Franz Georg von Glasenapp

Franz Georg von Glasenapp

Franz Georg von Glasenapp (* 18. Januar 1857 in Labes, Landkreis Regenwalde; † 15. August 1914 in Potsdam) war königlich preußischer Generalleutnant und Kommandeur der Schutztruppen im Reichskolonialamt (Oberkommando der Schutztruppen).

Inhaltsverzeichnis

Familie

Franz Georg von Glasenapp heiratete am 25. Juni 1891 Margarethe Calandrelli, Tochter des Bildhauers, Mitglied des Senats der Akademie der Künste und Professors Alexander Calandrelli.

Militärischer Werdegang

Er ging 1884 mit Freiherrn von der Goltz nach China, wo er beim Vizekönig Li Hongzhang als Reorganisator der Truppen der Provinz Petschili drei Jahre lang tätig war. Die deutschen Instruktionsoffiziere brachten die chinesischen Truppen in kurzer Zeit auf einen beachtlichen Ausbildungsstand.

Nach seiner Rückkehr war er längere Zeit zum Generalstab abkommandiert. 1900 Wechsel zur Marineinfanterie und erneute Expedition nach China (Boxeraufstand). Gefechte: 11. September 1900 bei Liang-Hsiang-Hsien, 16. September 1900 Expedition nach Ba-da-thsu, 1. bis 10. Dezember 1900 Expedition nach Thsang und Yenshau, 5. Dezember 1900 Scharmützel bei Tsingtao und Yenschau. 1904 mit dem Marine-Expeditionskorps nach Deutsch-Südwestafrika. Gefechte: Am 12. und 13. März 1904 an der Owikokorero-Wasserstelle und am 3. April 1904 bei Okahawi, in ersterem wurde er leicht verwundet.

Franz Georg v. Glasenapp trat am 23. April 1874 in den Militärdienst ein. Und war 1874 Fähnrich und Secondeleutnant im Grenadier-Regiment Nr. 9 (Kolberg). Ab 1876 war er als Bataillonsadjutant eingesetzt worden. 1882 war er Dozent auf der Kriegsschule in Kassel. Am 6. Dezember 1884 wurde sein Abschied zwecks Auswanderung nach China bewilligt. Er war 1885 Premierleutnant im 8. Ostpreußisches Infanterie-Regiment Nr. 45 Insterburg, Darkehmen und wurde 1885-1887 Instrukteur in chinesischen Diensten. Am 28. Juli 1887 wurde er im Infanterie-Regiment Nr. 66, Magdeburg wieder angestellt. Ab 1890 war er Hauptmann à la suite im Infanterie-Regiment Nr. 91 bevor er 1895 Hauptmann und Kompagniechef im Magdeburgischen Infanterie-Regiment Nr. 26 in Magdeburg wurde. 1898 stieg er zum Major auf. 1899 wurde er unter Stellung à la suite des Großen Generalstabs der Armee zum Eisenbahn-Kommissar zu Straßburg ernannt.

1900 - 1901 nahm er am Feldzug in China teil. 1901 war er Bataillionskommandeur im 3. Magdeburgischen Infanterieregiment Nr. 66 in Magdeburg bevor er am 4. März 1902 als Kommandeur des II. Seebataillons in Wilhelmshaven amtierte.

Am 21. Januar 1904 verließ der Dampfer „Darmstadt“ Wilhelmshaven, und ging nach schneller Fahrt am 9. Februar in Swakopmund vor Anker. Das Marine-Expeditionskorps unter Major von Glasenapp, bestehend aus je zwei Kompanien des I. und III. Seebataillons als Marine-Infanterie-Bataillon, einer Maschinengewehr-Abteilung und dem Tross, dazu die Ablösungsmannschaft S.M.S. Habicht, treffen in Swakopmund ein. Zusammen waren es 23 Offiziere, 8 Ärzte und Beamte und rund 600 Mann, die dem Kommando des dem Seebataillon angehörenden Majors von Glasenapp unterstellt waren. Am 23. Februar und am 1. März trafen weitere Verstärkungstransporte in Swakopmund ein. Die Ostabteilung unter Major v. Glasenapp hatte die Aufgabe den Distrikt Gobabis zu säubern, und die Flucht der Herero über die Ostgrenze zu verhindern. Ihr war mit ihren meist unerfahrenen Soldaten (412 Mann) die schwerste Aufgabe zugefallen. Sie sollte ein Gebiet so groß wie Bayern kontrollieren, womit die kleine Truppe total überfordert war. Am 14. Februar zogen die Einheiten von Windhuk los, um den Gegner zu suchen. Immer wieder erreichten sie gerade verlassene Siedlungen (sogenannte „Werften“), aber der Feind war nicht mehr zu sehen. Schließlich entschloss sich v. Glasenapp, den Spuren der Tetjo-Herero, die nach Westen gingen, zu folgen und nicht die Ostgrenze zu sperren. Da ihr Versorgungslager aber Gobabis war, wurden die Nachschubwege für die Ostabteilung immer länger. Bei dem Versuch, die Rinderherden der Tetjo-Hereros zu requirieren, geriet ein Erkundungstrupp unter von Glasenapp in einen Hinterhalt. Östlich von Omaruru an der Wasserstelle bei Otjihinamaparero fand das erste größere Gefecht statt. Der 13. März war der schlimmste Unglückstag des ganzen Feldzuges, an dem Major von Glasenapp mit seinem Stabe, zahlreichen Offizieren und einer berittenen Abteilung von 36 Mann im Dorngebüsch auf die Nachhut der Herero stieß, unter der Führung des Mbanderu-König Tjetjo. Er wurde in diesem ungünstigen Gelände umzingelt, wobei 7 Offiziere und 13 Mann fielen und 3 Offiziere und 2 Mann verwundet wurden. Dies war ein schwerer Schlag für die Moral der Truppe. Am 3. April stand die Truppe von v. Glasenapp erneut großen Hereromassen gegenüber, mit denen sie bei Okaharui in ein Gefecht kamen. Beide Teile erlitten große Verluste. Es wurde geschätzt, dass der deutschen Truppe rund tausend feindliche Gewehre gegenübergestanden hatten. Ende April brachen bei der Kolonne Glasenapp verhängnisvolle Typhuserkrankungen aus, die fast mehr Opfer forderten als die Kugeln der Herero.

Am 3. Mai 1904 wurde von Glasenapp mit der Führung des Marine-Expeditionskorps in Südwestafrika beauftragt. Am 12. Oktober 1904 wurde er von der Stellung als Führer des Marine-Expeditionskorps und des Kommandeurs des Marine-Infanterie-Bataillons entbunden, bekam aber 1904 den Oberbefehl über sog. „deutsche Schutztruppen“ an Land in der Kolonie Deutsch-Südwest. Am 16. März 1905 wurde er Kommandeur des I. Seebataillons, bevor er am 4. April 1908 Inspekteur der Marineinfanterie wurde. Am 18. Oktober 1908 schied er aus der Marineinfanterie aus, wurde dann vom 19. Oktober 1908 bis 6. April 1914 Kommandeur der Schutztruppen im Reichskolonialamt. 1911 war er Generalmajor geworden, 1914 Generalleutnant zur Disposition.

Orden und Ehrenzeichen

Quellen und Weblinks

[* http://replay.waybackmachine.org/20090130163806/http://ekir.de/kirchenkreis-wetzlar/kkreis/namibia2004.html]


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