Evangelisches Missionswerk in Südwestdeutschland

Das Evangelische Missionswerk in Südwestdeutschland ist das gemeinsame Missionswerk der evangelischen Landeskirchen im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in Stuttgart. Es ist eines von neun regionalen Missionswerken der Bundesrepublik Deutschland und wurde 1972 gegründet. Es soll ab 2012 „Evangelische Mission in Solidarität“ (Evangelical Mission in Solidarity) heißen. [1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Von Anfang des 18. bis weit in das 20. Jahrhundert wurde die Missionsarbeit in Deutschland von Gesellschaften und Vereinen getragen. Für Südwestdeutschland war dabei die „Südwestdeutsche Arbeitsgemeinschaft für Weltmission“ zuständig. Diese schloss sich 1972 mit ihren 10 Mitgliedskirchen zum „Evangelischen Missionswerk in Südwestdeutschland e. V.“ zusammen, um damit verstärkt ökumenisch-missionarische Impulse zu geben und weltweite Partnerbeziehungen zu gestalten. Die weltweite Missionsarbeit war nämlich zwischenzeitlich zu eigenständigen Kirchen erwachsen, die sich in einem internationalen Missionsrat organisiert haben. Dieser wurde 1961 auf einer gemeinsamen Konferenz in Neu-Delhi in den Ökumenischen Rat der Kirchen integriert.

Seit ihrer Gründung wurden zunächst bilaterale Beziehungen gepflegt. Im Jahre 1983 veranstaltete man in Bad Boll die erste gemeinsame Konsultation aller Partner und Mitglieder. Durch die Initiative des anglikanischen Bischofs Samir Kafity wurde 1991 das „Forum Jerusalem“ als erstes Gemeinschaftswerk initiiert. Auf Beschluss der Synode der EMS wurde schließlich im Jahre 1994 die Executive des Missionswerk internationalisiert. Seither nehmen alle Partner und Mitglieder gleichberechtigt Leitungsaufgaben im internationalen Missionsrat wahr.

Struktur

Das EMS versteht sich als ein ökumenisches Forum für Mission und internationale kirchliche Zusammenarbeit, dem zehn Kirchen und Missionsgesellschaften in Europa und 17 Partnerkirchen in Afrika, Asien und dem Nahen Osten angehören. Über die gemeinsamen Arbeitsschwerpunkte und Finanzen entscheidet der Internationale Missionsrat, in dem alle Beteiligten mit Sitz und Stimme vertreten sind. In Deutschland arbeitet das EMS im Verbund des Evangelisches Missionswerk in Deutschland.

Das EMS fördert nicht nur die Nord-Süd-Arbeit und die Verständigung der Kirchen zwischen der südlichen Halbkugel und der nördlichen Hemisphäre, sondern möchte auch die Süd-Süd-Arbeit zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit machen. Es setzt sich dabei besonders für ökumenisches Lernen, Gleichberechtigung der Geschlechter und der HIV-Prävention ein.

Die offizielle Publikation der Organisation ist das Journal „darum“, welche in Zusammenarbeit mit fünf weiteren Missionswerken sechs mal jahrlich erstellt und auch als online-Version aufgelegt wird.

Mitglieder des Missionswerks

Partnerkirchen

  • Bischöfliche Kirche in Jerusalem und dem Nahen Osten, Diözese Jerusalem
  • Brüder-Unität in Südafrika (MCSA)
  • Christlich-Evangelische Kirche in Halmahera (GMIH), Indonesien
  • Christlich-Evangelische Kirche in Minahasa (GMIM), Indonesien
  • Christlich-Protestantische Kirche in Bali (GKPB), Indonesien
  • Christliche Kirche von Südsulawesi (GKSS), Indonesien
  • Kirche von Südindien (CSI)
  • Nationale Evangelische Kirche in Beirut (NEC), Libanon
  • Presbyterianische Kirche von Ghana (PCG)
  • Presbyterianische Kirche von Korea (PCK)
  • Presbyterianische Kirche in der Republik Korea (PROK)
  • Protestantisch-Indonesische Kirche in Donggala (GPID), Indonesien
  • Protestantisch-Indonesische Kirche in Luwu (GPIL), Indonesien
  • Protestantische Kirche in Südost-Sulawesi (Gepsultra), Indonesien
  • Toraja Kirche (GT), Indonesien
  • Toraja Mamasa Kirche (GTM), Indonesien
  • Vereinigte Kirche Christi in Japan (Kyodan)
  • Außerdem ist das EMS dem Chinesischen Christenrat (CCC) und der Amity Foundation freundschaftlich verbunden.

Nachweise

  1. http://www.ems-online.org/fileadmin/download/Pressemitteilungen/PM_2010_06_16_EMS-Missionsrat_2010_-_EMS_verst_rkt_Internationalisierung.pdf

Weblinks


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