Franz Junghuhn

Fr. Junghuhn. Titelbild zum Aufsatz Franz Wilhelm Junghuhn von A. Wichmann. In: Petermanns Mitteilungen aus Justus Perthes' Geographischer Anstalt, 55. Band 1909, Tafel 37 (gegenüber S. 297)
Fr. Junghuhn. Titelbild in: Licht– und Schattenbilder aus dem Innern von Java …, 4. Auflage, Amsterdam, F. Günst, 1866
Junghuhns Forschungsgebiete

Franz Wilhelm Junghuhn (* 26. Oktober 1809 in Mansfeld, Königreich Westphalen; † 24. April 1864 in Lembang auf Java, Niederländisch-Ostindien) war ein deutscher Arzt, Geologe und Botaniker.

Seine bedeutendste Leistung war die erste vollständige geografische, geologische und botanische Beschreibung des wichtigsten Kolonialgebietes der Niederländer, der Insel Java, die mit einem Landschaften-Atlas und einer zuverlässigen Karte ergänzt werden konnte. Hinzu kam die Entdeckung und Kartierung der südlichen Batakländer auf Sumatra. Von unschätzbarem Nutzen für die gesundheitlichen Verhältnisse in den Tropen war die erfolgreiche Kultivierung von Chinchona-Pflanzen auf Java.

Nach Meinung des Geographen Oscar Ferdinand Peschel gehört Junghuhn „zu den Zierden deutscher Wissenschaft“ neben Alexander von Humboldt und Leopold von Buch.[1] Karl Helbig hat Junghuhn als „größten deutschen Forscher auf malaiischem Boden“ bezeichnet.[2]

Junghuhns offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Jungh.“. Jahrzehntelang waren niederländische und deutsche Botaniker mit der Bearbeitung und Auswertung seiner Herbarien beschäftigt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Viele seiner Anhänger waren überzeugt, dass Junghuhn unter gleichen Voraussetzungen ähnliche Erfolge wie Alexander von Humboldt erzielt hätte. Die äußeren Bedingungen der beiden Forscher und ihre Charaktere hätten jedoch gegensätzlicher nicht sein können. Humboldt genoss als Nachkomme eines wohlhabenden Adelsgeschlechts die denkbar beste Kindheits- und Jugenderziehung, seine naturwissenschaftlichen Neigungen wurden von verständnisvollen Privatlehrern gefördert, seine Mittel erlaubten ihm, uneingeschränkt seinen Neigungen nachzugehen. Seine Weltgewandtheit und sein diplomatisches Geschick verhalfen ihm zu einem Einfluss, wie ihn weder vor noch nach ihm einem Forscher zuteil geworden ist. Ganz anders verlief die Entwicklung von Junghuhn. Der Sohn eines Kleinbürgers wurde mit rauer Hand erzogen und gegen seinen Willen zum Medizinstudium gezwungen. Was ihm in der Jugend an wissenschaftlicher Bildung versagt blieb, musste er sich, fern von seiner Heimat, selbst aneignen. Neben seinem Dienst als Gesundheitsoffizier war Junghuhn als Botaniker, Geologe, Paläontologe, Mineraloge, Vulkanologe, Ethnologe, Meteorologe und Landvermesser in Niederländisch-Indien tätig, und seine Werke legen Zeugnis dafür ab, welche Fähigkeiten er in allen diesen Disziplinen besaß, ohne darin jemals ein Studium absolviert zu haben.

Die Durchsetzung und Wahrnehmung seiner eigenen Interessen gegen den Willen seines Vaters hat wesentlich zur Entwicklung seines trotzigen und unbeugsamen Charakters beigetragen. Anders als Humboldt war Junghuhn vollkommen undiplomatisch und kompromisslos bis zur Starrsinnigkeit. Respektlos, vielfach mit Hohn und Spott, äußerte er sich gegenüber Vorgesetzten, Fachkollegen, Kolonialbeamten und javanischen Adeligen, was zu ständigen Auseinandersetzungen bis zum Ende seines Lebens führte.[3] Während Alexander von Humboldt als „Nestor der wissenschaftlichen Reisenden“ und „Leitbild der Erdforscher des 19. Jahrhunderts“ bezeichnet wurde,[4] galt Junghuhn als „kantiger zugeknöpfter Einzelgänger“ und als „ein unbequemer Mann, der es sich und anderen nicht leicht gemacht hat.“[5] „Was ihm in der Seele verhasst war, war Dilettantengeschwätz, und wenn man dazu noch seinen unwiderstehlichen Hang zur Satire rechnet, so lässt sich verstehen, weshalb sein Leben sich zu einer fast unaufhörlichen Kette von Konflikten gestaltete und sein Dasein wiederholt auf des Messers Schneide zu stehen kam.“ (A. Wichmann).[6]

Jugend- und Studentenzeit, Festungshaft und Flucht

Junghuhn kam als erstes Kind der Eheleute Wilhelm Friedrich Junghuhn, eines undiplomierten „Bergchirurgus“, und Christine Marie geborene Schiele am 26. Oktober 1809 in der preußischen Kupfererz-Bergbaustadt Mansfeld am Ostrand des Harz zur Welt. Von den sechs Geschwistern, die nach ihm folgten, starben zwei im Kindesalter.

Junghuhns Zuneigung zur Natur, insbesondere zur Botanik, wurde in seinem kleinbürgerlichen Elternhaus unterdrückt, was ein gespanntes Verhältnis zu seinem Vater zur Folge hatte. Als Erstgeborener war er dazu bestimmt, für den Unterhalt seiner Eltern bis zu ihrem Ableben zu sorgen. Um hierfür in der Lage zu sein, sollte er Medizin studieren und als Arzt praktizieren. Mansfeld besaß jedoch kein Gymnasium, weshalb er bis zur Hochschulreife von einem Privatlehrer unterrichtet wurde. Ein folgenschwerer Missgriff war die Übertragung dieser Aufgabe an den Mansfelder Archidiakon Carl Ferdinand Hecht: Dieser unterrichtete mit so ungewöhnlicher Strenge und konservativer Gottgläubigkeit, dass Junghuhn bis an sein Lebensende sich gegen die christlichen Lehren stellte und ein Anhänger und Verfechter des Pantheismus geworden ist.

Ende September 1825, auf strikte Anordnung seines Vaters, begab sich Junghuhn nach Halle zum Studium der Medizin. Wegen zu jungen Alters – er war erst 16 Jahre alt – wurde er zunächst abgewiesen. Erst sechs Monate später erfolgte seine vorläufige und im Juli 1827 seine endgültige Einschreibung. Einen maßgeblichen Einfluss übte sein Jugendfreund Hermann Burmeister auf ihn aus, der ebenfalls in Halle neben anderen Naturwissenschaften Entomologie studierte. Nachdem seine Zuneigung zur Natur wieder die Oberhand gewann, vernachlässigte Junghuhn sein Medizinstudium. Botanisierend durchstreifte er das östliche und südliche Harzvorland, Thüringen und das Umland von Braunschweig. Mit besonderer Vorliebe widmete er sich den Pilzen und schrieb darüber in lateinischer Sprache eine wissenschaftliche Abhandlung, die 1830 in der botanischen Zeitschrift „Linnaea“ veröffentlicht wurde.

Dies führte zu einem Bruch mit seinem Vater und zum Verlust seiner finanziellen Zuwendungen. In seiner Not verkaufte Junghuhn seine persönliche Habe, darunter auch seine Bettstelle und seine über alles geschätzte Büchersammlung, und verdiente sich seinen Unterhalt mit Gelegenheitsarbeiten. Erst nach einem Selbstmordversuch, den er im Frühjahr 1830 in einem Kellergewölbe des Mansfelder Schlosses beging und mit schweren Kopfverletzungen überstand, nahm ihn sein Vater bis zu seiner Genesung wieder auf.

Von Ostern 1830 bis Ostern 1833 war Junghuhn als Medizinstudent in Berlin eingeschrieben. Ein verhängnisvolles Ereignis führte zu einem Abbruch des Studiums: In einer Berliner Restauration kam es zu einer gegenseitigen Beschimpfung mit einem schweizerischen Studenten namens Schwoerer, die am 1. September 1830 in einem Pistolenduell gipfelte. Junghuhn erhielt einen Schuss durch den linken Oberschenkel, Schwoerer dagegen blieb unverletzt.[7]

Diese Ehrenhandlung war seinerzeit ein schweres Vergehen. Das Königlich-Nassauische Ober-Kriminalgericht verurteilte Junghuhn zu zehn Jahren Haft. Da sich Preußen zu dieser Zeit im Kriegszustand befand, wurde der Strafvollzug bis zur Demobilisierung aufgeschoben. Nachdem er neun Monate lang, vom April bis Dezember 1831, als Sanitäter seinen Dienst bei einer in Simmern und Laubach stationierten Feldbatterie geleistet hatte, war er voller Hoffnung, dass ihm die Haftstrafe erlassen wird. Am ersten Weihnachtstag 1831 erhielt jedoch sein Kommandant Befehl, ihn festzunehmen und in die Festung Ehrenbreitstein zu überführen.

Zeitgenössische Ansicht von Koblenz mit der Festung Ehrenbreitstein.

Am 1. Januar 1832 wurde Junghuhn in das dortige Militärgefängnis eingeliefert. Nach über zwölf Monaten Gefangenschaft simulierte er ein Brustleiden, worauf er am 20. Januar 1833 in das Koblenzer Garnisonslazarett überführt wurde. Seine Rückverlegung nach Ehrenbreitstein, die im Juli erfolgen sollte, konnte er durch Simulierung einer Geisteskrankheit verhindern.

Dem Misstrauen eines Militärarztes verdankte Junghuhn die Bekanntschaft mit Philipp Wilhelm Wirtgen, der als Botaniker in der Rheinprovinz große Anerkennung besaß. Wirtgen wurde gebeten, einen „merkwürdigen“ Mann anzusehen, der vom Ehrenbreitstein ins Koblenzer Lazarett gebracht worden war und „bedenkliche Anzeichen von geistiger Störung“ erkennen ließ. Da der Patient auf den Spaziergängen mit offenbar wissenschaftlichem Verstand sich für die Pflanzenwelt interessierte, kamen Zweifel auf über die Echtheit seiner Geisteskrankheit. Wirtgen erschien als die am besten geeignete Person, den Zustand des Patienten mit dem nötigen Fachwissen beurteilen.[8] Kaum war Junghuhn mit Wirtgen allein, gab er sich ihm zu erkennen und schloss mit ihm eine Freundschaft, die bis zum Ende seines Lebens währte.

In der Nacht vom 13. zum 14. September 1833 floh Junghuhn aus dem Lazarett. Über Trier eilte er nach Luxemburg, und am 22. September passierte er die französische Grenze. In Toulon meldete er sich als Arzt bei der Fremdenlegion, wurde aber nur als Soldat rekrutiert. Von Januar bis Juni 1834 war er in Algerien stationiert; danach wurde er vorzeitig wegen Dienstuntauglichkeit entlassen.

Ende Juli 1834 kam Junghuhn nach Paris. Als Antwort auf ein Immediatsgesuch erfuhr er von der dortigen Preußischen Gesandtschaft, dass er längst begnadigt war. Der Gnadenerlass wurde bereits am 14. September 1833 erteilt, wenige Stunden nach seiner Flucht aus dem Koblenzer Lazarett.

In Paris besuchte Junghuhn die ihm als namhaft bekannten Botaniker Antoine-Laurent de Jussieu, Adolphe Théodore Brongniart und Christian Hendrik Persoon. Richtungsweisend für seine Forscherlaufbahn war der niederländische Mykologe Persoon, der Junghuhn den Rat gab, die tropische Pflanzenwelt des Indischen Archipels zu erforschen - ein Unterfangen, das einen bedeutenden Teil seines Lebens in Anspruch nehmen sollte.

Am 5. Oktober 1834 trat Junghuhn seine Heimreise nach Deutschland an. In Koblenz suchte er seinen Freund Wirtgen auf. Gemeinsam unternahmen sie botanische Exkursionen in den Hunsrück, in die Eifel und in das Moseltal.[9] Im November weilte er am Ufer des Laacher Sees; danach fuhr er rheinabwärts auf einem Dampfschiff nach Rotterdam und begab sich von dort aus nach Leiden und Utrecht.

Die Begebenheiten und Beobachtungen von seiner Festnahme und Gefangenschaft bis zu seiner Rückkehr in sein Heimatland schrieb Junghuhn 1834 in seinem Bericht „Reise nach Afrika“ nieder, der erst 1909 mit dem Titel „Flucht nach Afrika“ veröffentlicht worden ist. Das erste Kapitel „Reise nach Holland“ in seinem Werk „Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java“ ist eine nahtlose Fortsetzung dieses Berichts.[10]

Erster Aufenthalt in Niederländisch-Ostindien

Java

Batavia im Jahre 1846.[11]
Zeitgenössische Ansicht der Reede von Batavia
Zeitgenössische Ansicht des Landungsplatzes in Batavia

Für den mittellosen Junghuhn war Niederländisch-Ostindien nur mit einer Anstellung bei der dortigen Armee zu erreichen. Nach erfolgreicher Absolvierung eines medizinischen Examens am 27. Dezember 1834 in Utrecht erhielt er am 12. Januar 1835 eine feste Anstellung als Sanitätsoffizier dritter Klasse. Am 30. Juni 1835 ging der Dreimaster „Jacob Cats“ nach Java ab, und am Morgen des 13. Oktober 1835 betrat Junghuhn den Landungsplatz in Batavia, dem heutigen Jakarta. Erst 13 Jahre später kehrte er – wenn auch nur vorübergehend – zur Wiederherstellung seiner Gesundheit nach Europa zurück.

Junghuhn leistete zunächst seinen Dienst als Arzt in den Militärhospitälern von Batavia und Semarang ab. Dass er in jeder freien Stunde botanisierte, die Berge in der erreichbaren Umgebung erstieg und seine Beobachtungen in Bild und Wort festhielt, erregte jedoch bald den Unwillen von Vorgesetzten und Kollegen und trug ihm zahlreiche Beschwerden wegen Pflichtversäumnis ein.

Junghuhn im Karstgebiet Gunung Sewu („Tausend Hügel“). - Aus dem Java-Album.

1836 wurde er nach Jogjakarta versetzt. Nachdem er das wegen seiner zahlreichen Kegelberge „Gunung Sewu“ („Tausend Hügel“) genannte Karstgebiet an der Südküste Javas besucht hatte, begann er im September mit seinen grundlegenden Untersuchungen des tätigen Vulkans Merapi. Mehrmals erstieg er diesen fast 3000 m hohen Berg und dokumentierte ihn in Wort und Bild bis in die kleinsten Einzelheiten. Die Höhen maß er mit einem selbst konstruierten Barometer, bestehend aus einem Bambusrohr und einer passend kalibrierten Glasröhre, das unterwegs beständig senkrecht gehalten werden musste. Er erzielte damit eine erstaunliche Genauigkeit.

1837 wurde er dem deutschen Arzt Ernst Albert Fritze unterstellt. Dieser war Chef des Gesundheitswesens von Niederländisch-Indien und – als Leiter des Naturhistorischen Museums der „Bataviaasch Genootschap“ – selbst naturbegeistert. Fritze erkannte Junghuhns Neigungen und Fähigkeiten und nahm ihn als Adjutant auf zwei Inspektionsreisen mit. Die erste, vom 11. Juli bis zum 23. August 1837, führte durch West-Java. Der Patuha, der Tangkubanperahu, der Guntur, der Papandajan und andere Vulkane wurden bestiegen und vulkanische Erscheinungen erforscht. Die zweite, vom 12. April bis zum 15. August 1838, ging durch Mittel- und Ostjava. Der Lawu, der Sumbing, der Sindoro, der Wilis, das Tengger-Gebirge mit dem aktiven Bromo und Schlammvulkane bei Surabaja wurden untersucht.[12] Junghuhn beschäftigte sich vornehmlich botanisch, Fritze befasste sich mit der Geologie, sammelte Gesteine und berechnete die Höhen.

Nach Beendigung dieser Reisen bemühte sich Fritze darum, Junghuhn die Möglichkeit zu schaffen, ohne seine Begleitung weiterhin Naturforschung betreiben zu können. Seiner Empfehlung verdankte Junghuhn einen Auftrag der Naturkundlichen Kommission, naturwissenschaftliche Untersuchungen in Westjava durchzuführen. Daraufhin besuchte Junghuhn mehrmals das Vulkanmassiv Gede-Pangrango südöstlich der Stadt Bogor (damals Buitenzorg). Die dabei gewonnenen vielseitigen Beobachtungen hielt er im letzten Abschnitt seines Werks „Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java“ fest.

Sumatra

Zeitgenössische Ansicht der Reede von Padang
Die Westküste von Sumatra in der Abendsonne. Nach einer kolorierten Lithographie von 1843.
Der „Eingang in die Battaländer“: Ausschnitt aus Junghuhns Karte der Tapanuli–Bai. Die Küstenlinie ist mit einem hellblauen Rand hervorgehoben. Die Lage der Insel Pontjang kitjil ist durch einen roten Pfeil gekennzeichnet.
Das Fort auf der Insel Pontjang kitjil, Hauptniederlassung der nördlichsten Gouvernementsbesitzungen der Niederlande und Ausgangspunkt für die Reise in die Battaländer. - Entnommen aus „Der Malayische Archipel“ von Hermann von Rosenberg.
Der von Junghuhn am 7. November 1840 erstiegene erloschene Vulkan „Lubu Radja“. Dieses zeitgenössische Bild zeigt eindrucksvoll die Unberührtheit und Unwegsamkeit der Battaländer. – Entnommen aus „Der Malayische Archipel“ von Hermann von Rosenberg.

Der Tod seines Vorgesetzten und Gönners Dr. Fritze im Mai 1839 war für Junghuhn ein schmerzlicher Verlust. Noch immer stand er als Sanitätsoffizier in militärischen Diensten. Sein Wunsch nach einer Fortsetzung seiner Tätigkeit bei der Naturkundlichen Kommission wurde abgelehnt. Am 3. Januar 1840, entgegen seinen Neigungen, absolvierte er in Batavia das Examen zum „Chirurgus Zweiter Klasse“. Ein Urlaub, den Junghuhn aus gesundheitlichen Gründen vom 1. März bis 3. April erhielt, nutzte er zur Erforschung des Diëng–Plateaus in Mitteljava. Nach Batavia wieder zurückbeordert, wurde er im Juli 1840 zum Sanitätsdienst in Padang an der Westküste Sumatras abkommandiert.

Die folgende Begebenheit war nicht nur für Junghuhn selbst, sondern vor allem für die geographische Wissenschaft von Nutzen. Wegen Krankheit versäumte er die Überfahrt nach Padang. Auf dem nächsten Schiff begegnete er Pieter Merkus, der als Regierungskommissar nach Sumatra unterwegs war, um die Verwaltung der Niederlassungen an der Westküste zu organisieren; zwei Jahre später wurde er zum Generalgouverneur von Niederländisch–Ostindien ernannt. Von Merkus erhielt Junghuhn den gefahrvollen Auftrag, die unbekannten Länder der Battas (Batak) zu erforschen. Dankbar nahm Junghuhn diesen Auftrag an, war er doch damit von Sanitätsdiensten befreit. Als Assistent wurde ihm der Naturwissenschaftler Hermann von Rosenberg zugeteilt.

Der direkte Zugang durch das Hinterland von Padang war den beiden Forschern wegen eines zuvor unterdrückten Aufstands verwehrt.[13] Daraufhin fuhren sie entlang der Westküste Sumatras auf einem englischen Kauffahrersegler nach Norden. Am 2. Oktober 1840 lief das Schiff in die Bucht von Tapanuli ein und ankerte vor einen holländischen Außenposten, der aus strategischen Gründen auf einer vorgelagerten Insel errichtet worden war. Hier trafen sie ihre letzten Vorbereitungen. [14]

Wenige Tage nach ihrem Aufbruch in das urwaldüberzogene Westsumatra, am 14. Oktober, verirrte sich Hermann von Rosenberg bei einem Jagdausflug, konnte jedoch von Junghuhn gerettet werden. Als Folge dieses für ihn schockierenden Ereignisses bekam von Rosenberg einen so heftigen Fieberanfall, dass er die Begleitung und Assistierung Junghuhns quittieren musste.[15]

Auf sich allein gestellt, setzte Junghuhn seine Forschungen in den südlichen Battaländern fort. Die Durchdringung und Vermessung dieser unerschlossenen Gebiete stellte höchste Anforderungen an seine physische und psychische Leistungsfähigkeit. Bedrohungen durch misstrauische Einheimische, die wenige Jahre vor Beginn seiner Forschungen von kriegerischen Malaien heimgesucht worden waren, behinderten Junghuhn bei seinen Arbeiten erheblich und vereitelten ein weiteres Vordringen nach Norden.

Welche Hindernisse sich Junghuhn auf seinen Reisen entgegenstellten, geht aus seinen folgenden Worten hervor:

„In Tobah, wo es weite, völlig flache Räume gibt, wurde mir das Abmessen von Standlinien unter Drohungen verweigert, weil man dies für eine Landesaufnahme für anzulegende Festungen hielt ! – Aus ähnlichen Gründen konnte ich in Hurung meine Beobachtungen nur aus dem Gebüsch, versteckt und heimlich machen, – in Silindong wurde mir das Messen von Sonnenhöhen in einem künstlichen Horizont bestimmt untersagt, weil dies pure Zauberei sei; ich wurde dringend gebeten, meinen Sextanten ein– und mich selbst aus dem Lande zu packen. – Dazu kommt die gebirgige Unwegsamkeit des Landes; man kann keinen Schritt weit anders, als zu Fuss kommen; – in einem Tage muss man zuweilen 30 bis 40 Bäche, wovon einige (in der Thalsohle ausgetretene) sehr warm, und andere gleich darauf (dicht am Bergfusse fliessend) eiskalt sind, durchwaten und, wenn man bis an die Achseln im Wasser steht, seine Instrumente über dem Kopf emporhalten. – In den Wäldern ist man über Tag von kleinen Springblutegeln geplagt, die sich zu 20–30 an alle Theile des Körpers zugleich ansaugen und durch die Fusskleider hindurchstechend schmerzhafte Geschwüre erregen, und des Nachts von Moskiten. Endlich muss man bei allem diesen noch stets Sorge auf persönliche Sicherheit verwenden, und selbst des Nachts in Hütten, wo man ein hartes Lager mit etwas Mais und Bataten findet, wenigstens sechs Gewehre geladen und mit seinen Bedienten abwechselnd Wache halten, um die Eingebornen durch Furcht zu verscheuchen …“

Junghuhn, 1847 [16]

Zunächst wählte Junghuhn in diesem unbekannten Gelände zwei markante Hauptpunkte, ermittelte deren geographische Lage durch astronomische Breiten- und Azimutbestimmungen und errechnete daraus ihren Abstand, auf das heutige Maßsystem umgerechnet, auf 14,3 Kilometer. Auf dieser Basis schuf Junghuhn durch Winkelmessungen und Polhöhenbestimmungen ein geodätisches Vermessungsnetz. Mit dieser Leistung, die nach Montigel zu „den größten Taten menschlicher Willenskraft“ gerechnet werden muss,[17] hat Junghuhn sich das Verdienst erworben, die erste Triangulation in Niederländisch-Ostindien ausgeführt zu haben. Bemerkenswert ist dabei die Tatsache, dass diese vermessungstechnische Pionierleistung nicht auf der wesentlich besser erschlossenen Insel Java, sondern unter ungleich schwierigeren Bedingungen in den urwaldüberzogenen Gebirgen Westsumatras erbracht worden ist. Erst 50 Jahre später gelang es der Niederländischen Kolonialregierung, dieses schwer zugängliche Gebiet zu unterwerfen.

Die nachfolgenden Kartenausschnitte, die annähernd das gleiche Gebiet darstellen, sollen die geografisch-topografischen Fortschritte veranschaulichen, die von Junghuhn in den Battaländern erzielt worden sind. Zum Vergleich wurde eine Übersichtskarte aus den 1930er Jahren hinzugefügt, die noch immer den heutigen Wissensstand zeigt.

Die beste Karte von Sumatra vor Junghuhns Erkundungen ist diejenige des englischen Historikers und Orientalisten William Marsden, der als Sekretär im seinerzeit britischen Bencoolen, dem heutigen Bengkulu, an der Westküste stationiert war. Acht Jahre lang sammelte Marsden alle mündlichen und schriftlichen Nachrichten über Sumatra und fasste sie zusammen in seiner Monografie „The History of Sumatra“. Der unten abgebildete Ausschnitt wurde von jener Karte abgelichtet, die sich in der 1811 erschienenen maßgeblichen dritten Auflage dieses Werkes befindet. Auf dieser Karte sind die Bergketten so dargestellt, wie sie vom Schiff aus beim Passieren der Westküste gesehen werden konnten; die dahinter eingezeichneten Ketten entstammen der Phantasie.

Demgegenüber enthält die „General-Karte vom mittleren Sumatra“ in Junghuhns Werk „Die Battaländer“ eine Fülle von neuen Erkenntnissen. „Es war ein mühseliges Werk, mit primitiven Hilfsmitteln dieselbe herzustellen; sie ist für die damalige Zeit eine wesentliche Verbesserung des Bekannten und gibt zum ersten Mal über breite Strecken unbekannten Landes ein zutreffendes Bild“ (Wilhelm Volz).[18] Wegbereitend für spätere Reisende, sowohl für die Wienerin Ida Pfeiffer als auch für die ersten Missionare, von denen einige ihr Vordringen mit dem Leben bezahlen mussten, war die Darstellung des Paralleltals „Mandaheling“, dessen nördliche Fortsetzung „Nieder-Ankola“ vom erloschenen Vulkan „Lubu Raja“ abgeschlossen wird.[19] Darüber hinaus enthält diese Karte die früheste Darstellung des Tobasees, wenn auch nur andeutungsweise nach Berichten von Einheimischen, von Junghuhn „Eik Daho“ beziehungsweise „Laut Sinkara“ genannt. Erst 1853 wurde dieser See von dem niederländischen Sprachgelehrten Herman Neubronner van der Tuuk entdeckt.[20]

Auf dem gleichen Seeweg, den Junghuhn für die Hinreise gewählt hatte, verließ er am 10. März 1842 an Bord eines Kauffahrerseglers die Bucht von Tapanuli und kehrte am 18. März 1842 nach Padang zurück. Bis zum 10. Juni war er in Padang beurlaubt, um sich von den Strapazen in den Battaländern zu erholen. Am 11. Juni begab er sich an Bord des Dampfschiffes „Nula“, das fünf Tage später auf der Reede von Batavia vor Anker ging.

Java

Der Zusammenbruch der Vereinigten Ostindischen Kompagnie im Jahre 1798 lenkte die Aufmerksamkeit der Engländer auf Niederländisch-Ostindien, und nachdem bereits 1800 eine englische Flotte drei Monate lang den Hafen von Batavia blockierte und 1807 die holländische Seemacht bei Surabaja vernichtet wurde, befahl im Jahre 1808 der niederländische Marschall Herman Willem Daendels aus strategischen Gründen die schnellstmögliche Anfertigung einer Übersichtskarte von Java. Erst 1812, nachdem die Insel für kurze Zeit in den Besitz der East India Company überging, wurde diese Karte von Thomas Stamford Raffles zu Ende geführt und 1817 in seinem Werk „The History of Java“ veröffentlicht. Durch das Fehlen einer trigonometrischen Grundlage war diese Karte jedoch sehr ungenau. Erst die Karte des amerikanischen Naturforschers Thomas Horsfield brachte eine Verbesserung; sie wurde unter Verwendung der Längs- und Querprofile in Junghuhns 1845 erschienenem Werk „Topographischer und naturwissenschaftlicher Atlas zur Reise durch Java“ gezeichnet.

Nur vor diesem Hintergrund ist es erklärlich, dass Junghuhn trotz seiner Anstellung als Gesundheitsoffizier im Auftrag der niederländisch-indischen Regierung bis August 1844 mit der topographischen Aufnahme Westjavas, danach mit derjenigen Ostjavas tätig war. Als Grundlage für seine Landesaufnahme benutzte er zwei durch astronomische Ortsbestimmungen festgelegte Punkte an der Nordküste Javas. Ausgerüstet mit einer Bussole und einem Sextanten, den er später durch einen Bussolentheodolit [22] ersetzte, peilte er insbesondere von den Gipfeln der Vulkane alle erkennbaren Punkte an.[23]

Ohne Übertreibung können Junghuhns Ergebnisse als bahnbrechend gewertet werden. Durch seine Aufnahmen wurden die topograpisch-orographischen Kenntnisse Javas auf eine neue Grundlage gestellt. Die nachfolgend wiedergegebene Darstellung des Diëng-Plateaus zeigt, mit welcher Sorgfalt er seine Ergebnisse in Karte gebracht hat.

Junghuhns Karte des Diëng-Plateaus

Hinzu kamen die seinerzeit für tropische Gebiete ungewöhnlich präzisen Detailaufnahmen von Vulkangipfeln und Bergmassiven. Die nachfolgenden Kartenausschnitte zeigen zwei Beispiele: Das Tengger-Gebirge mit dem aktiven Vulkan Bromo und das Vulkanmassiv Gede–Pangrango mit dem ebenfalls aktiven Gede. Zum Vergleich wurden Karten der 1920er Jahre beigefügt, die auf der Grundlage von Geländeaufnahmen des Topographischen Dienstes gefertigt worden sind.

Getrieben von seinem Wunsch, seine militärische Laufbahn zu beenden und als Naturforscher angestellt zu werden, veröffentlichte Junghuhn in den Jahren 1843 und 1844 in rascher Folge zahlreiche Monographien javanischer Vulkane. Diese Abhandlungen, die eine Fülle von neuen Erkenntnissen enthielten, trugen entscheidend dazu bei, dass binnen kurzer Zeit seine Fähigkeiten als Naturbeobachter bis in die höchsten Regierungsstellen bekannt geworden sind. Als einer der ersten trat Pieter Merkus auf den Plan, der Junghuhn im Jahre 1840 mit der Erforschung der Battaländer beauftragt hatte. 1843 zum Generalgouverneur ernannt, bewilligte er mit Erlass vom 17. Januar 1844 eine Summe von 6000 Gulden für die Veröffentlichung der Resultate der von ihm beauftragten Forschungen auf Sumatra. Unerwartet verstarb jedoch Merkus am 2. August, worauf von seinem Nachfolger dieser Posten wieder eingezogen wurde.[24] Darüber hinaus erinnerte man sich voller Anerkennung einer bereits 1841 erschienenen Arbeit, in welcher Junghuhn die höher gelegenen Landstriche Javas mit ihrem gemäßigten Klima als Erholungsorte für unter tropischer Hitze leidende Europäer empfohlen hatte.

Kurze Zeit später ging Junghuhns Wunsch in Erfüllung. Am 2. November 1844 ermächtigte Jean Chrétien Baud, Minister der Kolonien in Den Haag, den Niederländisch-Indischen Generalgouverneur, ihn als Mitglied in die Naturkundliche Kommission aufzunehmen. Am 5. Mai 1845 wurde Junghuhn ehrenvoll aus dem Militärdienst entlassen und als Wissenschaftler bei der Naturkundlichen Kommission angestellt. Damit war Junghuhn, erst 36 Jahre alt, die ihm vom Vater einst aufgezwungene medizinische Laufbahn los.

Schroff im persönlichen Umgang und polemisch in seinen Veröffentlichungen, soweit sie personenbezogene Themen betrafen, schuf sich Junghuhn viele Feinde. Obgleich überzeugter Anhänger des Kolonialsystems, kritisierte er dessen Missstände mit oft beißendem Spott. Einen Höhepunkt in der daraus entstandenen Kette von Konflikten, die fast ohne Unterbrechung bis zum Ende seines Lebens verfolgt werden kann, war ein Zerwürfnis mit der Kolonialregierung im Jahre 1845: In einem Augenzeugenbericht über ein Tigergefecht erlaubte sich Junghuhn unziemliche Bemerkungen über den Sultan von Solo, mit dem man, um Aufstände zu verhindern, einen diplomatischen Umgang pflegen musste. Junghuhn wurde eine ernsthafte Rüge erteilt: Sollte er sich noch einmal in ähnlicher Weise äußern, würde er entlassen und des Landes verwiesen werden.

Nicht stattgefunden hat die von vielen Biographen geschilderte Audienz beim Generalgouverneur Rochussen, zu der Junghuhn aus diesem Anlass geladen worden sein soll. Die Hauptpersonen dieses Konflikts waren vielmehr Wolter Robert van Hoëvell als Herausgeber, C. Visscher als niederländisch-indischer Generalsekretär und der kommissarisch als Generalgouverneur amtierende Jan Cornelis Reijnst. Van Hoëvell kam 1836 nach Java und stellte mit Bedauern fest, dass auf literarischem Gebiet in 200-jähriger Kolonialherrschaft so gut wie nichts geleistet worden war. Noch immer existierte kein Buchhandel, und die einzig vorhandene Tageszeitung war der „Java-Bode“, das offizielle Organ der Kolonialregierung. Überzeugt, dass in der Kolonie bei den europäischen Bewohnern ein Bildungsrückstand eingetreten war, ersuchte er die Regierung um Genehmigung, eine naturwissenschaftliche Zeitung herauszugeben. Die Erlaubnis mit der Auflage, keinerlei Kritik an der Regierung zu üben, war die Geburtsstunde der 1838 gegründeten „Tijdschrift voor Neêrlands Indië“.

Im August 1844 trat Junghuhn eine Forschungsreise nach Ostjava an. Seine Beobachtungen und Resultate schrieb er in zwölf Fortsetzungen unter dem Titel „Schetsen, ontworpen op eene nieuwe reis over Java, voor topografische en natuurkundige navorschingen“ nieder. Im Jahr darauf begann van Hoëvell, diese „Skizzen“ in der „Tijdschrift voor Neêrlands Indië“ zu veröffentlichen. Bereits mit seiner zweiten Skizze lieferte Junghuhn einen folgenschweren Konfliktstoff: Seine Bemerkungen über den Regenten von Bandung hielt van Hoëvell für so bedenklich, dass er dieselben zur Prüfung und Beurteilung an Visscher sandte. Dieser konfiszierte unverzüglich Junghuhns Bemerkungen und stellte van Hoëvells Eignung als Herausgeber in Frage.

Mit dem Ziel, die „Tijdschrift voor Neêrlands Indië“ verbieten zu lassen, studierte Visscher aufmerksam die in rascher Folge erschienenen Fortsetzungen Junghuhns. In der zehnten Skizze fand er endlich dasjenige Material, das ihm für ein Verbot als geeignet erschien: Junghuhns Beschreibung des Hofstaats von Solo. Am 20. Juni 1845, drei Wochen nach Junghuhns Aufnahme in die Naturkundliche Kommission, legte er diese Beschreibung dem kommissarisch amtierenden Generalgouverneur vor. Daraufhin wurde mit Erlass vom 4. Juli 1845 van Hoëvell unter Kuratel gestellt und Junghuhn eine schriftliche Verwarnung erteilt.[25]

Am 30. September 1845 trat Jan Jacob Rochussen sein Amt als Generalgouverneur an. Auf Ersuchen van Hoëvells veranlasste Rochussen die Rücknahme des Erlasses vom 4. Juli. Junghuhn selbst blieb von diesen Ereignissen weitgehend unberührt: Erst im Dezember 1845 kehrte er von seinen Reisen in Ostjava zurück. Kurz darauf erhielt er von Rochussen den Auftrag, auf Java nach abbauwürdigen Kohlenfeldern zu suchen. Damit wurde er in die Lage versetzt, mit bestmöglicher Unterstützung Java in geologischer, botanischer und paläontologischer Hinsicht zu erforschen. Die Ergebnisse dieser Erkundungen hielt er im dritten Band seines Java-Werks fest.

Genesungsaufenthalt in Holland

Gesundheitlich geschwächt durch seine strapazenreichen Exkursionen, reiste Junghuhn im August 1848 mit der sogenannten „Englischen Überlandpost“[26] zu einem Genesungsurlaub nach Europa. Aus seinen handschriftlichen Notizen über den Verlauf dieser Reise geht hervor, dass er zunächst in seine Heimatstadt Mansfeld fuhr. Von seinen Eltern war nur noch seine Mutter am Leben; sein Vater war 1844 verstorben.

Seinen Wohnsitz nahm Junghuhn im niederländischen Leiden, das mit seiner Universität nebst reichhaltiger Bibliothek, seinem Botanischen Garten und seiner Pflanzensammlung „Rijksherbarium“ für ihn die besten Arbeitsmöglichkeiten bot. Hier konnte er einen Teil seiner in Java gesammelten Pflanzen mehreren Botanikern zur Auswertung übergeben. Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Bearbeitungen seiner Herbarien wurden ab 1851 unter dem Titel „Plantae Junghuhnianae“ und ab 1908 unter dem Titel „Plantae Junghuhnianae Ineditae“ veröffentlicht.

Junghuhn selbst wertete seine eigenen Aufzeichnungen über Java aus. Das Resultat ist sein Hauptwerk, „das eigentliche Werk seines Lebens“[27], das in der ersten Ausgabe ab 1849 mit dem Titel „Java, deszelfs gedaante, bekleeding en inwendige struktuur“, als zweite, wesentlich verbesserte Ausgabe 1850–54 mit dem Titel „Java, zijne gedaante, zijn plantentooi en inwendige bouw“ erschien. Fast gleichzeitig mit der als maßgeblich geltenden zweiten Ausgabe und auf dessen Grundlage folgte 1852–54 die deutsche Übersetzung „Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart.“ Den Druck des zweiten Abschnittes im ersten Band dieses Werkes, der den Landschafts– und Vegetationscharakter Javas beschreibt, schob Junghuhn bis zuletzt hinaus, um die bis dahin erfolgten Pflanzenbestimmungen der Leidener Botaniker einarbeiten zu können. Aus dem Vorwort der deutschen Ausgabe geht hervor, dass die separate Herausgabe dieses Werkes verhindert werden sollte. Junghuhn wurde zugemutet, dasselbe in den „Verhandelingen over de Natuurlijke Geschiedenis der Nederlandsche Bezittingen“, die auf dem Titel die Verfasser verschwiegen, zu veröffentlichen. Nur mit Unterstützung des Ministers der Kolonien gelang es, den Widerstand zu überwinden „von Personen, die seit ein paar Dutzend Jahren gewöhnt sind, alle Früchte naturwissenschaftlicher Reisen in Niederländisch-Indien, welche auf Kosten der Regierung unternommen wurden, als ihr Eigentum zu betrachten“.[28]

Mevrouw Franz Wilhelm Junghuhn geb. Johanna Louisa Frederica Koch (* 25. Januar 1828 in Bergen op Zoom, † 7. Mai 1914 in Den Haag).

Am 23. Januar 1850 heiratete Junghuhn die in Leiden wohnhafte 22-jährige Offizierstochter Johanna Louisa Frederica Koch. Am 30. September 1852 nahm er die niederländische Staatsbürgerschaft an. Es schlossen sich ausgedehnte Reisen in fast alle Länder Nord– und Mitteleuropas an, in die Pyrenäen, in die Alpen, nach Schweden und in den Kaukasus. Veröffentlichungen hierüber existieren nicht: Viel zu sehr war Junghuhn mit der Fertigung einer großen Java-Karte beschäftigt, die er im Schlusskapitel seines Java-Werks bereits in Aussicht gestellt hatte.

Im Mai 1855 war diese Karte vollendet. Ihr Titel: Kaart van het Eiland Java. ... door Dr. F. Junghuhn. Te zamengesteld uit de waarnemingen en opmetingen door hem gedaan gedurende zijne onderzoekings reizen op dat eiland in de jaren 1835 tot 1848. Op steen gebragt te Breda bij A. J. Bogaerts 1855. Schaal van 1: 350000.

Diese Karte, mit plastischer Reliefdarstellung in vier großen Blättern vom Stein gedruckt, hat wesentlich zu seinem Ruhm beigetragen. Ihre Gesamtgröße beträgt 79 × 308 cm. Auf 16 Nebenkarten sind die bedeutendsten Berggipfel und – in Erfüllung des von Rochussen erteilten Regierungsauftrags – die an der Südküste Javas entdeckten Kohlenlager dargestellt. Unkoloriert war sie als topographische Karte, mit Flächenkolorit als geologische Karte im Handel; erstere war die bis dahin bei weitem genaueste, letztere die erste geologische Karte Javas. Alexander von Humboldt äußerte sich über diese Karte wie folgt: „... Wie soll ich Ihnen lebendig genug für Ihre schöne, ächt geologi­sche, Gestaltungsreiche Karte danken. Sie ist nach einem mili­tä­ri­schen Diner vom König, dem Pr. Friedrich der Niederlande, dem Kriegs­minister, und vielen Genera­len zugleich, als ein sehr ausgezeichnetes Werk bewundert worden. ..."[29]

Welche Wirkung in Fachkreisen das große Java-Werk nunmehr erzielte, nachdem es nicht nur mit einem prächtigen „Landschaften-Atlas“, sondern von nun an auch mit einer hervorragenden Karte ergänzt werden konnte, lässt sich heute nur schwerlich vorstellen: Ein zuvor nur unzureichend und lückenhaft bekanntes Land, überdies noch das wichtigste Kolonialgebiet der Niederlande, lag erstmals in einer vollständigen detaillierten Naturbeschreibung mit kartographisch weitgehend richtiger Darstellung vor. „Es ist dies das erste Mal in der Geschichte der Entdeckungen, dass ein Land allseitig und eingehend durchgearbeitet wurde! Und das dürfte ewig denkwürdig bleiben.“ (E. Banse).[30]

1860 erschien auf der Grundlage von Junghuhns großer Java-Karte eine vereinfachte Karte im Maßstab 1 : 2.600.000, mit der erstmals die orographisch-physikalischen Verhältnisse Javas einer breiteren Öffentlichkeit weitgehend richtig vermittelt werden konnten. Obwohl in dieser vereinfachten Karte das Gelände nur mit farbigen Höhenschichten dargestellt ist, zeigt ein Vergleich dieser Karte mit einer Reliefkarte nach Satellitenaufnahmen die Genauigkeit der Junghuhnschen Messungen.

Zweiter Aufenthalt in Niederländisch-Ostindien

Erst 1855, von ursprünglich drei Jahren auf sieben Jahre verlängert, ging Junghuhns Genesungsurlaub zu Ende. Zum Inspektor für naturkundliche Untersuchungen auf Java ernannt, kehrte er zum Jahresende mit seiner Gattin nach Java zurück. In seinem neuen Wohnsitz in Lembang, in kühler Höhenlage nördlich von Bandung, wurde am 24. August 1857 sein Sohn geboren, der als holländischer Staatsbürger die Vornamen Frans Lodewyk Christiaan erhielt.

Aufzucht von Chinarindenbäumen auf Java

Seit 1854 betrieb die holländische Kolonialregierung auf Java den Anbau von Cinchonabäumen, deren Rinde das gegen Malaria wirksame Chinin enthält. Der deutsche Botaniker Justus Karl Haßkarl hatte im Regierungsauftrag auf nicht ganz legale Weise die ersten Cinchonapflanzen aus ihrer Heimat Südamerika nach Java gebracht und Plantagen eingerichtet. Sie verkümmerten, und Haßkarl gab 1856, gesundheitlich geschwächt, auf.

Chinchona calisaya

An seine Stelle als Direktor für die Cinchonapflanzungen trat Junghuhn. Auch ihm blieb der Erfolg versagt. Die Rinde der von ihm favorisierten Art Cinchona pahudiana war nicht chininhaltiger als die von Haßkarl eingeführte Cinchona calisaya. Dennoch sind Junghuhns Verdienste um die Chiningewinnung bahnbrechend. Sofort nach seiner Amtsübernahme hatte er Haßkarls Pflanzungen an die höher gelegenen schattigen Berghänge des Malabar südlich und des Tangkubanperahu nördlich von Bandung verlegt. Dieser Standortwechsel trug entscheidend dazu bei, dass Niederländisch-Ostindien zum größten Chininproduzenten der Welt aufstieg.[32][33] Der Durchbruch kam 1865, ein Jahr nach Junghuhns Tod, mit der von Charles Ledger eingeführten Art Cinchona ledgeriana.

Junghuhn in Lembang (Selbstaufnahme 1860)

Als Leiter der Chinchonapflanzungen kam Junghuhn mit Personen in Kontakt, die ihm abweisend oder wohlwollend gegenüber gestanden waren. Sein heftigster Gegner war der Obergärtner des Botanischen Gartens zu Buitenzorg, dem heutigen Bogor, Johannes Elias Teysmann, der als Inspektor der Kulturen einen gleich hohen Rang wie er selbst besaß. Die Verlegung der Chinchonapflanzungen entgegen Teysmanns Anordnung führte zu einer nicht enden wollenden amtlichen Korrespondenz mit der Kolonialregierung. Vergeblich versuchte Junghuhn, für seine neu angelegten Pflanzungen einen dringend benötigten Aufseher zu bekommen.[34] Am tiefsten wurde Junghuhn getroffen, als die Redaktion der „Tijdschrift van de Natuurkundige Vereeniging“, der er selbst als korrespondierendes Mitglied angehörte, sich auf die Seite von Teysmann stellte. In einem offenen Brief, der vom 6. bis 10. September 1862 in der Tageszeitung „Java-Bode“ erschien, wehrte sich Junghuhn mit so heftigen Gegenangriffen, dass er lebhafte Diskussionen in wissenschaftlichen Kreisen auslöste, die wegen seiner oftmals provozierenden Ausdrucksweise nicht immer zu seinen Gunsten ausgegangen sind. Mit welch beissendem Spott er beispielsweise den hoch angesehenen Teysmann indirekt angriff, geht aus seinen folgenden Worten hervor: „Ich glaube wohl, dass jemand ein guter Gärtner sein kann und in allen Verrichtungen, die mechanisch gelernt werden können, sehr nützliche und brauchbare Arbeiten liefern wird, ohne dass er eine höhere Veranlagung oder eine höhere innere Berufung besitzt. Aber dann muss er auch Gärtner bleiben und sich nicht auf ein Gebiet wagen, auf dem positive Gelehrsamkeit erwartet wird und, vor allem, wo sein eigenes Urteil zu gebrauchen ist. Macht er es doch, dann schaut, er kann es nicht verhindern, Till Eulenspiegel aus dem Ärmel.“[35]

Dr. Johan Eliza de Vrij (1813-1898)

Für eine nutzbringende Weiterentwicklung der Chinchonaplantagen wurde die Mitwirkung eines Chemikers erforderlich. Aus früheren Publikationen über die Alkaloide der Chinchonen war Junghuhn der in Rotterdam als Lehrer tätige Pharmakologe Johan Eliza de Vrij bekannt. Im April 1857, auf Junghuhns Empfehlung, erhielt de Vrij vom Minister der Kolonien den Antrag, sich als Wissenschaftler der Niederländisch-Indischen Regierung zur Verfügung zu stellen. Kurze Zeit später erklärte er sich hierzu bereit, betrachtete er doch die Chininforschung als seine Lebensaufgabe.

Ende Januar 1858 ließ sich de Vrij in Gedong papak bei Bandung nieder. Unverzüglich begann er die Chinchonen zu analysieren, und am 16. März 1859 konnte er voller Stolz dem Generalgouverneur Pahud Kristalle von Chininoxalat vorlegen, die er aus javanischer Rinde dargestellt hatte. Es gelang ihm jedoch nicht, Junghuhn zu überzeugen, dass die von ihm favorisierte Cinchona pahudiana zu den minderwertigeren Chinchonen gehört, und nachdem mit Regierungsbeschluß vom 11. September 1862 die weitere Vermehrung dieser Art untersagt worden war, drohte seine Freundschaft mit Junghuhn in Feindschaft umzuschlagen.

In dieser angespannten Situation versuchte der in Bandung praktizierende Arzt Isaäc Groneman zu vermitteln. Groneman verstand es, Junghuhn für sich zu gewinnen: In kurzer Zeit verband ihn mit Junghuhn eine so innige Freundschaft, dass dieser ihn nicht nur zu seinem Hausarzt ernannte, sondern – unter Umgehung des wesentlich besser qualifizierten de Vrij – der Kolonialregierung als sein Nachfolger für die Aufzucht der Chinchonapflanzungen vorschlug. Diese Missachtung seiner fachlichen Kompetenz verbitterte de Vrij so sehr, dass er sich von Junghuhn vollständig zurückzog. Daraufhin wurde ihm ein amtliches Zertifikat zugestellt, in dem zu lesen stand, dass er „seine Konstitution durch eigenes Verschulden untergraben“ hat und schleunigst nach Europa zurückgesandt werden muss.[36] 1863 erhielt de Vrij einen zweijährigen Genesungsurlaub, nach dessen Ablauf er seinen Niederländisch-Indischen Dienst quittierte. Nur die Urne mit seiner Asche wurde nach Java überführt und gegen seinen letzten Willen von einem übereifrigen Kontrolleur zu Junghuhns Grabmal gebracht.[37]

Besuch von Mitgliedern der Novara-Expedition

Vom 5. bis 29. Mai 1858 ankerte die österreichische Fregatte „Novara“ auf der Reede von Batavia. Der Kurs ihrer berühmt gewordenen Weltumsegelung war im wesentlichen von Alexander von Humboldts „Physikalischen und geognostischen Erinnerungen“ bestimmt. Zwei Wissenschaftler dieser Expedition, der geographisch-statistische Schriftsteller Karl von Scherzer und der Mineraloge und Geologe Ferdinand von Hochstetter, wurden am 17. Mai 1858 von Junghuhn in seinem Wohnsitz in Lembang empfangen.

Ein Brief von Ferdinand von Hochstetter an Alexander von Humboldt enthält aufschlussreiche Einzelheiten über diese Begegnung.[38] Widerlegt wird die von vielen Biographen verbreitete Darstellung, wonach Junghuhn sich zu dieser Zeit nur noch mit der Kultivierung der Chinarindenbäume beschäftigt haben soll. Fast druckfertig legte Junghuhn den Forschern der Novara-Expedition geologische, meteorologische und physikalische Manuskripte und Spezialkarten zur Vervollständigung der großen Java-Karte vor. Von geologischem Material war von besonderem Interesse eine Sammlung von fossilen Knochen und Zähnen, ausgegraben am Fuße des Gunung Murjo in einer auf Java bis dahin noch unbekannten Diluvialformation. Am Südostfuß des Gunung Galunggung untersuchte Junghuhn zum wiederholten Mal die „10.000 Hügel“, wie er sie nannte; die dabei gewonnenen neuen Erkenntnisse hielt er in Ansichts- und Profilskizzen und in einer detaillierten Karte fest.[39]

Als weitere Zeugnisse seiner Forschertätigkeit wurden von Junghuhn fotografische Aufnahmen von Landschaften und Pflanzenformationen vorgelegt. Zu seinen häufigsten Motiven zählten die Krater des Tangkubanperahu und die Chinarindenplantagen in seiner Umgebung.

Junghuhn war einer der ersten Naturwissenschaftler, die gezielt mit den Mitteln der Fotografie arbeiteten. Wie wenig zu dieser Zeit dieses neue Medium bekannt war, geht aus Hochstetters Mitteilungen an Alexander von Humboldt hervor: „Viel versprechend sind die photographischen Versuche Junghuhn's, ein neues Feld, auf das er sich geworfen hat. Ich musste staunen über die neuen Resultate, welche Junghuhn ohne alle Anleitung, fast ohne alle nothwendigen Hilfsmittel zur Zeit meines Besuches bereits erzielt hatte, und würde mich glücklich schätzen durch die Mittheilung einiger Kunstgriffe, so wie einer Anzahl erprobter Vorschriften und Recepte ...“ [40]

In seinen letzten Lebensjahren fertigte Junghuhn auch fotografische Aufnahmen aus entfernteren Gebieten an, wie beispielsweise vom Candi Dåråwati, einem Hindutempel auf dem Dieng-Plateau, und vom Gunung Kambing, einem Kalkmassiv in Zentraljava. Viele dieser Aufnahmen haben historischen Wert: Der Hindutempel ist längst eingestürzt, das Kalkmassiv fast vollständig durch Erosion abgetragen.

Das Fotoarchiv des Koninklijk Instituut voor Taal-, Land- en Volkenkunde in Leiden bewahrt eine Sammlung von Junghuhns Fotografien. Darunter befinden sich stereoskopische Bilder und Aufnahmen mit einem selbst konstruierten Fernauslöser. Einige dieser Aufnahmen befinden sich im „Gedenkboek Franz Junghuhn“ und in Nieuwenhuys und Jaquets Buch „Java’s onuitputtelijke natuur.“

Besuch von Fedor Jagor

Am 17. Juni 1858 wurde der Berliner Völkerkundler Fedor Jagor von Junghuhn in seinem Wohnsitz empfangen. Ein Empfehlungsschreiben Alexander von Humboldt’s verschaffte ihm eine überaus herzliche Aufnahme.[41] Bei diesem Anlass erneuerte Jagor auch seine Bekanntschaft mit de Vrij.

Für die Weiterreise Jagors arbeitete Junghuhn einen exakten Routenplan aus, der die bemerkenswertesten geologischen Erscheinungen, malerische Landschaften, kulturhistorische Monumente, charakteristische Vegetationsbilder sowie Rastplätze und Unterkunftsmöglichkeiten enthielt. Jedem Tag hatte Junghuhn ein besonderes Blatt gewidmet, auf dem alles Interessante verzeichnet war, immer mit Hinweis auf die entsprechende Seite seines großen, von Jagor mitgenommenen Java-Werkes. Begeistert äußerte sich hierzu Jagor wie folgt: „Wer nicht an Ort und Stelle, sein Buch in der Hand, das Geschriebene geprüft, wird sich keine Vorstellung machen können von der Genauigkeit der Beschreibung und der Klarheit, mit der die Verhältnisse aufgefasst sind.“[42] Gegen Ende seiner großen Java-Reise kehrte er noch einmal nach Lembang zurück, von wo aus er, von Junghuhn begleitet, den Gipfel des Tangkuban Perahu-Vulkans erstieg.

Junghuhn und von Richthofen am Patengan-See

Reise in Westjava mit Ferdinand Freiherr von Richthofen

Von September bis Oktober 1861 besuchte Ferdinand Freiherr von Richthofen Java. Einen Monat lang führte Junghuhn diesen erst später durch seine China-Reisen berühmt gewordenen Forscher auf einer sorgfältig gewählten Route durch den Westen der Insel. Während dieser Exkursion lehrte er dem noch jungen Geologen die vielseitigen Möglichkeiten der Beobachtung im Gelände; er legte damit in von Richthofen „den Grund zu dessen kommendem Übergang von der reinen Geologie zur vielseitigen Geographie“ (Banse).[43] Dankbar bekannte sich von Richthofen als Junghuhns bleibenden Schuldner. Das große Java-Werk fand er so trefflich, dass er zur Erweiterung der Kenntnis nichts hinzuzufügen vermochte. „Welch unendlicher Reichthum an Material, welche Fülle an mühsam errungenen Beobachtungen in diesem Meisterwerk enthalten sind, das wird erst klar, wenn man selbst einen Theil des Landes sieht und auf jedem Schritt bis in die entlegensten Gegenden nur ein Abbild jener genauen Beschreibungen erblickt“.[44]

Junghuhns letzte Lebensjahre

Besuche wie diejenigen Richthofens, des Völkerkundlers Fedor Jagor, der Naturforscher der Novara-Expedition und des Schriftstellers Friedrich Gerstäcker bildeten Glanzpunkte in Junghuhns letzten Lebensjahren, die im übrigen – des Chinchona-Anbaus wegen – von Auseinandersetzungen mit Botanikern und Regierungsstellen getrübt waren. Äußerlich ging es Junghuhn glänzend: Als leitender Kolonialbeamter verfügte er über ein gutes Gehalt, was ihm einen relativ luxuriösen Lebensstil ermöglichte.

Auf seiner Reise durch Westjava mit Ferdinand von Richthofen zog sich Junghuhn eine Amöbenruhr zu, von dessen Folgen er sich nie wieder vollständig erholte. Zu Beginn des Jahres 1864 wurde ihm ein Genesungsurlaub in Europa bewilligt, den er wegen eines Leberabszesses jedoch nicht mehr antreten konnte. Am 20. April 1864 verschlimmerte sich sein Zustand, und am 24. April, gegen 3 Uhr morgens, starb er im Alter von 54 Jahren im Studierzimmer seines Hauses in Lembang. Unmittelbar vor seinem Tod bat er seinen Hausarzt, der an seinem Bett saß: „Kannst du das Fenster öffnen? Ich will meinen geliebten Bergen Lebewohl sagen. Ich will zum letzten Mal den Urwald sehen. Ich will die reine Bergluft noch einmal einatmen.“.[45]

Sein Grab, 1993 restauriert und von der Deutschen Botschaft in Jakarta gepflegt, wird von einem stattlichen Obelisk überragt, den seine Witwe auf eigene Kosten errichten ließ. Die Lage seiner letzten Ruhestätte, im Angesicht seines „Hausberges“ Tangkubanperahu, hat Junghuhn zu seinen Lebzeiten selbst festgelegt. Während sein Sohn bereits 1888 auf einer Tabakplantage in Nordsumatra verstarb, kehrte seine Witwe nach Europa zurück und überlebte ihn um fünf Jahrzehnte.

Bis heute blieb Junghuhn in ehrenvoller Erinnerung, nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in seiner Heimatstadt. In Mansfeld wurde die Straße hinter der Sankt-Georg–Kirche, an der sein Geburtshaus einstmals stand, am 27. September 1897 in „Junghuhnstraße“ umbenannt. Am 10. Juli 1910, anlässlich der hundertsten Wiederkehr seines Geburtstags, wurde auf Beschluss der Koninklijk Nederlandsch Aardrijkskundig Genootschap (Königlich Niederländische Gesellschaft für Erdkunde) über der Eingangstür des Geburtshauses eine Gedenktafel angebracht, in die eine Danksagung in niederländischer Sprache eingemeißelt ist. Das Geburtshaus wurde 1979 wegen Baufälligkeit abgerissen. Die Gedenktafel wurde aufbewahrt und drei Jahre später in einen am Straßenrand errichteten Steinsockel eingemauert.

Geburtshaus vor dem Abriss. Über dem Eingang die Gedenktafel

Mitgliedschaften und Ehrungen

  • 11.01.1837: Königliche Botanische Gesellschaft zu Regensburg
  • 03.08.1839: Leopoldina (Kaiserlich Leopoldinisch-Carolinische Deutsche Akademie der Naturforscher in Halle)
  • 10.07.1843: Genootschap van Kunsten en Wetenschappen (Gesellschaft der Künste und Wissenschaften) zu Utrecht
  • 02.11.1844: Natuurkundige Commissie (Naturkundliche Kommission) in Batavia
  • 08.06.1848: Naturforschende Gesellschaft zu Halle
  • 22.03.1849: Gesellschaft zur Beförderung der gesamten Naturwissenschaften in Marburg
  • 19.07.1851 (korrespondierend): Vereeniging voor de Flora van Nederland en deszelfs Overzeesche Bezittingen (Verein für die Flora der Niederlande und dessen überseeischen Besitzungen)
  • 17.02.1852 (korrespondierend): Koninklijke Natuurkundige Vereeniging in Nederlandsch-Indië (Königlicher naturkundlicher Verein in Niederländisch-Indien) zu Batavia
  • 19.03.1853: Kaiserliche Gesellschaft der Naturforscher zu Moskau
  • 12.11.1854: Ernennung zum „Ridder in de Orde van de Nederlandse Leeuw" (Ritter im Orden des Niederländischen Löwen)
  • 14.02.1855: In Würdigung seiner wissenschaftlichen Verdienste wird Junghuhn eine goldene Schnupftabaksdose mit dem Porträt des Prinzen Frederik der Niederlande überreicht
  • 05.03.1855: Verleihung des Preußischen Roten Adlerordens 3. Klasse
  • 20.02.1856 (korrespondierend): Bataafsch Genootschap voor Experimentele Wetenschappen (Batavische Gesellschaft für experimentelle Wissenschaften) in Rotterdam
  • 28.02.1856: Koninklijke Natuurkundige Vereeniging in Nederlandsch-Indië (Königlicher naturkundlicher Verein in Niederländisch-Indien) zu Batavia
  • 13.10.1857: K. k. Geographische Gesellschaft zu Wien
  • 26.12.1858 (korrespondierend): K. k. Geologische Reichsanstalt in Wien
  • 08.04.1861: Verleihung des Goldenen Verdienst–Kreuzes mit der Krone durch den Kaiser von Oesterreich
  • 16.03.1864: Übersendung der Medaille I. Klasse der Société Impériale Zoologique d’acclimatation zu Paris.[46]

Werke

Bücher

Junghuhns Gesamtwerk in Wort und Bild war wissenschaftlich herausragend. Überschwenglich äußerte sich hierzu Karl Helbig, einer der besten Kenner Niederländisch-Ostindiens, in Kaysers Buch „Die berühmten Entdecker und Erforscher der Erde“: „Wer Junghuhns Bücher gelesen, seine Karten bewundert, sich an seinem glänzenden Stil berauscht hat, muss zu dem Urteil kommen, dass es sich um einen ganz seltenen universalen Kenner wichtiger Erdräume und um eine begnadete Vereinigung von Forscher und Dichter gehandelt hat.“[47] Sachlicher äußerte sich Rüdiger Siebert, Autor zahlreicher Bücher zu Süd- und Südostasien und lange Jahre Leiter des indonesischen Programms der „Deutschen Welle“, in seinem Buch „Deutsche Spuren in Indonesien“: „Wer in seinen Büchern liest, staunt auch als Laie darüber, was ein einzelner Mann erforscht, erwandert, entdeckt hat zu Zeiten, da ein solcher Pionier ganz auf sich allein gestellt war, kaum über Hilfsmittel verfügte und sich auf keinen Apparat eines Instituts, einer Universität oder gar auf ein hochdotiertes Forschungsprogramm stützen konnte.“[48]

Von seinen Büchern werden deshalb nicht nur die Titel genannt, sondern dieselben auch inhaltlich betrachtet.

Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java

Titelblatt von Franz Wilhelm Junghuhn: Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java. Magdeburg, Verlag E. Baensch, 1845
Titelblatt des Atlas von Franz Wilhelm Junghuhn: Topographischer und naturwissenschaftlicher Atlas zur Reise durch Java. Magdeburg, E. Baensch, 1845

Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java. Von Dr. Friedrich [falsch; richtig: Franz] Junghuhn, Mitglied der Kaiserl. Leopold.=Carol. Akademie der Naturforscher. Für die Kaiserl. Leopold.=Carol. Akademie der Naturforscher zum Druck befördert und bevorwortet durch Dr. C. G. Nees von Esenbeck, Präsidenten der Akademie. Mit einem aus 38 Tafeln und zwei Höhenkarten bestehenden Atlasse. Magdeburg, 1845. Verlag von Emil Baensch. In Rotterdam bei A. Baedeker. In Amsterdam bei J. Müller. X, 518 S., ein nicht nummeriertes Blatt (Druckfehler und Verbesserungen). 8°.

Dazu ein Tafelband: Topographischer und naturwissenschaftlicher Atlas zur Reise durch Java [weitere Titelei wie vor]. Enthaltend: 38 lithographirte Tafeln und 2 Höhen-Karten. [Verlagsangaben wie vor]. 5 nicht nummerierte Blätter [1 Blatt Titel und 4 Blatt „Erklärungen der Tafeln des Atlasses zu Junghuhn’s Reisen durch Java.“, 3–spaltig], 38 lithographische Tafeln (darunter sieben Ansichten, die – ebenso wie alle anderen Tafeln – in Schwarzdruck und nur in wenigen Exemplaren handkoloriert herausgegeben wurden) und 2 mehrfach gefaltete lithographische Höhenkarten (mit einem Längsprofil und drei Querprofilen der Insel Java). Quer-Folio.[49]

Nach Henze ist dieses Werk „die lehrreichste und anschaulichste geographische Reisebeschreibung von Java, die erste überhaupt, die die begriffliche und bildliche Vorstellung der Insel scharf hat prägen können“.[50]

Mit Junghuhns Besuch des Laacher Sees zu Beginn dieses Buches endet das 1909 von Max C. P. Schmidt veröffentlichte Manuskript „Flucht nach Afrika“. Nahtlos reiht sich sein Aufenthalt in den Niederlanden an, gefolgt von seiner Seefahrt nach Ostindien, seiner Ankunft in Batavia und seinen ersten Exkursionen in West- und Mitteljava. Danach ist das Werk in drei Hauptabschnitte geteilt: Der erste enthält seine „Reise durch die westlichen Provinzen Java's“, der zweite seine „Reise durch die östlichen Provinzen Java's“, der dritte seine "Streifzüge" auf dem Vulkanmassiv Gede-Pangrango. Bei den Reisen durch die Provinzen handelt es sich um jene Inspektionsreisen, die er 1837 und 1838 gemeinsam mit seinem Vorgesetzten Fritze unternommen hat.

Schon in der Schilderung seiner Überfahrt von Holland nach Batavia erkennt man in Junghuhn einen außergewöhnlich begabten Beobachter der Naturerscheinungen. Historisch interessant ist seine Darstellung des alten Batavia, von dessen einstigem Glanz in den hafennahen Vierteln nur verfallene und überwucherte Ruinen geblieben waren. Die Beschreibungen der Umgebungen von Jogjakarta, des Tausendgebirges und der zweimaligen Besteigung des tätigen Vulkans Merapi wurden an Gründlichkeit und Anschaulichkeit bis heute nicht wieder erreicht. „Sein Blick greift mit letzter Schärfe die Hang- und Kraterformen ab, hält jede Einzelheit des Pflanzenbestandes fest, die leisesten Veränderungen im Landschaftsbild, die ständig wechselnden Aussichten. Seine Eindrücke übergibt Junghuhn frisch und allabendlich seinem Tagebuch.“[50] In Begleitung Dr. Fritzes besuchte Junghuhn die Wynkoops-Bai an der Südküste Javas, erstieg und vermass fast alle Vulkane dieser Insel und untersuchte auch Erscheinungen vulkanischen Ursprungs wie beispielsweise den Kratersee Telaga Bodas. Ein Höhepunkt seiner „Reise durch die östlichen Provinzen“ war die Untersuchung des Tengger- („Tingger-“) Gebirges mit dem tätigen Bromo.

1836 schrieb Junghuhn an seinen Koblenzer Freund Philipp Wilhelm Wirtgen: „Ich lasse es mir besonders angelegen sein, Naturschilderungen zu entwerfen, bei denen mir Herrn A. von Humboldts Ansichten der Natur als, freilich unerreichbares, Muster dienen. Ich bemühe mich darin, das Eigenthümliche Javanischer Landschaften nach allen Richtungen hin aufzufassen und besonders die Physiognomie der Vegetation, von den Palmenwäldern der Dörfer, die Bambusgebüsch umzäumt, bis zu den Casuarinenwäldern des Merapi oder der Schlingvegetation des Gunung Kambing, die gleich einem Teppich die höchsten Felsen umrankt, dar zu stellen.[51] Mit dieser anspruchsvollen Zielsetzung entstand der letzte Abschnitt „Streifzüge durch die Waldgebirge G. Panggerango, Manellawangie und Gede“, der gemeinsam mit den angehängten meteorologischen Beobachtungen als ein mustergültiges Beispiel für eine gründliche Landschaftsbeschreibung gilt.

Auszüge aus diesem Werk in: Die Insel der Vulkane. Reisen und Wanderungen durch Java. VEB Brockhaus, Leipzig 1950. 193 Seiten. Mit 1 Kartenskizze und 52 Textzeichnungen. 8°.

Die Battaländer auf Sumatra

Titelblatt von Franz Wilhelm Junghuhn: Die Battaländer auf Sumatra. Berlin, Reimer, 1847
Ansicht des Dorfes Gudarim baru („Die Battaländer …“, 1. Band)
Faksimile-Tafel einer Batta-Handschrift, entnommen aus einem auf Baumrinde geschriebenen Buch („Die Battaländer …“, 2. Band)

Die Battaländer auf Sumatra. Im Auftrage Sr. Excellenz des General-Gouverneurs von Niederländisch-Indien Hrn. P. Merkus in den Jahren 1840 und 1841 untersucht und beschrieben von Franz Junghuhn. Aus dem holländischen Original übersetzt vom Verfasser. Berlin, Druck und Verlag von G. Reimer. 1847.[52] 2 Bände, 8°.

Band 1: Erster Theil. Chorographie. VIII, 300 S. Mit 10 lithographierten Tafeln: 6 mehrfach gefalteten tlw. zusammensetzbaren Karten, 3 Tafeln mit Ansichtsskizzen und einem „Situationsplan“ sowie 1 doppelblattgroße lithographische Tafel „Ansicht des Dorfes Gudarim baru und der umgebenden Gebirge in den Battaländern (Landschaft Hurung.)“.

Band 2: Zweiter Theil. Völkerkunde. X, 388 S., 1 nicht nummeriertes Blatt. Mit 9 lithographischen Tafeln: 8 (1 doppelblattgr.) Tafeln Faksimiles der Battaschrift und eine mehrfach gefaltete Tafel „Das Batta-Alphabet“.

Auch wenn dieses Werk nicht vollendet wurde – es fehlen die im Band 1 erwähnten geologischen, klimatischen und botanischen Ergebnisse – blieb es bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die wichtigste Quelle über die südlichen Batak-Länder. Noch im Jahre 1909 wertete Wichmann die „Battaländer“ zwar als veraltet, doch fehle es an einem Werk, das sich demjenigen Junghuhns an die Seite stellen lasse.[53]

Der erste Teil (Chorographie) beginnt mit einer topographischen Übersicht Sumatras, unterstützt von Ansichts- und Profilskizzen. Als Erster beschrieb Junghuhn die über weite Strecken parallel hintereinander gestaffelten Bergzüge Westsumatras, die große teilweise trogartige Längstäler einfassen. Junghuhn hat damit „dasjenige geographische Bild dieser merkwürdigen Insel gezeichnet, welches für allezeit gewissermaßen den Grundplan für ihre wissenschaftliche Betrachtung abgeben wird.[27] Am gründlichsten wurden die Provinzen Tapanuli, Silindong, Sipirok und Angkola erforscht; ihre Beschreibung umfasst mehr als vier Fünftel des Bandes. Den Tobasee konnte Junghuhn zwar nicht erreichen, jedoch lieferte er aus einer sorgfältig gewählten Auswahl von einheimischen Informationen die ersten sich später als zutreffend erwiesenen Nachrichten über diesen See. Seine Feldmessungen erhoben ihn zum Begründer der Triangulation Sumatras. Von den beigegebenen Karten sind diejenigen über die nördlichen Gebiete am wertvollsten, da sie ausschließlich auf seine eigenen Feststellungen beruhen und bis dahin noch unbekannte Gebiete darstellen; für die Karten über die südlicheren Gebiete wurden auch Ergebnisse anderer Forscher herangezogen.

Die Beschreibung der „Battaer“ (Batak) im zweiten Band wurde von Ratzel als „mustergültig" bezeichnet.[27] Es ist ein verdienstvoller, aber nicht in allen Teilen gelungener Versuch, ein umfassendes und vollständiges Bild zu liefern: Über Rasse, Ursprung und Abstammung, Dörfer, Häuser und Hausgeräte, Alltagsleben, Kleidung und Schmuck, Regierungsform, Verfassung und politische Verhältnisse, Sitten und Gebräuche, Einrichtungen und Gesetze, Sklaverei und Kannibalismus, Kriegführung und dessen Ursachen und Folgen, Ergötzungen, Spiele und Musik, Kulturpflanzen und Haustiere, Handel und Industrie und über das psychische Leben dieses Volkes. Als die hervorstechendsten Eigenschaften der Battaer werden Spielsucht, Rachsucht und Grausamkeit, aber auch Gastfreiheit, Gutmütigkeit und Offenherzigkeit genannt. Ein Rückblick auf die Battaer und eine „vergleichende Uebersicht der Nationen des Sunda-Archipels“ bilden den Schluss.

Stets war Junghuhn darauf bedacht, sich auf gleichem Niveau mit den Battaern zu stellen und nicht als überheblicher Kolonialbeamter aufzutreten. Nur auf diese Weise, so glaubte er, sei er am besten im Stande gewesen, „… dieses Volk in einer größeren Nähe zu betrachten und dessen wahres Kolorit ungeschminckt und ungetrübt zu erkennen.“[54]

Junghuhn gebührt das hoch anzurechnende Verdienst, die bis dahin ausführlichste Darstellung der Battaer geliefert zu haben. Von seinen Nachfolgern aber wurde er zum Teil heftig kritisiert: Infolge mangelhafter Sprachkenntnisse wurde vieles von Junghuhn falsch interpretiert, was er aus Gesehenem und Gehörtem zusammengetragen hatte. Das „Gedenkboek Franz Junghuhn. 1809–1909.“ enthält eine ausführliche Buchbesprechung von Wilhelm Volz. Darin heißt es im letzten Satz: „Wenn wir auch dem Buch nicht immer unsere einwandfreie Anerkennung schenken können und manchmal an seinem wissenschaftlichen Wert Kritik üben müssen, es bleibt eine Leistung, die für sich allein genügen würde, Junghuhn einen Platz unter den besten Erforschern des malaiischen Archipels dauernd zu sichern.[55]

Java seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart

Java seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. Von Franz Junghuhn. Nach der zweiten, verbesserten Auflage des holländischen Originals in's Deutsche übertragen von J. K. Hasskarl. 1. Auflage: Leipzig, Arnoldische Buchhandlung. 1852 (1. Band) und 1854 (2. und 3. Band). 2. (unveränderte) Auflage: Leipzig, Arnoldische Buchhandlung. 1857. 3 Bände, 8°.

Band 1: Erste Abtheilung. Die Gestalt und Bekleidung des Landes. 8 nicht nummerierte Seiten, VI Seiten Inhaltsübersicht, S. (9)–483. Mit einem doppelblattgroßen Titelbild in Farblithographie („Gunung-Lamongan am 5ten Juli 1838“), einer xylographischen Titelvignette, 12 Höhenprofilen auf 6 mehrfach gefalteten lithographischen Tafeln und 52 xylographischen Textabbildungen.

Band 2: Zweite Abtheilung. Die Vulkane und vulkanischen Erscheinungen. XII, 964 S. Mit 39 meist mehrfach gefalteten lithographischen Tafeln und 61 xylographischen Textabbildungen (überwiegend Profile und Kartenskizzen).

Band 3: Dritte Abtheilung. Die neptunischen Gebirge. X, 316 S. Mit 5 mehrfach gefalteten lithographischen Tafeln.

Dazu ein Tafelband in Quer-Folio:

1. Auflage: Landschaften-Atlas zu Java seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. – Nach anderer Quelle auch mit dem Titel: „Fr. Junghuhn: Elf (lithochrom.) Landschafts-Ansichten von Java nach der Natur gezeichnet. Mit 1 (Bl.) erklärendem Texte.“ Leipzig, 1853. Arnoldische Buchhandlung.[56]

2. Auflage: Java-Album. Landschafts-Ansichten von Java. Nach der Natur aufgenommen von Franz Junghuhn. In Farbendruck ausgeführt von den Herren Winckelmann & Söhne und Gebrüder Delius in Berlin. Leipzig, Arnoldische Buchhandlung, 1856.

„Humboldt von Java“ und „Erbauer von Indien“ sind nur einige der zahlreichen Ehrenbezeichnungen, die Junghuhn nach dem Erscheinen dieses Werkes erhielt. Unzweifelhaft steht dieses Werk an der Spitze der deutschsprachigen geographischen Literatur Indonesiens, „es ist … dem Plan und Gehalt nach eines der vollendetsten Werke dieser Art, sei es über europäische oder außereuropäische Gegenden, in der deutschen oder außerdeutschen Litteratur.“ (Friedrich Ratzel).[27]

Der erste Band beginnt mit einem Vergleich der „körperlichen Gestalt der Inseln Java und Sumatra“, unterstützt von 12 „Höhenkarten“ mit Erläuterungen (Längs- und Querprofile). Um die horizontale Ausdehnung der Höhenstufen Javas zu veranschaulichen, wird die Insel stufenweise unter das Niveau des Meeresspiegels abgesenkt und die jeweils noch verbleibende Landfläche umrissen. Am wertvollsten in diesem Band ist der 350 Seiten umfassende zweite Abschnitt über das Pflanzenreich Javas, seinerzeit die umfangreichste pflanzenphysiognomische Monographie eines Tropenlandes überhaupt. Vorbildlich für zahlreiche Nachfolger Junghuhns war die vertikale Gliederung des Pflanzenreiches in eine heiße, gemäßigte, kühle und kalte Region mit der Darstellung der jeweils vorhandenen Natur- und Kulturgewächse. Wahre Köstlichkeiten für den Naturliebhaber sind die eingestreuten „örtlichen Betrachtungen“: In meisterlichen Worten verfasste regionaltypische Landschaftsbilder von kaum mehr zu überbietender Anschaulichkeit.

Längsprofil der Insel Java von West nach Ost.

Das Original ist 153 cm lang. Das Verhältnis der Länge zur Höhe beträgt 1 : 18,25. - In: Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart, Band 1. - Darunter - im grauen Streifen - das gleiche Längsprofil ohne Überhöhung (Verhältnis Länge zu Höhe = 1 : 1)

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Längsprofil der Insel Java. Aus Franz Wilhelm Junghuhn: Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. Erster Band. Leipzig, Arnoldische Buchhandlung, 1852
Längsprofil der Insel Java. Aus Franz Wilhelm Junghuhn: Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. Erster Band. Leipzig, Arnoldische Buchhandlung, 1852

Der zweite Band behandelt den Vulkanismus der Insel Java, wobei die Reiseschilderungen über den Osten der Insel aus den 1845 erschienenen „Topographischen Reisen“ teilweise unverändert übernommen worden sind. 45 Vulkane wurden von Junghuhn erstiegen, einige zum ersten Mal. Dem Leser werden die klimatischen Veränderungen mit zunehmender Höhe, die allmählichen Übergänge in Flora und Fauna, die Beschaffenheit des Bodens und die Neigung der Hänge mit ihren divergierenden Rippen in kleinsten Nuancen dargelegt. Die Beschreibungen der aktiven Vulkane waren so genau, dass sie den Wissenschaftlern des Vulkanologischen Dienstes von Niederländisch-Indien für die Feststellung von Veränderungen nach erneuten Eruptionen als wichtige und oft einzige Quellen dienten. Die Geschichte ihrer Ausbrüche, soweit sie sich aus alten Berichten erfassen ließ, wurde mit größtmöglicher Vollständigkeit abgehandelt. Vorangegangene Untersuchungen anderer Forscher sind korrekt mit Namen und Datum genannt. Eingehend widmete sich Junghuhn auch den Solfataren, Schlammquellen, Stickgrotten und anderen „Erscheinungen, die mit den Vulkanen in ursächlichem Zusammenhang stehen.“ Mit dem Ziel, den Vulkanismus des Malaiischen Archipels vollständig darzustellen, hat Junghuhn auch alle ihm aus mündlichen und schriftlichen Quellen bekannt gewordenen Vulkane außerhalb Javas in sein Werk aufgenommen. Die nach Berichten von Sir Stamford Raffles verfasste Schilderung des 1815 erfolgten Ausbruchs des Tambora verdient hier besonders erwähnt zu werden.

Der dritte Band befasst sich mit geologischen Themen. Hervorzuheben ist die Klassifizierung der Landformen in „Zwölf Typen von Land- und Bergbildung“, die Studien über die Bildung der Täler und alten Seebecken sowie der posttertiären und jetzigen Formationen und deren ständigen Veränderungen durch die unablässig wirkenden Kräfte der Natur. Als Erster hat Junghuhn nachweisen können, dass Java nicht ausschließlich aus vulkanischem Material besteht, wie seinerzeit allgemein angenommen worden war. Seine Feststellung, dass mehr als 3/5 dieser Insel dem Tertiär angehört, wurde erst 34 Jahre später von den Geologen R. Vennema und R. D. M. Verbeek im wesentlichen bestätigt.[57]

Das Werk wird ergänzt durch die 1855 veröffentlichte Java-Karte. Darüber hinaus bezieht sich Junghuhn an zahlreichen Stellen auf den 1854 veröffentlichten „Catalog der geologischen Sammlung von Java“, der einen Teil seiner Gesteins- und Fossiliensammlungen enthält.

Rückreise von Java nach Europa

Titelblatt aus Franz Wilhelm Junghuhn: Rückreise von Java nach Europa, Leipzig, Arnoldische Buchhandlung, 1852

Rückreise von Java nach Europa mit der sogenannten englischen Überlandpost im September und October 1848 von Franz Junghuhn. Aus dem Holländischen übertragen von J. K. Hasskarl. Mit 4 Ansichten und 2 Karten. Leipzig, Arnoldische Buchhandlung. 1852. 3 nicht nummerierte Blätter (Titel, Vorwort, Inhalt), 186 S. Mit 4 farbig lithographierten Tafeln, zwei Textabbildungen und zwei mehrfach gefalteten lithographischen Tafeln. 8°.[58]

Am 28. August 1848, gesundheitlich geschwächt nach mehr als zweimonatigem Warten im heißen Batavia, begab sich Junghuhn an Bord des Kriegsdampfers „Etna“, der am darauffolgenden Morgen nach Singapur abging. Entlang den „Tausend-Inseln“ und der Südostküste Sumatras wurde zunächst Muntok auf Bangka angelaufen. Ab Singapur verlief die Reise über Aden nach Suez und von dort mit der „englischen Überlandpost“ nach Kairo. Im Hafen von Alexandria ging Junghuhn an Bord des deutschen Dampfschiffes „Germania“, das am 28. Oktober, auf den Tag genau zwei Monate nach seiner Abfahrt von Batavia, auf der Reede von Triest vor Anker ging. Nach einer gefahrvollen mehrtägigen Postkutschenfahrt über tief verschneite Alpenpässe wurde am 6. November 1848 Salzburg erreicht. In München, wo Junghuhn am 9. November erstmals in seinem Leben eine Eisenbahn sah, endet seine Reisebeschreibung; seine Heimkehr nach Mansfeld hat er nicht erwähnt.

„Auch in dieser anspruchslosen Erzählung verleugnet sich der scharf beobachtende Naturforscher und der formgewandte Darsteller auf keiner Seite. Das Werkchen gewinnt gerade dadurch ein besonderes Interesse, daß man erkennt, wie Beobachten und Schildern dem natur- und schriftkundigen Mann gleichsam zur Nothwendigkeit geworden war.“

Friedrich Ratzel[27]

Licht- und Schattenbilder aus dem Innern von Java

Titelblatt aus Franz Wilhelm Junghuhn: Licht- und Schattenbilder aus dem Innern von Java. Amsterdam, Günst, 4. Auflage 1866
De Dageraad. Umschlagtitel der ersten Ausgabe 1855

Licht- und Schattenbilder aus dem Innern von Java. Ueber den Charakter, den Bildungsgrad, die Sitten und Gebräuche der Javanen; über die Einführung des Christenthums auf Java, die Freigebung der Arbeit und andere Fragen der Zeit. Erzaehlungen und Gespraeche, gesammelt auf Reisen durch Berge und Wälder, durch die Wohnungen der Armen und Reichen, zwischen den Gebrüdern Tag und Nacht, mitgetheilt von Dr. F. Junghuhn. Nach der Vierten Holländischen Auflage übersetzt von *** [anonym]. Amsterdam, Verlag von F. Gunst. 1866 [falsch; richtig: Günst]. VIII, 384 S. Mit einem lithographischen Frontispiz (Porträt des Verfassers). 8°. – Diese Ausgabe gilt als die maßgebliche und wird am häufigsten genannt.

Die erste deutsche Ausgabe erschien bereits im Jahr der holländischen Erstausgabe: Licht– und Schattenbilder aus dem Innern von Java. … (wie vor). Von den Gebrüdern Tag und Nacht, mitgetheilt vom Ersterem. Aus dem Holländischen übersetzt von *** [anonym]. Amsterdam, Verlag von F. Günst. 1854.[60]

Die zweite deutsche Ausgabe, Amsterdam 1855, blieb unvollständig. Im Karlsruher virtuellen Katalog wird ein Exemplar mit 192 Seiten angezeigt.[61]

Die dritte deutsche Ausgabe erschien mit dem Titel „Die Einführung des Christenthums auf Java. Von einem indischen Missionnair. Nach der zweiten verbesserten Auflage aus dem Holländischen übersetzt.“ Amsterdam, Verlag von F. Günst. 1858. VIII, 384 S. – Der Text beginnt auf Seite 1 mit dem Titel „Licht- und Schattenbilder, oder Erzählungen und Gespräche über die Einführung des Christenthums auf Java, sowie Ueber den Charakter, den Bildungsgrad, die Sitten und Gebräuche der Javanen.[62]

Dieses seinerzeit sehr umstrittene Buch, aus dem Holländischen vom Amsterdamer Verleger Frans Christiaan Günst übersetzt, entstand unter dem Einfluss niederländischer antiklerikaler Gruppen. Am radikalsten waren die Brüder der Freimaurerloge „Post Nubila Lux“ (frei übersetzt: „Hinter den Wolken scheint das Licht“). Die pantheistischen Leitgedanken dieser Loge waren ganz im Sinne des Naturforschers Junghuhn, der schon in seiner Jugendzeit sich gegen die christlichen Lehren stellte. Zur Verbreitung seiner pantheistischen Ansichten gründete Junghuhn mit seinem gleichgesinnten Verleger die Freidenkerzeitschrift „De Dageraad“,[63] die erstmals am 1. Oktober 1855 erschien.[64] Ihr Motto lautete: „Magna est veritas et praevalebit“ („Groß ist die Wahrheit, und sie wird siegen.“).

Einen wesentlichen Teil der „Licht- und Schattenbilder“ nehmen die Diskussionen zwischen den Gebrüdern „Tag“, „Morgenrot“, „Abendrot“ und „Nacht“ ein. Bruder „Tag“, stellvertretend für den in den ersten Auflagen anonym gebliebenen Junghuhn, ist überzeugt, dass die Natur allein der Brunnen aller Wahrheiten und die einzige göttliche Offenbarung ist. Entschieden wandte er sich gegen die Einführung des Christentums auf Java; diese würde sich nur störend auswirken auf das friedvolle Zusammenleben der Bevölkerung mit der Natur. „Nacht“ hält die strenge katechistische Lehre dagegen, sieht eine zivilisatorische Überlegenheit der christlichen Völker und bedauert die Javanen wegen ihres finsteren Aberglaubens.

Für den Naturwissenschaftler sind die geographisch-ethnologischen Beiträge von Interesse. Das „Erste Stück“ beginnt mit einer eindrucksvollen Beschreibung einer Abendstimmung in einem abgelegenen javanischen Dorf. Diese Idylle wird von einem eingedrungenen Tiger aufgeschreckt, der von Junghuhn erlegt werden konnte, was eine dramatische Entladung des Hasses der wehrlosen Dorfbewohner auf das Tier zur Folge hatte. Die Instrumente eines Gamelan-Orchesters werden erläutert, und die Schilderungen seiner Erlebnisse mit seinen javanischen Begleitern geben Einblicke in die Mentalität der Bevölkerung. Ein Gegenstück zur Abendstimmung ist die ebenso eindrucksvolle Schilderung der Morgenstimmung. Im „Dritten Stück“ beschreibt Junghuhn ein brennendes Alang-Alang-Feld in mittäglicher Sonnenglut, ein Hochwasser („Bandjer“), dem man mit knapper Not entrinnen konnte, die Pflanzen- und Tierwelt unweit der Südküste, ein Küstendorf am Meeressaum mit tosender Brandung, das „Schlachtfeld“ am Strand mit Kadavern von Riesenschildkröten, ein javanisches Hochzeitsfest und eine Wanderung zum einsamen Bergsee Telaga Patengan. Alle geographischen Ortsbezeichnungen sind rückwärts geschrieben, wohl aus Gründen der Anonymität. Dennoch lässt die Brillanz dieser Schilderungen an der Identität des Verfassers keinen Zweifel aufkommen.

Mit diesem Buch entfachte Junghuhn in den Niederlanden einen so heftigen Sturm von Entrüstungen, dass er nach der Herausgabe der ersten Lieferung sich einen neuen Verleger suchen musste.[65] Seine Ernennung zum „Ritter des Ordens des Niederländischen Löwen“ soll von der Regierung tief bedauert worden sein. Dennoch fand dieses Buch in den Niederlanden so viele Anhänger, dass bis zum Jahre 1883 sieben Auflagen ediert werden konnten. Von den deutschen Anhängern sei nur der Naturforscher Ernst Haeckel genannt: Obwohl dieses Buch „wegen der darin enthaltenen Schmähungen und Herabsetzungen des Christenthums“ in Österreich, Sachsen und anderen deutschen Staaten verboten war,[66] schrieb er in einer Fußnote auf Seite 255 seines Buches „Aus Insulinde. Malayische Reisebriefe“ (1. Auflage 1901): „Der Verfasser (…) zeigt einleuchtend, wie wenig die abstracten Lehren des Christenthums und die Dogmen seines Wunderglaubens geeignet sind, auf dem fremdartigen Boden des Malayischen Geisteslebens erfreuliche Früchte reifen zu lassen.“

Versuch einer chronologischen Junghuhn-Bibliografie

Es wurden nur gedruckte Veröffentlichungen aufgenommen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

1830

  • Observationes mycologicae in species Fungorum tam novas tam male cognitas. Auctore Francisco Junghuhnio. Med. Stud. (Cum II Tab.). In: Linnaea. Ein Journal für die Botanik in ihrem ganzen Umfange. Herausgegeben von D. F. L. von Schlechtendal. Fünfter Band. Berlin 1830. Gedruckt auf Kosten des Herausgebers. In Commission bei L. Oehmigke. S. 388-410.

1834

  • Flucht nach Afrika. In: Max C. P. Schmidt: Franz Junghuhn. Biographische Beiträge zur 100. Wiederkehr seines Geburtstages. Leipzig, Dürr, 1909. S. 157–314.[67]

1836

  • Mittheilungen aus Java von Herrn Dr. Franz Junghuhn, aus seinen Briefen zusammengestellt von Herrn Oberlehrer Ph. Wirtgen in Coblentz. In: Flora oder allgemeine botanische Zeitung. Unter besonderer Mitwirkung der Herren ... [u. a. Junghuhn und Wirtgen], im Auftrage der königl. bayer. botanischen Gesellschaft zu Regensburg herausgegeben von Dr. David Heinrich Hoppe und Dr. August Emanuel Fürnrohr. XIX. Jahrgang, II. Band. Nro. 47. Regensburg, am 21. December 1836. S. 743–752.
Schreiben an Ph. Wirtgen, datiert 4. December 1835. S. 743–746 [Reisebericht der Überfahrt von Hellevoetsluis nach Batavia, Eindrücke während der ersten 1 ½ Monate in Batavia].
Schreiben an Prof. Nees von Esenbeck in Bonn, datiert Djocjokarta am 13. Juli 1836. S. 746–750 [Beschreibung der Umgebung von Djocjokarta, Reise in das s. g. Südgebirge, über das Wachstum der Pilze im tropischen Klima].
Schreiben an Ph. Wirtgen, datiert Djocjokarta, 11. Juli 1836. S. 750–752 [In diesem Brief berichtet Junghuhn u. a. über die Fertigstellung eines Atlasses mit 12 kolorierten pittoresken Ansichten Java’s].

1838

  • Goenoeng Salak (met illustratie). In: Tijdschrift voor Neêrlands Indië, 1e jaarg. 1838, deel II, S. 486–507. Landsdrukkerij te Batavia (Abbildung S. 506: Instorting van de berg Djoerang Tijapoes.).

1839

  • Praemissa in floram cryptogamicam Javae Insulae. Fasc. I. Continent enumerationem fungorum, quos in excursionibus per diversas Javae regiones hucusque observavit Franciscus Junghuhnius (Accedunt tabulae lithographicae). In: Verhandelingen van het Bataviaasch Genootschap van Kunsten en Wetenschappen. Deel XVII, Batavia 1839, S. 1–86. Mit 15 (darunter 14 farbigen) lithographischen Tafeln [Über neue Pilzarten. Eine Fortsetzung ist nicht erschienen].[68]

1840

  • Gunong Salak, von Dr. Friedrich [sic!] Junghuhn. Aus dem Holländischen übersetzt. Mit einem Vorworte von Dr. C. G. Nees v. Esenbeck. In: Flora oder Allgemeine botanische Zeitung. ... im Auftrage der Königl. bayer. botanischen Gesellschaft zu Regensburg hrsgg. von Dr. David Heinrich Hoppe und Dr. August Emanuel Fürnrohr, XXIII. Jahrgang, II. Band, Nr. 29, Regensburg, 7. Aug. 1840, S. 449–460 und Nr. 30, Regensburg, 14. Aug. 1840, S. 465–477.
  • Nova genera et species plantarum Florae Javanicae. Auctore Francisco Junghuhnio (mit Tafel). In: Tijdschrift voor Natuurlijke Geschiedenis en Physiologie. Uitgegeven door J. van der Hoeven en W. H. de Vriese. Zevende deel, Leiden 1840, S. 285–317.

1841

  • Die menschenfressenden Battaken. Etwas aus Junghuhns Reise durch Java und Sumatra mitgeteilt von Nees v. Esenbeck, 1841. Herausgegeben von Max Schmidt. In: Max C. P Schmidt: Franz Junghuhn. Biographische Beiträge zur 100. Wiederkehr seines Geburtstages. Leipzig, Dürr, 1909. S. 315–326.
  • Über Javan‘sche Balanophoreen. Von Dr. Fr. Junghuhn, Gesundheits-Offizier auf Java, M. d. A. d. N. Mit zwei Blättern Zeichnungen. (Abgesandt von Batavia im November 1837. Bei der Akademie eingegangen am 4. December 1839.). Mit Zusatz zu obiger Abhandlung von C. G. Nees von Esenbeck. In: Nova Acta physico-medica Academiae Caesareae Leopoldino–Carolinae naturae curiosum (Verhandlungen der Kaiserlichen Leopoldinisch–Carolinischen Akademie der Naturforscher), Vol. XVIII, Suppl. prim. (1. Supplement). Breslau 1841. S. 201–228.
  • Geognostische Bemerkungen über das Gebirge Di-eng auf Java (mitgetheilt von Herrn Prof. v. Schlechtendal). In: Monatsberichte über die Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, 2. Jahrgang: Mai 1840–41. Redigirt von Wilhelm Mahlmann. Berlin, Sim. Schropp et Comp., 1841. S. 167–174.
  • Barometrische Höhenmessungen auf der Insel Java. In: Monatsberichte über die Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, 2. Jahrgang: Mai 1840–41. Redigirt von Wilhelm Mahlmann. Berlin, Sim. Schropp et Comp., 1841. S. 174–180.
  • Barometrische Höhenmessungen auf Java. In: Annalen der Physik und Chemie. Herausgegeben zu Berlin von J. C. Poggendorff. 25ster Band. Der ganzen Folge 128. Band. Leipzig, Verlag von Johann Ambrosius Barth, 1841. S. 345–348.
  • Uitstapje naar de bosschen van de gebergten Malabar, Wayang en Tilu, op Java; door Fr. Junghuhn. Uit des Schrijvers aanteekeningen zamengesteld, door W. H. de Vriese. (Met 4 afbeeldingen). In: Tijdschrift voor Natuurlijke Geschiedenis en Physiologie. Uitgegeven door J. van der Hoeven en W. H. de Vriese. Achtste deel, Leiden 1841, S. 349–412 [Über eine Reise im Oktober 1839 in die Berge südlich von Bandung].
  • De gematigde en koude streken van Java, met de aldaar voorkomende warme bronnen: uit een natuur-, aardrijks- en geneeskundig oogpunt beschouwd, als stellende een middel daar ter voorkoming en genezing van die ziekten, waaraan Europeanen, ten gevolge van hun lang verblijf in heete luchtstreken, gewoonlijk lijden, door F. Junghuhn. In: Tijdschrift voor Neêrlands Indië, 4e jaarg., 1841, dl. II, S. 81–121. Landsdrukkerij te Batavia.

1842

  • Abhandlungen in: Monatsberichte über die Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, 3. Jahrgang: Mai 1841-42. Redigirt von Wilh. Mahlmann. Berlin, Schropp et Comp., 1842.
XX.: A. Klöden jun. las Herrn Dr. Fr. Junghuhn's Abhandlungen:
A. Über die gegenwärtigen Bewohner des Gebirges Di-eng und die einheimischen Thiere. (S. 83–87).
B. Pflanzenphysiognomie des Gebirges Di-eng. S. 88–100.
C. Mineralogische Notizen über das Gebirge Di-eng. S. 100–102.
XXII.: W. Mahlmann las Herrn Dr. F. Junghuhn's Bericht über seine
1) Reise nach Di-eng 1840. S. 141–151.
2) Topographische (physikalisch-geogr.) Beschreibung des Gebirges Di-eng. S. 151–180, mit Karte.
3) Abreise von Di-eng. S. 180–186.
XXVIII.: Wilh. Mahlmann: Bericht über Hrn. Dr. Junghuhn's (vorgelegtes) meteorologisches Beobachtungs-Journal auf einer Reise in's Innere von Java und dessen klimatologische Bemerkungen über das Gebirge Di-eng. S. 187–190.
  • Hoogten boven de oppervlakte der zee van onderscheidene plaatsen in den Indischen Archipel, medegedeeld door F. Junghuhn. Eerste Afdeeling. Java. Waarnemingen, gedaan en berekend door F. Junghuhn. In: De Kopiïst. Een tijdschrijft, onder medewerking van Ned.-Indië's ingezetenen, uitgegeven door E. de Waal. le Jaarg. (Eerste twaalftal), deel 11, Batavia, Ukema & Co., 1842, S. 68–76.
  • Reise durch die Insel Java. Ein Versuch, die Physiognomie der Natur Java's zu schildern. (Die Nordküste bei Batavia und Semarang etc.) Von Dr. Franz Junghuhn, mit Vorbemerkung von Dr. C. G. Nees von Esenbeck, Professor und Präsident der K. L. C. Akademie der Naturforscher zu Breslau. In: Zeitschrift für vergleichende Erdkunde. Hrsgg. von Johann Gottfried Lüdde. Zweiter Band. (Jahrgang 1842. 7tes bis 12tes Heft.) Magdeburg, 1842. Verlag von Emil Baensch. S. 77–93; 137–174; 324–360; 435–464 (Hierzu Tafel I.: Die Süd-Ost-Seite des Auswurfskegels des Merapi vom äußern Rande der Kratermauer aus (um 10 Uhr) gesehen.; Tafel II.: Profile des Vulkans Merapi). [Schluss siehe 1844]

1843

  • Bijdragen tot de geschiedenis der vulkanen in den Indischen Archipel, door Dr. F. W. Junghuhn. Eerste afdeeling Java (met platen). In: Tijdschrift voor Neêrlands Indië, jaarg. 1843, deel I. Landsdrukkerij te Batavia.
I. Goenoeng Salak. – II. Goenoeng Pangerango (en Manellawangie). – III. Goenoeng Gedé. S. 7–133.
IV. Goenoeng Tankoebang Prauw. – V. Patoeha. – VI. Malabar. – VII. Waijang. – VIII. –IX. Goenoeng Goentoer. – X. Kawa Manok. – XI. Papandaijang. S. 185–227.
XII. Telaga Bodas. – XIII. Galoeng Goeng. S. 257–280.
XIV. Tjerimai (Berg van Cheribon). S. 614–626.
XV. Slamat (Berg van Tagal). S. 745–763. [Fortsetzung siehe 1844]
  • Hindoe-oudheden in de Preanger-Regentschappen, door. F. Junghuhn. In: De Kopiïst. Een tijdschrijft, onder medewerking van Ned.-Indië's ingezetenen, uitgegeven door E. de Waal. Tweede Twalftal, 2e afl.,1843, S. 228–231. Batavia, Ukema & Co. - Auch in: Indisch Magazijn, Jaargang 1, Batavia 1844, deel I, S. 228–231. [Über Hindu-Altertümer, entdeckt am 18. August 1843 am Südhang der Berge nördlich von Bandung.]

1844

  • Reise durch die Insel Java. (Schluß des S. 464 im II. Bande abgebrochenen Aufsatzes.) In: Zeitschrift für vergleichende Erdkunde. Hrsgg. von Johann Gottfried Lüdde. Dritter Band. (Jahrgang 1842 [sic; recte 1843], 1tes bis 6tes Heft.) Magdeburg, 1844. Verlag von Emil Baensch. S. 55–75.
  • Bijdragen tot de geschiedenis der vulkanen in den Indischen Archipel, tot en met het jaar 1842, door F. Junghuhn. Eerste afdeeling Java (met platen). In: Indisch Magazijn, een Tijdschrift ter verzameling van opstellen en berichten over, en van belang voor de natuur-, volken- en staatkunde van Nederlandsch-Oost-Indië, uitgegeven onder medewerking van Indië’s ingezetenen door E. de Waal. Eerste twalftal 1844. Landsdrukkerij te Batavia.
XVI. Radja Djampangang. Dl. 2, S. 41–83.
XVII. Het gebergte Diëng. Dl. 2, S. 163–176.
XVIII. Goenoeng Sindoro. Dl. 2, S. 287–315.
XIX. Goenoeng Soembing. Dl. 3, S. 64–94.
  • Ein Wort zur Beurtheilung von Prof. Dr. Walter's Aufsatz über die Wasserergüsse der Vulkane in dieser Zeitschrift für vergl. Erdkunde Bd. 1 S. 503. Von Dr. F. Junghuhn auf Java, abgesandt von Java im Monat April 1843. In: Zeitschrift für vergleichende Erdkunde. Hrsgg. von Johann Gottfried Lüdde. Magdeburg. Verlag von Emil Baensch. Dritter Band (Jahrgang 1843, 1. bis 6. Heft, erschienen 1844), S. 481–491.
  • Beiträge zur Geschichte der Vulkane in dem Indischen Archipelagus, bis zum Jahre 1842. Von Dr. F. W. Junghuhn. In: Zeitschrift für vergleichende Erdkunde. Hrsgg. von Johann Gottfried Lüdde. Vierter Band (Jahrgang 1843, 7tes - 12tes Heft.) Magdeburg, 1844. Verlag von Emil Baensch.
1. Goenung Salak. S. 52–55.
2. Goenung Panggerango (und Malellawangie). S. 55–61.
3. Goenung Gedé im engern Sinne. S. 61–75.
4. Tankoeban Prauw. S. 75–102.
5. Patoeha. S. 102–104.
6. Malabar. S. 104–105.
7. Wayang. S. 105–106.
8. und 9. G. Goentoer (Donnerberg). S. 107–113.
10. Kawa Manok. S. 113.
11. Papandayang. S. 113–117.
Gunong Guntur. Eruption. Am 4. Januar 1843. S. 118–125.
Nachtrag. S. 125–130.
Untersuchung des vulkanischen Stoffs, physische Eigenschaften. S. 130–133.
Gunong Guntur. Eruption vom 25. November 1843. S. 417–423.
Gunong Gedé (Nr. III der Beiträge). S. 423–426.
Gunong Lamonggang (Nr. XXXI. der Beiträge). S. 426.
Neue Ereignisse in der Natur von Niederlands Indien. Jahr 1843. Erdbeben. Emporheben von Theilen der Erdoberfläche. Ueberströmungen. Hagelwetter. Stürme und ungewöhnliche Winde. Einstürzungen. S. 426–433.
Telaga bodas. S. 433–437.
Galoenggoeng. S. 437–447.
Tjerimai (Berg von Cheribon). S. 448–455.
Slamat (Berg von Tagal). S. 455–466.
Raja Djampangang. S. 466–467.
Das Gebirge Di-eng. S. 467–508.
Analyse der vulkanischen Asche, welche der Gunong Guntur am 4. Januar 1843 auswarf, gesammelt zu Kapugeran von P. J. Maier. S. 508–512.
  • Nieuwe gebeurtenissen in de natuur van Ned.-Indië. Jaar 1843. A. Voortgezette kronijk der vulkanen, door F. Junghuhn. Goenoeng Goentoer (met plaat). Anhang: Oproeping en beleefd verzoek aan Nederlandsch-Indië’s ingezetenen door F. Junghuhn. In: De Kopiïst. Een tijdschrijft, onder medewerking van Ned.-Indië's ingezetenen, uitgegeven door E. de Waal. Tweede Twalftal, 3e afl. 1844, S. 332–362. Batavia, Ukema & Co. – Auch in: Indisch Magazijn, een tijdschrift ter verzameling van opstellen en berichten over, en van belang voor de natuur-, volken- en staatkunde van Nederlandsch-Oost-Indië, uitgegeven onder medewerking van Indië’s ingezetenen door E. de Waal. Eerste Twalftal 1844, Nrs. 4–6, S. 84–100. Landsdrukkerij te Batavia.
Tjandi Selo-Grio, auf dem südöstlichen Vorgebirge des Gunung Sumbing (Mitteljava). Aus: Ruïnen van Java ... (1844)
  • Ruïnen van Java. Korte ontleeding der steenen gedenkteekenen, welke de Hindoes op Java hebben achtergelaten (met platen), door Fr. Junghuhn. In: Tijdschrift voor Neêrlands Indië. Jaarg. 1844, deel II, S. 341–381 (mit 3 Tafeln: Altaar te Jetto, Selo-Grio, Wachter bij Prambanan). Landsdrukkerij te Batavia.
  • Prospectus van eene beschrijving der Batta-landen op Sumatra. Buitenzorg, Februari 1844. [4 S. Inhaltsangabe, Preis ʃ 10 Silber, Subscribentenliste]

1845

  • Chronologisch overzigt der aardbevingen en uitbarstingen van vulkanen in Neêrland's-Indië. (In vergelijkende zamenstelling met elkander). In: Tijdschrift voor Neêrlands Indië. Jaarg. 1845, deel I, S. 30–68. Landsdrukkerij te Batavia.
  • Schetsen; ontworpen op eene reis over Java, voor topographische en natuurkundige navorschingen, aan het einde van het jaar 1844; door Franz Junghuhn. (Met profielen en kaarten). In: Tijdschrift voor Neêrlands Indië. Jaarg. 1845, deel I, S. 69–92; 121–240; 315–350; deel II, S. 1–38; 203–250; 369–380. Landsdrukkerij te Batavia.
  • Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java, ... Magdeburg, Baensch, 1845. – Zu diesem Werk gehört: ''Topographischer und naturwissenschaftlicher Atlas zur Reise durch Java. ... Enthaltend: 38 lithographirte Tafeln und 2 Höhen-Karten. Magdeburg, Baensch, 1845. [Nicht in holländisch erschienen]
  • Physiognomie van de flora der toppen van Javasche bergen benevens plantenbeschrijvingen. Met Aanhangsel: Diagnoses et adumbrationes stirpium nonvullarum vel non satis cognitarum Florae Javanicae Alpinae Indigenarum. In: Natuur- en Geneeskundig Archief voor Neêrland's-Indië. 2e jaarg., Batavia 1845, S. 20–54.

1845-1846

  • Journey through Java, description of its Topography and Natural History. By Dr. Fr. Junghuhn. In: The Annals and magazine of natural history; zoology, botany, and geology; being a continuation of the Annals combined with Loudon and Charlesworth's Magazine of Natural History. London: Taylor and Francis, Ltd.. Vol. XVI, 1845, S. 329–332, 462–466 u. Vol. XVII, 1846, S. 46–48, 469–476 [Auszüge aus dem Werk „Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java“].

1846

  • Wilh. Mahlmann: Über Dr. Junghuhn's Reisen in den Batta-Ländern. In: Monatsberichte über die Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Redigirt von Dr. Wilhelm Mahlmann. Neue Folge: Dritter Band. Der ganzen Reihe 7. Jahrgang: Mai 1845–1846. Berlin, Simon Schropp und Comp., 1846. S. 259–269.
  • Beiträge zur Geschichte der Vulkane in dem Indischen Archipel. Von Dr. F. W. Junghuhn. In: Zeitschrift für vergleichende Erdkunde. Hrsgg. von Johann Gottfried Lüdde. Magdeburg. Verlag von Emil Baensch. Fünfter Band, 1846. (Fortsetzung der im Bande IV. Heft 11 abgebrochenen Abhandlung.)
XVIII. Gunung Sindoro. (S. 239–254, 319–330).

1847

  • Beiträge zur Geschichte der Vulkane im Indischen Archipel. Von Dr. F. W. Junghuhn. In: Zeitschrift für vergleichende Erdkunde. Hrsgg. von Johann Gottfried Lüdde. Magdeburg. Verlag von Emil Baensch. Band VII, 1847. (Fortsetzung der im V. Bande Seite 330 abgebrochenen Abhandlung.)
XIX. G. Sumbing. (S. 20–47).
  • Die Battaländer auf Sumatra. ... Berlin, G. Reimer. 1847. [Nicht in holländisch erschienen]

1850–1854

  • Java, deszelfs gedaante, bekleeding en inwendige structuur. Door Dr. Frans [sic!] Junghuhn. Te Amsterdam, bij P. N. van Kampen. Deel I: 1850. Deel II u. III: 1853. Deel IV: 1854. – Zweite verbesserte Ausgabe: Java, zijne gedaante, zijn plantentooi en inwendige bouw. Door Frans [sic!] Junghuhn. s'Gravenhage, bij C. W. Mieling. Deel I: 1853. Deel II bis IV: 1854. – Zu diesem Werk gehört: Atlas van platen, bevattende elf pittoreske gezigten. Behoorende tot het werk Java, zijne gedaante, zijn plantentooi en inwendige bouw. Door Fr. Junghuhn. Ohne Orts- und Jahresangabe [s'Gravenhage, C. W. Mieling, 1854]. Gr.-Folio.

1851

  • Terugreis van Java naar Europa, met de zoogenaamde Engelsche overlandpost in de maanden September en October 1848, door Fr. Junghuhn (met kaarten en platen). In: Tijdschrift voor Neêrlands Indië. Jaarg. 1851, deel I, S. 193–238; 345–387; 425–463. – Mit gleichem Titel auch als Buch erschienen, vermehrt mit einer Vorrede vom Verfasser und 2 Seiten Errata, bei Joh. Noman & Zoon, Zalt-Bommel 1851.

1852

  • Reizen door Java, voornamelijk door het oostelijk gedeelte van dit eiland. Opgenomen en beschreven in het jaar 1844 door Dr. Fr. Junghuhn. Te Amsterdam, bij P. N. van Kampen. 1852. Met platen, kaarten en profielen. Eerste Deel: Titel u. Vorrede S. I-IV, Text S. 1–366. Tweede Deel: Titelblatt S. I−II, Text S. 367−721.
  • Rückreise von Java nach Europa mit der sogenannten englischen Überlandpost im September und October 1848 ... Leipzig, Arnoldische Buchhandlung. 1852.

1852-1854

  • Java seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. ... Leipzig, Arnoldische Buchhandlung. 1852 (1. Band) u. 1854 (2. und 3. Band). – Hierzu gehört: Landschaften-Atlas zu Java seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. Leipzig, Arnoldische Buchhandlung, 1853.

1854

Titelblatt des Buches Catalog zur geologischen Sammlung von Java ....
  • Catalog der geologischen Sammlung von Java. Oder Verzeichniss der Felsarten gesammelt zur Erläuterung des geologischen Baues dieser Insel, niedergelegt und geordnet im Reichs-muséum für Naturgeschichte zu Leiden. Von Fr. Junghuhn. 's Gravenhage, bei C. W. Mieling. 1854. III, 136 S., 1 S. Errata. [Ergänzung des Werkes Java seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. ... Nicht in holländisch erschienen]
  • Het schaap onder de wolven. Eerste en tweede stuk. Weerklank op de schets, voorkomende onder den Titel „De wolf onder de schapen“, in de mengelingen van het jaarboekje van het Koninklijk Zoologisch Genootschap te Amsterdam. Jacs. Hazenberg Corns. Zoon, Leiden, 1854. – Satirische Flugschrift. Max C. P. Schmidt nennt eine deutsche Übersetzung mit dem Titel „Der Wolf unter den Schafen“ und dem Untertitel „Widerklang auf eine gleichlautende Skizze in den Miszellen des Jahrbuchs der Kön. Zoolog. Genossenschaft zu Amsterdam.“ [69]
  • Licht- en Schaduwbeelden uit de Binnenlanden van Java. Over het karakter, de mate van beschaving, de zeden en gebruiken der Javanen; over de invoering van het Christendom op Java, het bezigen van vrijen arbeid en andere vragen van den dag. Verhalen en gesprekken verzameld op reizen door gebergten en bosschen, in de woningen van armen en rijken. Door de gebroeders Dag en Nacht. Medegedeeld door den eerstgenoemende. Te Leiden, bij Jacobus Hazenberg Corns. Zoon (Erste Lieferung S. 1–60; zweite und dritte Lieferung bei F. Günst, Amsterdam). 1854. 8°. [anonym].
2. unveränderte Auflage: Amsterdam, F. Günst, 1855. 8° [anonym];
3. durchgesehene Auflage: Amsterdam, F. Günst, 1862. 8° [anonym];
4. durchgesehene Auflage: Amsterdam, F. Günst, 1866. 8° [mit Nennung des Verfassers, Porträt von Junghuhn und Prospekt der Zeitschrift „De Dageraad“];
5. durchgesehene und vermehrte Auflage: Amsterdam, F. Günst, 1867. 8° [Mit Porträt von Junghuhn, Prospekt der Zeitschrift „De Dageraad“ und einer Lebensbeschreibung von Junghuhn vom Herausgeber Günst];
6. durchgesehene und vermehrte [sic !] Auflage: Amsterdam, F. Günst, 1867. Kl.-8° [Gekürzte Volksausgabe mit „De Dageraad“-Prospekt. Ohne das „Geloofsbelijdenis van broeder Avondrood en Morgenrood“];
7. durchgesehene und vermehrte [sic !] Auflage: Amsterdam, C. L. Brinkman (1883). 8° [Volksausgabe ohne Lebensbeschreibung, Vorrede und Porträt, jedoch mit dem „Geloofsbelijdenis van broeder Avondrood en Morgenrood“].
  • Licht- und Schattenbilder aus dem Innern von Java ... (1. Auflage 1854, 4. und letzte Auflage 1866; Amsterdam, F. Günst).

1855

  • Geschiedenis van de kamferboom van Sumatra; volgens op dat eiland gedane onderzoekingen van Dr. F. Junghuhn, medegedeeld door W. H. de Vriese. In: Nederlandsch Kruidkundig Archief. Jac. Hazenberg, Leiden 1855. S. 1-89. Mit 1 Abb.
Kaart van het eiland Java. .... Titel.
  • Kaart van het eiland Java. Uitgegeven op last van en opgedragen aan Zijne Excellentie den Minister van Kolonien Chrs. F. Pahud, ... door Dr. F. Junghuhn ... . Te zamengesteld uit de waarnemingen en opmetingen door hem gedaan gedurende zijne onderzoekings reizen op dat eiland in de jaren 1835 tot 1848. Op steen gebragt te Breda bij A. J. Bogaerts. 1855. Schaal 1 : 350.000. Uitgegeven voor rekening van het Ministerie van Kolonien, bij den Heer C. W. Mieling te ‚s-Gravenhage. 4 Blätter, Groß-Folio.

1856

  • Java-Album. Landschafts-Ansichten von Java. ... Leipzig, Arnoldische Buchhandlung, 1856.

1857

  • Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. (2. unveränderte Ausgabe). Leipzig, Arnoldische Buchhandlung, 1857.
  • Over de fossiele zoogdierbeenderen te Patihajam, in de residentie Djapara, eiland Java [medegedeeld aan Dr. P. Bleeker], door F. Junghuhn. In: Natuurkundig Tijdschrift voor Nederlandsch-Indië, deel XIV, Batavia, W. Ogilvie, 1857, S. 215–219.
  • Fr. Junghuhn's neueste Untersuchungen in Java. Aus einem Schreiben Fr. Junghuhn's an Herrn A. v. Humboldt, d.d. Tjiandjur 8 December 1856. In: Zeitschrift für Allgemeine Erdkunde. Hrsgg. von Dr. K. Neumann. Neue Folge. Zweiter Band. Berlin, Verlag von Dietrich Reimer, 1857. S. 506–517.

1858

  • Toestand der aangekweekte kinaboomen op het eiland Java tijdens het bezoek van Zijne Excellentie den Gouverneur-Generaal Chr. F. Pahud, … in het laatst der maand Julij en het begin 1857, kort beschreven door Fr. Junghuhn, Inspekteur belast met natuurkundige onderzoekingen in Nederlandsch Indië en tijdelijk met de kinakultuur op Java. In: Natuurkundig Tijdschrift voor Nederlandsch-Indië, deel XV, Batavia, W. Ogilvie, 1858, S. 23–138.
  • Der Zustand der angepflanzten Chinabäume auf Java zur Zeit des Besuches Sr. Excellenz des General-Gouverneurs von Niederländisch Indien Chr. F. Pahud, … zu Ende Juni und Anfangs Juli 1857, kurz beschrieben von Franz Junghuhn (Inspecteur, beauftragt mit naturwissenschaftlichen Untersuchungen in Niederländisch Indien und zeitweilig mit der Leitung der Chinacultur auf Java). In: Bonplandia. Zeitschrift für die gesammte Botanik. Officielles Organ der Kaiserl.-Car. Akademie der Naturforscher. Hrsgg. von Wilh. E. G. Seemann u. a.. Hannover, VI. Jahrgang, 15. März 1858, S. 70–107.

1859

  • Aanteekeningen in verband staande voorloopige handleiding voor de proef-kina-kultuur, zamengesteld naar een oorsprongelijk geschrift van Dr. F. W. Junghuhn. Met vervolg: Aanteekeningen in verband staande met de voorloopige handleiding, enz. In: Natuurkundig Tijdschrift voor Nederlandsch-Indië, Deel XVIII, Vierde Serie. Deel IV. Batavia, W. Ogilvie, 1859, S. 111–141. [Anleitungen zur Aufzucht und Pflege der Chinchona-Kulturen]

1860

  • De kinakultuur op Java, op het einde van het jaar 1859. Kort beschreven door Fr. Junghuhn en J. E. de Vrij (met plaat). In: Natuurkundig Tijdschrift voor Nederlandsch-Indië, deel XXI, Batavia, W. Ogilvie, 1860, S. 177–275.
  • Die Chinakultur auf Java zu Ende des Jahres 1859. Kurz beschrieben von Fr. Junghuhn und J. E. de Vrij. - Erster Abschnitt. Bericht über den Zustand der angepflanzten Chinabäume in botanischer und kulturgeschichtlicher Hinsicht. Von Franz Junghuhn. In: Bonplandia. VIII. Jahrgang. Hannover 1860. No. 13, S. 206–210, No. 14 und 15, S. 227–242 (mit Abb. auf S. 231), No. 16, S. 254–258. – Zweiter Abschnitt. Chemische Untersuchungen und Erläuterungen, oder: Beiträge zur Kenntnis besonders organischen Bestandteile der auf Java angepflanzten Chinabäume. Von Dr. J. E. de Vrij. No. 17 und 18, S. 270–279.

1862

  • Open brief van Dr. F. Junghuhn, aan de Heeren Directeuren der Natuurkundige Vereeniging in Nederlandsch-Indië, te Batavia. Gedong Banteng, den 27 Augustus 1862. In: Java-Bode van den 6en en 10en September 1862, No. 71 en 72. Batavia, H. M. van Dorp.

1863

  • Staat aantoonende de vermeerdering der kinaplanten op Java en de onkosten daardoor veroorzaakt sedert primo Julij 1856 tot ultimo December 1862. Benevens toelichting van eenige tegenwerpingen, welke in gedrukte geschriften tegen de kinakultuur op Java zijn gemaakt. Door Fr. Junghuhn. In: Java-Bode, 1863, Nos. 19, 20 u. 21. Batavia, H. M. van Dorp. - Die Toelichting (=Erläuterung) van eenige tegenwerpingen ... auch in: Gedenkboek Franz Junghuhn. 1809-1864. s'Gravenhage, Martinus Nijhoff, 1910. S. 203-222.

Danach wurden nur noch in niederländischer Sprache jährliche Berichte über den Zustand der Chinakulturen auf Java, den Alkaloidgehalt der Rinden und Blätter der Chinchona-Pflanzen und über sogenannte „grüne Indigopflanzen“ (Rhamnus utilis und Chlorophorus) an den Generalgouverneur von Niederländisch-Indien gesandt und in der Natuurkundig Tijdschrift voor Nederlandsch-Indië veröffentlicht (1863, 1864 und – posthum – 1865).

Veröffentlichungen anderer Wissenschaftler nach Junghuhns Forschungen und Sammlungen (Auswahl)

Zum Aufsatz von Ernst Behm: Bemerkungen zu den Karten von Java .... Gotha 1866.
  • Ernst Behm (anonym): Die orographisch-physikalischen Grundzüge Java's, nach den Forschungen des Dr. Fr. Junghuhn (Als erläuternde Bemerkungen zu Tafel 9.). In: Mittheilungen aus J. Perthes' geograph. Anstalt … v. Dr. A. Petermann. Jg. 1860, S. 188–191. Mit einer mehrfach gefalteten farbig lithographierten Karte.
  • Ernst Behm (anonym): Bemerkungen zu den Karten von Java, Tafel 18. In: Mittheilungen aus J. Perthes' geograph. Anstalt … v. Dr. A. Petermann. Jg. 1866, S. 447–450. Die hierzu gehörende mehrfach gefaltete farbig lithographierte Tafel enthält in der oberen Hälfte die Verkehrswege und die administrative Einteilung von Java, in der unteren Hälfte eine „Kultur-Karte von Java, hauptsächlich nach Dr. F. Junghuhn“, mit Darstellung der heißen, gemäßigten, kühlen und kalten Region.
„Junghuhn’s Ueberraschung durch den Königstiger“. Aus: Friedmann, S.: Die Ostasiatische Inselwelt, 1. Band
Tafel aus Die Tertiärflora der Insel Java ... von H. R. Göppert
  • S. Friedmann: Die Ostasiatische Inselwelt. 2 Bände. Leipzig, Spamer, 1868 (Malerische Feierstunden. Das Buch der Reisen und Entdeckungen. Asien IV. und V.). Erster Band: Das Tropen-Eiland Java [Die Naturbeschreibungen im 9. und 10. Kapitel wurden nach Junghuhns Hauptwerk „Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart“ verfasst].
  • Heinrich Robert Göppert: Zur Kenntnis der Balanophoren insbesondere der Gattung Rhopalocnemis Jungh. Mit fünf Steindrucktafeln. In: Novorum actorum Academiae Caesareae Leopoldino Carolinae Naturae Curiosorum, Breslau 1847. S. 117–158. – Auf der Grundlage von Junghuhns Sammlungen schrieb Göppert bereits 1842 eine Abhandlung über die anatomischen Verhältnisse mehrerer javanischer Balanophoren.
  • Heinrich Robert Göppert: Die Tertiärflora der Insel Java, nach den Entdeckungen des Herrn Fr. Junghuhn beschrieben und erörtert in ihrem Verhältnisse zur Gesammtflora der Tertiärperiode. Mit 14 farbig gedruckten Tafeln. ’S Gravenhage, C. W. Mieling, 1854. 1 Bl., 169 S., 1 Bl. [Erste Beschreibung der ausgestorbenen Flora eines tropischen Landes].
  • Ferdinand von Hochstetter: Schreiben an Alexander von Humboldt. In: Sitzungsberichte der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Mathematisch-naturwissenschaftliche Classe. Sechsunddreissigster Band. Wien. Aus der k. k. Hof- und Staatsdruckerei. In Commission bei Karl Gerold’s Sohn, 1859. S. 121–142.[70]
  • J. A. Herklots: Fossiles de Java. Description de restes fossiles d’animaux des terrains tertiaires de l’île Java, recueillis sur les lieux par M. Franz Junghuhn, publiés par ordre de S. M. le Roi des Pays-Bas. Leiden, E. J. Brill, 1854. IV, 24 S. Mit 5 Tafeln. Folio [Unvollendet; es erschien nur eine Lieferung über die Echinodermen].
  • S. H. Koorders: Plantae Junghuhnianae ineditae. – 4 Teile: I. Opmerkingen over eenige javaansche soorten van eene in ’s Rijks Herbarium te Leiden aangetroffen collectie onbewerkt gebleven Junghuhn’sche planten. – II. Popyporandra Junghuhnii, een tot dusver nog niet beschreven in ’s Rijks Herbarium te Leiden aangetroffen soort van de familie der Icacinaceae. – III. Einige pflanzengeographische Bemerkungen über eine im Java’schen Hochgebirge wildwachsende Art von der Hamamelidaceen-Gattung Distylium Sieb. und Zucc. – IV. Beknopte Soorten-Opsomming der Phanerogamen van Java, welke aangetroffen zijn in een door Junghuhn onbewerkt nagelaten, voornamelijk in het tijdvak 1855–1863 door hem bijeengebrachte Herbarium-collectie. – Die ersten drei Teile in: Verslag van de gewone Vergaderingen der Wis- en Natuurkundige Afdeeling der Kon. Akademie van Wetenschappen te Amsterdam. Deel XVII, van 30 Mei 1908 tot 23 April 1909. S. 156–160, 780–782, 948–955. Der vierte Teil in: Gedenkboek Franz Junghuhn 1809–1909, 's Gravenhage, Martinus Nijhoff 1910, S. 153–198.
  • Wilh. Mahlmann: Über Dr. Junghuhn's Reisen in den Batta-Ländern. (Erläutert durch die Original-Aufnahmen, Profile und pittoreske Ansichten, in Handzeichnungen.) In: Monatsberichte über die Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Redigirt von Dr. Wilhelm Mahlmann. Neue Folge: Dritter Band. Der ganzen Reihe 7. Jahrgang: Mai 1845–1846. Berlin, Schropp u. Comp., 1846. S. 259–270.
  • Karl Martin: Die Tertiärschichten auf Java. Nach den Entdeckungen von Fr. Junghuhn. Mit sechsundzwanzig lithographischen und zwei photographischen Tafeln, nebst geologischer Karte [farbige Faltkarte]. Leiden, E. J. Brill, 1879–1880. IX, 164, VI, 51, 6 Seiten. 4°.
  • Carl Eduard Meinicke: Uebersicht der neuesten Entdeckungen in der Insel Sumatra. In: Zeitschrift für Allgemeine Erdkunde. Herausgegeben von T. E. Gumprecht. Berlin, Verlag von Dietrich Reimer, 3. Band 1854, S. 98–134 und 4. Band 1855, S. 1–35.[71]
  • F. A. W. Miquel, W. H. de Vriese, J. H. Molkenboer, L. A. J. Burgersdyk, J. K. Hasskarl (u. a.): Plantae Junghuhnianae. Enumeratio plantarum, quas in insulis Java et Sumatra, detexit Fr. Junghuhn. (Fasc. I–IV), Lugduni-Batavorum [= Leiden, Niederlande], H. R. de Breuk ; Parisiis [= Paris] : J. B. Bailliére, 1851 (2. Ausgabe 1853)–1857. 570 S.[72]
  • Karl Müller: Ein Blick auf Java nach Junghuhn’s Forschungen. Vortrag, gehalten im Gewerbevereine zu Halle am 3. April 1865. In: Die Natur. Zeitung zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntniß und Naturanschauung für Leser aller Stände. Herausgegeben von Dr. Otto Ule und Dr. Karl Müller von Halle. Vierzehnter Band. (Jahrgang 1865.) Halle, G. Schwetschke´scher Verlag. S. 201–204, 211–214, 251–253, 267–270, 275–278, 283–288. Mit 7 xylographischen Textabbildungen.
  • Herr [Carl] Ritter: Göpperts Bericht über die Sammlungen des Herrn Junghuhn aus Java. - In: Monatsberichte über die Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Redigirt von Dr. T. E. Gumprecht. Neue Folge: Achter Band. Der ganzen Reihe 12. Jahrgang: Mai 1850–1851. Berlin, Schropp u. Comp., 1851. S. 145–152.
  • Willem Hendrik de Vriese: Über eine auf Sumatra von Dr. F. Junghuhn entdeckte Casuarina. In: Botanische Zeitung. Herausgegeben von H. von Mohl und D. F. L. von Schlechtendal. Berlin, bei A. Förstner, Zweiter Jahrgang 1844. S. 537–539.

Junghuhns Bedeutung

Junghuhn stand, wie viele seiner zeitgenössischen Kollegen, im Schatten von Alexander von Humboldt und Charles Darwin, und geriet dadurch in Vergessenheit. Mit seinem großen Java-Werk unternahm er noch einmal einen Versuch, als Einzelner etwas Ganzes zu erfassen, wie Humboldt ein „Naturgemälde“ in Wort und Bild zu entwerfen, zu einer Zeit, in der in den immer vielseitiger gewordenen Naturwissenschaften die Spezialisten an die Stelle der Generalisten traten. Viele seiner Beobachtungen waren zwar nach kurzer Zeit überholt, lieferten aber über Jahrzehnte hinweg richtungsweisende Anregungen für weiterführende Forschungen. Manche seiner Beobachtungen waren seiner Zeit voraus, wie zum Beispiel seine Warnung vor einer ökologischen Katastrophe durch die Abholzung der Wälder und den daraus sich ergebenden klimatischen Veränderungen. Andere seiner Beobachtungen sind noch heute aktuell: Seine vertikale Gliederung der Insel Java in eine heiße, gemäßigte, kühle und kalte Region wird in den Schulen Indonesiens in der Sekundärstufe 2 gelehrt. Eine große neue Theorie zu formulieren, gelang Junghuhn nicht, das tat Darwin, dessen Schriften er in seinen letzten Jahren mit Interesse verfolgte.

Literatur

Monografien über Junghuhn

  • Rob Nieuwenhuys und Frits Jaquet: Java’s onuitputtelijke natuur. Reisverhalen, tekeningen en fotografieën van Franz Wilhelm Junghuhn. Alphen aan den Rijn, A. W. Sijthoff, 1980. 150 S. Mit zahlreichen Faksimiles und Abbildungen aus niederländischen Archiven und aus Junghuhns Reisewerken. – Wichtig, weil im Original kaum auffindbar, sind die 11 Ansichten des »Atlas van platen, bevattende elf pittoreske gezigten; behoorende tot het werk Java …« (niederländische Ausgabe des „Landschaften-Atlas …“), die in annähernd originalgroßen farbigen Reproduktionen wiedergegeben sind. – ISBN 90-218-2611-9.
  • Gedenkboek Franz Junghuhn. 1809-1909 (Herausgegeben von der Junghuhn-Commission). ’s-Gravenhage, Martinus Nijhoff, 1910. X, 361 S. Mit Beiträgen mehrerer Autoren in deutsch und holländisch. – In deutscher Sprache: „Franz Junghuhns Leben“ von Prof. Dr. M. Schmidt (S. 1–23), eine Rezension des Werkes „Die Battaländer auf Sumatra“ von Prof. Dr. Wilhelm Volz (S. 57–82) und „Junghuhns Ansichten über die versteinerungsführenden Sedimente von Java“ von Prof. Dr. K. Martin (S. 95–104). Unter den 16 Beiträgen in holländischer Sprache eine chronologisch geordnete „Junghuhn-Bibliographie“ von W. C. Muller (S. 309–356).
  • Max C(arl). P(aul). Schmidt: Franz Junghuhn. Biographische Beiträge zur 100. Wiederkehr seines Geburtstages. Leipzig, Dürr, 1909. XIV, 374 S. Mit Titelbild (Junghuhn-Porträt), gefalteter Stammbaum-Tafel und 5 Abb. im Text.
  • C. W. Wormser: Frans [sic!] Junghuhn. Tweede Druk („Bouwers van Indië“, Een serie levensbeschrijvingen uitgegeven in opdracht van het Koloniaal Instituut, V.). Deventer, o. J. (1944), W. van Hoeve. 247 S. (Rezension von Karl Helbig in Petermanns Mitteilungen, 90. Jg. 1944, S. 295).

Artikel über Junghuhn (Auswahl)

  • Anonym (Ohne Nennung des Verfassers): Franz Wilhelm Junghuhn. Nekrolog. In: Flora oder allgemeine botanische Zeitung, herausgegeben von der königl. bayer. botanischen Gesellschaft zu Regensburg. Neue Reihe XXII. Jahrgang, No. 30, Regensburg, 22. September 1864, S. 474–480.
  • Ewald Banse: Franz Junghuhn (1809-1864). In: Große Forschungsreisende. Ein Buch von Abenteurern, Entdeckern und Gelehrten. München, Lehmann, 1933. S. 188–197 (mit Porträt).
  • John Bastin und Bea Brommer: Nineteenth century prints and illustrated books of Indonesia. Utrecht u. Antwerpen, Het Spectrum, 1979. ISBN 90-274-9628-5.
  • E. M. Beekman: F. W. Junghuhn (1809-1864): Elevating Tropical Nature. In: Troubled Pleasures. Dutch colonial Literature from the East Indies 1600-1950. Oxford [u.a.], Clarendon Press, 1996. S. 147–201. ISBN 0-19-815883-1.
  • Bea Brommer: Reizen door Oost-Indië. Prenten en verhalen uit de 19e eeuw. Utrecht u. Antwerpen, Het Spectrum, 1979. S. 57–65. Mit 9 Abb., darunter 4 Abb. von Junghuhn (Textauszug aus Junghuhns Werk „Reizen door Java“, Amsterdam 1852). ISBN 90-274-9627-7.
  • Jan-Peter Frahm u. Jens Eggers: Lexikon deutschsprachiger Bryologen. Norderstedt, Books on Demand GmbH, 2001. S. 225 f. (mit Porträt). ISBN 3-8311-0986-9.
  • Thilo Habel: Von der Landschaftsstimmung zur Karte. Franz Junghuhns Studien auf Java. In: Vermessen: Kartographie der Tropen. Begleitbuch zur Ausstellung des Ethnologischen Museums, Berlin-Dahlem. Herausgegeben von Viola König. Redaktion: Andrea Nicklisch, Anja Zenner. S. 38–42, mit 3 Abbildungen. - Veröffentlichung des Ethnologischen Museums Berlin, Neue Folge 75. Berlin 2006. ISBN 3-88609-531-2.
  • Karl Helbig: Junghuhn. 1809-1864. In: Die berühmten Entdecker und Erforscher der Erde. Hrsgg. von Kurt Kayser. Köln, Aulis, 1965, S. 179–181 (mit Porträt).
  • Dietmar Henze: Junghuhn, Franz Wilhelm. In: Enzyklopädie der Entdecker und Erforscher der Erde. Graz, Akadem. Druck- und Verlagsanstalt, 1975 ff. Band II, S. 721–726.
  • Junghuhn (Franz Wilhelm). In: Encyclopaedie van Nederlandsch-Indië.
1. Auflage: 's-Gravenhage, Martinus Nijhoff; Leiden, E. J. Brill; 1895-1905. Band II (1899), S. 147–149.
2. Auflage: 's-Gravenhage, Martinus Nijhoff; Leiden, E. J. Brill; 1917-1939. Band II (1918), S. 223–226.
  • Max Koernicke: Zur Erinnerung an Franz Junghuhn. Briefe Junghuhns an Ph. Wirtgen. Mit Geleitwort und Anmerkungen versehen und herausgegeben. In: Verhandlungen des Naturhistorischen Vereins der preußischen Rheinlande und Westfalens, 66. Jahrgang 1909, Bonn 1910, S. 277–326.
  • Karl Müller: Franz Junghuhn. Vortrag, gehalten im Gewerbevereine zu Halle am 6. März 1865. In: Die Natur. Zeitung zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntniß und Naturanschauung für Leser aller Stände. Herausgegeben von Dr. Otto Ule und Dr. Karl Müller von Halle. Vierzehnter Band (Jahrgang 1865.). Halle, G. Schwetschke'scher Verlag. S. 137–139, 145–148, 153–156, 177–180, 190–192.
  • Friedrich Ratzel: Junghuhn, Franz Wilhelm. In: Allgemeine Deutsche Biographie. Band XIV, 1881, S. 712–718.
  • Rüdiger Siebert: Der Humboldt von Java. Franz Wilhelm Junghuhn, Arzt und Naturforscher. In: Deutsche Spuren in Indonesien. Bad Honnef 2002. S. 45–64.
  • Arthur Wichmann: Franz Wilhelm Junghuhn. 26. Oktober 1809 bis 24. April 1864. In: Petermanns Mitteilungen. Jg. 1909, S. 297–300 (mit Bildnis).

Junghuhn in Berichten von anderen Reisenden (Auswahl)

  • Fedor Jagor: Singapore–Malacca–Java. Reiseskizzen. Berlin, Springer, 1866. S. 141 (Besuch in Lembang), 169 ff. (Junghuhns Anbaumethoden der Chinchonen), 182 (Reiseplan), 183 f. (Exkursion auf den Tangkuban Perahu). Digitalisierte Fassung
  • Otto Mohnike: Blicke auf das Pflanzen- und Thierleben in den Niederländischen Malaienländern. Münster, Aschendorff’sche Buchhandlung, 1883.[73]
  • H. Morin: Unter der Tropensonne. Streifzüge auf Java, Sumatra und Ceylon. München, Isaria–Verlag, o. J. (1910). S. 36 und 49.
„Vulkan Gedeh auf Java vom Gipfel des Pangerango aus gesehen.“ In: Scherzer, K.: Reise der Oesterr. Fregatte Novara …
  • Ferdinand Freiherr von Richthofen: Bericht über einen Ausflug in Java. (Briefliche Mittheilung an Herrn Beyrich d. d. Batavia den 26. Octbr. 1861.). In: Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft. XIV. Band. Berlin, Wilh. Hertz (Bessersche Buchhandlung), 1862. S. 327−356 (siehe auch Richthofens China-Werk, 1. Band, S. 731).

Literarisch-belletristische Rezeption

  • Felicitas Hoppe: Franz Wilhelm Junghuhn: Eis und Schnee. In: Dies.: Verbrecher und Versager. Fünf Porträts. Marebuchverlag, Hamburg 2004, ISBN 3-936384-12-6.

Weblinks

  • PDF-Datei des Werkes Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java. ..., Magdeburg 1845: [2] . (Textband)
  • PDF-Datei des Werkes Die Battaländer auf Sumatra. ..., Berlin 1847: [3] . Die gefalteten Tafeln wurden nicht eingescannt.
  • PDF-Dateien des Werkes Java seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart. ... Leipzig, Arnoldische Buchhandlung.
1. Band (1852): [4]
Bilderläuterungen (Die Links führen auf jene Seiten, auf denen die Erläuterungen beginnen)
  • Bilder im Kapitel 2.1.3 Java seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart:
Gunung-Lamongan [5]
Längsprofil der Insel Java [6] . (Beginn der Erläuterung in der dritten Zeile von oben)
  • Aus dem Java-Album:
Gunung Sèwu [7] . (im Kapitel 1.2.1 Java)
Nordküste bei Samarang [8]
Südküste ostwärts von Rongkop [9]
Gunung-Gamping [74] [10]
Gunung-Sumbing [11]
Kahwah-Patua [12] . (Auf der Tafel fälschlich „Kahwah-Patua“. Im Text in der richtigen Schreibweise „Kawah-Patua“.)
Gunung-Guntur [13]
Telaga Patengan [14]
Plateau Diëng [15]
Gunung-Gedé [16]
Gunung-Merapi [17]
2. Band (1854): [18] . Nur der Text bis Seite 502 ist vorhanden; die Seiten 503 bis 964 und die gefalteten Tafeln fehlen.
2. Band in der 2. Auflage 1857 (vollständig): [19]
3. Band in der 2. Auflage 1857 (vollständig): [20]
Landschaften-Atlas und alle Bände in der unveränderten 2. Auflage 1857: [21]
  • Tafeln des Atlas van platen, bevattende elf pittoreske gezigten. Behoorende tot het werk Java, zijne gedaante, zijn plantentooi en inwendige bouw (niederländische Ausgabe des Landschaften-Atlas zu Java seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart): [22]
  • PDF-Datei des Werkes Licht- und Schattenbilder aus den Innern von Java. ..., Amsterdam, Günst, 4. Auflage 1866: [23]

Einzelnachweise

  1. Vgl. Erich Mindt: Der Erste war ein Deutscher. Ebner u. Ebner, Berlin o. J. (1943), S. 115
  2. Vgl. Rüdiger Siebert: Deutsche Spuren in Indonesien. Zehn Lebensläufe in bewegten Zeiten. Bad Honnef, Horlemann, 2002. S. 58
  3. Bereits in seinem ersten Buch "Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java" äußerte sich Junghuhn mit Hohn und Spott über das Examinationskommitee in Utrecht, über die Ärzte der Hospitäler in Harderwijk und Batavia und wiederholt über den Botaniker Carl Ludwig Blume, was – ebenso wie der Ausdruck "Pfaffenhokuspokus" – von Justus Karl Haßkarl in seiner ausführlichen Rezension heftig kritisiert worden ist. - Vgl. "Flora oder allgemeine botanische Zeitung", Nr. 30, Regensburg, 14. August 1847, S. 483.
  4. Dietmar Henze: Enzyklopädie der Entdecker und Erforscher der Erde, 1. Band, S. 649.
  5. Vgl. Rüdiger Siebert: Deutsche Spuren in Indonesien. Zehn Lebensläufe in bewegten Zeiten. Bad Honnef, Horlemann, 2002. S. 55 ff.
  6. Petermanns Mitteilungen, Jahrgang 1909, S. 297.
  7. Schwoerer hat sich seiner Verhaftung durch Selbstmord entzogen. - Vgl. Rüdiger Siebert: Deutsche Spuren in Indonesien. Zehn Lebensläufe in bewegten Zeiten.. Bad Honnef, Horlemann, 2002. S. 47 f.
  8. vgl. Max Koernicke: „Zur Erinnerung an Franz Junghuhn.“ In: Verhandlungen des Naturhistorischen Vereins der preußischen Rheinlande und Westfalens. 66. Jg. 1909, S. 280 f.
  9. Ihr besonderes Augenmerk galt dabei den Pilzen. Die wissenschaftlichen Ergebnisse veröffentlichte Wirtgen unter dem Titel „Mycologische Beobachtungen über das Vorkommen der Pilze in den Monaten October und November 1834“ in der botanischen Zeitung „Flora“ (Nro. 20, Regensburg, den 18. Mai 1835, S. 305–313 und S. 321–331). Zu Beginn dieser Arbeit fügte er in einer Fußnote hinzu: „Diese Excursionen machte ich in Begleitung meines Freundes Fr. Junghuhn, welcher eben aus Bona (in Nordafrika) zurückkehrend, sich 2 Monate hier aufhielt. (…) Die Diagnosen der neuaufgestellten Species sind von ihm, und viele der hier mitgetheilten Bemerkungen sind aus gemeinsamer Untersuchung hervorgegangen“.
  10. In: Max C. P. Schmidt: „Franz Junghuhn. Biographische Beiträge zur 100. Wiederkehr seines Geburtstages.“ Leipzig, Dürr, 1909. S. 157–314.
  11. Hafenanlagen existierten noch nicht, die Schiffe mussten auf offener Reede vor Anker gehen. Boote brachten Passagiere und Waren zu einem Landungsplatz an einem Mündungsarm des Ciliwung-Flusses.
  12. Einer dieser beiden Schlammvulkane wurde durch eine Erdölbohrung am 29. Mai 2006 zu einer noch heute andauernden Tätigkeit erweckt (siehe den Artikel Schlammvulkan auf Java)
  13. Die 1803 ausgebrochene militante islamische Reformbewegung der Padri in Westsumatra, die vielfach auch als „Minangkabau–Krieg“ bezeichnet wurde, konnte erst 1837 von der niederländisch-indischen Kolonialarmee gewaltsam unterworfen werden
  14. H. v. Rosenberg: Der Malayische Archipel, Leipzig, Weigel, 1878, S. 13
  15. H. v. Rosenberg: Der Malayische Archipel, Leipzig, Weigel, 1878, S. 14–16
  16. Franz Junghuhn: „Die Battaländer auf Sumatra“, Berlin 1847, Band I, S. 50–51.
  17. R. Montigel: Beiträge zur Triangulation von Java. In: Zeitschrift für Vermessungswesen, Jg. 1933, Heft 15, S. 4-5. Wittwer, Stuttgart 1933.
  18. Rezension des Werks „Die Battaländer“ im „Gedenkboek Franz Junghuhn“, ’S–Gravenhage, Martinus Nijhoff, 1910, S. 70)
  19. Die heutigen Bezeichnungen lauten „Mandailing“, „Angkola“ und „Dolok Lubuk Raja“.
  20. Waldemar Stöhr: Die altindonesischen Religionen. Köln, Brill, 1975, S. 140.
  21. In Übereinstimmung mit der Junghuhnschen Karte wurde eine Nebenkarte von Padang eingefügt.
  22. Vgl. Otto Lueger: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 2, Stuttgart, Leipzig 1905, S. 408-411 [1]
  23. Vgl. R. Montigel: Beiträge zur Geschichte der Triangulation von Java. Zeitschrift für Vermessungswesen, Heft 15, S. 4. Wittwer, Stuttgart 1933. Unzutreffend ist Montigels Behauptung, dass Junghuhns Java-Karte nicht ausgeführt wurde.
  24. Von den „Battaländern“ wurde in holländischer Sprache nur ein Prospekt gedruckt. Das von Engelbertus de Waal übersetzte Manuskript lagert unveröffentlicht in einem holländischen Archiv.
  25. Siehe Tijdschrift voor Neêrlands Indië, 1849, S. 28-34.
  26. Die „Englische Überlandpost“ ging nicht auf dem Seeweg um Afrika, sondern durch das Rote Meer nach Suez und von dort über Land durch das von England besetzte Ägypten nach Alexandria.
  27. a b c d e Friedrich Ratzel: Junghuhn, Franz Wilhelm. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 14, Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 712–718.
  28. Petermanns Mitteilungen, Jg. 1909, S. 299 (A. Wichmann). - Vgl. F. Junghuhn: Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart, Leipzig 1852, 1. Band, Vorrede S. 9-10.
  29. Max C. P. Schmidt: Franz Jung­huhn. p. 341
  30. Ewald Banse: Franz Junghuhn (1809–1864). In: Große Forschungsreisende. München 1933. S. 193.
  31. In: Petermanns Geogr. Mittheilungen, Gotha, J. Perthes, 1860. Die erste Triangulation der Insel Java, die von 1853 bis 1889 durchgeführt wurde, führte zu keiner wesentlichen Korrektur dieser Karte. - Eine nähere Betrachtung dieser Karte ist nur in der hier vorhandenen höheren Auflösung möglich.
  32. Vgl. Rüdiger Siebert: Deutsche Spuren in Indonesien. Zehn Lebensläufe in bewegten Zeiten. Bad Honnef 2002, S. 60 f.
  33. Durch die japanische Besetzung Niederländisch-Indiens während des Zweiten Weltkrieges gingen über 90 Prozent des Weltvorrats an Chinin verloren. Dies hatte zur Folge, dass etwa 600.000 US-Soldaten an Malaria erkrankten. Die Sterblichkeitsrate betrug durchschnittlich zehn Prozent, sodass an Malaria mehr amerikanische Soldaten als durch japanische Waffen gestorben sind.
  34. Mit Hilfe eines einheimischen Regenten stellte er auf eigene Kosten einen Aufseher ein.
  35. Übersetzt aus Nieuwenhuis u. Jaquets Buch Java’s onuitputtelijke natuur, Alphen aan den Rijn 1980, S. 142.
  36. Wer diese Intrige veranlasst hat, blieb bis heute ungeklärt. Vermutlich war es Groneman mit dem Ziel, den fachlich überlegenen Konkurrenten zu beseitigen: Er selbst hat Junghuhn dazu überredet, ihn als seinen Nachfolger vorzuschlagen. - Auf diesen "Hinauswurf" angesprochen, geriet de Vrij noch bis ins hohe Alter hinein als kerngesunder Greis in zornige Erregung. - Vgl. Enzyclopaedie van Nederlandsch-Indie, vierde deel (1905), S. 658.
  37. Mit dieser Überführung bekam Junghuhns Grabmal die offizielle Bezeichnung „Monument Junghuhn en Dr. de Vrij“.
  38. Veröffentlicht in: Sitzungsberichte der kaiserl. Akademie der Wissenschaften, Wien 1859, S. 124–130
  39. Von diesen Arbeiten sind nur zwei Briefe veröffentlicht worden (Siehe Kapitel „Versuch einer chronologischen Junghuhn-Biografie“, 1857).
  40. Sitzungsberichte der kaiserl. Akademie der Wissenschaften, Wien 1859, S. 126 f.
  41. Dieses an Junghuhn gerichtete Schreiben, unterzeichnet „Mit unverbrüchlicher Freundschaft Ihr treuer A. v. Humboldt“, ist in Max C. P. Schmidts Buch Franz Junghuhn. Biographische Beiträge ... auf S. 342 abgedruckt. Unter anderem bittet Alexander von Humboldt: „Herr Fedor Jagor wird auf seinem Wege die schöne Insel berühren über die Sie, theurer Freund, durch Ihre glücklichen Forschungen so viel Licht verbreitet haben. Er soll von Ihnen lernen, sich zum Selbstbeobachter einzuüben.“
  42. F. Jagor: Singapore, Malakka, Java. Springer, Berlin 1866, S. 183
  43. Ewald Banse: Große Forschungsreisende. S. 193
  44. Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft, 1862, S. 327
  45. Vgl. Dr. I. Groneman: „Herinneringen aan Franz Wilhelm Junghuhn“. In: „Gedenkboek Franz Junghuhn“, ’S-Gravenhage, Martinus Nijhoff, 1910, S. 294 f.
  46. Vgl. die chronologische Zusammenstellung von Max C. P. Schmidt im „Gedenkboek Franz Junghuhn“, ’S-Gravenhage, Martinus Nijhoff, 1910, S. 3–7
  47. Kurt Kayser (Hrsg.): Die berühmten Erforscher und Entdecker der Erde. Aulis Vlg. Deubner & Co. KG., München (1965), S. 181.
  48. Rüdiger Siebert: Deutsche Spuren in Indonesien. Zehn Lebensläufe in bewegten Zeiten. Horlemann Verlag, Bad Honnef, 2002. S. 57.
  49. Die Tafeln sind wie folgt nummeriert: I bis XI, XIb, XII bis XXXVII; am Ende die beiden nicht nummerierten „Höhen-Karten“
  50. a b Dietmar Henze: Enzyklopädie der Entdecker und Erforscher der Erde. Graz, Akadem. Druck– u. Verlagsanstalt, 1975 ff., Band II, S. 723
  51. Encyclopaedie van Nederlandsch Indiё, 1. Auflage, 2. Band (1899), S. 148
  52. Der Hinweis auf dem Titel „Aus dem holländischen Original übersetzt vom Verfasser“ ist unzutreffend. Nach Wichmann existiert nur ein aus dem Deutschen von Engelbertus de Waal übersetztes unveröffentlichtes Manuskript (vgl. Petermanns Mitteilungen, Jg. 1909, S. 297-300).
  53. Petermanns Mitteilungen, 1909, p. 300
  54. Vgl. F. Junghuhn: Die Battaländer auf Sumatra, 2. Band, S. 236
  55. Gedenkboek Franz Junghuhn. 1809-1909. 'S-Gravenhage, Martinus Nijhoff, 1910. S. 82.
  56. Allgemeines Deutsches Bücher-Lexikon, Leipzig, F. A. Brockhaus, 5. Band 1858
  57. Petermanns Mitteilungen, Band 44, 1898, S. 27
  58. Holländische Erstausgabe: „Terugreis van Java naar Europa, met de zoogenaamde Engelsche overlandpost …“. Zalt-Bommel, Joh. Noman & Zoon, 1851
  59. Die Rückreise verlief nicht entlang der Westküste Sumatras. In einer Fußnote auf Seite 153 hat Junghuhn hierzu vermerkt: „Ich habe diese Ansicht noch hinzugefügt, um den ungeheuren Contrast zwischen der unfruchtbaren Dürre der egyptischen Landschaft und dem üppigsten Pflanzenwuchse der Sunda-Inseln recht augenfällig zu machen; denn hier findet man kein einziges Fleckchen des Bodens, welches nicht mit Bäumen und Sträuchern bedeckt ist.“
  60. Gedenkboek Franz Junghuhn, S. 338
  61. Nach Engelmann, Bibliotheca Geographica, Band I, S. 136, erschien nur das „1. u. 2. Stück“ (von insgesamt 3 Stück)
  62. Neuauflage: Die Einführung des Christenthums auf Java. Von Franz W. Junghuhn. Herausgegeben von Esther von Krosigk. Edition Classic, VDM Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2008. ISBN 978-3-8364-3797-4.
  63. Wörtlich übersetzt: „Der Tagesanbruch“; in pantheistischem Sinne „Das Morgenrot“.
  64. Heute existiert diese Zeitschrift unter dem Namen „De Vrije Gedachte“ („Der freie Gedanke“).
  65. Die erste Lieferung, S. 1-60, erschien in Leiden bei Jacs. Hazenberg Corns. Zoon
  66. Gedenkboek Franz Junghuhn, S. 339
  67. Flucht nach Afrika ist Junghuhns erstes Reisewerk. In einem Brief an Philipp Wirtgen, datiert Weltevreden, den 4. Dezember 1835, schrieb Junghuhn hierzu folgendes: „Mein Manuscript: Reise nach Afrika, habe ich in Harderwyk völlig umgearbeitet und kurz vor meiner Abreise dem Herrn Prof. Blume in Leyden, mit dem ich in Correspondenz bleibe, übergeben. Vielleicht wird es noch gedruckt.“ (M. Koernicke: Zur Erinnerung an Franz Junghuhn. In: Verhandlungen des Naturhistorischen Vereins der preußischen Rheinlande und Westfalens. 66. Band 1909, Bonn 1910. S. 297.)
  68. In fast allen Exemplaren fehlen diese Tafeln. – Vgl. Encyclopaedie van Nederlandsch-Indië, vierde deel [1905], S. 461.
  69. M. C. P. Schmidt: Franz Junghuhn. Biographische Beiträge zur 100. Wiederkehr seines Geburtstages. Leipzig, Dürr, 1909, S. 143
  70. datiert „In See den 25. October 1858.“ (an Bord der österreichischen Fregatte „Novara“).
  71. Junghuhn wurde für den zweiten Teil dieser Arbeit im 4. Band 1855 als Quelle benutzt [Ab Seite 4; die hierzu gehörende Tafel 1 dieses Bandes ist ein unveränderter Nachdruck der „General-Karte vom mittleren Sumatra“ in Junghuhns Werk „Die Battaländer …“]
  72. Unvollendet; ohne allgemeinen Titel, Inhaltsverzeichnis, Einleitung etc.; der letzte Beitrag auf Seite 570 bricht ab mit einer Silbentrennung inmitten eines Wortes.
  73. Mohnike, der mit Junghuhn einige Tage auf dem Dieng-Plateau in Mitteljava verbrachte (siehe Fußnote S. 170), verweist in seinem Kapitel „Das Pflanzenleben“ mehrfach auf Junghuhns großes Java-Werk. Sein umfangreicher Abschnitt über die Verbreitung der malaiischen Dicotyledonen ist in ähnlicher Weise in Höhenstufen gegliedert wie Junghuhns vertikale Gliederung des javanischen Pflanzenreiches.
  74. Richtiger Name: Gunung Kambing („Ziegenberg“). - Dieser Kalksteinfelsen ist heute fast vollständig durch Erosion abgetragen und nur noch in geringen Resten vorhanden. Schon damals hat Junghuhn diese Abtragung vorausgesehen: Siehe auf der gleichen Seite die beiden vorhergehenden Absätze, in denen er die erodierenden Einflüsse erläutert hat.


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