Flughafen Bremen

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Flughafen Bremen
Flughafen Bremen
Airport Bremen Logo.svg
Abfertigungshalle Flughafen Bremen.jpg
Kenndaten
IATA-Code BRE
ICAO-Code EDDW
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 3 km von Bremen
Straße A281
Nahverkehr Straßenbahnlinie 6; Buslinie 52, Fernlinienbus aus Hamburg
Basisdaten
Eröffnung 1913
Betreiber Flughafen Bremen GmbH
Fläche 314 ha
Terminals 4
Passagiere 2.7 Mio (2010)
Luftfracht 20.673 t [1](2010)
Flug-
bewegungen
46.412[1](2010)
Beschäftigte 450
Start- und Landebahnen
23 700 m √ó 23 m Asphalt
09/27 2040 m √ó 45 m Asphalt

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Der Flughafen Bremen (City Airport Bremen) (IATA: BRE, ICAO: EDDW) ist der Flughafen von Bremen. Gemessen an der Zahl der Passagiere liegt der Flughafen an zw√∂lfter Stelle in Deutschland, gemessen an der Fracht an sechzehnter Stelle (Stand: 2007).[2] Die Betreibergesellschaft Flughafen Bremen GmbH geh√∂rt zu 100 Prozent dem Land Bremen.[3]

Inhaltsverzeichnis

Lage und Verkehrsanbindung

Straßenbahnhaltestelle am Flughafen

Der Flughafen Bremen liegt 3,5 Kilometer s√ľdlich der Stadtmitte im Ortsteil Neuenland der Bremer Neustadt. Aufgrund seiner Innenstadtn√§he wird er als ‚ÄěCity Airport Bremen‚Äú vermarktet. Er ist durch mehrere regionale Stra√üen an das Bremer Stra√üennetz angebunden und aus dem Westen √ľber die Autobahn A1, vom Norden √ľber die Autobahnen A27 sowie A281, die sich direkt neben dem Flughafen befindet, zu erreichen. Der Flughafen ist an den √∂ffentlichen Nahverkehr mit der Stra√üenbahnlinie 6 der BSAG angebunden, die zu den Hauptverkehrszeiten im F√ľnf-Minuten-Takt eine Verbindung in die Innenstadt bietet. Dar√ľber hinaus gibt es verschiedene Fernbuslinien, zu denen beispielsweise die Linie von Publicexpress nach Groningen oder der bus2fly nach Hamburg geh√∂ren.[4]

Geschichte

Beginn

Erste Flugzeuge auf dem Neuenlander Feld um 1910

1909 gr√ľndete sich der noch heute existierende und am Flughafen Bremen aktive Bremer Verein f√ľr Luft(schiff)fahrt (siehe Abschnitt unten). Er versuchte von Beginn an, in Bremen einen Luftschiffhafen zu bauen. Der Senat der Hansestadt unterst√ľtzte dieses Vorhaben und beauftragte den Norddeutschen Lloyd und den Bremer Verein f√ľr Luftfahrt, die Planung eines Luftschiffhafens auf dem Bremer Werder zu √ľbernehmen. Im Mai 1910 wurde ein Antrag des Ingenieurs Walter Schudeisky dem Senator Clemens Carl Buff zum Bau vorgelegt; Schudeisky wollte auf dem Exerzierplatz Neuenlander Feld Flugversuche durchf√ľhren. Sowohl der Senat als auch das Garnisonskommando stimmten zu, und so wurden im Sommer 1910 drei Schuppen zur Unterbringung des Flugger√§tes gebaut. Von Beginn an gab es Beschwerden von Anliegern √ľber den Flugl√§rm und vereinzelte Bruchlandungen in den √Ąckern der Bauern. Dies f√ľhrte zu einem kurzzeitigen Flugverbot. Bereits 1912 begann der inzwischen umbenannte Bremer Verein f√ľr Luftfahrt Rundfl√ľge anzubieten und erhielt am 16. Mai 1913 die Genehmigung, einen Flugst√ľtzpunkt auf dem Neuenlander Feld einzurichten. Der Flughafen hatte hier eine Gr√∂√üe von fast einem halben Quadratkilometer. W√§hrend des Ersten Weltkrieges gab es auf dem Flughafen keine Fl√ľge. Nach Kriegsende beschloss der Bremer Senat im Jahre 1919 die Errichtung eines Flughafens.

Professioneller Flugbetrieb

Am 18. Juli 1920 f√ľhrte die niederl√§ndische KLM den ersten internationalen Flug √ľber Bremen durch. Am 15. September 1921 entstand die Bremer Flughafenbetriebsgesellschaft, deren 75.000 Mark Stammkapital und 25.000 Mark Betriebskapital nicht von der Stadt Bremen kamen, sondern von Bremer Pers√∂nlichkeiten und ortsans√§ssigen Firmen, wie beispielsweise A.G. Weser, Norddeutscher Lloyd, Bremer Bank, Deutsche Bank, Kaiserbrauerei Beck & Co. und dem Bremer Verein f√ľr Luftfahrt. Sp√§ter schloss der Senat der Freien Hansestadt Bremen einen Betriebs√ľberlassungsvertrag ab und steuerte weitere 1,2 Millionen Reichsmark bei. Somit war es m√∂glich, dass die Lloyd Luftfahrtdienst GmbH, eine Tochter des Norddeutschen Lloyd, bereits im Jahre 1920 Fl√ľge von Bremen nach Berlin, Dortmund und Wangerooge anbieten konnte. Eng verkn√ľpft mit dem Flughafen war auch der Flugzeugbau. Noch w√§hrend des Verbotes des Flugzeugbaus durch den Versailler Vertrag begannen Henrich Focke, sein Bruder Wilhelm und Georg Wulf damit, Flugzeuge im Keller des Focke-Museums zu bauen und ab 1921 auf dem Flughafengel√§nde zu testen. Am 24. Oktober 1923 gr√ľndeten beide die ¬ęBremer Flugzeugbau AG¬Ľ, die sp√§tere ¬ęFocke-Wulf-Flugzeugbau AG¬Ľ.

Ab 1925 entstand die Halle A mit 2400 m¬≤. Auf Grund des immer h√∂heren Gewichtes von Flugzeugen und schnelleren Start- und Landegeschwindigkeiten wurde 1937 ein System von befestigten Start- und Landebahnen errichtet. Insgesamt wurden vier Betonbahnen angelegt, von denen die l√§ngste 600 Meter lang und 52 Meter breit war. Die Bahnen kreuzten sich sternf√∂rmig und erm√∂glichten so, den Flugbetrieb bei verschiedenen Windrichtungen aufrechtzuerhalten. Zusammen mit den Rollwegen, der Nachtflugbefeuerung und der Lorenzbake entstand so der damals modernste Flughafen Deutschlands, von der Presse Luftbahnhof Bremen getauft. Au√üerdem wurde 1937 ein neues Flughafenverwaltungsgeb√§ude und die Flugzeughalle E auf dem inzwischen fast einem Quadratkilometer gro√üen Gel√§nde fertiggestellt. Der zweigeschossige Zweckbau vereinte Wetterwarte, Verwaltung, Zoll- und Post-B√ľros mit den Abfertigungsschaltern und einem Restaurant.

Der Bremer Flughafen 1946

1939 brach der zivile Luftverkehr in Bremen mit Beginn des Zweiten Weltkrieges komplett ein. Der Flughafen war häufig Ziel von alliierten Bombenangriffen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Bremen wurde nach dem Krieg amerikanische Besatzungszone. Die US Army √ľbernahm diesen Flugplatz. Nach Durchf√ľhrung erster Instandsetzungsarbeiten nutzte sie ihn zusammen mit dem Focke-Wulf Werksgel√§nde bis in den M√§rz des Jahres 1948 als Army-Air Force-Base. Haupts√§chlich flogen milit√§rische Transportmaschinen Bremen an. Mit Unterst√ľtzung durch das US-Milit√§r konnte am 27. Januar 1949 der Verkehrsflughafen Bremen wieder √∂ffnen.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurde die Ost-West-Startbahn (09/27) auf 1300 Meter in Richtung Osten verl√§ngert, wenig sp√§ter noch einmal auf 2034 Meter. Eine neue funktechnische Anlagen wurden aufgebaut, die selbst bei schlechtem Wetter den Flugbetrieb aufrechterhalten sollten. Dies erm√∂glichte die Nutzung des Flughafens auch f√ľr internationale Ziele.

Innerdeutsch flog die skandinavische SAS pro Woche einige Strecken. F√ľr heimkehrende US-Soldaten wurden von Bremen aus Fl√ľge nach New York angeboten, ebenso stand Rio de Janeiro Anfang der f√ľnfziger Jahre auf dem Flugplan. Obwohl die Lufthansa 1955 wieder fliegen durfte, nahm sie Bremen erst am 2. Januar 1957 wieder in den Flugplan auf; allerdings errichtete die Lufthansa schon am 1. Mai 1956 die Verkehrsfliegerschule Bremen am Flughafen. Sp√§ter zog die Schule in ein neues Geb√§ude in unmittelbarer N√§he zum Flughafen um und das alte Geb√§ude mit direkten Anschluss an das Vorfeld wurde der Flugsicherung √ľberlassen. Heute firmiert die Verkehrsfliegerschule unter den Namen Lufthansa Flight Training.

Nach dem Unfall von BEA-Flug 609 auf dem Flughafen M√ľnchen-Riem mussten auf den Flugh√§fen die Sicherheitsr√§ume hinter den Start- und Landebahnen vergr√∂√üert werden. Dies f√ľhrte dazu, dass in Bremen nur noch 1740 Meter beim Start und 1909 Meter bei der Landung aus Richtung Westen respektive 2034 Meter und 1740 Meter aus Richtung Osten genutzt werden durften. Daraus resultierten immer h√§ufiger kurzfristige Flugstreichungen, da ein sicherer Start auf der verk√ľrzten Strecke nur noch bei optimalen Wetterbedingungen gew√§hrleistet war.

Am Abend des 28. Januar 1966 st√ľrzte nach einem Durchstartman√∂ver die Convair CV 440 Metropolitan D-ACAT der Lufthansa kurz hinter dem Flughafengel√§nde auf ein Feld. Alle 46 Personen an Bord von Lufthansa-Flug 005 kamen ums Leben.

Ausbaupläne

In den 1960er und 1970er Jahren gab es verschiedene Bestrebungen, den Flughafen umzubauen bzw. auszubauen. Wegen der Stadtn√§he und der L√§rmprobleme definierte der Bremer Senat den Airport 1973 als Flughafen f√ľr Kurz- und Mittelstreckenfl√ľge. Durch die Lage der Ochtum im Westen und neuer Bebauung im Osten gab es Einschr√§nkungen der Entwicklungsm√∂glichkeit des Flughafens. Planungs√ľberlegungen f√ľr eine zweite, parallele Landebahn scheiterten jedoch wegen der Anwohnerproteste. Als die Kapazit√§tsprobleme ernster wurden, versuchte Bremen um 1973 die anderen K√ľstenst√§dte sowie das Land Niedersachsen davon erfolglos zu √ľberzeugen, dass ein Gro√üflughafen gebaut werden m√ľsse. Stattdessen wurde der Beschluss gefasst, f√ľr Baukosten in H√∂he von 23 Millionen Mark die Ochtum zu verlegen. Anfang 1982 wurde ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet, nachdem B√ľrgermeister Hans Koschnick den Bewohnern des Stadtteils Huchting zugestanden hatte, dass die vorhandene Start- und Landebahn nicht verl√§ngert, sondern nur die vorhandene L√§nge von 2034 Meter durch Verlegung der Ochtum nutzbar gemacht wird. Planungen f√ľr eine zweite Start/Landebahn parallel neben der ersten wurden ebenfalls aufgegeben. Der Bau einer geplanten Autobahn und einer G√ľterumgehungsbahn in dem Gebiet zwischen Flughafen und Huchting erfolgten nicht. Stattdessen wurde hier der Park links der Weser angelegt.

Das Gebäude der Deutschen Flugsicherung am Flughafen Bremen mit dem Tower im Hintergrund

Mitte der siebziger Jahre starteten ab Bremen auch Urlauberfl√ľge. 1979 wurde das Instrumentenlandesystem (ILS) aufgebaut. Am 13. Januar 1983 gr√ľndeten Bremer Kaufleute den Interessenverband F√∂rderverein Bremer Flughafen e. V.. 1987 beantragte Messerschmitt-Boelkow-Blohm (MBB), heute Teil von EADS, die Verl√§ngerung der Startbahn, um den Abtransport der Airbustragfl√§chen mit dem Transportflugzeug Super Guppy zu erm√∂glichen. 1988 nahm Bremens Senat diesen Antrag endg√ľltig an und die Startbahn wurde auf 2634 Meter verl√§ngert. Am 25. Januar 1989 wurde ein Vertrag zwischen der Stadt Bremen, der Gemeinde Stuhr und der Betreibergesellschaft des Flughafens abgeschlossen, in dem festgelegt wird, dass die 300 Meter Verl√§ngerung an beiden Enden der bestehenden Startbahn nur in Ausnahmef√§llen genutzt werden d√ľrfen. Ein weiterer Gerichtsbeschluss vom M√§rz 2004 legt fest, dass ein bestimmter Anwohner dar√ľber informiert werden muss, wenn die Verl√§ngerung der Startbahn genutzt werden soll.

1989 wurden am Flughafen Bremen erstmals mehr als eine Million Passagiere transportiert. Im selben Jahr entstand auch der Um- und Ausbauplan Flughafen 2000. F√ľr umgerechnet 199,4 Millionen Euro wurden nahezu zus√§mtliche bisherigen Anlagen abgerissen, und an deren Stelle ein neues, dreiteiliges Terminalgeb√§ude sowie zwei Park√§user und Verwaltungsgeb√§ude errichtet. Die Flughafenfeuerwehr erhielt einen zentraleren Standort. Strassenverl√§ufe sowie Stra√üenbahngleise wurden neu gegliedert.

In der Nachbarschaft siedelten sich Dienstleistungsunternehmen an, die als Airport-Stadt einen eigenen kleinen Stadtteil pr√§gen. Der Ausbau der Airport-Stadt wird in mehrerer Etappen bedarfsabh√§ngig durchgef√ľhrt und ist bis heute noch nicht abgeschlossen.

Die deutsche Flugsicherung verlegte 2008 eines seiner Kontrollzentren von Berlin nach Bremen, hierzu wurde das DFS-Geb√§ude mit einem auf Stelzen √ľber dem Vorfeld errichteten Anbau erweitert. Seitdem wird der gesamte Luftverkehr in Norddeutschland von Bremen aus koordiniert. Ab 2014 soll jedoch der Standort Bremen von der DFS aufgegeben und nach M√ľnchen verlegt werden.

21. Jahrhundert

Boeing 737-800 der Ryanair
Das Parkhaus am Flughafen Bremen

Durch die Luftfahrtkrise 2001, durch die Terroranschl√§ge am 11. September 2001 noch verst√§rkt, gingen am Flughafen Bremen erstmals die Passagierzahlen zur√ľck; insbesondere der Charterbereich war betroffen, da die TUI ihre Aktivit√§ten zunehmend auf Hannover konzentrierte. 2006 sank die Zahl der Fl√ľge mit 40.419 auf den niedrigsten Wert seit 1988, das Passagieraufkommen lag bei 1,7 Millionen Flugg√§sten.

2004 baute die Atlas-Air-Service AG aus Ganderkesee das am Bremer Flughafen ansässige Beechcraft-Zentrum HLW in ein Cessna Citation Service Center zur Instandsetzung verschiedener Flugzeuge um. Die Halle befand sich am Vorfeld beim heutigen Terminal E. 2009 bezog die Firma einen Neubau am Vorfeld.

Als erste Billigfluglinie bot die Fluggesellschaft Germania Express (GEXX) im Sommer 2004 Fl√ľge ab Bremen an, die ein Jahr sp√§ter von der dba √ľbernommen und schlie√ülich eingestellt wurden. Ab dem Winterflugplan 2005/2006 nahm die Fluggesellschaft Easy Jet eine t√§gliche Verbindung nach London-Luton auf. Die Fluggesellschaft Ryanair reihte ab April 2007 den Flughafen Bremen in das Netz ihrer Basen ein und stationierte zun√§chst zwei, ab September noch eine dritte Maschine vom Typ Boeing 737-800 in der Hansestadt. Au√üerdem kaufte Ryanair eine ehemalige Frachthalle und baute sie zum ‚ÄěTerminal E‚Äú um. Easy Jet zog sich mit Ende des Sommerflugplans 2007 aus Bremen zur√ľck. Im Jahr 2008 stiegen die Passagierzahlen durch das verst√§rkte Engagement von Ryanair auf 2.486.337.

2007/2008 k√ľndigte die Fluggesellschaft Air Berlin die Einstellung der drei t√§glichen Verbindungen von Bremen nach M√ľnchen an. Nur vom Mai bis September 2008 f√ľhrte sie Fl√ľge nach Berlin-Tegel durch mit der Dornier 228 der Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW).[5]

Am 10. Mai 2009 feierte man auf dem Flughafen Bremen 100 Jahre Luftfahrtgeschichte in Bremen. Anl√§sslich des Jubil√§ums veranstalteten der Bremer Verein f√ľr Luftfahrt und die Bremer Flughafen GmbH einen gro√üen Flugtag, an dem auch der Flugzeughersteller Airbus mit einem Familientag teilnahm. H√∂hepunkt der Veranstaltung war die erste Landung eines Airbus A380 in Bremen, dem gr√∂√üten Passagierflugzeug der Welt. Die Veranstaltung wurde von rund 100.000 Besuchern besucht.[6]

Flugtag anlässlich des hundertjährigen Jubiläums 2009

Bremen ist Gr√ľndungsort der Fluggesellschaft Bremenfly, die im Sommer 2009 ihren Flugbetrieb aufnahm. Der Erstflug fand im Mai statt, ein Charterflugzeug brachte Fans des Fu√üballclubs Werder Bremen nach Istanbul. Im regelm√§√üigen Flugverkehr wurde Bremen von der Gesellschaft jedoch nicht bedient. Im April 2010 wurde der Firmensitz nach Berlin-Sch√∂nefeld verlegt.

Im Oktober 2009 nahm Ryanair mit Memmingen seine erste innerdeutsche Verbindung ab Bremen auf. Diese wurde Ende M√§rz 2011 eingestellt. Von Mai 2010 bis Januar 2011 flog Ryanair auch nach Berlin-Sch√∂nefeld. Ryanair begr√ľndete die Einstellung dieser (und anderer Routen) mit der Einf√ľhrung der Luftverkehrsabgabe in Deutschland. Die vierte Boeing 737-800, die zum Sommer 2010 in Bremen stationiert worden war, sollte laut Ryanair deswegen abgezogen werden. Tats√§chlich sind aber auch weiterhin vier Maschinen der Gesellschaft in Bremen stationiert.

Der Oktober 2010 war mit 283.336 Passagieren der bislang passagierst√§rkste Monat seit Bestehen des Flughafens. Ebenso das gesamte Jahr 2010: Mit 2.676.297 Passagieren erzielte der Flughafen einen neuen Rekord.[1]

Im Oktober 2011 k√ľndigte die Fluggesellschaft Germania an, ihre Basis am Flughafen Bremen auszubauen. Ab dem Sommer 2012 sollen statt wie bislang ein Airbus A 319 zeitweilig bis zu vier Maschinen diesen Typs in Bremen stationiert werden. Zwei der Maschinen sind werktags im Werkflugverkehr f√ľr den Luftfahrtkonzern Airbus zwischen Hamburg-Finkenwerder und Toulouse im Einsatz. In der √ľbrigen Zeit fliegen die Maschinen Ziele ab Bremen an.

Fluggesellschaften

Folgende Fluggesellschaften fliegen Bremen laut dem Sommerflugplan 2011 regelm√§√üig an: Air Berlin, Air France, Corendon Airlines, Condor Flugdienst, Freebird Airlines, Hamburg Airways, KLM, Lufthansa, OLT Jetair, Onur Air, Ostfriesische Lufttransport, Pegasus Airlines, Ryanair, Sky Airlines, Sun Express, Tunis Air. Dar√ľber hinaus finden regelm√§√üig Charterfl√ľge durch andere Airlines statt.

Ausstattung

Blick von der Besucherterrasse auf das Vorfeld
Flugwetterwarte am Airport Bremen

Der Flughafen Bremen verf√ľgt √ľber f√ľnf Terminalgeb√§ude; in dem s√ľdlichsten, eine Kurve formenden Geb√§ude befinden sich die drei Hauptterminals 1, 2 und 3. Hier sind f√ľnf Fluggastbr√ľcken vorhanden und es werden alle Fluggesellschaften abgefertigt; einzige Ausnahme ist Ryanair, die eine ehemalige Frachthalle n√∂rdlich zum Terminal E umbaute. Dar√ľber hinaus gibt es noch das General Aviation Terminal (GAT) f√ľr die Allgemeine Luftfahrt. Der Flughafen verf√ľgt √ľber 4500 Parkpl√§tze, davon 2550 in Parkhaus 1 und 1950 in Parkhaus 2.

Auf der gegen√ľberliegenden Seite, am s√ľdlichen Rand des Flugfeldes befindet sich das Geb√§ude der Flugwetterwarte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit dem meteorologischen Messfeld.

Eine Besonderheit stellen die Flugfeldl√∂schfahrzeuge (FLF) dar. In den 1980er und 1990er Jahren entwickelten und konstruierten die Mitarbeiter der Flughafenfeuerwehr Bremen nach eigenen Vorstellungen (anfangs aus gebrauchten Bundeswehr-Fahrzeugen) L√∂schfahrzeuge auf der Basis von MAN-Fahrgestellen, die es so kein weiteres Mal gibt. Die FLF entsprechen den Bestimmungen der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO), die den Flughafen in die Kategorie 8 (von maximal 10) klassifiziert hat. Bei diesen Airports m√ľssen 18.200 Liter Wasser und 450 Kilogramm L√∂schpulver vorgehalten werden.

Seit dem 1. Oktober 1984 ist der Rettungshubschrauber ‚ÄěChristoph Weser‚Äú der Deutschen Rettungsflugwacht (DRF) am Flughafen Bremen stationiert.[7]

Widerstand aus der Bevölkerung

Im Jahre 1967 gr√ľndete sich die heute gemeinn√ľtzige Vereinigung zum Schutz Flugverkehrsgesch√§digter e. V. Bremen als Vereinigung zum Schutz der Bev√∂lkerung vor L√§rm, Luftverseuchung und anderen Sch√§den des Flugverkehrs e. V., die sich als ‚Äěparteiunabh√§ngige Schutzgemeinschaft‚Äú versteht. Diese Vereinigung hat als Ziel unter anderem ein achtst√ľndiges Nachtflugverbot am Flughafen, eine Neuauflage des Schallschutzprogramms, die Anwohnerinformation in Form eines umfassenden L√§rmschutzberichts sowie das Verbot von Sichtanfl√ľgen und Trainingsfl√ľgen √ľber bewohntem Gebiet.

Bremer Verein f√ľr Luftfahrt

Die Junkers W33 in der Bremenhalle

Eine Besonderheit, in dieser Form einmalig in Deutschland, ist der Sitz des Bremer Vereins f√ľr Luftfahrt e. V. (BVL), bisher unmittelbar am Flughafen zwischen dem Ryanair-Terminal und dem Cargo-Gel√§nde gelegen, seit April 2009 im ehemaligen GAT in der Hanna-Kunath-Stra√üe 18. Der 1909 gegr√ľndete Verein besitzt als Flughafen-Gr√ľndungsmitglied immaterielle Sonderrechte, pflegt als ‚ÄěFlughafengr√ľnder‚Äú ein ausgesprochen intensives Verh√§ltnis zur Flughafen Bremen GmbH (City Airport Bremen) und betreibt am Standort Bremen Luftsport mit f√ľnf vereinseigenen Maschinen der Echo-Klasse. Weiterhin unterh√§lt er eine Flugschule; mehrere Mitglieder besitzen eigene Flugzeuge. Die f√ľnf Vereinsflugzeuge der Motorfluggruppe tragen die Namen bekannter und verdienter Mitglieder der Vereinsgeschichte, wie etwa die Piper PA28 D-ETCL den Namen ¬ęHans-Joachim Schulze¬Ľ (Gr√ľnder und Cheffluglehrer der Verkehrsfliegerschule der Lufthansa, der sich sehr um den Verein verdient gemacht hat) oder die C172 den Namen ¬ęCornelius Edzard¬Ľ, eines ber√ľhmten Flugpioniers. Ein Flugzeug ist nach dem ber√ľhmten Kunstflieger ¬ęGerd Achgelis¬Ľ, selbst fr√ľher Vereinsmitglied, benannt.

Der am Flughafen neben dem TOR 1 stehende Turm ist entgegen verbreiteter Ansicht kein Tower der Flugsicherung, sondern die 2009 neu gestaltete Clublounge der nahezu 300 Privatpiloten. Der Turm steht auch G√§sten f√ľr exklusive Veranstaltungen zur Verf√ľgung.

Bis 1974 wurde am Bremer Flughafen Segelflug betrieben, seit diesem Zeitpunkt sind die Segelflieger auf dem Segelfluggel√§nde in Osterholz-Scharmbeck aktiv. Die rund 100 Ultraleichtflieger fliegen am Flugplatz Rotenburg/W√ľmme mit drei C42, von denen eine im November 2009 angeschaffte Maschine das Design der Bremer Speckflagge und den Namen "Bremen" tr√§gt. Die Ballonfahrer starten von unterschiedlichen Pl√§tzen aus.

2009 fanden gemeinsam mit dem Flughafen verschiedene Veranstaltungen aus Anlass der ‚Äě100 Jahre Luftfahrt in Bremen‚Äú statt. Die Veranstaltungen mit den h√∂chsten Besucherzahlen waren am 10. Mai der Gro√üflugtag mit den verschiedensten Gro√ü- und Kleinflugzeugen und am 14. Juni die Landung von etwa 100 Flugzeugen, die am Deutschlandflug des DAeC teilnahmen.[8]

VFW 614 nach der Renovierung auf der Besucherterrasse

Besucherterrasse und Bremenhalle

Auf der Besucherterrasse des Flughafens steht eine VFW 614, die von DaimlerChrysler Aerospace zur Entwicklung von Fly-by-wire-Systemen verwendet wurde. Au√üerdem ist √ľber die Besucherterrasse die ‚ÄěBremenhalle" (Eintritt) zug√§nglich. Es handelte sich um ein Museum zur Geschichte der Bremer Luft- und Raumfahrt. Hier waren unter anderem das ma√ügeblich vom Bremer Raumfahrtunternehmen ERNO entwickelte Spacelab und der einst in Bremen gebaute Doppeldecker Focke-Wulf Fw 44 ¬ęStieglitz¬Ľ ausgestellt. Die Junkers W 33 ¬ęBremen¬Ľ, mit der 1928 die erste direkte Ost-West-Atlantik√ľberquerung gelang, befindet sich nach wie vor in der Halle.

Verkehrszahlen

Flughafen Bremen ‚Äď Verkehrszahlen[9][10]
Jahr Fluggastaufkommen Luftfracht [t] Flugbewegungen
1920 150
1929 6.450
1932 1.541
1949 5.150 110.386
1957 61.357
1964 224.350
1979 719.000
1987 850.000 12.002 56.456
2003 1.640.000 24.509 42.789
2004 1.670.000 24.992 42.722
2005 1.740.000 25.340 42.560
2006 1.700.000 26.330 40.419
2007 2.230.000 30.636 45.213
2008 2.486.337 27.649 46.876
2009 2.448.846 20.603 43.650
2010 2.676.297 20.673 46.412

In Bremen wird die Luftfracht √ľberwiegend per LKW an- und abtransportiert. Dennoch handelt es sich rechtlich gesehen um Luftfracht. Der tats√§chlich per Luft transportierte Anteil belief sich 2007 auf 894 Tonnen, nach 1.006 Tonnen im Jahre 2006.[9]

Literatur

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Flughafen Bremen ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ a b c City Airport Bremen: Verkehrsstatistik, abgerufen am 5. Februar 2011
  2. ‚ÜĎ Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflugh√§fen: ‚ÄěStatistiken IVF 2007‚Äú
  3. ‚ÜĎ Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflugh√§fen: ‚ÄěGesellschafter und Beteiligungsverh√§ltnisse ‚Äď internationale Verkehrsflugh√§fen‚Äú, abgerufen im Oktober 2007
  4. ‚ÜĎ Flughafen Bremen: ‚ÄěAbruf/Service‚Äú, abgerufen am 3. Mai 2008
  5. ‚ÜĎ Welt¬Ľ zur Einstellung der LGW-Fl√ľge nach Berlin, abgerufen am 28. August 2008
  6. ‚ÜĎ Flugtag in Bremen, abgerufen am 9. Oktober 2009
  7. ‚ÜĎ ‚ÄěLuftrettungszentrum Bremen‚Äú der DRF Luftrettung, abgerufen am 25. September 2009
  8. ‚ÜĎ Bremer Verein f√ľr Luftfahrt e. V., abgerufen am 9. Oktober 2009
  9. ‚ÜĎ a b Flughafen Bremen: ‚ÄěZahlen Fakten‚Äú, abgerufen am 3. Mai 2008
  10. ‚ÜĎ Bremen: ‚ÄěFlughafen Bremen: Flugbewegungen nach Betriebsrichtungen‚Äú, abgerufen am 3. Mai 2008

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