17. Jahrhundert

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17. Jahrhundert

Das 17. Jahrhundert begann am 1. Januar 1601 und endete am 31. Dezember 1700. In Europa wurden ca. 22 Kriege gef√ľhrt und die religi√∂sen und dynastischen Spannungen erreichten im Drei√üigj√§hrigen Krieg ihren H√∂hepunkt. Diese lang anhaltende Kriegskatastrophe betraf nahezu den gesamten Kontinent, verw√ľstete und entv√∂lkerte ganze Landstriche. Der ‚ÄěWestf√§lische Friede‚Äú hatte eine Glaubensspaltung zur Folge und die mittelalterliche Feudalordnung l√∂ste sich weiter auf. Die Nationalstaaten wurden souver√§n und die deutsche Kleinstaaterei nahm ihren Anfang. Die zweite t√ľrkische Belagerung von Wien konnte nach der Bildung einer gro√üen milit√§rischen Koalition durch das ‚ÄěChristliche Abendland‚Äú im Frieden von Karlowitz beendet werden. Der ‚ÄěSonnenk√∂nig‚Äú Ludwig XIV. wandte sich von der religi√∂sen Toleranz ab. Die Renaissance wurde durch die Philosophie der Aufkl√§rung fortgesetzt. Erfindungen und Entdeckungen durch Galilei, Newton, Descartes und Leibniz konnten Ver√§nderungen bewirken und Soziale Gegens√§tze versch√§rften sich.

Inhaltsverzeichnis

Epochensetzungen

Im deutschen Sprachraum etablierte sich in der Kunst und Literaturgeschichte im 20. Jahrhundert eine Perspektive auf das Barock als Stilideal des 17. Jahrhunderts. England und den Niederlanden wird dabei zugestanden, diese Phase kaum ausgepr√§gt zu haben, hier habe die Aufkl√§rung Mitte des 17. Jahrhunderts bereits begonnen. Das Wort Barock hatte im 17. Jahrhundert keine Bedeutung. Ein Epochenverzug zwischen den Niederlanden und England hier und dem (noch barocken) Kontinent da, lie√ü sich im 17. Jahrhundert noch viel weniger behaupten. Das europ√§ische Kommunikationsnetz und der intensive Kulturaustausch gestattete europaweit das Gef√ľhl, im selben Jahrhundert zu leben.

Statt vom Barock zu sprechen, sprach man von nationalen Geschm√§ckern. In der Musik wurden Opern im franz√∂sischen und im italienischen Stil komponiert; der deutsche Stil wurde demgegen√ľber als ‚Äěgemischter‚Äú gehandelt. Mit Lust am ‚ÄěCurieusen‚Äú kamen in dieselben Opern und Ballette jederzeit nach Bedarf ‚Äět√ľrkische‚Äú oder ‚Äěpolnische‚Äú Tanzs√§tze, die nur entfernt mit Musik Polens und der T√ľrkei zu tun hatten, jedoch angenehm fremd im Spektrum anmuteten. Franz√∂sischer und italienischer Geschmack bestimmte ebenso die Architektur. In der Malerei gab es auf dem internationalen Kunstmarkt neben beiden europ√§ischen Stilen den niederl√§ndischen mit seinen Landschafts- und Architekturbildern sowie den beliebten Bauernszenen.

Man strebte Kunstfertigkeit, Eleganz, Neuheit an ‚Äď das siebzehnte Jahrhundert brachte im selben Streben keine Literatur- Kunst- oder Musikgeschichte auf, mit der sich die Gegenwart in immer neuen Sch√ľben von einer laufend neu geschaffenen Vergangenheit angegrenzt h√§tte. Es gab aus europ√§ischer Sicht nur eine einzige Moderne, die sich bis 1650 in Orientierung an der Antike vom Mittelalter abgrenzte. Diese Abgrenzung wurde mit der ‚ÄěQuerelle des Anciens et des Modernes‚Äú Ende des 17. Jahrhunderts komplexer: Die Moderne grenzte sich nun zunehmend auch von der Antike ab, die in einzelnen Werken (wie etwa den Epen Homers) nun unertr√§glich roh erschien. Man strebte nach vollendeten Kunstwerken, nicht nach einem permanenten Wechsel der Epochen und produzierte in dieser Situation keine eigene Epocheneinsch√§tzung, der unser heutiger Begriff des Barock entsprechen k√∂nnte. Unsere (in der Essenz meist negativen) Attribute des Barocken (Schwulst, hohles Pathos etc.) h√§tte man auf alle F√§lle als nicht auf das eigene Streben nach Moderne zutreffend abgelehnt.

Gleichzeitigkeit lie√ü sich in der Abgrenzung vom Mittelalter der Antike definieren. Positiv manifestierte sie sich in der zweiten H√§lfte des 17. Jahrhunderts in Europa als eigene Europamode (siehe das Stichwort Galant). Sie wurde getragen vom europ√§ischen Ideal der franz√∂sischen galanten Conduite die mit den 1640ern sich ausbreitet, und im h√∂fischen Umgang das strengere ‚Äěspanische‚Äú Zeremoniell abl√∂ste. Nat√ľrlichkeit, Eleganz, Wendigkeit sprachen f√ľr die neue Mode, die unter dem Wort des Galanten insbesondere in Deutschland einen Stilbegriff findet, der bis in die 1720er fortlaufen sollte.

Noch weitaus weniger lie√üen die politischen Ereignisse Sonderwege zu. Der Drei√üigj√§hrige Krieg, in der Zeit der ‚Äěgro√üe deutsche Krieg‚Äú genannt, war ein internationales Ereignis, das Machtinteressen von Schweden bis Frankreich involvierte. Die Konflikte mit dem expandierenden osmanischen Reich zwangen Europa zu einer Wahrnehmung internationaler Ereignisse. Schlie√ülich entwickelten sich Beziehungsgeflechte auf dem Gebiet der Religion, die gerade S√ľdost-Europa neu einbanden: Protestantische Kleingruppen erhielten in Polen, Ungarn und Siebenb√ľrgen zeitweilig lokalen Schutz und hatten Einfluss auf die politischen Ereignisse (so beg√ľnstigten Initiativen protestantischer Gruppen Ungarn den Vorsto√ü des Osmanischen Reichs auf die habsburgische Lande in den fr√ľhen 1680ern). Ein sich in der zweiten H√§lfte des 17. Jahrhunderts rapide ausbreitendes Zeitungswesen sorgte f√ľr einen zunehmend europaeinheitlichen Informationstand.

Man wahrt europ√§ische Perspektiven in r√ľckblickenden historischen Darstellungen in Anbetracht dieser Umst√§nde pr√§ziser, wenn man Stilideale und Moden unter den Begrifflichkeiten der Zeit erfasst und ansonsten vom 17. Jahrhundert spricht. In der internationalen Forschung setzte sich als gr√∂√üerer Rahmen hierf√ľr der Begriff der fr√ľhen Neuzeit durch, die vom Mittelalter bis in die franz√∂sische Revolution reicht und damit den gr√∂√üeren Zeitraum 1500‚Äď1800 abdeckt, √ľber den nun beliebig differenziert gesprochen werden kann ‚Äď deutsch mit einem Interesse am Barock, von dem sich die Aufkl√§rung abgrenzen kann oder internationaler mit Er√∂rterungen von Entwicklungen, die sich in der Zeit bereits benennen lie√üen.

Wirtschaftliche und politische Entwicklungen

Europa

Spaniens Macht als die Nation, die S√ľdamerika entdeckte und ausbeutete, brach bereits im Lauf des 16. Jahrhunderts in sich zusammen. Der Import von Gold nach Europa stattete die reiche Schicht Spaniens mit Geld aus, das mit fortlaufendem Goldimport jedoch stets an Wert verlor. Spanien nahm gesch√ľtzt durch den eigenen Reichtum gleichzeitig nicht am Aufbau der Infrastruktur teil, die im Lauf des 19. Jahrhunderts Europas Industrienationen erm√∂glichen sollten. Die spanische Flotte, Garantin der Vormacht, entwickelte sich nicht zur Weltmacht, die den Vorsprung der Finanzmacht verteidigen konnte ‚Äď hier fehlte eine Verbindung von Staatsmacht und Wirtschaft. Weitaus effektiver wurden die Flotten der Niederlande und Gro√übritanniens in engeren Kooperationen zwischen privatwirtschaftlichen Handelsorganisationen und beiden Staatsverb√§nden.

Die Niederlande wurden die gro√üe Wirtschaftsmacht des mittleren 17. Jahrhunderts, Gro√übritannien √ľbernahm diese Position in den letzten Jahrzehnten des Jahrhunderts. Wirtschaftskraft lag, wie sich im 17. Jahrhundert herausstellte, weniger im Geldbesitz als in der F√§higkeit aus Warenhandel und Finanzverkehr Mehrwerte schaffen zu k√∂nnen. Die Niederlande demonstrierten dies als Staatsverband, der √ľber keine Rohstoffe verf√ľgte und in der landwirtschaftlichen Produktion unbedeutend bleibt. Amsterdam gewann als wichtigster europ√§ischer Handelsplatz zentrale Bedeutung. Finanzielle Transfers bewegten theoretisch gro√üe Mengen an Edelmetall, mit denen die Zahlungen geschahen. Tats√§chlich wurde an der B√∂rse √ľber ein Wechselsystem weitgehend bargeldlos gehandelt. Geld blieb als finanzielle Deckung der Warentransfers an den Orten, die miteinander handelten. Gegeneinander verrechnet wurden im Wechselgesch√§ft, das die B√∂rsen abwickelten, effektiv Warenlieferungen. Je gr√∂√üer die Warenlieferungen, die in einer Handelsstadt in verschiedene Richtungen anbot, desto gr√∂√üer wurde ihr Gewicht als Ort, an dem die Handelsleistungen provisorisch gegeneinander verrechnet werden konnten ‚Äď das ist verk√ľrzt das System, das im 17. Jahrhundert Amsterdams B√∂rse zum Finanzumschlagplatz machte. Im fr√ľhen 18. Jahrhundert √ľbernahm London als Metropole des Welthandels diese Position: Mit einem gr√∂√üeren Warenumsatz der in London zwischen Handelsorten in aller Welt verhandelt wurde korrelierte der gr√∂√üere bargeldlose Finanztransfer, der den Warentransfer deckte.

Die Niederlande decken ihre Kraft als seefahrende Handelsmacht durch eine Milit√§rmacht, die die Handelsinteressen weltweit sicherte ‚Äď die Initiative blieb dabei zersplittert in der Hand von Handelsgesellschaften und St√§dten, die gemeinsam den Gulden durch das 17. und 18. Jahrhundert mit einem stabilen Wert von 9,6 g Feinsilber zur sichersten europ√§ischen W√§hrung machten. Niederl√§ndische M√ľnzen eroberten den Levantehandel zwischen Venedig und der T√ľrkei dank dieser Stabilit√§t.

England hatte bis in die 1660ern kaum eine M√∂glichkeit mit den Niederlanden zu konkurrieren. Der B√ľrgerkrieg verhinderte in den Jahren 1640 bis 1660 eine B√ľndelung der Kr√§fte zwischen Londons Wirtschaftsmacht und der englischen Krone. Die 1660er brachten Gro√übritannien zun√§chst nur eine unsichere Stabilit√§t ‚Äď erst die Glorious Revolution von 1688 besserte die Lage. In ihren Folgen war diese zweite Revolution Gro√übritanniens f√ľr die Niederlande verheerender als die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen beiden Nationen in den 1670ern im Kampf um die Vormacht zur See. Die Glorious Revolution f√ľhrte zur vor√ľbergehenden Einigung der Nationen unter der Krone Wilhelms III von Oranien, Wilhelm entschied sich als K√∂nig von gr√∂√ütem Einfluss in seiner Heimat f√ľr milit√§rische Aktionen der Niederlande und Gro√übritanniens gegen Frankreich ‚Äď f√ľr Auseinandersetzungen in denen Gro√übritannien sich als die Macht herauskristallisierte, die in Europa die Balance of Power bestimmen konnte.

Zu den Faktoren, die Ende des 17. Jahrhunderts Amsterdam gegen√ľber London an Macht als Finanz-Umschlagplatz verlieren lie√üen, geh√∂ren neben dieser politischen die Stabilisierung der englischen W√§hrung in den 1690ern. Die international stabile M√ľnze war bis hierhin der niederl√§ndische Silbergulden. Die W√§hrung mit Zukunft wurde das britische Pfund Sterling, das nach einer Entwertung des kursierenden Silbergeldes gegen√ľber dem kursierenden Gold (und nach konsequenten Abfluss des internationalen gehandelten Silbers) gegen√ľber dem Gold stabilisiert wurde. Gro√übritannien f√ľhrte in dieser Krise effektiv die Golddeckung der eigenen W√§hrung ein ‚Äď ein zukunftsweisender Schritt. Zu den Faktoren, die Ende des 17. Jahrhunderts London gewinnen lie√üen geh√∂rte mehr noch der nun massiv wachsende Handel mit den Kolonien und Indien. Gro√übritannien besiedelte Nordamerika mit Fl√ľchtlingsstr√∂men ‚Äď eine neue Situation gegen√ľber der auf Plantagen gest√ľtzten Ausbeutung der Kolonien, die Spanien aufgebaut hatte und gegen√ľber dem internationalen Handel mit eigenen Handelst√ľtzpunkten, den die niederl√§ndischen Handelsgesellschaften aufgebaut hatten.

Mitteleuropa und Skandinavien gewannen in den kriegerischen Auseinandersetzungen des Jahrhunderts nicht die Position, aus der sich eine wirtschaftliche Konsolidierung erzielen lie√ü. Nachteilig war f√ľr die deutschen Territorien dabei insbesondere die Binnenlage und die politische Zersplitterung. Lediglich Hamburg konnte in der zweiten H√§lfte des 17. Jahrhunderts vom Seehandel erheblich profitieren ‚Äď Hamburg dominierte den skandinavischen Handel und den Handel mit Zucker in Nordeuropa ‚Äď fungierte jedoch nicht London vergleichbar als Hauptstadt. Leipzig gewann in der zweiten H√§lfte des 17. Jahrhunderts unter den deutschen St√§dten gegen√ľber N√ľrnberg und Augsburg Gewicht durch die Messen, √ľber die ein gr√∂√üeres Volumen des kontinentalen Ost-West-Handels abgewickelt wurde ‚Äď eine politische Macht kam Leipzig dabei so wenig wie Hamburg im deutschen Sprachraum zu.

Eine Ver√§nderung dieser Lage sollte sich erst in der zweiten H√§lfte des 18. Jahrhunderts und im 19. Jahrhundert mit der Industrialisierung ergeben, die Wirtschaftsstandorte mit fossilen Energiereserven ‚Äď Kohlevorkommen ‚Äď interessant machte und das sich einigende deutsche Reich als kontinentalen Wirtschaftsstandort Bedeutung gewinnen lie√ü.

Frankreich kann im Lauf des 17. Jahrhunderts als milit√§risch gesch√ľtzter gro√üer Fl√§chenstaat politische Macht gewinnen, Macht der franz√∂sischen Krone, die Gewinne aus dem Staat zieht und in den Aufbau einer Armee investiert, die unter Ludwig XIV. zur europ√§ischen Bedrohung wird. Im Welthandel erweist sich Frankreich mit dieser Struktur den Niederlanden und Gro√übritannien zunehmend unterlegen.


Politische Entwicklungen: Europa

Konfessionalisierung politischer Auseinandersetzungen

Die Reformation hinterlie√ü dem 17. Jahrhundert eine konfessionell gegliederte Landkarte. Luther hatte fr√ľh weltliche Herrschaft f√ľr den Schutz der neuen Konfession gewonnen. F√ľr weltliche Herrschaften lag wenig sp√§ter im Bekenntnis zur neuen Religion die Chance, mit dem Religionswechsel gegen√ľber dem mehrheitlich katholischen Reichsverband auf Distanz zu gehen. Eine Schw√§chung des Kaisertums war im deutschsprachigen Raum die Folge. Die neue Religion selbst spaltete sich unverz√ľglich in Lutheraner, Reformierte und insubortinate Gruppen, die sich weigerten B√ľndnisse der neuen Religion mit weltlicher Macht anzuerkennen. Nord- und Mitteldeutschland wurden mit der Reformation lutherisch, die Schweiz und die heutigen Niederlande wurden reformiert, die Spanischen Niederlande, das heutige Belgien, blieben katholisch. England f√ľhrte unter Heinrich VIII. die Reformation ein, das Ziel war hier st√§rker als auf dem Kontinent eine Union weltlicher und kirchlicher Macht. Heinrich VIII. wurde Oberhaupt der von ihm begr√ľndeten Anglikanischen Kirche. Skandinavien wurde lutherisch. Polen blieb katholisch, gew√§hrte aber im Verlauf gerade Gruppen des Widerstands gegen eine Verbindung weltlicher Herrschaft mit den protestantischen Konfessionen, wie den Socinianern politischen Schutz. Das heutige Rum√§nien gew√§hrte dissidenten protestantischen Bewegungen weiteren Schutz.

Die Aufteilung der europ√§ischen Landkarte unter den Konfessionen schuf im 16. Jahrhundert ein neues Allianzengeflecht. Die Konflikte zwischen den konfessionell orientierten Gebieten eskalierten mit der Wende ins 17. Jahrhundert aus mehreren Gr√ľnden: Jedes Territorium Europas verf√ľgte zu Beginn des 17. Jahrhunderts √ľber eine vom Staat legitimierte Religi√∂se Orientierung und √ľber konfessionelle Minderheiten ‚Äď die in ausl√§ndischen Staaten Verb√ľndete hatten. Grunds√§tzlich ungekl√§rt war der Status der konfessionellen Minderheiten. Sie organisierten sich zum Teil in geheimen Zirkeln, offen betrieben sie Widerstand gegen staatliche Politik, wo immer diese die Mehrheitsreligion privilegierte. Zweitens luden sich im Reichsgebiet die seit dem Mittelalter bestehenden Konflikte zwischen Kaiserhaus und F√ľrstent√ľmern auf, konfessionelle Bl√∂cke standen nun dem Kaiserhaus gegen√ľber, das seiner Entmachtung mutma√ülich nur in einem Konfessionskampf begegnen konnte. B√∂hmen geriet hier in das Zentrum der Auseinandersetzungen, an denen sich der Drei√üigj√§hrige Krieg entz√ľnden sollte. Eine dritte Konfliktsituation bestand in den Niederlanden mit dem andauernden Krieg zwischen Spanischen Niederlanden und der Republik. Hier standen Spanien und Frankreich als katholische Staaten im Hintergrund, w√§hrend die freien Niederlande eine zunehmende Macht als f√ľhrende Wirtschaftsnation und Seemacht beanspruchten.

Der Drei√üigj√§hrige Krieg, 1618‚Äď1648

Auseinandersetzungen um die konfessionelle Orientierung der Territorien im Heiligen R√∂mischen Reich und die vom Kaiserhaus betriebene Gegenreformation eskalierten 1618 im Ausbruch des Drei√üigj√§hrigen Kriegs. Er f√ľhrte in Mitteleuropa zu einer politischen und wirtschaftlichen Katastrophe. Der deutschsprachige Raum geriet in den Brennpunkt europ√§ischer Interessen. Schweden unterst√ľtzte im Drei√üigj√§hrigen Krieg offiziell die deutschen Protestanten, Frankreich nahm im Verlauf des Krieges eigene Machtinteressen als katholische Nation wahr. S√∂ldnertruppen aus ganz Europa k√§mpften auf Seiten der verschiedenen Heerf√ľhrer, die erhebliche eigene Macht gewannen.

Die Kriegsf√ľhrung nahm im Verlauf unkontrollierte Z√ľge an: St√§dte wurden belagert und gepl√ľndert ‚Äď die belagernden Armeen mussten aus dem Umland ern√§hrt werden. Marodierende S√∂ldnertruppen mussten sich selbst ern√§hren und taten dies ungez√ľgelt mit Einsatz von Gewalt gegen die Landbev√∂lkerung.

Mitteleuropa erlitt im Verlauf der drei√üig Jahre von 1618 bis 1648 einen Bev√∂lkerungsr√ľckgang und einen Einbruch der landwirtschaftlichen Produktivit√§t.

Der Westf√§lische Friede beendete 1648 die milit√§rischen Auseinandersetzungen mit einer Best√§tigung der Kompromissformel, die bereits ein Jahrhundert zuvor gefunden worden war: Die einzelnen Territorien erhalten die Macht, √ľber die Religion im eigenen Land bestimmen zu k√∂nnen.

Der Englische B√ľrgerkrieg 1641‚Äď1660

Eine eigene Konfliktsituation religi√∂s-staatlicher Dimension wird in Gro√übritannien ab den 1640ern ausgetragen. Die Macht der regierenden Stuarts insbesondere auf dem Gebiet der Religion findet hier nur geteilte Anerkennung. Es entsteht eine Division zwischen Anh√§ngern des K√∂nigs (Royalists) und Anh√§ngern des Parlaments (Roundheads). Beide Str√∂mungen sprechen (ab den 1680ern gefolgt von den Tories und Whigs) bis in das 18. Jahrhundert ein breites Spektrum an Str√∂mungen im konfessionell politischen Kampf an: Die einen mit Parteig√§ngern, die (heimlich) die Rekatholisierung bef√ľrworten sowie mit Gruppen, die explizit f√ľr eine St√§rkung der Anglikanischen Kirche in ihren hohen W√ľrden eintreten; die anderen mit Angeboten einer St√§rkung b√ľrgerlicher Rechte, deren Schutz das Parlament √ľbernehmen soll. Sie rekrutieren sich in den 1640ern vor allem aus dem puritanischen Lager. 1649 wird in einer revolution√§ren Erhebung des Parlaments Karl I. hingerichtet. Sein Sohn Karl II. begibt sich in franz√∂sischen Schutz, w√§hrend in England die Gewaltherrschaft Cromwells anbricht, die 1660 endet, als sich zeigt, dass das neue Regime nicht in der Lage ist, eine Kontinuit√§t der Herrschaft √ľber Cromwells Tod hinaus herzustellen. Karl II. wird im Akte der ‚ÄěRestauration‚Äú ins Land zur√ľckgeholt und K√∂nig gegen√ľber einem Parlament, dem er erhebliche Macht einr√§umen muss.

Frankreich wird unter Ludwig XIV. zur Gro√ümacht, 1661‚Äď1715

Die zweite H√§lfte des 17. Jahrhunderts ist vom Anwachsen franz√∂sischer Macht bestimmt: Frankreich greift die Niederlande an, diese sind auf der anderen Seite in eine Auseinandersetzung mit England um die Seeherrschaft involviert. Es gelingt Frankreich im Verlauf der Auseinandersetzungen nicht, die Niederlande einzunehmen, auch die Tatsache, dass man Karl II. Schutz gew√§hrte und damit √ľber gute Beziehungen nach England verf√ľgt bleibt im Kr√§ftespiel folgenlos. Ludwig XIV. wurde auch Sonnenk√∂nig genannt. Er bestieg 1643 den Thron und regierte 72 Jahre lang.

Der T√ľrkische Angriff auf Wien, 1683

In Ausnutzung der Destabilisierung, die protestantische Gruppen im Balkangebiet und dem heutigen Ungarn der katholisch-habsburgischen Macht bereiten, riskiert das Osmanische Reich ‚Äď heimlich von Frankreich unterst√ľtzt ‚Äď in den fr√ľhen 1680ern einen Angriff auf √Ėsterreich, der aber in einem milit√§rischen Debakel endet. Die Belagerung Wiens scheitert 1683, nachdem Truppen verschiedener Reichsterritorien Wien zur Hilfe kommen. Namentlich Bayern, nach B√ľndniswechsel unter dem neuen Kurf√ľrsten seit 1679 in Allianz mit Wien (statt Frankreich), engagiert sich an der ‚ÄěBefreiung‚Äú Ungarns und des Balkans in den Kriegsz√ľgen der 1680er, die bis Belgrad hinab gehen und den Grundstein f√ľr den sp√§teren habsburgischen Vielv√∂lkerstaat legen.

Die Glorious Revolution und die Gro√üe Allianz gegen Frankreich, 1688‚Äď1712

Eine geschlossene neue politische Situation richtet sich in den 1680ern ein: England erlebt 1688 eine zweite Revolution, der Nachfolger Karls II. wird, da er eine R√ľckf√ľhrung der Nation in den Katholizismus bef√ľrchten l√§sst, abgesetzt und mit milit√§rischer, vom Parlament organisierter Gewalt aus dem Land vertrieben. Sein R√ľckzug verl√§uft √ľber Irland nach Frankreich. Die Regentschaft wird Wilhelm III. (verheiratet mit einer englischen Erbin) zugesprochen, dem Regenten, der in den 1670ern den Widerstand der Niederlande gegen Frankreich organisierte. Als Frankreich 1689 die Pfalz angreift, tritt Wilhelm III. ma√ügeblich f√ľr das B√ľndnis der ihm unterstehenden Machtbereiche der Niederlande und Englands mit dem Reich ein. Eine europ√§ische Allianz gegen Frankreich mit Dauer bis 1698 ist die Folge. Im Spanischen Erbfolgekrieg wird sie 1701‚Äď1712 ihre zweite Auflage finden.

Eine zweite gesamteurop√§ische Konfliktsituation bahnt sich Ende des 17. Jahrhunderts zwischen Schweden und Russland an, sie wird mit dem Gro√üen Nordischen Kriegs 1700‚Äď1721 ihren Austrag finden.

Zusammenfassung

Die gro√üen und kleineren Konfliktszenarien des 17. Jahrhunderts m√∂gen auf den ersten Blick un√ľbersichtlich erscheinen. Eigene √úbersichtlichkeit gewinnen sie in einigen grundlegenden Entwicklungen:

  • Die Aufteilung der europ√§ischen Landkarte nach Nationen, die religi√∂se und kulturelle Identit√§t gewinnen, findet mit den bis 1648 gef√ľhrten Kriegen ihre Best√§tigung und im Westf√§lischen Frieden ihre offizielle Anerkennung.
  • Die beiden englischen Revolutionen wie die kontinentaleurop√§ischen Konflikte f√ľhren im Lauf des 17. Jahrhunderts zu einer Konsolidierung weltlicher Macht, die sich im Verlauf unabh√§ngig von der Legitimation durch die Kirche manifestiert. Die weltliche Regentschaft bestimmt die Religion und sie sch√ľtzt die Religion im eigenen Territorium, dies wird im Verlauf Grundsatz neuer Staatsverfassungen.
  • In allen L√§ndern Europas entsteht ein neues Gef√ľhl gegen√ľber weltlicher Macht: Sie privilegiert Gruppen und sie schafft Gruppen, die als offizielle Minderheiten Rechte beanspruchen. Der Ruf nach b√ľrgerlichen Freiheiten wird im Lauf des 17. Jahrhunderts als Ruf nach Freiheit der Konfession manifest. Die Frage, welches Recht der Staat gegen√ľber dem B√ľrger hat, wird die gro√üe Frage der n√§chsten drei Jahrhunderte. Ihre L√∂sung ist ein Staat, der sich als Garant b√ľrgerlicher Rechte definiert und dabei Macht als alle seine B√ľrger gleichm√§√üig sch√ľtzender Nationalstaat im 19. Jahrhundert gewinnt.
  • Frankreich wird im 17. Jahrhundert zur gro√üen Macht in Europa, die jedoch ihre Herrschaftsinteressen nicht durchsetzen kann.
  • Die Niederlande erleben im 17. Jahrhundert ein goldenes Zeitalter: Amsterdam wird der Welthandelsplatz, bevor diese Position mit dem Wechsel ins 18. Jahrhundert an London √ľbergeht.
  • England etabliert in den beiden Revolutionen ein neues politisches System der weltlichen Parlamentsmacht gegen√ľber der Monarchie. Die Glorious Revolution macht denkbar, was nach der ersten Revolution und der Enthauptung Karls I. undenkbar schien: Dass ein Parlament friedlich bestimmen kann, welcher Regent die Macht im Interesse der jetzt unabh√§ngigen B√ľrger aus√ľbt.
  • Im Verlauf der milit√§rischen Auseinandersetzungen entsteht schlie√ülich ein Konsens √ľber Sitten, nach denen Krieg bis zu Beginn des Ersten Weltkriegs zu f√ľhren ist: Unter Wahrung der menschlichen Ressourcen, zivilisiert von Heeren, die von Gener√§len gef√ľhrt werden, ohne das Land im selben Moment zu verw√ľsten. Europa bleibt von Kriegen gezeichnet, doch erlebt es diese Ende des 17. Jahrhunderts neu als Leistungen einer politisch kontrollierten europ√§ischen Zivilisation.

Politische Entwicklungen: Weltweite Perspektive

Lateinamerika

Ein massiver Ausgriff Europas auf die Welt setzte mit der Entdeckung Amerikas 1492 ein. Das 16. Jahrhundert erlebte die gewaltsame Inbesitznahme Lateinamerikas durch spanische und portugiesische Eroberer. Das erste Interesse galt der Pl√ľnderung der Goldvorkommen und bescherte Spanien und Portugal keinen langfristigen Vorteil. Die Preise f√ľr Gold sanken mit dem wachsenden Angebot. Die Ausbeutung Lateinamerikas brachte ihre eigene Entwertung mit sich. Plantagen wurden in Lateinamerika eingerichtet, entwickelten jedoch nicht die Kraft, die beiden iberischen Kolonialm√§chte vor dem politischen und wirtschaftlichen Niedergang zu sch√ľtzen, den sie im 17. Jahrhundert erleben.

Nordamerika

Die Kolonialisierung Nordamerikas geschieht im 17. Jahrhundert unter Franzosen, Niederl√§ndern und Engl√§ndern. Die Interessen liegen hier komplexer. Aus England kommen vor allem religi√∂s motivierte Gruppen, die sich in der Heimat nicht der Staatsmacht unterordnen wollen. Die einzelnen nordamerikanischen Provinzen gr√ľndeten sich zum Teil in utopistischen christlichen Projekten. In Nord- wie S√ľdamerika sind die Europ√§er den einheimischen Bev√∂lkerungsgruppen milit√§risch √ľberlegen. Die englische Kolonialisierung erweist sich in Nordamerika als besonders effizient, da sie als erste eine Infrastruktur zwischen den Gemeinden schuf und gr√∂√üere Mengen an Siedlern auf den Kontinent herstellt. Franzosen und Niederl√§nder m√ľssen hier im 18. Jahrhundert dem Druck Gro√übritanniens weichen. Die S√ľdstaaten erleben im Verlauf des sp√§ten 17. und 18. Jahrhunderts eine Machtansammlung durch Gro√üplantagen, die vor allem von Engl√§ndern betrieben werden. Ein Machtfaktor wird Nordamerika erst in der zweiten H√§lfte des 18. Jahrhunderts.

Asien

Die Erschlie√üung des asiatischen Raums geschieht im Wettstreit zwischen Niederl√§ndern, Franzosen und Engl√§ndern, wobei die Niederl√§nder hier im 17. Jahrhundert zuerst einmal die f√ľhrende Kraft werden.

Osmanisches Reich

Das Osmanische Reich breitet sich im 17. Jahrhundert im Norden vor√ľbergehend bis nach Ungarn aus, nach S√ľden erstreckt es sich bis nach √Ągypten, Arabien und Persien. F√ľr Europas Kontakt mit dem Orient ist diese Konstellation von gr√∂√üter Bedeutung. Europas Bild Arabiens wird im Lauf des 17. und 18. Jahrhunderts durch t√ľrkische Vermittlung gepr√§gt. Der Machteinbruch, den die Verluste auf dem Balkan dem Osmanischen Reich in den 1680ern bereiten, √∂ffnet Kulturkontakten zwischen Europa und der T√ľrkei im Lauf des 18. Jahrhunderts die Tore. Ein Kulturimport von islamischer Kultur nach Europa wird zu Beginn des 18. Jahrhunderts Bedeutung gewinnen.

Persien

Persien ist zweiter asiatischer Machtblock, ohne jedoch im 17. Jahrhundert effizienter expandieren zu können.

Die Timuriden-T√ľrken

Eine Expansion gelingt dagegen auf dem indischen Subkontinent dem islamischen Timurlenk-Reich. Sein Zusammenbruch im 18. Jahrhundert wird zu einem Machtvakuum f√ľhren, das englische Truppen mit der gr√∂√üten Effizienz ausnutzen werden.

China

China √∂ffnet sich im Lauf des 17. Jahrhunderts Europa betr√§chtlich: Niederl√§ndische H√§ndler werden an der S√ľdk√ľste zu Gro√üeink√§ufern chinesischen Porzellans und chinesischer Seide, die Manufakturen Shanghais stellen in der zweiten H√§lfte des 17. Jahrhunderts eigene Ware f√ľr den europ√§ischen Markt her, Ware mit symmetrischeren Mustern, die in Europa auf mehr Gefallen sto√üen. Die zweite H√§lfte des 17. Jahrhunderts schafft zudem der katholischen Mission g√ľnstige Bedingungen, Kaiser Kang Hsi erlaubt sowohl eine Volksmission wie den Jesuiten Privilegien: eine jesuitische Pr√§senz am Hof. Jesuitische M√∂nche nehmen in der Folge Mandarinspositionen ein. Sie rechtfertigen ihre Teilnahme an chinesischen Staatszeremonien im konfuzianischen Ritual mit einer speziellen Interpretation chinesischer Kultur, derzufolge China kein heidnisches Land ist, sondern ein atheistisches, das nach der Sintflut von Nachkommen Noahs besiedelt effektiv die gesamte vorsintflutliche Kultur in gro√üen Z√ľgen bewahrte und sich vom Patriarchentum zur zentralen Monarchie entwickelte ‚Äď indes eben die Religion verlor. Man nehme am Hof mithin nicht an heidnischen, sondern allenfalls an weltlichen gottlosen Zeremonien teil. Rivalit√§ten unter den missionierenden Orden f√ľhrten mit der Wende ins 18. Jahrhundert in den Ritenstreit, den Streit dar√ľber, ob Jesuiten sich derart bereitwillig der chinesischen Kultur unterordnen d√ľrften. Das Ergebnis der Auseinandersetzung, die am Ende in p√§pstliche Entscheidungen m√ľndet, ist zu Beginn des 18. Jahrhunderts das Ende der weiteren Mission bei Hofe.

Europas Intellektuelle gewinnen im selben Streit, informiert von Jesuiten √ľber China ‚Äď das angeblich philosophisch geordnete weise Staatswesen ‚Äď den gr√∂√üten Respekt. Eine China-Mode kommt im 17. Jahrhundert auf und dauert bruchlos ins 19. Jahrhundert bis in den Jugendstil fort. Chinesisches Design inspiriert den galanten Stil bei Innendekorationen mit leichten Ornamenten und exotischen Motiven. Die Erfahrung der kulturellen √úberlegenheit erlaubt die Aneignung des Fremden in der Mode, die hier im fr√ľhen 18. Jahrhundert einen H√∂hepunkt finden wird.

Japan

Japan verschlie√üt sich Anfang des 17. Jahrhunderts gegen√ľber der gesamten Welt. Europas Nationen hatten in den politischen Einigungsprozess hinein intrigiert, der das 16. Jahrhundert mit B√ľrgerkriegen √ľberschattete. Anfang des 17. Jahrhunderts werden die Portugiesen aus Japan vertrieben, allein den Niederl√§ndern wird ein Handelsst√ľtzpunkt im Hafen von Nagasaki gestattet, den sie nicht verlassen d√ľrfen. Er wird zum Umschlagspunkt f√ľr den europ√§ischen Seehandel mit Japan.

Die politische Stabilisierung gew√§hrt Japan wachsenden Wohlstand, und f√ľhrt im Lauf des 17. Jahrhunderts zu einer monet√§ren Katastrophe: Japans Oberschicht kauft mit Silber in China Luxusprodukte, vor allem Seide und Ginseng. Ein Ausverkauf der W√§hrung ist die Folge. Reis wird zur zweiten W√§hrung im Land. Geldentwertungen, die Einf√ľhrung einer W√§hrung lediglich nominellen Wertes stehen am Ende des 17. Jahrhunderts, k√∂nnen Japan jedoch nicht in die Position setzen, im Ausland G√ľter zu erwerben ‚Äď eine Lage, die die Entscheidung f√ľr die Isolation stabilisiert. Japan baut eine weitgehend autarke Wirtschaft auf.

Indonesien

Das 17. Jahrhundert bleibt unter diesen Pr√§missen, was Europas Handel mit Asien anbetrifft, Handelsgesellschaften √ľberlassen, die Privatgelder in einzelne Unternehmungen stecken. Die Niederlande k√∂nnen in Indonesien Fu√ü fassen, das ab 1600 niederl√§ndisch wird.

Ausblick

Die gro√üen Nationen Asiens k√∂nnen sich einer Auseinandersetzung mit den europ√§ischen Nationen im Lauf des 17. Jahrhunderts noch widersetzen. Noch verf√ľgen Europas Nationen nicht √ľber eine Milit√§rmacht, die hier eine Auseinandersetzung profitabel macht. Eine Ver√§nderung bringt hier erst der Zusammenbruch des Mogulreiches im Lauf des fr√ľhen 18. Jahrhunderts. Europas Nationen, die √ľber M√ľnzpr√§gest√§tten und Milit√§rbasen an Indiens K√ľste verf√ľgen, werden in diesem Zusammenbruch Macht gewinnen.

Afrika

Afrika entzog sich bis in das 19. Jahrhundert hinein europ√§ischen Perspektiven. Die K√ľste war infolge der k√ľstenorientierten Seefahrt halbwegs bekannt wie die geographischen Umrisse. Der Norden und Westen war arabisch. In S√ľdafrika wurde im Lauf des 17. Jahrhunderts eine niederl√§ndische Kolonie aufgebaut, sie lag g√ľnstig auf der Handelsroute gen Indien. Das Innere des Landes blieb unbekannt und galt noch im fr√ľhen 18. Jahrhundert als weitgehend unbesiedelt.

Im Geflecht internationaler Wirtschaftsbeziehungen entwickelt sich im 17. Jahrhundert der Sklavenhandel zum weltweiten Gesch√§ft. Erste Sklaventransporte fanden Mitte des vorangegangenen Jahrhunderts statt. Sklaven von der Westk√ľste erwiesen sich auf den westindischen Plantagen als besser einsetzbar als die einheimische Bev√∂lkerung. Portugal verf√ľgte √ľber eine eigene Tradition im Einsatz schwarzer Sklaven. Das weltweite Gesch√§ft macht ab Beginn des 17. Jahrhunderts jedoch England mit einem Dreieckshandel, der Schiffe maximal ausnutzt: Ware, die an der Westk√ľste Afrikas gegen Sklaven eingetauscht wird, f√ľllt die Schiffe in die eine Richtung, Sklaven f√ľllen sie auf dem Weg nach Westen √ľber den Atlantik, Rohstoffe aus den Amerikas kommen auf dem R√ľckweg zur weiteren Verarbeitung nach Europa. Etwa 1,7 Millionen Sklaven werden zwischen 1600 und 1800 auf diesem Handelsweg aus Afrika gewaltsam ausgesiedelt. Der Aufbau der Kolonien in Lateinamerika, den westindischen Inseln und den S√ľdstaaten Nordamerikas h√§tte sich ohne den Sklavenhandel nicht als anhaltendes Gesch√§ft f√ľr Europa bewerkstelligen lassen.

Buchmarkt

Die englische Buchproduktion 1600‚Äď1800, Titelz√§hlung nach dem English Short Title Catalogue. Die Statistik zeigt deutlich ‚Äď eine Besonderheit des englischen Marktes ‚Äď das Aufkommen der aktuellen politischen Berichterstattung mit der Revolution 1641/42. Die H√∂hepunkte der Presseaktivit√§t liegen vor 1730 jeweils in politisch turbulenten Jahren. Als Phasen zeichnen sich die B√ľrgerkriegszeit mit abfallender Produktion, die Zeit der Kriege gegen die Niederlande (1670er) und der Gro√üen Allianz (1689‚Äď1712) ab. Mitte des 18. Jahrhunderts setzt ein neues Wachstum mit bald exponentieller Kurve ein, hinter dem entscheidend der Aufstieg der Belletristik steht.

Mit dem 16. Jahrhundert eroberte der Druck im deutschsprachigen Raum den aktuellen Austausch ‚Äď die Reformation verbreitete sich zum guten Teil mit dem neuen Medium. Das 17. Jahrhundert schafft der neuen Technologie wachsende M√§rkte in Politik, Theologie und Wissenschaften.

Politik ist zu Beginn des 17. Jahrhunderts auf das Engste mit theologischen Kontroversen verkn√ľpft, gewinnt im 17. Jahrhundert jedoch mit der Zeitung ein eigenes Medium. Diese entwickelt sich von der Flugblattschrift zum in der Regel drei Mal w√∂chentlich erscheinenden Blatt. Zeitungen breiten sich Mitte des 17. Jahrhunderts in Westeuropas St√§dten aus, die Drucker stellen mit der Post eingehende Meldungen kommentarlos zusammen. Die Perspektive liegt auf der Au√üenpolitik, was die Bl√§tter gegen√ľber der landesinternen Zensur weitgehend unproblematisch macht. Die Qualit√§t der Berichterstattung w√§chst in der zweiten H√§lfte des 17. Jahrhunderts erheblich; das ist vor allem ein Verdienst der niederl√§ndischen Zeitungsverleger, die von Regenten und aus politisch interessierten Kreisen mit Nachrichten versorgt werden, die sodann vor Europas √Ėffentlichkeit Fakten schaffen.

W√§hrend der lokale Buchmarkt zum guten Teil mit theologischer Ware handelt, die im Zeitalter konfessioneller Auseinandersetzungen erhebliche Konjunktur hat, gewinnt der internationale Buchmarkt Bedeutung mit √ľberregional absetzbarer Produktion auf Latein und auf Franz√∂sisch. Die sich versch√§rfenden Zensurbestimmungen in Frankreich sorgen ab Mitte des 17. Jahrhunderts f√ľr eine Verlagerung des franz√∂sischsprachigen internationalen Buchdrucks in die Niederlande.

Im deutschen Sprachraum werden die Universit√§tsorte Leipzig, Halle und Jena ab Mitte des 17. Jahrhunderts interessantere Verlagsstandorte. Leipzig kann durch die Buchmessen dabei eine zentrale Stellung im Handel einnehmen, aus dem sich die katholischen Verlagsorte jedoch zunehmend zur√ľckziehen, da hier im Tausch gehandelt wird, f√ľr den ihre Ware aus konfessionellen Gr√ľnden immer weniger in Frage kommt.

Ein schmales Marktsegment entwickelt sich im 17. Jahrhundert mit den belles lettres vornehmlich franz√∂sischsprachiger Ware, die B√ľrger und Adel mit Memoires, Historien, Romanen und Gedichten adressiert. Ab der zweiten H√§lfte des 17. Jahrhunderts gewinnt dieses Marktsegment die Macht, international Moden zu setzen. Die galante Conduite verbreitet sich vor allem mit Romanen und neuen unterhaltsamen Journalen wie dem Mercure Galant.

Ende des 17. Jahrhunderts gewinnen drei Produktionen des Buchmarkts Macht f√ľr neue Entwicklungen: Das alphabetisch sortierte Lexikon (das sich in handlichen B√§ndchen besonders dem Zeitungsleser andient), das wissenschaftliche (‚Äěliterarische‚Äú) Journal, das den gesamten Buchmarkt beobachtet, aus allen Wissenschaften, zunehmend aber auch aus den belles lettres berichtet (aus denen im 18. Jahrhundert die Literatur im neuen Wortsinn werden wird). Bleiben Zeitungen kommentarlose Sammlungen au√üenpolitischer Nachrichten, so bieten rezensierende Journale Ende des 17. Jahrhunderts die politische Analyse, dort wo sie neueste Publikationen aus der aktuellen Geschichte ber√ľhren. Eine interessante Nischenstellung nimmt auf demselben Markt in Deutschland die Literaturgeschichte ein, die Studenten zitierbaren √úberblick √ľber die Wissenschaften gibt. Aus ihr wird im 19. Jahrhundert die moderne Literaturgeschichte werden, mit der Literatur im neuen Wortsinn Bildungsgegenstand werden wird.

Poesie und Musik

Drama

Entgegen den gelehrten Bestrebungen in der Poesie, die Kultur der Antike wieder einzurichten, richtet sich mit dem 17. Jahrhundert ein eigenes Spektrum der Gattungen ein. Mit dem Beginn des 17. Jahrhundert gewinnt die Oper als Gattung Konturen. Der Theorie nach √ľbernimmt sie vom Drama der Griechen dessen Offenheit f√ľr die Musik. Tats√§chlich bricht sie mit den Konventionen der griechischen Trag√∂die, da sie den gl√ľcklichen Schluss zur Regel macht, das Ende in einem h√∂fischen Fest. Pragmatiker rechtfertigen dies damit, dass man weltlichen Machthabern, den wichtigsten Auftraggebern, kaum etwas anderes zumuten k√∂nne. Zudem sieht man die Poesie dort in gr√∂√üter Vollkommenheit, wo sie das Zusammenspiel mit der Musik erlaubt. Die Oper wird im Lauf des 17. Jahrhunderts zur wichtigsten poetischen Produktion an den H√∂fen, die √ľber sie gegen√ľber dem zugelassenen Publikum Pracht demonstrieren. F√ľr Dichter wird es zunehmend interessant f√ľr die Oper zu schreiben. Ihre Texte werden zu den Opern gedruckt und am Ende als Andenken aufbewahrt, sie werden zudem ob ihrer Poesien f√ľr sich genossen.

Am Hof hat neben der Oper die Komödie Raum, die wie die Oper im italienischen und französischen Stil besteht.

Oper und Kom√∂die finden im Lauf des 17. Jahrhunderts zunehmend ein b√ľrgerliches Publikum durch die Arbeit von reisenden Truppen, die in st√§dtischen S√§len oder an gr√∂√üeren h√∂fischen B√ľhnen gastieren. Reiche St√§dte wie Hamburg und London bieten der Oper und der Kom√∂die Ende des 17. Jahrhunderts eigenen Raum in einem kommerziellen Betrieb.

Eine eigene Tradition findet das Drama der Haupt- und Staatsaktionen und der Kom√∂dien, wie Shakespeare sie auf Londons st√§dtischen B√ľhnen zu Beginn des 17. Jahrhunderts vorlegte. Auf dem Kontinent entsteht hier ein Gesch√§ft f√ľr Wandertruppen, die sich auf spektakul√§re Effekte, Kampfszenen und inszenierte Hinrichtungen verstehen.

In den katholischen Gebieten entwickelt sich, was Inszenierte Poesie anbetrifft, zunehmend unabhängig schließlich eine Kultur inszenierter, der Oper naher Musik, am Ende des Jahrhunderts auch in protestantischen Gebieten in Form von Oratorien und Kantaten.

Eine Nischenproduktion entsteht auf dem Gebiet des Dramas mit gymnasialen Auff√ľhrungen, die Sch√ľlern das Rollenspiel lehren. Die meisten heute als Barocktrag√∂dien und -Kom√∂dien klassifizierten Werke stammen aus dieser Nischenproduktion.

Epos und kleinere Gattungen

Epische Poesie sollte zwar nach der aristotelischen Poetik einen hohen Stellenwert genie√üen, auf dem Gebiet des heroischen Epos geriet die Produktion jedoch mit bestellter und freiwillig sich Regenten andienender Panegyrik in Misskredit. Leser bem√§ngelten, dass sie kaum l√§ngere Passagen in Versen erm√ľdungsfrei lesen konnten. Hier gewann der Roman in Prosa Terrain, das eigentlich der Poesie zukommen sollte. Auf dem Gebiet der Epik hatte das satirische Versepos gr√∂√üere Chancen, Leser zu finden ‚Äď als Satire auf das hohe Epos, wie als Option auf politische und theologische Kontroversen zu rekurrieren.

Kleinere Gattungen der Poesie florierten erheblich, insbesondere, da sich mit ihnen zu allen Anl√§ssen b√ľrgerlichen und h√∂fischen Lebens Geld verdienen lie√ü. Es wurde im deutschsprachigen Raum im Lauf des 17. Jahrhunderts Mode, beliebige b√ľrgerliche Feste wie Beerdigungen, Jubil√§en, Eheschlie√üungen mit Auftragswerken zu schm√ľcken, die f√ľr Geld verfasst in geringer Auflage gedruckt am Ende unter die G√§ste gingen. (Siehe eingehender das Kapitel Casualpoesie)

Wissenschaften

Auch wenn man das 17. und 18. Jahrhundert heute als die beiden Jahrhunderte sieht, in denen die Naturwissenschaften aufkamen ‚Äď sie blieben bis in die zweite H√§lfte des 18. Jahrhunderts hinein von geringem √∂ffentlichen Interesse. Europas Universit√§ten bieten im 17. Jahrhundert das Studium in den vier Fakult√§ten Theologie, Jurisprudenz, Medizin und Philosophie. Letzteres Feld bleibt dem Grundstudium mit Angeboten von der Geschichte bis zur Poesie und zur Rhetorik vorbehalten.

Die Naturwissenschaften bleiben im 17. Jahrhundert Materie von elit√§ren Gruppierungen, finanziert von einzelnen F√ľrsten, die Observatorien einrichten, sowie von reichen Privatleuten, die die Experimente ‚Äěcurieux‚Äú finden. Eine gezieltere Forschung wird von der Royal Society betrieben, von der ma√ügebliche Impulse ausgehen, Wissen mit praktischer Nutzung zu verbinden. Sie gibt Anregungen, Reiseberichte zu sammeln, sie interessiert sich f√ľr Verbesserungen der Navigation und der Kartographie. Ihre Forschung bleibt jedoch einem elit√§ren Gelehrtennetz vorbehalten. Die Universit√§ten Englands und Europa lassen vergleichbare Forschungen kaum zu.

Gleichwohl gewinnen die Universit√§ten im 17. Jahrhundert an Bedeutung. Auf dem Kontinent werden sie, nach 1648, Orte an denen Karrieren vergeben werden. Nachwuchs aus b√ľrgerlichen Familien studiert in den modischen Universit√§ten Jenas, Halles und Leipzigs Ende des Jahrhunderts mit der Aussicht, von hier aus Positionen in Stadt und Staat oder Pfarreien zu erlangen.

Der Lehrbetrieb wurde in Deutschland bis auf Ausnahmen weiterhin auf Latein gehalten. Dennoch bereitet sich mit dem Aufstieg der Universit√§ten als Karrieregaranten die Entwicklung des sp√§ten 18. und fr√ľhen 19. Jahrhunderts vor, in der die Wissenschaften zu zentralen staatlichen und √∂ffentlichen Institutionen werden. Das wird deutlich, sobald man auf das Pressewesen sieht, das die universit√§re Buchproduktion umgibt: es schafft eine √Ėffentlichkeit, die im Lauf des 18. Jahrhunderts einen rasanten Aufstieg nimmt.

Lebensbedingungen

Auch nach der Verbesserung der Lebensverh√§ltnisse, die nach 1648 eintritt, bleibt die Sterblichkeit in Europa ‚Äď und aller Welt ‚Äď enorm hoch. Das hat haupts√§chlich mit der fehlenden Hygiene zu tun, die f√ľr eine hohe S√§uglingssterblichkeit sorgt. Die Berechnung die Edmond Halley Ende des 17. Jahrhunderts aufgrund der ihm aus Breslau zug√§nglich gemachten Daten durchf√ľhrt, offenbaren, dass die Lebenserwartung insgesamt bei knapp √ľber 17 Jahren lag. Wer die ersten Jahre √ľberlebte, konnte allerdings hoffen, eines Tages eine Familie zu gr√ľnden und noch das Heranwachsen der Kinder zu erleben.

Man liest oft, Menschen seien mit 40 Jahren alt gewesen, da die Lebenserwartung allgemein niedrig lag. Alt war man ab 60. Es war ein anderes Problem, dass man kaum wusste, welche Krankheiten t√∂dlich waren. Es geh√∂rte zum Lebensgef√ľhl des 17. wie des 18. Jahrhunderts, dass man ein schweres Fieber oder einen Infekt unverz√ľglich als Anzeichen einer wom√∂glich t√∂dlichen Krankheit sah.

Die Tuberkulose war zwischen 20 und 40 ein erhebliches Problem, wie auch das Kindbett mit seinen Infektionen f√ľr die geb√§rende Frau. Dennoch sollte man vorsichtig damit sein, mit den Statistiken ein spezielles ‚Äěbarockes Lebensgef√ľhl‚Äú steten Schwankens zwischen Leben und Tod zu verbinden. Das Lebensgef√ľhl √§nderte sich erst mit dem ausgehenden 18. Jahrhundert und dem nun greifenden medizinischen Fortschritt.

Siehe zu Lebenserwartung und Statistiken eingehender Edmond Halleys Ver√∂ffentlichung f√ľr die Royal Society (1696).

Land

Die durchschnittliche Lebenserwartung f√ľr ein Neugeborenes lag bei rund 17 Jahren, was auf die hohe S√§uglings- und Kindersterblichkeit zur√ľckzuf√ľhren ist. Die Ursachen hierf√ľr sind vor allem in den schlechten hygienischen Standards, der suboptimalen Ern√§hrungssituation und in der mangelhaften medizinischen Versorgung weiter Bev√∂lkerungsgruppen zu finden.

Ernährungsweise

Bis etwa 1650 ern√§hrte sich die Oberschicht sowohl der islamischen als auch der christlichen Welt von London bis Delhi nahezu gleich. Bis zu diesem Zeitpunkt bestimmten dicke, stark gew√ľrzte P√ľrees oder Pasten (z. B. das Mandelsulz), s√ľ√üe oder s√§uerliche So√üen, gekochtes Gem√ľse und angew√§rmter, gew√ľrzter Wein (Hippocras) den Speisezettel, alle Hauptgerichte wurden gezuckert. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts jedoch √§nderte sich in Mitteleuropa die Auswahl und Zusammensetzung der Speisen fundamental und √§hnelte nun unseren Essgewohnheiten: Hauptgerichte wurden nicht mehr so stark gew√ľrzt und Zucker wurde nur noch f√ľr die Nachspeise verwendet, So√üen wurden auf der Basis von Fetten und √Ėlen hergestellt und Obst und Gem√ľse wurde nun auch roh verzehrt. Der abrupte Wandel in der Ern√§hrung spiegelt den Wandel im wissenschaftlichen und medizinischen Weltbild der Menschen jener Epoche wider, die u. a. die Verdauung nicht mehr als ein Vorgang des Garens, sondern als G√§rung ("Fermentation") im Sinne einer chemischen Umsetzung verstanden. Gleichzeitig waren die √Ąrzte des 17 Jahrhunderts von den Lehren des Paracelsus (1493-1541) beeinflusst, der die vier Elemente der Antike durch die drei Prinzipien Sal, Sulfur und Mercurius ersetzte. Sal (Salz, Mehl) stellte hierbei das den Geschmack-gebende Prinzip dar, Mercurius (Essig, Wein, Fleischextrakt) stand f√ľr das fl√ľchtige bzw. gasf√∂rmige Element und Sulfur (√Ėl, Butter, Schmalz) machte die Speisen fettig. Letzteres Prinzip, so die Vorstellung, besa√ü die F√§higkeit Sal und Mercurius zu verbinden und bildete deshalb die Basis vieler So√üen. Die Unterschicht war von dieser √Ąnderung in der Ern√§hrungsweise kaum betroffen, musste sie sich doch weiterhin und bis weit in das 19. Jahrhundert hinein von Hafergr√ľtze und Mehl- bzw. Gem√ľsesuppen mit Brot ern√§hren.

Auch wenn die damalige Ern√§hrungslehre heute seltsam anmuten muss, ist die westliche K√ľche auch heute noch vom damaligen Gedankengut gepr√§gt, was sich sowohl in der Zusammensetzung der Speisen, als auch in ihrer Abfolge eines Men√ľs widerspiegelt.

Hexenverfolgung

Die Hexenverfolgung war im 17. Jahrhundert weit verbreitet. So wurden den angeblichen Hexen folgende Vorw√ľrfe gemacht:

  • Sie verd√ľrben die Ernte
  • Sie qu√§lten Menschen und Tiere durch Krankheiten und Verletzungen
  • Sie trieben Unzucht mit ‚ÄěTeufeln‚Äú
  • Sie protestierten gegen die Kirche
  • sie praktizierten ‚Äěabscheuliche Hexenk√ľnste‚Äú

So wurden die ‚ÄěHexen‚Äú zum S√ľndenbock f√ľr alles Schlechte der damaligen Welt.

Persönlichkeiten

Anderes

Erfindungen und Entdeckungen

Literatur

  • Geoffrey Parker/ Lesley M. Smith (Hgg.): The general crisis of the seventeenth century. 2. Auflage, London 1997, ISBN 0-415-16518-0.

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