor √ľber 65 Millionen Jahren auftauchten, allerdings ist bis heute kein entsprechender Fund bekannt. Die fr√ľhesten nachgewiesenen Eulen stammen aus dem Pal√§oz√§n und dem Eoz√§n, also der Zeitspanne vor 65 bis 40 Millionen Jahren. Die √§lteste bekannte Art ist dabei Ogygopteryx wetmorei aus dem Pal√§oz√§n, die der einzige Vertreter der Familie Ogygoptygidae ist und in Colorado, USA, gefunden wurde. Auch die insgesamt sieben bislang bekannten Eulenskelette aus dem Eoz√§n stammen mit einer englischen Ausnahme aus den USA (Wyoming und Kalifornien). Alle diese Arten werden nicht den beiden heute existierenden Familien zugeordnet sondern bilden mit einer weiteren Art aus dem fr√ľhen Oligoz√§n die Familie Protostrigidae.

Aus dem unteren Oligoz√§n stammen schlie√ülich die ersten Skelettfunde der Eigentlichen Eulen (Strigidae), die vor allem in einem Fossilhorizont in Quercy in Frankreich gefunden wurden. Diese werden den ausgestorbenen Gattungen Necrobyas und Strygogyps zugeordnet, allerdings wurde mit Bubo incertus auch ein Vertreter der Uhus und mit Asio henrici eine Art der Ohreulen nachgewiesen. Die sp√§teren Funde aus dem Mioz√§n geh√∂ren alle zu heute noch existierenden Gattungen wie den Zwergohreulen und den K√§uzen. Auch die fr√ľhesten Schleiereulen finden sich im Mioz√§n, vor allem in Frankreich und Italien. Dabei handelt es sich vor allem um Vertreter der heute noch existierenden Gattung Tyto, daneben jedoch mit Prosbybris antiqua auch um einen einer ausgestorbenen Gattung. Die Maskeneulen waren ebenfalls mit einer Art im Mioz√§n in Frankreich pr√§sent.

In den folgenden Epochen nehmen die Funde der fossilen Eulen zu und es handelt sich weitestgehend um Vertreter heute noch existierender Gattungen. Eulen aus tropischen Regionen tauchen als Funde dabei erst in den letzten zwei Millionen Jahren (Pleistozän und Holozän) auf, da in diesen Gebieten die Verwesung und der Zerfall der Knochen durch die starke Feuchtigkeit beschleunigt wird und die Erhaltungschancen entsprechend gering sind. Auch Fossilfunde heutiger Arten sind relativ häufig und stammen ebenfalls aus den letzten zwei Millionen Jahren.

Systematik

Innerhalb der Eulen werden die beiden Familien der Schleiereulen (Tytonidae) und der Eigentlichen Eulen (Strigidae) unterschieden.

Siehe auch Eulen im Tree of Life web project, zur Einordnung in die Vögel siehe Systematik der Vögel.

Mensch und Eule

Aberglaube rund um die Eule

Gesicht der Waldohreule mit dem auffälligen Gesichtsschleier
Die Eule als Patensymbol der Naturschutzgebiete

Die Eulen mit ihren auff√§llig gro√üen Augen, den wangen√§hnlichen Gesichtsfl√§chen, dem an eine stark gebogene Nase erinnernden Schnabel und der aufrechten Haltung, unterscheiden sich so deutlich von anderen Vogelgattungen, dass es sehr viel unterschiedlichen und teilweise widerspr√ľchlichen Aberglauben rund um diese Vogelfamilie gibt.

Der Aberglaube differenziert dabei selten zwischen den einzelnen Eulenarten. F√ľr den Aberglauben ist es in der Regel nicht wichtig, ob es sich bei der verwendeten Eulenfeder um die einer Zwergohreule oder die eines Uhus handelt. Als am n√§chsten zum Menschen lebende Art wird jedoch die Schleiereule in abergl√§ubische Rituale involviert gewesen sein.

Hexen- und Teufelsvogel

In Grimms Kinder- und Hausm√§rchen Nr. 174 Die Eule wird sie ausf√ľhrlicher charakterisiert (ferner KHM 69, 169, 171, 196).

In der heute popul√§ren Buchreihe Harry Potter der Autorin Joanne K. Rowling dienen Eulen den Hexen und Zauberern als √úberbringer von Nachrichten und Paketen. Dies schlie√üt an einen alten, europaweit verbreiteten Aberglauben an, demzufolge die Eule ein "Hexenvogel" ist, welcher auf Hexenversammlungen erscheint, den Hexen Botendienste leistet und mit dessen Federn sich die Hexen schm√ľcken. Eulen begleiten das Wilde Heer und des Teufels Gro√ümutter verwandelt sich in eine Eule. Die Eule ist damit im Aberglauben ein d√§monischer Vogel. In Italien glaubte man gar daran, dass ihr Blick t√∂te.

Eulen als Ungl√ľcksboten

Eule am Sarg Schneewittchens, deutsche Briefmarke, 1962

Bereits im antiken Griechenland galt der Ruf der Eule als schlechtes Vorzeichen. Im Alten Testament erscheint sie als Bild stattgehabter Zerstörung (Ps 102,7, Jes 13,21, Zef 2,14).

Am Tag ist die Eule selten zu sehen. Geschieht das trotzdem und ist sogar ihr Ruf tags√ľber zu h√∂ren, dann wird es Seuchen oder eine Feuersbrunst geben. Im Isergebirge weist ihr Erscheinen am helllichten Tag nur auf Regen hin.

Ungl√ľck bedeutete es auch, wenn dem Brautpaar auf dem Weg zur Kirche eine Eule entgegengebracht wird. Ein ebenfalls weit verbreiteter Aberglaube war, dass der Ruf der Eule den Tod ank√ľndige.

Der Aberglaube an die Eule als Todesbote l√§sst sich auch bei Shakespeare finden. In seinem Drama "Julius C√§sar" k√ľndigt Eulengeschrei den Mord an.

Und gestern saß der Vogel
Der Nacht sogar am Mittag auf dem Markte
Und kreischt' und schrie.

Und auch Lady Macbeth hört im Drama Macbeth die Eule, während ihr Mann den rechtmäßigen König ermordet:

- Still, horch! -
Die Eule war's, die schrie, der traur'ge Wächter,
Die gr√§√ülich gute Nacht w√ľnscht.

Eulen als Gl√ľcksbringer

Aberglaube ist h√§ufig regional unterschiedlich; so gibt es einige Regionen, in denen das Eulengeschrei nicht den Tod, sondern die Geburt eines Kindes ank√ľndigt.

Gl√ľck soll es auch bringen, wenn sich eine Eule in den Taubenschlag fl√ľchtet.

Die weise Eule

Tetradrachme
Vorder- und R√ľckseite

Die Eule gilt auch als Vogel der Weisheit; als solcher ist der Steinkauz das Begleittier der G√∂ttin Athene. Zu diesem Ruf haben sicherlich das menschen√§hnliche Aussehen der Eule und der starre, ruhige Blick ihrer Augen beigetragen. Im alten Athen gab es einst so viele Eulenbilder und -statuen zu Ehren der Athene ‚Ästauch auf den in gewaltigen St√ľckzahlen in Umlauf gebrachten silbernen Tetradrachmen befand sich eine Eule¬†‚Äď, dass der Spruch ‚ÄěEulen nach Athen tragen‚Äú als Synonym f√ľr eine sinnlose Handlung entstand. Das Bild einer Eule befindet sich auf der R√ľckseite der griechischen 1-Euro-M√ľnzen.

In vielen Kinderb√ľchern, wie beispielsweise bei Pu der B√§r, und in Zeichentrickfilmen taucht die Eule mit Brille und gerne mit Buch unter dem Fl√ľgel auf, wodurch ihre besondere Weisheit demonstriert werden soll.


Der Uhu ist "als Sinnbild schlaraffischen Humors" auch der Wappenvogel des Männerbundes Schlaraffia.

Belege

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Viktor Wember: Die Namen der V√∂gel Europas ‚Äď Bedeutung der deutschen und wissenschaftlichen Namen, Aula-Verlag, Wiebelsheim 2007, ISBN 978-3-89104-709-5, S. 141
  2. ‚ÜĎ Viktor Wember: Die Namen der V√∂gel Europas ‚Äď Bedeutung der deutschen und wissenschaftlichen Namen, Aula-Verlag, Wiebelsheim 2007, ISBN 978-3-89104-709-5, S. 141

Literatur

  • Adrian Aebischer: Eulen und K√§uze, Haupt Verlag, Bern 2008, ISBN 978-3-258-07276-0
  • J√ľrgen Nicolai: Greifv√∂gel und Eulen, Kompa√ü Naturf√ľhrer, Gr√§fe und Unzer Verlag, M√ľnchen 1987, ISBN 3-7742-3805-7
  • Theodor Mebs, Wolfgang Scherzinger: Die Eulen Europas - Biologie, Kennzeichen, Best√§nde, Kosmos Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-07069-7
  • John A. Burton (Hrsg): Eulen der Welt - Entwicklung - K√∂rperbau - Lebensweise, Neumann-Neudamm Verlag, Melsungen 1986, ISBN 3-7888-0495-5
  • Wolfgang Epple: Eulen - Die geheimnisvollen V√∂gel der Nacht, Gr√§fe und Unzer Verlag, 1994, ISBN 3-7742-1790-4
  • Handbuch der V√∂gel Mitteleuropas, Band 9, S. 463-501
  • H√∂lzinger/Mahler: Die V√∂gel Baden-W√ľrttembergs. Nicht-Singv√∂gel, Band 3, Ulmer, Stuttgart 2001, S. 168-194, ISBN 3-8001-3908-1
  • Bauer/Berthold: Die Brutv√∂gel Mitteleuropas. Bestand und Gef√§hrdung, AULA, Wiesbaden 1997, S. 252f., ISBN 3-89104-613-8
  • Mebs: Eulen und K√§uze. Alle europ√§ischen Eulen und K√§uze, Franckh-Stuttgart 1987, S. 68-73, ISBN 3-440-05708-9
  • Hanns B√§chtold-St√§ubli, Eduard Hoffmann-Krayer (Hrsg): Handw√∂rterbuch des deutschen Aberglaubens, Walter de Gruyter Verlag 1987, ISBN 3-11-011194-2 (Unver√§nderte photomechanischer Nachdruck der Ausgabe von 1927), Band 2, Stichwort Eulen
  • Benker, Gertrud: Eule und Mensch. Die Nachtgeister und ihre Symbolik. Freiburg i. Brsg. (Eulen Verlag Harald Gl√§ser) 1993, ISBN 3-89102-312-X
  • M. Burton: Neues Tierlexikon Farbe

Weblinks


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