Fjodor Iwanowitsch Tolbuchin


Fjodor Iwanowitsch Tolbuchin
Marschall der Sowjetunion Fjodor Iwanowitsch Tolbuchin

Fjodor Iwanowitsch Tolbuchin (russisch Фёдор Иванович Толбухин, wiss. Transliteration Fëdor Ivanovič Tolbuchin; * 4. Junijul./ 16. Juni 1894greg. in Androniki, Gouvernement Jaroslawl, Russisches Kaiserreich, heute Oblast und Rajon Jaroslawl, Russland; † 17. Oktober 1949 in Moskau) war ein sowjetischer Heerführer und seit 1944 Marschall der Sowjetunion.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Fjodor Iwanowitsch Tolbuchin war Sohn eines Bauern. Nachdem er in der zaristischen Armee Offizier und zuletzt Bataillonskommandeur gewesen war, trat er 1918 der Roten Armee bei. Im Bürgerkrieg war er Stabschef einer Division. 1941 war er Stabschef des Odessaer Militärbezirks.

Im Zweiten Weltkrieg war er 1941 zunächst Chef des Stabes der 9. Armee und ab August 1941 der Transkaukasusfront. Nach der Teilung der Front wurde er Chef des Stabes der Krimfront und dann Oberbefehlshaber der sowjetischen 57. Armee in der Schlacht von Stalingrad, von August 1943 bis Mai 1944 war er Oberbefehlshaber der Südfront, die am 20. Oktober 1943 in 4. Ukrainische Front umbenannt wurde, und somit an der Rückeroberung der Krim beteiligt.

Bis Juni 1945 war Tolbuchin Oberbefehlshaber der 3. Ukrainischen Front, mit der er in der Operation Jassy-Kischinew in Bessarabien (heute Moldawien) die Heeresgruppe Süd entscheidend schwächte und anschließend nach der Besetzung Bulgariens mit der Belgrader Operation nach Jugoslawien vorstieß und Belgrad einnahm. Danach folgten Teile Ungarns und Österreichs (Eroberung Wiens bis 13. April 1945). Am 8. Mai 1945 traf er in Erlauf in Niederösterreich auf US-Truppen.

Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges wurde er Kommandeur des Transkaukasischen Militärbezirks und Mitglied des Obersten Sowjet der UdSSR.

Tolbuchin auf einer sowjetischen Briefmarke (1974)

Nach dem Tod Tolbuchins wurde seine Urne an der Kremlmauer in Moskau beigesetzt.

Ehrungen

Tolbuchin ist Ehrenbürger Sofias (1946) und Belgrads (1947) und wurde am 7. Mai 1965 posthum zum Helden der Sowjetunion ernannt. Des Weiteren erhielt er zahlreiche sowjetische Auszeichnungen: zweimal den Leninorden, den Siegesorden, dreimal den Rotbannerorden, zweimal den Suworoworden 1. Klasse, den Kutusoworden 1. Klasse, sowie den Orden des Roten Sterns. Die Stadt Dobritsch in Bulgarien war bis 1990 nach ihm benannt.

Die Sowjetische Post gab am 5. Juni 1974 – anlässlich seines 80. Geburtages – eine Sondermarke heraus.

Literatur

  • П. Г. Кузнецов: Маршал Толбухин (1894–1949). Moskau 1966.

Weblinks


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