Ferdinand Lassalle

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Ferdinand Lassalle
Ferdinand Lassalle, um 1860

Ferdinand Lassalle (* 11. April 1825 in Breslau; † 31. August 1864 in Carouge nahe Genf, Schweiz; gebĂŒrtig Ferdinand Johann Gottlieb Lassal) war Schriftsteller und genossenschaftlich orientierter sozialistischer Politiker im Deutschen Bund. Als einer der WortfĂŒhrer der frĂŒhen deutschen Arbeiterbewegung und in seiner Eigenschaft als Hauptinitiator und PrĂ€sident der ersten sozialdemokratischen Parteiorganisation im deutschen Sprachraum, dem 1863 gegrĂŒndeten Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV), gilt er als einer der GrĂŒndervĂ€ter der 26 Jahre nach seinem Tod aus dem ADAV und der SDAP hervorgegangenen SPD.

Mit seinen genossenschaftlichen und vor allem seinen an preußisch-nationalstaatlichen Interessen orientierten Sozialismus-Vorstellungen geriet er in intellektuellen Konflikt mit der revolutionĂ€r und internationalistisch ausgerichteten, im 19. Jahrhundert von Karl Marx und Friedrich Engels dominierten Lehre des Marxismus; ein Konflikt, der noch zu Lassalles Lebzeiten zu ZerwĂŒrfnissen innerhalb des ADAV fĂŒhrte, die wenige Jahre nach seinem plötzlichen Tod (Folge eines Pistolenduells aus privaten GrĂŒnden) in die Spaltung der deutschen Sozialdemokratie in zwei Richtungen und Parteien mĂŒnden sollte.

Inhaltsverzeichnis

Jugend und Schuljahre

Ferdinand Lassalle war Sohn eines wohlhabenden jĂŒdischen SeidenhĂ€ndlers namens Heyman Lassal (auch „Loslauer“ genannt). Seine Mutter war Rosalie Lassal, geb. Heizfeld (* 8. Mai 1797; † 13. Februar 1870). Sein Bruder Rochus starb im Alter von drei Jahren an Schwindsucht.

Lassalles kĂ€mpferische Grundeinstellung lĂ€sst sich an Handlungen des kindlichen bzw. jugendlichen Ferdinand erkennen: Schon als 12-JĂ€hriger forderte er einen Nebenbuhler um die Gunst eines 14-jĂ€hrigen MĂ€dchens schriftlich zu einem Duell, ein Lösungsansatz, mit dem er sich 27 Jahre spĂ€ter zu Tode brachte.[1] Mit 15 Jahren beschrieb er Deutschland in seinem Tagebuch als einen „großen Kerker mit Menschen, deren Rechte von Tyrannen mit FĂŒĂŸen getreten werden“.

Er besuchte von 1835 bis 1840 das Maria-Magdalenen-Gymnasium in Breslau. Sowohl Lassalles dortige MitschĂŒler (u.a. August Meitzen) als auch diejenigen der Handelsschule in Leipzig, die er in den Jahren 1840 und 1841 besuchte, beschrieben ihn als einen Menschen mit einem stark ausgeprĂ€gten SelbstwertgefĂŒhl, der sich zu behaupten und anderen Kontra zu bieten wusste.

Studienjahre

Ferdinand Lassalle verließ die Handelsschule vorzeitig, weil es ihm nicht genĂŒgte, sein Leben einzig und allein dem Handel zu widmen. Er wolle sich mit intellektuelleren Dingen beschĂ€ftigen und diese studieren. Vor dem Hintergrund dieser Motivation beschloss er am 26. August 1840, Schriftsteller zu werden und sich fĂŒr die Freiheit und Rechte der Menschen und der Völker einzusetzen. 1843 legte er in Breslau die ReifeprĂŒfung ab. Er kehrte gegen den Willen des Vaters ins Elternhaus zurĂŒck (fĂŒr den Geist der damaligen Zeit ungewöhnlich) und versteckte sich mit der Deckung von Mutter und Schwester in einem DachstĂŒbchen. Dort studierte er die Texte, die er brauchte, um das Examen zu bestehen, damit er sich an der UniversitĂ€t Breslau bzw. spĂ€ter in Berlin an der Friedrich-Wilhelms-UniversitĂ€t fĂŒr die FĂ€cher Geschichte, ArchĂ€ologie, Philosophie und Philologie einschreiben konnte. Er bestand dieses Examen und prĂ€sentierte nun seinem Vater das Ergebnis. Der gab daraufhin, wenn auch widerwillig, sein EinverstĂ€ndnis zum UniversitĂ€tsstudium Ferdinands. Er war in Sorge darĂŒber, sein Sohn könne sich mit diesen Studien nicht ernĂ€hren. Mit Beginn seines Studiums trat Lassalle der Breslauer Burschenschaft der Raczeks bei.

Hinwendung zur Philosophie

Ferdinand Lassalle war schon frĂŒh von Hegels Ideen fasziniert. Er ĂŒbernahm die Idee Hegels, dass der Staat eine „Einheit der Individuen in einem sittlichen Ganzen, eine Einheit, welche die KrĂ€fte aller einzelnen millionenfach vermehrt“ sei. Diese Ideen ĂŒbertrug Lassalle spĂ€ter auf die deutsche Sozialdemokratie.

In seinen Jahren als Student widmete er sich intensiv der Auseinandersetzung mit Texten und der Ausarbeitung eigener Ideen. FĂŒr seine Studien vernachlĂ€ssigt er teilweise alltĂ€gliche Dinge wie Essen. Einer seiner Biografen, Arno Schirokauer, fasst diese Zeit zusammen: „Er arbeitet maßlos. Er wirft sich wild in die LektĂŒre Hegels und kann nur schwer am Abend aufhören. [Die Arbeit verlĂ€ĂŸt er zuweilen], um sich in einer irren Weise auszuleben. BĂŒndel von Rechnungen stopft er in die SchubfĂ€cher seines Schreibtisches, Zeugen einer ĂŒbertriebenen Eleganz, Zeugen eines Luxus, der mit Medoc, Chateau Larose, Champagner und Korsofahren gefĂŒttert sein will“[1]

In seiner Hochschulzeit von 1843 bis 1846 studierte Ferdinand Lassalle Texte Hegels, Heines, Goethes, Fichtes und etlicher anderer deutscher Dichter. Besonderes Interesse hatte er an dem antiken vorsokratischen Philosophen Heraklit. Um Anerkennung in intellektuellen Kreisen zu erlangen und vor allem, weil er auf eine Berufung als UniversitÀts-Professor spekulierte, schrieb Lassalle das philosophische Buch Die Philosophie Herakleitos des Dunkeln von Ephesos.

Unter dem Einfluss der Schriften von Ludwig Börne, Heinrich Heine, der Junghegelianer und des utopischen Sozialismus wandte er sich demokratischen und sozialistischen Ideen zu. Vor diesem theoretischen Hintergrund begrĂŒĂŸte er einen der ersten proletarischen AufstĂ€nde im Deutschen Bund, den schlesischen Weberaufstand vom Juni 1844.

Die einzelnen Geschichtsepochen betrachtete Lassalle als verschiedene Entwicklungsstufen der Idee der Freiheit, die Klassen als TrĂ€ger unterschiedlicher Prinzipien, in denen sich die Selbstbestimmung der Idee verkörpere. Den Volksmassen schrieb er keine revolutionĂ€re Kraft zu. Sie waren fĂŒr ihn nur das Objekt der zur Erkenntnis der Idee gelangten FĂŒhrer. Den Staat fasste er als Verkörperung der allgemeinen menschlichen Sittlichkeit auf.

Persönliche Entwicklungen und juristische Erfolge

Gedenkplatte im ehemaligen Haus der GrĂ€fin in der DĂŒsseldorfer Friedrichstraße

Mit 20 Jahren lernte er die doppelt so alte Sophie GrĂ€fin von Hatzfeldt in Berlin kennen. Sie suchte nach Wegen, sich von ihrem Ehemann, mit dem sie 1822 zwangsverheiratet worden war, zu trennen, weil dieser, ein ausschweifender Lebemann, sie fortwĂ€hrend DemĂŒtigungen aussetzte. Lassalle nahm sich ihrer an und vertrat sie, nach eingehenden Studien im Fachgebiet Rechtswissenschaften, ĂŒber neun Jahre hinweg (von 1846 bis 1854) vor 36 Gerichten. Lassalle tat dies aufgrund seines RechtsverstĂ€ndnisses. Er gewann durch den fĂŒr damalige Zeiten spektakulĂ€ren Prozess im deutschen Sprachraum Bekanntheit und ein beachtliches Vermögen. Sophie von Hatzfeldt setzte Lassalle aus Dankbarkeit eine Rente aus, und in den Jahren 1856/57 wohnte er im Hause der GrĂ€fin in DĂŒsseldorf.

Ob Ferdinand Lassalle eine Beziehung mit der GrĂ€fin fĂŒhrte, ist nicht bekannt, jedenfalls unterstĂŒtzte sie ihn in seinen Gedanken und Ideen ĂŒber Jahre hinweg. Im Februar 1848, noch wĂ€hrend der Hatzfeldschen Prozesse, war Lassalle ein halbes Jahr inhaftiert, weil er der Verleitung zum Diebstahl einer Kassette mit wichtigen Dokumenten bezichtigt wurde („Kassettenprozess“). Von seiner Redegewandtheit zutiefst beeindruckt, sprachen die Geschworenen Lassalle im August 1848 frei.

Inzwischen hatte in den Staaten des Deutschen Bundes die liberale MĂ€rzrevolution begonnen, vor allem mit der Zielsetzung einer deutschen Reichseinigung und demokratischen Reformen. Nach seinem Freispruch engagierte sich Lassalle wieder im demokratischen Volksklub. Er trat dabei in persönlichen Kontakt zu Marx und Engels und zĂ€hlte sich selbst zu deren Mitstreitern. Er las das Kommunistische Manifest und verfolgte aufmerksam die von Karl Marx in Köln herausgegebene Neue Rheinische Zeitung, fĂŒr die er auch einige Artikel verfasste. Seit 1847 schrieb er seinen Nachnamen in französischer Fassung, was möglicherweise auf enge Kontakte zu französischen Sozialisten zurĂŒckzufĂŒhren ist.

Lassalles AktivitÀt in der Revolutionszeit

Anstecker aus dem Jahre 1928 des 1936 abgetragenen Denkmals im Winarsky-Hof in der Brigittenau (Wien)

Als die Nationalversammlung aus Frankfurt am Main ausgewiesen und in Berlin der Belagerungszustand verhĂ€ngt wurde, rief Lassalle im November 1848 zur Steuerverweigerung und zur Bewaffnung der BĂŒrger auf. So schrieb er im BauernfĂŒhrer: „[
] sorgt fĂŒr Munition. In DĂŒsseldorf geht der Kampf bald los“. Einen Tag nach der Veröffentlichung des Textes wurde Ferdinand Lassalle erneut verhaftet. Zwar sprachen ihn die Geschworenen frei, jedoch ließ man ihn nicht gehen, weil er vor das Korrektionstribunal gestellt wurde, das ihn im Juli 1849 zu weiteren sechs Monaten Haft verurteilte. SpĂ€ter erwiesen sich die GefĂ€ngnisaufenthalte als glĂŒcklicher Zufall fĂŒr Lassalle, denn er konnte so nach der fehl- und niedergeschlagenen Revolution von 1848/49 nicht in den Kommunistenprozess von 1849 verwickelt werden.

Im Gegensatz zu anderen Sozialisten und Kommunisten war er einer der wenigen fĂŒhrenden Revolutionsbeteiligten, die sich nicht ins Exil absetzten und ohne weitere Verfolgung in Deutschland bleiben konnten. Aus diesem Umstand heraus bezeichnete er sich selbst gelegentlich als den „letzten Mohikaner“. Lassalle stand nach seinem GefĂ€ngnisaufenthalt in regem Kontakt zur Arbeiterklasse. Er wurde in DĂŒsseldorf von der Polizei ĂŒberwacht und von den staatlichen Behörden als extrem gefĂ€hrlich eingestuft. Das VerhĂ€ltnis zu Karl Marx, das er von 1849 bis 1862 aufrechterhielt, verschlechterte sich ĂŒber die Jahre, weil er nun in direkter Konkurrenz zu ihm stand.

Philosophisch blieb er dem Hegelianismus verbunden. Eine materialistische Weltanschauung eignete er sich nicht an. Er arbeitete zwar mit dem Bund der Kommunisten zusammen, seine Aufnahme als Mitglied lehnte die Kölner Zentralbehörde wegen seiner Verstrickung in den Hatzfeldprozess jedoch ab. 1851 grĂŒndete Lassalle einen illegalen Zirkel revolutionĂ€rer Arbeiter in DĂŒsseldorf und propagierte sozialistische Ideen. 1851/1852 unterstĂŒtzte er die Angeklagten im Kölner Kommunistenprozess.

Da er von der GrÀfin v. Hatzfeldt, deren Prozesse er letztlich aufgrund der Aufgabe des klagenden Grafen gewonnen hatte, unterhalten wurde, hatte er die Möglichkeit, sich als Rentier unabhÀngig von materiellen ZwÀngen voll zu entfalten. In den darauffolgenden Jahren schrieb Lassalle einige seiner wichtigsten Werke, darunter auch Dichtungen wie das Drama Franz von Sickingen (1858) und sein juristisches Werk Das System der erworbenen Rechte (1861). Er studierte auch wieder seinen Lieblingsphilosophen Heraklit. Gegen Ende des Jahres 1858 gelang es Lassalle, dauerhaftes Aufenthaltsrecht in Berlin zu erlangen, wo er schon lÀnger in den kulturellen und geistigen Kreisen verkehrte, u.a. im Haus seines Verlegers Franz Duncker oder auch im Salon des Kladderadatsch-Chefredakteurs Ernst Dohm.

WĂ€hrend der politischen Krise 1859 veröffentlichte er die Schrift Der italienische Krieg und die Aufgabe Preußens, in der er auf eine StĂ€rkung der Stellung Preußens in Deutschland orientiert, weshalb er von Marx und Engels aus London heftig kritisiert wurde. Lassalles staatstragende – im Prinzip preußenfreundliche â€“ Haltung brachte ihm auch spĂ€ter Kritik von anderen sozialistischen und sozialdemokratischen Organisationen ein, was die Einheit der deutschen sozialdemokratischen Bewegung bis zur GrĂŒndung des Deutschen Kaiserreiches verhinderte und nachtrĂ€glich behinderte.

Neue Gedenktafel in Berlin-Mitte

In seiner Berliner Zeit wohnte und arbeitete Ferdinand Lassalle in den Jahren 1859 bis 1863 in der Bellevuestraße 13. Im Jahre 1861 war Karl Marx in diesem Wohnsitz Lassalles Gast fĂŒr elf Tage. In dieser Zeit hielten sie eingehende GesprĂ€che und nutzten die Gelegenheit, gemeinsame Interessen und Vorhaben persönlich und nicht mehr ĂŒber den langen Weg des Briefkontakts, auszutauschen. An diesem Haus brachte die Stadtverwaltung Berlins 1928 eine Gedenktafel an, die aber bereits 1933 wieder von den Nationalsozialisten gewaltsam entfernt wurde. Das Haus selbst musste 1938 den Planungen zur „Welthauptstadt Germania“ weichen. Am 11. April 2005 wurde im Gehweg am ehemaligen Standort des Wohnhauses eine Gedenktafel enthĂŒllt, in der die alte, ursprĂŒngliche Tafel zitiert und Lassalle selbst geehrt wird.

Seine letzte öffentliche Rede hielt Lassalle am 22. Mai 1864 in der Kleinstadt Ronsdorf (heute ein Ortsteil von Wuppertal), damals eine Hochburg der Arbeiterbewegung. Die vor etwa 2000 Zuhörern (bei einer seinerzeitigen Bevölkerung von gut 8200 Einwohnern) gehaltene sogenannte Ronsdorfer Rede[2] gilt nach Auffassung zahlreicher Politikwissenschaftler (Hauptmeinung) als eine seiner wichtigsten Reden. In Ronsdorf erinnert eine Gedenktafel an diese letzte Rede und es wurde eine Straße nach Ferdinand Lassalle benannt.

Erster Versuch einer politischen BetÀtigung

In den Jahren 1862 bis 1864 erreichte Lassalle den Höhepunkt seiner politischen AktivitĂ€ten. König Wilhelm I. von Preußen löste aufgrund der Ablehnung seines Antrags nach StĂ€rkung der MilitĂ€rmacht den Preußischen Landtag auf. Nach den Neuwahlen des Landtags, der zumeist aus liberalen BĂŒrgern und konservativen Gutsherren (Junkern) bestand, wurde der Antrag erneut abgelehnt. Der König ließ den Landtag erneut auflösen, jedoch brachte eine weitere Wahl nicht die erhoffte Lösung. Im Gegenteil – die Opposition war noch stĂ€rker als zuvor. Deshalb holte Wilhelm I. den Vertreter des pommerschen Adels Otto von Bismarck in die preußische Regierung. Dieser setzte sich ĂŒber die Verfassung hinweg und genehmigte die Erweiterung und den Ausbau der militĂ€rischen Macht. Der Kampf zwischen der alten Königs- und der neuen Parlamentsmacht war entfacht. Lassalle nutzte die Gunst der Stunde und sah in der ganzen Aufregung die Gelegenheit, wirksam in die Politik einzugreifen. Er versuchte zuerst mit der Fortschrittspartei, die oppositionell zur monarchischen Herrschaft stand, in Einklang zu kommen und sie fĂŒr den Kampf gegen den König und fĂŒr die Demokratie zu gewinnen. Dies gelang ihm jedoch nicht. Von da an kritisierte er die Fortschrittspartei aufs schĂ€rfste.

Im April 1862 wandte sich Lassalle mit einem Vortrag, in dem er die Rolle der Arbeiter fĂŒr den geschichtlichen Fortschritt betonte, an die wieder auflebende deutsche Arbeiterbewegung. Im Sommer 1862 besuchte er Marx in London und versuchte ihn fĂŒr eine gemeinsame Arbeiteragitation in Deutschland zu gewinnen. Das lehnte Marx ab, da er eine Kompromittierung durch Lassalle befĂŒrchtete. Das Leipziger Zentralkomitee der Arbeiterzentrale, das einen Arbeitskongress vorbereitete und von Lassalle ein revolutionĂ€res Programm erwartete, bat Lassalle im Dezember 1862 um dessen Ausarbeitung.

Erste politische Veröffentlichungen

Im April 1862 veröffentlichte Ferdinand Lassalle seine detailliert ausgearbeiteten Reden Über den besonderen Zusammenhang der gegenwĂ€rtigen Geschichtsperiode mit der Idee des Arbeiterstandes (Arbeiterprogramm) und Über Verfassungswesen. Das Arbeiterprogramm war die EinfĂŒhrung in die durch seine Ideale und Ideen geprĂ€gte Vorstellung von Sozialismus. Es wandte sich komplett vom liberalen BĂŒrgertum ab und fand Anklang in der Arbeiterschaft. Lassalle war der Meinung, dass Bismarck das BĂŒrgertum vollkommen kontrolliere. Lassalle versuchte in seiner Vorstellung von jeher genau das zu tun, was die Deutschen in der MĂ€rzrevolution erreichen wollten. Dazu gehörte unter anderem die Redefreiheit. Lassalle schrieb und redete ungehindert und nicht zurĂŒckhaltend. Dies brachte ihm jedoch auch seine GefĂ€ngnisstrafen ein. So saß Lassalle ab dem 20. April 1863 wieder einen Monat im GefĂ€ngnis, weil er sich in seiner Verteidigungsrede unvorteilhaft zur Anklage wegen des Arbeiterprogramms ĂŒber den Sohn des Philosophen Friedrich Wilhelm Schelling ausgelassen hatte. Bei der Anklage wegen des Arbeiterprogramms musste er eine Strafe von weiteren vier Monaten hinnehmen. Lassalle klagte auch den Verfassungsbruch Bismarcks an und hielt dazu zwei eindrucksvolle Reden.

Beitrag zur GrĂŒndung der deutschen Sozialdemokratie

Ende 1862 wurde Lassalle von Otto Dammer, Julius Vahlteich und Friedrich Wilhelm Fritzsche vor das Komitee der Leipziger Arbeiterzentrale geladen. Er solle seine Ideen einbringen und die Mittel darbieten, deren sich die Arbeiterbewegung zu bedienen hĂ€tte. Das Offene Antwortschreiben war der Anstoß zur GrĂŒndung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV), der ersten VorgĂ€ngerorganisation der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), die heute die Ă€lteste, im Bundestag vertretene Partei Deutschlands ist.

Die Arbeiter mĂŒssten sich, so Lassalle, zu einer eigenen Partei zusammenschließen, ihre Interessen bĂŒndeln und Genossenschaften grĂŒnden, um so ihre „legitimen Interessen befriedigen zu können“. Lassalle schien schon nahezu ĂŒbermĂŒtig, als er an einen Freund schrieb, dass diese „Wirkung des Schreibens erstaunlich sein wird“.

Zur GrĂŒndung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins

Köpfe der frĂŒhen deutschen Arbeiterbewegung (August Bebel, Wilhelm Liebknecht – obere Reihe, Karl Marx – Mitte, Carl Wilhelm Tölcke, Ferdinand Lassalle – untere Reihe)
Der Hochverratsprozeß wider Ferdinand Lassalle

Ferdinand Lassalle wurde fĂŒr fĂŒnf Jahre zum PrĂ€sidenten des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV), gegrĂŒndet am 23. Mai 1863, gewĂ€hlt. Seine Hauptforderungen waren:

  • das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht
  • Errichtung von Produktivgenossenschaften mit staatlichen Vorzugskrediten

Er erweckte die Zuversicht, mit Hilfe des bestehenden Staates friedlich in den Sozialismus hineinwachsen zu können. Im ADAV bildete sich um Julius Vahlteich und Wilhelm Liebknecht eine Opposition gegen Lassalle. Besonders wurde Lassalle verĂŒbelt, dass er fĂŒr eine Einigung Deutschlands unter FĂŒhrung des preußischen Staates eintrat.

Lassalle trat seit Mai 1863 einige Male in Kontakt mit Bismarck, um ihn zur EinfĂŒhrung des allgemeinen Wahlrechts zu ĂŒberreden. Im Gegenzug wollte er Bismarck unterstĂŒtzen. Er richtete seine Angriffe immer einseitiger gegen das liberale BĂŒrgertum und nicht gegen den preußischen Staat mit seinem Junkertum und erweckte den Anschein der Meinung, als könne die Hohenzollern-Monarchie in ein Volkskönigtum verwandelt werden.

Bismarck machte ihm konkrete Versprechungen, die er auch nach dem Krieg gegen Österreich (bereits nach Lassalles Tod) unter der ADAV-PrĂ€sidentschaft Johann Baptist von Schweitzers einlöste.

Zuvor jedoch sprach Lassalle vor dem Staatsgerichtshof, der ihn im MĂ€rz 1864 wegen Hochverrat anklagte, weil er die Verfassung zu stĂŒrzen beabsichtigt habe. In seiner Rede sagte Lassalle, dass er es nicht nur beabsichtigt habe, sondern es sogar sehr bald so weit sein werde, dass die Verfassung gestĂŒrzt wĂ€re – und zwar ohne Blutvergießen. Die Hilfe Bismarcks erwĂ€hnte er in seiner Rede nicht. Lassalle beabsichtigte, im September 1864 fĂŒr die Annexion Schleswig-Holsteins durch Preußen zu werben, doch dazu kam er nicht mehr.

Lassalles politische Vorstellungen

Lassalles Ehernes Lohngesetz besagte, dass der Arbeitslohn in einer kapitalistischen Unternehmung immer „auf die in einem Volke gewohnheitsmĂ€ĂŸige zur Fristung der Existenz und zur Fortpflanzung erforderliche Lebensnotdurft“ beschrĂ€nkt bleiben muss. Nur wenn die Arbeiter selbst Produktionsgenossenschaften grĂŒndeten, die Scheidung zwischen Arbeitslohn und Unternehmergewinn damit aufheben wĂŒrden und so der volle Ertrag ihrer Arbeit ihnen zufließen wĂŒrde, wĂ€re dieses Dilemma beseitigt. Der Staat mĂŒsse die Arbeiterschaft fördernd und entwickelnd, u.a. mit Krediten unterstĂŒtzen.

In der EinschĂ€tzung der Rolle des Staates fĂŒr die Emanzipation des vierten Standes lag der wichtigste Unterschied zu Marx. WĂ€hrend letzterer den Staat als UnterdrĂŒckungsinstrument der herrschenden Klasse verstand, so sah Lassalle in ihm die positive Organisationsform der Gesellschaft. Im Gegensatz zu Marx' und Engels' revolutionĂ€rem Sozialismus vertritt Lassalle einen staatsfreundlichen sozialdemokratischen Reformismus.[3]

Tod nach Duell

Lassalles Totenmaske
Grabstein in Breslau, 2003

Lassalle verliebte sich bei einem Kuraufenthalt in eine junge Frau namens Helene von Dönniges. Er wollte sie heiraten, aber ihre Eltern waren gegen ihn. Um deren Vater, den bayerischen Diplomaten Wilhelm von Dönniges, wegen Sequestrierung seiner Tochter zu verklagen, bemĂŒhte er sich am 16. oder 17. August 1864, durch Vermittlung seines Freundes, des Dirigenten Hans von BĂŒlow, ĂŒber Richard Wagner den bayerischen König Ludwig II. auf seine Seite zu bekommen. Das Ansinnen ging Wagner jedoch zu weit.[4] Daraufhin entschloss sich Lassalle zur Weiterreise in die Schweiz und zum Duell mit dem potentiellen Brautvater: als Mitglied der Breslauer Burschenschaft forderte Lassalle Satisfaktion von Helenes Vater, einem Mitglied des Corps Rhenania Bonn. Der 50-jĂ€hrige Vater beauftragte an seiner statt den erwĂŒnschten Verlobten, den rumĂ€nischen Bojaren Janko von Racowicza (Corps Neoborussia Berlin, jetzt zu Bochum), mit dem Duell. Es fand am Morgen des 28. August 1864 in der Genfer Vorstadt Carouge statt. Der Sekundant von Lassalle war Wilhelm RĂŒstow. Um 7:30 Uhr standen sich die Kontrahenten mit Pistolen gegenĂŒber. Racowicza feuerte als erster und traf Lassalle in den Unterleib. Drei Tage spĂ€ter, am 31. August 1864, verstarb Ferdinand Lassalle im Alter von 39 Jahren in Carouge.

Er wurde auf dem Alten JĂŒdischen Friedhof in Breslau bestattet. Ein Gedenkstein, der von den Nationalsozialisten zerstört wurde, trug folgende Inschrift: „Hier ruhet, was sterblich ist, von Ferdinand Lassalle, dem Denker und KĂ€mpfer“. Die Polnische Sozialistische Partei PPS errichtete ihm 1946 einen neuen Gedenkstein.

Lassalle selbst Ă€ußerte sich noch wenige Wochen vor seinem Tode zu seinem eigenen Leben:

„Ich habe die Inventur meines Lebens gemacht. Es war groß, brav, wacker, tapfer und glĂ€nzend genug. Eine kĂŒnftige Zeit wird mir gerecht zu werden wissen.“

Freunde, Bekannte und BefĂŒrworter widmeten seinem Tode zu Ehren viele gedenkende Worte. So schrieb z. B. Jacob Audorf zu Lassalles Totenfeier die Deutsche Arbeiter-Marseillaise, das wohl beliebteste Arbeiterlied des 19. Jahrhunderts, um.

Als Friedrich Engels von Lassalles Tod erfuhr, sagte er:

„Lassalle mag sonst gewesen sein, persönlich, literarisch, wissenschaftlich, wer er war, aber politisch war er sicher einer der bedeutendsten Kerle in Deutschland. Welcher Jubel wird unter den Fabrikanten und unter den Fortschrittsschweinehunden herrschen; Lassalle war doch der einzige Kerl in Deutschland selbst, vor dem sie Angst hatten.“

Der Lassalle nicht immer gewogene Karl Marx urteilte 1868 in einem Brief an Johann Baptist von Schweitzer: „Nach fĂŒnfzehnjĂ€hrigem Schlummer rief Lassalle – und dies bleibt sein unsterbliches Verdienst – die Arbeiterbewegung wieder wach in Deutschland.“

Nachlass von Lassalle

Die Briefe von Karl Marx und Friedrich Engels an Lassalle, die sich bis 1945 im Preußischen Geheimen Staatsarchiv befanden, sind als Beutekunst nach Moskau gelangt.[5] Sie wurden bzw. werden in der MEGA veröffentlicht. Andere Briefe befinden sich im Besitz der Familie von Hatzfeld und im IISG. Ein Teil seiner Bibliothek befindet sich im Institut fĂŒr Weltwirtschaft, Kiel.[6]

Werke

Gesamtausgaben

  • Ferdinand Lassalle’s Reden und Schriften: Neue Gesammt-Ausgabe. Mit einer biographischen Einleitung hrsg. von Ed. Bernstein, London. 3. Bde. VorwĂ€rts, Berlin 1891–1893
  • Ferdinand Lassalle’s Gesamtwerke. Einzige Ausgabe. Hrsg. von Erich Blum. 5 Bde., Leipzig / Berlin 1899–1902
  • Gesammelte Reden und Schriften (Hrg.: Eduard Bernstein). Cassierer, Berlin 1919/20; 12 BĂ€nde plus einem ErgĂ€nzungsband

Einzelausgaben

Briefausgaben

  • Heinrich Heine’s sĂ€mmtliche Werke. 21. Bd., Briefe. Dritter Theil. Hoffmann und Campe, Hamburg 1866
  • Eine Liebes-Episode aus dem Leben Ferdinand Lassalle's. Tagebuch-Briefwechsel-Bekenntnisse. Brockhaus, Leipzig 1878
  • Briefe von Ferdinand Lassalle an Carl Rodbertus – Jagetzow. Mit einer Einleitung von Adolph Wagner. Puttkammer & MĂŒhlbrecht, Berlin 1878
  • Albin Kutschbach: Sophie Solutzeff – F. Lassalle. Eine Liebesepisode aus dem Leben Ferdinand Lassalle's. Tagebuch-Briefwechsel-Bekenntnisse; eine kritische Studie. Chemnitz 1881
  • Briefe an Hans von BĂŒlow von Ferdinand Lassalle. 2. Aufl., Dresden und Leipzig 1885
  • Bernhard Becker: EnthĂŒllungen ĂŒber das tragische Lebensende Ferdinand Lassalle’s: auf Grund authentischer Belege dargestellt. Schleiz, 1868 (2. Aufl. NĂŒrnberg, 1892)
  • Adolph Kohut: Ferdinand Lassalle. Sein Leben u. Wirken. auf Grund der besten u. zuverlĂ€ssigsten Quellen. Mit ungedruckten Briefen u. Berichten Ferdinand Lassalle's, Georg Klapka's, Johann Philipp Becker’s u. der GrĂ€fin Sophie Hatzfeldt, Otto Wigang, Leipzig 1889
  • Adolph Kohut: Ferdinand Lassalles Testament und Erben. Mit ungedruckten Briefen der GrĂ€fin Sophie Hatzfeldt, Wilhelm RĂŒstow, Aurel Holthoff u.a. Ein Erinnerungsblatt zum 25. Todestage Lassalles am 31. August 1889. Baumert & Ronge, Großenhain / Leipzig 1889
  • Ludwig BĂŒchner: Meine Begegnung mit Ferdinand Lassalle. Ein Beitrag zur Geschichte der sozialdemokratischen Bewegung in Deutschland. Nebst 5 Briefen Lassalles. Hertz und SĂŒĂŸenguth, Berlin 1894
  • Ferdinand Lassalle’s Briefe an Georg Herwegh. Nebst Briefen der GrĂ€fin Sophie Hatzfeldt an Frau Emma Herwegh hrsg. von Marcel Herwegh. MĂŒller, ZĂŒrich 1896
  • Franz Mehring: Briefe von Ferdinand Lassalle an Karl Marx und Friedrich Engels. 1849–1862. Dietz, Stuttgart 1902 (Aus dem literarischen Nachlass von Karl Marx, Friedrich Engels und Ferdinand Lassalle. 4. Bd.)
  • Intime Briefe Ferdinand Lassalles an Eltern und Schwester hrsg. von Eduard Bernstein. Buchhandlung VorwĂ€rts, Berlin 1905
  • Nachgelassene Briefe und Schriften. Hrsg. von Gustav Mayer. 6 Bde., Deutsche Verlagsanstalt, Berlin 1921–1925[7]
  • Gustav Mayer: Bismarck und Lassalle. Ihr Briefwechsel und ihre GesprĂ€che. Dietz, Berlin 1928
  • "Auf ehrliche und anstĂ€ndige Gegnerschaft ..." Ferdinand Lassalle und der F.-A.-Brockhaus-Verlag in Briefen und Kommentaren hrsg. von Erhard Hexelschneider und Gerhild Schwendler. Harrassowitz, Wiesbaden 2000

Gedenken

Die Deutsche Bundespost wĂŒrdigte 1964 Lassalle mit einer Sonderbriefmarke anlĂ€sslich seines hundertsten Todestags.

Der Lassalle-Kreis, ein Netzwerk von korporierten Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten erwÀhlte sich Lassalle als Namenspatron, da dieser auch Burschenschafter war.

SekundÀrliteratur

In der Reihenfolge des Erscheinens:

  • ErzĂ€hlung einer höchst komischen Geschichte, welche vorgefallen soll sein, Nach dem uns zugegangenen Berichte, Im Jahr 1849, worin eine bekannte GrĂ€fin Hatzfeldt fĂŒr ein paar lumpichte Thaler Geld sich von ihrem Factotum, genannt Lassalle, blamiren lĂ€ĂŸt ĂŒber und ĂŒberall. Rothmann, Köln 1849
  • Heinrich Graichen: Ferdinand Lassalle in seinen Bestrebungen zur Hebung der Arbeit und MenschenwĂŒrde. Allen deutschen Arbeitern gewidmet. Leipzig 1865
  • Helene v. Racowitza geb. v. Dönniges: Meine Beziehungen zu Ferdinand Lassalle. Schottlaender,Breslau 1879
  • Albin Kutschbach: Lassalle’s Tod. Im Anschluß an die Memoiren der Helene von Racowitza 'Meine Beziehungen zu Ferdinand Lassalle'. Zur ErgĂ€nzung derselben. Schmeitzner, Chemnitz 1880
  • Paul Lindau: Ferdinand Lassalle’s letzte Rede. Eine persönliche Erinnerung. Schottlaender, Breslau 1882
  • Heinrich von Poschinger: Lassalles Leiden. Henning, Berlin 1887
  • Georg Brandes: Ferdinand Lassalle. Ein literarisches Charakterbild. Aus dem DĂ€nischen. 2. Auflage mit bisher unveröffentlichten Briefen und dem Portrait Lassalles. Barsdorf, Leipzig 1889
  • Max Kegel: Ferdinand Lassalle. Gedenkschrift zu seinem 25jĂ€hrigen Todestag. Mit einem Portr. Lassalle's. J. H. W. Dietz, Stuttgart 1889
  • Ernst von PlenerLassalle, Ferdinand. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 17, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 740–780.
  • Wendelin Weißheimer: Erlebnisse mit Richard Wagner, Franz Liszt und vielen anderen Zeitgenossen. Stuttgart 1898, S. 289–311
  • Wilhelm Jockusch: Ueber Lassalles ehernes Lohngesetz Phil. Diss. Heidelberg (Druck v. E. Siedhoff), Bielefeld 1892
  • Gustav Mayer: Lassalle als Sozialökonom. UniversitĂ€t Basel Phil. Diss. (gedruckt Mayer & MĂŒller, Berlin 1894)
  • Adolph Kohut: Ferdinand Lassalle. H. Schildberger, Berlin 1902
  • Politikus: Marx oder Lassalle? Eine Entscheidung von grundlegender Bedeutung fĂŒr die Arbeiterpolitik der Gegenwart. DĂŒlfer, Görlitz 1903
  • Politikus: Bismarck oder Lassalle?. R. DĂŒlfer, Görlitz 1904
  • Eduard Bernstein: Ferdinand Lassalle und seine Bedeutung fĂŒr die Arbeiterklasse: zu seinem vierzigsten Todestage, Berlin 1904
  • Hermann Oncken: Lassalle. Frommann, Stuttgart 1904 (5. erw. Aufl. 1928)
  • Tatiana Grigorovici: Die Wertlehre bei Marx und Lassalle. Beitrag zur Geschichte eines wissenschaftlichen MissverstĂ€ndnisses. Bern Phil. Diss. 1907-08 (gedruckt Selbstverlag, Wien 1908)
  • Eduard Rosenbaum: Ferdinand Lassalle.Studien ĂŒber historischen und systematischen Zusammenhang seiner Lehre. Fischer, Jena 1911
  • Friedrich CoenenLassalles ehernes Lohngesetz und seine Kritiker. UniversitĂ€t TĂŒbingen staatswissenschaftliche Diss. 1911 (gedruckt Pick, Cöln-Merheim 1911)
  • Alfred Schirokauer: Lassalle. Ein Leben fĂŒr Freiheit und Liebe. Rich. Bong, Berlin 1912
  • Stefan Großmann: Ferdinand Lassalle. Berlin, Ullstein 1919 (Menschen in Selbstzeugnissen und zeitgenössische Berichten). Mit einem Bildnis Lassalles. 260 S.
  • Bernhard Harms: Ferdinand Lassalle und seine Bedeutung fĂŒr die deutsche Sozialdemokratie [Kopie von 1909], Jena 1919, Verlag Gustav Fischer
  • Karl VorlĂ€nder: Marx, Engels und Lassalle als Philosophen. Dietz, Stuttgart 1920
  • Konrad Haenisch: Lassalle. Mensch und Politiker. Schneider, Berlin 1923
  • Paul Kampffmeyer: Lassalle. Ein Erwecker der Arbeiterkulturbewegung. Verlag J. H. W. Dietz, Berlin 1925. 46 S.
  • Arno Schirokauer: Lassalle. Die Macht der Illusion, die Illusion der Macht. Paul List Verlag, Leipzig 1928. 370 S.
  • Hans Ebeling: Der Kampf der Frankfurter Zeitung gegen Ferdinand Lassalle und die GrĂŒndung einer selbstĂ€ndigen Arbeiterpartei. Hirschfeld, Leipzig 1931 (Archiv fĂŒr die Geschichte des Sozialismus und der Arbeiterbewegung. Beihefte Bd. 4)
  • David Fottman: Ferdinand Lassalle. Romantic revolutionary. Yale Univ. Press, New Haven 1947
  • Shlomo Na'aman: Ferdinand Lassalle. Deutscher und Jude, Hannover 1968.
  • Gösta von UexkĂŒll: Ferdinand Lassalle in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten., Reinbek bei Hamburg 1974, ISBN 3-499-502127.
  • Bert AndrĂ©as: Ferdinand Lassalle – Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein. Bibliographie ihrer Schriften und der Literatur ĂŒber sie. 1840–1975. Bonn 1981
  • Hans Peter Bleuel: Ferdinand Lassalle oder der Kampf wider die verdammte BedĂŒrfnislosigkeit. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-596-25107-9. 380 S.
  • Hans JĂŒrgen Friederici: Ferdinand Lassalle. Eine politische Biographie. Dietz Verlag, Berlin 1985 (Schriftenreihe Geschichte)
  • Iring FetscherLassalle, Ferdinand. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 13, Duncker & Humblot, Berlin 1982, S. 661–669.
  • Konrad Fuchs: Lassalle, Ferdinand. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 14, Herzberg 1998, ISBN 3-88309-073-5, Sp. 1176–1181.
  • Stefan Heym: Lassalle. Roman. 1. Auflage der 2., vom Autor besorgten Fassung. Verlag Neues Leben, Berlin 1974. 379 S. (SpĂ€ter auch als Taschenbuch: Btb Bei Goldmann, MĂŒnchen 1998, ISBN 3-442-72352-3)
  • Susanne Miller/Heinrich Potthoff: Kleine Geschichte der SPD 1848–2002. Dietz Verlag, Bonn 2002. S. 33–34
  • Thilo Ramm: Ferdinand Lassalle: Der RevolutionĂ€r und das Recht. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-8305-0637-6 (Juristische Zeitgeschichte: Abt. 4, Leben und Werk – Biographien und Werkanalysen, Bd. 8). 367 S.

Quellen

  1. ↑ a b Arno Schirokauer: Lassalle. Die Macht der Illusion, die Illusion der Macht. Paul List Verlag, Leipzig 1928.
  2. ↑ Vgl. z. B. „Lassalle gilt als BrĂŒckenbauer“ auf der Seite des SPD-Ortsvereins Ronsdorf (Abruf am 16. August 2008)
  3. ↑ Potthoff/Miller: Kleine Geschichte der SPD 1848–2002 Dietz Verlag, Bonn 2002.
  4. ↑ Gregor-Dellin, Martin: Richard Wagner. Sein Leben. Sein Werk. Sein Jahrhundert. Piper. MĂŒnchen ZĂŒrich, 1980. Seite 532-533.
  5. ↑ Klaus-Dieter Lehmann / Ingo Kolasa: Die TrophĂ€enkommissionen der Roten Armee. Eine Dokumentensammlung zur Verschleppung von BĂŒchern aus deutschen Bibliotheken. V. Klostermann, Frankfurt am Main 1996
  6. ↑ Thorsten Fromberg: Umfangreicher BĂŒcherfund aus dem Nachlaß Lassalles in der Deutschen Zentralbibliothek fĂŒr Wirtschaftswissenschaften. In: Gutenberg-Jahrbuch 2005, S. 179–183
  7. ↑ Briefwechsel Lasalle

Siehe auch

Weblinks

 Wikisource: Ferdinand Lassalle â€“ Quellen und Volltexte
 Commons: Ferdinand Lassalle â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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