Fetischismus (Psychologie)

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Fetischismus (Psychologie)
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Klassifikation nach ICD-10
F65 Störungen der SexualprÀferenz
F65.0 Fetischismus
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Als sexueller Fetischismus wird in der Regel eine sexuelle Devianz verstanden, bei der ein unbelebter Gegenstand, der sogenannte Fetisch, als Stimulus der sexuellen Erregung und Befriedigung dient.[1][2] Das fetischistische Verhalten unterscheidet sich individuell stark und kann sich auf einen einzigen Gegenstand, auf mehrere Objekte, Materialien oder auch auf Körperteile des Partners beziehen. DarĂŒber hinaus gibt es sowohl therapeutisch als auch umgangssprachlich verschiedene Verwendungen des Begriffs, die zum Teil stark von einander abweichen und sich vor allem durch die Frage unterscheiden, ob der sexuelle Fetischismus eine mit anderen Vorlieben gleichberechtigte sexuelle PrĂ€ferenz ist, oder es sich grundsĂ€tzlich um eine behandlungsbedĂŒrftige Störung des Sexualverhaltens, eine Paraphilie, handelt. Im Rahmen der sexualmedizinischen Diagnostik oder der Psychoanalyse wird der sexuelle Fetischismus dann als behandlungsbedĂŒrftig verstanden, wenn der Fetisch als vollstĂ€ndiger Ersatz fĂŒr die partnerschaftliche SexualitĂ€t dient, die sexuelle Befriedigung ohne Verwendung des Fetisch erschwert ist oder unmöglich erscheint und bei dem Betroffenen dadurch ein entsprechender Leidensdruck entsteht.[1] Sexueller Fetischismus ist als Teil des Formenkreises der Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen als Störung der SexualprĂ€ferenz in der "Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme" (ICD) unter der SchlĂŒsselnummer F65.0 gelistet.[3]

Zu den Ursachen fetischistischen Verhalten gibt es verschiedene Theorien, wobei keine vollumfĂ€nglich anerkannt ist.[4] Ebenso ist die Verbreitung des sexuellen Fetischismus in der Bevölkerung aufgrund der mangelnden BehandlungsbedĂŒrftigkeit und der zunehmenden gesellschaftlichen Akzeptanz sexueller Abweichungen unbekannt, Betroffene suchen nur in seltensten FĂ€llen therapeutische Hilfe. Durch Überschneidungen sowohl in der sexuellen Devianz selbst, als auch durch die gemeinsame diagnostische Einordnung des erotischen Sadomasochismus, Fetischismus und fetischistischen Transvestitismus wird die Szene hĂ€ufig der sadomasochistischen Subkultur zugeordnet oder schließen sich dieser bei Aktionen und in politischen Organisationen an.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Der Ursprung des Begriffs liegt im lateinischen factÄ«cius, was soviel bedeutet wie „nachgemacht“ oder „unecht“[5] „Fetisch“ ist spĂ€ter aus dem Französischen (fĂ©tiche) entlehnt und wurzelt im Portugiesischen (feitiço), in der es die Bedeutung “Zauber“ oder “Zaubermittel“ hat. Der Begriff wird unabhĂ€ngig von der erotischen Konnotation meist im Sinne eines „verehrungswĂŒrdigen Gegenstandes“ oder dem der Idolatrie verwendet. Es verstehen sich auch die in der Umgangssprache verwendeten Wortschöpfungen wie „Ordnungsfetisch“(-ismus), „Paragrafenfetisch“ oder „Sauberkeitsfetisch“. Diese spielen sowohl mit der ursprĂŒnglichen Bedeutung des Fetischismus als auch mit der sexuellen Note.

Der Begriff Fetischismus wird in verschiedenen Kontexten in unterschiedlichen Bedeutungen gebraucht: Dabei gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede zwischen dem umgangssprachlichen Gebrauch des Wortes und dem wissenschaftlichen Term. Mitunter werden allgemein sexuelle Neigungen als sexueller Fetisch bezeichnet, worin manche Praktizierende eine Diskriminierung sehen.

Eine klare begriffliche Unterscheidung wird auf der einen Seite angestrebt, um ein im VerstĂ€ndnis der Medizin, der Rechtsprechung und der entsprechenden Subkultur erweitertes normales Sexualverhalten von behandlungsbedĂŒrftigen ProblemfĂ€llen abzugrenzen, ist jedoch auf der anderen praktisch nicht konsensual zu treffen.

Entwicklung des Begriffs

Der Begriff wurde erstmals zur Beschreibung der Verehrung lebloser GegenstĂ€nde in Form eines religiösen Fetischismus oder in der Naturheilkunde bei Naturvölkern und schamanistisch geprĂ€gten Kulturen angewandt und bezeichnet den Glauben, dass GegenstĂ€nde ĂŒbernatĂŒrliche KrĂ€fte haben können. 1887 wurde diese Bedeutung vom französischen Psychologen Alfred Binet mit seiner Arbeit „Le FĂ©tichisme dans l’amour.“ in der „Revue Philosophique“ auf den Bereich des Sexuallebens ausgedehnt.[6]

Lange Zeit blieb der Begriff von der nicht wissenschaftlich interessierten Bevölkerung unbeachtet, wĂ€hrend dessen Bedeutung in Fachkreisen erweitert wurde; bereits 1912 nannte beispielsweise Richard von Krafft-Ebing die sexuelle Hingabe an einen einzelnen Körperteil Fetischismus.[7] Durch die psychoanalytischen Betrachtungen Sigmund Freuds[8], die auch Nichtmediziner erreichten, wurde der Begriff „Fetischismus“ nach 1927 populĂ€r. Hierbei wurde der sexuelle Fetischismus als eine krankhafte Abweichung verstanden. Zur Verbreitung des Begriffs trug auch die von Karl Marx geprĂ€gte Idee des „Warenfetischismus“ bei, die zwar auf den religiösen Fetischismus grĂŒndete und nicht sexuell konnotiert war, aber das Wort Fetischismus in seiner Doppeldeutigkeit weiter publik machte.[9]

Im Zuge der sexuellen Revolution verĂ€nderte sich das VerstĂ€ndnis menschlicher SexualitĂ€t grundlegend: Es war nicht mehr akzeptabel, alle von der Norm abweichenden sexuellen Haltungen als psychische Krankheiten zu werten. Die Definition des medizinischen-psychologischen Fachbegriffs Fetischismus wurde zusammen mit dem der Paraphilie deutlich stĂ€rker abgegrenzt. Nach heutigem VerstĂ€ndnis ist Fetischismus nicht im Rahmen der sexuellen Orientierung an sich eine psychische Störung, sondern nur dann als behandlungsbedĂŒrftige Störung zu verstehen, wenn der Betroffene unter ihren Auswirkungen leidet. Innerhalb der wissenschaftlichen Neuorientierung im VerstĂ€ndnis sexueller Abweichungen und der daraus entstandenen Diskussionen zu deren Definitionen ergab sich eine Zweiteilung des Begriffs: Das international gebrĂ€uchliche Handbuch ICD, das von der Weltgesundheitsorganisation herausgegeben wird, kehrte zur ursprĂŒnglichen enger gefassten Bedeutung zurĂŒck und versteht unter Fetischismus nur die sexuelle Fixierung auf GegenstĂ€nde. Die einflussreiche American Psychiatric Association, die das zunĂ€chst nur national verwendete Handbuch DSM herausgibt, entschied sich fĂŒr eine erweiterte Definition und versteht unter Fetischismus die Fixierung auf GegenstĂ€nde oder Körperteile. Durch Erscheinen einer deutschen Ausgabe des DSM hielt diese Auffassung auch im deutschsprachigen Raum Einzug.

Das allgemeine VerstĂ€ndnis des Begriffs Fetischismus blieb von den wissenschaftlichen Debatten unberĂŒhrt. Fetischismus hatte sich bereits als gebrĂ€uchliche Bezeichnung und Szenebegriff fĂŒr eine Vielzahl sexueller Spielarten etabliert, umgangssprachlich wird hĂ€ufig jede sexuelle Fixierung auf ein einzelnes Objekt oder eine spezifische Sexualpraktik Fetischismus genannt. Ferner wird der Begriff oft als Synonym zu Paraphilie verstanden, wodurch die Bezeichnung um zahlreiche sexuelle Neigungen erweitert wird, die nicht unter die psychologische oder psychiatrische Begriffsverwendung fallen. Die Feinheiten der diagnostischen Unterscheidung zwischen pathologischem und nicht behandlungsbedĂŒrftigen Fetischismus finden in der Umgangssprache keine Verwendung.

Auch Fachleute verschiedener Professionen legen den Fetischismusbegriff teilweise anders aus als die diagnostischen HandbĂŒcher diesen definieren. So werten einige beispielsweise die sexuelle Erregung durch Tiere oder durch Leichen als fetischistisches Verhalten[10], wĂ€hrend diese sexuellen Devianzen nach ICD-10 Zoophilie und Nekrophilie den Paraphilien unter F65.8, den sonstige Störungen der SexualprĂ€ferenz, zugeordnet sind, aber per definitionem nicht zum Fetischismus zĂ€hlen.

Definitionen

Allgemeines VerstÀndnis des Begriffs

Der umgangssprachliche Gebrauch schließt neben dem Wortspiel mit der sexuellen und religiösen Konnotation des Fetischismus auch sexuelle Neigungen ĂŒber die wissenschaftliche Definition hinaus ein. Im Gegensatz zur Fetischszene wird der Begriff in der Umgangssprache allerdings meist abwertend verwendet. HĂ€ufig wird bereits eine Neigung als Fetischismus bezeichnet, bei der die Betroffenen keinem Leidensdruck unterliegen. Diese Definition des Fetischismus setzt nicht voraus, dass die Neigung eine notwendige SexualprĂ€ferenz ist und kann auch eine oder mehrere Vorlieben umschreiben. Hier kann der Ausdruck auch Neigungen bezeichnen, die sowohl nach wissenschaftlichem VerstĂ€ndnis als auch nach dem Selbstbild von Praktizierenden Bestandteil einer normalen SexualitĂ€t sind und die die Praktizierenden nicht beeintrĂ€chtigen. Ein enger Zusammenhang mit der frĂŒheren Bezeichnung fĂŒr sexuelle Devianz, der Perversion, ist gĂ€ngig, wobei sich die Vorstellung, welches abweichendes sexuelles Verhalten zu tolerieren ist, und welches zu einer gesunden SexualitĂ€t gehört, sowohl von kulturellen Faktoren abhĂ€ngt als auch kulturĂŒbergreifend VerĂ€nderungen unterworfen war und ist.

Medizinische Definition

Die medizinisch-psychologische Definition folgt den grundlegenden Diagnosekriterien, die ICD-10-GM (GM: German Modifikation) und dem hÀufig zitierten Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, das diagnostische und statistische Handbuch psychischer Störungen (DSM-IV) das in den Vereinigten Staaten von der American Psychiatric Association (Amerikanische Psychiatrische Vereinigung) herausgegeben wird.[11]

Nach ICD-10-GM F65.0 wird der „Gebrauch toter Objekte als Stimuli fĂŒr die sexuelle Erregung und Befriedigung“[12] als sexueller Fetischismus definiert. Die weiteren Diagnosekriterien fĂŒr den Behandlungsbedarf umfassen unĂŒbliche sexuelle Fantasien oder dranghafte Verhaltensweisen, die ĂŒber einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten anhalten, sowie das subjektive Leiden des Betroffenen unter diesen Fantasien und Verhaltensweisen und die EinschrĂ€nkung in mehreren Funktionsbereichen, beispielsweise in der sozialen Kontaktaufnahme oder der ErwerbstĂ€tigkeit. Nimmt eine andere Person dabei Schaden, wird verletzt oder misshandelt, ist bereits dies fĂŒr die Diagnosestellung ausreichend.

Im ICD-10-GM wird dem Begriff des Fetischismus keinerlei belebtes Objekt zugeordnet, dies gilt analog auch fĂŒr Körperteile des Partners. Alle fetischistischen Verhaltensweisen, die sich nicht auf ein unbelebtes Objekt richten sind demnach nicht dem F65.0 zuzuordnen, obwohl sie durchaus zu den Paraphilien gehören können. Nach DSM-IV umfasst sexueller Fetischismus sowohl den Gebrauch unbelebter Objekte als auch die erotische Simulation durch Körperteile, der DSM-IV-Code fĂŒr diesen Begriff ist 302.81. Die diagnostischen Kriterien unterscheiden sich darĂŒber hinaus nicht, sind aber nicht hierarchisch zu verstehen.[13] Durch die sich unterscheidende Definition und die vertikale beziehungsweise horizontale Anordnung der Diagnosekriterien, kann es aber insbesondere bei statistischen Werten und beschreibenden Publikationen aus verschiedenen LĂ€ndern zu MissverstĂ€ndnissen kommen, da Fetischismus nach DSM-IV ein weiteres Feld umfasst. Erotische und sexuelle Vorlieben, beispielsweise fĂŒr blonde Haare, werden nicht von den medizinisch-psychologischen Definitionen des sexuellen Fetischismus abgedeckt.

Subkulturelles VerstÀndnis

Im Begriff der Subkultur werden keine klaren Grenzen des Fetisches gesetzt; ein Rollenspiel kann genauso wie das Tragen von DamenwÀsche als Fetisch verstanden werden. In dieser Definition wird der Fetisch in der Regel als eine legitime und gleichberechtigte sexuelle Spielart verstanden, die nicht geheilt oder behandelt werden muss. Die Anwendung der wissenschaftlichen Definition im Sinne des ICD-10-GM wird in diesem Zusammenhang hÀufig als diskriminierend verstanden.

Neben den klassischen Medien zur Kontaktaufnahme und Information ĂŒber verschiedene Bereiche des Fetischismus, beispielsweise Zeitschriften wie Bizarre, hat sich mit Entstehen des Internet eine eigene, oft vom jeweiligen Fetisch abhĂ€ngige, Szene entwickelt. Dadurch finden Fetischisten UnterstĂŒtzung und Gleichgesinnte in Foren, Communities und Subkulturen. Der Fetischbegriff wird in der jeweiligen Gruppe definiert und es werden zum Teil eigene Begrifflichkeiten fĂŒr spezielle Fetische entwickelt.[14]

Partieller und kompletter Fetischismus, Abgrenzungen

In der Sexualwissenschaft und der Psychologie wird begrifflich in manchen Betrachtungen zwischen einem partiellen Fetischismus und einem kompletten Fetischismus unterschieden. Maßgeblich ist hierbei die IntensitĂ€t und die Notwendigkeit fetischistischen Verhaltens zur sexuellen Befriedigung. Ist ein Orgasmus ohne Zuhilfenahme eines Fetisch nicht erreichbar, wird von einem kompletten Fetischismus gesprochen. Andere Formen, bei der der Fetisch nur der Erregung dient, aber nicht zwingend zur ErfĂŒllung der sexuellen Befriedigung notwendig ist, werden als partiell bezeichnet.[15] Die EinschrĂ€nkung auf eine partielle Attraktion wird auch von Hirschfeld benutzt, der mit diesem Begriff die Abgrenzung zwischen einem gesunden und einem pathologischen fetischistischen Verlangen beschreibt. Seiner Auffassung nach ist die fetischistische Reizwirkung eines Menschen auf den anderen immer ein Teilaspekt seiner Gesamtheit, der gesunde Fetischismus endet an der Überbewertung eines einzelnen Merkmales.[16]

Diese Verwendung der Bezeichnung des partiellen Fetischismus muss von dem Begriff des Partialismus, der Fokussierung auf ein bestimmtes Körperteil, sowie der Morphophilie, bei der ein besonders ausgeprĂ€gtes oder im Falle des Amelotatismus ein fehlendes Körperteil das Objekt der Erregung darstellt, unterschieden werden.[17] Der transvestitische Fetischismus, bei dem das Tragen von BekleidungsstĂŒcken eines anderen Geschlechts die Erregung auslöst, wird unter ICD-10-GM F65.1 als eigenstĂ€ndige Form definiert.[18] Die extrem seltene sexuelle Orientierung der Objektophilie richtet sich ebenfalls gegen unbelebte GegenstĂ€nde, etwa Maschinen, Autos oder Bauwerke, unterscheidet sich aber vom Fetischismus dadurch, dass das Objekt nicht nur als Stimulanz dient, sondern als eigenstĂ€ndiges, quasi-personelles GegenĂŒber wahrgenommen und als anziehend empfunden wird.[19]

Fetische

Prinzipiell kann jeder Gegenstand zum Fetisch werden, hiervon ausgenommen sind Objekte, die schon von vornherein als Sexspielzeug fĂŒr den Gebrauch beim Sexualakt bestimmt sind, beispielsweise Dildos oder Vibratoren. Manche KleidungsstĂŒcke haben in ihrer Ausrichtung bereits eine erotische Komponente, Beispiele hierzu sind ReizwĂ€sche oder Schamkapsel, inwiefern diese dann als Fetischobjekt oder allgemein erotisierend wirken ist schwer abzugrenzen. Eine getragene Unterhose des Partners, deren Geruch zur sexuellen Erregung bei der Masturbation dient, ist durch ihren Bezug zu der Person (pars pro toto) nicht zwangslĂ€ufig als fetischistisches Objekt zu verstehen, wĂ€hrend dies fĂŒr ungetragene oder selbst getragene WĂ€schestĂŒcke durchaus gelten kann.

Manche Forscher kategorisieren Fetische danach, ob sie aufgrund ihrer Form (form fetish) oder ihres Materials (media fetish) ansprechend wirken[20]. Mehrfach-Fetische sind nicht ungewöhnlich. Nur wenn ein Gegenstand die vom Fetischisten bevorzugte Ă€ußere Erscheinung hat oder aus seinem bevorzugten Material gefertigt ist, wirkt er tatsĂ€chlich als Fetisch. So wirken beispielsweise auf manche Fetischisten nur weiße Tennissocken erotisierend, wĂ€hrend sich andere nur von grauen KniestrĂŒmpfen sexuell angesprochen fĂŒhlen. Ebenso sind verschiedene Materialien besonders hĂ€ufig fĂŒr Fetischisten interessant, als Beispiel dient hier Leder. Dies kann sowohl ĂŒber den Geruchssinn, ĂŒber die Optik oder ĂŒber die Haptik stimulierend wirken[21], fĂŒr manche Fetischisten sind alle Sinne fĂŒr die Erregung notwendig, andere werden bereits durch den Anblick erregt. Einige Fetische wirken durch ihre Koppelung mit bestimmten Szenarien, es kann eine Übertragung der Eigenschaften der Umgebung auf den Gegenstand selbst stattfinden. Beispielsweise nimmt man an, dass Schuluniformen vor allem deshalb zum Fetisch werden, weil sie dem Stereotyp des jungen SchulmĂ€dchens entsprechen.

Fetische können sich im Laufe der Zeit verĂ€ndern. Dabei wird entweder der vorhandene Fetisch abgewandelt oder es kommen weitere Fetische hinzu; ein dauerhafter RĂŒckgang des Fetischismus ohne Ă€ußere EinflĂŒsse kommt in aller Regel nicht vor. Gelegentlich können Ă€ußere Ursachen fĂŒr eine solche Änderung benannt werden, im Allgemeinen ist dies jedoch nicht der Fall.

Verbreitete Fetische

Die am hĂ€ufigsten anzutreffenden Fetische sind KleidungsstĂŒcke[22] wie Schuhe (Schuhfetischismus), StrĂŒmpfe, Strumpfhosen, UnterwĂ€sche, SchĂŒrzen, Sport- und Badebekleidung, Uniformen [23], Regenbekleidung (Klepper) sowie Accessoires wie Brillen und Piercings. Nicht selten beschrĂ€nkt sich der Fetisch auf ein einziges Modell oder ein konkretes Exemplar. Entscheidend kann auch sein, ob die Kleidung getragen wurde oder wer der Vorbesitzer war. Manche KleidungsstĂŒcke werden bestimmten Szenarien oder Rollenspielen zugeordnet, beispielsweise Windeln der Autonepiophilie. Fetische, die keine KleidungsstĂŒcke sind, scheinen weniger verbreitet zu sein. Darunter fallen Objekte wie MilitĂ€rorden, GipsverbĂ€nde, kĂŒnstliche Gliedmaßen wie Prothesen oder auch RollstĂŒhle. Außerdem können auch Rauchinstrumente wie Zigarette und Tabakspfeife sowie das Rauchen als TĂ€tigkeit ansprechend wirken (Rauchfetischismus).

Bei vielen Fetischisten ist das Material des Gegenstands entscheidend, in manchen FĂ€llen ist das Material so wichtig, dass der Gegenstand austauschbar wird, solange nur das Material dasselbe bleibt; man spricht in diesem Fall auch von Materialfetischismus. Typische bevorzugte Materialien sind Stoffe wie Leder, Pelze, Wolle, Mohair, Seide, Nylon, Satin, Lycra und Kunststoffe wie PVC-beschichtete Stoffe („Lack“), Latex und Gummi.

Nach DSM-IV können auch Körperteile wie zum Beispiel FĂŒĂŸe, Beine, Pobacken, Busen, Achselhöhlen oder Ohren Fetische sein, in diesem Fall bezeichnet man die dazu gehörigen Praktiken als Body worship.

Andere Zuordnungen

Einige kanadische Forscher vertreten die Ansicht, manche Menschen wĂŒrden durch den Anblick von Feuer erregt.[24][25][26] Nach dieser Theorie könnte Pyromanie als Form sexuellen Fetischismus gelten. Dies widerspricht jedoch der vorherrschenden Meinung, nach der der Pyromanie keine sexuelle Komponente beizumessen ist. Andere Forscher halten auch abstraktere GegenstĂ€nde wie Worte fĂŒr ein mögliches Ziel fetischistischen Verhaltens,[27] demnach wĂ€re Dirty Talk ebenfalls eine Form sexuellen Fetischismus.

Ursachen und Entstehung

Die Ursachen sowie der Entstehungsmechanismus fetischistischen Verhaltens ist bis heute ungeklĂ€rt. Einige fetischistische Vorlieben scheinen sehr frĂŒh im Leben eines Menschen zu entstehen, möglicherweise durch Konditionierung oder PrĂ€gung, andere entstehen spĂ€ter und können durch eine Psychoanalyse an einem konkreten Ereignis festgemacht werden. Auch Liebesentzug oder zu frĂŒhe Entwöhnung werden von manchen Forschern als Ursache in Betracht gezogen. Fetischismus kann auch eine Begleiterscheinung einer komplexeren psychischen Störung sein. Es gilt als wahrscheinlich, dass Fetischismus nicht durch Vererbung weitergegeben wird, jedoch könnten vererbte Merkmale durchaus beeinflussen, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Mensch fetischistische Neigungen entwickelt.

Theorien

Aktuelle Forschungen auf diesem Gebiet oder Versuche, eine der im folgenden Abschnitt dargestellten Theorien nachzuweisen finden kaum statt. Viele der Theorien basieren auf grĂ¶ĂŸtenteils unbelegten Konzepten, andere erklĂ€ren aus der subjektiven Beobachtung heraus angenommene, aber empirisch nicht verifizierbare Tatsachen. Dennoch werden einige Theorien als Basis fĂŒr therapeutische BehandlungsansĂ€tze verwendet. Die zum Teil scharfe Kritik an diesen Theorien ergibt sich aus der unwissenschaftlichen Grundlage derselben, die sich zu einem großen Teil aus der kaum vorhandenen Nachfrage um therapeutische oder medizinische Behandlung oder Beratung durch Fetischisten erklĂ€rt. Eventuelle ZusammenhĂ€nge mit Suchtverhalten werden diskutiert, belegende wissenschaftliche Studien zu dieser Theorie fehlen.[22]

Assoziation nach Binet, Symbolismus nach Ellis

Der Psychologe Alfred Binet vermutete 1887, Fetischismus entstehe durch Assoziation: Der Fetisch wĂŒrde durch gleichzeitige Darbietung mit sexuellen Reizen untrennbar mit diesen verbunden.[6] Um 1900 Ă€ußerte der Sexualforscher Havelock Ellis die Vermutung, ungewöhnliche sexuelle Neigungen entstĂŒnden in der Kindheit durch erotische Erlebnisse mit dem eigenen Körper. Diese Äußerung war revolutionĂ€r, denn bis zu diesem Zeitpunkt sprach man Kindern jegliche sexuelle GefĂŒhle ab. Nach Ellis’ Theorie des erotischen Symbolismus ersetzen ungewöhnliche Sexualpraktiken symbolisch den normalen Geschlechtsakt.[28]

Erkrankung nach Krafft-Ebing

1912 schloss sich Richard von Krafft-Ebing der Ansicht Binets an, der Fetisch entstĂŒnde in frĂŒhester Jugend, indem der spĂ€tere Fetisch zufĂ€llig wĂ€hrend einer der ersten sexuellen Empfindungen im Leben eines Menschen prĂ€sent sei. Von Krafft-Ebing erkannte, dass diese Theorie die Vielzahl möglicher Fetische erklĂ€ren wĂŒrde, konnte aber nicht erklĂ€ren, warum gerade diese Assoziation ein Leben lang bestehen bleibe. Die einzige ErklĂ€rung schien fĂŒr ihn eine vorliegende psychische Entartung und sexuelle Überempfindlichkeit zu sein. Seine Schlussfolgerung war, dass es sich beim sexuellen Fetischismus um eine psychische Erkrankung handle. [7]

Partielle AttraktivitÀt nach Hirschfeld

Der Sexualforscher Magnus Hirschfeld stellte 1920 die Theorie der partiellen AttraktivitĂ€t auf, nach der sexuelle AttraktivitĂ€t niemals von einer Person als Ganzes, sondern immer von einzelnen Persönlichkeitsmerkmalen ausgehe. Er fĂŒhrte aus, dass fast jeder eine Vorliebe fĂŒr bestimmte Merkmale habe und nannte dies gesunden Fetischismus. Krankhafter Fetischismus entstĂŒnde laut Hirschfeld dann, wenn ein Einzelmerkmal ĂŒberbewertet und von der Person losgelöst wĂŒrde. Hirschfelds Theorie wird oft mit Blick auf die Geschlechterrollen dargestellt: Frauen stellen sich zur Schau, indem sie einzelne Objekte prĂ€sentieren, beispielsweise lange Beine, MĂ€nner reagieren auf diese Einzelmerkmale mit sexueller Erregung. Damit soll gleichzeitig die unbelegte Tatsache erklĂ€rt werden, warum mehr MĂ€nner als Frauen Fetischisten seien.[16]

Psychoanalytische AnsÀtze - Kastrationsangst nach Freud

Die psychoanalytische Auffassung des Fetischismus geht von der Erfahrung aus, dass der Fetisch ein realer Gegenstand ist, zum Beispiel ein Damenschuh, dass aber das sexuell Erregende daran der Fantasiewelt entstammt. Deshalb sei demjenigen, der den Fetisch nicht teile, auch nicht verstĂ€ndlich zu machen, was an diesem speziellen Objekt fĂŒr den Fetischisten als sexuell stimulierend empfunden werde. Die erregende, oft auch dem Fetischisten unbewusste, Fantasie stamme aus der kindlichen Erlebniswelt, welche Sigmund Freud erstmals in seinen „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“ von 1905 als ErklĂ€rungsgrundlage der „sexuellen Abirrungen“ unterbreitete. Zu den „infantilen Sexualtheorien“, das heißt den sachlich falschen, gleichwohl ubiquitĂ€ren entwicklungsbedingten Sexualfantasien des Kindes, gehört seiner Ansicht nach vornehmlich die „Theorie“, dass es nur ein Geschlecht gĂ€be. Dieses, fĂŒr das Kind aufgrund seines Alters, nicht zu Mann oder Frau zuordenbare Geschlecht, sei mit einem sichtbaren Penis ausgestattet. Mit diesem Penis stattet das Kind in seiner Vorstellung auch seine Mutter aus, deren Penislosigkeit es aus Angst, der sogenannten Kastrationsangst, nicht ertrĂ€gt. Der spĂ€tere Fetisch wird an derjenigen Erlebnisstelle aufgerichtet, an welcher unbewusst die Kastration droht.[29]

Psychoanalytische AnsĂ€tze - Übergangsobjekt nach Winnicott

SpĂ€tere psychoanalytische Autoren, darunter Masud Khan, Fritz Morgenthaler, Janine Chasseguet-Smirgel und William McDougall haben sich vor allem mit der Frage beschĂ€ftigt, welche Funktion der Fetisch im Bezugsrahmen von Persönlichkeitsstörungen hat. Das Objekt scheint hier oft Fehlstellen des IdentitĂ€tsgefĂŒhls zu ĂŒberdecken oder zu ĂŒberbrĂŒcken. In diesen ErklĂ€rungsrahmen gehört auch die Theorie des „Übergangsobjekts“ von Donald W. Winnicott. Dieser stellte 1951 in einem Vortrag seine Theorie der „Übergangsobjekte und ÜbergangsphĂ€nomene“ vor[30]. Das Charakteristikum des Übergangsobjekts ist, dass es fĂŒr das Kleinkind sowohl ein Ding der Ă€ußeren Wirklichkeit ist, beispielsweise eine Schmusedecke, wie auch eine Objektbeziehungsfantasie. Es verschafft dem Kind ein SicherheitsgefĂŒhl, „als ob“ das Übergangsobjekt die Mutter oder ein Teil der Mutter wĂ€re. Damit hat das Übergangsobjekt Ă€hnliche Charakteristiken und Funktionen wie der Fetisch, obwohl es kein Fetisch ist.

Behaviorismus - Klassische Konditionierung

Dem Behaviorismus entstammt die Theorie, sexueller Fetischismus entstehe durch klassische Konditionierung. Sexueller Reiz und spĂ€teres Fetischobjekt wĂŒrden durch gleichzeitige Darbietung, zum Beispiel beim Masturbieren ĂŒber einem Foto einer Frau in ReizwĂ€sche, in einem Lernprozess miteinander verkoppelt. Diese Ansicht ist im Wesentlichen identisch mit Binets Ansatz, sie prĂ€zisiert jedoch den vagen Begriff Assoziation zu klassischer Konditionierung. Die Theorie wird an zwei Stellen kritisiert: Zum einen mĂŒsste nach ihr auf Dauer jeder Mensch fetischistische Neigungen entwickeln und zum anderen mĂŒssten Anzahl und Art der Fetische sehr viel höher sein.[31]

Superstimulus-Theorie

Die Superstimulus-Theorie (engl. „Superreiz“) ist eine Spezialisierung des behavioristischen Ansatzes und betont, dass ungewöhnlichere Fetische durch Generalisierung entstehen könnten: Löst ein bestimmter Reiz ein Verhalten aus, so können mit der Zeit auch Ă€hnliche Reize dasselbe Verhalten auslösen und der auslösende Reiz wird „generalisiert“. Beim Fetischismus wĂŒrden gewöhnliche Merkmale sexueller AttraktivitĂ€t generalisiert. So wĂŒrde nicht mehr nur der normale Reiz, als Beispiel glĂ€nzende, glatte Haut, sondern irgendwann auch der fetischistische Reiz in Form von glĂ€nzendem glattem Kunststoff, eine sexuelle Reaktion auslösen. Als Indiz wird gerne das Little-Albert-Experiment angefĂŒhrt, in dessen Verlauf einem elf Monate alten Jungen Angst vor einer Ratte anerzogen wurde. Diese Angst steigerte sich mit der Zeit zu einer ausgeprĂ€gten Fellphobie. Die Generalisierung erklĂ€rt einige Fetischobjekte, beispielsweise Latexkleidung besser, andere hingegen nur ungenĂŒgend. Die grundlegenden Forschungen zu dieser Theorie stammen aus dem Fachbereich der Ethologie und wurden vor allem von den Verhaltensforschern und Biologen Konrad Lorenz und Nikolaas Tinbergen an Tieren untersucht.

Preparedness-Theorie nach Seligman

Die Preparedness-Theorie (engl. „Bereitschaft“) fĂŒhrt Verhaltensweisen auf biologische und evolutionĂ€re Faktoren zurĂŒck. Preparedness nennt man die Eigenschaft von Lebewesen, auf gewisse Reize ohne lange Konditionierung spontan gewisse Reaktionen zu zeigen. So kann etwa der Anblick einer Schlange Panik auslösen, obwohl die betroffene Person nie etwas mit Schlangen zu tun hatte und auch nicht um deren GefĂ€hrlichkeit weiß. Der Theorie nach entsteht Preparedness durch evolutionĂ€re Selektion: Wer Angst vor Schlangen zeigt lĂ€uft weniger Gefahr, an deren Gift zu sterben, und kann sich mit höherer Wahrscheinlichkeit fortpflanzen.[32] FĂŒr gewöhnlich wird die von Martin Seligmann entwickelte Theorie des Preparedness als ErklĂ€rungsansatz fĂŒr phobische Störungen herangezogen, sie kommt aber auch fĂŒr den sexuellen Fetischismus in Betracht. Die Theorie erklĂ€rt aber beispielsweise nicht, wie beispielsweise eine Brille als Fetisch entstehen kann, zudem wird die Vererbung fetischistischen Verhaltens als unwahrscheinlich betrachtet.

Neurologischer Ansatz nach Ramachandran

Der Neurologe Vilaynur S. Ramachandran wies 2002 darauf hin, dass der Bereich der Großhirnrinde, in dem die Sinneswahrnehmungen der FĂŒĂŸe verarbeitet werden, direkt neben der Region befindet, die auch fĂŒr die sexuelle Stimulation zustĂ€ndig sind. Er interpretierte dies als möglichen Grund, warum Fußfetischismus besonders weit verbreitet sei[33]. Diese eher scherzhaft gemeinte Theorie liefert nicht nur keinen ErklĂ€rungsansatz fĂŒr alle anderen Formen des Fetischismus, sondern ignoriert auch die Tatsache, dass Fußfetischisten ihre Lust hauptsĂ€chlich aus den FĂŒĂŸen anderer beziehen, nicht aus den eigenen.

Klassische Konditionierung im Modellversuch

In einer Studie aus dem Jahre 2004 wurden Japanwachteln darauf konditioniert, statt mit einem lebenden Sexualpartner mit einer unbelebten Puppe aus Frottee-Stoff zu kopulieren. Nach Abschluss der Erwerbsphase wurde das Verhalten nicht wie gewöhnlich nach und nach verlernt, sondern erhielt sich durch Wiederholung selbst aufrecht. Das Verhalten hatte sich gewissermaßen zu einer tierischen Form des sexuellen Fetischismus entwickelt. Nach Meinung der Forscher könnte dieses Modell als Vergleich zum Menschen dienen und zu neuen Erkenntnissen ĂŒber die Entstehung des Fetischismus fĂŒhren. Der Versuch könnte das Argument entkrĂ€ften, Fetischismus könne nicht durch klassische Konditionierung entstehen, da das so erlernte Verhalten nach einer Weile wieder vergessen werde.[34]

Verbreitung

Es gibt praktisch keine Erkenntnisse ĂŒber den Verbreitungsgrad von Fetischismus. Weder ist bekannt, welcher Anteil der Bevölkerung fetischistisch veranlagt ist, noch aus welchen Bevölkerungsgruppen sich die Menge der Fetischisten zusammensetzt. Forscher fĂŒhren an, Zahlen seien schwierig zu ermitteln, da sich leichtere fetischistische AusprĂ€gungen problemlos in eine partnerschaftliche SexualitĂ€t integrieren lassen[35], Fetischisten nur selten therapiert wĂŒrden und Menschen sexuelle Kontakte unterschiedlich bewerten wĂŒrden.[36].

Trotz fehlender genauer Zahlen und der Tatsache, dass mit Ausnahme der Theorie Krafft-Ebings alle Theorien auf mĂ€nnlichem heteronormativem Sexualverhalten beruhen[37], ist durch mehrere bestĂ€tigte Diagnosen gesichert, dass Fetischismus nicht nur bei MĂ€nnern, sondern auch bei Frauen auftritt. Dies gilt analog fĂŒr homosexuelle Fetischisten beiderlei Geschlechts. Verschiedene Indizien deuten allerdings an, dass Fetischismus hĂ€ufiger bei MĂ€nnern auftritt als bei Frauen; dazu gehören die Geschlechterverteilung in Chatrooms und stationĂ€re Krankenhausaufenthalte aufgrund von Fetischismus bedingten UnfĂ€lle [38]

Diagnostik und Behandlung

Die sexuelle Vorliebe fĂŒr einzelne Körperteile, KleidungsstĂŒcke oder andere GegenstĂ€nde gilt allgemein als gewöhnliche Spielart menschlicher SexualitĂ€t. Unter bestimmten Bedingungen kann eine solche Fixierung jedoch als krankhafte psychische Störung, als Paraphilie, eingestuft werden. Erst wenn die diagnostischen Bedingungen der Paraphilie erfĂŒllt sind und nur dann, wenn das Lustobjekt ein unbelebter Gegenstand ist, sprechen Wissenschaftler von einem behandlungsbedĂŒrftigen Fetischismus im Sinne der medizinischen-psychologischen Definition. Fetischismus kann auch als Begleitsymptom einer komplexeren psychischen Störung auftreten. [39]

Diagnosekriterien

Fetischismus kann nach ICD-10-GM mit dem SchlĂŒssel F65.0 unter bestimmten Voraussetzungen als Störung der SexualprĂ€ferenz und damit als psychische Erkrankung diagnostiziert werden. Die Definition der ICD-10 lautet:

„Gebrauch toter Objekte als Stimuli fĂŒr die sexuelle Erregung und Befriedigung. Viele Fetische stellen eine Erweiterung des menschlichen Körpers dar, z. B. KleidungsstĂŒcke oder Schuhwerk. Andere gebrĂ€uchliche Beispiele sind GegenstĂ€nde aus Gummi, Plastik oder Leder. Die Fetischobjekte haben individuell wechselnde Bedeutung. In einigen FĂ€llen dienen sie lediglich der VerstĂ€rkung der auf ĂŒblichem Wege erreichten sexuellen Erregung (z. B. wenn der Partner ein bestimmtes KleidungsstĂŒck tragen soll).“

– ICD-10-GM Version 2005

Entscheidend fĂŒr die Diagnose eines Fetischismus ist wie bei allen anderen Paraphilien auch, das korrekte hierarchische Vorgehen, wie es das ICD-10 verlangt. Somit mĂŒssen fĂŒr die Diagnosestellung einer Kategorie F65.x, in diesem Falle F65.0, zunĂ€chst die diagnostischen Kriterien fĂŒr die Gesamtkategorie F65 erfĂŒllt sein. Laut diesen diagnostischen Kriterien ist die Diagnose nur stellbar, wenn ĂŒber einen

  • 1. Zeitraum von mindestens sechs Monaten
  • 2. ungewöhnliche sexuell erregende Phantasien, sexuell dranghafte BedĂŒrfnisse oder Verhaltensweisen auftreten, die
  • 3. in unterschiedlichen Funktionsbereichen Leiden und BeeintrĂ€chtigung bei den Betroffenen oder ihren Objekten verursachen.

Die Anforderung des hierarchischen Vorgehens in der Diagnostik wird nur in den Textausgaben des ICD-10-GM aufgefĂŒhrt, in den handelsĂŒblichen DiagnoseschlĂŒssel-Listen werden diese Kriterien nicht erlĂ€utert. Dies kann unter UmstĂ€nden eine Fehldiagnose begĂŒnstigen, da das Diagnoseschema einigen AllgemeinĂ€rzten, Psychiatern oder Psychologen nicht bekannt ist.

Ein weiterer Anlass fĂŒr Fehldiagnosen ist der Gebrauch des Wortes „tot“ in der neuesten deutschen Textversion. Dies wurde in Buchausgaben des ICD-10 mit „gegenstĂ€ndlich“ beschrieben und im DSM-IV mit „unbelebt“. Per Definition ist demnach die Fixierung auf einzelne Körperteile kein sexueller Fetischismus, selbst dann, wenn es sich um die tatsĂ€chlich toten Körperteile einer Leiche handelt. Diese Fixierungen sind jeweils als andere Formen der Paraphilie zu diagnostizieren. Die Ausgrenzung des Körperteilfetischismus wird von vielen als Manko betrachtet.

Viele Sexualwissenschaftler bevorzugen die amerikanische Definition des DSM-IV, SchlĂŒssel 302.81. Hierin wird kein hierarchisches Vorgehen verlangt, sondern zu jeder einzelnen psychischen Störung werden die diagnostischen Kriterien unter der jeweiligen Klassifikation einzeln ausgefĂŒhrt. Dadurch kommt es bei Diagnosestellung nach DSM seltener zu Fehldiagnosen. [13] Einige Forscher kritisieren, dass der Begriff Fetischismus immer hĂ€ufiger in FĂ€llen angewandt wird, in denen keine sexuelle Komponente erkennbar ist und fordern eine RĂŒckbesinnung auf diesen zentralen Sachbestand. [40].

Kritik am DiagnoseschlĂŒssel des ICD-10 F65.X

Diese Festlegungen sind umstritten, da sie vielfach als diskriminierend empfunden werden, und einige Aktivisten und Organisationen fordern die Kriterien des F65 zu Ă€ndern oder ganz zu entfernen, um die Betroffenen nicht als psychisch Gestörte zu stigmatisieren. So setzt sich beispielsweise das Projekt ReviseF65 dafĂŒr ein, die ICD-Diagnosekriterien von Fetischismus, fetischistischem Transvestitismus und Sadomasochismus abzuĂ€ndern.[41][42]

BefĂŒrworter sehen in den Diagnosekriterien die Definition eines bestimmten Sozial- und Sexualverhalten mit den daraus entstehenden Folgen im Einzelfall als gesundheitliches Problem beziehungsweise Erkrankung und die dadurch erst ermöglichte Behandlung mit KostenĂŒbernahme aus Sicht der KostentrĂ€ger. Ebenso kann durch die abgrenzbare Diagnostik auch in der Rechtsprechung eine Entscheidung zugunsten des behandlungsbedĂŒrftigen Fetischisten getroffen werden oder der Ausgang eines Verfahrens von der Bereitschaft zu einer Therapie abhĂ€ngig gemacht werden und durch Anerkenntnis einer psychischen Erkrankung zu einem fĂŒr den Betroffenen gĂŒnstigeren Verfahrensausgang fĂŒhren.[43]

Behandlung

Es gibt kein einheitliches Behandlungskonzept fĂŒr sexuellen Fetischismus. Die Behandlung ist vom jeweiligen Arzt und seiner Fachrichtung abhĂ€ngig. Alle Therapieformen der der Psychotherapie kommen in Frage, insbesondere die Psychoanalyse und die kognitive Verhaltenstherapie, letztere kann durch Medikamente unterstĂŒtzt werden. Die meisten Behandlungen erstrecken sich ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum und hĂ€ufig wird eine Behandlung sich auch mit weiter gefassten Problematiken beschĂ€ftigen mĂŒssen, beispielsweise mit Partnerschaftsproblemen oder sozialen Integrationsstörungen die durch das fetischistische Verhalten ausgelöst oder begĂŒnstigt werden. Eine Behandlung sollte im Idealfall auf der Freiwilligkeit des Patienten beruhen, bei gerichtlicher Anordnung einer Behandlung ist ein Erfolg gegen den Willen des Patienten kaum abzusehen.[35]

Psychotherapeutische Behandlung

Eine Möglichkeit der Verhaltenstherapie ist aversive Konditionierung: Der Patient wird mit seinem Fetisch konfrontiert und gleichzeitig oder kurz darauf einem unangenehmen Reiz ausgesetzt. GemĂ€ĂŸ der Konditionierung assoziiert der Patient den angenehmen Fetisch mit dem aversiven Reiz und lernt so, den Fetisch zu vermeiden. Eine Möglichkeit der Umsetzung ist die verdeckte Sensibilisierung. Dabei werden dem Patienten Szenen fetischistischen Inhalts gezeigt, gefolgt von Szenen mit unangenehmem Inhalt. Eine andere Möglichkeit ist die assistierte verdeckte Sensibilisierung, bei der ein Assistent einen unangenehmen Geruch als aversiven Reiz freisetzt.[44][35]

Eine andere Möglichkeit ist der Gedankenstopp. Der Patient wird aufgefordert, an seinen Fetisch zu denken. Dieser Gedankengang wird vom Therapeuten unerwartet durch den Ausruf „Stopp!“ unterbrochen. Nach mehrmaliger Wiederholung wird der Patient eingewiesen, diese Technik bei sich selbst anzuwenden. Der Gedankenstopp soll die unerwĂŒnschten sexuellen Fantasien im Keim ersticken.

Medikamentöse Behandlung

Die medikamentöse Behandlung ist lediglich zur UnterstĂŒtzung einer anderen Behandlungsformen geeignet, vielfach erwĂ€hnt wird in diesem Zusammenhang die sogenannte „chemische Kastration“, hierbei nimmt der Patient Medikamente ein, die den Spiegel gewisser Sexualhormone senken; bei MĂ€nnern sind dies in der Regel Antiandrogene. Dies hemmt den Sexualtrieb, wodurch sexuelle Fantasien und BetĂ€tigungen seltener werden. Der Patient kann sich so mit seinem Fetisch auseinandersetzen, ohne durch stĂ€ndige sexuelle Erregung abgelenkt zu werden. Direkten Einfluss auf den Fetischismus selbst haben diese Medikamente nicht, können jedoch Nebenwirkungen haben.[45][35]

Es werden jedoch auch andere medikamentöse Behandlungsformen erforscht. So schlĂ€gt beispielsweise eine Fallstudie aus dem Jahr 2006 die Verabreichung des Wirkstoffs Topiramat, eigentlich ein Mittel gegen Epilepsie, zur Behandlung von Fetischismus vor. Im betrachteten Fall fĂŒhrte Psychotherapie nicht zur Linderung der Leiden eines Fußfetischisten, unter der Medikation gingen die Krankheitssymptome aber angeblich ohne Nebenwirkungen zurĂŒck[46].

Einzelnachweise

  1. ↑ a b Katarina Bobkova, A. K. Ludwig, A. MĂŒnch: Sexualmedizinische Diagnostik, GRIN Verlag, 2007, Seite 6, ISBN 3638662802
  2. ↑ Wolfgang Frank: Psychiatrie, Elsevier GmbH, 2007, Seite 185, ISBN 343742601X
  3. ↑ Originaltext des ICD-10-GM 2007 F65.0
  4. ↑ Tilmann Habermas: Geliebte Objekte: Symbole und Instrumente der IdentitĂ€tsbildung, Walter de Gruyter, 1996, Seite 306 ff., ISBN 3110151723
  5. ↑ Friedrich Kluge, Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, 24. Auflage, Walter de Gruyter, 2002, Seite 288, ISBN 3110174731
  6. ↑ a b A. Binet: Le FĂ©tichisme dans l’amour. In: Revue Philosophique Bd. XXIV (1887), Seiten 252–274. Als französischer Nachdruck erhĂ€ltlich als ISBN 2228893706
  7. ↑ a b R. v. Krafft-Ebing: Psychopathia Sexualis., 1912
  8. ↑ S. Freud: Fetischismus. Aufsatz, 1927
  9. ↑ V. Gerhardt (Hg.): Marxismus. Versuch einer Bilanz. Magdeburg 2001, Seiten 289–319: "H. Böhme: Das Fetischismus-Konzept von Marx und sein Kontext"
  10. ↑ J. M. Dorsch: Fetischismus Artikel fĂŒr netdoktor.de, 7. Juli 2005
  11. ↑ Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders. DSM-IV. American Psychiatric Association, Washington DC 1994. ISBN 0-89042-061-0
  12. ↑ ICD-10-GM, F65.0
  13. ↑ a b BehaveNet: Diagnostic criteria for 302.81 Fetishism DSM-Diagnosekriterien in englischer Sprache. Letzter Zugriff am 26. Juli 2008
  14. ↑ Beispielsweise wird der Luftballonfetischismus als „Loonerism“ oder „Looner“ bezeichnet und verfĂŒgt ĂŒber eine Vielzahl eigener Begriffe fĂŒr Luftballons und die individuellen Vorlieben in Material und Verwendung
  15. ↑ Journal of Behavior Therapy and Experimental Psychiatry, Bd. 19, Nr. 4, 1988, S. 297-300: „John Junginger: Summation of arousal in partial fetishism“
  16. ↑ a b Magnus-Hirschfeld-Institut: „Theorie des Fetischismus“ (Hirschfeld, 1920) Letzter Zugriff am 26. Juli 2008
  17. ↑ Institut fĂŒr Sexualwissenschaft und Sexualmedizin, UniversitĂ€tsklinikum CharitĂ©: DissexualitĂ€t und Paraphilien
  18. ↑ ICD-10-GM, F65.1
  19. ↑ DER SPIEGEL 19/2007 vom 07.05.2007, Seite 160: „Frank Thadeusz: Drang zum Ding“ Letzter Zugriff am 26. Juli 2008
  20. ↑ B. Sanchez: Fetishism. Artikel der Beratungs-Website Psychology Today. Oktober 2005
  21. ↑ Hans G. Zapotoczky, Peter K. Fischhof: Psychiatrie der Lebensabschnitte, Springer, 2002, Seite 265, ISBN 321183589X
  22. ↑ a b Klaus M. Beier, Hartmut A. G. Bosinski, Kurt Loewit: Sexualmedizin, Elsevier GmbH, 2005, Seite 108, ISBN 3437228501
  23. ↑ Elke Gaugele: Soldatenfrier und Uniformfetischisten in Elisabeth Hackspiel-Mikosch, Stefan Haas: Die zivile Uniform als symbolische Kommunikation, Franz Steiner Verlag , 2006, Seite 275, ISBN 351508858X
  24. ↑ D. Bourget, J. Bradford: Fire fetishism, diagnostic and clinical implications: a review of two cases. In: Canadian Journal of Psychiatry (Revue canadienne de psychiatrie). 1987 Aug;32(6):459–62.
  25. ↑ G. N. Conacher: Fire fetishism. In: Canadian Journal of Psychiatry (Revue canadienne de psychiatrie). 1988 Feb;33(1):75.
  26. ↑ K. Balachandra, S. Swaminath: Fire fetishism in a female arsonist? In: Canadian Journal of Psychiatry (Revue canadienne de psychiatrie). 2002 Jun;47(5):487–8.
  27. ↑ M. J. Weich: The fetishistic use of speech. In: The International Journal of Psychoanalysis. 1989;70 (Pt 2):245–53.
  28. ↑ Unter anderem beschreibt Ellis die Entstehung des Schuhfetischismus in Studies in the Psychology of Sex, Volume IV - Sexual Selection in Man, 1927
  29. ↑ Zur weiteren ErklĂ€rung dieser teilweise befremdlichen Vermutungen ist Freuds Schrift „Die Ichspaltung im Abwehrvorgang“ von 1938 nĂŒtzlich, in welcher er zeigt, dass zwei logisch unvertrĂ€gliche Überzeugungen ĂŒber die RealitĂ€t in einem Individuum gleichzeitig gelten können, ohne dass dieses Individuum psychotisch ist. Diese Feststellung ist von grĂ¶ĂŸter Bedeutung fĂŒr die Psychopathologie.
  30. ↑ D. W. Winnicott: Übergangsobjekte und ÜbergangsphĂ€nomene. Eine Studie ĂŒber den ersten, nicht zum Selbst gehörenden Besitz. Vortrag 1951, 1953. In: Psyche 23, 1969.
  31. ↑ Alois Kogler, Eva Kaiser-Kaplaner: Sexuelle Abweichungen Paraphilien, Veröffentlichung des Institutes fĂŒr Psychosomatik und Verhaltenstherapie, Graz
  32. ↑ M. E. P. Seligman: Phobias and preparedness., Behavior Therapy 2,1971, Seiten 307-321
  33. ↑ V. S. Ramachandran, S. Blakeslee: Die blinde Frau, die sehen kann. Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2002. ISBN 3499613816
  34. ↑ F. Koksal, M. Domjan, A. Kurt, O. Sertel, S. Orung, R. Bowers, G. Kumru. An animal model of fetishism. In: Behaviour Research and Therapy. 2004 Dec;42(12):1421–34.
  35. ↑ a b c d Stephan Grunst, Ralf FlĂŒggen: Neurologie und Psychiatrie, Elsevier GmbH, 2005, Seite 218, ISBN 3437481207
  36. ↑ S. J. Hucker: Fetishism.
  37. ↑ Elke Gaugele: Fetischismus und Gender in Elisabeth Hackspiel-Mikosch, Stefan Haas: Die zivile Uniform als symbolische Kommunikation, Franz Steiner Verlag , 2006, Seite 279, ISBN 351508858X
  38. ↑ WrongDiagnosis.com: Statistics about Fetishism. Zuletzt besucht am 21. August 2006 im Jahr 2002/03 in England 86 % MĂ€nner; die Quelle ist aber zweifelhaft
  39. ↑ E. Lange: The soiling and damaging of baby carriages--fetishistic regression into early childhood with neurotic aggression. In: Psychiatrie, Neurologie und Medizinische Psychologie (Leipzig). 1989 Aug;41(8):505–6.
  40. ↑ E. Nersessian: A cat as fetish: a contribution to the theory of fetishism. In: International Journal of Psychoanalysis. 1998 Aug;79 (Pt 4):713–25.
  41. ↑ O. Reiersþl, S. Skeid. The ICD diagnoses of fetishism and sadomasochism. In: Journal of Homosexualism. 2006;50(2–3):243–62.
  42. ↑ Offizielle Website ReviseF65, Letzter Zugriff am 27. Juli 2008
  43. ↑ Siegfried Haddenbrock: Soziale oder forensische SchuldfĂ€higkeit(ZurechnungsfĂ€higkeit), Walter de Gruyter, 1992, Seiten 99 ff., ISBN 3110136112. Zusammenhang zwischen sexueller Affekthandlung und gerichtlich zu beurteilender SchuldfĂ€higkeit
  44. ↑ Eugen Bleuler, J. Angst, Manfred Bleuler: Lehrbuch der Psychiatrie, Springer Verlag, 1983, Seite 163, ISBN 3540118330
  45. ↑ Mark H Beers, MSD Sharp & Dohme GmbH: Das MSD Manual der Diagnostik und Therapie, Elsevier GmbH, 2007, ISBN 3437217615
  46. ↑ I. S. Shiah, C. Y. Chao, W. C. Mao, Y. J. Chuang. Treatment of paraphilic sexual disorder: the use of topiramate in fetishism. In: International Clinical Psychopharmacology. 2006 Jul;21(4):241–3.

Literatur

AufsÀtze
  • Hartmut Böhme: Fetischismus und SexualitĂ€t. Auf dem Weg zu einem metapsychologischen Konzept. Binet, Krafft-Ebing, Freud. In: Johannes Cremerius, Gottfried Fischer, Ortrud Gutjahr (Hrsg.): Kulturtheorie. Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 2005, ISBN 3-8260-3067-2.
  • Elke Gaugele: Uni-Formen des Begehrens. Uniformen, Fetischismus und die textile Konstruktion moderner GenderidentitĂ€ten. In: Elisabeth Hackspiel-Mikosch, Stefan Haas (Hrsg.): Die zivile Uniform als symbolische Kommunikation. Kleidung zwischen ReprĂ€sentation, Imagination und Konsumption. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-515-08858-X, S. 275.
BĂŒcher
  • Hartmut Böhme: Fetischismus und Kultur. Eine andere Theorie der Moderne. Rowohlt, Reinbek 2006, ISBN 3-499-55677-4.
  • Henry Krips: Fetish. An Erotics of Culture. Cornell University Press, Ithaca, NY 1999, ISBN 0-801-48537-1.
  • David Kunzle: Fashion & Fetishism: Corsets, Tight-Lacing and Other Forms of Body-Sculpture. The History Press, Charleston, SC. 2006, ISBN 0-750-93809-9.
  • Valerie Steele: Fetisch. Mode, Sex und Macht ("Fetish. Fashion, Sex & Power"). Berlin Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-8270-0213-3.

Weblinks

Portal
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